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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

11. Juli 2010

Echt dunkel

Filed under: Filme — 42317 @ 21:28

Da mich in der Nachmittagshitze die Konzentration eh weitgehend verlässt, haben wir uns auf Melanies Vorschlag „The Dark Crystal“ von 1982 angesehen. Es handelt sich dabei, wie sich mit dem Link feststellen lässt, um einen düster angehauchten Puppenfilm unter maßgeblicher Beteiligung von Frank Oz und Jim Henson.

Die in Deutschland erhältliche DVD hat eine Altersbeschränkung von 12 Jahren, und der Film ist meines Erachtens weder für ein jüngeres noch für ein älteres Publikum geeignet: Jüngere Kinder könnten durch die Designs der Bösen verschreckt werden und es herrscht auch eine bedrohliche Stimmung, wo es mitunter zu ernsthaften Gewalttätigkeiten kommt. Ältere Heranwachsende wiederum werden sich nicht mehr so schrecklich für Puppenfilme interessieren, außerdem sehe ich die Gefahr, dass sie den Film wegen seiner Storylöcher über kurz oder lang als Zeitverschwendung entlarven.

Ich will gar nicht darauf eingehen, um was es im Einzelnen geht: Die klassisch aufgezogene Heldengeschichte handelt von einem, der auszog, die Welt zu retten. Er durchwandert exotische Landschaften, macht sich Freunde, und entkommt den Häschern der Bösen.

Dabei ließe sich die Geschichte zusammendampfen auf etwa 20 Minuten. Die gutmütigen Weisen, die den Helden losgeschickt haben, ziehen nämlich ein paar Tage später selber los, mit dem gleichen Ziel, zum Palast der Bösen. Während unser Held allerdings durch Gebirgsbäche watet, steile Hänge erklimmt, und gefährliche Sümpfe betritt, wandern seine Lehrmeister gemütlich durch das offene Grasland und erreichen den Palast nicht viel später als der Held der Prophezeiung. Und nicht nur das: Der Held muss sich der bösen Soldaten erwehren, die Weisen dagegen intonieren am bewachten Tor einen kehligen Gesang und die Wächter gehen gefügig beiseite.
Ihrer Wächter beraubt, verlieren die Oberschurken angesichts der Weisen völlig die Beherrschung und laufen nur noch schreiend hin und her, bis unser Held die Prophezeiung erfüllen und das Land von den Bösen befreien kann.

Fazit: Wären die trotteligen Weisen zusammen mit dem auserwählten Helden losgezogen, anstatt ihn auf ein Soloabenteuer auszuschicken, wäre jede Begegnung mit den Soldaten ein Kinderspiel gewesen. Am Ende wären alle einfach so in die Festung spaziert, hätten den Kristall schnell mal in Ordnung gebracht, und alles wäre in Butter gewesen. Aber dann wäre der Film inklusive Vor- und Abspann auch nur 20 Minuten lang gewesen.

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