Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

24. April 2007

Keine Kompromisse

Filed under: My Life — 42317 @ 17:35

Ich habe was interessantes gespielt heute morgen.
Es handelte sich um ein psychologisches Experiment und es ging darum, in einer Art Netzwerkspiel Wertanlagen zu verteilen.
Die Teilnehmer saßen dabei in getrennten Räumen. Der Gesamtwert aller Pakete betrug 240 Punkte und der Zufallsgenerator hatte mich ausgesucht, um das erste Angebot zu machen. Ich nahm mir 180 Punkte aus den besten Papieren, ließ meinem Gegenüber 60 Punkte und wartete auf das Gegenangebot. Der Gegenspieler fand das gar nicht witzig und wollte mir ebenfalls nur 60 Punkte überlassen, aus dem Fond der wenig Erfolg versprechenden Aktien.
In drei Runden näherten wir uns dann soweit an, dass ich noch 130 Punkte verlangte und man mir 110 Punkte anbot. In dem Moment schickte mir der Gegenspieler ein Ultimatum – das bedeutet, ich konnte ebenfalls ein Ultimatum stellen oder das für mich schlechtere Angebot annehmen. Das fand ich wiederum nicht so witzig und wählte ein 125 Punkte Ultimatum. Der andere ging nicht darauf ein, Verhandlung gescheitert.

Ich würde gerne wissen, wie viele Verhandlungen anderer Teilnehmer erfolgreich waren. Natürlich kann man der Gegenpartei gleich die Hälfte anbieten… aber es ist ja nur ein Spiel, und „Backe, backe Kuchen“ heißt es nicht. 🙂

20. April 2007

Warum manche Leute Autoverkäufer werden sollten

Filed under: My Life — 42317 @ 19:21

Diese Woche habe ich mein erstes Kolloquium bei Frau Professor Scholz genossen und durfte als erster darlegen, um was es bei mir gehen soll. Eigentlich wollte ich japanische und amerikanische Kriegspropaganda zwischen 1941 und 1945 vergleichen. Natürlich konnte ich sekundäre Quellen nennen, aber bei den primären Quellen komme ich halt immer noch ins Schwitzen.

Die Frau Scholz erkannte also schnell das Problem, und weil sie ja unser aller Bestes will, hatte ich fünf Minuten später ein entfernt verwandtes neues Thema:
Die Verarbeitung der Kriegsverbrechertribunale von Tokyo auf der Bühne.

Deswegen sollte die Frau vielleicht Autos verkaufen.
Da kommt ein Kunde zu ihr, der sicher ist, dass er einen blauen BMW kaufen will und nach wenigen Minuten hat sie ihn davon überzeugt, dass ein gelber Benz viel besser zu ihm passt.

Gut, letztendlich ist es mir gleich. Das Thema fällt ja in „meinen“ Bereich, Primärquellen sind ausreichend vorhanden, und ich habe auch das Glück, dass der Autor der neuesten Version des entsprechenden Theaterstücks noch am Leben ist und Frau Scholz die E-Mail Adresse seines Managers parat hat, der sich darüber freuen wird, dass jemand akademische Werbung für seinen Klienten macht.
Hauptsache, ich komme irgendwann bald aus diesem Schuppen raus…

Die Geschichte vom Schaf und vom Wolf

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 19:12

Nein, eigentlich ist es ja kein Schaf, sondern eine Ziege, und auch dieser Begriff ist irreführend, weil der Begriff „Ziege“ ein weibliches Tier suggeriert, während man es in „Arashi no Yoru ni“ („In einer stürmischen Nacht“) nun eigentlich mit einem jungen Bock zu tun hat.

In einer stürmischen Gewitternacht treffen sich also ein junger Geißbock und ein junger Wolf in einer dunklen Scheune. Beide können sich gegenseitig nicht riechen – weil sie erkältet sind, es ist dunkel und sie haben keine Ahnung, dass der eine mit seinem natürlichen Feind und der andere mit seinem Lieblingsessen redet. Sie unterhalten sich über Gemeinsamkeiten und beschließen, sich am kommenden Mittag zu treffen. Sie machen „Arashi no Yoru“ als Kennwort aus.

Das Treffen wird kurz und schmerzlos. Das Erstaunen über den Gegenüber wird zwar durch Nahaufnahmen der Gesichter hingezogen, aber die zwei finden sich erstaunlich schnell miteinander ab und werden Freunde.

Aber natürlich leben beide in völlig verschiedenen Gesellschaften, die sich gegenseitig nicht, bzw. nur unter eng gefassten Gesichtspunkten anerkennen: Jäger hier und Beute da.
Die gesellschaftlichen Normen belasten also die ungewöhnliche Freundschaft und die zwei beschließen, gemeinsam wegzulaufen und ein Land zu suchen, wo Wölfe und Ziegen in Eintracht miteinander leben können. Die Idee, dass ein solches, „reines“ Land existiert, muss ein wiederkehrendes Muster verzweifelter Flüchtlinge sein… in „The Plague Dogs“ von Richard Adams wollen die beiden Hunde auch zu so einem Ort schwimmen: „Wenn es eine Isle of Man gibt, dann gibt es doch auch eine Isle of Dog!“

Die Geschichte neigt doch hin und wieder ein bisschen zum Schmalz und zu klassischen Drama-Elementen. Zum Beispiel, wenn der Bock sich dem Wolf Gabu auf dem verschneiten Gebirgspass als Nahrungsration anbietet. Oder wenn der Showdown des Wolfs gegen sein altes Rudel von den Naturgewalten in Form einer Schneelawine unterbrochen wird und er durch den Schock der Todesgefahr sein Gedächtnis verliert. Und wenn der Wolf dann durch die Erwähnung des alten Kennwortes zu seinem Gedächtnis zurück findet.

Der Film hat einen Preis gewonnen, ich weiß nicht, welchen. Aber welcher es auch sein mag, ich kann mir keinen Grund denken, warum ausgerechnet dieser Film einen Preis bekommen haben könnte. Das Thema „Wahre Freundschaft/Liebe überwindet alle Schwierigkeiten“ ist kein neues mehr. Und ein paar erzählerische Mängel hat die Sache schon, gerade bei Spannungskurven:

Als Gabu beschließt, seinen Ziegenfreund zu schützen, stürzt er sich wie wild auf sein anrückendes Rudel. Ein paar schöne Aufnahmen zeigen, wie sich das Aufeinandertreffen anbahnt. Aber anstatt einen klimaktischen Aufprall zu präsentieren, um die Wildheit und Entschlossenheit (und Verzweiflung) des Wolfs grafisch schön zu zeigen, halten die Beteiligten inne, knurren sich an und es bildet sich ein reichlich statischer Kreis seiner Artgenossen um den Wolf. Und als dann sein Alpha die Bühne betritt, bleibt es bei einem einzigen Angriff, der deutlich zu Ungunsten des Protagonisten ausgeht. Das hätte man besser machen können.

Und als der Gabu dann, durch Gedächtnisverlust wieder „böse“ geworden, den Bock gefangen hält, um ihn im Mondschein erst zu verspeisen, kommt das erlösende Kennwort „Arashi no Yoru“ viel zu früh, und die sich im Aufbau befindliche Spannungskurve fällt jäh ab. Stattdessen hätte man mit seinem „Total Recall“ warten sollen, bis er schon die Zähne am Hals seines Pflanzen fressenden Freundes hat. Aber nee… sehr schade.

Man darf natürlich nicht glauben, der Film sei schlecht – das ist er ganz und gar nicht, er ist sogar sehr unterhaltsam. Ich beleuchte hier nur gerade im Besonderen das, was mir aufgefallen ist. Und es gibt einen m.E. durchaus positiven, zumindest interessanten Punkt:

Der Geschlechteraspekt spielt in dieser Handlung kaum eine Rolle.
Wir haben vor dem Film wohl alle geglaubt, dass die Ziege weiblich sein würde. Wir wussten, dass dieser Charakter „Mei“ heißen würde, und zumindest ich habe noch keinen Mann getroffen, der so heißt. Aber wie gesagt, handelt es sich dabei tatsächlich um einen jungen Bock. Weibliche Charaktere spielen nur am Rande eine Rolle:

Meis Mutter wird von den Wölfen zerrissen und ihr Sohn wird von der Oma aufgezogen.
In der Ziegenherde gibt es ansonsten nur eine einzige weitere weibliche Ziege mit Sprechrolle.
Im Rudel gibt es eine Wölfin, aber die gibt nur unartikulierte Laute von sich, abgesehen von einer klitzkleinen Sequenz, in der die Mutter von Gabu zu sehen und hören ist.

Ich finde es ganz gut, dass hier Geschlechterklischees nicht zum Zuge kommen, denn die Konstellation „Schwache Frau (Ziege) wird von starkem Mann (Wolf) gerettet“ wäre so abgedroschen gewesen, dass ich den Film an dieser Stelle wahrscheinlich nicht einmal erwähnt hätte.

Wozu brauchen wir eigentlich eine online Einschreibung?

Filed under: My Life — 42317 @ 18:36

Ich war heute mal wieder erstaunt über den Nutzen unseres StudIP online Kurseinschreibungsportals. Heute morgen bin ich noch schnell auf Platz 12 der Warteliste des Kurses von Frau Dr. Gerbig hochgerutscht und habe mir, wie geplant, erlaubt, dennoch zur angegebenen Zeit zu erscheinen.

Das nervöse Warten hatte dann um 1420 ein Ende: Die Dozentin stellt die Anwesenheit fest und zählt 29 Anwesende. Fünf Minuten später kommt noch eine Teilnehmerin dazu, die ebenfalls nur einen Warteplatz hatte. Der Kurs hat damit 30 Teilnehmer, so viele, wie irgendwann einmal geplant – und das bedeutet, dass von allen Leuten, die sich eingetragen haben und bis heute morgen eingetragen geblieben sind, ganze 18 nicht einmal aufgetaucht sind.
Und ganz nebenbei stellte uns die Frau Doktor eine E-MailAdresse für Fragen zur Verfügung, die mit der in StudIP angegebenen nicht übereinstimmte. Tolle Wurst. Denn Sprechstunden hat sie keine – sie ist nur in diesem Semester wieder in Trier, und das auch nur an Freitagen, und arbeitet hauptsächlich in Leipzig.

Auf der Anwesenheitsliste streichen Leute von der Warteliste solche aus, die auf der Hauptliste standen und setzen ihre eigenen Namen auf das Papier. Etwa ein Drittel der Hauptliste ist nicht erschienen, was knapp der Hälfte der Warteliste erlaubte, ganz problemlos in den Kurs zu kommen, und genau diese acht Leute waren auch da und freuten sich.

Grund zur Freude hatten sie offenbar. Von den dreißig Anwesenden brauchen nur vier keinen benoteten Schein. Und den kriegt man, indem man mit einem oder zwei Partnern eine Präsentation schmeißt (= ein Referat hält) und seine fundierte Meinung über die angegebene Literatur, die für jede Veranstaltung zwei Seiten lang zu sein hat, zu einer Hausarbeit erklärt.

Ganz allgemein bleibt festzustellen, dass das Einschreibungsprocedere völlig überflüssig war. Wenn man nicht völlig blöde (aber ein bisschen asozial) ist, schreibt man sich in alle möglichen Kurse ein, sobald es möglich ist, und entscheidet dann zu Vorlesungsbeginn ganz entspannt, welche einem denn nun auch tatsächlich in den Gesamtplan passen, und wenn welche nicht passen, dann kommt man halt einfach nicht. Und gibt damit Leuten wie mir Gelegenheit, in melancholischen Farben über den Sinn des Lebens zu spekulieren.
Man kann die Einschreibung per Computer also ebenso gut wieder komplett abschaffen und durch das Erscheinen in der ersten Seminarsitzung zu ersetzen. Im Falle einer Überbelegung sollte dann das Senioritätsprinzip über ein Verbleiben entscheiden – höhere Semester haben aus naheliegenden finanziellen Gründen weniger Zeit und wollen baldigst fertig werden und nicht semesterlang warten, bis sie das Glück haben, von einer unpersönlichen Maschine einen Teilnehmerplatz zugewiesen zu bekommen.

Ich habe mein Seminar also. Der Kampf geht weiter.

16. April 2007

Ich bin ich

Filed under: My Life,Uni — 42317 @ 18:06

In Bezugnahme auf meinen Beitrag „In der Kritik“ aus dem vergangenen Dezember:

Heute war die Vorsprechung der Japanologie zum Sommersemester 2007, und ich kam nicht umhin, in eigener Sache ein paar Dinge zu sagen, die so manchem Anwesenden jener Vorbesprechung vielleicht etwas hart erschienen sein mögen:

„Nachdem ich vor einem halben Jahr ebenfalls in dieser Erscheinung gesprochen habe*, wurde mir daraufhin über mehrere Ecken zugetragen, dass das doch irgendwie peinlich sei und den Ruf der Japanologie schädige…“
(Ein Seitenblick zu Frau Professor Gössmann, die diese Information ungläubig zur Kenntnis nahm und mich von dem Vorwurf entlastete.)
„Das wäre dann der Punkt. Und zuletzt hat es mich in meinem ganzen Leben noch nicht interessiert, was irgendwelche Leute von meinem Äußeren halten – und wem das nicht passt, der kann bleiben, wo der Pfeffer wächst. Das wäre dann wohl geklärt – kommen wir also zum Anime Club…“

Vielleicht hätte ich hinzufügen sollen, dass ich Kritik gerne persönlich und unmittelbar entgegennehme, und mir nicht die Kritik selbst, sondern die vermittelte Form nicht gepasst hat.
Aber ich habe gesagt, was ich sagen wollte und ich fühle mich ganz gut dabei.

* gemeint ist „in meinem schwarzen Anzug“, siehe Foto im Beitrag vom 02. Dezember 2007.

Ämter am Morgen

Filed under: My Life — 42317 @ 17:47

Dieser Tage bin ich daran, mir einen Mietzuschuss zu beantragen, und aus diesem Grund bin ich vor zwei Wochen bei der Infotheke der Arbeitsgemeinschaft Hartz IV gewesen und habe dort gefragt, wie das denn so wäre mit Mietzuschuss bzw. Wohngeld.
Man drückte mir zwei Formulare in die Hand und sagte, die solle ich bei Antragstellung mitbringen.

Heute Morgen war ich dann also wieder unten. Die Infotheke schickte mich in die Abteilung C1, wo ich nach 15 Minuten aufgerufen wurde.
„Ach, Sie wollen erst einen Antrag stellen? Dann sind Sie hier falsch – hier ist die Abteilung für Leute, die bereits Leistungen beziehen. Sie müssen in die Abteilung A1.“
Vor der Abteilung A1 musste ich nur fünf Minuten warten, direkt angenehm angesichts des Hinweises, dass ich am besten bereits um 0800 früh am Morgen erscheinen solle.
Die mir neu zugeteilte Dame fragte mich dies und das, notierte sich meine Angaben und meinte dann, sie würde diese dann an die Jobvermittlung weiterleiten, um mir eine Beschäftigung mit mehr Einkommen vermitteln zu können.
„Ich kann aber unmöglich noch mehr arbeiten.“
„Aber Sie sind doch hier, weil Ihr Einkommen offenbar nicht ausreicht!?“
„Ja schon, aber ich habe noch akademische Pflichten, denen ich nachkommen muss.“
„Ach, Sie sind Student? Warum haben Sie das nicht gesagt?“
„Weil Sie nicht gefragt haben!“
„Dann sind Sie hier ganz falsch – die Arbeitsgemeinschaft hat zwar ebenfalls Kompetenzen bei Mietzuschüssen, aber nur für angemeldete Erwerbslose und Niedrigverdiener. Wenn Sie Student sind, dann müssen Sie zum Wohnungsamt im Rathaus am Hindenburg-Gymnasium.“

Ich hätte also Zeit sparen können, wenn eine mir gut bekannte Person A, die mir den Tipp mit dem Wohngeld zuerst gegeben hat, mir gesagt hätte, wohin ich mich wenden muss, und wenn eine mir zumindest flüchtig bekannte Person B, immerhin derzeit beschäftigt bei der Agentur für Arbeit, auf meine Anfrage vom Februar eine entsprechende oder überhaupt eine Antwort geschrieben hätte.
(Aber gut, letztere Person hatte Probleme mit ihrem Internetzugang, da kann sowas schon mal verloren gehen, denke ich.)

Also gut, neues Amt, versteckt hinter dem Gymnasium, ein alter brauner Bau, der ziemlich sanierungsbedürftig aussieht. Dort musste ich gar nicht warten und ein informativer Mitarbeiter wies mich zehn Minuten lang in die einführende Lehre vom Mietzuschussantrag ein.
Da muss man ja wieder einiges nachweisen… Krankenversicherung, Rentenversicherung, allgemeine Lebenshaltungskosten, Negativbescheid vom zuständigen Amt für den Zweitwohnsitz (= der Nachweis, dass ich von dort keine Leistungen beziehe), Mietnachweis, Einkommensnachweis usw.

Bin gespannt, was das wird.
Vielleicht kann Person A mir noch ein bisschen weiterhelfen. 🙂

15. April 2007

Amerikanische Probleme und deutsche Lösungen

Filed under: Militaria — 42317 @ 12:23

… bei der militärischen Hardware.

Wie es scheint, beschweren sich die US GIs derzeit hauptsächlich über zwei Dinge:

1. Der neue Feldanzug
(Siehe Military.com: Feldanzug USA)

Ich überspringe die zwei guten Punkte (u.a. sind die Taschen bedienerfreundlicher), weil die negativen auffälliger sind:

a) Die neueingeführten Klettverschlüsse reißen ab und was auch immer da dran hängen bleiben soll, geht schnell verloren, wenn der Soldat im „bodennahen Einsatz“ ist. Außerdem gehen die Seitentaschen auf und man verliert Zeug, dass man dringend brauchen könnte.

b) Das Material ist halb-halb Baumwolle und Nylon. Und das brennt scheinbar schnell. Der Autor des Berichts schlägt vor, entweder bei reiner Baumwolle zu bleiben oder Nomex zu verwenden, dessen Anschaffung teurer ist, aber Behandlungskosten angebrutzelter Soldaten einspart.

c) Das Tarnmuster erfüllt seinen Zweck nicht. Die „Urban“ Tarnung sei zwar in einem Betonumfeld ganz toll, aber sonst zu nichts zu gebrauchen.

2. Der M4 Carbine
(Siehe Military.com: M4 Kritik)
Wie es scheint, wartet man auf der anderen Seite des Atlantik auf die nächste (selbstgebaute) Generation der Infanteriewaffe, anstatt eine Lizenz zu erwerben.
Zu Bundeswehrzeiten anno 1998 haben mir Ausbilder angesichts des G36 bereits lächelnd mitgeteilt, dass die M16 statistisch alle 600 Schuss eine Ladehemmung hat, während unser G36 da mit einer niedrigen fünfstelligen Zahl in der selben Statistik erscheine. Ob die Zahlen stimmen, kann ich nicht sagen, aber ich hatte nie eine Ladehemmung mit dem G36.

Wie dem auch sei, es scheint immer mehr durchzusickern, dass die M4 (die kurze Version der M16) den Bedingungen eines irakischen oder afghanischen Schauplatzes nicht gewachsen ist – da gesellen sich viel Hitze und viel Staub zu dem eh anfallenden Ruß, der wohl die Gasrückführung, die bei der M4 den Nachlademechanismus in Gang hält, sehr oft verstopft und den Benutzer in kritischen Momenten in arge Probleme bringen kann.
Die Lösung von Heckler & Koch (HK) besitzt einen Gaszylinder, der den Verschluss mechanisch in Bewegung versetzt und keine Gaskanüle hat, die verstopfen könnte.

Und wenn ich schon mal dabei bin:
HK bringt die MP7 an die Truppe, und wenn man sich das typisch erscheinende Design anschaut, wird wieder klar, warum Filmbösewichte so gerne auf die Firma aus Oberndorf zurückgreifen:

HK MP7A1

(Siehe dazu: MP7A1 Beschreibung und MP7A1 PDF)

Neu ist auch das MG4:
Außer mir haben sich wohl noch mehr Leute darüber beschwert, dass das MG8 (ein Umbau des alten G3) seine Hülsen drei Meter hoch und fünf Meter weit auswirft – das MG4 wirft seine Hülsen wieder (wie das alte MG3) nach unten aus. Hat ja nur etwa 10 Jahre gedauert, diese Idee wieder zu entdecken…
(Siehe dazu: MG4 Beschreibung)