Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

31. Juli 2009

Bunte EBay Welt

Filed under: Uncategorized — 42317 @ 16:06

Aus Jux wollte ich rausfinden, ob es bei EBay denn Treue zu kaufen gebe, und gefunden habe ich zunächst das folgende Angebot:

Mächtiges Voodoo Ritual!

Natürlich ist es nett, dass die Anbieterin darauf hinweist, dass es sich um eine unwissenschaftliche Glaubensangelegenheit handelt, deren Erfolg nicht garantiert werden kann.

Aber das ist meiner Meinung nach nur beinahe so abgefahren wie ein

Echter Flaschengeist.

Mit Bedienungsanleitung auf DVD versteht sich.
Diese Damen legen einem ans Herz, auch an Magie zu glauben, damit es funktionieren kann, während sich die kurze Erklärung zum Artikel etwa liest wie „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.“ Wozu brauche ich dann einen Djinn?

19. Juli 2009

Keine Action News

Filed under: My Life — 42317 @ 19:28

Ein Brand in unserem Mietshaus, am Freitag Abend so um halb Elf.
Holt die Feuerwehr!
Schmeißt die Leute raus!
Lasst sie ne Stunde draußen stehen!
Löschen und Lüften!
Und wieder rein mit Ihnen!

Dem Treppenhaus haftet immer noch so ein Grillaroma an… das angebrannte Zeug wurde bereits nach draußen gestellt, über die Ursache hat noch keiner ein glaubhaftes Wort verloren, und prinzipiell ist es mir auch egal.
„Es könnte ein Kurzschluss am Kühlschrank gewesen sein,“ sagen die, die den Kühlschrank draußen haben stehen sehen. Ich bin ja froh, dass nichts Schlimmes passiert ist und niemand zu Schaden kam, aber diese einzig bisher aufgestellte Vermutung ist dann ja doch völlig langweilig, von daher wurmt mich immer noch mehr, dass unser Brettspiel unterbrochen wurde, dass ich mich habe kleinkriegen lassen, eine völlig ausweglose Situation doch zu Ende zu spielen, und dass ich den ganzen Samstag über wegen einer Stunde weniger Schlaf so richtig zu nichts zu gebrauchen war. Immerhin habe ich keine Kratzer in Autos gemacht, kein Leitungswasser verschwendet, und auch sonst keine Minuspunkte auf der Arbeit gesammelt. Immerhin habe ich es fertiggebracht, in Entscheidungslosigkeit über mein Abendessen beides in mich hineinzubekommen: einen großen Teller gebratener Nudeln mit Käse UND ein Kilo Joghurt. Eins davon war zu viel, aber was mal drin ist, soll bitte auch drin bleiben, bzw. auf dem natürlichen Wege wieder rauskommen.

Aber zurück zum Freitag Abend: Eine richtig entspannte Sache, inklusive einer Japanerin, die im Nachthemd umherrannte. Die wirkte natürlich weniger entspannt in dem Augenblick, aber lustig war es auf jeden Fall. Oder vielleicht sollte ich sagen, dass sie was anhatte, was einem Nachthemd ungeheuer ähnlich sah, so genau kann man bei modernen japanischen Bekleidungsgewohnheiten nie sein. Da standen dann also ein paar Dutzend der Anwohner im Hof, während den Aussagen anderer Leute zu Folge noch mehr an der Vorderseite rumstanden. Es hat zwar dann und wann ein bisschen genieselt, aber geregnet hat es nicht, und die Temperatur war zu ertragen. Die Stimmung war gelöst und grenzte ans Fröhliche. Kein vergleich mit dem Brand im Petrisberg, den ich vor langer Zeit, am 22. Januar 2001, erleben durfte. Dort war das ganz anders, da gab’s Spannung, Drama, und Irrsinn, wie ihn das Leben schreibt. Und kalt war’s auch.

Damals hatte sich folgendes zugetragen:

Das Wohnheim Petrisberg kam am Montag, dem 22.01.2001, um 02:02 in den Genuss eines Nachtalarms. Es handelte sich keineswegs um eine Übung oder um einen schlechten Scherz (das war schon vorgekommen), es waren auch nicht die Russen, die anrückten, sondern die Feuerwehr, und es war sogar notwendig. Ungefähr 20,5 Meter Luftlinie von mir weg war es im zweiten Obergeschoss zur angegebenen Zeit zum Ausbruch eines Feuers gekommen, bemerkt von einem „Langzeitlerner“, der angesichts der Rauchentwicklung sofort den Alarm ausgelöst hatte.

Um 02:03 verließ ich das Haus, immer wieder jemanden rufen hörend, dass es diesmal tatsächlich brenne (ich weise darauf hin, dass es da öfters wegen Übermuts Alarm gab).
Der Hinweis, dass es tatsächlich brenne, hatte bei einigen Anwohnern verschiedene Effekte:
Einer hatte beim Hinausgehen einen Feuerlöscher unterm Arm. Seine Begründung: Es hätte ja sein können, dass es im Treppenhaus brenne. An sich ein guter Gedanke, aber erstens war er nicht der erste, der sich durch das Treppenhaus bewegte, hätte es also dort gebrannt, wäre das wohl schon jemandem aufgefallen. Und zweitens: In dem Treppenhaus gab es nichts, was brennen könnte, da war alles aus Stein. Da müsste schon jemand etwas brennbares hingetragen haben, damit es dort brennen kann. Und drittens: Das war gar kein Anwohner, sondern ein Besucher aus dem Wohnheim Tarforst, der wahrscheinlich zu viel „Notruf“ gesehen hatte, wenn man denen glauben darf, die ihn schon kannten. Sein Spitzname: „Flächenbrand“ (weiß so ziemlich jeder außer ihm).
Warum? Im Sommer 2000 (man erinnere sich: verregnet und kühl) hatten ein paar Leute auf einer Wiese in der Nähe einer Baumgruppe gegrillt. Als ihnen das Holz ausging, holten sie aus der Baumgruppe einen toten, recht großen Ast von etwa 150cm Länge und der Dicke eines durchschnittlichen Unterschenkels. Seine Reaktion: „Um Gottes willen, das könnt Ihr nicht machen! Das Feuer springt über, das gibt ’nen Flächenbrand!“ In panischer Tradition machte er auch vor dem Petrisberg nicht halt und pöbelte die Leute an, die locker zwanzig Meter vom Haus weg standen: „Macht Euch weg da! Das Fenster wird splittern!“ Dabei lief er, missgünstig beobachtet, von einer Gruppe zur nächsten und gab seinen Senf zum Thema des Tages (der Nacht) ab. Angeblich hat er jetzt ein paar Feinde mehr auf der Welt…

Ich sah des weiteren ungefähr ein halbes Dutzend Leute (beider Geschlechter), die wohl panisch aus dem Bett gesprungen waren, eine Jacke und Latschen übergeworfen (oder auch nur eine Wolldecke!) und sofort das Haus verlassen hatten, in kurzen Hosen (oder eher Unterwäsche) herumstehen und sich die Seele aus dem Leib frieren. Zwei andere, die ich aufgrund ihrer Sprache dem Osten Europas zuordnete, hatten dem entgegen sogar ihr Bündel gepackt: Einer trug einen dicken, fast überquellenden Koffer bei sich und der andere hatte ein paar Habseligkeiten in sein Bettlaken gewickelt und trug dieses nun auf dem Rücken herum. Ich kam außerdem an zwei (wohl auch osteuropäischen) Mädchen vorbei, die ob dieses Ereignisses dermaßen in Tränen ausgebrochen waren, dass man hätte meinen können, sie seien nicht eben Zeugen eines Zimmerbrandes, sondern Opfer einer Brandschatzung geworden.

Um 02:07 war man erstmals in der Lage, die Flammen zu sehen, die sich in einem der Räume ausbreiteten, bei deren Anblick mein Nachbar wie von der Tarantel gestochen vor dem Gebäude hin und her wuselte und rief: „Verdammt, wo bleibt denn die Feuerwehr?!? Warum brauchen die so lange!?“ Wohlgemerkt: FÜNF MINUTEN nach Alarmbeginn.
Ergo: Als der Alarm ausgelöst wurde, hätte Otto Normaldosenbiertrinker den Brand noch mit einem handelsüblichen Feuerlöscher erfolgreich bekämpfen können (und laut Hausordnung sogar MÜSSEN – „mit allen Mitteln“), Türschlüssel Größe 45+ vorausgesetzt.

Eine Bewohnerin des vierten Stockwerkes war wegen des Brandes und der Rauchentwicklung offenbar in Panik verfallen. Sie lebte da oben mit ihrem achtjährigen Sohn und traute sich als einzige nicht aus dem Haus. Um Hilfe rufend wartete sie auf den Lamellen vor dem Fenster darauf, dass sie jemand aus der Flammenhölle retten würde, aber erstens einmal hat sie niemand gehört (dafür waren die Gespräche am Boden und die ganze übrige Aufregung viel zu laut) und es kam auch niemand, um sie zu retten – nicht einmal die Feuerwehr, denen wohl sonnenklar war, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt des Hergangs in Gefahr befunden hatte. Von der Panik angesteckt, kotzte der Sohn die ganze Zeit vor sich hin… Die gute Frau beschuldigte später ihre Mitbewohner, sie im Stich gelassen zu haben und zog von einem Tag auf den nächsten aus dem Wohnheim aus, weil sie sich ihres Lebens nicht mehr sicher fühlte. Hoffen wir, dass sie bei ihrem Nachwuchs keine bleibenden Schäden hervorgerufen hat…

Die Feuerwehr traf nach der üblichen Wartezeit von etwa zwanzig Minuten ein, legte erst eine scheinbar zu kurze Leiter an den ersten Stock an (inzwischen ist bekannt, warum!), fuhr anschließend die große Leiter des Löschfahrzeugs aus, zerschlug die Reste der halbgeborstenen Glasscheibe und löschte mit Wasser. Danach wurde das Gebäude und das betroffene Zimmer von Fachleuten und der Polizei noch weiter untersucht und das Treppenhaus so weit als möglich gelüftet.

Warum die kurze Leiter? Ein chinesischer Bewohner des zweiten Stocks hatte ebenfalls Fracksausen bekommen, als er den Rauch im Gang bemerkte, aber anstatt sich zügig über die Feuertreppe in Sicherheit zu bringen (die Gerüchten zufolge exakt gegenüber seines Zimmers einen Zugang hat), entschloss er sich zu dem Husarenstück, sich an einem Bettlaken auf die Sonnenblende des ersten Stocks herunter zu lassen – um dort festzustellen, dass er festsaß, weil er ja nur ein Bettlaken hatte, und ein Sprung von ungefähr sieben bis zehn Metern ist nicht jedermanns Sache, auch wenn’s denn brennt… also kauerte er da in der Ecke, bis die Feuerwehr mit der kurzen Leiter kam und ihm den Abstieg ermöglichte.

Ungefähr um 03:20 (!) kam dann jemand auf die Idee, das (als ungefährdet eingestufte) Geozentrum zu öffnen, damit die Leute nicht auf der kalten, zugigen und verregneten Wiese herumstehen mussten. Darin verbrachte der Großteil der Anwohner die verbleibende Evakuierungszeit, bis die Feuerwehr um 04:11 meldete, das Gebäude dürfe wieder betreten werden. In den darauf folgenden zwanzig Minuten klopfte der Hausmeister noch an verschiedene Türen des ersten Obergeschosses und fragte nach „Tropfeinwirkung“ (Schäden durch geschmolzene Plastikteile an der Zimmerdecke) – und gab uns damit unser Wort des Jahres 2001.

Das abschließende Phänomen: Jeder, wirklich JEDER, war im Anschluss in der Küche, um irgendwas zu essen und die Nerven zu beruhigen, einige konnten trotzdem wegen der Aufregung den Rest der Nacht nicht mehr schlafen (ich habe geschlafen wie ein Stein und hatte eigentlich keine Lust, um kurz vor Acht aufzustehen).

Das zäheste Gerücht: Der Bewohner des betroffenen Zimmers, ein bulgarischer Austauschstudent, habe mittags beim Aufräumen seine Elektroheizung zufällig an sein Sofa herangeschoben und die Heizung angelassen, um bei seiner Rückkehr ein warmes Zimmer vorzufinden. Angeblich habe die voll aufgedrehte Heizung das Sofa in Brand gesteckt.

Die vernünftigere Version ist, dass es zwar an der Heizung gelegen habe, aber nicht an der Oberflächentemperatur derselben (es müssten ja sonst ständig Handtücher in Flammen aufgehen), sondern dass es in dem Heizkörper zu einem Kabelbrand gekommen sei.

Ein weiteres Gerücht: Die Polizei ermittle wegen Brandstiftung (höchstwahrscheinlich fahrlässiger Machart). In diesem Zusammenhang findet sich die Sage, der Besitzer des Sofas habe dieses erst am selbigen Tag auf dem Sperrmüll gefunden, etwas feucht zwar, aber als brauchbar befunden, es gereinigt und mit „technischer Unterstützung“ zu trocknen versucht. Bleibt die Überlegung, mit was der Kerl wohl das Sofa gereinigt hat… oder ob er auf die Idee gekommen war, eine Rotlicht-Wärme-Lampe zu dicht davor zu platzieren.
Offizielles ist natürlich den Medien zu entnehmen (falls irgendjemand für so was Unwichtiges wertvolle Zeilen im Trierer Volksfreund entbehren will).

Im Nachhinein war auch noch zu erfahren, dass die Tür zum Brandherd zwar abgeschlossen war, der Bewohner aber zwischendurch aufgeschlossen hatte, um einen Blick hinein zu werfen. Doch sah er sich beim Öffnen der Tür mit einer Rauchwolke konfrontiert und drückte sofort den Alarmknopf, anstatt einfach einen Feuerlöscher zu nehmen oder den direkt neben der betroffenen Tür angebrachten hauseigenen Löschschlauch (in dem auffällig bemalten und vor allem roten Blechschrank) zu benutzen. Und der wäre nicht einmal nötig gewesen. Diese Version widersprach dann  der vom „Langzeitlerner“, das der Brand also von einem Gangnachbarn entdeckt wurde, und nicht von dem Bulgaren selbst – dies zur weiteren Verdeutlichung der Tatsache, dass damals nichts bekannt war und auch später nie geworden ist.

Nachdem die Feuerwehr abgerückt war, sah man deutlich die minimale Ausbreitung des Feuers: Das Sofa war verbrannt, ebenso die Gardinen und ein paar kleinere Gegenstände in Fensternähe, der Rest des Raumes war von den Flammen völlig unversehrt. Bett, Schrank, Schreibtisch und alles weitere wies nur Rußschäden auf. Manche Beobachter wagten zu scherzen, dass das Zimmer gegenüber, das die Feuerwehr als Rauchabzug mitverwendet hatte, bei weitem schlimmer aussähe. Die beiden angrenzenden Räume seien wegen „Tropfeinwirkung“ und anderer hitzebedingter Schäden angeblich ebenfalls als vorläufig unbewohnbar eingestuft worden.

Daher keine Action News am Weidengraben. Dabei hatte ich im ersten Moment noch geglaubt, es habe mal wieder jemand ein Auto in Brand gesteckt. Aber nein, zum Glück nur ein eher unbedeutender Zimmerbrand.

Dramatischer wäre da schon, auf das kleine Innenschaufenster des Teppichladens hinzuweisen, das vorletzte Woche Freitag irgendjemand eingetreten hat. Ein Wachmann am Zelt des Handwerkermarkts an der Porta sah noch eine Gruppe Leute wegrennen, aber damit hatte es sich schon mit den heißen Spuren. Und selbst wenn ein Wunder geschieht und der Täter gefasst wird: Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er seine Zahlungsunfähigkeit erklären und der Laden auf Kosten in vierstelliger Höhe sitzen bleiben wird.

Richtig dramatisch muss allerdings der Glaser gewesen sein, der die neue Scheibe einsetzte. Leider war ich nicht dabei, von daher habe ich mir erzählen lassen, dass der Mann mit minimaler Ausrüstung, wenig Werkzeug, ohne Schrauber, ohne Gehilfen, und mit wenig Selbstorganisation daherkam. Immerhin wurde er irgendwann fertig und für einen Laien sieht die Arbeit auch ganz ordentlich aus, auch wenn sie deutlich länger gebraucht hat, als das große Schaufenster, das allerdings von einer anderen Firma übernommen worden war. An seinen Hinterlassenschaften werde ich allerdings am kommenden Mittwoch noch sitzen, nachdem ich erst zu Feierabend die wundervollen Handabdrücke entdeckte, die er auf unseren Schauvitrinen hinterlassen hat.

Zum Thema Schaufenster hörte ich außerdem, dass es in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag (vorletzter Woche!) in ganz Trier zu vandalistischen Akten gekommen sei, wobei „ganz Trier“ hier konkret für „Saarstraße“ und „Trier West“ steht, wo ein paar Autos beschädigt wurden. Ich habe bei der Pressestelle der Polizei nachgefragt, was denn los gewesen sei, ob es eine offizielle Stellungnahme gebe, aber auf eine Antwort hoffe ich mittlerweile nicht mehr. Wozu haben die eigentlich eine Infoadresse?

15. Juli 2009

Das Wort zum Zweiunddreißigsten

Filed under: Japan,My Life,Uni — 42317 @ 22:43

Zuerst mal Danke an alle, die an meinen Geburtstag gestern gedacht haben.

Meine Oma hat als erste um halb Neun angerufen. Mein Opa war da leider nicht zu erreichen, weil er es dieser Tage vorerst wieder einmal geschafft hat, dem Tod von der Sense zu hüpfen. Nach einigen Schwierigkeiten, die der Herzschrittmacher nicht wettmachen konnte, ist derzeit wieder die Rede von Kur und Reha.

Mein Vater und WSK haben leider abends angerufen, und dienstags ist das keine gute Idee, weil ich da Rennergebnisse auswürfele, den Sheriff manchmal unter Verschonung des Deputys erschieße, oder aber mich mit Dynamit in die Luft sprenge. Dies alles im Kreis werter Kameraden, die ich nicht missen möchte. Dienstag abends nach Acht anzurufen ist jedenfalls keine gute Idee. Dabei möchte ich erwähnen, dass einem das Brummen aus dem Telefonhörer auf den Keks gehen kann. Das könnte an der Internetleitung liegen, allerdings habe ich bemerkt, dass dieses Störgeräusch sich kurzzeitig beheben lässt, indem man am Hörer herumdrückt. Ein Funktionsfehler unseres sicherlich nicht teuren Telefons ist daher nicht auszuschließen, und die Alice-Flatrate möglicherweise völlig unschuldig!

Und da wird mir zugetragen, dass eben jener WSK sich beschwert habe, dass ich seine Kommentare nicht kommentiere. Hm… bislang war ich nach dem Lesen eigentlich der Meinung, alles notwendige sei gesagt worden, wozu also noch weiteres hinzufügen? Ihm sei gesagt, dass ich generell dankbar bin für Kommentare, auch für seine, dass ich dies aber nicht extra noch drunterschreibe. Wenn ich es für sinnvoll erachte, noch etwas hinzuzufügen, werde ich das jedenfalls mit Sicherheit tun.

Sempai Pierre hat angerufen, zum Spieleabend, aber ich will mir zumindest mal einbilden, dass mein Geburtstag seine Hauptmotivation gewesen ist, zumal er ihn kaum vergessen kann, weil der werte Freund nämlich Franzose ist, und welcher Nachfahre der bastillestürmenden Massen könnte einen Geburtstag am 14. Juli vergessen?
Der jedenfalls fand die westliche Beta-Version eines japanischen Spiels nach der Serie „Higurashi no naku no koro ni“ so erschreckend schlecht, dass er umgehend Mails an die Lizenzeigner in Japan geschrieben hat. Alles sehr löblich, allerdings muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es an ein Wunder grenzt, auf offizielle Mails nach Japan irgendeine Antwort zu erhalten, zumal es auch nicht selten in den vergangenen Jahren aussah, als ob sich japanische Lizenzeigner einen Dreck dafür interessierten, was man mit ihren Produkten im Ausland machte. In Sachen Unterhaltung sind Japaner extrem auf den Binnenmarkt konzentriert.

Tolle Sache: VAG hat mir japanische Milchkaffeedosen mit Evangelion Sondermotiven geschenkt! Leider haben nicht alle die Reise ohne Beulen überstanden, aber vielleicht kann man das mit Innendruck wieder hinbiegen? Ich hab sie jedenfalls leergesoffen, mit Wasser gefüllt und ins Eisfach gestellt, und harre nun der Dinge, die da kommen, wie wir bei der Armee gerne sagten.

Apropos Armee, auch mein kommissarischer Feldwebel, mittlerweile vom Tiefpfälzer zum Mittelrheinländer mutiert, hat mich mit einem Anruf bedacht, der von dem Geschrei seines Nachwuchses im Hintergrund nur minimal gestört wurde. Auch der hat mir eine Geschenklichkeit angedeutet. Also, der Ex-Fw natürlich, nicht sein Nachwuchs. Ich bin nicht sicher, womit ich das immer verdient habe, aber dankbar bin ich allemal.

Ricci hat mir einen 15 E Amazon Gutschein geschenkt! Eitel Freude herrschte da. Und Kopfzerbrechen. Was von meiner langen Wunschliste soll ich denn nur kaufen? Nachdem Melanie mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass man für einen Zwanziger einkaufen muss, um versandkostenfrei zu kaufen, war die Wahl gefallen: „Band of Brothers“ kommt ins Haus!

Ein paar Leute haben wohl nicht sofort dran gedacht… aber das macht nichts… ich denke auch manchmal erst Wochen später an Geburtstage. Ich wäre also der letzte, der sich deswegen verstoßen vorkommt.

Verdammt, sogar der Mihel hat dran gedacht! Ein bitter  belustigtes „sogar“, möchte ich sagen. Mit nur vier Tagen Unterschied ist seine Tat auch nicht schwer gewesen, aber ich will mal abwarten, wie lang es noch dauert, bis ihm dämmert, dass ich ihm sehr übel nehme, dass er seine Hochzeit vor wenigen Wochen verschwiegen hat, während er anderen Leuten aus meinem Umkreis sehr wohl davon erzählt hat. Aber ich hab auch kein engelsgleich blondes Haar, und überhaupt fehlen mir vielleicht die weiblichen Formen, die es braucht, um meiner für solche Gelegenheiten zu gedenken. Egal. Er ist damit der zweite, der achtkantig aus meinen Dateien geworfen wurde.

Übrigens, meine/unsere Nebenkostennachzahlung… die war nur 160 E stark. Da war ich ein bisschen überrascht, muss ich zugeben. Aber vielleicht war auch die Bombe vom letzten Jahr nur eine Illusion in meiner wirtschaftlichen Dauerdepression?
Doch halt, Korrektur: Sie war dieses Jahr 212 Euro stark und die 160 E sind vom vergangenen Jahr. Die aktuelle Rechnung wurde trotz konstant gebliebenen Verbrauchs von den gestiegenen Energiepreise in die Fäkalientonne geritten.
Wie dem auch sei, ich bin jedenfalls der Meinung, dass ein energieeffizienterer Eisschrank, Energiesparlampen, und nächtlich ausgeschaltete Computer im Vergleich zu früheren Jahren so einiges gerettet haben. Dann kann ich ja dem unibedingten Aderlass im nahen Herbst ein kleines bisschen entspannter entgegenblicken, wenn mich mein Magisterarbeitssemester 800 Flocken kosten wird.

Und die alte Band hat gratuliert. Ist das nicht nett von den undisziplinierten Nervensägen? Na ja, einer der eher Verschollenen hat sich gemeldet und ein Grillen im alten gauischen Domizil vorgeschlagen, mit den Eltern in einem fernen Urlaubsland weilend… da krieg ich ja direkt nostalgische Gefühle! Na, für einen Abend werd ich die Jungs wohl ertragen können.
Scherzle am Rande. Oder wie der Kamerad Jordan aus Karlsruhe zu sagen pflegte:
„Haha, Spässle g’macht, Witzle g’risse.“ Natürlich sagte er das nur, wenn jemand Witze auf seine Kosten machte. Zum Beispiel in Anbetracht seiner an eine Kartoffel erinnernde Körperform, von den Armen und Beinen mal abgesehen. Möchte wissen, was aus dem geworden ist… aber da der Suchdienst der Bundeswehr ja völlig inkompetent ist, kann ich das auf die Schnelle vergessen. Ich hab keine Ahnung, nach welchem Muster die jemanden finden. Den Kameraden Roppel haben sie gefunden, obwohl der mittlerweile mindestens einmal umgezogen war. Der Kamerad Ritter war auch nur einmal umgezogen, aber den haben sie nicht gefunden. Und der Kamerad Theuer war gar nicht umgezogen, hat aber niemals ein Schreiben von denen erhalten. Ja, ich habe die beiden letztgenannten sozusagen als Kontrollgruppe eingefügt. Ich gehe nicht davon aus, dass ich derart unbeliebt im Zug war, dass sich niemand außer dem ollen Roppel bei mir melden würde.

Ich schweife ab. Ich schweife ab? Was soll ich denn sonst noch so sagen?
Eine Sekretärin der Anglistik, Frau D., ist mit 62 Jahren in Rente gegangen. Was denn, die war 62? Die sah nicht unbedingt älter aus als 52. Zumindest sah sie jünger aus als die Obersekretärin Frau S., die immer noch da ist, was aber an dem nicht geringen Tabakkonsum der letztgenannten liegen könnte. Raucher der Welt, verwendet Nikotinpflaster! Da ist immer noch Suchtstoff drin, aber immerhin keiner der 4500 Giftstoffe des verarbeiteten Tabaks. Auch die Phonetik lehrende Dozentin Frau O. ist in Rente gegangen, aber die sah auch schon länger aus, als sei sie reif dafür. Und entgegen allen Unkenrufen kam man gut mit ihr aus. Zumindest außerhalb des Sprachlabors. Aber scheinbar – oder offensichtlich – war ihr Humor nicht jedermanns Sache. Der kam manchem ein bisschen grantig vor. Da saß ich anno 2005 im Sprachlabor in der ersten Reihe, der Saal voll. Neben mir eine Tasche auf dem Stuhl.
Da schaut sie mich strafend an und sagt: „Sie erinnern mich an diese BWL-Arschlöcher im Zug, die ihre Taschen auf den Sitz stellen und lieber alles und jeden stehen lassen, aber Hauptsache, die Tasche hat einen Platz. Also, runter damit!“ Dabei war das gar nicht meine, die Besitzerin war nur kurz vor Unterrichtsbeginn nach draußen gegangen. Vielleicht „e Angschdbach mache“, wie mein alter Freund HJK manchmal meint? Nee, wohl nicht… ich wollte dieses infame Wort auch nur mal in meine Schlagwörter aufnehmen, mal sehen, ob es irgendwann „Toilettenweisheiten“ als den Toppverweis auf mein Code Alpha Blog ablöst?

Auch im Animetric Forum hat man sich meiner erinnert, aber das ist auch nicht schwer, weil der Geburtstag eines Mitglieds automatisch auf der Hauptseite angezeigt wird. Ich würde mich beinahe noch mehr freuen, wenn ich bei den derzeitigen Verlosungen mal wieder was gewinnen würde, was wegen der langen Warteliste der Dinge, die ich vorher sehen möchte, wahrscheinlich erst in ein paar Jahren in meinem DVD Player landet, aber gehabt ist gehabt, und gewonnen ist doppelt so gut wie gekauft.
Und sobald Wettbewerbe und Verlosungen ausgeschrieben werden, kommen sie aus ihren Löchern, die so genanten Lurker. Sie sind eingeschriebene Mitglieder, aber man liest das ganze Jahr über kein Wort von ihnen. Aber wenn es was zu gewinnen gibt… ja dann sind die auf einmal so aktiv wie Ameisen, denen auf einmal verdammt viel einfällt, was sie schreiben und vorschlagen können, um was geschenkt zu bekommen… um ganz ehrlich zu sein, nervt mich das ein bisschen… wozu Preise an Leute verteilen, die kein bisschen daran mitarbeiten, die Popularität der Webseite zu steigern? Mehr Posts, mehr Themen, daraus folgt: mehr Begriffe, über die man das Forum mittels einer Suchmaschine finden kann. Kriegt man von denen aber nicht. Sie behaupten, sie würden Forumseinträge nur lesen. Ja Chekov, basst scho. Vielleicht sollte man Lose verteilen, deren Anzahl sich nach den eigenen Beiträgen in den Diskussionsforen richtet. Das wär fein, vor allem bei der Masse meiner eigenen Beiträge. Ach, vergessen wir das, das wird nicht geschehen, unser Admin ist Demokrat, und er vergibt auch Preise an Leute, die sich nur dafür eingeschrieben haben und danach wieder in den Weiten des WWW verschwinden.

Abgesehen davon habe ich an einem Wettbewerb des Japan-Vloggers BusanKevin teilgenommen (der nennt sich so, weil er auch ein paar Jahre in Südkorea zugebracht hat), dessen Ergebnis noch aussteht. Ja, ich rede von YouTube. Er hat dem zufällig zu ziehenden Gewinner jedenfalls eine Kiste voll japanischen Krempels versprochen, darunter eine große Tüte Wasabi-Furikake (das sind gefriergetrocknete Streusel für den gekochten Reis, dessen Feuchtigkeit die Streusel genießbar macht, ich habe vor Jahren mal in meiner Japanrundmail davon berichtet, und was Wasabi ist, muss ich wohl nicht extra erklären).

Last but not least… es wurde viel geredet über den bundesweiten Studentenprotest im vergangenen Monat, der sich gegen die derzeitige Erscheinungsform der Bachelor und Master Studiengänge richtet. „Fünf Jahre zu spät!“ sagt ein Dozent und hat vermutlich Recht. Und da waren wohl einige Protestierer so gefrustet vom bösen Staat, dass sie mit Hilfe von Schablonen diverse Abbildungen und Sprüche mit Lackfarbe an die Unigebäude, auf Böden, und auf Glasscheiben gesprüht haben, die man nicht so einfach wieder runterwischen kann. Herzlichen Dank ihr Arschgeigen. Das macht mir das Anliegen der Aktion so richtig sympathisch. Von mir aus könnt ihr im BaMa Studiengang verrotten, denn Hände abhacken is ja bei uns nich. Dabei kam mir das nach einer Vorzugsbehandlung mit speziellen Arschtrittstiefeln erst als zweites in den Sinn.

10. Juli 2009

National Geographic versus Globalisierung

Filed under: Filme,My Life — 42317 @ 14:15

Ich habe gestern nach zwei Jahren mein YouTube Abo der National Geographic Videos wieder storniert. Ich habe eine Menge interessanter und auch lehrreicher Dinge da gesehen, auch wenn es nur Clips von wenigen Minuten waren, die als Werbung für den kostenpflichtigen Hauptservice von NG frei veröffentlicht wurden.

Die Lage hat sich allerdings grundlegend geändert. Erstmals gegen Ende des vergangenen Jahres wurden mir bestimmte Videos verweigert, und es hieß, diese seien wegen nationaler Bestimmungen meines Heimatlandes nicht verfügbar. Ich war nicht begeistert, aber es handelte sich auch um Videos, in denen nationalsozialistische Symbole gezeigt wurden. Ich würde NG ohne Gewissensbisse in die Kategorie „Forschung und Lehre“ stellen, aber vielleicht interessierte sich dafür jemand in vorauseilendem Gehorsam nicht. Damit war noch zu leben.

Unangenehm wurde die Situation dann mit dem Auftauchen von vollständigen TV Beiträgen auf dem Kanal. Die konnte ich alle nicht ansehen, wegen „urheberrechtlicher Beschränkungen“. Was aber letztendlich den Ausschlag gab, war die Ausweitung dieser Beschränkungen auf nicht wenige der kurzen Videos, von denen man mir plötzlich etwa die Hälfte verweigerte, und da zog ich den Schlussstrich. Es lohnt den Zeitaufwand nicht mehr, sich die Videos erst suchen zu müssen, die keinen kopier- und urheberrechtlichen Einschränkungen in Deutschland unterliegen, und letztendlich ist es schlicht frustrierend, wenn man einen Beitrag entdeckt, der vom Titel her interessant klingt, und dann darf man ihn trotzdem nicht ansehen.

Auf Wiedersehen, National Geographic auf YouTube. Die Zeit war schön, aber es geht ja alles einmal zu Ende.

4. Juli 2009

Taktische Brutalität

Filed under: Spiele — 42317 @ 18:12

Gerade eben habe ich es durch Zufall gesehen: Bloodbowl wurde als PC Spiel veröffentlicht und steht für 50 Euro im Neuheitenregal.

Diese in der Nähe des Warhammer-Universums angesiedelte  Fantasy-Parodie auf American Football wurde erstmals 1987 von Games Workshop als Brettspiel veröffentlicht.
Etwa zur Mitte der Neunziger kam ich über einen Freund damit in Berührung und bestritt ein Spiel mit einem menschlichen Team gegen Orks. Das Spielkonzept ist in der Tat cool, die Miniaturen sind sehr schön (um so mehr, wenn man sich ihrer farblichen Gestaltung gewidmet hat), und die Regeln, ich weiß nicht, welche Edition damals aktuell war, sind meines Erachtens gut und gründlich ausgearbeitet.
Ich spielte allerdings nur einmal und suchte nie wieder nach einer Gelegenheit, ein Rematch zu veranstalten. Das hing auch gar nicht damit zusammen, dass mich meine Niederlage gekränkt hätte, sondern damit, dass ich nach Betrachtung der Optionen zu dem Schluss kam, dass ein Orkteam bei gleichem Erfahrungsstand unüberwindliche Vorteile gegenüber einem Menschenteam besitzt.

Die Menschen bewegen sich agiler als die Orks und haben wohl hier und da ein paar leichte Vorteile bei Würfen, bei denen es um Geschicklichkeit geht. Allerdings sind sie nicht so viel schneller als Orks, als dass sie ihnen davonlaufen könnten, und ihre Passfähigkeiten sind auf dem niedrigten Erfahrungsstand, den meine Spieler hatten, bestenfalls für Trainingsspiele zu gebrauchen.  Was die körperliche Verfassung anbelangt, so sind alle Teamspieler reichlich durchschnittlich. Um ein Spiel zu gewinnen, müssen die Menschen ein intelligentes und schnelles Passspiel hinlegen, und den Gegner durch Kombinationen austricksen. Aber das geht natürlich nur in dem Fall, dass genügend Stammspieler genügend Spiele überleben, um sich einer solchen Spielsicherheit erfreuen zu können.

Die Orks dagegen müssen gar nichts können. Orkische Mittelfeldspieler sind große Schränke aus Muskeln und Knochen. Die müssen nicht schnell sein. Die traben locker über den Rasen und moschen alles weg, was sie aufzuhalten versucht. Der Versuch, so einen Killer zu tackeln endet nicht selten mit der Verletzung des Angreifers, während der Ork sich lediglich das Blut von den Schuhen wischen muss. Was interessiert die intelligentes Passspiel? An diesen Bouncern kommt keiner vorbei, die müssen sich nur den Ball unter den Arm klemmen und auf das gegnerische Tor zugehen.

Und nu kommt der Spaß also als PC Variante, deren Systemanforderungen mir anzusehen ich mich erst gar nicht getraut habe. Vielleicht war es eine gute Idee, dieses Konzept elektronisch aufzulegen, nachdem Speedball 1988 und MUDS 1990 gewissermaßen die Pioniere dieser Art von Computerspielen waren, denn schließlich kann man dieses Genre ja nicht einfach aussterben lassen, oder? Die auf YouTube auffindbaren Trailer und Gameplay Videos sehen in ihrer düsteren Buntheit jedenfalls interessant aus.