Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

29. Juni 2008

Eine kleine Unterbrechung (Update)

Filed under: My Life — 42317 @ 21:46

Wie es aussieht, hält sich der Schaden an meinen Daten dank der Bemühungen von Thomas in Grenzen. Die wirklich wichtigen Dateien sind alle noch (bzw. wieder) da, die ideell wertvollen konnten aus verschiedenen Quellen rekonstruiert werden, und das, was tatsächlich verloren ist, kann durch Internetrecherche sicherlich in den kommenden Tagen wieder gefunden werden.

Der einzige Verlust, der mich jetzt wurmt, ist die so genannte Verleihliste, auf der festgehalten ist, wem ich was geliehen habe, denn alles, an was ich mich erinnern kann, sind 34 Mark vom alten Kameraden Malak und eine „Best Of“ CD von Motörhead, die ich vor 10 Jahren mal meinem Bruder geliehen habe (und die ich vermutlich nie wieder sehen würde, selbst, wenn ich Wert darauf legen würde).

Letzte Worte von heute: Deutschland liegt im Endspiel der aktuellen EM gegen Spanien mit 0:1 hinten und heute muss irgendwo in der Region hier eine Flugshow gewesen sein, denn zuerst wunderte ich mich nur darüber, warum wohl eine Ju-52 an meinem Fenster vorbeirauschte, aber die Formation von fünf Messerschmitts (109er) eine Stunde später war durchaus beeindruckend.

27. Juni 2008

Eine kleine Unterbrechung

Filed under: My Life — 42317 @ 11:58

Eigentlich wollte ich dieser Tage mal was neues schreiben, denn erstens bin ich in Koblenz gewesen und habe ein paar neue Fotos von der Gegend und in meinem Lieblingsmuseum (in Deutschland) geschossen, und zweitens war ich in Koblenz, weil ich Freikarten fürs Odeon Kino gewonnen und mir den Film „Hanami“ von Doris Dörrie angesehen hatte.

Allerdings hat meine Festplatte, auf der die Daten lagern, ein Problem, denn aus heiterem Himmel und mir unerklärlichen Gründen ist ein Datenverlust von 25 % aufgetreten, den Thomas gerade zu kitten versucht. Über „Hanami“ könnte ich natürlich dennoch schreiben, allerdings ist mir grade nicht danach, und der aktuell bestehende Verlust aller meiner Bilddateien verhindert effektiv, dass ich irgendwelche meiner Fotos veröffentlichen kann.

Weiterhin betroffen sind Videos und MP3 Dateien, die man aber bestimmt irgendwoher wieder kriegen kann, sogar die Neujahrsnachricht von Hayashibara Megumi vom 01.01.2001 dürfte noch irgendwo auf einem uralten Backup rumfliegen, hoffe ich zumindest. Wenn nicht, wäre es das einzige Video, dessen Verlust ich ernsthaft bedauern müsste.

Word Dokumente sind erstaunlicherweise ziemlich wenige verloren gegangen, von den 150 MB meines entsprechenden Ordner sind nicht einmal ein Dutzend Dateien betroffen, und auch dabei handelt es sich um keine wichtigen. Meine Magisterarbeit wird ab sofort an drei getrennten Orten gelagert…

Thomas hat mir gemeldet, dass das eine oder andere wieder aufgetaucht sei, allerdings muss ich erst einen Überblick darüber bekommen, um was es sich dabei handelt.

Empfohlen hat man mir übrigens für solche Fälle ein Programm namens „TestDisk“.

15. Juni 2008

Pani Poni Dash!

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 21:21

„Pani Poni Dash“ ist eine irre Show für Spezialisten. Für hardcore Animefans. Für Filmfreaks. Die Serie beinhaltet eine unglaubliche Anzahl von Anspielungen, für deren Verständnis man viel gesehen haben muss, und jedes Mal, wenn man sich eine Episode anschaut, entdeckt man etwas Neues. Das fängt schon mit der Klassifizierung der Charaktere in RPG Begriffen und dem ständig wechselnden Tafelbild an…

Die zentrale Figur der Serie ist Rebecca Miyamoto. Sie ist ein Wunderkind und hat im Alter von 11 Jahren einen Abschluss am MIT gemacht – um Oberschullehrerin in Japan zu werden. Da sie ein auffälliges Exemplar der Gattung Mensch ist, beschließt eine Forschungsgruppe von Außerirdischen, sie genauer unter die Lupe zu nehmen und beobachtet ihre Aktivitäten von einer geostationären Umlaufbahn aus.

Als erstes muss Becky die Schule finden, wo sie arbeiten soll, dann muss sie mit ihren Schülern klarkommen – den sechs oder sieben, die Namen haben, heißt das. Alle anderen werden schlicht „Nokori-sama“ genannt – „die Übrigen“.

Die Serie lebt von den verrückten Charakteren um Rebecca, die von ihren Schülerinnen Becky genannt wird, von dem Slapstick, den Anspielungen, den Parodien auf alles und jeden, den abgefahrenen Plots, und der Frage, ob das, was man da sieht, wirklich passiert. Außerdem hat die Serie eine Sprecherbesetzung, die in etwa die creme de la creme der Gegenwart darstellt, da sind Yukino Satsuki, Orikasa Fumiko, Higuchi Chieko und Horie Yui, und das sind nur die, die auffallen, wenn man sich nur oberflächlich mit Seiyû auseinandersetzt.

Wer „Azumanga Daioh“ für die Interaktionen der mindestens ebenso überdrehten Charaktere mochte, wird auch diese Serie mögen. Bedingungslos, bis in den Tod. *lol* Die fast unüberschaubare Ansammlung von Anspielungen auf andere Serien ist das, was „Pani Poni Dash“ der Konkurrenz voraus?hat. Um nur die im Westen bekanntesten davon zu nennen:

Angelic Layer, Azumanga Daioh, Cutey Honey, Devilman, DragonBall, Final Fantasy, Fist of the Northstar, Friday the 13th, Full Metal Jacket, Gunbuster, Gundam, Indiana Jones, James Bond, Kamichû, Lord of the Rings, Lupin III., Macross 7, Mahô tsukai-tai, Metal Gear Solid, Ninja Scroll, Planet of the Apes, Ranma, SailorMoon, Sexy Commando Gaiden…

Der Soundtrack kommt sehr gut in den Ohren an, stilistisch gestreut, ist für jeden, der dem großzügig formulierten Genre „Anime Musik“ zugetan ist, etwas dabei, meines Erachtens handelt es sich um einen der besten Comedy Soundtracks der letzten Jahre, möglicherweise muss man die „Project A-Ko“ Image-Alben aus der Mottenkiste kramen, um ähnlich unterhaltsame Texte zu bekommen.

Sehr zufrieden stellend ist in diesem Zusammenhang, dass alle Songs von dem originalen Seiyû gesungen werden, ohne „Fremdbeitrag“ einer von außen kommenden Band, von denen ein Stück für die Serie herausgesucht wurde. Nein, alle Sängerinnen sind auch als Sprecherinnen im Anime zu hören.

Minami-ke

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 20:54

„Minami-ke“ („Die Familie Minami“) ist ein reiner Slice-of-Life Anime über das mehr oder weniger alltägliche Leben der Minami-Schwestern Haruka (17), Kana (14) und Chiaki (11). Die Serie verfolgt keinerlei durchgehende Geschichte, und von ein paar kleinen Anspielungen und den eingeführten Charakteren abgesehen, kann man sie auch in beliebiger Reihenfolge ansehen, deshalb “reiner Slice-of-Life Anime”. Was man wissen muss, ist, dass die drei Schwestern aus einem ungenannten Grund ohne ihre Eltern in einem Apartment wohnen, und dass die älteste Schwester die Rolle der Mutter für die jüngeren beiden übernimmt. Der einzige ältere Verwandte ist Takeru, ein Cousin der Mädchen, den sie aber nichtsdestotrotz “Onkel” (“Oji-san”) nennen.

Die drei Schwestern sind archetypische Charaktere, also Haruka ist die wohlwollende und warmherzige ältere Schwester, Kana das hyperaktive Spatzenhirn, und Chiaki ist die intelligente und introvertierte Realistin, deren humoristische Momente auf ihrem Mangel an Lebenserfahrung beruhen. Weitere Charaktere sind zum Beispiel besagter Takeru, ständig ohne Freundin aber mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt, und eine Reihe von hauptsächlich weiblichen Freunden der Schwestern.

Man kann – muss – ganz eindeutig feststellen, dass die Serie sehr “moe” ist. Da ist eine Reihe niedlicher Mädchen, es gibt Entkleidungsszenen und ausgelebten Unsinn, aber man bekommt nichts Explizites zu sehen, es hält sich alles in einem Rahmen, der die Serie uneingeschränkt für Jugendliche geeignet macht. Hinzu kommt ein sehr gutes Charakterdesign, sehr schönes Artwork und überzeugende SynchronsprecherInnen, dann weiß jeder, von was für einer Art lockerer Unterhaltung wir sprechen.

Die komödischen Elemente sind in erster Linie Slapstick und Humor durch Übertreibung, und auch der gegebene Grad an “häuslicher Gewalt” (vergleiche “Crayon Shin-chan”), wenn Kana zum Beispiel unerlaubt Chiakis Kuchen isst, senkt den Spaßlevel in keiner Weise. Viel Humor kommt allerdings auch aus Parodien auf japanische Fernsehnachrichten und Fernsehdramen, in denen jedes Klischee durch den Kakao gezogen wird.

Sehr auffällig bleibt ein Element von Beginn bis Ende: Geschlechterrollen.
Chiaki hat einen Klassenkameraden namens Makoto, der dazu neigt, aus Ungeschicklichkeit Fehler zu machen und deshalb von Chiaki vom gemeinsamen Hausaufgabenmachen mit Freunden im Minami Haushalt verbannt wird. Makoto allerdings himmelt Haruka an und ist begierig, in die Runde zurückzukehren, also eröffnet Kana ihm den Plan, dass er sich als Mädchen verkleiden soll, und stellt ihn/sie als ihre jüngere Mitschülerin Mako-chan vor. Verwicklungen unterschiedlichster Art und Druck von Kana zwingen ihn, das Doppelleben aufrecht zu erhalten, das heißt, in der Schule ist er Makoto und bei den Minami-Schwestern ist er Mako-chan.

Und dann gibt es da noch Tôma. Tôma ist ein Mädchen, aber auf Grund der Tatsache, dass sie mit drei älteren Brüdern zusammenlebt (das heißt, sie hat kein weibliches Vorbild), ist sie in der Tat einer der klarsten Fälle von Tomboy, die man jemals sehen wird. Sie lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass sie ein Mädchen ist, bis Chiaki sich aus irgendeinem Grund dazu entschließt, die ein paar Monate ältere Tôma zu ihrem jüngeren Bruder zu erklären. Daher, wann immer sie die Minamis besucht, schlüpft Tôma in die Rolle eines Jungen.

Natürlich generiert dieser Widerspruch einen eigenen Humor, wo auch sonst als in Strand-, Onsen- und Schwimmbadepisoden, da Mako-chan ihre wahre Identität vor Chiaki und Haruka geheim hält, während Tôma, warum auch immer, ihr wahres Geschlecht vor Kanas Klassenkameraden Fujioka versteckt (der sich in Kana verliebt hat). Es macht Spaß, diese Konflikte zu beobachten und wie sich das Verhalten und die Sprache der Betroffenen ändert, wenn sie in die jeweils andere Rolle schlüpfen. Interessant ist dabei, zu bemerken, dass Tôma eine tiefere Stimme hat als Makoto (die Sprecherinnen sind beide weiblich).

Es gibt eine zweite Staffel zur Serie, die sich “Okawari” nennt, also “Nachschlag”, wie man beim Essen so schön sagt. Leider hat die zweite Staffel nichts Neues zu bieten, außer einem bebrillten neuen Klassenkameraden von Chiaki. Vielleicht wollten die Produzenten das geschlechtliche Ungleichgewicht beheben, oder aber jemand war der Meinung, dass man etwas brauchte, was an ein romantisches Element heran kommt?

Auf den zweiten Blick muss man vielleicht doch sagen, dass es eine ganze Menge neuer Dinge in “Okawari” gibt – aber sie sind dem Publikum nur schwer oder gar unmöglich zu erklären. Es scheint, als habe man die Charaktere in der Show gelassen und alles andere ausgetauscht – die Schulen, die die Schwestern besuchen, sehen völlig anders aus, denn während zum Beispiel Harukas Schule in der ersten Staffel ein Standardgebäude war, nach dessen Muster eine Menge Schulen in Japan gebaut sind, erscheint sie in der zweiten Staffel optisch wie eine Eliteanstalt mit toppmoderner Architektur.

Das Haus, in dem die Mädchen wohnen, sieht ganz anders aus, so war in der ersten Staffel die Treppe/der Fahrstuhl rechts von der Apartmenttür, und neuerdings befindet sich das Apartment ganz rechts im Stockwerk, mit der Treppe zur Linken.
Das Innere des Apartments hat sich völlig verändert – anfangs war die Küchenzeile vom Esszimmer mit einem Plastikvorhang abgetrennt, jetzt gibt es eine relativ große Küche mit einem Esstisch darin. In der ersten Staffel hatte jede der Schwestern ihr eigenes Zimmer, und in der zweiten Staffel müssen sich Chiaki und Kana ein Zimmer teilen, und natürlich sind die Möbel darin inzwischen ganz andere. Diese Unbeständigkeit ist leider sehr bedauerlich.

“Okawari” hat sehr schöne und auch sehr lustige Momente, aber insgesamt kommt die zweite Staffel nicht mehr an die Qualität des Originals heran, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier versucht wurde, mit einem Plus an Fanservice noch zu punkten. Es ist auch nicht notwendig, “Okawari” zu sehen, denn auch hier bleibt es beim Slice-of-Life ohne Storyline und ohne echten Klimax, und alles, was man verpasst, ist ein Nachschlag hübscher Mädchen für jeden Geschmack.

Übersehen wir nicht die dritte Staffel: „Okaeri“. Das bedeutet etwa „Willkommen zuhaus“. Auch hier sind die Umgebungselemente anders als in Staffel 1, halten sich aber weitgehend an die Umstände in „Okawari“. Positiv ist zu bemerken, dass man mit dem Humor „back to the roots“ gegangen ist, das heißt, der Fanservice wurde wieder zurückgefahren, während man sich auf die Gagelemente der ersten Staffel besonnen hat.

Wie bereits gesagt, hat mir die Arbeit der SynchronsprecherInnen ganz hervorragend gefallen, und ich habe die Serie überhaupt nur angesehen, weil Inoue Marina eine Hauptrolle – als Kana – hat. Sie trägt damit maßgeblich zu meinem Vergnügen und Gefallen an der Serie bei, obwohl ich sagen muss, dass Higuchi Chieko (Tomo in “Azumanga Daiô”) noch einen Tick besser gewesen wäre.
Eine weitere gute Besetzung ist Chihara Minori als Chiaki. Nachdem sie in “Suzumiya Haruhi” die Rolle der stillen Nagato Yuki hatte, zeigt sie in “Minami-ke” viel Talent für die Stimme der selbstbewussten und oft emotionalen jüngsten Schwester.

Yami to Bôshi to Hon no Tabibito

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 13:44

Schon wieder so ein schwerer Fall von Anime, wenn man ihn denn beschreiben will. Denn „Yamibô“, wie der japanische Fan die Serie abkürzt, hat schon mal kein festes Setting, es sei denn, man will „Multidimensionale Abenteuer“ ein Setting nennen, wo man doch schon nur unter wohlwollenden Bedingungen von einem Genre sprechen kann.

Dabei fängt die Sache ganz „normal mysteriös“ an. Die Oberschülerinnen Hazuki und Hatsumi leben im selben Haushalt, und während ihr gemeinsamer Familienname eine geschwisterliche Beziehung suggeriert, bleiben dennoch die Yuri-Elemente ihres Verhältnisses sehr vordergründig. Hazuki fällt dabei die Rolle des Tomboys zu, resolut, aber auch sensibel, während Hatsumi offenbar stumm und ein sehr zurückhaltendes Mädchen ist, das zu Beginn der Serie am Vorabend ihres sechzehnten Geburtstags steht. Während der Nacht verschwindet sie auf geradezu magische Art und Weise, und Hazuki macht sich auf die Suche nach ihr, wobei der Weg durch verschiedenste Dimensionen führt, in denen Hatsumi immer eine bedeutende Rolle zu spielen scheint, und das unter verschiedenen Namen.

Die grafische Erscheinung von „Yamibô“ (von Carnelian) ist sehr ansprechend, was sich in erster Linie an den Charakterdesigns bemerkbar macht, obwohl diese in einzelnen Fällen vielleicht einen Tick zu weit ins Erotische rutschen (ohne jedoch in irgendeiner Weise explizit zu werden, „FSK 16“ wäre eigentlich schon vorauseilender Gehorsam) – die Serie ist nicht umsonst im japanischen Nachtprogramm gelaufen, ich müsste jetzt mein Japantagebuch zu Rate ziehen, um die genaue Uhrzeit nachzuvollziehen, aber ich glaube, die Sendezeit lag so zwischen 23 Uhr und Mitternacht. Aber auch ohne die sanfte Erotik, die sich in erster Linie in der Kleidung weniger Charaktere niederschlägt, bekommt man erstklassige Grafik und Animationsqualität.

Die wechselnden Settings der Geschichte sorgen an sich bereits für Spannung, denn man weiß nie, was man als nächstes geboten bekommt, sei es ein Agentenabenteuer in einem fahrenden Zug (Agatha Christie hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen), ein Opferkult vorzeitlicher Menschen, ein fantastisch angehauchtes, frühmodernes Japan oder ein klassischer (japanischer) Gebäudekomplex zwischen allen Dimensionen. Es wird nie langweilig, und intelligente „story twists“ und die Charaktere tragen ebenfalls viel zur Stimmung bei.

Die Leistung der SynchronsprecherInnen hält sich ebenfalls auf einem hohen Niveau, und ich muss mich eigentlich wundern, dass ich lediglich zwei mir auf Anhieb bekannte Namen (Inoue Kikuko und Paku Romi) in der Liste finde, und das in Nebenrollen. Dennoch: Hut ab. Sehr stimmig und passend, da hat man sich im Studio Mühe gegeben.

Nur der Soundtrack steht im Schnitt etwas zurück – was nicht heißen soll, dass er schlecht wäre, nein, ganz und gar nicht. Der Soundtrack ist sehr schön, Opening und Ending können ebenso gefallen wie auch der Hintergrundsoundtrack sich hervorragend in die Bilder einfügt, aber es ist nichts dabei, von was ich persönlich sagen müsste: „Das will ich unbedingt haben!“

Mir „Yamibô“ anzusehen entsprang dem Gedanken, mir ein Bild von existierenden kurzen Serien zu machen, also im Rahmen von bis zu 13 abgeschlossenen Episoden. Für einen kurzweiligen Nachmittag kann ich diese Serie allen empfehlen, die japanischen Animationsfilmen etwas abgewinnen können, ich bin sicher, es wird keine Zeitverschwendung sein.

10. Juni 2008

Baccano!

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 17:42

Es ist schon eine Herausforderung, etwas über Baccano!“ zu sagen, aber wenn ich die Serie für das kommende Programm des ACT vorschlagen will, dann muss ich gemäß meiner selbst gesetzten Regeln etwas sinnvolles darüber zu Papier bringen (im übertragenden Sinne, da diese Zeilen vermutlich nie auf Papier landen werden).

Angesetzt in den USA der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts findet man eine Ansammlung von Charakteren, die alle mehr oder minder mit der Mafia zusammenhängen, deren verschiedene Familien in blutige Fehden um Macht und Überleben verstrickt sind, aber es geht nicht um illegale Whiskeybars oder Al Capone, obwohl Mafiaterrorismus durchaus eine Rolle spielt. Denn es gibt da eine heterogene Gruppe von Unsterblichen mit Regenerationsfähigkeiten, die ganze Clans von Highlandern beschämen würden, erschaffen von einer dämonischen Präsenz, die nur einem von ihnen das Rezept für das Elixir verraten hat. Aber die Jagd verschiedener Leute nach diesem Wissen ist nur ein Teil des Ganzen.

„Baccano!“ anzusehen, kann den Zuschauer in große Verwirrung stürzen, denn die Geschichte entfaltet sich wie eine Trilogie, und davon alle Bücher zur gleichen Zeit. Man muss Storyelemente aus den Jahren 1930, 1931 und 1932 im Auge behalten, die in nicht-chronologischer Reihenfolge szenenweise dargeboten werden. Das wiederum macht es am Ende jedoch um so interessanter, zu sehen, wie die einzelnen Fäden zusammengefügt werden, um ein Ganzes zu ergeben, aber bis dahin erlebt man wirklich irre Erzählweise, die schon mit der Einführung in die Geschichte durch Charaktere beginnt, die keine Rolle in dem Erzählten spielen.

Ich fand die Charaktere sehr interessant, möglicherweise aus dem Grund, dass es sich bei fast allen um hochgradig erfahrene Kämpfer und Killer handelt, und die Darstellung ihres Könnens hält geradezu grotesk brutale Szenen bereit, ohne jedoch geschmacklos und gewaltverherrlichend zu wirken. Mit Ausnahme von Miria und Isaac, einem Paar geistig minderbemittelter, aber wohlmeinender Räuber mit einer Menge Glück zu ihren Diensten, gibt es kaum einen Charakter, der wirklich sympathisch wäre (über Ennis könnte man reden…), was an sich ein fetter Minuspunkt ist… was an sich ein fetter Minuspunkt wäre, wenn die Ansammlung von mehr oder minder unsympathischen Gesellen nicht auch dicke Boni auf „Coolness“ hätten. Es handelt sich um eine „garstige“ Art von Coolness, aber dennoch… ich meine zum Beispiel, sobald man den so genannten „Rail Tracer“ mit seinem verzerrten Sinn für Gerechtigkeit zu mögen beginnt, tut er etwas… abartiges. Von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet, kann man auch an den abgefahrensten Vertretern dieser Leute doch noch eine menschliche Seite erkennen.

Die Animationsqualität ist sehr gut, dasselbe lässt sich über die Choreografie von Kämpfen sagen, sehr spannend und ein Genuss für Actionfans, mit regelmäßigen Cliffhangern, wenn die Story von einer Handlungsebene zur nächsten wechselt.

Der Hintergrundsoundtrack bleibt seinem Namen treu und bleibt im Hintergrund. In diesem Falle ist das ein echter Bonus, und zwar nicht, weil die Musik schlecht wäre, sondern ganz im Gegenteil, weil die Musik sehr schön zur Zeit und zur Stimmung der Szenen passt und die Serie so ganz hervorragend untermalt. Wenn man den Soundtrack für sich allein anhört, wird man schnell zu dem Urteil kommen, dass er eigentlich nur was ist für Freunde von Fahrstuhl- und Smooth Jazz Lounge Music.

Um zu meinem Lieblingsthema zu kommen, kann ich der Synchro ein großes Lob aussprechen, und das, obwohl man keine großen Namen in der Sprecherliste findet, mit Ausnahme von Yamaguchi Kappei (Inuyasha) in einer kleinen Nebenrolle als irrer Foltermeister der Mafia mit einer Vorliebe für Scheren.

„Baccano!“ lädt ganz eindeutig dazu ein, mehrfach angesehen zu werden, um den Zusammenhang der Handlungsfäden neu zu überdenken, sofern man nicht von dem hohen Grad an Gewalt abgeschreckt wird, mit einer Unzahl von Schusslöchern, Messerschnitten, spritzendem Blut, platzenden Köpfen und abgetrennter Gliedmaßen. Es mag schwierig sein, nach einem Mal ansehen die Beziehungen der einzelnen Charaktere zueinander zu verstehen, und es gibt eine Menge Charaktere. Offenbar genügend, um die Produzenten dazu zu verleiten, die Namen in jedem Intro laufen zu lassen.

Amüsant dabei wirkt, dass es sich um eine Liste von Namen handelt, die der Schöpfer für italienische, deutsche und amerikanische Namen hielt:

„Isaac Dian“,
„Miria Harvent“,
„Firo Prochainezo“,
„Maiza Avaro“,
„Keith, Berga and Luck Gandor“,
„Szilard Quates“,
„Ennis“,
„Lua Klein“,
„Ladd Russo“,
„Chane Laforet“
„Nice Holystone“ (pronounced like „niece“),
„Jacuzzi Splot“,
„Eve and Dallas Genoard“,
„Czeslaw Meyer“.

Einige davon mögen realistisch sein, die meisten sind es, denke ich, nicht. Aber ich glaube, wenn nicht alle Namen so schön lesbar in westlicher Schrift im Intro auftauchen würden, dann hätten die Leute, die die Untertitel zur Verfügung gestellt haben, ein paar echt harte Nüsse zu knacken gehabt.

Nichts wie weg

Filed under: My Life — 42317 @ 16:19

Sponsored by Opa habe ich mir einen Sonntagsurlaub gegönnt, das heißt, ich bin zusammen mit den Großeltern am Sonntag Morgen um 0510 Uhr losgefahren, in die 420 km entfernte Fränkische Schweiz, wo ich mich unter anderem in Tüchersfeld wiederfand, an dessen Ortsschild noch eine Werbung für die Internationale Funkausstellung in Berlin im September 1983 prangte:

Tüchersfeld

Zunächst kam ich allerdings nach Pottenstein, wo sich eine große Tropfsteinhöhle befindet, die man Anfang der Dreißiger Jahre entdeckt hatte. Manche der größeren Tropfsteingebilde werden auf 150.000 bis 300.000 Jahre geschätzt, wohl ausgehend von der Tatsache, dass es 13 Jahre dauert, bis sich ein Milimeter der Kalkablagerung manifestiert hat. Sonderlich beeindruckend fand ich die Formationen nicht, die so hochtragende Namen wie „Papstkrone“ oder „Kaiser Barbarossa“ tragen, aber ich kam nicht umhin, wenigstens diese Ansammlung von Phallussymbolen zu fotografieren:

Tropfsteine

Für 3 E (Studentenpreis) kann man an einer Führung teilnehmen, die 45 Minuten dauert, und während die Informationslage wohl solide ist, hätte ich mir eine bessere Rahmengestaltung gewünscht. Dem wohl etwas über 50 Jahre alten Angestellten merkt man an, dass er die Tour seit Jahren macht. Er kennt seinen Text auswendig und spult ihn herunter wie eine Produktbeschreibung auf einem der Dauerwerbekanäle im Fernsehen, mit sich immer wiederholender Satzmelodie. Hinzu kommt, dass die „Highlights“ in dem Höhlensystem, das heißt, die drei Hallen, auch noch mit pathtischer Musik untermalt werden – das allerdings nur eingangs. Der Führer drückt auf einen Knopf seiner Fernbedienung, worauf eine vorprogrammierte Folge von Lichteffekten den Ort erleuchtet, in Blau, Grün, Rot, Gelb und auch Weiß, untermalt von eben jener Musik, die etwa eine Minute spielt und dann ausklingt, worauf wir die mündlichen Informationen zum Platz erhalten.

Die Musik klingt so richtig fehl am Platz, und das würde sie nicht, wenn sie leise während der gesamten Tour im Hintergrund zu hören wäre, und das Lichtspiel sollte man besser fahren, um den Text des Führers zu untermalen, während dessen Ausführungen man das beschriebene Objekt ja optisch hervorheben könnte.

Ich sage nicht, dass die Investition von 3 E verschwendet war, aber die Gestaltung hätte besser sein können. Denn Höhlen bekomme ich auch in Homburg, und Tropfsteinhöhlen auch in Niedaltdorf. Was die Höhlen in Pottenstein den saarländischen Voraus haben, sind allerdings die Höhlenbären:

Bär

Vor circa 35.000 Jahren waren die geräumigen Gewölbe von mehreren Dutzend Höhlenbären bewohnt. Durch einen Deckeneinsturz im Eingangsbereich wurden die durchschnittlich dreieinhalbe Meter großen Bären eingeschlossen und verendeten, wovon einige Knochenhaufen und eben das restaurierte Skelett künden.

Natürlich befinden sich im Eingangsbereich ein Gastbetrieb und auch ein Souvenirladen, wo man u.a. folgendes erstehen kann:

Chinesische Weisheiten

Daneben befindet sich ein Automat, an dem ich mir ein Andenken „selber“ machen kann, und dazu soll ich in den linken Einwurfschlitz einen Euro werfen und in den rechten 5 Cent. Der Euro schaltet die Kurbel frei, mit deren hebelgesetzlicher Hilfe ich die Fünfcentmünze plattwalzen und mit einem „Pottensteiner Tropfsteinhöhle“ Wappen mit Bärenskelett imprägnieren lassen kann. Ja bin ich denn bescheuert oder was? Und ist das Zerstören von Geld nicht illegal?

Danach wartete ich erst einmal auf die Großeltern, die angesichts der nicht wenigen Stufen lieber draußen geblieben waren und sich auf die Suche nach einem Platz zum Mittagessen gemacht hatten. Mein Blick streifte dabei ein Sammelsurium von Reisenden, die ebenfalls die Höhlen besichtigen wollten, darunter ein paar ganz wenige in meinem Alter, meistens jedoch ältere Herrschaften (darunter einer, der sich mit Hinweis auf unser HOM Nummernschild geradezu auf mich stürzte mit der freudigen Mitteilung, dass er ein seit 40 Jahren in Wiesbaden wohnender Neunkircher sei, der sich immer freue, mit Landsleuten saarlännisch schwätze zu kenne) mit kleinen Enkelkindern im Alter bis zu zehn Jahren, aber von hübschen jungen Frauen keine Spur (in der ganzen Gegend)! 🙂

Wir haben also im Anschluss zu Mittag gegessen und sind mit 30 Euro für drei Personen satt wieder aus dem Restaurant gekommen. Währenddessen brach allerdings ein kurzes und heftiges Gewitter über die Gegend herein, das just erst wieder aufhörte, als wir wieder nach draußen gingen. Den Rest des Nachmittags blieb das Wetter wechselhaft und schwankte zwischen heißem Sonnenschein und Regenschauern.

Da die Großeltern natürlich nicht mehr gut zu Fuß sind, machten sie lediglich einen Spaziergang durch den Ort und fanden in ihren Mägen tatsächlich noch den Platz für Kaffee und Kuchen, den ich nach der Schweinshaxe mit Knödel vergeblich hätte suchen müssen. Mir war dann doch eher nach Verdauungsspaziergang, allerdings offenbarte die touristisch hervorragend erschlossene Gegend eine Schwäche in Relation zu meinem Zeitplan. Mir waren drei Stunden Zeit gegeben, bevor wir uns wieder auf die vier Stunden währende Rückfahrt machten, und es war leider so, dass es nur zwei sehr kurze Strecken gab und eine sehr lange. Die lange Strecke war 16 Kilometer lang, und ich hätte sie wohl genommen, wenn ich sicher gewesen wäre, wie sich der Höhenverlauf gestaltete. 16 Kilometer sind bequem in drei Stunden zu schaffen, wenn die Gegend halbwegs flach ist, allerdings habe ich es hier mit einem Mittelgebirge zu tun, von daher wollte ich es zeitlich nicht riskieren, auch im Hinblick darauf, dass ich zwar ein Telefon für Verspätungsmitteilungen dabei hatte, aber eben die „andere Partei“ nicht.

Ich nahm also die zwei kurzen Touren, die mich jeweils eine Stunde beschäftigten und mir keine Gelegenheit gaben, mich kurz hinzusetzen, weil die Sitzbänke im Schatten nassgeregnet waren und die trockenen in der prallen Sonne standen. Um das beste daraus zu machen, betrachtete ich die Landschaft von unten

Kla,,

und von oben

Flaggenstein

und von „innen“

Waldlicht

und bewunderte die Gesteinsformationen:

Leben in der Lage

Die verbliebene knappe Stunde setzte ich mich dann allerdings doch noch auf eine fast trockene Holzbank mit Tisch (ich hatte Polstermaterial dabei) in die Sonne, bedeckte mich aber mit einem großen Regenschirm (den ich ebenfalls eingepackt hatte) und schlief dort bis um kurz vor Vier, als mich ein weiterer Regenschauer trommelnd auf die fortgeschrittene Uhrzeit aufmerksam machte, und während ein paar andere Wanderer eiligen Schrittes in Richtung Ortseingang strebten, konnte ich in meiner „Deckung“ ganz entspannt meinen Aufbruch in Angriff nehmen.

Auch hier war das Erlebnis im Vergleich zum (Reise-) Kostenaufwand eher mittelprächtig, denn Wandermöglichkeiten dieser Art bekomme ich auch in der Eifel geboten, die nur wenige Kilometer nördlich von hier beginnt, und wohin ich kostengünstig mit einem Überlandbus von Trier aus fahren könnte.

Die Autofahrt in die Heimat verlief, ebenso wie die Hinfahrt, ereignislos, abgesehen von einem unspektakulären Engpass westlich von Nürnberg, wo ein kleiner PKW in die Leitplanke geraten war. Trotz erheblichen Sachschadens war scheinbar niemand verletzt worden, denn unter all den Blaulichtfahrzeugen, die sich den Weg durch den entstehenden Stau bahnten, befand sich kein Krankenwagen.

Und warum ist für eine solche Tour eine Sonnenbrille sehr praktisch?
Weil man frühmorgens in den Sonnenaufgang und spätabends in den Sonnenuntergang fährt, wenn man wie ich so weit aus dem Westen Deutschlands kommt, dass es westlicher kaum noch geht.

Der Mai war gekommen…

Filed under: My Life — 42317 @ 14:04

Der Frühsommer ist für mich immer eine Zeit, mir die Haare zu raufen, was grundsätzlich an der eintreffenden Nebenkostenabrechnung liegt.

Dieses Jahr erhielten wir eine Rechnung, in der wir aufgefordert wurden, trotz einer übers Jahr geleisteten, um 360 auf etwa 1850 Euro gestiegenen Vorauszahlung, für Strom und Wasser noch einmal 320 Euro nachzuzahlen. Interessant war dabei zu sehen, wie ein um gerade mal 1,5 % gestiegener Stromverbrauch zu einer überproportional gestiegenen Rechnung geführt hat, nachdem die Energiepreise in den vergangenen Monaten nach oben gegangen waren. Rechnet man hinzu, dass der Arbeitsvertrag meiner Freundin von Burger King nicht verlängert wurde, kann man sich in etwa denken, wie es um die potentielle Ausbreitung meiner grauen Haare bestellt ist, denn von meinem in der Regel bei 300 bis 350 Euro liegenden Monatseinkommen kann ich nicht einmal die Miete zahlen, die bei 430 E liegt.

Aber es kam ein wenig anders. Wenige Tage später teilten uns die Stadtwerke mit, dass man bei der Berechnung unserer Nachzahlung einen Fehler gemacht habe, weshalb die Forderung mittlerweile nur noch bei etwa 160 E liegt. Das heißt, wir müssen immer noch nachzahlen, aber es ist nur noch halb so viel, und das ist eine Menge Moos, die da auf meinem Konto verbleibt.

Aber selbst dann müssen die Bemühungen meiner Freundin um einen neuen Arbeitsplatz bald Früchte tragen, dann die finanzielle Doppelbelastung kann ich nicht länger als bis zum Herbst tragen, dann ist auf meinem Konto Schicht im Schacht, wie man so schön sagt. Hier kommt jedoch auch ein trüber Lichtblick von anderer Seite, von der uns finanzielle Unterstützung angeboten wird. Ich persönlich bin in der Angelegenheit noch unschlüssig. Ich möchte erst sehen, wie sich die Lage in den kommenden Wochen verändert.

Der spontane Plan war, eine billigere Wohnung zu finden, zusammen mit einer guten Freundin, die vom alleine Wohnen die Nase voll hat. Wir würden Strom und Wasser wohl nirgendwo billiger bekommen, aber vielleicht könnte man mit einer niedrigeren Grundmiete so einiges retten? Ich muss allerdings dem Einspruch Recht geben, dass ein solcher Umzug mit nicht geringen Kosten verbunden wäre. Es wäre bestimmt machbar, sich ein Transportfahrzeug auf wohlwollender Basis für den Preis des reinen Benzinverbrauchs zu leihen, aber das bliebe ja nicht alles. Wenn ich mich in meinem aktuellen Apartment umsehe, finde ich darin einige Dinge, die wir bei einem Umzug in eine üblicherweise leerstehende Wohnung neu anschaffen müssten, wie zum Beispiel Regale, einen großen und einen kleinen Schrank, einen Kühlschrank, zwei Schreibtische mit Lampen, womöglich müssten wir beim Einzug auch noch die Wände streichen, und zu guter Letzt wäre es sehr praktisch, die alte Mietkaution zurück zu erhalten, bevor die neue fällig ist, was ich einen Glücksfall nennen würde.

Ich könnte wohl annehmen, dass ich beim Verbleib in meiner Wohnung bei unveränderter Einkommenslage im Herbst pleite wäre – und wenn ich umziehe, bin ich sofort pleite. Also bleibe ich lieber hier und hoffe, dass sich im Laufe der Zeit noch etwas positives ergibt.

So ganz einfach ist das System wohl nicht

Filed under: My Life — 42317 @ 13:35

Am 22. Mai erreichte mich per Anhang ein PDF Dokument, das sich mit dem aktuellen Problem der hohen Benzinpreise auseinandersetzte. Der Autor machte darin den Vorschlag, zwei der größten Tankstellenketten zu boykottieren und Treibstoff stattdessen woanders zu kaufen, z.B. bei freien Tankstellen. Ziel dieser Aktion sollte sein, die betroffenen Mineralölkonzerne durch diesen öffentlichen Druck zu zwingen, ihre Preise zu senken, um wieder Kunden zu gewinnen, und auf diesem Weg einen Preiskampf in die Wege zu leiten, der dem Geldbeutel des Konsumenten zu Gute kommen sollte.

An sich klingt das machbar, und, wer weiß, vielleicht hängt es mit dieser Aktion zusammen, dass am vergangenen Sonntag der Literpreis für Super Plus bei Shell Bliesdalheim bei 1,48 lag und, zum Vergleich, bei der freien Tankstelle Habkirchen bei 1,51 Euro? Aber wer kann das schon sagen… denn letztendlich bleibt ganz klar die Tatsache, dass das System der Preisgestaltung nicht ganz so unkompliziert ist, wie der Autofahrer es aus dem beschränkten Blickwinkel seiner Windschutzscheibe im Vorbeifahren wahrzunehmen glaubt.

Denn es ist ja so, dass die täglich verfügbare Menge an Benzin auf dem Weltmarkt begrenzt ist, und das heißt, dass eine Verschiebung der Nachfrage zu anderen Anbietern dazu führen wird, dass diese auf Grund der unerwartet höheren Nachfrage die auf diese Weise entstehenden Engpässe dadurch decken müssen, den zusätzlichen Bedarf bei dem zu kaufen, dessen Lager gerade weniger belastet sind: beim boykottierten Betrieb.

Aber nicht nur dadurch wird die spontane Aktion untergraben, denn weiterhin ist anzunehmen, dass ein Großteil des Gewinns eines Mineralölkonzerns eben nicht auf dem Konsumentengeschäft (= Autofahrer an Tankstellen) beruht, sondern auf Termingeschäften mit Großunternehmen wie Verkehrsbetrieben, Fluglinien und Reedereien.

Zuletzt beruht die Argumentation des besagten PDF Dokuments darauf, dass der Liter Benzin vor 35 Jahren nur umgerechnet 20 Cent gekostet habe. Das sieht im Vergleich zu den aktuell mehr als 1,50 E nach unglaublicher Raffgier aus, allerdings kann man scheinbar berechnen, dass 1,10 E davon allein auf der Inflation dieses Zeitraums beruhen, und unter Beachtung der steuerlichen Lage kann man argumentieren, dass der Netto-Benzinpreis eben nicht höher ist als damals.

Ich will natürlich niemandem seinen Aktionismus ausreden, wir leben in einem freien Land, aber man sollte sich immer ein realistisches Bild von seinen Einflussmöglichkeiten zu machen versuchen. Von dem Petitionsausschuss des Bundestages und davon, dass man Petitionen offiziell ins Internet stellen kann, weiß zum Beispiel kaum einer was, und sobald einer davon erfährt, wird er/sie mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit das Gesicht geringschätzig verziehen und sagen, das bringe ja eh nichts – aber gleichzeitig an die Wirkung populistischer Ketten-E-Mails zu glauben, ist meines Erachtens paradox. Motzen und Meckern ist am allertollsten, wenn man nicht daran glaubt, etwas damit bewegen zu können. Dann würde ich doch besser gleich die Klappe halten.

Mein Dank an Kai und Andreas für die zu Grunde liegenden Informationen.