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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

17. August 2008

Über die Verbesserungswürdigkeit von Verbesserungen

Filed under: Uni — 42317 @ 14:25

Ich habe im Laufe meines Studiums acht Hausarbeiten geschrieben.
Zu einer davon bekam ich einen kurzen mündlichen Kommentar, nachdem mir nach dem Empfang der Note „3“ die Frage entrutschte, ob sie denn wirklich so schlecht gewesen sei.
Zu einer weiteren bekam ich sechs Zeilen eines handschriftlichen Kommentars.
Erst bei der Abholung der Note meiner allerletzten Hausarbeit wurden mir in einem ausführlichen Gespräch die Gründe dafür dargelegt, warum sie nur mit einer „2“ benotet worden war.

Im Laufe dieses Gesprächs hatte ich mehrere „Aha!“ Erlebnisse, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen muss, weil es mir um etwas umfassenderes geht, nämlich das gängige Procedere bei der Abhandlung individueller Hausarbeiten.

Alle Fachbereiche, denke ich, bieten für das Grundstudium Kurse an, in denen man lernt, wie man Hausarbeiten so verfasst, dass der Prüfer sie nicht als Beleidigung seiner akademischen Ehre auffasst, und die meisten Fakultäten und viele Dozenten haben ganz eigene Auffassungen davon, wie zum Beispiel richtig zitiert wird, aber auch das ist nur ein kleiner, nervender Aspekt des hiesigen akademischen Ausbildungsprozesses. Dazu zählt auch das seltsame Phänomen innerhalb meiner eigenen Fakultät, dass die einen Dozenten eine Arbeit benoten und zurückgeben, während andere nur die Note bescheinigen und die Arbeit einbehalten, mit dem Hinweis, das sei so üblich. Ich muss nicht verstehen, warum das in einem Büro „so üblich“ ist und zwei Meter nebendran nicht.

Denn was mich so richtig stört, ist das praktische Nichtvorhandensein von Feedback. Ich schreibe eine Hausarbeit und erhalte eine Note darauf, aber wenn ich nicht gezielt nachfrage, wird man mir nicht einfach so erzählen, wie die Note begründet worden ist. Ist das eine Art Test? Eine Art Sieb, mit dem man die Spreu vom Weizen trennen will? Denn nur wirklich motivierte Studierende werden nachfragen und auf Anfrage Verbesserungsvorschläge für künftige Arbeiten erhalten, worauf sie diese verbessern und entsprechend höhere Noten erhalten können. „Hoffentlich-ist’s-bald-vorbei“ Studenten wie meine Wenigkeit kommen erst am Ende ihres Studiums auf die Idee, nach sowas zu fragen, und ich wage zu behaupten, dass ich in der Mehrheit bin.

Durch das Nichtaussprechen solcher Informationen wird jedenfalls die akademische Leistungsfähigkeit und gegebenenfalls die Motivation der Studierenden gedämpft, denn „selber Nachfragen zeugt von Intelligenz“ hin oder her, ich erwarte eigentlich von meinem Dozenten, dass er von sich aus auf meine Schwächen als Verfasser eingeht und sie mir erläutert, anstatt sich die Würmer aus der Nase ziehen zu lassen. Ein Sprechstundentermin dauert in der Regel 15 Minuten, und ich denke, das ist genug Zeit, die gegebene Note darzulegen.

Aber wenn man im Magisterstudiengang unterwegs ist, dann macht das eigentlich gar nichts aus. Die einzige Note, die für den Abschluss von Bedeutung ist, ist die Note auf die Examensarbeit, alles andere spielt überhaupt keine Rolle. Wenn ich mich denn all die Jahre gerade so mit der Parole „4 gewinnt“ durch die Seminare gewurschtelt habe, dann aber in einem Anflug von Genie eine 1A Magisterarbeit hinlege, dann ist das ja toll, aber der umgekehrte Fall wäre tragisch, denn eigentlich würden ja über Jahre gesammelte, mehrheitlich sehr gute Seminarsnoten mehr über meine Fähigkeiten aussagen, als die Abschlussarbeit allein, denn es ist ja nur eine Arbeit, und Scheiße passiert halt.

Aber egal, in Bezug auf die geschilderte Verbesserungswürdigkeit von Verbesserungen wird die Situation in der folgenden Zeit kritischer, und das liegt daran, dass sich Bachelor und Master Studiengänge durchgesetzt haben – und in diesen Studiengängen zählt jede Note. Da wird es wesentlich wichtiger, ein gutes Feedback zur Arbeit zu erhalten, um Wiederholungsfehler zu vermeiden.

Aber vielleicht wird auch das Teil eines Aussiebeverfahrens, denn mir scheint, dass das System elitisiert wird. Wie erfuhr ich von einem meiner Dozenten der Anglistik?
„Sie sind verpflichtet, bestimmte Module (Seminare) zu belegen, und wenn sie eines der Pflichtmodule nicht schaffen, dann sind Sie raus. Auf die Art und Weise hätte ich nie meinen Doktor geschafft!“

Ich habe mir nicht selbst eine Übersicht verschafft, von daher kann ich nicht sagen, ob die Aussage so absolut stimmt. Aber es klingt schon so ein bisschen nach Zwangsjacke, zumindest im Vergleich zu den laissez-faire Magisterzeiten, wo man seinen Stundenplan bauen konnte, wie es Spaß machte. Die Möglichkeiten, sich auf breiter Basis Wissen anzueignen, das vielleicht auch mal ein bisschen außerhalb der offiziellen Einschreibung liegt, fällt jedenfalls flach, und das finde ich persönlich sehr schade.

12. August 2008

Ausnahmen für Examenskandidaten?

Filed under: Uni — 42317 @ 14:56

Aus gegebenem Anlass habe ich beim Studentensekretariat hinterfragt, ob man weniger oder möglicherweise keine Studienbeiträge zahlen müsse, wenn man nach der Anmeldung für die Examensprüfung ins nächste Semester rutscht.

„Studienbeiträge“ – nicht zu verwechseln mit Semesterbeiträgen – ist ein Euphemismus, der mit dem Begriff „Studiengebühren“ viel besser umschrieben ist. Grob gesagt liegt jedem Fachbereich eine individuelle Regelstudienzeit zu Grunde, die irgendein Gremium auf Grund des erfahrungsgemäß notwendigen Zeitaufwands ermittelt hat, das heißt, die Regelstudienzeit kann sich von Fach zu Fach unterscheiden. Wenn man diese Regelstudienzeit in Rheinland Pfalz um eine festgelegte Zahl von Semestern überschreitet, muss man jene Gebühren zahlen, das heißt im Falle unserer Universität einen Semesterbeitrag in Höhe von etwas mehr als 170 E und einen Studienbeitrag in Höhe von 650 E.

Die erste Mitteilung, die ich als Antwort erhielt, war dergestalt, dass ich im September noch nichts zahlen muss, weil meine Zahlungspflicht erst im kommenden Sommer beginnt. Das heißt, ein Japanologe im Magisterstudiengang hat 17 Semester Zeit, fertig zu werden, und muss erst ab dem 18. Semester zahlen. Wenn man also nicht hin und wieder an depressiver Lethargie leidet, ist das auch ganz bequem zu schaffen (leider ist der nur durchschnittliche deutsche Student überdurchschnittlich anfällig für Stressdepressionen). Vielleicht sollte man mittlerweile sagen, dass man im Magisterstudiengang 17 Semester Zeit hatte, denn nach Einführung der Bachelor und Master Studiengänge werden Magister und Diplomanten scheinbar aussterben.

So weit, so gut. Aber meine allgemein gestellte Frage war damit ja nicht beantwortet. Auf eine erneute Nachfrage erreichten mich also noch zwei Antworten, die ich hier zusammenfassend wiedergebe:

§14 der Landesverordnung über die Einrichtung von Studienkonten vom 5. Juli 2007 besagt:

“ …die Pflicht zur Entrichtung des Studienbeitrages entsteht mit der Rückmeldung, Studienbeiträge werden mit ihrer Entstehung fällig. (…) eine Verrechung ist nicht möglich…“

Die 650 Euro sind in voller Höhe zu entrichten, unabhängig davon, ob die Abschlussarbeit schon angemeldet ist und unabhängig davon, ob man sich bereits 2 Monate später wieder exmatrikuliert.

Wenn Ihnen so ein Fall bekannt ist, hat das Fach einen Fehler gemacht. Kann aber nur bei Magisterstudiengängen passiert sein. Mittlerweile achten die Dekanate jedoch darauf, weil in der Einschreibeordnung festgelegt ist, dass Sie für jede Prüfung eingeschrieben sein müssen. Auch wenn die letzte Prüfung knapp in ein neues Semester fällt, müssen Sie die Rückmeldung vornehmen.  Da die Studienbeiträge bei Rückmeldung fällig werden, sind auch diese zu zahlen.

Im gleichen Atemzug kann ich die Frage so manches Komilitonen beantworten, wie es denn um finanzielle Unterstützung während der Zeit, während der man seine Abschlussarbeit schreibt, steht.

Dazu bin ich beim BaföG Amt vorstellig geworden, nachdem ich von denen seit fünf Jahren nichts mehr wissen wollte. Ich bin direkt überrascht, dass mit einigen neuen Mitarbeitern wohl auch der Umgangston wesentlich freundlicher geworden ist. Die beiden Sachbearbeiter, die ich zwischen Herbst 2000 und Sommer 2003 kennen lernen durfte, waren meist eher unwirsch, wenn man ihnen Rückfragen stellte.

Man kann für die Dauer der Abschlussarbeit bis maximal zum 15. Fachsemester Förderung beantragen, auch wenn diese über die Bewilligungsfrist eines möglicherweise vorher existierenden BaföG Anspruchs hinausgeht. Dieses Examens-BaföG (ich weiß nicht, ob es offiziell so heißt) ist allerdings ein Volldarlehen, das bedeutet, man muss es in voller Höhe (BaföG normalerweise nur die Hälfte) zurückzahlen, außerdem, ebenfalls anders, kommen 5 % Zinsen hinzu.

In meinem Fall heißt das, dass ich mich bis spätestens vergangenen März hätte anmelden müssen, um noch Anspruch auf solche Unterstützung zu haben. Die Dame vom BaföG Amt verwies mich an das Studentenwerk.

Auch beim Studentenwerk kann man ein Darlehen beantragen, und das weiß scheinbar kaum einer, es heißt offiziell „Examensabschlussdarlehen“. Das Infoblatt zählt sieben Punkte auf, deren kurzgefasste Kerninhalte folgendermaßen aussehen:

– Die Höchstsumme beträgt 1800 E
– Man braucht einen deutschen Bürgen mit regelmäßigem Einkommen
– Zwei Professoren oder Dozenten müssen die akademische Leistungsfähigkeit bescheinigen
– Das Darlehen wird mit 3 % verzinst, allerdings erst ab zwei Monate nach Ablegen des Examens.

11. August 2008

Getagged, ich

Filed under: My Life,Spiele — 42317 @ 17:51

Ich wurde „getagged“.
Ableiten kann man das aus dem englischen Begriff „to play tag“, was sich ins Deutsche als „Fangen spielen“ übersetzt, was aber wiederum die Natur des an mir verübten Vorgangs nicht beschreibt. Im Deutschen sagt man „Fangen spielen“ und betont damit den Hauptteil der Tätigkeit, nämlich Rumrennen und herausfinden, wer der Schnellere ist. Die Englisch sprechende Welt legt den Schwerpunkt der Vokabel allerdings auf das gewünschte Endergebnis, und „to tag“ beschreibt die Aktion, den Gegner am Ende des gewonnenen Wettrennens zum Beispiel auf die Schulter zu klopfen, bzw. generell zu berühren, und diese Berührung ist das Signal, dass nun „der Getaggte“ seinerseits die Rolle des Aktiven im Spiel übernimmt, und andere mit einem „tag“ versehen soll.

Nun ist natürlich niemand bei mir vorbeigekommen und hat gesagt: „Du bist jetzt dran!“ Das geschah durch eine Mitteilung über Internet. Das heißt konkret, dass ich von einer mir flüchtig bekannten, in Hamburg lebenden Bloggerin aus Neuseeland aufgefordert wurde, an einer Art Spiel teilzunehmen, bei dem es darum geht, zum Beispiel Aussagen zu gewissen Thesen zu machen oder Dinge über die eigene Persönlichkeit preis zu geben, und wenn man das getan hat, gibt man die Initiative an andere Leute weiter. Ich glaube, in deutschen Forums- und Bloggerkreisen hat sich die Bezeichnung „sich gegenseitig ein Stöckchen zuwerfen“ etabliert, und wer das Stöckchen hat, der ist halt an der Reihe, seinen aktiven Beitrag zu leisten.

Ich wurde also aufgefordert, einen Blogeintrag zu verfassen, in dem ich sechs meiner Macken (Idiosynkrasien) kurz beschreiben soll. Da ich mich in dieser Angelegenheit für nicht objektiv genug halte, um selbst und allein einen solchen Eintrag zu verfassen, habe ich ein Dutzend Freunde um entsprechende Meinungen gebeten.

Der eine oder andere wird sich als nicht gefragt erkennen, aber das ist kein Ausdruck von Geringschätzung. Ich wollte etwas Streuung unter den Gefragten haben und habe daher Leute gefragt, die mich in verschiedenen sozialen Kontexten und zu verschiedenen Zeiten kennen gelernt haben. Es ist jeder der nicht gefragten eingeladen, die Kommentarfunktion dieses Artikels für Erweiterungen zu nutzen, sofern sie möchten.

Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass ich die meines Erachtens auffälligsten Dinge von allen oder zumindest oft zu hören bekomme, aber dem war nicht so. Da wurde von fast jedem etwas neues, eigenes hinzugefügt, und es gab nur zwei Auffälligkeiten, die mehrfach genannt wurden, aber keine, die von allen genannt wurde.

Es scheint, dass jedem etwas individuell aufgefallen ist, was den übrigen scheinbar entgangen oder weniger wichtig ist, was wunderschön unter Beweis stellt, dass Persönlichkeiten mitunter sehr viel facettenreicher sind, als wir das glauben, und dass wir gegenüber jedem Individuum in unserem sozialen Umfeld eine eigene, andere Rolle spielen, die wir in derselben Form niemand anderem vorführen. Die Rollen mögen sehr ähnlich sein, aber ich komme zu dem Schluss, dass man nicht gegenüber zwei Leuten die gleiche spielt, weil wir unser kommunikatives Verhalten der Persönlichkeit des Gesprächspartners anpassen.

Wie dem auch sei, die genannten Dinge beinhalten u.a. folgendes:

1. „Irgendwie anders“
Sehr abstrakt, aber ich höre es hin und wieder, wenn es um meine Persönlichkeit geht, oftmals im Zusammenhang mit dem scheinbaren Paradoxon zwischen meiner äußeren Erscheinung und meinem tatsächlichen Verhalten. Es ist übertrieben, zu behaupten, ich sähe aus wie jemand, der jeden Moment Amok laufen könnte, aber es ist nicht zu bestreiten, dass ich auf Menschen mit nicht ganz optimalem Selbstbewusstsein auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen einschüchternd wirke, wie jemand, den man besser nicht kritisieren sollte, um nicht eine Art von Unmut hervorzurufen. Darauf läuft es oft hinaus, wenn man mir Eindrücke meiner selbst schildert, nachdem ich die betreffende Person besser kennen gelernt habe (bzw. sie mich). Ich erinnere mich an ein Konzert, wo sich um mich herum ein leerer Kreis von einem Meter Radius befand, bevor die zunehmende Füllung der Halle das nicht mehr zuließ, außerdem setzt sich selten jemand fremdes freiwillig neben mich. Am auffälligsten scheint das bislang aber auf weibliche Menschen aus Japan zuzutreffen. Die Tochter meiner Hostfamilie musste ihre Freundinnen erst davon überzeugen, dass ich eben nicht zum Fürchten bin, und nachdem sie wussten, was von mir zu erwarten ist, war ich der Star und das Klettergerüst.

2. „Riecht an allem, was er verspeist“
Ja, durchaus. Ich weiß nicht, woher das kommt, aber es liegt zum Großteil daran, dass ich den Geruch von frisch zubereitetem Essen sehr mag. Der geringere Teil müsste sich mir selbst erst noch erschließen.

3.1. „Scannt seine Umgebung unter Nachahmung von Robocop-ähnlichen Geräuschen“
„Scannen“ bezieht sich auf die wohl bekloppte Angewohnheit, beim Erfassen einer größeren Räumlichkeit mit vielen Details den Kopf betont langsam von einer Seite zur anderen zu drehen und wieder zurück, schön gleichmäßig horizontal mit einer möglichst geringen vertikalen Abweichung.
Die damit verbundenen, leisen Geräusche sind eine alte Gewohnheit, die sich ebenfalls nicht abstreiten lässt. Ich habe als Kind viel Gefallen an der Imitation technischer Geräusche gefunden. Das Surren der Gelenke des „Robocop“ im gleichnamigen Film von Verhoeven hat mich jedenfalls sehr fasziniert.

3.2. „Pfeifen“
Mal was gutes eigentlich. Ich pfeife Melodien, mit meinen Lippen, oft. Ich habe 25 Jahre Erfahrung damit, habe auch hin und wieder bewusst geübt, beherrsche mehrere Techniken, und möchte behaupten, dass ich im Takt bleibe und die Töne treffe, weswegen ich glaube, dass ich keine Geräuschbelästigung darstelle, so wie die meisten Mitmenschen, die sich ebenfalls darin versuchen. An die hier im Blog erzählte Geschichte, dass man mich im Bus angesprochen hat, weil angeblich mein Handy klingelte, kann sich der eine oder andere vielleicht erinnern. Das Ausstoßen von kurzen lauten Pfeifsignalen (wie man nach einem Hund pfeift) ist dagegen nicht mein Ding, das habe ich nie begriffen.

3.3. „Rumbrüllen“
Nein, das bedeutet nicht, dass ich cholerisch werde. Dieser Zustand ist mir völlig fremd. Aber es kam in vergangenen Jahren vor, dass ich mich in Gesellschaft von Freunden wohl genug gefühlt habe, um mich etwas gehen zu lassen, auch ohne jeden Alkoholeinfluss. Und wenn ich denn etwas interessantes erzählte, neigte ich dazu, die Kernstellen mit Gestikulation und Lautmalerei zu unterstreichen. Mir wäre nicht bewusst, dass dies in den letzten Jahren noch einmal vorgekommen ist. Was natürlich nicht daran liegt, dass ich mir in meiner aktuellen Gesellschaft weniger wohl und ungezwungen vorkäme. Diese Angewohnheit könnte im Zuge meines Wehrdienstes verschwunden sein, denn sie beißt sich so ein bisschen mit dem folgenden Punkt:

4. „immer nüchtern und analysierend“
… und ich bin sicher, dass diese Eigenschaft erst nach meinem Wehrdienst aufgetreten ist.
Ich bin der Meinung, dass man sich in wichtigen Dingen nicht von Gefühlen leiten lassen sollte, und ich denke in vielen Situationen über Kosten und Nutzen alternativer Handlungsoptionen nach. Eben aber auch in Dingen, die der Welt der Gefühle angehören, wie Liebe und Partnerschaft, da stoße ich natürlich (?) auf Unverständnis. So bin ich paradox, weil ich in der Tat vieles aus dem Bauch heraus entscheide – dies sind dann aber meist Angelegenheiten, die nicht von weitreichender Bedeutung sind.

Ebenso bin ich Fatalist – was vorbei ist, ist vorbei, und wenn der Schock abgeklungen ist, muss man wieder nach vorn sehen und sich um die Zukunft kümmern, anstatt vergangenen Dingen nachzuweinen. Das Bild, dass ich schmerzhafte Erfahrungen so trenne, dass ich den subjektiven Schmerz in eine geistige Schublade packe und von der objektivierten Erfahrung zu profitieren versuche, wird mir dann und wann zur Last gelegt, obwohl ich schwer davon zu überzeugen sein werde, dass dieses Vorgehen falsch ist. Ich habe nun mal ein distanziertes Verhältnis zu Emotionen, und das ist keine bewusste Entscheidung gewesen.

5. „Du scheinst mir immer zu ehrlich gewesen zu sein, was im Vorstellungsgespräch/Job falsch ist“
Ja, ich tendiere dazu, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es in der jeweiligen Situation möglicherweise unangebracht sein könnte. Guter Hinweis. Wenn mir zum Beispiel jemand ein mir neues Gericht serviert, und ich finde es nicht so überzeugend (wobei ich immer zwischen individuellem Versagen und konzeptionellen Unvereinbarkeiten zu unterscheiden versuche), dann würde ich wahrscheinlich so was sagen, wie: „Schlecht ist es nicht, aber ich glaube, ich muss es jetzt auch nicht allzu bald noch mal essen.“ Hier hat sich der japanische Einfluss nie durchsetzen können. Japaner erzählen Dir alles, wenn sie das Gefühl haben, dass Du Dich damit besser fühlst, als mit der reinen Wahrheit. Wenn mich also eine wohlmeinende japanische Hausfrau nach meiner Meinung zu einem Essen gefragt hat, das mir nicht so zugesagt hat, dann würde mir der Schweiß ausbrechen und ich würde sagen, dass es „interessant“ geschmeckt habe. Anders als mein Vermieter, der unseren (zugegeben grässlichen) Kräutertee laut gelobt hat, ihn aber nach einem Nippen hat stehen lassen.

Im Vorstellungsgespräch wird auch gerne gefragt: „Wo sehen Sie denn Ihre Nachteile?“ Dann muss ich aufpassen, am besten sage ich dann, dass ich Angst vor Spinnen habe, was ja wahr ist, aber meine Fähigkeit, einen Job, der meiner Qualifikation entspricht, zu machen, nicht beeinträchtigt. Und wenn das als Finte erkannt wird und der Personalmensch nachhakt, dann könnte ich ja zugeben, dass ich notorisch immer die Wahrheit sage, auch wenn sie grade keiner hören will. Telefonmarketing wäre jedenfalls nichts für mich.

6. „manchmal arroganter als eine Katze, notorischer Besserwisser“

Ja, aber nur manchmal. Ich bin vielleicht kein guter Lerner, aber ich nehme Wissen, das mich interessiert, leicht auf und bewahre es über lange Zeit. Ich verstöre Gesprächspartner oft damit, dass ich Dinge als Allgemeinwissen voraussetze, die möglicherweise so allgemein bekannt doch nicht sind, und wenn ich dann sage: „Wie, Du weißt das nicht?“, dann kommt sich so mancher von oben herab behandelt vor.

Wenn jemand etwas sagt, was ich begründet widerlegen kann, dann tue ich das auch, und ich gebe zu, dass mir das nicht selten ein Genuss ist, je nachdem, wie ich das Verhalten des Berichtigten mir gegenüber oder sein Weltbild im Allgemeinen beurteile.

Ich weiß, dass ich viel weiß, und ich denke, man merkt das auch. Aber ich weiß auch, dass ich zu viele Dinge nicht weiß, die ich wissen müsste, von daher bin ich eigentlich bescheidener als ich arrogant bin.

7.1. „… dass du dir beim Nachdenken auf den Kopf haust“
Eine kleine Macke, die dem engsten Kreis von Leuten, denen ich vertraue, vorbehalten ist. Wenn ich über etwas nachdenke, was ich sofort wissen müsste, was mir aber als konkreter Gedanke nicht einfallen will, dann klopfe ich oft an meinen Kopf (meist an die Stirn) wie an eine Tür.
Was ich definitiv nicht mehr mache, ist, mir aus Spaß an der Freude und der entspannenden Wirkung wegen eine leere PET Flasche rhythmisch an den Kopf zu schlagen.

7.2. „Du reibst Dir gerne beim Nachdenken von unten her am Kinn hoch, wobei der Kopf nach oben gestreckt ist“
Das ist die Form des Nachdenkens, wenn ich nach einer Information erst graben muss, wenn sie mir also nicht quasi auf der Zunge liegt, oder erst besser formuliert werden muss.

7.3. „Beim Argumentieren haust Du gerne mit dem rechten Handrücken auf die linke Handfläche oder stocherst locker mit dem rechten Zeigefinger darauf rum (besonders dann, wenn Du eine logische Schlussfolgerung ziehst oder eine Argumentationskette aufstellst)“
Das wäre dann die Folgehandlung nach dem Kratzen am Kinn.

8. „Du kratzt Dich gerne an den Augenbrauen (früher war es noch Herausreißen)“
Ich zupfe auch heute noch an meinen Haaren (siehe Trichotillomanie), in erster Linie Augenbrauen und Bartstoppeln, seltener auch im Nacken, aber nie auf dem Kopf, und es ist auch bei weitem nicht mehr so häufig wie früher.

9.1. „ein immer noch etwas steifer, militärischer Gang, insbesondere ein betont langsames Abrollen der Stiefelsohlen.“
Das ist mir noch nicht voll zum Bewusstsein gelangt, obwohl ich natürlich selbst weiß, dass ich sehr viel anders gehe, beim Spazierengehen, heißt das, als andere Leute. Die stellenweise stärkere Abnutzung meiner Schuhsohlen zeigen das auf.

Aber mir war auch vor mehr als 15 Jahren schon klar, dass die meisten Menschen einen individuellen Gang haben. Bis zum Ende der Schulzeit hätte ich jeden meiner Freunde mit hoher Wahrscheinlichkeit an dem Geräusch erkannt, dass durch seine natürliche Schrittfolge entsteht.

9.2. „Militärfanatiker“
Ein böses Wort. Ich habe meine zwei Jahre bei der Armee genossen und ich stehe dazu. Ich trage auch gerne die entsprechenden Farben und erkenne eine gewisse Ästhetik in militärischen Gebrauchsgegenständen, ebenso mag ich Tugenden wie Disziplin und Ordnung, zumindest versuche ich mein Bestes, diesen gerecht zu werden. Aber ich bin weder ein so genannter Waffennarr, noch lässt meine freidenkerische Weltsicht Platz für Militarismus oder schlimmeres. Meine Sympathie für militärische Dinge bezieht sich nur auf historische Betrachtungen und oberflächliche Dinge, ich mag Freiheit und Recht und Einigkeit, in dieser Reihenfolge.

Dann müsste ich nur noch den Regeln gerecht werden.
a) Gib einen Link zum Blog der Person an, die Dich getagged hat: Miss Verständnis
b) Erläutere die Regeln – hiermit getan.
c) Gib mindestens sechs unbedeutende persönliche Eigenarten an
d) Gib das Stöckchen an sechs andere Leute weiter und gib Links zu ihren Seiten an.

Dann muss ich mal suchen, wer sich anbietet.
Ich nominiere:

M4D Scientist
Volkerrecht
Tallianna
Ozelotkompott
Melönchen und
Kundenhasser

e) Hinterlasse in den von Dir getaggten Blogs eine entsprechende Nachricht – schon dabei.

3. August 2008

Ich mag solche Tests…

Filed under: Rollenspiele,Spiele — 42317 @ 16:16

Allen denjenigen, die der englischen Sprache mächtig sind, kann ich hier ein unterhaltsames Quiz anbieten:

„What Mage are you?“

Und hier ist mein Ergebnis:

Alchemist

Die Analyse liest sich sehr interessant, obwohl sie, zumindest bei mir, den Ursprung dieses Fragebogens im Fantasy RPG Bereich – in diesem Falle „Ragnarök Online“ – offenbart.