Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

26. Juli 2007

Die Runner von heute

Filed under: Militaria — 42317 @ 9:55

Military.com bescherte mir heute eine Slideshow mit dem Titel „Bloody Business“, in der es um eine Gruppe so genannter „Private Contractors“ im Irak geht, im Volksmund auch „Söldner“ genannt. Dann geht das alles so harmlos los… und auch ohne, dass irgendwelche blutigen Details gezeigt werden… aber am Ende sind dann drei der kurz vorgestellten Leute tot.
Ich muss zugeben, dass ich etwas geschockt war, was daran liegen könnte, dass die Texte zu den Bildeern alle im Präsens geschrieben sind, was für den Leser doch impliziert, dass die beschriebene Person lebt – und zwei Bilder später ist sie eine Leiche.

Die Fotos sind Auszüge aus einem Buch, dass der Chef der Truppe, ein Colonel a.D. der US Special Forces, geschrieben hat.

Slideshow

Buch (mit Leseprobe)

20. Juli 2007

Schritt für Schritt

Filed under: My Life — 42317 @ 17:57

Teile meiner Computerprobleme haben sich gelöst.
Nach einigem Ausprobieren habe ich die notwendigen Sound- und Grafiktreiber bei Silicon Integrated Systems auftreiben können. Seitdem habe ich wieder Sound und meine Grafikkarte ist neuerdings auch wieder 3D-fähig.

Pferdefuß: Ich kann die Frequenz meines Bildschirms mittlerweile einstellen, gut, aber wenn ich das tue, wird das Bild unscharf! Wer kann mir das erklären? Die „Moire“ Einstellungen ändern daran leider auch nichts. Ich kann also entweder bei 60 Hz mit einem leichten Flimmern oder bei 85 Hz mit einem leicht verschwommenen Bild leben. Ich ziehe das leichte Flimmern vor, glaube ich.

Was lange währt, wird vielleicht doch noch gut

Filed under: My Life — 42317 @ 13:38

Mein privater Internetanschluss scheint zu laufen, nach ein paar stotternden Startschwierigkeiten, aber mittlerweile, denke ich, hat sich die Sache gefangen. Sogar das DLAN System (Internet-Netzwerk über das Stromnetz) arbeitet ohne ein Wort der Klage mit dem DSL Anbieter zusammen.

Was mich aber noch (und viel mehr) wurmt, sind die Probleme, die sich aus der kompletten Neuinstallation meines Systems ergeben haben: Meine Soundkarte will nicht mehr funktionieren und will den Treiber, mit dem ich sie beim vergangenen Mal hingebogen habe, nicht mehr akzeptieren. Es werde keine Soundblaster-Karte in meinem System gefunden. Na super. Und als ob das nicht genug wäre, sagt mir das System außerdem, dass meine Grafikkarte nicht (mehr) 3D-fähig sei. Was theoretisch Blödsinn ist, weil sie es bis vorgestern noch war.

„Was tun?“ sprach Zeus. Denn ohne Sound und ohne 3D-Beschleunigung habe ich weniger von dem 19-Zoll Bildschirm, den mir eine Freundin zum Geburtstag geschenkt hat (und über den ich mich sehr gefreut habe). Zum Haareausreißen ist das.

13. Juli 2007

Frankfurt liegt in der anderen Richtung!

Filed under: Arbeitswelt — 42317 @ 10:48

Meine Bewerbung zum „Service Agent Check In“ (Ticketverteiler für Abholer) war dieser Tage vollständig, nachdem ich den einzigen notwendigen online Test hinter mich gebracht hatte – der soll die Ausdrucksfähigkeit testen. Da sind dann so Sachen drin wie

„Eine Mutation ist eine ______________ , die ______________ .“

Im Multiple Choice Verfahren soll man dann passende Satzteile einfügen. Ich weiß jetzt die einzelnen Optionen nicht mehr, aber da könnte zum Beispiel für den ersten Teil stehen:

„vollständige Drehung“
„amphibische Lebensform“
„Veränderung im Erbgut“

Und für den zweiten Teil hätte man vielleicht dann zur Auswahl:

„in Mangrovensümpfen zu finden ist“
„in der Genstruktur dauerhaft erhalten bleibt“
„ein Körper um den eigenen Mittelpunkt vollzieht“

Ganz so offensichtlich war’s allerings nicht, zwei Drittel hab ich mir gerade ausgedacht, damit man ein Gefühl für diesen Test bekommt. Die Tests für Flugbegleiter sind komplizierter, da muss man Kombinations- und Organisationsaufgaben lösen, die nicht leicht sind.

Wie dem auch sei, die LH sagt, dass mein Profil und meine Ergebnisse mich qualifizieren und dass ich demnächst ein Telefoninterview, teilweise auf Englisch, haben werde. Den Termin wird man mir bald mitteilen. Vielleicht habe ich ja Glück und mein verdammter Telefonanschluss funktioniert bis dahin wieder.

Und das beste zum Schluss: Eine der beiden ausgeschriebenen Stellen ist scheinbar bereits vergeben, und das ist natürlich die in Frankfurt, wie könnte es anders sein? Jetzt ist noch übrig ein Job am Check-In in München. Aber ich will mich nicht beschweren. Ich sagte ja bereits, dass ein Job besser ist als kein Job, und zuletzt ist München in meinem Augen auch eine ganz sympathische Stadt, trotz der vielen Bayern, die es da gibt, und das Essen dort ist mir auch sympathischer als das, was ich von Frankfurt her kenne. Äppelwoi ist nicht so meins… Weißbier ist es noch weniger, aber ich mag Schweinehaxe mit Knödeln wesentlich lieber als Frankfurter Würstchen. 🙂

Zukunftsmusik, liebe Freunde, Zukunftsmusik. Erst mal schau’n, was wird, dann kann ich mich immer noch auf kulinarische Genüsse freuen.

12. Juli 2007

Das elektronische Nicht-wunder

Filed under: My Life — 42317 @ 18:24

Gestern, am 11. Juli, sollte es soweit sein:
Bereitstellung meines privaten Internetanschlusses durch die Firma Alice.
Der Anschluss kam aber nicht zu Stande. Die erforderlichen Lämpchen mit dem Telefonsymbol bzw. mit der Bezeichnung „Info“ leuchteten nicht und das Telefon blieb tot, anstatt, wie versprochen, nach einer PIN zu fragen, um die Freischaltung zu beenden.
Ich reklamierte das am Abend beim Kundendienst, und der leitete mich durch zwei oder drei Rettungsmanöver, wie Stecker vom Modem rausziehen und neu starten, Kabel überprüfen und so, bis ihm dann die Ideen ausgingen. Man werde die Informationen weiterleiten und eine Rufumleitung auf mein Handy veranlassen.

Heute Nachmittag rief dann ein anderer Mitarbeiter des Kundendienstes an, versuchte es mit einer Rekonfiguration von seiner Seite aus und ließ mich das Modem dann auf Werkseinstellung zurücksetzen. Nutzte alles nichts, die beiden nötigen Leuchten blieben dunkel. Sowohl Telefon als auch Internet schweigen. Daraufhin sagte er mir, er werde die Zusendung eines neuen Geräts veranlassen. Das alte sollten wir dem Boten dann in die Hand drücken, und der käme entweder am Samstag (da muss ich arbeiten) oder am Montag (da bin ich in Gersheim), von daher wird Melanie sich an dem Management der Hardware versuchen müssen.

Zwei Punkte sind darüber hinaus fischig:
1. Die Frau Tenenboim, die mir den Anschluss verkauft hat, hatte gesagt, die Kundenbetreuung von Alice sei eine kostenfreie 0800 Nummer: Pustekuchen. Die Kundenbetreuung ist eine 01805 Nummer, die 14 Cent pro Minute kostet – immerhin ist das aber soviel, wie ich über Handy sowieso ins Festnetz zahle und außerdem wurde beim zweitem Mal ja ich angerufen. Die kostenlose 0800 Nummer, die man von dem Unternehmen erhält, verbindet den Kunden mit einem Subunternehmen, das die Einrichtung des Anschlusses inklusive Softwareeinstellungen vornimmt – für 70 Euro Aufpreis.

2. Wenn ich die Konfiguration meines Anschlusses aufrufe, werde ich gefragt, meine Verbindungsgeschwindigkeit zu wählen. Ich habe in diesem Fenster nur die Möglichkeit, „6000“ anzuklicken – mein Anschluss ist vertraglich aber auf 4000 kbit/sec angelegt und ein Hinweis verrät mir, dass mir bei der Wahl von 6000 zusätzliche Kosten entstehen. Die Lösung für diese seltsame Begebenheit muss ich erst noch finden.

Der verfluchte Kafka

Filed under: My Life — 42317 @ 18:09

Wenn ich im Zug unterwegs bin, dann lese ich gerne Bücher, die keinen fachlichen Bezug zu meinen Studienfächern haben. Nachdem ich vor einigen Wochen „Everything is under Control“ von Robert Wilson beendet hatte, nahm ich den Kafka hervor, den ich in einer Laune Anfang des Jahres für 2 Euro gebraucht gekauft habe: „Erzählungen“.
Man kann Kafka in der Tat gerne lesen, so unglaublich das klingt, aber laut meiner persönlichen Erfahrung sollte man ihn dazu freiwillig lesen. Sobald ein Lehrer oder eine Art Unterricht dabei eine Rolle spielt, wird man ihn hassen.

Wie dem auch sei, ich arbeitete mich Seite für Seite durch, bis knapp zur Hälfte, und dann ließen äußere Umstände nicht zu, dass ich weiter zügig weiterlas.

Zunächst einmal wäre da die 86 Jahre alte Dame zu nennen, die sich letzten Monat mir gegenüber hinsetzte. Sie sagte irgendetwas, ich weiß nicht mehr, was, aber es motivierte mich zu der Frage, wo sie denn hinfahre. Sie fuhr nach Trier und aus irgendeinem Grund unterhielten wir uns die ganze Zeit über dies und das. Sie erzählte viel von der Nachkriegszeit, und dafür habe ich natürlich immer ein Ohr, und natürlich (?) von Kindern, Enkeln und Urenkeln. Einer der letzteren, in der Grundschule, hat wohl, nach seinem Berufswunsch gefragt, mit der Ur-Oma im Hinterkopf, angegeben, er wolle „Reisetante“ werden: Die fahre jahraus, jahrein mit dem Zug durch Deutschland und halb Europa, habe viel zu erzählen und bringe immer was mit.
Dass ihr verstorbener Gatte aktiver Boxer und Oberleutnant der Wehrmacht gewesen war und zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme nach der Kapitulation in Meran/Italien stationiert, hat sie mir verraten, aber allgemein wollte sie nicht über den Zweiten Weltkrieg als politisches Phänomen reden. Sie glaube auch nicht an die Kriegsursache, wie sie im Geschichtsbuch stehe. Das mag jetzt im kleinen Rahmen bedeuten, dass sie die Geschichte vom polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz glaubt, oder im großen Rahmen, dass sie (wie konservative Japaner) eine Verschwörung anderer Mächte vermutet, die Deutschland in den Krieg zwang, vielleicht ausgehend von der Aussage Churchills (?), nach der es Deutschlands einzige Sünde gewesen sei, einen eigenen Wirtschaftsbereich und Währungsblock aufzubauen. Aber ich habe nicht weiter gefragt.

Einige Wochen später war es dann ein Oberstleutnant der Reserve (Artillerie), der mich mit seiner Anwesenheit schockierte. Ich dachte, solche Leute fahren mit einem eigenen Wagen, aber Ausnahmen gibt es scheinbar. Aus dem Blickwinkel, der nicht vom Buch versperrt wurde, sah ich jedenfalls ein paar Hosen im Punkttarn und der Träger war darum bemüht, sein Gepäck zu verstauen, was erst nicht gelang, weil da oben mein Rucksack lag, daher wollte er mit dem Sitz Vorlieb nehmen. Also sagte ich „Warte, stell Dein Zeug oben ab“, und räumte meinen Rucksack etwas beiseite. Erst, als der Betreffende dann saß, konte ich sehen, dass er einiges auf der Schulter hatte.
Und der fuhr nach Saarbrücken. Wir unterhielten uns dann ein bisschen über globale Wehrpolitik, die veränderte Auftragslage der Bundeswehr, taktischen Atomkrieg (nukleare Rohrartillerie gab’s tatsächlich, ebenso nukleare Minen und auch die Atombazooka ist gebaut worden wie er sagt) und über seinen Eindruck vom Ausbildungs- und Disziplinstand unsere verschiedenen Verbündeten („Was bei den Amerikanern für Leute bei den Nuklearen Einsatzkräften dienen, das glaubt man kaum!“).
Da war’s also wieder nichts mit Kafka, allerdings muss ich zugeben, dass ich eher ihn an der Nachbereitung seiner eben abgeschlossenen Wehrübung gehindert habe (er hatte da ein paar Unterlagen dabei), als er mich beim Lesen meiner Lektüre.
In Saarbrücken angekommen, fragte er dann, was ich studiere. „Japanische Sprache und Kultur“, sagte ich ihm, und gerade aus dem Ostausgang raus fragte er nach Mentalität und Höflichkeit, und ob das nicht gewöhnungsbedürftig sei. „Man wird darauf vorbereitet“, sagte ich, „viel heftiger ist der Kulturschock, wenn man wieder nach Deutschland zurückkommt.“ Am Ostausgang befindet sich eine Art Kneipe, und mit einem perfekten Timing ruft in diesem Moment, beim Vorbeigehen, einer zu uns herüber: „Herr Major, sind Sie schwul?“ Mir blieb nur noch die rhetorische Frage: „Sehen Sie, was ich meine?“

Wenige Tage darauf neuer Versuch. Es blieb allerdings bei dem Versuch, denn als ich aufbrach, spürte ich ein derartiges Verlangen, den GameBoy Klassiker „Gargoyle’s Quest“ noch einmal durchzuspielen, dass ich das Gerät mitnahm und spielte. Einsteigen, anschalten, aussteigen, Endboss plätten, fertig. In 90 Minuten. Ich war ausnahmsweise mit der RegionalBahn statt mit dem RegionalExpress gefahren, weil ich letzteren mangels Bus am Sonntag Morgen verpasst hatte. Und die 90 Minuten Spielzeit find ich gar nicht schlecht dafür, dass ich das seit Jahren nicht gespielt habe. Allerdings schaffe ich es nicht mehr, durch das Spiel zu kommen, ohne dabei eines meiner beiden Leben zu verlieren.

Aber auf der Rückfahrt nach Trier, da wollte ich dann wieder!
Nächstes „aber“… nachdem ich dann die Geschichten vom Jäger Gracchus gelesen hatte, fielen mir die Augen zu und ich kriegte sie erst wieder auf, als wir gerade durch Trier Süd rollten.

Und jetzt habe ich zwar versprochen, in den kommenden Wochen zur Unterstützung meiner Oma jeweils Sonntag bis Dienstag in Gersheim zu sein, allerdings war der sich derzeit in Weiskirchen zur Reha aufhaltende Opa so nett, mir das Auto zur Verfügung zu stellen, damit ich ihn am Ende seines Aufenthaltes sofort mit nach Hause nehmen könne.
An sich ein guter Plan, aber er hat zwei negative Punkte: Erstens kann ich natürlich während des Autofahrens meinen Kafka nicht weiterlesen (ich fahre auch noch viel lieber, als ich Kafka lese), und zweitens muss ich mal hoffen, dass das Ende seiner Reha nicht gerade auf einen Tag fällt, den ich wegen meiner anstehenden Geburtstagsfeiern lieber zur freien Verfügung hätte. Seine mögliche Entlassung fällt nämlich gerade auf Ende Juli oder Anfang August.
Nach Beginn der vorlesungsfreien Zeit am 21. Juli ist es mir ja generell egal, an welchem Wochentag er abgeholt werden will (da ja auch mein Teppichladen Betriebsferien hat), aber dann doch bitte nicht am 27./28. Juli oder am 05. August…

5. Juli 2007

Ich bin entsetzlich unsensibel

Filed under: My Life — 42317 @ 11:28

Irgendwie muss es an der Stimmung dieser Tage liegen.
Die Universität bietet ihre neu aufgemachten Internetseiten zum Stöbern an, und beim Stöbern bin ich auf einen Fehler gestoßen: Als Kontaktadresse des Sekretariats der Japanologie wird immer noch Frau Pölcher angegeben – die seit Februar nicht mehr bei uns arbeitet. Ich habe daraufhin das Rechenzentrum darauf aufmerksam gemacht, ohne zu wissen, dass das Rechenzentrum nicht für die Eingabe der Inhalte, sondern nur für die Bereitstellung der Plattform zuständig ist.

Eine Frau K. schrieb mir daraufhin eben diese Information (dass die Fakultät selbst dafür sorgen muss, dass die Inhalte stimmen) mit dem Vermerk, dass „Herr Dr. Thomas Hackner“ für die Aktualisierung der Daten verantwortlich sei. Damit hätte ich die Sache auf sich beruhen lassen können, weitere Nachrichten an das Rechenzentrum waren überflüssig. Ich kam allerdings, wie ich halt bin, nicht umhin, meine Amüsanz über diese Mitteilung zum Ausdruck zu bringen, weil jener Dr. Hackner ebenfalls seit Februar nicht mehr bei uns arbeitet.

Als Reaktion erhielt ich ein Schreiben des nächsthöheren Gliedes in der Befehlskette und ein scheinbar wichtiger Herr Doktor (dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe) brachte mir gegenüber sein schriftliches Unverständnis darüber zum Ausdruck, wie ich amüsiert sein könne und gab mir auf direkte Art und Weise zu verstehen, dass man (O-Ton) „auf weitere solche lustigen Mails von meiner Seite verzichten“ könne.

Ich weiß ja, dass meine Mail unnötig war, aber muss es denn sein, dass ich es in letzter Zeit mit lauter Mimosen zu tun habe? Ich habe jedenfalls auf eine Antwort verzichtet.

4. Juli 2007

Am Himmel stehen dunkle Wolken…

Filed under: My Life — 42317 @ 12:11

Die Fachschaft der Japanologie hat sich dieses Jahr fünf Tage vor der Veranstaltung dazu hinreißen lassen, den Termin für’s Tanabata (japanisches Sternenfest, traditionelle Party) offiziell bekannt zu machen. Von dieser späten Tat war ich nicht erbaut, also habe ich mich beschwert – die Fachschaft reagierte „entsetzt“ und bat darum, dass ich mich zukünftig, im Falle einer weiteren „Anmerkung“, „gewählter ausdrücken“ möge.
Offenbar steckt denen meine Bitte noch in den Knochen, in der ich in meiner Funktion als Präsident des Anime Clubs Trier darum bat, dass man die Stammtischtermine (organisiertes, lockeres Beisammensein der Studierenden in einem lokalen Etablissement) bitte nicht mit den Vorführungsterminen meines Clubs überschneiden möge (weil ein nicht geringer Teil unserer Stammkunden auch Japanologen sind).

Ich werde mehr dazu schreiben, sobald der diesbezügliche EMail-Dialog abgeschlossen ist.

2. Juli 2007

Pilgerfahrt

Filed under: My Life — 42317 @ 12:24

Am Samstag bin ich im Rahmen der alljährlichen Fahrt des Anime Clubs Trier (ACT) nach Düsseldorf gekommen, um dem dortigen Angebot japanischer Waren und Dienstleistungen zu frönen.

Dass ich dafür um 0500 aufstehen durfte, war zwar nicht sehr prickelnd, ebenso wenig verlockend war (und ist) die Aussicht auf vier Stunden Bahnfahrt (für einen Weg, inklusive Umsteigeaufenthalt), aber es hat alles ohne Komplikationen geklappt – an dieser Stelle also mein Glückwunsch an die Deutsche Bahn und noch einmal mein Dank an alle Beteiligten, dass die ganze Angelegenheit so flüssig über die Bühne ging, ohne vermisste Personen oder andere eigenbrötlerische Zwischenfälle.

Aus finanziellem Mangel sowie aus Desinteresse am japanischen Printmedienangebot fahre ich in der Regel aus zwei Gründen nach Düsseldorf: Erstens, um im Naniwa eine große Schüssel Ramen (Nudelsuppe) zu essen, und um in den japanischen Supermärkten nach Kaffeedosen (für 0,2 l flüssigen Kaffee, nicht für Pulver) Ausschau zu halten.

Das Wetter meinte es zumindest nicht böse mit uns, wenn ich auch ein schelmisches Grinsen wahrgenommen habe. Trier-Koblenz: Sonne mit Wolken. Hinter Köln: Bewölkt und kühl. Ich hätte nicht ohne Pullover rumlaufen wollen. Außerdem machte es ständig den Anschein, als wolle es zu regnen beginnen. Das passierte zwar nicht, aber die Drohung war da und trug nicht zur Steigerung der gemütlichen Stimmung bei. (Auf dem Rückweg machte das Wetter dann wieder kehrt und in Trier herrschte eitel Sonnenschein.)

Kühles Wetter hin oder her: Die Nudelsuppe war warm und wieder ein Genuss. Das „Original“ in Japan (Ramen ist eigentlich eine aus China importierte Sache) hat noch einen eher „romantischen“ Vorsprung. Ein direkter Vergleich „Naniwa vs. Bunpuku“ tut hier Not, aber wegen der räumlichen Entfernung wird ein solcher nicht stattfinden, bevor nicht eine Möglichkeit entdeckt wird, binnen so kurzer Zeit nach Japan zu kommen, dass die Suppe keine Gelegenheit hat, kalt zu werden. Also eher unwahrscheinlich. Ich kann bislang nur sagen, dass mir die Fleischeinlage in Japan wegen der größeren Einwaage besser gefallen hat.

Ich scheine allerdings alt zu werden, oder aber meine Gewohnheiten der Esskontrolle sind dafür verantwortlich, dass ich mit einer großen Schüssel kämpfen musste. Ich möchte in der Suppe ein halbes Pfund Nudeln vermuten, zwei Hände voll Gemüsebeilage, eine kleine Hand voll Schinken und etwa einen Liter Flüssigkeit. Nachdem ich das drin hatte, hätte man mich eigentlich aus dem Laden rausrollen können… und die Füllung meines Magens machte mir auch ein wenig zu schaffen, da hoher Füllstand bei mir Durst hervorruft und meine drei Dosen Kaffe nicht zur Durstlöschung beitrugen – wegen der Düsseldorfer Preise habe ich dann bis Koblenz gewartet, mir eine Packung Saft zu besorgen.
Wenn ich das nächste Mal im Naniwa esse, werde ich es bei einer normalen Portion belassen. Dann bin ich ebenfalls satt, werde aber kein so arges Verlangen nach einer Schubkarre für den Bauch haben.

Die Dosenauswahl war dieses Jahr wirklich gut. Letztes Jahr gab es nur eine Dose, deren Design sich noch nicht in meiner (noch) kleinen Sammlung befindet, aber dieses Jahr gab es gleich drei neue. Zwei Dosen von „FIRE“ und eine mir unbekannte Marke mit der Bezeichnung „GOD“. Warum auch immer.

Da ich ja sonst nichts besseres zu tun hatte, bin ich mit den ACT Komplizen durch verschiedene Läden gewandert. Interessant war für mich, dass in den vergangenen Jahren noch drei weitere Bände der „Blauen Boys“ erschienen sind (auf denen das steinalte Infogrames Spiel „North & South“ beruht), aber das nur am Rande.
Auch irgendwie zum „Rand“ gehört der japanische Buchhandel. Es ist toll, dass auf den Büchern der Yen-Preis aufgedruckt ist, aber bei der Umrechnung muss da etwas schiefgegangen sein, oder das kapitalistische Bewusstsein der Händler ist in Düsseldorf besonders ausgeprägt.
Ein „Pretty Cure“ Artbook muss natürlich meine Aufmerksamkeit erregen. Neupreis in Japan: 2200 Yen. Das sind derzeit etwa 13,20 E. Angeboten wurde das Stück für 38 E, also für knapp das Dreifache. Ich glaube, wenn ich jemanden in Japan bitte, mir ein Exemplar aus dem Book Off zu besorgen, komme ich inklusive Versandkosten noch billiger weg.
Der Fall macht einem jedenfalls wieder klar, dass man in Deutschland keine japanischen Artbooks kaufen sollte. Ich meine, das „Newtype 100 % – Evangelion“ Artbook hat mich anno 2000 den stolzen Preis von 65 Mark gekostet, und in Japan habe ich ein gebrauchtes Exemplar in hervorragendem Zustand für umgerechnet 8 E gesehen.

Irgendwie cool fand ich aber den Besuch der „Games Workshop“ Filiale, denn die „Warhammer“ Spiele wären die wahrscheinlich besten Brettspiele aller Zeiten, wenn sie nicht das wären, was man „sackteuer“ nennen muss. Aber bewundern kann man die Designs und die Schlachtdarstellungen ja „für umsonst“. „Warhammer Fantasy Battle“ scheint sich größerer Beliebtheit als „Warhammer 40k“ zu erfreuen, da sich die meisten Auslagen auf ersteres bezogen. Obwohl ich ein Fan der „Miniversion“ bin („Warhammer Quest“), finde ich doch eigentlich mehr gefallen an Space Marines, Orks und Tyraniden, an Kanonen und Panzern. Und wenn ich mal reich sein sollte, dann kauf ich mir von jeder Truppe um die 5000 Punkte und lass sie mir von begabten Leuten anmalen. 🙂

Jetzt habe ich zwar ein paar Fotos gemacht, die diese Angelegenheit ein bisschen beleuchten, allerdings habe ich vergessen, sie auch von der Kamera auf den Memorystick zu ziehen, um sie hier zu posten. Das hole ich dann bei Gelegenheit nach.

Ein kleiner Minuspunkt ereilte uns auf der Rückfahrt, als sich herausstellte, dass es zur fraglichen Uhrzeit (eine Stunde früher als vorgesehen), kein RegionalExpress von Koblenz nach Trier fahren würde, sondern nur eine RegionalBahn, die ja überall anhält, wo jemand den Daumen raushalten könnte. Zum Lesen habe ich nicht viel Konzentration aufbringen können, von daher waren mir unsere Dialogpausen ganz lieb, weil irgendwann die Zeilen verschwimmen. Man rutscht zwar mit den Augen über die Buchstaben, nimmt aber den Sinngehalt nicht mehr bewusst wahr und es geht Zeit verloren, weil man den Abschnitt noch einmal lesen muss.
Von der „Stunde früher“ blieben somit nach Ankunft in Trier noch zwanzig Minuten, aber das Timing war prima, da wir sofort in den Bus springen und ohne Verzögerung nach Hause fahren konnten.
Ich habe sogar von der Fahrt nicht mal so viel wahrgenommen, da die lockere Gesprächsrunde die unbequemen Sitze und die verlängerte Fahrzeit auf angenehme Art und Weise wett gemacht hat.