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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

22. Oktober 2011

Noch mehr geklaut!

Filed under: Bücher,Filme — 42317 @ 15:24

Der Artikel „Alles gelaut. ALLES.“ hat ein Update erhalten.

13. August 2011

Otaku no Video

Filed under: Filme,Japan,Manga/Anime — 42317 @ 21:33

Es handelt sich hierbei um einen zweiteiligen Anime, der stellenweise durch Interviews unterbrochen wird, in dem es um so genannte Otakus geht. Ich will den Begriff nicht groß definieren, denn es ist schwierig, mit einer wechselvollen Geschichte, und könnte ein ganzes Buch füllen. Stattdessen will ich mich darauf beschränken, einen Otaku als Fan von populärkulturellen Phänomenen verschiedenster Art zu umschreiben, mit der Konnotation, dass sein Hobby auch sein Lebensinhalt ist. Die Beschreibung trifft sicherlich auch auf so manchen kleinbürgerlichen, deutschen Kegelbruder zu, und ich bin nicht der Meinung, dass man den Begriff Otaku eng fassen sollte oder kann, weil die im Fanbereich gängige Definition den Otaku auf japanische Populärkultur festlegt.

Die gezeichneten Teile (mit Charakterdesigns von Sonoda Kenichi) handeln von zwei solchen Otakus. Sie gründen ein Unternehmen, haben einen Riesenerfolg mit dem Verkauf von Modelkits, verlieren durch eine Intrige alles, fangen im Animebereich neu an, kaufen binnen weniger Jahre ihre alte Firma zurück, bauen einen riesigen Vergnügungspark für Otakus, und verlieren wieder alles durch den Anstieg des Meeresspiegels im Zuge der globalen Erwärmung.
Grafik und Animation sind ihrer Zeit angemessen, die Sprechrollen sind gut besetzt, nur leider weist die Geschichte ein paar Lücken auf und das Ende ist sehr interpretationsbedürftig. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Die Interviews dagegen zeigen nämlich echte Leute, die früher Otakus waren oder heute noch welche sind; daneben werden Statistiken eingeblendet, zum Beispiel eine, die aufzeigt, dass Cosplayer, also Menschen, die sich die Kostüme ihrer Lieblingscharaktere schneidern und damit zu Fantreffen gehen, relativ selten, dafür aber „Wiederholungstäter“ seien, oder aber, dass so genannte „Science Fiction (SF) Clubs“ an Universitäten in den frühen Achtzigern im Schnitt mehr Mitglieder hatten, als andere Clubs.

Ich habe diesen Film schon einmal gesehen, es wird so 1999 gewesen sein, und ich fand ihn damals sehr interessant – interessant genug, um ihn Jahre später auf meine Amazon-Wunschliste zu setzen, und Ricci war so nett, ihn mir zum Geburtstag zu schenken, wofür ich ihr sehr dankbar bin.
Ich denke, dass es wahr ist, dass man in der Regel mit den Jahren kritischer wird. Je älter man ist, desto mehr hat man bereits gesehen, die Vergleichsmöglichkeiten sind vielfältiger, und man wird wählerischer bei dem, worin man seine Freizeit investiert. Ich muss also sagen, dass ich Otaku no Video heute wesentlich kritischer betrachte, als vor über zehn Jahren, und es kommt ja hinzu, dass ich genau das studiert habe, nämlich japanische Populärkultur.

Zum einen ist mir völlig unklar, was der Anime, abgesehen davon, dass es um Fansubkultur geht, mit den Interviews zu tun hat. Der Anime zeigt zwar zwei Menschen, die ihre ganze Energie in ihr Hobby stecken, die aber damit Erfolg haben und nicht nur einen tiefen sozialen Fall überwinden, sondern nachher noch größer dastehen als zuvor. Sie geben nie auf und haben den Willen und die Energie, ihr Leben erfolgreich zu gestalten.
Ganz anders die in den Interviews dargestellten Personen, deren Namen verfälscht, deren Gesichter nicht gezeigt und deren Stimmen zum Großteil verzerrt werden, damit sie in der Öffentlichkeit nicht erkannt werden. Zwei sind als untere Konzernchargen zu erkennen, einer wird als „Verkäufer“ bezeichnet, der andere sagt, er programmiere Buchhaltungssoftware, einer ist scheinbar ein Missionar aus den USA, aber die übrigen sind alle im Sumpf der Unterschicht gelandet und stecken geblieben. Diese Leute wirken alle schmuddelig und manisch, und der einzige, der eigentlich ganz normal und nicht unsympathisch wirkt, ist ein Krimineller, der Cels und Skizzen von Produktionsfirmen stiehlt, um sie an Fans zu verkaufen.

Alle interviewten Personen sind negativ dargestellt, von objektiver Berichterstattung keine Spur. Die erste Person, der Verkäufer, beschreibt seine Aktivitäten im SF Club seiner Universität, wie zum Beispiel jeder sein Spezialgebiet hatte, wie man sich ergänzte, zusammen auf Fantreffen ging und feierte und derlei Dinge – wie der Interviewer dann trotz solcher Schilderungen auf die Idee kam, die Frage zu stellen, ob er damals „richtige Freunde“ („Shinyû“) gehabt habe, bleibt völlig schleierhaft, als wolle er ihn mit Gewalt in eine Schublade stopfen. Schließlich sind doch alle Otaku vereinsamte und verwahrloste Sozialkrüppel, oder?
Dass es ganz normale Fans gibt, die vielleicht nicht gern zugeben, dass sie Anime mögen, aber ganz normale Leben mit Familie und Beruf leben, wird völlig ausgeklammert. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, bei Fans von Populärkultur handele es sich um irgendwelche Freaks. Dass man nicht noch Miyazaki Tsutomu erwähnt hat, den so genannten Otaku-Mörder, der die gesamte Subkultur in den Dreck zog und den Begriff „Otaku“ lange Jahre extrem negativ belastete, ist auch alles, was mich überrascht, denn Otaku no Video entstand Anfang der Neunziger, also nicht allzu viele Jahre nach Miyazakis Untaten.

Ich muss die Echtheit der Interviews allerdings in Zweifel ziehen. Der interviewte Programmierer sagte, er habe in seinem „Audio Club“ nur am Rande mit Anime und Cosplay zu tun gehabt, worauf der Interviewer ihn mit einem Fanzine („Dôjinshi“) und einem eingerahmten Foto konfrontiert, was den Programmierer peinlich berührt und in Erklärungsnot bringt. Was das Bild und das überreichte Comicheft mit dem Angesprochenen zu tun haben, wird weder gezeigt noch gesagt, das heißt, der Zusammenhang bleibt völlig und verdächtig suggestiv der Interpretation des Zuschauers überlassen. Was aber den letzten Rest meines Vertrauens in die Echtheit dieses Interviews im Speziellen quasi ausradiert hat (und mich an den übrigen allgemein zumindest stark zweifeln lässt), war am Ende, dass der Programmierer einen Gundam-Artikel, den Helm von Char Aznable, neben seinem Schreibtisch hervornahm, aufsetzte, und aus der Serie zitierte: „Niemand interessiert sich für die Fehler Deiner Jugend.“

GAINAX, Schöpfer von Evangelion und Fushigi no Umi no Nadia, ein Unternehmen, das von solchen Fans lebt, zeichnet sich mitverantwortlich für dieses Werk – was haben die sich dabei gedacht? Haben sie sich was dabei gedacht? Oder wurde das Material ohne deren Zutun zusammengeschnitten? Handelt es sich hierbei um eine subtil humoristische japanische Art, ein Parodievideo zu vertreiben, und die Lizenznehmer im Westen haben das nur nicht verstanden? Ich weiß es nicht.

Es wäre vermutlich ebenso wenig im Sinne von GAINAX (oder jedes Multimediaproduzenten) gewesen, hätte man die Dinge mit aufgenommen, die ich in dem Video vermisse. Mir fiele eine Reihe von ökonomischen Begleitumständen ein, die man kaum treffender bezeichnen kann, wenn man sagt, dass man in Japan als Fan elektronisch (oder elektrisch) dargebotener Produkte maßlos über den Tisch gezogen wird.
Während man mit einer Vielzahl von Manga zu erschwinglichen Preisen geradezu erschlagen wird, muss der Fan von Anime im Einzelnen und Filmen allgemein geradezu kriminell tief in die Tasche greifen.
Während man hierzulande Animeserien in relativ kostengünstigen Sammelboxen kaufen kann, mit vier, sechs, oder sogar mehr Episoden pro DVD, was zusätzlich Platz im Regal spart, beträgt die in Japan übliche Zahl von Episoden pro Scheibe gerade einmal zwei, und da dann aufklappbare Boxen ein Ding der Unmöglichkeit werden, nimmt eine TV-Serie von nur 52 Episoden einen knappen halben Meter Regalplatz ein.

Aber das ist natürlich nur ein minderes Problem, denn die Hauptbelastung liegt im Preis. Dass das früher bereits so war, erkannte ich 2003 daran, dass es dort keine Leervideokassetten zu kaufen gab, die mehr als 120 Minuten Spielzeit hatten. In Deutschland waren 240 Minuten die Norm, und 120er waren vermutlich ebenso selten wie 300er. Man sieht also, dass auch eine Sammlung von TV-Aufnahmen mit höheren Kosten verbunden war, als bei uns.
Und hier bei uns fällt auch der Preis eines Films auf DVD binnen eines Jahres nach seiner Veröffentlichung in der Regel auf einen Zehner, doch scheint dieses Phänomen in Japan nicht zu existieren. Selbst für ältere Filme, in meinem Fall waren das Sengoku Jieitai (1979) und Sailorfuku to Kikanjû (1981), bezahlt man noch 4000 Yen, anno 2004 etwa 30 E. Die irre Spitze bildete allerdings ein Pornofilm auf Videokassette, den Frisuren nach zu urteilen aus den tiefsten 90ern, den ich in einem Gebrauchtwarenladen für sage und schreibe 16000 Yen, also etwa 120 E, herumstehen sah. Man überlege sich, was das für eine Serie bedeutet, die auf 26 DVDs verteilt wird. Und es ist ja auch nicht so, dass es in Japan gar keine Sammelboxen gäbe: Ich erinnere mal an Attack No. 1, bei uns bekannt als Mila Superstar, für das man in Japan 2003 (bei der Veröffentlichung anlässlich der Volleyballweltmeisterschaft) 750 E hätte hinlegen müssen. Die komplette Serie gibt es in Deutschland auf 12 DVDs für weniger als ein Zehntel dieses Preises. Das bedeutet, dass ein wahrer japanischer Fan entweder viel Geld haben oder alternativ in ärmlichen Verhältnissen leben muss, wenn er seinem Hobby nachgehen will – was wiederum bedeutet, dass die japanische Preispolitik maßgeblich für das schlechte Image der Fans verantwortlich ist.

Und von alldem keine Rede in einem Film, der zumindest vorgeblich das Otaku-Phänomen beleuchten will. Ich komme allerdings zu dem Schluss, dass hier weniger informiert, als eher Vorurteile genährt werden sollen.

11. Februar 2011

Filme, die keiner braucht

Filed under: Filme — 42317 @ 18:25

Wieder mal eine außerirdische Invasion, die an der Exzellenz der unbesiegbaren und in allen Dingen überlegenen Vereinigten Staaten von Amerika scheitern wird.

Reicht’s nicht so langsam mal? Ich schätze, auf der anderen Seite vom Teich geht der Bedarf an Selbstbeweihräucherung so schnell nicht zur Neige.

16. Juli 2010

Das Wort zum Dreiunddreißigsten

Filed under: Filme,Japan,My Life,Uni — 42317 @ 14:42

Auch dieses Jahr mein Dank an alle, die an mich gedacht haben.
Am frühesten dran war mein Kamerad aus Stuttgart, der mich um acht Uhr morgens nur deshalb nicht geweckt hat, weil just in diesem Moment der Tee vom Abend zuvor wieder raus wollte. Meine Großeltern waren dennoch ebenfalls früh dran und riefen mich um etwa halb Neun an.

Ich habe auch eine sehr interessante Mail von dem Freund erhalten, dessen Namen ich ja auf seinen Wunsch hin nicht im Blog nennen darf. Er hat ganz eindeutig Recht: In der Examensvorbereitungszeit erlebt man die kleinen Dinge des Alltags zum Teil sehr intensiv, und man sollte das nutzen, um besondere Erinnerungen zu schaffen. Ich muss mir noch überlegen, was ich direkt nach der letzten Prüfung am 13. August tun werde.

Ich weiß sehr wohl, welche Spiele ich seit Jahren mal wieder spielen wollte, welche Fernsehserien ich unbedingt noch einmal sehen muss, und welche Flasche Wein ich zum Anlass (oder im Falle) der Übergabe meines Abschlusszeugnisses öffnen werde, aber das ist ja nichts, was man eben mal schnell direkt nach der Prüfung macht.
Hey, vielleicht setze ich mich sofort hin und schreibe eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke der letzten 10 Jahre? Es ist natürlich möglich, dass ich erst mal ins Bett falle und zwei Tage lang schlafe, aber das muss ja nicht sein, wenn es sich vermeiden lässt.

Der Anruf vom Kameraden Ritter dann tags drauf. Dem geht’s scheinbar gut, Familie gesund, auf dem Sprung zum Verwandtenbesuch am anderen Ende der Welt, und demnächst auch mal wieder berufsbedingt in Wittlich. Dann können wir das TV-Programm ja alsbald absprechen.

Angerufen hat auch mein Vater. Der erzählte, er mache gerade eine künstlerische Pause beim Malen – und habe sich stattdessen zur Abwechslung dem Schreiben zugewandt. Damit schließt sich gewissermaßen eine Lücke, denn auch sein Vater hat in seiner Freizeit kleine Gedichte geschrieben (ich frage mich, ob davon etwas erhalten geblieben ist?), und ich tue es schließlich ebenfalls. Natürlich sucht er einen Lektor, und ich werde das in vier Wochen gern übernehmen. Ich bin auch sehr gespannt, was das wird. Auf Anhieb klingt es nach proletarischer Literatur ohne Einfluss von Marxismus. 🙂

Der Vollständigkeit halber will ich auch die SMS von Karl erwähnen. Da stand nichts Welt bewegendes drin, so wie Karl kein Mann für Welt bewegende Worte ist, aber immerhin eine SMS. Besten Dank.

Der Esszimmertisch bog sich geradezu unter den Geschenken. Melanies Mutter schenkte mir zwei DVD Boxen, „Millenium Actress“ und eine Sammlung von Kurosawa Filmen. Dann bekomme ich auch endlich „Yôjimbô“ zu sehen, nachdem ich bislang nur die Remakes gesehen habe: „Für eine Handvoll Dollar“, „Last Man standing“, und „Sukiyaki Western Django“. „Rashômon“ und „Kagemusha“ sind in der Fünferbox leider nicht drin, aber da ich ohne die nicht in Frieden sterben kann, müssen die auch noch irgendwann in meinem Besitz landen.

Ricci schenkte mir die DVD Box „Band of Brothers“. Ich hab mich sehr gefreut, auch wenn ich mir ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen konnte.

Von Melanie kamen „Der 13te Krieger“„Erleuchtung garantiert“ und „Soweit die Füße tragen“, in der Filmfassung von 2001. Über „Erleuchtung garantiert“ muss ich bei Gelegenheit einen eigenen Blogeintrag schreiben.
Ja, „Der 13te Krieger“ ist bestimmt kein Meisterwerk an Charakterdarstellung und erzählerischem Tiefgang. Ich muss zugeben, dass ich den Film in erster Linie deshalb interessant finde, weil hier auf originelle Art und Weise der Spracherwerb jenes Dreizehnten aufgezeigt wird – er ist der arabische Ausländer unter einem Dutzend Skandinaviern. Die reden Norwegisch (nehme ich zumindest an), aber im Laufe der Reise mischen sich immer mehr Begriffe in ihre Dialoge, die der Hauptcharakter, und damit der Zuschauer, versteht. Coole Idee vom Regisseur, oder von wem auch immer der Einfall kam. Aus Sicht der Spracherwerbsforschung sicher nicht ganz lupenrein (immerhin schlussfolgert er im Laufe weniger Monate linguistische Inhalte aus der vagen Körpersprache der Beteiligten), aber wenn man ihm einen hohen Grad an Intelligenz und Intuition zuordnet, ist die Darstellung vertretbar, denke ich.

Von meinem Häuslebauer bekam ich einen Akkuschrauber – einen Ixo von Bosch. Passt in jede Hosentasche und der Akku hält so einiges her. Zwei Aufsätze, um rechtwinklig und nah an Innenkanten schrauben zu können, sind auch dabei. Ich habe den Großteil der Wärmedämmplatten mit einem solchen Ding angeschraubt und fand das Gerät super. Ich hätte allerdings weder gehofft noch gewünscht, einen geschenkt zu bekommen. Aber der Mann war so zufrieden mit meiner Arbeitsleistung (ich fasse das später noch zusammen), dass er mir so ein Ding schenkte (und diverse andere Dinge, u.a. einen Pullover zum Arbeiten im Winter und zwei Gläser Marmelade von seiner Frau). Gut, dass ich vier Tage später Geburtstag haben würde, war ihm in dem Moment vielleicht nicht klar, aber das Timing war für mich jedenfalls unbeschreiblich.

Dann war da noch das schwere Paket aus Stuttgart. Ich will allerdings an dieser Stelle nichts über den Inhalt verraten, da ich mir über den rechtlichen Status nicht ganz im Klaren bin. Loose Lips sink Anime Clubs, also bin ich mal still und füge den Gegenstand nach einer Stunde auspacken und zusammensetzen meiner Reliquiensammlung im heimatlichen Keller hinzu.

Mit der Spielgruppe hatte ich für den Abend ein zwangloses Grillen angeleiert, und wie sich das für mein nur minimal vorhandes Konto an Glückspunkten nunmal gehört, musste es am Nachmittag natürlich kräftig regnen, und auch der Abend blieb von Regen nicht ganz verschont. Wir zogen uns also unter das Vordach am Hintereingang zurück. Wir haben auch nur ganz wenige Leute daran gehindert, auf dem bequemsten, direkten Weg ins Haus zu gelangen (die mussten halt im Bogen um unsere Sitzgruppe herum gehen), und es hat auch nur einer wegen des Geruchs sein Fenster zugemacht. Bei der Gelegenheit bekam ich von Volkers Vater noch eine Flasche toskanischen Wein geschenkt. Dann schaun wir mal, wie sie in zehn oder vielleicht auch erst in 20 Jahren schmeckt.
Eigentlich muss ich dem Regen auch dankbar sein, denn dann wars auch nicht so schrecklich heiß den Tag über, und ich komme wegen der Hitze mit meinen Examensvorbereitungen schon quälend genug voran. So wars ein angenehmer Tag, und ich werd ihn gern in Erinnerung behalten.

11. Juli 2010

Echt dunkel

Filed under: Filme — 42317 @ 21:28

Da mich in der Nachmittagshitze die Konzentration eh weitgehend verlässt, haben wir uns auf Melanies Vorschlag „The Dark Crystal“ von 1982 angesehen. Es handelt sich dabei, wie sich mit dem Link feststellen lässt, um einen düster angehauchten Puppenfilm unter maßgeblicher Beteiligung von Frank Oz und Jim Henson.

Die in Deutschland erhältliche DVD hat eine Altersbeschränkung von 12 Jahren, und der Film ist meines Erachtens weder für ein jüngeres noch für ein älteres Publikum geeignet: Jüngere Kinder könnten durch die Designs der Bösen verschreckt werden und es herrscht auch eine bedrohliche Stimmung, wo es mitunter zu ernsthaften Gewalttätigkeiten kommt. Ältere Heranwachsende wiederum werden sich nicht mehr so schrecklich für Puppenfilme interessieren, außerdem sehe ich die Gefahr, dass sie den Film wegen seiner Storylöcher über kurz oder lang als Zeitverschwendung entlarven.

Ich will gar nicht darauf eingehen, um was es im Einzelnen geht: Die klassisch aufgezogene Heldengeschichte handelt von einem, der auszog, die Welt zu retten. Er durchwandert exotische Landschaften, macht sich Freunde, und entkommt den Häschern der Bösen.

Dabei ließe sich die Geschichte zusammendampfen auf etwa 20 Minuten. Die gutmütigen Weisen, die den Helden losgeschickt haben, ziehen nämlich ein paar Tage später selber los, mit dem gleichen Ziel, zum Palast der Bösen. Während unser Held allerdings durch Gebirgsbäche watet, steile Hänge erklimmt, und gefährliche Sümpfe betritt, wandern seine Lehrmeister gemütlich durch das offene Grasland und erreichen den Palast nicht viel später als der Held der Prophezeiung. Und nicht nur das: Der Held muss sich der bösen Soldaten erwehren, die Weisen dagegen intonieren am bewachten Tor einen kehligen Gesang und die Wächter gehen gefügig beiseite.
Ihrer Wächter beraubt, verlieren die Oberschurken angesichts der Weisen völlig die Beherrschung und laufen nur noch schreiend hin und her, bis unser Held die Prophezeiung erfüllen und das Land von den Bösen befreien kann.

Fazit: Wären die trotteligen Weisen zusammen mit dem auserwählten Helden losgezogen, anstatt ihn auf ein Soloabenteuer auszuschicken, wäre jede Begegnung mit den Soldaten ein Kinderspiel gewesen. Am Ende wären alle einfach so in die Festung spaziert, hätten den Kristall schnell mal in Ordnung gebracht, und alles wäre in Butter gewesen. Aber dann wäre der Film inklusive Vor- und Abspann auch nur 20 Minuten lang gewesen.

12. Juni 2010

Alles geklaut. ALLES.

Filed under: Bücher,Filme — 42317 @ 20:52

Erinnert sich noch jemand an „AVATAR“? Diesen bombastischen Effektestreifen, der mit 3D protzte, den niemand so wirklich brauchte, und der wegen seiner Ähnlichkeit mit einem ebenfalls nicht unbekannten älteren Film ein bisschen belächelt wurde?

Natürlich erinnert sich da jeder dran, daran, dass der Film in die Geschichtsbücher einging als größter Kassenschlager aller bisheriger Zeiten, an die Parallelen zu realen kriegerischen Verwicklungen der USA, und an die auffälligen Gemeinsamkeiten mit „Dances with Wolves“.
Zur Erinnerung: Da kommt ein Soldat im Rahmen seines Auftrags in Kontakt mit Ureinwohnern, lernt deren Lebensweise schätzen, wird durch persönlichen Einsatz Teil ihrer Gemeinschaft, und erkennt die Fehlerhaftigkeit seiner eigenen Kultur: Er wechselt die Seiten und kämpft für seine neuen Seelenverwandten. Vergessen wir für einen Augenblick, was de facto aus den Ureinwohnern Nordamerikas wurde, und verdrängen wir ebenso, dass die SciFi Nachkommen der Yankee Kavallerie Pandora aus dem Orbit heraus sterilisieren könnten – der halbe Film war eine Science Fiction Version des Klassikers von 1990 mit Kevin Costner in der Hauptrolle, und fast jeder hat das auch sofort gemerkt.

Da ich gern Science Fiction Kurzgeschichten lese, habe ich letztlich die zweite Hälfte gefunden: Die Geschichte heißt „Call me Joe“ und wurde 1957 von Poul Anderson geschrieben.

Es geht um ein Besiedlungsprojekt auf dem Jupiter, ein Langzeitunternehmen, das darauf abzielt, durch die hohen Druckverhältnisse des Gasriesen neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen. Da Menschen auch unter besten technischen Bedingungen nicht auf der Jupiteroberfläche existieren können, erzeugt man künstlich ein Lebewesen, dass dies kann, ein Organismus, der den Umweltbedingungen angepasst ist, unter denen Wasser metallische Eigenschaften besitzt und flüssiges Methan als Durstlöscher fungiert. Von den höllischen Stürmen auf der Oberfläche ganz zu schweigen. Das erste dieser Wesen, er wird Joe genannt, soll als Versuchsobjekt dienen und andere sollen folgen, falls dem Versuch Erfolg beschert ist.

So, nun haben wir auf einem der Jupitermonde eine Kontrollstation, von der aus die Sache gesteuert wird, und dort finden wir einen Mann, sein Name ist Ed, der bei einem Unfall ganz schrecklich lädiert wurde: Unterhalb seines Brustkorbs besteht er nur aus Maschinenteilen, die ihm das Weiterleben und die Fortbewegung ermöglichen. Man könnte auch einfacher sagen: Der Mann sitzt im Rollstuhl. Und was tut der Mann im Rollstuhl? Nun, zu gegebenen Zeiten setzt er sich einen mit Sensoren verbundenen Helm auf den Kopf und steuert Joe mit Hilfe eines Psistrahls, also per Gedankenkontrolle. Joe kann zwar ohne diese Steuerung existieren, hat dann aber keinen Zugriff auf das technische Wissen des Puppenspielers, und das wird gebraucht, um den Prozess der natürlichen Auswahl zu beeinflussen. Joe baut sich eine Unterkunft, bastelt erste Werkzeuge und legt Vorräte an.

Das vordergründige Problem im Rahmen der Handlung besteht darin, dass zur Verstärkung des Psistrahls Apparaturen benötigt werden, und deren Sicherungen brennen andauernd durch. Die für das Projekt verantwortliche Organisation schickt also jemanden, der sich die Sache ansehen soll, weil diese Dinger nicht billig sind.
Der Techniker findet keinen Defekt und vermutet ein Problem mit dem Bediener: Er stellt die These auf, dass Ed, der allgemein als grantig und zynisch wahrgenommen wird, sich in Wahrheit vor Joe und seiner Welt fürchtet. Joe ist schließlich wahrhaftig ein wildes Wesen, das noch wilder sein muss, als seine Umwelt, um zu überleben. Ed könnte also von der fremden Welt überwältigt sein und darum fürchten, dass bald nicht der verkrüppelte Ed den wilden Joe, sondern der wilde Joe den verkrüppelten Ed steuert, indem er dessen Bewusstsein verdrängt.

Ist natürlich alles Kabbes. Denn es ist ganz klar so, dass Ed nichts geiler findet, als einen gesunden, starken Körper zu steuern, der den Gefahren seiner Umwelt mehr als gewachsen ist, und letztendlich hat Joe allein, von Natur aus, weil er quasi als Erwachsener direkt aus dem Ei kam, eine eher unterentwickelte Willenskraft, die Ed niemals verdrängen könnte. Das Durchbrennen der Sicherungen ist wohl auf den unerwartet hohen Grad an Synchronisierung zwischen Puppenspieler und Avatar zurückzuführen.

Und als dann endlich Kapseln mit weiteren „Jupiteranern“ abgeworfen werden, die von Joe ausgebildet werden sollen, geht Ed aufs Ganze: Er verdrängt Joes Geist völlig, geht ganz in ihm auf, und lässt seinen mangelhaften menschlichen Körper einfach sterben. Ja ja, so läuft das da.

Halten wir fest: An „AVATAR“ ist rein gar nichts originell. Was dem Film zur Ehre bleibt, sind die technischen Effekte, die er zu bieten hat. Dreidimensionalität ist schon irre, die Animationen sind klasse. Aber mehr als zuvor beschleicht mich ein Gefühl mangelnder Befriedigung, wenn ich so über die Inhalte nachdenke, und die sollten, zumindest meiner Meinung nach, immer wichtiger sein als Spezialeffekte.
Und wie nennt man Filme, die außer Spezialeffekten nichts zu bieten haben?
Ich glaube, man nennt sie „B-Movies“.

Ich bin natürlich nicht der erste, dem das auffällt – laut englischer Wikipedia zum Thema „Call me Joe“ hat bereits im Oktober 2009 jemand was dazu veröffentlicht.

UPDATE

Um nicht als Depp dazustehen, der in seiner leidenschaftlichen Kritik dann doch etwas wichtiges vergessen hat, muss ich einen weiteren Punkt, auf den sich die Welt von Camerons AVATAR stützt, noch hinzufügen.
Vor wenigen Tagen lauschte ich der Aufnahme einer literaturwissenschaftlichen Vorlesung zum Thema Science Fiction Literatur, in der auch ein Buch genannt wurde, das den Titel trägt: „The Word for World is Forest“ („Das Wort für Welt ist Wald“), von Ursula K. Le Guin. Le Guin ist wohl am ehesten bekannt für ihre Erdsee-Serie (eine Tatsache, die ich auch nach Lektüre des Werks nicht recht verstehe), aber ich wusste bislang nicht, dass sie auch SciFi geschrieben hat – und damit so bekannt geworden ist, dass der Soldat „Joker“ in Full Metal Jacket eine Kopie des Waldbuchs neben seinem Feldbett liegen hat (obwohl die Filmhandlung im Jahre 1968 angesiedelt ist und das Buch erst 1979 veröffentlicht wurde).

In „The Word for World is Forest“ geht es um ein menschliches Kolonisationsprojekt auf einem Waldplaneten. In alter Wildwestmanier bauen sie Forts, beuten Rohstoffe aus und versklaven die Ureinwohner, zierliche kleine Wesen mit großen Augen und grünem Fell. Die Brutalität einzelner Menschen in verantwortlichen Positionen führt schließlich zu einem Aufstand der Unterdrückten, die bislang keine gewaltsamen Konflikte kannten, das haben sie erst von den Menschen gelernt.

Aber gut, Geschichten vom Aufstand Unterdrückter gibt es eine Menge und auf dieser Schiene lässt sich kein Zusammenhang mit AVATAR herstellen. Was der Wikipedia Artikel zum Buch allerdings verschweigt, ist die Tatsache, dass der Wald auf dem Planeten Athshe/New Tahiti ein kollektiver Organismus ist, d.h. jeder Baum, jeder Strauch, jeder Grashalm ist wie eine Zelle eines größeren Gebildes, und dieser Aspekt wird in Camerons Film als herausragendes Naturwunder von Pandora genannt.
Und wenn Jake Sully Ed ist, dann ist Grace Augustine Raj Lyubov, denn beide Personen sind Humanisten aus dem akademischen Feld und sie teilen sich das gleiche Schicksal. So ein Zufall aber auch.

11. April 2010

Brutalität im alternativhistorischen Paralleluniversum

Filed under: Filme,Militaria — 42317 @ 19:02

Es wurde mir mehrfach empfohlen, also nutzte ich eine Gelegenheit und sah mir „Inglorious Basterds“ an, in dem Brad Pitt den Zuschauermagneten macht, während Til Schweiger eine nette Ergänzung darstellt, und Christoph Waltz (zu Recht) den einzigen der vielen nominierten Oscars für die beste Nebenrolle abstaubte.

Will man sich kurz fassen, lässt man am besten gleich alles weg, was man unter dem hässlichen Wort „Geschichtsfälschung“ abhandeln kann. Tarantino sagte schließlich selbst an einer Stelle über diesen Film, es sei kein Film über Geschichte, sondern über Rache. Nun, meines Erachtens handelt es sich auch nicht um einen Film über Rache – viel mehr geht es um Leute, die gern andere Leute terrorisieren und töten, und dafür – sofern es um die Gruppe der Basterds geht – „Rache“ als Vorwand verwenden. Die deutschen Charaktere in ihren SS-Uniformen haben im Gegenzug herrenmenschlich-überhebliche Gründe für ihr Tun. Aber eine Gegenüberstellung der beiden Parteien, allesamt Unmenschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ist dennoch in einem bestimmten Punkt interessant.

Die deutschen Figuren der unteren Hälfte der Hierarchie sind durchgängig anmaßend, überheblich, arrogant, schlicht böse, aber auch intelligent und sprachgewandt. Der SS-Mann Zollner spricht zumindest fließend Französisch, der Standartenführer Landa spricht Französisch, Englisch, und Italienisch, und das ohne einen für mich wahrnehmbaren Akzent. Auch andere deutsche Figuren beweisen sprachliche Kompetenz etwa bei der Erkennung kaum auffälliger Akzente, so wie bei dem betrunkenen „Feldwebel“ Wilhelm (der eigentlich „Oberscharführer“ genannt werden müsste), der ebenfalls, wenn auch mit Akzent, in der Lage ist, sich auf Englisch zu verständigen.

Die gebürtigen Amerikaner dagegen sind gerade mal in der Lage, sich in ihrer Heimatsprache zu verständigen, sie weisen dabei starke dialektale Einfärbungen auf und brauchen als Dolmetscher eingebürgerte deutsche Muttersprachler.
Eine eigene Gruppe wiederum ist die dargestellte deutsche Führungsschicht – auch die reden ausschließlich ihre Muttersprache, und wirken dadurch zusätzlich ignorant, ganz klar zu sehen am Beispiel von Joseph Goebbels.

Aber dabei muss man eines ganz deutlich hervorheben: Wenn man individuelle Leistungen ganz ausklammert, dann ist es die kompromisslose Mehrsprachigkeit, die diesen Film auszeichnet und positiv von den meisten Filmen abhebt. Die Amerikaner reden amerikanisches Englisch, die Briten reden britisches Englisch, die Deutschen reden Deutsch, und die Franzosen reden Französisch. Tarantino hat sich nicht gescheut, den ansonsten in dieser Hinsicht unwilligen Zuschauer mit Untertiteln zu konfrontieren, denn wer die drei Sprachen nicht alle beherrscht, wird sie zeitweilig brauchen.
All das geht in der deutschen Synchrofassung natürlich zum Teufel – alle nicht-deutschen Charaktere haben eine Synchronstimme erhalten. Ich muss mich fragen, wie das Filmkonzept eine totale Neuvertonung überleben kann?

Wenn man den Kinotrailer gesehen hat, könnte man auf die Idee kommen, es handele sich um einen Actionfilm. Haha, mitnichten. Natürlich gibt es Kämpfe, fliegendes Blei, spritzendes Blut, und vielerlei Brutalitäten zu sehen, aber der Film stützt sich in erster Linie auf Dialoge und Charakterdarstellung. Das ist an sich ein Qualitätsmerkmal, wenn sich die ganze Angelegenheit nicht gleichzeitig so extrem in die Länge ziehen würde: Die Kinofassung ist 154 Minuten lang, und meines Erachtens hätten es 120 Minuten dicke getan. Bei aller Liebe zum Detail: Hier wurde übertrieben und stellenweise stellt sich Langeweile ein.

Um zuletzt noch das Thema Geschichtsfälschung anzudeuten:
Es war völlig überflüssig, das von den Deutschen besetzte Frankreich als Kulisse zu wählen. Der Plot ist so platt, dass er überall funktioniert hätte, wo eine Gruppe von Leuten eine andere im großen Stil unterdrückt. Die Basterds hätten ebenso gut eine Truppe schwarzer Guerillas im Amerikanischen Sezessionskrieg sein können. Oder von mir aus auch eine Gruppe Islamisten im Gefolge der Affäre um das Gefängnis von Abu Graib.
Tarantino verwendet die Vielzahl und die „dunkle Ästhetik“, wie ich es nennen möchte, der mit dem Nationalsozialismus verbundenen Uniformen (man gewinnt den Eindruck, Frankreich sei ausschließlich von der SS besetzt) lediglich als eine Art von emotionalem Grundton für sein bluttriefendes Spektakel, das durch Christoph Waltz gerade noch so vor der Hirnlosigkeit gerettet wird (abgesehen davon, dass zackige Nazis durch die Faszination des Bösen mehr Leute ins Kino locken, als jede andere greifbare Gruppierung von Antagonisten). Mir persönlich erscheint Inglorious Basterds so notwendig wie ein Film über einen Scharfschützen im Glockenturm.

30. September 2009

Die Totgesagten

Filed under: Filme,Militaria,My Life — 42317 @ 1:54

Meine Kamera ist zurück in Aktion und ich müsste dem betreffenden Mitarbeiter von Mediamarkt eigentlich meinen Dank aussprechen. Hätte er mich nicht vor einem für mich unannehmbaren Reparaturpreis gewarnt, hätte ich das Teil nie abgeschrieben und wäre nie auf die Idee gekommen, selbst Hand anzulegen.

Geplant hatte ich eigentlich, die klemmende Schutzblende abzureißen, was die Kamera funktionsfähig gemacht hätte, sofern dabei nicht die Linse in Mitleidenschaft gezogen wäre. Aber kaum, dass ich die Blende mit meiner Pinzette berührte, sprang das Ding zurück in seine Führungsrille und gut wars.

Mit der neuen Kamera kann ich also noch ein bisschen warten, aber hinsichtlich meines erweiterten Einkommens ab dem 10. Oktober will ich ein aktuelleres Modell für das kommende Frühjahr ins Auge fassen. Die Videofunktion der Practica ist mir zu eingeschränkt, da sie nur 640×480 Videos zulässt, das ist ein bisschen schwach. Inspiriert von einem YouTube User mit dem Kanalnamen „Talljim01“ will ich ebenfalls eine kleine Serie von Vlogs auf die Beine stellen, in denen ich ein paar Erlebnisse aus der Zeit bei der Armee zum Besten gebe. Das sollte schon allein für mich von Bedeutung sein, damit ich nicht alles vergesse. Bislang haben mich Treffen mit ebenfalls erfahrenen Freunden davor bewahrt, die alten Geschichten zu vergessen, aber da diese Treffen ja immer seltener und wegen Damenbegleitung immer „unmilitärischer“ werden, sollte ich all das festhalten. Ich bin sicher, dass es ein Publikum dafür gibt.

Und für diese Zwecke ist die derzeitige Kamera nicht sonderlich gut. Die Auflösung ist, wie erwähnt, zu gering, und das Mikrofon ist auch nicht wirklich zu gebrauchen, da immer ein auffälliges Brummen dabei ist, das ich erst entfernen müsste, was zu Verlusten in den Frequenzen führt, die ich eigentlich behalten will, und deshalb habe ich in Tests die Sprache parallel über ein besseres Mikrofon aufgenommen und über die Kameraaufnahme gelegt. Das funktioniert und gibt ein besseres Ergebnis als nur Kamera, ist aber wegen des Arbeitsaufwands ebenfalls nicht befriedigend.

Aber all das hat ja nun ein bisschen Zeit. Vorerst plane ich mal, Im oder Ende Frühjahr die nächste Kamera zu kaufen. Die wird dann ebenfalls nicht mehr als 120 E kosten, aber für den Preis bekomme ich heute schon einiges mehr als damals 2006.

10. Juli 2009

National Geographic versus Globalisierung

Filed under: Filme,My Life — 42317 @ 14:15

Ich habe gestern nach zwei Jahren mein YouTube Abo der National Geographic Videos wieder storniert. Ich habe eine Menge interessanter und auch lehrreicher Dinge da gesehen, auch wenn es nur Clips von wenigen Minuten waren, die als Werbung für den kostenpflichtigen Hauptservice von NG frei veröffentlicht wurden.

Die Lage hat sich allerdings grundlegend geändert. Erstmals gegen Ende des vergangenen Jahres wurden mir bestimmte Videos verweigert, und es hieß, diese seien wegen nationaler Bestimmungen meines Heimatlandes nicht verfügbar. Ich war nicht begeistert, aber es handelte sich auch um Videos, in denen nationalsozialistische Symbole gezeigt wurden. Ich würde NG ohne Gewissensbisse in die Kategorie „Forschung und Lehre“ stellen, aber vielleicht interessierte sich dafür jemand in vorauseilendem Gehorsam nicht. Damit war noch zu leben.

Unangenehm wurde die Situation dann mit dem Auftauchen von vollständigen TV Beiträgen auf dem Kanal. Die konnte ich alle nicht ansehen, wegen „urheberrechtlicher Beschränkungen“. Was aber letztendlich den Ausschlag gab, war die Ausweitung dieser Beschränkungen auf nicht wenige der kurzen Videos, von denen man mir plötzlich etwa die Hälfte verweigerte, und da zog ich den Schlussstrich. Es lohnt den Zeitaufwand nicht mehr, sich die Videos erst suchen zu müssen, die keinen kopier- und urheberrechtlichen Einschränkungen in Deutschland unterliegen, und letztendlich ist es schlicht frustrierend, wenn man einen Beitrag entdeckt, der vom Titel her interessant klingt, und dann darf man ihn trotzdem nicht ansehen.

Auf Wiedersehen, National Geographic auf YouTube. Die Zeit war schön, aber es geht ja alles einmal zu Ende.

29. September 2008

Ins Leere gestürmt

Filed under: Filme,Japan — 42317 @ 15:31

„Sakigake! Otoko-juku!“ habe ich mir angesehen, und zwar den Realfilm von 2008. Das Wort „Sakigake“ interpretiere ich als Verb in imperativer Form, und in Deutschland würde man in einem angemessenen militärischen Jargon wohl sagen „Sprung, auf, marsch-marsch!“, was bedeutet, dass man aufgefordert wird, nach vorne zu stürmen. Interpretiert man „Sakigake“ als Nomen, so ist das wohl derjenige, der eben jenes tut, nämlich als erster noch vorne zu stürmen. „Vorhut“ wäre dabei eine sehr zahme Übersetzung, und „Stürmer“ klingt ein bisschen zu sehr nach sportlichem Wettkampf.
„Otoko-juku“ sagt aus, dass es sich um eine Bildungsanstalt für Jungs handelt.

Es lohnt sich kaum, über die Handlung des Films zu sprechen, weil man sie ziemlich vergeblich zwischen den Zweikämpfen und übersteigert-maskulinen Sprüchen sucht. Aus dem Film kann man ersehen, dass es sich um eine Schule handelt, wo man den Schülern mit den Vorkriegsmethoden der japanischen Armee Disziplin beizubringen versucht, das heißt mit Gewalt und Folter. Es ist bezeichnend, dass einer der Ausbilder eine japanische Dschungeluniform und der andere eine deutsche Reichswehruniform mitsamt Stahlhelm und Säbel trägt.
Grob gesagt, geht es darum, wie verschiedene Typen von neuen Schülern sich zu einem loyalen Haufen zusammenfinden, die sich bis in den Tod treu bleiben.

Das klingt nach einem ernsten Gewalt- und Psychodrama?
Ist aber eine Komödie. Zumindest steht das in der Genrebezeichnung.

Angefangen hat die Sache 1985 mit einem Manga – wen wundert es – und der lief bis 1991. Anno 1988 wurde eine Animeserie mit der ungewöhnlichen Episodenzahl von 34 aufgenommen, und mittendrin wurde eine Movie-Version produziert. Dann geschah 20 Jahre lang nichts, und 2008 hatte jemand die nicht so glänzende Idee, ein live-action Remake zu machen. Ich habe keine Ahnung, inwiefern sich dieser Realfilm möglicherweise an den Animefilm von ’88 hält, und welche Dinge der alte Film bereits an der Serie, von der ich mir nicht sonderlich viel erwarten würde, verbrochen hat. Es scheint jedenfalls so, als sei der aktuelle Film eine Art Kurzfassung der 34 Episoden langen Serie, wobei man die Zusammenfassung auf die wichtigsten Dialoge und ein paar bedeutende Kampfszenen beschränkt hat, die so viel auslassen, dass die ganze Sache zur Farce wird.

Die Schule ist ein völlig widersprüchlicher Ort. Zuerst wird ein Protagonist aus gutem Hause eingeführt, dessen Mutter von ihm verlangt, dass er der Schule beitritt, um ein echter Mann zu werden (und nicht so zu enden wie sein Vater, was nicht weiter ausgeführt wird). Die Mutter weist darauf hin, dass diese Schule seit der Edozeit zahllose Helden und danach führende Persönlichkeiten der Regierung hervorgebracht habe. Man fragt sich, wie das sein kann, nachdem man einen Blick auf die dort versammelten Personen geworfen hat. Es ist übrigens kein ungewöhnliches Stilmittel, dass ein an sich anständiger Schüler an einer Schule mit potentiell üblen Gesellen landet, um in diesem Spannungsfeld Humor zu generieren. In „Sakigake! Cromartie Kôkô“ („Kôkô“ = „Highschool“) wurde dieses Genre verdientermaßen und in übrigens sehr unterhaltsamer Form durch den Kakao gezogen.

Die „Otoko-juku“ präsentiert sich, wie in den Beschreibungen des Anime nachzulesen, eher als Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter (Otoko-juku oder Knast?) denn als Eliteschmiede für künftige Minister (es sei denn, man wolle hierunter eine sarkastische Anspielung auf das verborgene Naturell japanischer Politiker verstehen), und zwar solche von niederster Vorbildung. Zum einen wird vorgeführt, dass die höchste Tugend die Disziplin ist, und für Vergehen an dieser Tugend wird man mit Faustschlägen und Folter bestraft. Die mangelnde Fähigkeit des durchschnittlichen Schülers, ohne Zuhilfenahme seiner Finger im Bereich des grundlegenden Einmaleins zu rechnen, wird jedoch nicht geahndet oder überhaupt kommentiert.

Bei der „Einweisung“ der Neuankömmlinge durch die Schüler des zweiten Jahrgangs geht es nicht weniger gewalttätig zu, wie man nicht anders erwarten kann, und es werden durch den Wortführer der älteren Gruppe drei Regeln vorgestellt:
1. Disziplin
2. Loyalität
3. Mut
Und was man von der vollmundigen Vorführung zu halten hat, wird deutlich, wenn der Maulheld angesichts eines stärkeren Gegners das Hasenpanier ergreift und seine „Untergebenen“ nach vorne schickt. Regel Nummer Drei wird also sofort von einer Vorbildsperson (einem Senpai) gebrochen, zusammen mit Regel Nummer Zwei, da er ihnen nicht beisteht, sondern sich aus der direkten Gefahrenzone zurückzieht. Wenn man einen Schritt weiter denkt, bemerkt man, dass der Senpai auch die Regel Nummer Eins bricht, indem er zulässt, dass auf Grund seiner Provokationen ein Kampf zwischen den Neuzugängen und dem älteren Jahrgang ausbricht. Da wird einem vorm Fernseher gleich der Mittelfinger lang.

Im Rahmen meines geschichtlichen Wissens bekommt man hier zum einen alte Foltermethoden vorgeführt, und zum anderen das Ausbildungsgehabe einer Militärakademie bis 1945.

Ersteres äußert sich zum Beispiel im Ölbad, überliefert aus feudalen Zeiten, in dem jemand sitzen bleiben musste, bis eine Kerze, die in einem hölzernen Boot mit in der Wanne schwamm, heruntergebrannt war – oder so lange, bis er dem Kerkermeister gesagt hatte, was dieser hören wollte. Nicht nur, dass es körperlich unmöglich ist, in einem Ölbad zu sitzen, das mittels eines Feuers unter dem Topf langsam und allmählich zu kochen beginnt, nein, die Kerze in dem Boot zwingt den Betroffenen auch noch dazu, still zu halten, denn wenn er sich zu sehr bewegt, kentert das Boot und die Kerze setzt das Öl in Brand.

Letzteres, die „Bildungsmethoden“, halte ich für eine realistische Darstellung des täglichen Lebens auf einer alten Imperialen Militärakademie und auch in der Grundausbildung. Da wird Disziplin mit Gewalt eingetrichtert, denn nur mit Disziplin erreicht man im Leben was. Diese Aussage für sich allein ist schon richtig, aber ich muss an die Schilderungen ehemaliger japanischer Soldaten denken, die von den Unteroffizieren grün und blau geschlagen wurden, mit den Worten: „Ich schlage Sie nicht, weil ich Sie hasse. Ich schlage Sie, weil ich Sie wie einen Sohn liebe!“ Das wird zwar in diesem Film nicht gesagt, aber es wird so gemeint, und nur, wenn ich das Geschichtsbewusstsein eines japanischen Jugendlichen hätte, würde mir dabei nicht der Spaß vergehen. Die deutsche Produktion „Obersalzberg“ basiert schon auf einem sehr wagemutigen Humorexperiment, das aber funktioniert, und wohlgemerkt nur dann funktioniert, wenn man die Handlungen der dargestellten Charaktere in einen historischen Rahmen einordnen kann. Würde man in Deutschland etwas wie „Sakigake!“ herstellen wollen, müsste man jugendliche Straftäter in einem Camp darstellen, dass sich der Ausbildungsmethoden der SS bedient, ohne durch die Verulkung führender Persönlichkeiten der Zeit darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Parodie und nicht um Geschichtsverklärung handelt – und nichts anderes ist „Sakigake!“ Ich würde aber zu sagen wagen, dass sie nicht mit einer revisionistischen Absicht vorgenommen wird, sondern eben jenem Mangel an Geschichtsbewusstsein entspringt.

In diesem Film wirkt fast alles unglaubwürdig, und ich führe das auf die zumindest vermutete Komprimierung der Handlung zurück. Die Charaktere werden so schnell eingeführt, dass man kaum eine Chance hat, sie irgendwie voneinander zu unterscheiden oder gar Sympathien für sie zu entwickeln, und die immerhin vorhandene Charakterentwicklung des Weicheis Hidemaru zum opferbereiten Mitglied der Gruppe läuft so schnell, dass man ihr nicht wirklich folgen kann, als hätte man die Kernszenen aus „Macbeth“ mit einer Webcam aufgenommen, die nur alle paar Sekunden ein Bild aufnimmt.
Toramaru zum Beispiel wird gleich zu Beginn von einer gut aussehenden Frau angefahren, und weil sie so umwerfend ausieht, entschuldigt er sich dafür, ihr im Weg gestanden zu haben. Auf einem Waldweg. Togashi andererseits wird von einem Mädchen aufgefordert, mit ihr auszugehen und muss feststellen, dass es sich um eine Mutprobe, um eine „Aufnahmeprüfung“ für irgendeine Clique handelt, wobei das Mädchen nicht den Eindruck macht, als habe sie andere Gründe als Gruppenzwang (also von der Sorte, die ihr Tun anschließend ernsthaft bedauern). In beiden Fällen denkt sich der Zuschauer, dass diese Nebenpersonen an irgendeiner Stelle noch einmal auftauchen würden, um der Vertiefung des jeweiligen Charakters zu dienen. Aber wie heißt mein Lieblingsnachtisch? Pustekuchen!

Muss ich extra betonen, dass es völlige Zeitverschwendung ist, sich diesen Film anzuschauen?
Dass sich darin ein in Actionfankreisen berühmtes Duo als Widersacher gegenübersteht – Sakaguchi Tak und Sakaki Hideo, die mit „Versus“ einen viel besseren Film hingelegt haben – macht die Sache nicht besser. Leider. Dabei ist es nicht schwer, die beiden wegen ihrer Ausstrahlung zu mögen. Einzig positiv auffällig ist der Charakter Togashi, der aussieht wie ein junger Charles Bronson, weil er so aussieht, inklusive Frisur und Schnurrbart.

31. März 2008

Konvertierung possible

Filed under: Filme,My Life — 42317 @ 21:54

In Bezugnahme auf meinen Artikel

„YouTube verschönert auch das Leben offline“

sei hinzugefügt, dass ich erst letztlich dazu gekommen bin, welche von den von YouTube gezogenen Videos auf einen Datenträger zu brennen und auf meinem großen Fernseher zuhause anzusehen.

Im Vorfeld wurden mir oft Zweifel vorgetragen, was die Qualität solcher Videos anbelangt, zumal das Downloadformat „FLV“ ist, das erst in „AVI“ umgewandelt werden muss, damit mein DVD Player die Daten akzeptiert.
Wenn natürlich das Basismaterial nicht viel an Auflösung zu bieten hat, dann ist auch von dem konvertierten Ergebnis nicht viel zu erwarten, aber viele YouTube Videos haben eine solide Basisqualität, mit der sich arbeiten lässt. Auf dem großen Bildschirm jedenfalls war der Mediengenuss  ungetrübt und das Bild keineswegs pixelig. Der Ton hinkte hier und da dem Bild hinterher, aber das hat mit der Konvertierung zu tun, und nicht mit dem Material an sich.

Ich werde also auch weiterhin Videos von YouTube ziehen und auf transportablen Datenträgern unterbringen, damit ich sie nicht immer auf dem Monitor betrachten muss, denn in der schier unendlich erscheinenden Fülle des Unterhaltungsangebotes befindet sich so einiges, was sich von der Couch aus zu betrachten lohnt.

14. März 2008

The Fast and the Furious: Tokyo Drift

Filed under: Filme,Japan — 42317 @ 19:19

Ich habe die ersten beiden Filme nicht gesehen, ich hatte es nie vor, und nach dem Genuss des dritten Teils weiß ich, dass das auch so bleibt.

Meine Gründe für diesen Medienkonsum erscheinen offensichtlich. Die Darstellung Japans in einem großen westlichen Film ist natürlich interessant, aber ausschlaggebend war die Anwesenheit von Kitagawa Keiko.

Unser 18 Jahre alter Held, Sean, liefert sich ein illegales Rennen mit einem Halbaffen aus dem Footballteam und wird erwischt. Es ist dabei mehr als auffällig, dass der 1982 geborene Darsteller Lucas Black optisch viel zu alt für die Rolle eines Oberschülers wirkt. Wie dem auch sei, um dem Knast zu entgehen, verspricht er der Polizei, die Stadt zu verlassen und zieht zu seinem Vater, einem Navy-Offizier mit Standort in Tokio.

Das ist ja super, muss ich mir da denken! Sollte ich selbst mal aus Hirnverbranntheit einige Tausend Euro Sachschaden anrichten, dann werd ich auch einfach nach Japan auswandern, um einer Gefängnisstrafe anhänglich Schadenersatzforderung zu entgehen.

Sein Vater ist ganz Soldat und betont die Notwendigkeit von Regeln, zum Beispiel, dass Sean kein Auto anfasst. Natürlich lassen Gelegenheiten nicht auf sich warten, weil der Quotenschwarze in dem Film, wie könnte es anders sein, auch der Verticker von Hehlerware ist, mit Verbindungen zu einem illegalen Rennclub, der ein Subunternehmen der lokalen Yakuza ist.

Der Held findet dort sofort einen Gönner, der ihm eine getunte Karre zur Verfügung stellt. Neben dem Gönner betritt natürlich auch gleich der Böse die Bühne, Neffe des Yakuza Chefoberbosses von Kabukichô (oder so), genannt „DK“, und das steht für „Driftkönig“. Der Böse und der Gute fahren also gegeneinander, Sean in einem Wagen seines Gönners, und stellt sich dabei an, als sei er noch nie Auto gefahren.
Das Rennen findet statt in einem geräumten Parkhaus, scheinbar vom untersten Stockwerk bis aufs Dach, und impliziert – man kann es sich denken – eine Menge Driften. Sean fährt das Auto völlig zu Schrott, zumindest die Karosserie.

Wieso das? Ich dachte, der Typ wär der ultimative Fahrer? Man kann ja nicht erwarten, dass er auf so ungewohntem Gelände gleich gewinnt (wär auch der gewollten Dramatik abträglich), immerhin ist der Boden in Parkhäusern oft glatt poliert, und enge Auffahrten sind halt was anderes, als Anzugrennen auf einem geraden Highway, aber dass er dermaßen abstinkt, ist ja schon lächerlich. Aber das mag man sehen, wie man will. Ich hielt die Vorstellung für extra-arm.

Er wäre nicht der erste Held, der sich (dem Zuschauer gegenüber) einen Ruf aufgebaut hat, indem er eine Leistungsstufe meistert, um sich dann (aus dramatischen Gründen) wieder anzustellen, wie der letzte Mensch. Zuletzt gesehen in „Daiundôkai“.

Aber was macht ein Held, wenn er schändlich geschlagen vom Schlachtfeld kriechen muss? Ganz klar, er zieht sich zurück, trainiert hart, und kommt dann wieder. Wie ein Ork. Die verlieren auch nie. Die ziehen sich zwar mal zurück, kommen dann aber wieder und gewinnen halt dann. Zumindest sehen das die Orks so. Und Sean.

Wenn es doch nur dabei bliebe. Nein, Für weiteres Drama muss auch noch eine Dreiecksbeziehung her, Eifersucht, ei, gib mir schon mal den Knüppel. Sean nimmt nämlich gleich nach seiner Ankunft Fühlung zu der Freundin des Bösen auf, leider nicht Kitagawa Keiko, und kriegt für seine Frechheit ein paar aufs Maul. Aber bei Helden heilt das ja ganz schnell wieder.

Zu guter Letzt stellt der örtliche Yakuza Oyabun (gespielt von Sonny Chiba) fest, dass der Partner des Bösen – gleichzeitig der Gönner des Guten – Mafiagelder veruntreut hat, also muss der Gönner sterben. Ein Pluspunkt: Unser böser Driftkönig offenbart dabei eine menschliche Seite.

Der Oyabun ist natürlich nicht begeistert ob des Gesichtsverlusts seines Neffen und stimmt zu, dass ein Rennen zwischen dem Amerikaner und dem Driftkönig die Entscheidung bringen soll, um den kindischen Streit zu beenden (wobei hier nicht nur um das „Recht haben“ und männlichen Stolz gespielt wird, sondern auch um die Frau). Sean und sein Boxenteam nehmen daraufhin den Motor des Wagens, den er auf seiner „Jungferngfahrt“ in Tokio zu Schrott gefahren hat, und bauen ihn in einen restaurierungsbedürftigen Camaro ein (man frage mich nicht, welche Version), den sein Vater rein zufällig einige Zeit zuvor irgendwo auf dem Marinestützpunkt entdeckt hat.

Der Film verschwand sofort wieder dahin, wo er hergekommen war. Das muss ich mir nicht nochmal ansehen. Das war völlig sinnfrei, ein Film für Rennfetischisten und Freunde getunter Autos, aber mehr auch nicht.

Wenn man mit den entsprechenden Namen der Charaktere etwas anfangen kann und einen Blick auf die Liste der Darsteller wirft, dann wird man feststellen, dass alle „Japaner“ mit Dialogrollen in Wirklichkeit Koreaner und oder Chinesen sind. Man muss als Japanischsprecher mal hinhören. Die „Japaner“ sprechen Englisch mit einem Akzent, der kein japanischer Akzent ist, und sie sprechen Japanisch mit Akzent und kein echtes Japanisch, wie sie es tun müssten, wenn sie echte Japaner und Yakuza wären (die gerne alten Tokiodialekt reden, wenn man den Medien glauben darf).

In dem Film kommen auch Japaner vor, aber die sind nur Alibi, schmückendes Beiwerk, und möglicherweise wegen ihres berüchtigt schlechten Englischs ohne Sprechrollen. Zum Beispiel Tsumabuki Satoshi, dessen Rolle nur als „Exceedingly Handsome Guy“ beschrieben wird. Ich glaube, der macht nichts anderes, als ein Startsignal zu geben. Erwähnenswert auch der Auftritt des Sumoringers Konishiki, dessen Rolle daraus besteht, unseren Helden zweimal aus einem Badehaus zu schmeißen.

Und was ist mit Kitagawa Keiko, die in Japan von der Kinopresse für ihren Auftritt in diesem international erfolgreichen (zumindest international bekannten) Film gepriesen und gefeiert wurde und wegen der ich überhaupt erst den Plan fasste, den Film anzusehen?

Ihr Gesicht ist in drei Szenen zu sehen, sie äußert einen halben Satz (sowas wie „Geht in Ordnung“) und später einen Ejektiv („Hey!“).

16. Februar 2008

Im Wilden Osten

Filed under: Filme,Japan — 42317 @ 18:51

Vor „dausendundeinem Jahr“ habe ich, ich erinnere mich nicht, wo, einen interessanten Spruch gefunden, den ich sofort in meine Zitatensammlung aufnahm:

„Wenn Du Dir vorstellen kannst, den Terminator oder den schweigsamen Revolvermann zu spielen, dann bist Du ein Rollenspieler. Wenn Du Dir aber vorstellen kannst, wie Clint Eastwood den Terminator an der Seite von Schwarzenegger als Obiwan Kenobi in einer Star Wars Neuverfilmung verkörpern würde, dann bist Du ein verdammt guter Rollenspieler.“

Hasta la vista, Vader?

Natürlich ist das nur ein Jux, aus meiner Sicht sogar Blödsinn, denn P&P Rollenspiele hatten für mich immer was mit Spaß und Stressabbau zu tun, und nichts mit schauspielerischen Leistungen, aber etwas in dieser Art musste sich Miike Takashi gedacht haben, als er sich das Setting für „Sukiyaki Western Django“ ausdachte. Man müsste obige Aussage etwa so zurechtbiegen:

„Wenn Du Dir vorstellen kannst, wie der einsame Rächer das geplagte Volk vor dem Machthunger Taira (Heike) no Kiyomoris und Minamoto (Genji) no Yoshitsunes in einer Neuinterpretation des Heike Monogatari retten könnte, dann hast Du wahrscheinlich einen Krug Sake zu viel getrunken.“

Aber genauso ist es gekommen. Nach einem kurzen Prolog mit absichtlich schaurig-schlechter Kulisse, in dem man einen Sukiyaki essenden Quentin Tarantino bewundern kann, der Katori Shingo erschießt, wechselt die Szenerie zu einem dunklen, nebligen Landstrich.  Ein einsamer Reiter erreicht ein kleines Nest mit dem Namen „Nevada“, was man scheinbar hervorragend auch mit japanischen Kanji schreiben kann. Es schreibt sich mit „Wurzel“ („ne“) und „Feld“ („batake“): ??.

Japanisch-großzügig hat man die letzte Silbe von „Batake“ ignoriert und baut phonetisch auf den nicht vorhandenen Unterschied zwischen den Lauten „b“ und „w“ im Japanischen.

Der Ort bietet ein interessantes Bild. Auf den ersten Blick würde man ein klassisches Westernkaff vermuten, wäre da nicht das typisch japanische Tempeltor (mit einem Erhängten) am Ortseingang. Auch die Hauptquartiere der verfeindeten Gruppen, der Heike (in Rot) und der Genji (in Weiß), muten sehr asiatisch an. Das schmutzige Erscheinungsbild der dargestellten Leute ist eine optische Täuschung, vermutlich durch einen Filtereffekt hervorgerufen. Die durch ihre Muster an niedere Yakuza-Fußtruppen erinnernden, eigentlich modernen, Outfits sind bei genauerem Hinsehen in bester Verfassung.

Zwischen den Stühlen befindet sich ein unsympathischer Sheriff mit gespaltener Persönlichkeit, der versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen, das heißt, er versucht, sich bei beiden Seiten einzuschmeicheln.

Beide Gruppen werben um den Fremden, der mit seiner Waffe umzugehen weiß, aber der entscheidet sich für eine neutrale Unterkunft. Er erfährt, dass die Heike auf der Suche nach einem Schatz hergekommen seien und die Einwohner für den Zweck des Suchens und Grabens versklavt hätten. Als kurze Zeit später die Genji eintrafen, wurden sie als Befreier begrüßt, da sie die Heike in Schach hielten, aber auch die „Weißen“ waren nur hinter dem Gold her und verfügten willkürlich über die vorhandenen menschlichen und materiellen Resourcen.

Wer den Film „Für eine Handvoll Dollar“ kennt, weiß, wie die Geschichte weitergeht.
Der einsame Reiter entschließt sich, den armen Leuten zu helfen und befreit eine Frau aus den Fängen der Bösen, wird ganz heftig verprügelt, erholt sich, kommt zurück und es kommt zum Endkampf.

Ein paar Änderungen gibt es natürlich. Zum Beispiel „Bloody Benten“, im Rahmen des Handlungsuniversums eine Legende unter Revolverschwingern, und natürlich die ganzen Einstreuungen aus der klassischen japanischen Literatur, auf Grundlage derer hier der Gempei-Krieg im kleinen Rahmen und unter neuem Gewand nach Nevada verlegt wird.

Das Wetter verändert sich mit der Zeit radikal, und das finde ich interessant – zuerst der ungemütliche Nebel, kurz darauf das hitzegeplagte Wüstenkaff, dann regnet es in der Mitte der Geschichte stark, worauf sich alles in Morast verwandelt, und während des Showdowns beginnt es zu schneien.

Es ist alles irgendwie irre. Ein bisschen Sergio Leone, ein bisschen Kurosawa Akira, ein kleines Stück Clint Eastwood (der Reiter ist nämlich einsamer, als er schweigsam ist), und ein Hauch von William Shakespeare. Taira Kiyomori ist nämlich von der Lektüre „Heinrich VI.“ so angetan, dass er sich von seinen Leuten fortan „Henry“ nennen lässt.

Wie er allerdings gerade auf Heinrich VI. gekommen ist, um sich nach ihm zu benennen und um seine Leute auf den Sieg einzuschwören, ist mir völlig schleierhaft – schließlich ist Henrys Haus Lancester, dessen Wappen die rote Rose ist, von den Yorks, mit der weißen Rose, geschlagen worden. Und nicht nur geschlagen, sondern auch ausgerottet. Ist das eine Dummheit des Charakters oder ein Mangel an Autorenrecherche? Ich komme in dieser Frage zu keinem Ergebnis, tendiere aber zu der Meinung, dass man dem wissenden Zuschauer damit einen Hinweis auf das Ende geben will.

Wirklich irre ist allerdings, dass alle japanischen Schauspieler Englisch sprechen. Nein, nicht als Synchro, sondern „in echt“, im Originalton. Das führt zu dem paradoxen Zustand, dass ich von dem Film vermutlich mehr verstanden hätte, wenn sie Japanisch geredet hätten. Ihr Englisch ist extrem mit japanischem Akzent versetzt, und dazu kommt noch, dass, so nehme ich persönlich an, alle Dialoge erst auf Japanisch geschrieben und dann ins Englische übersetzt wurden. Die Zeile „Now I can risk my life to the death“ halte ich nicht für natürliches Englisch.

Insgesamt: Ein Spaß, den man sich mal geben sollte. Die Schwächen sind in erster Linie oberflächlich, denke ich, denn die Story, wenn sie schon nicht originell ist, ist unterhaltsam und spannend, und man kann dem Streifen auch einen gewissen künstlerischen Anspruch nicht absprechen. Man spürt den Einfluss Kurosawas.

15. Februar 2008

Ein Video zum Vatertag

Filed under: Filme — 42317 @ 23:48

Ist natürlich ein bisschen früh für den Vatertag, aber aus irgendeinem Grund bin ich auf dieses Video mit dem Titel „Nancy’s Morning“ gestoßen. Es handelt sich dabei um einen etwa zehnminütigen chinesischen Computeranimationsfilm mit englischen Untertiteln.

Aus den Kommentaren dazu muss ich schließen, dass einigen Besuchern das Konzept der gebrochenen Zeitlinie nicht ganz klar geworden ist. Hier und da läuft die Zeit nicht geradlinig weiter, stattdessen wird die Uhr ein paar Sekunden zurückgedreht, um besser darzustellen, was sich an den beiden Enden der Telefonleitung abspielt (deswegen haben manche Dialogzeilen keine Untertitel, weil es sich um eine bereits gehörte Zeile handelt, die sich der Zuschauer gefälligst zu merken hat).

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man hier eine ganz typisch chinesische Verkaufsstrategie zu sehen bekommt – viel Honig ums Maul. 🙂

8. Februar 2008

Dating Doctor auf MySpace

Filed under: Filme — 42317 @ 22:54

 Eben durch Zufall gefunden:

Neil Strauss

Das ist eines der irrsten Videoblogs, das ich je gesehen habe…

6. Januar 2008

Odyssee auf dem Postweg

Filed under: Filme,Manga/Anime,My Life — 42317 @ 16:39

Vor einiger Zeit hatte ich eine DVD-Box gewonnen – siehe Wettbewerb auf Animetric. Der Administrator schrieb mir einige Tage später, dass er das Paket versendet habe und ich antwortete, dass ich mich melden würde, sobald ich das Paket empfangen hätte. Die Wochen vergingen und nichts geschah.

Dieser Tage nun meldete er sich wieder bei mir und teilte mir mit, dass die Sendung wieder zurück gekommen sei. Abgesehen davon, dass er statt der richtigen PLZ „55296“ draufgeschrieben hat (was die Post hier dazu veranlasste, die Angabe in „54292“ zu ändern, d.h. Universität), fand er einige neue Aufkleber auf dem Paket vor, die er mich zu übersetzen bat:

1. Waren, die die Voraussetzungen der Artikel 9 und 10 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nicht erfüllen.“
Ich habe keine Ahnung, was da drin steht, und die Verträge diesen Namens, die ich im Netz finden kann, sind offenbar älterer Fassung oder anderweitig zusammenhanglos.
2. Nicht Zulässig – Non Admis“
Warum auch immer.
Seit wann ist es denn unzulässig, DVDs aus den USA zu importieren?

3. Rechnung (zweifach; allgemein verständliche Warenbezeichnung in deutscher Sprache)“

4. Nachweis über den gezahlten Kaufpreis (z.B. Paypal-Beleg, Kontoauszug, Kreditkartenabrechnung o.ä.)“
Ich hab das Ding aber gewonnen, d.h. es sollte unter „Geschenk“ laufen…

Der Absender hat mir versichert, dass er sowohl einen Bescheid des US-Zolls, sowie eine Wertinformation als auch Inhaltsangabe auf das Paket geklebt hat. Vielleicht war die Angabe nicht detailliert genug? Weiß der Geier. Ich habe ihn gebeten, vorerst zu warten, bis ich das Problem am Montag mit dem Zoll besprochen habe.

3. Januar 2008

Edutainment Videoblog

Filed under: Filme,My Life — 42317 @ 22:50

Ich bin vor einiger Zeit auf den Videoblog „Ummah Films“ gestoßen und habe mir in den vergangenen Monaten alle Videos bis zum heutigen Tag angesehen. Es handelt sich um einen islamischen Blog in englischer Sprache, in dem es um Eigenheiten des islamischen Glaubens und Kulturkreises geht, und ich finde diese gar nicht schlecht in Szene gesetzt.

Deswegen muss man auch nicht fürchten, gleich zum Moslem zu mutieren (falls das ein Umstand sein sollte, den man fürchten muss, was ich nicht glaube), aber es ist eine schöne Darstellung von dem, was man heutzutage „gemäßigten Islam“ nennt, auch, wenn viele dabei an die mit den USA verbündeten arabischen Staaten denken, die so gemäßigt eigentlich gar nicht sind.

Wie dem auch sei, ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit mehrere islamische Blogs konsumiere, darunter englische Übersetzungen des Blogs von Mohammad Ali Abtahi , ehemaliger Stellvertreter des ehemaligen (und neuerdings wieder Möchtegern-) Präsidenten des Iran, Khatami, und auch die (ebenfalls ins Englische übersetzte) Website von Mahmoud Ahmadinejad, der gerade in dieser Zeit keiner Vorstellung bedarf.

Man kann bei ihm Feedback hinterlassen, und ich habe nicht den Eindruck, dass es handverlesen ist, da auch negative Kommentare („die slow“ – mieses Englisch…) und solcher Unsinn wie „You are a nigger“ da zu finden ist. Ja, es könnte fingiert sein, aber es sieht auf den ersten Blick zumindest nicht nach gefilterter Propaganda aus.

Über den Horizont soll man hinausschauen. Ich erwarte nicht, in den Blogs iranischer Politiker die unumstößliche Wahrheit zu finden – Politiker sind Politiker, egal ob in der Achse des Bösen oder der Allianz der Willigen – aber ich finde es nicht unwichtig, auch die andere Seite zu hören, ohne dass sie durch die westlichen Medien gefiltert wurden.

Er ist nicht der einzige Staatsrepräsentant, der die nationalistische Werbetrommel rührt, dennoch steht Ahmadinejad quasi unter Generalverdacht und trägt auch sein Übriges dazu bei, im Westen nicht sonderlich viel Sympathie zu ernten, wenn auch wohl eher weniger beabsichtigt, dennoch kann ich nicht zu der Meinung gelangen, es handele sich um „den irren Diktator von Tehran“. Wenn es im Iran eine Art Diktator gibt, dann ist das möglicherweise Sayyid Ali Khamenei, der Ayatollah, der vom so genannten Expertenrat zum „Supreme Leader of the Islamic Republic of Iran“ gewählt wurde. Dabei mutmaßte der „Economist“ vor einiger Zeit, Khamenei habe liberalere Ansichten als Präsident Ahmadinejad.

Wie dem auch sei. Bei Herrn Abtahi (der Sommer 2007 auf dem Evangelischen Kirchentag gesprochen hat) handelt es sich in Relation zum derzeitigen iranischen Präsidenten um einen Oppositionspolitiker (ein Begriff, dessen Bedeutung die saudi-arabischen Verbündeten der USA überhaupt nicht kennen), der die gefährliche außenpolitische Linie Ahmadinejads gewissermaßen zwischen den Zeilen kritisiert und revidiert sehen möchte. Er drückt sich aber auch sehr gewählt aus, vermeidet in der Regel direkte Kritik, und man erkennt anhand der Satzstrukturen, die scheinbar ziemlich direkt aus dem Persischen übersetzt wurden, dass er gerne in Schachtelsätzen spricht.

Ich habe bislang nur einen direkt kritischen Artkel gelesen, in dem er Ahmadinejads diplomatisches Ungeschick bemängelt, den Persischen Golf vor einer Versammlung arabischer Staatsmänner eben als denselben zu bezeichnen – Araber nennen den „Persischen Golf“ nämlich den „Arabischen Golf“, und das impliziert strittige Grenzfragen um ein paar kahle felsige Inseln im Golf, die der Iran besetzt hält.

Leider scheint die Feedbackoption im „Webnevesht“ Abtahis nicht zu funktionieren, ich erhalte immer eine Fehlermeldung. Vielleicht ist das System doch nicht für westliche Schrifttypen geeignet.

Belustigt war ich aber wegen Abtahis Kommentar anlässlich der gescheiterten Verfassungsänderung Venezuelas, die der dortige Präsident gerne realisiert gesehen hätte:

„Ich habe irgendwo gelesen, dass Herr Chavez, der neue Freund der iranischen Regierung, seinen Landsleuten wöchentlich im Schnitt 40 Stunden lang Vorträge hält. Ich glaube, wenn er weniger reden würde, wäre die Situation in seinem Land nicht so schlecht, dass er solch eine negative Antwort seines Volkes auf sein Vorhaben, die Verfassung zu ändern, bekommen hätte. Der Plan sah vor, sich unbegrenzt oft erneut zum Präsidenten wählen lassen zu können.“
(aus mangelhaftem Englisch interpretiert)

11. September 2007

(K)Ein Bund für’s Leben

Filed under: Filme,Militaria — 42317 @ 12:26

Denen, die den Titel nicht kennen, sei gesagt: Dies ist ein Filmreview.
Oder zumindest der Versuch eines solchen.

Ich bin mit Melanie letzte Woche in diesen Film gegangen, weil wir bereits vor Wochen eine Werbung dafür gesehen hatten. Ich habe in deutsche Komödien nicht das allergrößte Vertrauen, aber, hey, es geht hier um die zweit-interessantesten Monate meines Lebens. 🙂

Kurze Zusammenfassung:
Basti lebt in einer WG mit einem Freund und einem blonden Gift, auf das beide scharf sind. Er will den Wehrdienst verweigern und bittet den Freund (aus unbekannten Gründen) darum, den Brief für ihn zur Post zu bringen. Weil der aber seine Chancen bei der Blonden wachsen sieht, wenn Basti weg ist, lässt er den Verweigerungsantrag verschwinden.
Basti wird also bei einer Party (Abifeier?) überraschend von den Feldjägern abgeholt und in eine Kaserne verfrachtet, wo er auf den klischeehaften Ausbilder und den klischeehaft ehrgeizigen Kompaniechef trifft. Jedes Jahr tritt eine Abordnung dieser Kompanie gegen ein Team von US Soldaten an, um im Gelände die Gefechtsfähigkeiten zu messen. Der Protagonist muss sich also mit seinen Stubenkameraden zusammenraufen, die absonderlicher nicht sein könnten, und am Ende steht nach allerlei blödelig-chaotischen Einlagen natürlich der Sieg über die Amerikaner.

Für die, die’s vielleicht sehen wollen, noch ein Hinweis: Der Film ist erst nach dem Abspann zu Ende. Für gewöhnlich bin ich mit meinem Bekanntenkreis der einzige im Kino, der solche Stellen noch zu sehen bekommt, weil der durchschnittliche Besucher – ob guter Film oder schlechter Film – zu Beginn des Abspanns zu fliehen pflegt. Der Abspann selbst ist das originellste an dem Film: Die gesamte Reihe der DarstellerInnen singt ihn selbst – „Tränen lügen nicht“ (worauf noch die Credits ablaufen, zu „Hurra, hurra, die Stube brennt“, und dann kommt der Schlussgag.)

Bevor ich anfange, über die inhaltlichen Darstellungen herzuziehen, will ich die positiven Punkte nennen:
Es gibt ein paar gute Gags, über die man lachen kann. Interessant ist auch, dass es eigentlich nicht einfach eine Parodie ist, sondern auf gewisse Art und Weise ein Pro-Bundeswehr-Film, weil dargestellt wird, dass Bundeswehr nicht nur Komiss und „Dummfick“ ist, sondern auch Chance und Perspektive; wie am Ende die Notwendigkeit der Kameradschaft über individualistische Verweigerungstendenzen siegt; und außerdem findet der „Held“ gerade bei der Armee die wahre Liebe. Ist das nicht schön?

Womit wir zu den Kritikpunkten kämen:
Was die Party betrifft, bin ich mir nicht sicher – Basti erwähnt, dass er gerade sein Abitur geschafft hat, was natürlich nicht heißen muss, dass es die offizielle Abifeier ist, die da stattfindet. Ich gehe eigentlich nicht davon aus. Eingezogen wird man am Ersten des Monats, und Abifeiern finden wohl deshalb am Ende des vorherigen Monats statt, von daher wäre es ein unsinniger dramatischer Effekt, den Protagonisten von der Feier „abholen“ zu lassen.

Die Charaktere sind total überzeichnet.
Basti ist noch der normalste in diesem Haufen krasser Individualisten.
Da wäre ein kräftig gebauter (ethnischer) Türke, der schnell rassistische Vorurteile wittert und bei der Armee Karriere machen will. Gleichzeitig ist er allerdings zu stolz, zuzugeben, dass er eine Brille braucht. Warum nimmt er keine Kontaktlinsen?
Der nächste ist ein Aspirant der Kunstakademie, der scheinbar aus einer Familie des alten Militäradels entstammt und von seinem Vater zwangsverpflichtet wurde. Natürlich muss ausgerechnet dieser Charakter mit dem ach so lustigen Hinweis auf Homosexualität ausgestattet sein. Ist doch ganz klar, dass alle männlichen Kunststudenten Schwuchteln sind…
Dann die Brillenschlange, die für den BND arbeiten will und aus unbekannten Gründen dazu bei der BW anfängt. Er zeichnet jedes gesprochene Wort auf Band auf, „um es später gegen Dich verwenden zu können“.

(Dieses Tonband trägt übrigens zu einem „80er Feeling“ des Films bei, denn anstatt klobiger Bandgeräte gibt es heute kleine elektronische Aufnahmegeräte, und was noch in den Kalten Krieg zu gehören scheint: Wer zur Hölle wird denn heutzutage in der BRD noch gegen seinen Willen eingezogen? Das muss eine verschwindende Anzahl von Pechvögeln sein. Eine Menge Leute wird erst gar nicht gefragt und muss weder Wehr- noch Ersatzdienst leisten. Wobei ich, gefragt, den Ersatzdienst verweigerte und scherzhaft mit einer Klage drohte, falls man mich nicht einziehen würde.)

Der Typ, den sie „UFO“ nennen, hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und imitiert die meiste Zeit ein Schaf (weil Basti mit Nachnamen „Lämmle“ heißt). Er fängt erst in der zweiten Hälfte des Films an, ganz überraschend wie ein Mensch zu reden.
Der letzte von dem Haufen ist der Überlebenskünstler, dessen Verweigerung fehlgeschlagen ist, und der nun bei der Armee seine Schwarzmarktfähigkeiten anwendet.

Die so genannte Grundausbildungskompanie (eines Panzerregiments) besteht eigentlich nur aus der eben vorgestellten Stube 54. In dieser Stube befinden sich schon allerlei Verzierungen, wie Porträts der Bewohner, ein „Rambo“ Poster und solcherlei Dinge, die in einer Grundausbildungskompanie der Bundeswehr nie und nimmer da hängen dürften.
Der Rest der (eigentlich) ca. 40 Mann des Zuges und der (ebenso theoretisch) ca. 100 Mann der Kompanie geht gesichtslos in der Masse beim Antreten unter. Hirnrissig dabei ist, dass der gesamte Führungskader nur aus dem Grundausbilder (einem Oberfeldwebel) und dem Kompaniechef (einem Major – namens Hauptmann) besteht. Andere Dienstgrade gibt’s da nicht, abgesehen von weiblichen Unteroffizieren im ebenso vorhandenen Luftwaffen-Sanitätsregiment. Die übrigens die ganze Zeit im Dienstanzug unterwegs sind. Bei uns haben die grundsätzlich Grün getragen. Von der 1,50 m kleinen StUffz Hupert bis zur Oberstabsärztin (deren Namen ich vergessen habe).
Vielleicht kann man den ebenfalls hoffnungslos überzeichneten Oberstabsgefreiten, der im Vorzimmer des Majors sitzt, ebenfalls nennen. Überkorrekt und kriecherisch (wenn auch weniger kriecherisch als der Oberfeldwebel), ein Ja-Sager, der immer schön die Hacken knallen lässt. Nein, nicht schön. Den Rekruten, die das heutzutage (wohl von den Medien beeinflusst – von eben solchen Medien, wie ich sie hier gerade beschreibe!) machen, bringt man sofort bei, dass derlei Wehrmachtstraditionen zu unterlassen seien. Die Bundeswehr knallt nicht mit den Hacken. Kompletter Blödsinn – für den Leinwandeffekt.
Es ist hier, im Zusammenhang mit fehlenden Dienstgraden, auch geradezu unverzeihlich, dass man gerade den Spieß, den höchsten verantwortlichen Kompaniefeldwebel, Ziel so vieler spöttischer Bemerkungen, weggelassen hat. Ich dachte, der Spieß gehöre zu BW-Parodien wie das Salz in die Suppe.

Dass der Grundausbilder grundsätzlich schreit, dass einem die Haare fliegen, kennt man ja aus dem Fernsehen… aber auch nur von dort – obwohl ich nicht sagen will, dass es nicht hin und wieder vorkommt. Warum allerdings bei dem ganzen Aufsagen von dämlichen Phrasen und ebenso dämlichen Kommandos (man sagt bei einem angetretenen Zug nicht Kompanie! Stillgestanden!“) nicht auf echte Sprüche und echte Situationen, die (im Nachhinein) nicht wenig komisch wirken, zurückgegriffen wurde, ist mir unverständlich.

Da wird man z.B. gleich am ersten Tag dauergestresst, und das fängt schon beim Ausfüllen von Formularen im schlecht beleuchteten Flur des Kompaniegebäudes an:
„Nächster!“
„Guten Morgen…“
Was glauben Sie, wozu diese gelbe Linie da ist!? Stellen Sie sich gefälligst dahinter auf! (da ist tatsächliche eine Linie in Armreichweite von dem Schreibtisch weg) mit dem Zusatz Ich glaub, mir fällt gleich ein Ei aus der Hose!!

Allerdings ist unseren Ausbildern immer beinahe der Arsch geplatzt und nicht der Sack, wie im Film zu hören ist. Aber es mag lokale Variationen geben.

Und dann, immer noch am ersten Tag, steht man nachts um 23:30 noch in der Schlange vor dem Untersuchungsraum des Regimentsarztes, lehnt sich vor Müdigkeit an die Wand und wird angeherrscht, die Wand steht von alleine! Das war damals, im unmittelbaren Moment, vielleicht unangenehm, aber heute lacht der Veteran doch darüber. Oder darüber, bei Händen in den Hosentaschen gefragt zu werden:
„Haben Sie Geburtstag?“
„Nein…“
Dann spielen Sie nicht mit Ihrer Kerze!

Oder vier Kilometer Kasernenrundlauf mit Liegestützen alle 200 Meter:
„Ich kann meine Arme nicht mehr spüren!“
„Jetz machen Se mal‘ n Pippi aus’n Augen, ja!?“

Oder wie wären die Richtlinien für Verhalten gegenüber Vorgesetzten beim Antreten?
„Wenn ein Vorgesetzter sie anspricht, dann sehen Sie ihm nicht ins Gesicht, sondern über seine Schulter weg! Augen geradeaus, das Gesicht ist zur Faust geballt! Und dass ich keinen Pissbogen in der Reihe sehe!“

Oder die kleine, feine Phrase „Los! Finger rotieren lassen!“ oder „Die Beine bilden eine rotierende Scheibe! Das hab ich schonmal schneller gesehen!“

Sehr individuell wäre die „Übungseinleitung“ des StUffz Schmelmer, der während des Mittagessens im Gelände daherkam, dabei auf die entsprechenden Stellen seiner Uniform zeigte und sowas sagte wie
„Das ist mein Dienstgrad, das ist mein Name, ich habe keine Freunde und ich brauch auch keine, ABC-ALARM!! (Was in der Regel dazu führte, dass man sich binnen 20 Sekunden in den Gummianzug mit ABC-Schutzmaske schmeißen musste und den Rest seines Essens nicht mehr essen durfte, da offiziell kontaminiert.)

After-Reinigungs-Partys:
„Wer hat mit den Schuhen auf dem Tisch gestanden!?“
„Niemand!“
„Und wie haben Sie dann den Staub von der Lampe gewischt!?“

„Sehen sie den blauen Frosch vor dem Fenster?“
„Nein…“
„Dann machen Sie das Fenster besser sauber!“

(Sieht unter das Bett:) „Was ist DAS!?! Staubmäuse springen mich an!!“

(Macht mit dem Finger einen Strich über die Oberfläche, hält den Finger dann in Richtung des Soldaten und pustet über die Spitze:) „Sehen Sie mich noch!?“

Das alles ist, unglaublich, aber wahr, im Nachhinein lustig, es hätte sich in dem Film zweifelsohne gut gemacht, und es hätte ohne Zweifel zum Realismus beigetragen. Dass man sogar auf das beliebte „Durchzählen!“ Spiel verzichtet hat, fand ich sehr schade. Es gibt tatsächlich eine Szene, wo durchgezählt wird, was bedeutet, dass jeder, der Reihe nach, eine Zahl sagt, angefangen bei „EINS!“ bis zum letzten Mann in der Reihe – um die Gesamtanwesenheit festzustellen. In diesem Film hier allerdings sagt der zweite Mann „ZWEI!“ und es bleibt dabei.
Humbug! Wenn bei der Bundeswehr einer beim Zählen „ZWEI!“ sagt, ruft der Ausbilder spätestens bei „VIER!“ „Nochmal!!“, und das, ohne auf den Fehler hinzuweisen. In der Regel dauert es zwei Minuten, bis die Truppe entweder auf den Ast mit der „ZWO!“ kommt (weil es über Funk dann nicht mehr mit „drei“ verwechselt werden kann, die Sache hat also ihren Sinn) oder der Ausbilder die Geduld verliert und die Sache korrigiert.
Außerdem meldet der Letzte in der Reihe „Durch!“, um das Ende anzuzeigen. Auch das wurde unterlassen.

Von Ausbildung und Drills bekommt man allerdings nie etwas zu sehen – doch, kurz, aber dann sind es Dinge, die ich selbst nie getan habe, weil sie in den Unterhaltungsmedien präsenter sind, als in Kasernen. Die Helden müssen durch den Schlamm kriechen und der Ausbilder drückt mit dem Fuß die Hüfte eines Auszubildenden auf den Boden. Dort gehört sie beim so genannten „Gleiten“ auch hin, allerdings ist die Szene dennoch hinfällig: Der Vorgesetzte ist gesetzlich verpflichtet, den Soldaten vor jeder Art von körperlichem Kontakt zu fragen, ob er ihn anfassen dürfe.
In diesem Machwerk hier gibt es jedenfalls keinen theoretischen Unterricht, kein Auswendiglernen von Wachdienstvorschriften, kein Täuschen und Tarnen, keinen Unterstand- und Grabenbau, keine Formalausbildung, keine Drills für Reinigung und Zerlegen und Zusammensetzen. Die Jungs werden sofort mit der Situation dieses deutsch-amerikanischen Wettbewerbs konfrontiert, und das, ohne jemals etwas über Verhalten auf dem Gefechtsfeld oder über Bewegung im Gelände gelernt zu haben, und dem entsprechend sieht das Gegurke aus, das mir da von der Leinwand aus entgegen kriecht. Es ist schlicht und ergreifend kompletter Schwachsinn, Grundis in eine solche Situation zu bringen. Nach BW-Maßstäben kalkuliert, muss man ja damit rechnen, dass sich die Leute im Wald selbst verletzen, weil sie das Gehen erst mal neu und richtig lernen müssen.

Nach einem scheinbar harten Ausbildungstag kommen sie in voller Montur in die Stube zurück… mit schmutzigen Gesichtern, leicht verschmutzter Kleidung… und sauberen Schuhen. Ich kann mich leider nicht genau erinnern, ob sie nicht auch noch ihre Gewehre dabei hatten… was eigentlich Blödsinn ist, weil man sie in der Waffenkammer abgeben muss, aber bei außerordentlichen Dienstzeiten kann es durchaus zu Ausnahmen kommen. Wie dem auch sei, dann legen sie sich so ins Bett und genießen den Dienstschluss.
Kompletter Hirnriss – der Ausbilder überwacht nicht nur die Ausbildung, sondern auch das Reinigen der Ausrüstung danach. Waschen und Ausziehen wird man zwar nicht mal bei der BW befehlen, aber das Nachbereiten der Ausbildung wurde hier unter den Tisch gekehrt.

Und dann sollen sie gegen Leute antreten, die ihre Ausbildung schon hinter sich haben? Das zumindest ist mein Eindruck von den dargestellten Amerikanern, die schon sehr hart und kantig daherkommen (und mit herrlich deutschem Akzent reden – ich sage nur: Vorderzungenvokalisierung – mit Ausnahme ihres Chefs, dessen Darsteller ein in die USA immigrierter Däne ist). Welcher Vollidiot würde das für glaubhaft halten? Wenn die Jungs dann unterwegs sind, laufen sie in wilder Schützenwolke rum, sie laufen sich gegenseitig vor der Mündung rum und vor allem sind sie ohne Unteroffizier oder einen anderen (Halb-) Gruppenführer unterwegs.
Niemals, niemals nie!
Verwendet wird da scheinbar das MILES Gefechtssimulationssystem (steht für Multiple Integrated Laser Engagement System) – man schießt mit Infrarotstrahlen aufeinander, die von speziellen Geweben, die man auf der Kleidung trägt, registriert werden und den Getroffenen „abschalten“. Für mehr Informationen siehe Lexikoneintrag zu MILES (englisch).

Für irgendwelches Fehlverhalten wird zur Strafe Schuheputzen angesetzt. Die Stiefel der gesamten Kompanie, dem Berg nach zu schließen – was bedeutet, dass da eine Menge Leute keine Schuhe hat und für den eigentlich stattfindenden Ausbildungsdienst ausfällt? Na, vielleicht hat man auch Paare aus dem Lager genommen. Der Punkt ist, dass Stube 54 putzen soll, und der Ausbilder geht zum Essen. Ganz abgesehen davon, dass eine solche Disziplinierungsmaßnahme unrealistisch ist (man würde eher „Zusatzausbildung“ am Wochenende ansetzen), ist es eine Richtlinie der Bundeswehr, dass der befehlende Ausbilder selbst dabei sein und mitmachen muss – eine Begleiterscheinung des Grundsatzes „Führen durch Vorbild“. Das hat so manchen sportlichen Kameraden schon dazu animiert, Bauteile seines Gewehrs beim Reinigungsdrill fallen zu lassen, worauf der Ausbilder Liegestütze ansetzte, für jedes Fallenlassen 20 – allerdings hatte der Kamerad mehr Ausdauer als der Ausbilder und nach etwas mehr als 100 mal „pumpen“ hatte der Unteroffizier genug und während des gesamten restlichen Reinigungsdrills dieses Tages musste niemand mehr „in den Liegestütz – ab!“ oder andere sportliche Leistungen erbringen. Auch das wäre interessant in einem solchen Film gewesen, aber es ist ein zu individuelles Ereignis, als dass man es erwarten könnte.

Auf Grund der Werbung hatte ich mir auch Hoffnungen auf eine Metalversion der Nationalhymne gemacht – aber die gibt’s offenbar nur in der Kinowerbung, und nicht im Film selbst.

Der Film kann durchaus unterhaltsam sein. In Anlehnung an zwei Gespräche in den vergangenen Wochen über „CSI“, eines mit einem Polizisten und eines mit einem Arzt, muss ich allerdings sagen: Nur dann, wenn man von dem, was dargestellt wird, keine Ahnung hat. Ich muss mich ernsthaft fragen, ob diejenigen, die das erdacht, geplant und ausgeführt haben, jemals bei der Armee waren (ich habe meine Zweifel), und ob die Danksagungen an Bundeswehrangehörige (höhere Offiziere) im Abspann sich auf mehr beziehen als die Erlaubnis, echtes Kasernengelände für die Aufnahmen verwenden zu dürfen. Einen Berater für realistischen Kasernenjargon gab es ja scheinbar nicht.
Was mir blieb, waren die Gags ohne direkten Bezug zur Armee, und das sind zu wenige, als dass ich mir den Film in absehbarer Zeit kaufen würde. Vielleicht irgendwann, wenn ich gelangweilt bin und den Streifen in der Kramkiste irgendwo für einen Fünfer sehe.

7. August 2007

YouTube verschönert auch das Leben offline

Filed under: Filme — 42317 @ 12:41

Ich bin jemand, der Videos gerne irgendwo gespeichert und abrufbereit hat, ohne sich darauf verlassen zu müssen, dass sie „ewig“ online verfügbar bleiben, allerdings war meine Suche nach einer Möglichkeit, die Videos der Anbieter YouTube oder Google (oder was weiß ich noch alles) in einem „vernünftigen Format“ speichern zu können, erfolglos.

Bisher. In meinem Forum hat jemand diesen Link gepostet:

http://keepvid.com/

Die Software erlaubt den Download und das Abspeichern von online Videos als .flv Format, für das man entweder einen Konverter oder einen Player braucht. Beides wird dort angeboten, allerdings bin ich mir ob der Kostenlosigkeit des Angebots nicht sicher. Irgendjemand sagte jedenfalls, dass sein Zoom-Player in der Lage sei, .flv abzuspielen, und in meinem Fall jage ich die Datei einmal durch den SUPER Konverter (der ist nicht nur so, das Ding heißt tatsächlich SUPER) und schon habe ich eine hübsche DivX Datei, die ich in meinem DVD Player laufen lasen kann. Die beiden Teile von „Tom et ses Chums“ hab ich natürlich gleich gezogen und konvertiert und es läuft einwandfrei.

Verbessern kann man die Bildqualität natürlich nicht, aber immerhin werden die Videos dann mal offline verfügbar und fürs immer wieder ansehen spart man sich die Zeit, die das Video online zum Laden braucht.

23. Juni 2007

Pater Brown trifft Bad Boys

Filed under: Filme — 42317 @ 17:22

Ich habe gestern „Hot Fuzz“ gesehen, und es handelt sich um einen Streifen, dem man anmerkt, dass die gleichen Jungs vorher „Shawn of the Dead“ gemacht haben. Eine irrwitzige Actionkomödie, die man sich ansehen sollte, außerdem hat das Machwerk einen interessanten Schnitt, wenn Szenen schnell ineinander übergehen.

Parodiert wird hier einiges, wie ich behaupten will. Da ist ein bisschen „Pater Brown“ drin, der ja immer in ein beschauliches Kaff versetzt wird, wo dann prompt irgendetwas Ungesetzliches passiert. Wir haben eine Portion „Bad Boys“ drin, wenn die Helden ballernd durch die Gegend fliegen. Wir haben ein bisschen Clint Eastwood Western drin, wenn der Held zum Showdown erscheint, und ich konnte auch einen Hauch von Godzilla spüren – aber das könnte an mir und meiner vorbelasteten Wahrnehmung liegen. Wer den Film sieht, wird verstehen, was ich meine.

21. Februar 2007

Zur Erholung – „Blood Diamonds“

Filed under: Filme — 42317 @ 13:18

Ach, ich blase ja nicht den ganzen Tag Trübsal.
Ich verbringe ja auch gute Zeit mit meiner Freundin, und wir waren sogar im Kino.

„Blood Diamonds“ haben wir angesehen, und ich muss über mich selbst staunen, dass ich nur auf Grund eines schriftlichen Reviews, ganz ohne Teaser oder Trailer, auf die Idee gekommen bin, einen Film anzusehen, in dem Leo Cabrio die Hauptrolle spielt.

Ich muss allerdings feststellen: Der macht den Job als Darsteller des rhodesischen Söldners Danny Archer gar nicht schlecht. Er bringt den Charakter gut rüber, würde ich als Laie mal sagen. Allgemein machen alle Darsteller eine gute Figur in diesem Film.
Lustig fand ich allerdings, dass Leo am Ende mal wieder sterben darf.

Ich hätte auch gelacht, wenn man die südafrikanische Söldnereinheit benannt hätte… ich weiß ja nicht, wie viele bedeutende Organisationen dieser Art es in jenem Land gibt (eigentlich: gab), aber eine Truppe mit der Bezeichnung Executive Outcomes scheint eine gewisse Berühmtheit erlangt zu haben… unter der Bezeichnung „Extra Order“ haben die es sogar in den Anime „Black Lagoon“ geschafft.
Hm… die scheinen alle eine Schwäche für russische Mil-24 Gunships zu haben. 🙂

Ich glaube, ein bisschen Geld vorausgesetzt, kauf ich mir den Film, sobald er weniger als 15 E kostet.

7. Februar 2007

Mickey’s Disclaimer

Filed under: Filme — 42317 @ 12:10

Ich habe meinen Artikel zum Thema „Mickey’s Christmas Carol“ ein wenig re-editiert.
Wie man unschwer erkennen konnte, stand ich arg unter dem Eindruck meines ewig defekt werdenden Schuhwerks und habe mich doch arg unwirsch über den Bearbeiter geäußert. Ich bedauere das. Die exakte Nachbearbeitung eines solchen Videos kostet ja doch Zeit, die man wahrscheinlich nicht hat, wenn man solche Dienstleistungen nur nebenher macht, um Leuten einen Gefallen zu tun. Diese Tatsache sollte ich vor allem anderen ehren.

4. Februar 2007

Mickey’s Christmas Carol – revisited

Filed under: Filme — 42317 @ 13:07

Das Tape ist bereits uralt. Bestimmt mehr als 15 Jahre, es war eines der ersten Videos, die wir uns damals gekauft hatten, nachdem Videorekorder erschwinglich geworden waren: Die Weihnachtsgeschichte frei nach Charles Dickens als Cartoon mit den zur Zeit der Veröffentlichung, 1983, bekanntesten Disney-Charakteren (sofern es es sich um anthropomorphe Tiere handelte). Der Hauptfilm ist (leider) in deutscher Sprache (was will man auch erwarten bei einem Deutschland Release), aber erfrischenderweise sind alle anderen kurzen Cartoons dahinter in englischem Originalton.

Was mir daran besonders gefällt, ist die Darstellung von Weihnachtsgeschenken. Nicht, dass sie mich konkret irgendwie interessieren würden, aber ich finde es interessant zu sehen, was in den 40er Jahren unter amerikanischen Weihnachtsbäumen zu finden war, die verschiedenen Arten von Spielzeug. Puppen, Bagger, Autos und LKWs, Zinnsoldaten, das seltsamste mechanische Zeug, das heute keiner mehr mit dem Hintern angucken würde, wenn’s nicht im Museum zu finden wäre. Und da wäre die locker-flockig rübergebrachte Gewalt: In „Toy Tinkers“ liefert sich Donald mit den beiden Backenhörnchen ein regelrechtes Gefecht mit Kanone, Maschinenpistole und Dynamit – natürlich im Spielzeugformat… aber dennoch. Ein Alptraum für Pädagogen, möchte ich annehmen, aber in den 40ern brauchte man das wohl, und ich habe es auch nie wenig genossen.

Es wundert mich direkt, dass man das Video noch anschauen kann. Die Farben sind noch gut, es ist kein bisschen „Grieß“ im Bild, der Sound kommt noch gut. „Die Unendliche Geschichte“, die wir zur gleichen Zeit gekauft haben, hat in der Mitte einen massiven Hänger, wo Bild und Ton hinter einem „Schneesturm“ verschwinden – passenderweise genau dort, wo Atreju den Spiegel in der Eiswüste findet. Das Video kann man sich jedenfalls nicht mehr mit Genuss anschauen. Man mag im qualitativen Zusammenhang auch darüber schmunzeln, dass die Version damals von der BILD Zeitung vertrieben worden ist.

Nu ja, dank der Vermittlung von Thomas ist es gelungen, das Disney Tape zu digitalisieren und auf eine DVD zu bannen. Die Digitalisierung ist auch ganz hervorragend geworden. Konvertierungsfehler sind nur minimal, soweit ich das nach einem kurzen Überblick feststellen kann. Bei der Festlegung von Kapiteln hat sich der Verantwortliche jedoch entweder als (zensiert) oder als (zensiert) geoutet. In mehr oder minder regelmäßigen Abständen beginnt ein neues Kapitel, die Trennungen stehen völlig sinnfrei mitten im Raum. Vielleicht wurde eine Art Trennung nach „Default“ angewendet? Das war (zensiert)! Wenn ich Kapitelsprünge mache, lande ich mitten in den Cartoons, anstatt am Anfang, wie das der Norm entspricht, aber so viel Mühe hat man sich nicht gemacht.

Im Endeffekt heißt das, dass ich das Material nur knapp unkomplizierter wie ein Videoband nach den richtigen Stellen absuchen muss, es sei denn, ich schreibe mir die Minuten und Sekunden auf, zu denen ich per Eingabe springen kann, um einen Start zu erwischen.

7. Januar 2007

Wo sich Harrison und Jürgen leider nicht getroffen haben

Filed under: Filme — 42317 @ 12:18

Vor kurzem habe ich mir die drei Stunden Bonusmaterial der „Indiana Jones“ Box angesehen und dabei das eine und andere Interessante erfahren. Nicht nur, dass Indy seinen Namen tatsächlich von einem Hund hat und ursprünglich „Smith“ heißen sollte.

„Raiders of the lost Arc“ wurde 1980/81 gedreht und Spielberg und Lucas wollten ein deutsches U-Boot im Film haben. Sie haben eins aufgetrieben.
In La Rochelle.
Und es handelt sich nicht um EIN Boot, sondern um DAS Boot.
Das U-Boot von Wolfgang Petersen, dessen Film ebenfalls gerade in der Mache war… da habe ich doch gestaunt.