Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

15. Juli 2009

Das Wort zum Zweiunddreißigsten

Filed under: Japan,My Life,Uni — 42317 @ 22:43

Zuerst mal Danke an alle, die an meinen Geburtstag gestern gedacht haben.

Meine Oma hat als erste um halb Neun angerufen. Mein Opa war da leider nicht zu erreichen, weil er es dieser Tage vorerst wieder einmal geschafft hat, dem Tod von der Sense zu hüpfen. Nach einigen Schwierigkeiten, die der Herzschrittmacher nicht wettmachen konnte, ist derzeit wieder die Rede von Kur und Reha.

Mein Vater und WSK haben leider abends angerufen, und dienstags ist das keine gute Idee, weil ich da Rennergebnisse auswürfele, den Sheriff manchmal unter Verschonung des Deputys erschieße, oder aber mich mit Dynamit in die Luft sprenge. Dies alles im Kreis werter Kameraden, die ich nicht missen möchte. Dienstag abends nach Acht anzurufen ist jedenfalls keine gute Idee. Dabei möchte ich erwähnen, dass einem das Brummen aus dem Telefonhörer auf den Keks gehen kann. Das könnte an der Internetleitung liegen, allerdings habe ich bemerkt, dass dieses Störgeräusch sich kurzzeitig beheben lässt, indem man am Hörer herumdrückt. Ein Funktionsfehler unseres sicherlich nicht teuren Telefons ist daher nicht auszuschließen, und die Alice-Flatrate möglicherweise völlig unschuldig!

Und da wird mir zugetragen, dass eben jener WSK sich beschwert habe, dass ich seine Kommentare nicht kommentiere. Hm… bislang war ich nach dem Lesen eigentlich der Meinung, alles notwendige sei gesagt worden, wozu also noch weiteres hinzufügen? Ihm sei gesagt, dass ich generell dankbar bin für Kommentare, auch für seine, dass ich dies aber nicht extra noch drunterschreibe. Wenn ich es für sinnvoll erachte, noch etwas hinzuzufügen, werde ich das jedenfalls mit Sicherheit tun.

Sempai Pierre hat angerufen, zum Spieleabend, aber ich will mir zumindest mal einbilden, dass mein Geburtstag seine Hauptmotivation gewesen ist, zumal er ihn kaum vergessen kann, weil der werte Freund nämlich Franzose ist, und welcher Nachfahre der bastillestürmenden Massen könnte einen Geburtstag am 14. Juli vergessen?
Der jedenfalls fand die westliche Beta-Version eines japanischen Spiels nach der Serie „Higurashi no naku no koro ni“ so erschreckend schlecht, dass er umgehend Mails an die Lizenzeigner in Japan geschrieben hat. Alles sehr löblich, allerdings muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es an ein Wunder grenzt, auf offizielle Mails nach Japan irgendeine Antwort zu erhalten, zumal es auch nicht selten in den vergangenen Jahren aussah, als ob sich japanische Lizenzeigner einen Dreck dafür interessierten, was man mit ihren Produkten im Ausland machte. In Sachen Unterhaltung sind Japaner extrem auf den Binnenmarkt konzentriert.

Tolle Sache: VAG hat mir japanische Milchkaffeedosen mit Evangelion Sondermotiven geschenkt! Leider haben nicht alle die Reise ohne Beulen überstanden, aber vielleicht kann man das mit Innendruck wieder hinbiegen? Ich hab sie jedenfalls leergesoffen, mit Wasser gefüllt und ins Eisfach gestellt, und harre nun der Dinge, die da kommen, wie wir bei der Armee gerne sagten.

Apropos Armee, auch mein kommissarischer Feldwebel, mittlerweile vom Tiefpfälzer zum Mittelrheinländer mutiert, hat mich mit einem Anruf bedacht, der von dem Geschrei seines Nachwuchses im Hintergrund nur minimal gestört wurde. Auch der hat mir eine Geschenklichkeit angedeutet. Also, der Ex-Fw natürlich, nicht sein Nachwuchs. Ich bin nicht sicher, womit ich das immer verdient habe, aber dankbar bin ich allemal.

Ricci hat mir einen 15 E Amazon Gutschein geschenkt! Eitel Freude herrschte da. Und Kopfzerbrechen. Was von meiner langen Wunschliste soll ich denn nur kaufen? Nachdem Melanie mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass man für einen Zwanziger einkaufen muss, um versandkostenfrei zu kaufen, war die Wahl gefallen: „Band of Brothers“ kommt ins Haus!

Ein paar Leute haben wohl nicht sofort dran gedacht… aber das macht nichts… ich denke auch manchmal erst Wochen später an Geburtstage. Ich wäre also der letzte, der sich deswegen verstoßen vorkommt.

Verdammt, sogar der Mihel hat dran gedacht! Ein bitter  belustigtes „sogar“, möchte ich sagen. Mit nur vier Tagen Unterschied ist seine Tat auch nicht schwer gewesen, aber ich will mal abwarten, wie lang es noch dauert, bis ihm dämmert, dass ich ihm sehr übel nehme, dass er seine Hochzeit vor wenigen Wochen verschwiegen hat, während er anderen Leuten aus meinem Umkreis sehr wohl davon erzählt hat. Aber ich hab auch kein engelsgleich blondes Haar, und überhaupt fehlen mir vielleicht die weiblichen Formen, die es braucht, um meiner für solche Gelegenheiten zu gedenken. Egal. Er ist damit der zweite, der achtkantig aus meinen Dateien geworfen wurde.

Übrigens, meine/unsere Nebenkostennachzahlung… die war nur 160 E stark. Da war ich ein bisschen überrascht, muss ich zugeben. Aber vielleicht war auch die Bombe vom letzten Jahr nur eine Illusion in meiner wirtschaftlichen Dauerdepression?
Doch halt, Korrektur: Sie war dieses Jahr 212 Euro stark und die 160 E sind vom vergangenen Jahr. Die aktuelle Rechnung wurde trotz konstant gebliebenen Verbrauchs von den gestiegenen Energiepreise in die Fäkalientonne geritten.
Wie dem auch sei, ich bin jedenfalls der Meinung, dass ein energieeffizienterer Eisschrank, Energiesparlampen, und nächtlich ausgeschaltete Computer im Vergleich zu früheren Jahren so einiges gerettet haben. Dann kann ich ja dem unibedingten Aderlass im nahen Herbst ein kleines bisschen entspannter entgegenblicken, wenn mich mein Magisterarbeitssemester 800 Flocken kosten wird.

Und die alte Band hat gratuliert. Ist das nicht nett von den undisziplinierten Nervensägen? Na ja, einer der eher Verschollenen hat sich gemeldet und ein Grillen im alten gauischen Domizil vorgeschlagen, mit den Eltern in einem fernen Urlaubsland weilend… da krieg ich ja direkt nostalgische Gefühle! Na, für einen Abend werd ich die Jungs wohl ertragen können.
Scherzle am Rande. Oder wie der Kamerad Jordan aus Karlsruhe zu sagen pflegte:
„Haha, Spässle g’macht, Witzle g’risse.“ Natürlich sagte er das nur, wenn jemand Witze auf seine Kosten machte. Zum Beispiel in Anbetracht seiner an eine Kartoffel erinnernde Körperform, von den Armen und Beinen mal abgesehen. Möchte wissen, was aus dem geworden ist… aber da der Suchdienst der Bundeswehr ja völlig inkompetent ist, kann ich das auf die Schnelle vergessen. Ich hab keine Ahnung, nach welchem Muster die jemanden finden. Den Kameraden Roppel haben sie gefunden, obwohl der mittlerweile mindestens einmal umgezogen war. Der Kamerad Ritter war auch nur einmal umgezogen, aber den haben sie nicht gefunden. Und der Kamerad Theuer war gar nicht umgezogen, hat aber niemals ein Schreiben von denen erhalten. Ja, ich habe die beiden letztgenannten sozusagen als Kontrollgruppe eingefügt. Ich gehe nicht davon aus, dass ich derart unbeliebt im Zug war, dass sich niemand außer dem ollen Roppel bei mir melden würde.

Ich schweife ab. Ich schweife ab? Was soll ich denn sonst noch so sagen?
Eine Sekretärin der Anglistik, Frau D., ist mit 62 Jahren in Rente gegangen. Was denn, die war 62? Die sah nicht unbedingt älter aus als 52. Zumindest sah sie jünger aus als die Obersekretärin Frau S., die immer noch da ist, was aber an dem nicht geringen Tabakkonsum der letztgenannten liegen könnte. Raucher der Welt, verwendet Nikotinpflaster! Da ist immer noch Suchtstoff drin, aber immerhin keiner der 4500 Giftstoffe des verarbeiteten Tabaks. Auch die Phonetik lehrende Dozentin Frau O. ist in Rente gegangen, aber die sah auch schon länger aus, als sei sie reif dafür. Und entgegen allen Unkenrufen kam man gut mit ihr aus. Zumindest außerhalb des Sprachlabors. Aber scheinbar – oder offensichtlich – war ihr Humor nicht jedermanns Sache. Der kam manchem ein bisschen grantig vor. Da saß ich anno 2005 im Sprachlabor in der ersten Reihe, der Saal voll. Neben mir eine Tasche auf dem Stuhl.
Da schaut sie mich strafend an und sagt: „Sie erinnern mich an diese BWL-Arschlöcher im Zug, die ihre Taschen auf den Sitz stellen und lieber alles und jeden stehen lassen, aber Hauptsache, die Tasche hat einen Platz. Also, runter damit!“ Dabei war das gar nicht meine, die Besitzerin war nur kurz vor Unterrichtsbeginn nach draußen gegangen. Vielleicht „e Angschdbach mache“, wie mein alter Freund HJK manchmal meint? Nee, wohl nicht… ich wollte dieses infame Wort auch nur mal in meine Schlagwörter aufnehmen, mal sehen, ob es irgendwann „Toilettenweisheiten“ als den Toppverweis auf mein Code Alpha Blog ablöst?

Auch im Animetric Forum hat man sich meiner erinnert, aber das ist auch nicht schwer, weil der Geburtstag eines Mitglieds automatisch auf der Hauptseite angezeigt wird. Ich würde mich beinahe noch mehr freuen, wenn ich bei den derzeitigen Verlosungen mal wieder was gewinnen würde, was wegen der langen Warteliste der Dinge, die ich vorher sehen möchte, wahrscheinlich erst in ein paar Jahren in meinem DVD Player landet, aber gehabt ist gehabt, und gewonnen ist doppelt so gut wie gekauft.
Und sobald Wettbewerbe und Verlosungen ausgeschrieben werden, kommen sie aus ihren Löchern, die so genanten Lurker. Sie sind eingeschriebene Mitglieder, aber man liest das ganze Jahr über kein Wort von ihnen. Aber wenn es was zu gewinnen gibt… ja dann sind die auf einmal so aktiv wie Ameisen, denen auf einmal verdammt viel einfällt, was sie schreiben und vorschlagen können, um was geschenkt zu bekommen… um ganz ehrlich zu sein, nervt mich das ein bisschen… wozu Preise an Leute verteilen, die kein bisschen daran mitarbeiten, die Popularität der Webseite zu steigern? Mehr Posts, mehr Themen, daraus folgt: mehr Begriffe, über die man das Forum mittels einer Suchmaschine finden kann. Kriegt man von denen aber nicht. Sie behaupten, sie würden Forumseinträge nur lesen. Ja Chekov, basst scho. Vielleicht sollte man Lose verteilen, deren Anzahl sich nach den eigenen Beiträgen in den Diskussionsforen richtet. Das wär fein, vor allem bei der Masse meiner eigenen Beiträge. Ach, vergessen wir das, das wird nicht geschehen, unser Admin ist Demokrat, und er vergibt auch Preise an Leute, die sich nur dafür eingeschrieben haben und danach wieder in den Weiten des WWW verschwinden.

Abgesehen davon habe ich an einem Wettbewerb des Japan-Vloggers BusanKevin teilgenommen (der nennt sich so, weil er auch ein paar Jahre in Südkorea zugebracht hat), dessen Ergebnis noch aussteht. Ja, ich rede von YouTube. Er hat dem zufällig zu ziehenden Gewinner jedenfalls eine Kiste voll japanischen Krempels versprochen, darunter eine große Tüte Wasabi-Furikake (das sind gefriergetrocknete Streusel für den gekochten Reis, dessen Feuchtigkeit die Streusel genießbar macht, ich habe vor Jahren mal in meiner Japanrundmail davon berichtet, und was Wasabi ist, muss ich wohl nicht extra erklären).

Last but not least… es wurde viel geredet über den bundesweiten Studentenprotest im vergangenen Monat, der sich gegen die derzeitige Erscheinungsform der Bachelor und Master Studiengänge richtet. „Fünf Jahre zu spät!“ sagt ein Dozent und hat vermutlich Recht. Und da waren wohl einige Protestierer so gefrustet vom bösen Staat, dass sie mit Hilfe von Schablonen diverse Abbildungen und Sprüche mit Lackfarbe an die Unigebäude, auf Böden, und auf Glasscheiben gesprüht haben, die man nicht so einfach wieder runterwischen kann. Herzlichen Dank ihr Arschgeigen. Das macht mir das Anliegen der Aktion so richtig sympathisch. Von mir aus könnt ihr im BaMa Studiengang verrotten, denn Hände abhacken is ja bei uns nich. Dabei kam mir das nach einer Vorzugsbehandlung mit speziellen Arschtrittstiefeln erst als zweites in den Sinn.

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