Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

19. August 2007

Implikationen eines neuen Dienstwagens

Filed under: Arbeitswelt — 42317 @ 11:41

Kreisverkehr an den Kaiserthermen, regennasse Fahrbahn, dann ein paar ungeklärte Faktoren und am Ende landet ein alter Ford auf dem Schrottplatz. Keinen Kratzer an der Karosserie, aber das rechte Hinterrad aufgrund der senkrecht-horizontalen Kollision mit dem Bordstein in einem Winkel von 90° unter das Auto geschoben und der Unterboden völlig im Eimer.

Das ist zum Glück nicht mir passiert, sondern der Tochter #1 der Chefin.
Ein neuer Firmenwagen musste also her und die Chefin stürzte sich in einen Auswahlprozess nach ihrem Gutdünken. Am Mittwoch Abend dachte ich mir noch im Gedenken an ihr Motorrad in der Garage: „Die kauft doch bestimmt einen BMW…“
Und als ich am Donnerstag dann wiederkam, stand da ein BMW 320i in der Einfahrt. Deutlich kleiner als der Ford, knapp einen halben Meter kürzer und auch ein gutes Stück schmaler. Erstzulassung vor acht Jahren mit 12000 km auf dem Tacho – Rentnerwagen. Im Alter von 80 Jahren gekauft, mit 88 gestorben, zwischendurch Spazierfahrten. Das Ding ist wie neu.
Die Hinterbank kann man umklappen, da passen also zwei Teppiche rein… zwei 3×4 sollten schon gehen. Oh, der Fahrersitz lässt sich auf verschiedene Nutzer programmieren… interessant. Das sollte mir ersparen, nach einer Fahrt der 1,55-Chefin mich erst hinter das Lenkrad quetschen zu müssen, bevor ich meine Anpassungen vornehmen kann.

Dass es sich um ein Automatikgetriebe handelt, freut mich weniger. Ich fahre gerne auf Schaltung. Das macht mehr Spaß und hat einen spritsparenden Effekt, sofern man nicht aus welcher Motivation auch immer einen Gang tiefer fährt als notwendig. Dass die Kiste nur im schönsten Autobahnverkehr 7,5 l auf 100 km erreicht und im Stadtverkehr und Überlandverkehr eher auf 10 Liter kommt, hätte mich endgültig abgeschreckt… verdammte Benziner. Immerhin hat das Gerät eine Tiptronicschaltung… wenn ich das recht verstehe, kann ich auch manuell schalten, wenn ich entsprechende Einstellungen mache, indem ich den Hebel jeweils nach vorn, bzw. nach hinten antippe.

Und weil das Auto so gut wie neu ist, soll der auch in unsere zweite Garage kommen, die bislang als Rumpelkammer missbraucht wurde. Wir waren also drei Tage damit beschäftigt, Raumresourcen umzugestalten und haben sogar einiges weggeworfen, ein geradezu revolutionärer Vorgang in diesem Laden, wo alles gelagert und gebunkert wird, mindestens zwanzig Jahre lang, man könnte es vielleicht ja mal brauchen – ich schmeiße Zeug bereits nach fünf Jahren weg, wenn es keinen nostalgischen Wert hat und ich es zwischendurch nicht gebraucht habe.
Nach drei Tagen staubiger Arbeit wurden also zwei unserer kleinen Lagerräume völlig umgestaltet. Die Gerümpelgarage ist jetzt besenrein und Auto und Motorrad haben darin Unterkunft gefunden. Eine Sammlung von Biedermeiermobiliar ist in den kleinsten Lagerraum gewandert, was allerdings den Nachteil brachte, dass die fünf Fahrräder von dort in die Garage des Transporters umsiedeln mussten.

So hört die Arbeit also so schnell nicht auf und wir haben ins Auge gefasst, Teile der Sammlung, die nicht streng genommen Abfall sind, in einem Garagenflohmarkt zu verhökern. Wir können sogar Kinderunterhaltung anbieten mit den Unmengen ungebrauchter Luftballons eines Paulin-Straßenfests von vor zwei Jahren. Ich schätze, wir haben noch so um die tausend Stück… wir haben sogar noch Gasflaschen zum Füllen (aber keine Füllstutzen)… fragt sich natürlich, inwiefern die Ballons nicht mittlerweile porös und unbrauchbar sind.

Nu ja, kommende Woche bin erst mal wieder auf Abruf, weil Besuch der seltensten Verwandtschaft anrückt. Eine Großtante mit Gatterich von irgendwo und eine entferntere Verwandte aus Polen, die zuletzt zum Anlass der Hochzeit meiner Chefin mit ihrem 1993 verstorbenen Mann gesehen wurde. Nun ist es aber so, dass die Schwester des Verstorbenen letztes Jahr im März selbst die letzte Reise angetreten hat und in ihrem Testament alle möglichen Leute bedacht hat, die zum weitesten Familienkreis gehören. Und diese Verwandte aus Polen reist nun an, um die sie betreffenden Nachlassvorgänge selbst beobachten zu können. Vielleicht traut man einem deutschen Notar weniger, wenn man aus Polen kommt und ein gewisses Alter hat.

All diese genannten Verwandten werden sich also in Trier einquartieren und ein gewisses Pensum Zeit in Anspruch nehmen, das verhindert, dass im Teppichladen vor Donnerstag der kommenden Woche irgendwelche effektive Arbeit geleistet wird. Was mich nach den durch drei Wochen Urlaub verwässerten Gehaltsschecks natürlich nicht wenig wurmt – meine 180 Überstunden beim Klavierladen sind abbezahlt und ich bin dem Teppichladen finanziell auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es ist schön, dass der Laden sanierungsbedürftig ist, das hilft meinem Geldbeutel, aber die Arbeit muss auch hübsch portioniert werden, damit sie mich bei voller Ausnutzung des Zeit- und Geldrahmens bis zum kommenden Frühsommer ernährt – Durchhänger unter 350 E am Zahltag sind nicht haltbar.

14. August 2007

Big BANG!

Filed under: Spiele — 42317 @ 22:33

Man sollte im Rahmen des Kartenspiels „BANG!“ (eine Parodie auf Spaghettiwestern) eine neue Spielfigur für mich einführen:

Dynamite Dan
Er hat sechs Lebenspunkte, aber
jedesmal, wenn er für „Dynamit“ ziehen muss,
wird die Spielkarte als Pique gewertet.

Gutes Timing

Filed under: Rollenspiele — 42317 @ 15:39

Da hat man mir letztlich zwei Ausgaben des „Dragon Magazine“ geschenkt, DER (englischsprachigen) Zeitschrift für das „(Advanced) Dungeons & Dragons“ Rollenspiel.

Ich bin dem Spender dankbar dafür, denn abgesehen von interessanten Artikeln zum Thema, hat eine der Ausgaben einen historisch interessanten Ausgabezeitpunkt: August 1995.

Die erste Ausgabe von den beiden, die ich gelesen habe, ist unspektakulär vom Juni 2003. Es geht zwar, natürlich, in erster Linie um AD&D, aber die Artikel geben immer ein paar Ideen für Rollenspiele allgemein her, und ich bitte darum, nicht zu vergessen, dass ich hier nicht von dem schwachen Krempel rede, den man allein auf einem Bildschirm spielen muss, sondern von dem weitaus fortschrittlicheren Modell mit Papier und Bleistift, das man mit Freunden spielt, und das es ermöglicht, das Spielgeschehen ohne ein zwischengeschaltetes elektronisches Medium direkt in das Gehirn des Spielers zu projizieren.

Der Artikel über Drachenmagie und Drachenreitausrüstung war zwar der erste interessante, kann aber hier übersprungen werden. Von etwas mehr Interesse waren dann die Beschreibungen verschiedener Drachenschuppen, denn wie es scheint, haben Drachen in diesem Spieluniversum etwas sehr Japanisches an sich. Mein Interesse an diesem Artikel ist also eher sprachlicher Natur.

Da wäre zum Beispiel „Beruto of the Carp Dragon“, was für mich nur ein „Gürtel des Karpfendrachen“ ist, weil ich weiß, dass „Beruto“ die japanische Umschrift für „Belt“ = „Gürtel“ ist. Dann wäre da noch

„Fiery Kabuto of the Celestial Dragon“, wobei „Kabuto“ = „Helm“,
„Iyaringu of the Earth Dragon“, wobei „Iyaringu“ = „Ohrring“,
„Kuribune of the River Dragon“ („kurifune“ = „Einbaum“),
„Kodate of the Spirit Dragon“ („Kodate“ = wörtlich „kleiner Schild“, bedeutet aber „Deckung hinter einem Baum“),
„Pearly Okimono of the Sea Dragon“ („Okimono“ = „Verzierung/Schmuck“)
„Watery Hachimaki of the Typhoon Dragon“ („Hachimaki“ = „Stirnband“)

Als Eingeweihtem in die zu Grunde liegende Sprache geht mir die exotische Wirkung der Bezeichnungen irgendwie verloren und die Wirkungsweise oder das Aussehen des Artefakts erklärt sich mir schon fast von alleine…

In einem danach abgedruckten Bericht zum Thema „Psions of the Orient“ wurde allerdings auf solches Vokabular verzichtet, es wird lediglich am Rand erklärt, dass Samurai und Ritter einerseits und Geisha und Barden andererseits regeltechnisch gleichgestellt sind.

Gut fand ich dann den Artikel über die Erstellung von Dungeons, Verliesen, bzw. irgendeines Systems von Gängen und Höhlen, durch das die Helden des Spiels ihren Weg zu einem wie auch immer gearteten Ziel finden müssen.

Man solle erst den Zweck der Dungeons definieren:
Warum hat jemand diese Räumlichkeiten eingerichtet?
Und handelt es sich um eine natürliche Höhle, handelt es sich um ein Grab, um die Wohnstätte eines unterirdischen Volkes, um eine Kanalisation unter einer Stadt, ein Labyrinth eines irren Magiers oder – getreu dem Wort – um ein Verlies? Man sieht, die Defnition ist sehr weit gefasst, aber an den im „Dragon“ gegebenen Beispielen kann man ablesen, dass es sich jeweils um einen Bereich mit geschlossener Decke handelt (also auch das Innere einer Burg).

Zum Abschluss gibt es noch eine Auflistung von „Motivationen“, also warum die Charaktere da überhaupt reingehen sollten, wenn’s da von Kreaturen wimmelt, die an einer Tasse Tee und zwanglosen Gesprächen kein Interesse haben. Ganz klar ist natürlich, dass der klassische Dungeon irgendwelche Schätze beinhaltet, wobei „Schatz“ jetzt nicht zu groß aufzufassen ist. Hier hat der Begriff eher die Bedeutung von „Dinge, die man brauchen kann“. Wenn es sich um Räumlichkeiten handelt, die schlicht als Wohnraum verwendet werden, dann bestehen die Schätze wohl aus dem, was die darin lebenden bösen Viecher im Laufe ihres Daseins im Umland geplündert haben, zuzüglich dessen, was darinnen gescheiterte Helden hinterlassen haben. Irre Magier dagegen bauen Dungeons, und besetzen sie mit Monstern, um irgendwas Tolles darin zu verstecken.

Jetzt könnten die Helden also da rein müssen, um einen bestimmten Gegenstand zu holen (oder zu zerstören), sie könnten aus Neugier reingehen, um zu sehen, was da zu finden ist (wie das in Warhammer Quest Standard zu sein scheint), um die Bewohner auszurotten (weil die das Umland heimsuchen), oder weil es keinen anderen Weg zum Zielort gibt.

Obwohl ich kein Fantasy Spielleiter bin, juckt es mich dennoch in den Fingern, einen Dungeon zu entwerfen…

Noch einen Schritt besser als der Dungeon Artikel ist der über die Beeinflussung des Spielleiters und anderer Spieler, genauer „How to win DMs and influence Players“. Der Titel ist allerdings etwas irreführend. Es geht keineswegs um irgendwelche hinterlistigen Taktiken oder Schleimerei.
Da heißt es, man solle schonmal was zu futtern mitbringen, und am besten eine ganz eigene Portion für den Spielleiter, und natürlich sollte man von Betrügereien Abstand nehmen, wie z.B. ein falsches Würfelergebnis ansagen (weshalb man offen ersichtlich in der freien Mitte des Tischs würfeln sollte).
Irgendwelche Animositäten sollten außerhalb des Spielgeschehens geregelt werden, plus einiger Hinweise, wie man mit Streitsituationen umgehen soll (zum Beispiel als Spielleiter keine Partei ergreifen). Generell sollte man nicht während des Spiels mit dem Spielleiter streiten.

Wichtig dabei fand ich den Hinweis, dass man Dinge, die man neu einbringen will, z.B. ein taktisches Manöver, vor dem Spiel mit dem Spielleiter besprechen soll, anstatt ihn mittendrin zu überraschen. Das vermeidet nämlich spielunterbrechende Diskussionen, falls Spieler und Spielleiter unterschiedlicher Meinung über den Effekt des Manövers sind. (Ich sollte dann vielleicht doch mal meinen Spielleiter in den Zweck des Kilos Salz einweihen, das mein DSA Charakter vor einiger Zeit gekauft hat.) Immerhin sollte man dem Spielleiter soweit trauen, dass er solche Ideen fair auswertet und nicht parteiisch seine NSCs zu retten versucht.

Hm, ja, man sollte selbst auf sein Datenblatt achten… und auch darauf, was während der Sitzungen so passiert, am besten mit Notizen. Dann gibt es keine Unstimmigkeiten darüber, was mit welchem Gegenstand passiert ist, und wer was bekommen hat, und diese Resourcen sollten immer im Bewusstsein des Spielers sein, bevor er vor der Leiche seines Charakters steht und dann erst feststellt, dass er einen rettenden Gegenstand notiert, aber nicht beachtet hat.

Dann solle man auf „Hooks“, „Aufhänger“ achten, anhand deren sich das aktuelle Spielgeschehen eröffnet. Denn zu meinem eigenen Leidwesen ist es in der Regel so, dass ein NSC auf die Charaktere zukommt und ihnen erklärt, was sie zu tun hätten und wieviel sie dafür bekommen würden. Dabei haben wir vor Jahren bereits einstimmig festgestellt, dass der spannendste Weg in ein Abenteuer der ist, auf dem die Charaktere ins Geschehen hineinrutschen. Das erfordert natürlich eine entsprechende Befähigung des Spielleiters einerseits, aber andererseits, wenn man das zu häufig anwendet, erhalten die Charaktere die Aura der vom Schicksal auserwählten. Ich mag das Konzept des reisenden Abenteurers, der von seinem Ruf und Aufträgen lebt, aber ab und zu mal ein bisschen „Schicksal“ ist schon nicht schlecht. Wenn die Spieler jedoch auf die Aufhänger nicht reagieren, aus welchem Grund auch immer, könnte es ein eintöniger Abend werden.

Zuletzt sei es angebracht, Beziehungen zu NSCs zu pflegen. Natürlich sind die meisten dieser besonderen Charaktere die gesichtslose Masse des Volkes auf der Straße und darauf folgend das Kanonenfutter in den Kampfsequenzen. Aber es gibt auch einzelne Exemplare, in die ein Spielleiter mehr Zeit investiert hat, um eine Figur mit mehr Tiefe zu erschaffen. Diese erkennt man vorzugsweise daran, dass sie in einem späteren Abenteuer noch einmal auftauchen. Ganz großer Wink mit dem Zaunpfahl. Leider werden solche Charaktere aber oft mit Verachtung oder Ignoranz gestraft, und es scheint mir, als sei ich der einzighe gewesen, der (vor 15 Jahren!) richtig beeindruckt von dem Gegner namens Kortzatz war (für die Namensschreibung übernehme ich keine Garantie). Mir dünkt, dass die Spieler, die ich kannte und kenne, NSCs ausschließlich nach deren Nutzen bewerten und alle Versuche, ihre Persönlichkeit zu gestalten, ignoriert haben.

Aber richtig interessant wurde es dann unter der Überschrift
„TACTICAL TERRORS – Killer Creature Combos“
Es ist leicht zu erraten, dass es dabei um Kombinationen von Kretauren geht, die sich gegenseitig ergänzen, auf verschiedene Arten und Weisen.
Der Nachteil (für mich) an diesem Artikel ist der Gebrauch von AD&D Vokabular: Ich habe das zweite Monsterkompendium einmal gelesen, ebenfalls vor ca. 15 Jahren, aber ich erinnere mich natürlich an so ziemlich gar nichts.

Ein berittener Gegener an sich ist bereits eine Kombination: Reiter und Reittier, wegen der erhöhten Position gegenüber dem zu Fuß gehenden erhält der Reiter einen Bonus auf den Angriff. Und in Fantasyspielen muss das Reittier kein Pferd sein.
Zum Beispiel ein Troll auf einer… Bulette. Heißt halt so, ich kann nichts dafür.
Der Troll mit Speer, die Bulette mit Gebiss, da geht schon was. Interessant wird das Gespann als Aufklärer: Trolle haben eine feine Nase und Buletten finden automatisch jeden Gegner im Umkreis von 20 Metern, sofern dieser bei der Fortbewegung den Boden berührt.
Oder ein Sukkubus auf einem Heuler. Heuler sind schnell und ein Sukkubus hat psychische Attacken wie „charm monster“ (etwa: „becircen“), die durch den Heuler wiederum verstärkt werden, weil sein Heulen die Widerstandsfähigkeit gegen solche Angriffe senkt.
Cool fand ich auch „Shocker Lizards with Flesh Golem“ (etwa „Schockechsen mit Fleischgolem“). Der Golem an sich ist stark, aber nicht gut gepanzert. Die Echsen allerdings schädigen mit ihren Elektroschocks nicht einfach nur die Helden, sie befreien den Golem damit auch von Effekten wie Verlangsamung (durch Feuerbälle z.B.), und heilen auf diese Art und Weise auch noch seine Wunden! Solange der Golem also solche Echsen in seiner Umgebung hat, ist er fast unbesiegbar…

Es werden noch ein paar andere Beispiele genannt, die sich sehr spannend lesen.
Schade finde ich, dass man das alles auf DSA nur in Ausnahmefällen anwenden kann, weil, so wie sich mir der Vergleich darstellt, es in der Aventurischen Spielwelt diesen Monsterreichtum nicht gibt. Aber interessant wäre es bestimmt, solche Möglichkeiten im Schwarzen Auge zu erforschen. Das würde das Leben für hochstufige Helden wieder etwas interessanter machen, denke ich.

So, und was an einer „Dragon“ Ausgabe vom August 1995 so interessant ist, beschreibe ich beim nächsten Mal. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, hier ganze Romane zu schreiben…

7. August 2007

YouTube verschönert auch das Leben offline

Filed under: Filme — 42317 @ 12:41

Ich bin jemand, der Videos gerne irgendwo gespeichert und abrufbereit hat, ohne sich darauf verlassen zu müssen, dass sie „ewig“ online verfügbar bleiben, allerdings war meine Suche nach einer Möglichkeit, die Videos der Anbieter YouTube oder Google (oder was weiß ich noch alles) in einem „vernünftigen Format“ speichern zu können, erfolglos.

Bisher. In meinem Forum hat jemand diesen Link gepostet:

http://keepvid.com/

Die Software erlaubt den Download und das Abspeichern von online Videos als .flv Format, für das man entweder einen Konverter oder einen Player braucht. Beides wird dort angeboten, allerdings bin ich mir ob der Kostenlosigkeit des Angebots nicht sicher. Irgendjemand sagte jedenfalls, dass sein Zoom-Player in der Lage sei, .flv abzuspielen, und in meinem Fall jage ich die Datei einmal durch den SUPER Konverter (der ist nicht nur so, das Ding heißt tatsächlich SUPER) und schon habe ich eine hübsche DivX Datei, die ich in meinem DVD Player laufen lasen kann. Die beiden Teile von „Tom et ses Chums“ hab ich natürlich gleich gezogen und konvertiert und es läuft einwandfrei.

Verbessern kann man die Bildqualität natürlich nicht, aber immerhin werden die Videos dann mal offline verfügbar und fürs immer wieder ansehen spart man sich die Zeit, die das Video online zum Laden braucht.

6. August 2007

Vollbesetzung

Filed under: My Life — 42317 @ 12:37

Am vergangenen Samstag feierte ich die „Bliesgau-Version“ meines Geburtstags zuhause und war theoretisch nicht angetan davon, dass fünf (+1?) Leute nicht kamen. Aber es blieb bei der Theorie, denn A. hatte sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt, der „B. Bestandteil“ des Paares ML+B war von der Rückreise aus dem Urlaub noch zu mitgenommen, O. befand sich mitsamt Begleitung noch in demselben, die Schwester von K. war ja eh nur als Mitbringsel gedacht, und obwohl D. sich angekündigt und unentschuldigt gefehlt hatte, die Ratte 🙂 , konnte mir das alles praktisch nur Recht sein:
Mit elf Gästen plus meiner Person ist mein kleiner Raum im Keller nämlich voll, und das als letztes eingetroffene Paar HJK+A machte die Tischrunde richtig eng, auch im Hinblick darauf, dass ich Stühle aus dem Wohnzimmer nehmen musste, da die für den Keller gedachten nicht mehr ausreichten, ein nie dagewesener Vorgang.
Wenn ich sonst 20 Leute einlade, dann kommen im günstigsten Fall zehn davon und die Sache passt. Jetzt hat das Frauenaufkommen im „erlauchten Kreis“ allerdings ebenfalls zugenommen, und der weibliche Ehrengast des Jahres war tatsächlich unerwartet noch gekommen.

Die „Open Air Option“ war ebenfalls nur theoretisch gegeben, weil es mir praktisch an Sitzgelegenheiten (z.B. Bierzeltgarnitur) für den Garten mangelt, außerdem gibt es da hinten keine Beleuchtung, was nur das fahle Licht der Straßenlaterne zulässt, oder aber ein Feuer, das aber wegen Brennstoffbedarfs nicht gewährleistet werden konnte. Ich weiß nämlich nicht, ob die Holzmengen unter dem Balkon tatsächlich alles Abfall sind, oder ob da auch was brauchbares dabei ist, z.B. Bohnenstangen oder so.
Dann also nur Keller, was ich selbst ein bisschen bedauerte, und es gab nur kleinere Ausflüge hinters Haus aus Suchtgründen.

Es gibt ein paar wenige Fotos von dem Event, und wenn ich mehr Fotoligenz an den Tag gelegt hätte, wäre ich bestimmt auf die Idee gekommen, ein Gruppenfoto zu machen. Immerhin ist dank S. jeder der Anwesenden mehr oder weniger deutlich zumindest einmal abgebildet.
Mein erstes Porträt habe ich allerdings gleich wieder gelöscht, weil ich darauf wie ein 13jähriger ausgesehen habe.

Ich danke meinem Großvater für seine kulinarischen Bemühungen, die im zweiten Anlauf dann auch mit Erfolg gekrönt waren. Der erste Versuch war halbroh – verzeihlich angesichts der ungewohnten Füllmenge im Topf. Dennoch sagte er mir am folgenden Tag, er sei mit seinen Frikadellen ganz und gar nicht zufrieden gewesen – bei der Herstellung wurden nämlich die Zwiebeln vergessen, die eigentlich zerkleinert in das Hackfleisch einfließen sollten.

Ich fand es trotzdem einen der gelungensten Abende des bisherigen Jahres und wir haben nicht wenig gelacht. Was auch nicht zuletzt an der Aufarbeitung meiner/unserer peinlichen Konversation vom Januar 1993 lag. Damals hatte ich mit Mumps zuhause bleiben müssen und hatte mit Hilfe meiner gleichaltrigen Nachbarin immer Nachrichten mit den Kameraden in der Schule ausgetauscht… Zeiten ohne SMS halt. Und was wir da einen Scheiß geschrieben haben, das glaubt uns keiner… das heißt, man kann es eigentlich schon glauben, weil ich jedes einzelne Stück aufbewahrt habe.
Leider ist das Schriftbild trotz dunkler Lagerung stellenweise bereits etwas verblasst. S. hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Seiten einzuscannen, um sie an alle Beteiligten im Anschluss als Dateien zu verschicken. Je nach Qualität werde ich dann wohl die Texte abschreiben und ggf. mit Kommentaren versehen. Es ist nicht wenig dabei, was man nur als Insider versteht, und an einiges können wir uns selbst nicht erinnern, wie z.B. geheimnisvolle Namenskürzel. Ein Vergleich mit einer Liste in Frage kommender Personen sollte da etwas Klärung verschaffen.

Und zuletzt wünschen wir A. natürlich gute Besserung und dass sein von Krankheit gezeichnetes Gesicht nicht auf Dauer so bleibt.
Und wie sagte F.: „Wie? Der kann net schwätze? Das wär doch e mol guud fa dich!?“ 🙂
S.: „Nein, dann fehlt mir doch der infantile Gegenpol!“ 🙂

Ein dunkler Trieb erfasste ihn…

Filed under: My Life — 42317 @ 11:51

Unterwegs auf der Autobahn von Saarbrücken nach Trier fuhr ich heute Morgen um etwa 0915 mit 110 km/h auf einen Audi zu, der nur ca. 90 fuhr. Ich wollte zum überholen schon ausscheren, da kamen von hinten zwei BMWs, die nach meiner Schätzung etwas mehr als 150 fuhren und ich blieb in meiner Spur, um sie vorbeizulassen. Dann scherte ich aus, um an dem Audi vorbeizukommen.
Doch angesichts der Konkurrenz entdeckte der Audi-Fahrer offenbar seinen Jagdtrieb oder eine Art von verquerem Stolz und drückte auf die Tube, um mit mehr als 130 Sachen den gerade beginnenden Hügel hoch zu rauschen. Meine Beschleunigung auf 130 jedenfalls reichte nicht aus, und ich hatte kein Interesse an einem Überholmanöver um jeden Preis.
Der Audi verfolgte also die BMWs und verschwand hinter der nächsten Kurve, während ich wieder auf meine ursprüngliche Geschwindigkeit zurückkehrte.
Als ich den Hügel dann überquert hatte und auf der anderen Seite herunterfuhr, begegnete mir nach wenigen Kilometern wieder der Audi – der wieder 90 fuhr. Von den BMWs natürlich keine Spur. Im Geiste ging ich davon aus, dass die beiden Bayern den Schwaben leichtfertig hinter sich gelassen und den Fahrer mit dem lockeren Testosteronschalter schnell entmutigt hatten. Ich amüsierte mich königlich und konnte mich gerade noch zurückhalten, dem gerade Überholten eine lange Nase zu drehen.

3. August 2007

… und nicht arm in München

Filed under: Arbeitswelt — 42317 @ 21:31

Meine Bewerbung als Service Agent wurde nach dem angekündigten Telefoninterview zurückgewiesen. Möglicherweise kam’s nicht so gut an, dass ich Kunden als Einkommensquelle und „Service“ als einen Job bezeichnet habe, den man lieben muss, auch wenn man ihn hasst. 🙂
Dann also erst mal kein Job als Ticketverteiler.

Das Geheimnis des Einstiegsgehalts wurde mir während des Gesprächs offenbart:
In dem Job verdient man anfangs zwischen 1500 und 1600 Euro – BRUTTO.
Wie ich davon in München existieren können soll, konnte man mir allerdings nicht sagen. Ich muss ja davon ausgehen, dass mit nach Abzug der Steuern vielleicht noch 800 E bleiben, und dass 600 E für Miete draufgehen würden. Dann blieben mir 200 für Telefon, Krankenversicherung, GEZ, Nahrung, Transportkosten, etc.? Würde mich echt interessieren, wie das gehen soll.

2. August 2007

Spirit of the Sun?

Filed under: Manga/Anime — 42317 @ 10:54

So lautet die Übersetzung des Titels

Taiyô no Mokushiroku

Nun heißt „Mokushiroku“ meines Wissens nach aber „Apokalypse“ (im biblischen Sinne oft verwendet), und wenn man sich zumindest den ersten der beiden jeweils knapp 80 Minuten langen Filme dieses Titels ansieht, versteht man auch, warum das eigentlich passender ist. Vielleicht wollten die Übersetzer die Sonne auf den Protagonisten bezogen wissen? Ich halte die Übersetzung jedenfalls für fragwürdig.

Die Sonne ist das Wahrzeichen Japans, wie dargestellt in den offiziellen japanischen Flaggen (mal mit und mal ohne Sonnenstrahlen), und in dem Film ist einiges los.

Als erstes ein Erdbeben über Stärke 8 in Kantô (wo Tokio liegt)!
Die Stadt versinkt in Schutt und Asche!
Dann rauscht ein Tsunami von unglaublicher Höhe über das Trümmerfeld!
Der Berg Fuji bricht aus, speit Lava, Felsbrocken und Asche!
(Und an seinem Hang verbleibt ein hässlicher Krater, der somit eindeutig den Iwaki bei Hirosaki zum schönsten Berg Japans macht.)
Und als ob das nicht genug wäre, verwüstet ein Erdbeben der Stärke 8,8 die Kansai Region mit Umland, vernichtet Osaka, Kyoto, Kobe und Nagoya, und öffnet eine gigantische Erdspalte, die in Folge Japan ziemlich genau in zwei Hälften spaltet, geteilt durch eine Meerenge!

Japan ist selbst nicht in der Lage, einer solchen Katastrophe Herr zu werden.
Man nimmt also Hilfsangebote der Amerikaner und Chinesen an, und um den Aufbau zu effektivieren (?) übernehmen die Chinesen den neu entstandenen Nordteil und die Amerikaner den Süden. Die beiden Staaten wollen im Gegenzug für Ihre Aufbauhilfe natürlich Zugeständnisse bei der Neugestaltung des Landes.

Japan ist also mal wieder in Nord und Süd geteilt. Es scheint sich dabei um ein historisches Erbe zu handeln, das dieses Inselvolk nicht so leicht vergisst. 1336 bis 1392 hatte es in der japanischen Geschichte auf Grund dynastischer Unstimmigkeiten eine Zeit der Nord-Süd-Trennung gegeben, die bereits in anderen Anime aufgegriffen und in moderneren Zeiten neu inszeniert worden ist (z.B. „Kumo no mukou Yakusoku no Basho“)

Der erste „Taiyô“ Film beschäftigt sich hauptsächlich mit diesem ausgedehnten Prolog, denn diese Apokalypse (anno 2002) ist nur der Hintergrund für die sich entspinnende Geschichte.
Viele Japaner sind aus ihrer Heimat geflohen und es gibt in den umliegenden Staaten offenbar Flüchtlingscamps, und das noch 15 Jahre nach der Katastrophe. Der Grund dafür entzieht sich mir noch, da dargestellt wird, dass es 2017 bereits wieder eine funktionierende Infrastruktur gibt. Die Teilung ist ebenfalls noch aktuell, und die Darstellung der Grenze und der Zollaktivitäten erinnert ein bisschen an den Kalten Krieg.

Während der Katastrophenphase hört sich die Botschaft etwas nationalistisch an – „Japan muss leben!“, so in etwa. Aber ethnische Konflikte spielen eine bessere Rolle. Japan ist nun der Bittsteller, japanische Bürger leben aus Not im Ausland, in Lagern, und sind bei der Bevölkerung nicht beliebt. Als eine Japanerin und ihr kleiner Sohn auf Taiwan ermordet werden, drohen Unruhen auszubrechen. Das „Spiel“, das die Yakuza mit Einwanderern im realen Japan mitunter treibt, verkehrt in dieser Fiktion die Rollen, wenn sich zum Beispiel die Gemüsefrau weigert, ihre Waren an Japaner zu verkaufen. Eine halbwegs rationale Begündung für solches Verhalten gibt es natürlich nicht.
Und der Held mittendrin ist ein Japaner, der im Chaos der japanischen Apokalypse von Taiwanesen (Restaurantbetreibern) gerettet und in Taiwan aufgezogen wurde…

Ich war schon drauf und dran, die Filme für den Anime Club vorzuschlagen, durfte dann aber feststellen, dass der zweite Teil nur in einer so genannten „Raw“ Fassung verfügbar ist, das heißt ohne Untertitel. Vielleicht kommen noch Untertitel. Ich halte die Filme jedenfalls für geeignet.

Der Tanabata Krieg

Filed under: My Life — 42317 @ 10:03

Wie versprochen poste ich meinen Mailkontakt mit der Fachschaft.
Ich habe die Texte in keiner Weise inhaltlich überarbeitet und alle Texte wurden so gespeichert und hier gepostet, wie sie im Mailverkehr erhalten geblieben sind. Es wurde nichts beschönigt oder publikumsträchtig verschlechtert. Ich habe lediglich den Schriftsatz verändert, um die Übersichtlichkeit dieses langen Eintrags zu verbessern.
Die Fachschaft der Japanologie hatte sich am Montag vor der Veranstaltung dazu durchgerungen, endlich eine Rundmail zu den Veranstaltungsdaten des alljährlichen Tanabata Festes zu versenden. In dieser Rundmail stand im Kerngehalt zu lesen:

„Wie Ihr alle wisst, findet Tanabata dieses Jahr am 06. Juli statt. Beginn ist um 19 Uhr im StudiHaus.“

Meine Antwort habe ich nicht unter „Gesendet“ gespeichert. Ich hatte keinen Schimmer, was da noch kommen würde. Mein eigener Kernpunkt lautete etwa:

„Nein, das wiisen WIR nicht. (…)
Zur Erläuterung: WIR sind die scheinfreien Studierenden der Japanologie, die mangels Bedarf nicht mehr in Seminare gehen und deshalb von herumgereichten Futter- und Helferlisten nichts wissen.“
(02. Juli 2007)

Diese beiden Sätze kann ich ziemlich wortgetreu widergeben, aber die Stelle mittendrin weiß ich nicht mehr genau (was meine im Folgenden aufgezeichnete Argumentation auf wacklige Beine stellen mag). Sicher ist, dass ich gesagt habe, dass die Ansage viel zu spät kam, und ich versichere, dass ich mich in keiner Weise so ausgedrückt habe, dass es eine Beschwerde des Angeschriebenen provozieren musste.

Die Antwort des Fachschaftsvertreters war jedenfalls wie folgt:

„Guten Tag

Zunächst, dank für deine nette Mail, wir finden konstruktive Kritik ohne offene Anfeindungen und Beleidungen wichtig. Wir finden weiterhin ein gutes Klima innerhalb der Studierendenschaft wichtig und unterstützen deshalb einen jeden sachlichen Austausch von Meinungen, Hinweisen und Kritik im angemessenen Rahmen.

Nun zu den von dir angesprochenen Punkten.
Alle die bei der Vorbesprechung der Japanologie waren, und ich glaube DU warst auch da, wissen das Tanabata am 6. oder 7. Juli stattfinden sollte. Und das seit Beginn des Semesters. Diese Mail jezt legt nur den Termin und die Uhrzeit endgültig fest. Zudem wissen meiner Meinung nach 90% der Studierenden bereits seit ein bis zwei Monaten durch Mundpropaganda das Tanabata am Freitag dem 6. stattfinden soll.

Und jetzt etwas in eigener Sache.
Der Ton macht die Musik und wenn du das nächste Mal eine Anmerkung hast, dann schreib sie bitte in einem neutralen Ton. Du studierst Japanologie, also eine Fremdsprache, daher sollte es dir ja wohl möglich sein dich, in deiner Muttersprache, gewählt und vernünftig auszudrücken. Ich persönlich bin sehr verstimmt über die Art wie du deine Mail geschrieben hast!

Das ist nicht das erste Mal das wir so eine Mail von dir erhalten und ich erinnere dich daran, dass wir dir auch bei den Stammtischen entgegengekommen sind, auch gegen den Willen der Studierendenschaft. Wir nehmen dennoch deine Anmerkung zur Kenntnis und bitten dich, dich in Zukunft gewählter auszudrücken.

Mit freundlichen Grüßen

Die Fachschaft“

(02. Juli 2007)

(Komentar: Ich hatte vor einiger Zeit die Fachschaft gefragt, ob es möglich wäre, die Japo-Stammtischtermine NICHT parallel mit den Vorführungen des Anime Clubs zu legen.)

„Hallo!

(> Wer bei der Vorbesprechung war, kennt den Termin)

Als Veteran weiß ich, dass Tanabata IMMER um diese Zeit stattfindet. Aber eben nur UM diese Zeit. Ich hatte subjektiv nicht den Eindruck, dass damals bei der Vorbesprechung eine definitive und endgültige Aussage gemacht wurde. Es mag ja sein, dass 90 Prozent der Studierenden erfolgreich informiert wurden, aber die verbliebenen 10 Prozent möchten auch nicht unter den Teppich gekehrt werden.

(> Ton)

Das WAR ein neutraler, sachlicher Ton. Manche Leute stören sich daran, weil’s unpersönlich, distanziert klingt und fühlen sich angegriffen oder von oben herab behandelt. Es ist auch keine neue Erkenntnis, dass E-Mails mit negativen Inhalten mangels sichtbarer Mimik und Körpersprache oft ernster aufgefasst werden, als sie beabsichtigt sind.

Alt-Kanzler Schröder hat zum Thema Holocaust Denkmal gesagt, er wünsche sich „ein Mahnmal, wo die Menschen gerne hingehen“. Nein, nicht gut. Wenn ich mich beschwere, dann soll es auch nach Beschwerde klingen und nicht so, als ob ich einen netten Vorschlag gemacht hätte, dann gibt’s da keine Smileys im Text.

Und wenn ich mich unsachlich ausdrücke, dann sage ich eher so was wie „solche Leute können bleiben, wo der Pfeffer wächst!“

Nein, das bezieht sich jetzt nicht auf die Fachschaft, weil ich anerkenne, dass die Fachschaft wichtige und notwendige Aufgaben erledigt. Ich beziehe mich nur auf meinen Text bei der Vorbesprechung.

Hm… leider habe ich keine Kopie (meiner ursprünglichen Mail) gespeichert.
Welche persönlich verletzenden und ehrabschneidenden, „ungewählten“ Ausdrücke habe ich denn verwendet? Wenn Ihr könnt, schickt mir doch bitte den Text, für die Akten, sozusagen. Besten Dank.

(> Mund-zu-Mund-Propaganda)

Dann könnte man sich es nach Eurer Definition auch ganz sparen, extra auf Feierlichkeiten hinzuweisen, weil die alten Hasen es den Neuen ja bestimmt sagen und darauf hinweisen, dass man Dienstleistungen oder Nahrung erbringen soll. Eure Argumentation ist an sich richtig, aber Ihr werdet zugeben, dass es Euch nicht viel Mühe gekostet hätte, die Rundmail zum Tanabata eine Woche früher zu schreiben. Es gehört zu Euren Aufgaben, beizeiten auf solche Termine hinzuweisen, auch, wenn Ihr’s dann NOCHMAL sagt. Die zwei Minuten zum Schreiben und Versenden hättet Ihr auch letzte Woche bestimmt noch irgendwo reinquetschen können.

(> ich erinnere dich daran, dass wir dir auch bei den Stammtischen entgegengekommen sind)

Dabei ging es nicht um mich persönlich, sondern um die Überschneidung mit den Terminen des Anime Clubs. Dominik ist es egal, wann die Stammtische stattfinden, aber der Präsident des ACT möchte Terminkonflikte vermieden wissen.

(> Stammtischverlegung gegen den Willen der Studierendenschaft.)

Gibt’s dazu eine repräsentative Umfrage?

(> Ich persönlich bin sehr verstimmt über die Art wie du deine Mail geschrieben hast!)

Kann ich verstehen. Beschwerden kommen nie gut an. Es lag aber wirklich nicht in meiner Absicht, irgendjemandem zu nahe zu treten, von daher entschuldige ich mich für Formulierungen, die subjektiv negative Wirkung gezeigt haben.“

(04. Juli 2007)

(Kommentar: Bei der Vorbesprechung Wochen zuvor war ein MÖGLICHER Termin für Tanabata nur mehr oder weniger in den Raum gestellt worden. Die entscheidende Reservierung des StudiHauses für die Feierlichkeit erfolgte erst ein paar Tage vor der Rundmail, auf den letzten Drücker, und das nicht zuletzt deswegen, weil Frau Prof. Gössmann dringlich auf den Planungsbedarf aller Beteiligten hingewiesen hat.)

„Guten Tag

folgendes:
Aus diversen Gründen die ich dir nicht darlegen will läuft die Arbeit der Fachschaft dieses Jahr sowieso nicht so rund wie sie laufen müsste, wir haben u.a. keinen funktionierenden Computer im Büro wir hatten nichtmal ein funktionierendes Büro bis vor 2 Wochen. Falls es dir nicht aufgefallen ist haben wir dieses Semester ncihtmal Sprechstunden.
Das ist nicht unser Versäumnis!

Wie bereits geschrieben nehme ich die Kritik zur Kenntnis wie das letzte mal wohl wissend, dass die alte Fachschaft euch nicht immer entgegengekommen ist, bei Stammtischen o.ä. meines Wissens, sowie auch die Informationspolitik der alten Fachschaft nicht optimal war. Leute sich aber nicht beschwert haben, was ich anhand der Logs unseres Mailaccounts wohl nachvollziehen kann. Das kann mehrere Gründe haben die ich hier nicht aufführen will.

Zudem verstehe ich deinen Punkt nicht, du weißt jetzt 1 Woche vor der Veranstaltung das Tanabata ist, du hast also 7 Tage Zeit die innerlich darauf vorzubereiten zu der Veranstaltung hin zu gehen. Reicht dir das nicht? Wenn du was kochen willst, hast du immernoch 7 Tage Zeit zu kochen und dir was zu überlegen, die meisten leute kochen eh maximal 1 Tag vorher. (das weiß ich aus Erfahrung) Wolltest du etwas aufführen? du hattest 1 ganzes Jahr Zeit zu üben, glaub mir 2 Wochen reichen da auch nicht mehr und jeder weiß wie gesagt das Tanabata um den 7.7. herum stattfindet.

Du siehst ich verstehe nicht wo das Problem liegt das du die Information 1 Woche vorher hattest oder darin das du sie 2 Wochen vorher hattest. Und sollte jetzt das Argument kommen das du einen anderen Termin hattest, du wusstest wie gesagt seit Semesterbeginn, also seit der Vobesprechung das Tanabata am 6. oder 7. statt findet. Und ich weiß das die Aussage definitiv war, weil ich es gesagt habe.

Bedauerlicherweise war keine Ankündigung auf der Homepage, aber was du wahrscheinlich nicht weißt ist das die Uni gerade die Homepages auf ein einheitliches Design (corporate Design) umstellt und wir daher erstmal mit der Aktualisierung warten bis diese Umstellung abgeschlossen ist.“

(04. Juli 2007)

„Guten Morgen.

Vielen Dank für die ausführlichen Darlegungen.

Wie ich bereits sagte, haben Eure Argumentationspunkte ihre Gültigkeit, aber ich habe in der Zwischenzeit mit ein paar Leuten Rücksprache gehalten, die ebenfalls voll und ganz darin übereinstimmen, dass das diesjährige Ankündigungsverfahren „nicht optimal“ war – auch, wenn ich mich damit auf ein ebenso schwammiges Terrain begebe, wie mit einer Aussage wie „Die Verschiebung der Stammtischtermine kam gegen den Widerstand der Studierendenschaft zu Stande“.

Ich bin halt derjenige gewesen, der dazu seine Meinung gesagt hat, während andere, die ebenfalls verstimmt waren, lieber geschwiegen haben. Deswegen bin ich jetzt der Stänkerer und Du der angepisste Fachschaftsvertreter. (Das war jetzt unsachlich.)

Und wenn wir uns schon wegen Fragen der allgemeinen Kommunikationsetiquette streiten, möchte ich hinzufügen, dass die Ignorierung meiner Anfrage nach Zusendung meiner ursprünglichen Nachricht zur Klärung meiner angeblich entsetzlichen Ausdrucksweise schlicht und ergreifend unhöflich ist. Das war kein rhetorischer Zusatz, um die Kurzweil beim Lesen zu verbessern.

Aber keine Antwort ist auch eine Antwort.

(> die meisten leute kochen eh maximal 1 Tag vorher)

Hervorragend. Dann ist ja ausreichend, wenn Ihr Shinnenkai ZWEI Tage vorher ansagt. Dann kann man sich beim Einkaufen sogar extra Zeit lassen. 🙂

(> Umstellung der Uniwebsite auf „Corporate Design“
> wir (warten) daher erstmal mit der Aktualisierung, (…)
> bis diese Umstellung abgeschlossen ist)

Dieser Umstand ist mir sehr wohl und aus erster Hand bekannt. Das ist allerdings kein Grund, die alten Seiten nicht zu aktualisieren – und das seit ZWÖLF Monaten!
Die letzten „Neuigkeiten“ sind vom 09. Juli 2006.
Der letzte Veranstaltungshinweis sagt Tanabata für den 15. Juli an – und das war 2005! Das lässt sich aus der „Neuigkeit“ vom 30. Juni 2005 herleiten, in der auf Tanabata und den Waseda Sommerkurs als Einträge unter „Veranstaltungen“ hingewiesen wird. Und jetzt wollt Ihr mir weis machen, dass die nicht gemachten Updates eine exklusive Folge der Neugestaltung der Uniseite sind?

(> wir haben u.a. keinen funktionierenden Computer im Büro)

Ihr seid nicht in der Lage, Eure Aufgaben ohne den Computer im Büro zu erledigen? Ihr könnt das nicht auch von anderen Maschinen aus? Darüber würde ich mir ganz dringend mal Gedanken machen, über Eigeninitiative, Motivation und Jobeignung. Dazu gehört, dass man sich an zuständiger Stelle über die unbrauchbare Ausrüstung beschwert, und zwar in einem angemessenen Ton (womit wir wieder beim Thema wären), sonst meinen die, es wär nicht so dringend.

Steht Euch ein funktionierender Computer von Amts wegen zu? Wenn ja, dann setzt auch bitte einen neuen (oder eine Instandsetzung) durch und wartet nicht darauf, dass man Eurer Anfrage irgendwann vielleicht mal nachkommt. Manchen dieser Leute ist der Kaffee am Morgen und der pünktliche Dienstschluss wichtiger als der Dienst am Kunden.

(Wenn Euch kein Computer zusteht und Ihr für diese Ausrüstung selbst verantwortlich seid, nehme ich jenen Abschnitt zurück.)“

(05. Juli 2007)

„Ok, ich brech das hier ab, weil es für mich den Anschein hat als willst du mich im Moment nur noch provizieren und über dinge mutmaßt von denen du keine Ahnung hast (und das meine ich nicht negativ).

Wie dem auch sei ich will mich nicht provozieren lassen daher fasse ich zusammen.
Für dich kam die Ankündigung zu spät weil… keine Ahnung.
Ich nehme das zur Kenntnis und wir werden versuchen das zu ändern.
Im Gegenzug bitte ich dich, und deine Freunde bei der nächsten Vorbesprechung auf die Ankündigungen die wir machen zu achten und uns zu zuhören.

So ich bitte dich das so hinzunehmen und nicht weiter zu versuchen darüber zu argumentieren.“

(05. Juli 2007)

> So ich bitte dich das so hinzunehmen und nicht weiter zu versuchen
> darüber zu argumentieren.)

So sei es.
Der Dialog hat jedenfalls zur Unterhaltung einiger Leute beigetragen, die mir in meiner Position zustimmen, von daher bin ich ganz zufrieden.

Im Übrigen möchte ich meine aufrichtigen Glückwünsche zum Pokalgewinn ausdrücken.“

(07. Juli 2007)

(Kommentar: Das Japo-Softball-Team unter Leitung von Shitaba-sensei hatte dieses Jahr das Softballturnier der japanischen Firmen in Luxemburg gewonnen – nachdem wir vor zwei Jahren ohne ein einziges Spiel zu gewinnen, vom Platz hatten schleichen müssen. Der Fachschaftsvertreter war einer der diesjährigen Teilnehmer.)

Der schreibende Fachschaftsvertreter hatte es sich interessanterweise geleistet, in seinen Kommentaren die vorherige Fachschft in Misskredit zu bringen, was (ganz abgesehen von der generellen Diskussion) einen streitbaren, ehemaligen Fachschaftsvertreter (der ebenfalls in die von mir definierte WIR-Gruppe fällt) dazu bewog, mir das Folgendezu schreiben:

„Hallo Dominik,

ich muss jetzt mal was loslassen, an dieser Stelle…
Ich bekomme, wohl, weil R.B. oder andere Verantwortliche nicht in der Lage, Willens oder sonst was sind, mich vom „Weiterleiter“ zu streichen, die FS-Japo-Mails. Ich verfolge, zugegeben einigermaßen amüsiert, eure Auseinandersetzung. Und ja. DU hast recht. Die Infopolitok ist scheiße. Unsere war Kacke, zugegeben, aber deren ist nit besser. Und auch das Argument, „die alte FS hat auch Scheiße gebaut, meno!“ ist nicht wirklich klasse, finde ich.

Die Sache mit „ey, eine Woche oder zwei sind doch mehr als genug“.. ja.. klar. Wenn ich 24/7 daheim sitze und auf geil-Tanabata warte.. Man hat ja sonst keine sozialen Verpflichtungen oder Interessen…

Und auch ja: Wir haben damals n paar Probleme gehabt mit den Terminen (Stammtisch, AdR), zugegeben. Nicht, weil wir euch ignoriert haben, sondern weil wir (ich meine ich mit wir..) einfach nicht so weit gedacht haben. Dumm, das. Wir dachten einfach (wir = siehe oben), dass Donnerstag toll ist. Weil da noch nit alle nach Hause gefahren sind…

na aj. Die Überlegungen waren nit SO kompliziert.. Und ist eh eher was Richtung Ausrede, wenn ich mal genauer nachdenken würde. War einfach Ignoranz, keine Bösartigkeit. Aber Robert ist schon krass. Ich stelle mir gerade so ne kleine, beleidigte aber verdammt bärtige Leberwurst vor, die jetzt voll mies drauf in ihrem bestimmt mit komischen Sachen vollgestopften Zimmer sitzt und ob der Ablehnung und negativer Kritik total einen auf unbefriedigt macht.

Du kannst gerne MICH nennen, wenn der Junge Namen will, die NICHT wussten, wann Tanabata ist. OK, ich wusstet es 2 Wochen vorher, weil ich eben die Mail von der Verwaltung des Studihauses bekommen habe, ob den der Termin jetzt frei sei oder nit.. Ja. Die haben sich WIRKLICH SEHR früh darum gekümmert..

OK, bei uns lief es auch nit SO toll. Aber ich glaube ich hab nie so die Leberwurst raushängen lassen. Hoffe ich. Wenn doch: Sorry, alle…:-/

Auf jeden Fall wollte ich dir mal dein verdientes positives Feedback geben,. Ich hatte dieses Jahr eh nicht vor zu Tanabata zu gehen, daher war es mir reichlich egal, aber ich gebe dir und deinen Argumenten VOLL recht und du darfst auch gerne auf mich verweisen, wenn der Herr R.B. wieder meint, du wärest der einzige, der so denkt.

Nur, weil wir es auch so gemacht haben, heißt nicht, das es toll so ist/war.
Ja. Das wollte ich nur loslassen.

FALLS du hingehst: Viel Spaß auf Tanabata, ansonsten: Auf Wiedersehen bis wir uns wiedersehn,

(…)“

Zuletzt: Ich gebe offen zu, dass ich auf eine Überarbeitung der Texte  auch im Hinblick auf die kreative Rechtschreibung und Grammatik des Fachschaftsvertreters verzichtet habe.