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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

24. Juni 2007

Böse, böse…

Filed under: Uncategorized — 42317 @ 11:00

Gestern Abend habe ich rein zufällig das Programm „Bis neulich! (2007)“ des Kabarettisten Volker Pispers auf dem WDR gesehen. Ich kann als Vergleich derzeit nur das ältere Programm „Update 2000 – damit müssen Sie rechnen“ hinzuziehen, aber ich kann anhand dieses Vergleichs sagen, dass „Update 2000“ trotz aller Schärfe immer noch sehr lustig war, während „Bis neulich“ einfach nur noch bissig ist.

Sinn und Zweck des Kabaretts ist Kritik, intelligent serviert, um zum Nachdenken anzuregen, und mit einer Portion Humor garniert, um ein breiteres Publikum ansprechen zu können. Zumindest ein breiteres Publikum als erregte Redner auf irgendwelchen Politveranstaltungen, denen man in der Regel unterstellt, aus der sich wie auch immer darbietenden Situation politischen Profit schlagen zu wollen (während die Kabarettisten recht eindeutig finanziellen Profit aus ihren Programmen machen, aber das verzeihen wir leichter).

„Bis neulich“ ist jedenfalls nicht mehr ganz so witzig. Pispers entlockt dem Publikum zwar Lacher, aber keine breiten, sondern man hört einzelne Leute, bzw. kleine Gruppen. Das Lachen entsteht in erster Linie aus der Ungeheuerlichkeit des Gesagten und der schamlosen Wortwahl (ohne das jetzt negativ zu meinen). Das ursprünglich 2004 entstandene Programm ist Denkanreiz pur, mit einer Bissigkeit, wie sie sonst einem Oliver Kalkofe zu Gesicht steht, mit dem Unterschied, dass Pispers nicht Medienkultur, sondern Politik auf die Schippe nimmt, und dass er sich nicht in geschmacklose Verkleidungen wirft. Aber die Wortwahl überschneidet sich oft genug.

Bislang möchte ich ausschließen, mir die CD zur Show zu kaufen. Die negativen Aspekte der aktuellen Geschehnisse sind mir in einem ausreichenden Maße bewusst, um nicht einen Pispers zu brauchen, mir sie vor Augen zu halten, und die angesprochene Garnierung ist mir zu klein.

Interessant war das Programm schon, keine Frage. Und weil ich immer wieder gerne sage, dass man dafür sorgen muss, dass die Leute sich fürchten, um sie effektiver kontrollieren zu können, sei eine Stelle zitiert:

„Wovor haben Sie denn Angst? Haben sie Angst vor islamistischem Terrorismus?
Es sterben jedes Jahr in Deutschland 150.000 Menschen an den Folgen des Rauchens (9000 an den Folgen des Passivrauchens), 50.000 am Saufen, 6000 im Straßenverkehr. (…) Jedes Jahr sterben 16.000 Deutsche wegen Ärztepfusch – das sind 44 am Tag! Wenn im Irak jeden Tag 44 Leute sterben, dann nennen wir das ‚Krieg‘ – bei uns nennen wir das ‚Gesundheitswesen‘! Stellen Sie sich mal vor, 14 Tage lang würde jeden Tag nach der Tagesschau vor dem Wetter noch durchgesagt ‚Auch heute starben wieder 44 Menschen wegen Ärztefehlern…‘ Was glauben Sie, wieviel Panik vor Ärzten wir demnächst hätten?“

23. Juni 2007

Pater Brown trifft Bad Boys

Filed under: Filme — 42317 @ 17:22

Ich habe gestern „Hot Fuzz“ gesehen, und es handelt sich um einen Streifen, dem man anmerkt, dass die gleichen Jungs vorher „Shawn of the Dead“ gemacht haben. Eine irrwitzige Actionkomödie, die man sich ansehen sollte, außerdem hat das Machwerk einen interessanten Schnitt, wenn Szenen schnell ineinander übergehen.

Parodiert wird hier einiges, wie ich behaupten will. Da ist ein bisschen „Pater Brown“ drin, der ja immer in ein beschauliches Kaff versetzt wird, wo dann prompt irgendetwas Ungesetzliches passiert. Wir haben eine Portion „Bad Boys“ drin, wenn die Helden ballernd durch die Gegend fliegen. Wir haben ein bisschen Clint Eastwood Western drin, wenn der Held zum Showdown erscheint, und ich konnte auch einen Hauch von Godzilla spüren – aber das könnte an mir und meiner vorbelasteten Wahrnehmung liegen. Wer den Film sieht, wird verstehen, was ich meine.

22. Juni 2007

Der Weg zur LH?

Filed under: Arbeitswelt — 42317 @ 15:36

Die Lufthansa hat mir also das Angebot unterbreitet, ich solle Service Agent werden, sprich: Kundenbetreuer am Flughafen. Dann bin ich zwar immer noch mit der Erde verwurzelt, aber man teilte mir mit, dass es mir durchaus möglich sei, mich auch firmenintern für andere Posten zu bewerben, wenn ich der Meinung bin, dass ich die Vorgaben erfülle.

Vielleicht ist es auch keine schlechte Idee, sich ein Standbein zu verschaffen, direkt an der Informationsquelle, und letztendlich ist ein Job besser als kein Job. Schließlich war es meine eigene Angabe, dass ich mit Menschen arbeiten wollte, direkt am Kunden. Der aktuelle Unterschied ist halt die Erdgebundenheit. Aber was soll’s – ich habe den Vorschlag also angenommen und harre nun der Dinge, die da kommen.

21. Juni 2007

Da lang bitte!?

Filed under: Arbeitswelt — 42317 @ 11:58

Die Lufthansa hat mir ein Jobangebot zukommen lassen.
So weit so gut, es handelt sich um eine Anstellung als „Service Agent“. Das klingt gar nicht schlecht, ist aber nix Dolles, die Kurzbeschreibung sagt (ich zitiere nur die Quintessenz):

1. Check-in:
Zu ihren Aufgaben gehören einfache Check-in-Tätigkeiten ebenso wie der Welcome Service für die Passagiere oder die verantwortungsvolle Weitergabe von Informationen.

2. Customer Care
Zu den Aufgaben des Service Agents (m/w) Customer Care gehören der Empfang und die Begleitung von Fluggästen, die Prüfung der Dokumente, Hilfestellung bei der Gepäckausgabe oder beim Transport der Gepäckstücke, aber auch die Durchführung des Personentransports, die persönliche Begleitung und Unterstützung bei Wartezeiten und bei der Weiterbeförderung.

3. Lost & Found
Zu den Aufgaben des Service Agents (m/w) Lost & Found zählen dort die Aufnahme der Schadens- und Verlustmeldungen, die Information und Beratung der Gäste sowie die Auszahlung kurzfristig notwendiger Entschädigungen.

4. Ticketing
Vom Verkaufsgespräch über den Ticketverkauf bis zur Reservierung.
Darüber hinaus beschäftigen sich die Service Agents (m/w) Ticketing mit Umbuchungen für Fluggäste, die ihre Reise unerwartet abändern müssen und organisieren im Notfall ein Hotel. Für Passagiere, die ihr Ticket verloren haben, werden Ersatzdokumente besorgt.

Im Klartext heißt das: Das ist die Sorte von Firmen-Fußsoldaten, die an einer Stelle in der Hierarchie stehen, wo sie grade aus der „Blaumann“ Kategorie raus sind.

Ich habe derzeit die Rückfrage laufen, ob ich in einem solchen Job dann „festgefroren“ bin oder ob ich firmenintern irgendwann den Arbeitsplatz wechseln kann.

15. Juni 2007

You! Be cool!

Filed under: My Life — 42317 @ 18:03

Wieder ein lustiges Experiment am Johanniterufer am Laufen.
Auf dem Tisch steht eine Holzkiste, deren Wände einzeln herausnehmbar sind. In der Holzkiste befindet sich das Modell eines Zimmers. An den Wänden sind eine Uhr, ein Fenster, ein Bild und eine Tür aufgemalt. In der Ecke zwischen Bild und Uhr steht ein Stuhl, in der Mitte befindet sich ein Tisch. Auf dem Tisch ein Blumentopf und vier Plastikkarten. Auf drei Plastikkarten steht „Niete“ und auf einem „Gewinn“.

Man bekommt erst den Raum gezeigt, dann hält man sich die Augen zu, während das Setting leicht verändert wird, und wählt eine Karte, bis man mehrfach hintereinander den „Gewinn“ gezogen hat.
Ich gebe zu, dass ich ziemlich blind gewesen bin. Es ist mir in den ersten paar Durchgängen völlig entgangen, dass der Raum jeweils von einer anderen Wand aus gezeigt wurde, weil ich so auf die Karten konzentriert war. Ich bin davon ausgegangen, dass die Reihenfolge der Karten jeweils gemischt würde, aber das war wohl nicht der Fall.

Irgendwann merkte ich anhand des Blumenpotts, dass es in der Tat der Raum war, der gedreht wurde, und nicht die Karten. In der Runde zog ich dann eher zufällig den „Gewinn“. Die entsprechende Karte lag direkt neben dem Blumentopf. In der kommenden Runde stand der Blumentopf anders auf dem Tisch – aber die Relation des Stuhls zu den Wanddarstellungen war die gleiche und sie blieb auch immer gleich, ebenso blieb die räumliche Relation von „Gewinn“ Karte und den Wänden gleich.

Nachdem ich dann dreimal in Folge des „Gewinn“ gezogen hatte, ging das Experiment in die nächste Phase. Ich sollte erst einen Fragebogen zum aktuellen Befinden ausfüllen. Dann wurde mal wieder ein EKG angelegt, Speichelproben gesammelt und mein Blutdruck gemessen.
Dann wurde ich aufgefordert, meine rechte Hand in Eiswasser zu legen. Da schwammen noch Eiswürfel drin. Es war ganz hässlich kalt. In der zuvor gereichten Beschreibung stand zu lesen, dass man die körperliche Reaktion auf die dadurch entstehende „moderate Schmerzempfindung“ testen wolle. Gut, ich weiß ja, dass Psychologen in solchen Dingen nie die Wahrheit sagen, wenn es um die wahren Ziele ihrer Experimente geht, aber „moderat“ war die Schmerzempfindung meines Erachtens schon nicht mehr. Die Kälteempfindung tritt nach ca. 20 Sekunden deutlich spürbar ein und der Schmerz nimmt in der kommenden Minute stetig zu. Ich war dauernd kurz davor, die Hand aus dem Wasser zu ziehen.

Ich musste mich allerdings an zwei Szenen erinnern, von denen ich eine bereits mehrfach auf Video gesehen hatte: „Die Angst ist der kleine Tod!“ 🙂
Mein zweiter Gedanke galt den Warhammer 40k Romanen: Es gibt eine Stelle, an der der Held der Reihe seine Willenskraft testet und unter Beweis stellt, indem er seine Hand in Säure taucht, bis das Fleisch komplett abgelöst ist. Dann graviert er in Seelenruhe seine Fingerknochen und lässt sich dann neues Fleisch anlegen. Im 40. Jahrtausend geht das halt.

Nach etwa 90 Sekunden nahm der Schmerz aber nicht mehr weiter zu, sondern blieb konstant, das heißt, man konnte sich daran gewöhnen. Das machte die Sache wesentlich leichter.

Während des „Handbades“ wurde mein EKG aufgezeichnet, mein Blutdruck elektronisch festgehalten – und meine Mimik auf Band aufgenommen. Viel dürfte es allerdings nicht zu sehen geben. Nur wegen der Absurdität der oben genannten Gedanken wäre ich beinahe in schallendes Gelächter ausgebrochen. Das hätte den Evaluatoren sicherlich zu denken gegeben und sie hätten es für eine Reaktion auf den Anstieg von Stresshormonen gehalten. Aber ich glaube, ansonsten hat nur mein linkes Auge dann und wann gezuckt, bis man mir nach drei Minuten sagte, ich könne die Hand wieder aus dem Wasser nehmen.

Die Versuchsleiterin sagte, dass vor allem Frauen ihre Hand nicht lange im Eiswasser lassen könnten, was mich wunderte, denn immerhin vollbringen Frauen die Heldentat des Kindergebärens. Sie erklärt das mit hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper im Laufe der Schwangerschaft, aber ich möchte eher vermuten, dass das männliche Durchhaltevermögen auf den Stolz der Versuchsteilnehmer zurückzuführen ist.

Nach dieser kleinen Tortur soll ich erneut einen Fragebogen nach meinem Befinden ausfüllen. Ich stelle beim Ausfüllen selber fest, dass ich mich aufgedrehter, wacher und aufmerksamer fühle, als vor dem „Bad“.

Die letzte Übung ist eine Reihe von Begriffen, die ich danach bewerten soll, wo der Begriff für mich irgendwo zwischen „sehr positiv“ und „sehr negativ“ anzusiedeln ist. Da waren Dinge wie „Freiheit“ und „Liebe“ dabei, auch fiese Begriffe wie „Mörder“ und „Inzest“, aber auch völlig neutrale Wörter wie „Kachel“, „Tasse“, „Treppe“ oder „Linie“. Gut, wegen des in Calw üblichen Jargons hat der Begriff „Kachel“ für mich eine sehr positive Konnotation, obwohl man damit etwas ausdrückte, was man normalerweise „einen Deppen“ nennt.

Dann wurde ich zum Zeitunglesen geschickt, für eine Stunde. Währenddessen waren noch vier Speichelproben abzugeben. Nach dieser Stunde sollte ich dann die Begriffe aufschreiben, an die ich mich noch erinnern konnte. Immerhin zwölf von achtzehn.

Ha, und das alles war bereits gestern!
Heute morgen war ich nochmal für zwanzig Minuten im Labor, aber alles, was ich zu tun hatte, war mich an die Position der „Gewinn“ Karte zu erinnern und an noch einmal möglichst viele Begriffe aus der gestrigen Liste (immer noch elf von achtzehn). Zudem wurde mir eine verlängerte Liste präsentiert, auf der die gestrigen Begriffe alle zu finden waren zuzüglich einer Reihe weiterer Wörter, und ich sollte sagen, welches „alte“ Wörter waren und welche erst heute dazu gekommen sind.
Ich bin ziemlich sicher, die meisten Begriffe richtig zugeordnet zu haben, aber meine diesbezüglichen Fragen durften im Rahmen der noch laufenden Untersuchung nicht beantwortet werden. Man teilte mir nur mit, dass an alle Teilnehmer, die das wünschten, eine Rundmail mit den Hintergründen und den Ergebnissen versendet würde.
Dann bin ich mal gespannt.

10. Juni 2007

Der Frequenzmodulator

Filed under: My Life — 42317 @ 12:46

Letzlich saß ich im Bus in die Stadt und pfiff leise vor mich hin, wie ich das in solchen Momenten zu tun pflege. Es war wohl „We believe you“ von Shinohara Emi, vielleicht auch „Moon Revenge“ von allen fünfen, aber wie dem auch sei: Neben mir saß ein furchtbar nach Tabak riechender Herr um die 50, der mich nach einiger Zeit ansprach und fragte:

„Verzeihen Sie, haben Sie ein Handy dabei?“
Ich hatte es dabei, sah aber keinen Grund, das auch so anzugeben und sagte, ich hätte es zuhause gelassen.
„Aber hier klingelt soch ein Handy irgendwo… hören Sie das nicht?“
Er klang keineswegs wie jemand, der sich gestört fühlte, und es dämmerte mir, was er meinte.
„Ja,“ sagte ich also belustigt, „ich höre das auch.“ Er sah sich irritiert um.
„Das liegt aber daran, dass ich die Töne selber mache.“
„Wie?“ fragte er und sah mich an, als habe ich ihm mitgeteilt, seine Mutter sei in einen Hamster verwandelt worden.
„Mit den Lippen. Man nennt das Pfeifen.“ Ich machte mich über ihn lustig, aber das schien er nicht zu merken oder zu übergehen. Mein Magen wünschte sich jedenfalls, dass er bald ausstieg.
„Können Sie das nochmal machen?“
Ich machte es ihm vor, mit der gleichen Melodie.
„Ist ja unglaublich… so leise und trotzdem so genau… ich habe >Für Elise< auch immer sehr gemocht.“
Für Elise? Das mag ich zwar auch, dass ich das aber nicht intoniert hatte, erzählte ich ihm allerdings nicht. Nur jetzt, wo er’s sagte, fielen mir kleine Gemeinsamkeiten in den Tonfolgen auf, die wohl zu Verwechslungen führen können, wenn man auf ein klassisches Muster fixiert ist. Aber auch nur dann…
„Ich mache das seit über zwanzig Jahren. Ich habe Übung.“

An der Stelle bogen wir in den „Feldweg“ ab, der von der Bahnbrücke zum Hauptbahnhof führt, und da fing er an, selbst zu erzählen, wie er in seiner Studentenzeit in den Siebzigern mit ein paar Freunden musizierend durch die Kneipen gezogen war, und andere Dinge im gleichen Kontext, auf die ich nicht weiter eingehen muss.
Fakt war jedenfalls, dass er nur eine Haltestelle vor mir ausstieg, und dass ich das dringende Bedürfnis nach frischer Luft verspürte. Aber abgesehen von meinem körperlichen Unbehagen kam ich mir seelisch-moralisch doch gestärkt vor. Ein Talent, mit dem man Geld verdienen kann, muss ich jedenfalls erst noch entdecken. 🙂

6. Juni 2007

Jesus herrscht! Oder auch nicht?

Filed under: Spiele — 42317 @ 12:22

Wenn ich schon bei spaßigen Themen bin – es gibt einen Bibelklopper:

Bible Fight

Jesus schmeißt mit Fischen und Brot… Noah lässt die Stampede los… den Link behalt ich garantiert. Leute mit religiösen Gefühlen könnten allerdings abgeschreckt oder beleidigt sein…

5. Juni 2007

Der Oberchecker von Eternia?

Filed under: My Life — 42317 @ 18:54

Kurz und bündig: Es gibt eine „Masters of the Universe“ Parodie – in Saarbrücker Saarländisch. Kostenfreie und legale Downloads gibt es bei

Hearoic

unter „Downloads“.

Leider ist „Der Schwenker des Bösen“ ein bisschen kurz und „Die Toilette des Grauens“ noch nicht komplett, aber ich warte sehr gespannt.
Insgesamt entbehrt das Machwerk nicht eines gewissen Humors, allerdings muss ich mich fragen, ob ich die Darstellung von Saarländern, die nur ans Saufen denken, strengen Körpergeruch verbreiten und folterartigen Befragungsmethoden nicht abgeneigt sind, gutheißen kann… ach, Augen zu und durch. 🙂

Irgendwann doch „drin“?

Filed under: My Life — 42317 @ 18:44

Melanie drängt seit Monaten auf einen eigenen Internetanschluss, um ihren Harem jüngerer Männer ohne den Umweg in die Bibliothek über den halben Globus hinweg bewundern zu können. Ich bin dem Plan nicht abgeneigt, aber mich plagt natürlich immer der Geldfaktor.

Jetzt stand heute eine junge Frau vor der Tür, die für den Anbieter „Alice“ arbeitet. Der Verein bietet mir eine 4000er Flatrate für 25 E plus 10 E für Phonflat, ergo unbegrenzt online für 25 E im Monat und unbegrenzt ins deutsche Festnetz telefonieren für 10 E. Das deckt sich mit den Kosten, die uns derzeit jeden Monat für Telefonie entstehen.
Interessant ist auch, dass es keine Vertragsdauer gibt – „Alice“ bietet eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Und ich behalte meine Telefonnummer.

Ich hab das also mal unterschrieben, Vertragsbeginn ist der 01. Juli.
Wenn die Telekom jetzt eine Person wäre und kein Konzern, würde sie sich wahrscheinlich verulkt vorkommen. Vor gerade zwei Tagen erhielt ich zwei verschiedene Anrufe von Telekom Mitarbeiterinnen.
Die erste bedankte sich für unsere Kundentreue (zwei Jahre sind in diesen Tagen offenbar eine bemerkenswert lange Zeit) und bot mir als Dankeschön ein funkelnagelneues Nokia-Handy an mit irgendeinem tollen Vertrag, der für die ersten sechs Monate unglaublich günstig wäre. Aber monatliche Handykosten von ein bis zwei Euro, die ich bei Klarmobil habe, kann die Telekom nicht unterbieten.
Die zweite erkundigte sich, ob sich mein Telefonieverhalten geändert habe. Nein, hat es nicht. Woraus sie messerscharf schloss, dass mein derzeitiger Vertrag genau das Richtige für mich sei.
Und jetzt nach dem Danke wird „Alice“ für mich die Kündigung bei der Telekom übernehmen. Wie gesagt: Wäre die Telekom eine Person, wäre sie möglicherweise beleidigt.

Einen kleinen Pferdefuß hat die Sache noch: Wenn ich nicht zwanzig Meter Kabel quer durch die Wohnung legen will, weil der Anschluss für’s Modem am hinteren Ende des Schlafzimmers liegt, werde ich einen WLAN Adapter brauchen. Sowas wird’s ja hoffentlich in der Preisklasse von 20 bis 30 E geben.

1. Juni 2007

Huusmeester Kaschmarek

Filed under: My Life — 42317 @ 17:26

Nein, er heißt ja nicht Kaschmarek, sondern Becker, unser Hausmeister.
Ich komme nur sofort auf den so betitelten Song von den „Bläck Föös“, sobald ich auch nur an den Begriff „Hausmeister“ denke.

Wie dem auch sei, der Hausmeister hat mir 40 E gespart.
Wie ich vor einiger Zeit geschrieben habe, hat ein kräftiger Luftzug die Scheibe der Mitteltür meines Apartments zerstört, und das bei einem Nichtvorhandensein einer Haftpflichtversicherung meiner-/unsererseits. Herr Becker hat den Glaser befragt und der sagte, eine Scheibe, wie wir sie brauchten, koste 39,95. Damit hatte ich mich abgefunden, wollte aber noch fragen, ob es auch möglich sei, die Scheibe irgendwo zu lagern und stattdessen eine Holzplatte in die Leerstelle einzubauen, damit nicht immer das Licht vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer scheint. Ein Blick in die umfangreichen Lager des Hausmeisters ergab, dass er eine passende Holztür parat hat, die könne man dann einbauen. Die Glasscheibe müssten wir erst ersetzen, wenn wir ausziehen – was denn bedeutet, dass ich den Schaden auch erst dann zu deklarieren bräuchte. Und eine Versicherung will ich mir diesen Monat noch anlachen.