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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

16. Juli 2010

Das Wort zum Dreiunddreißigsten

Filed under: Filme,Japan,My Life,Uni — 42317 @ 14:42

Auch dieses Jahr mein Dank an alle, die an mich gedacht haben.
Am frühesten dran war mein Kamerad aus Stuttgart, der mich um acht Uhr morgens nur deshalb nicht geweckt hat, weil just in diesem Moment der Tee vom Abend zuvor wieder raus wollte. Meine Großeltern waren dennoch ebenfalls früh dran und riefen mich um etwa halb Neun an.

Ich habe auch eine sehr interessante Mail von dem Freund erhalten, dessen Namen ich ja auf seinen Wunsch hin nicht im Blog nennen darf. Er hat ganz eindeutig Recht: In der Examensvorbereitungszeit erlebt man die kleinen Dinge des Alltags zum Teil sehr intensiv, und man sollte das nutzen, um besondere Erinnerungen zu schaffen. Ich muss mir noch überlegen, was ich direkt nach der letzten Prüfung am 13. August tun werde.

Ich weiß sehr wohl, welche Spiele ich seit Jahren mal wieder spielen wollte, welche Fernsehserien ich unbedingt noch einmal sehen muss, und welche Flasche Wein ich zum Anlass (oder im Falle) der Übergabe meines Abschlusszeugnisses öffnen werde, aber das ist ja nichts, was man eben mal schnell direkt nach der Prüfung macht.
Hey, vielleicht setze ich mich sofort hin und schreibe eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke der letzten 10 Jahre? Es ist natürlich möglich, dass ich erst mal ins Bett falle und zwei Tage lang schlafe, aber das muss ja nicht sein, wenn es sich vermeiden lässt.

Der Anruf vom Kameraden Ritter dann tags drauf. Dem geht’s scheinbar gut, Familie gesund, auf dem Sprung zum Verwandtenbesuch am anderen Ende der Welt, und demnächst auch mal wieder berufsbedingt in Wittlich. Dann können wir das TV-Programm ja alsbald absprechen.

Angerufen hat auch mein Vater. Der erzählte, er mache gerade eine künstlerische Pause beim Malen – und habe sich stattdessen zur Abwechslung dem Schreiben zugewandt. Damit schließt sich gewissermaßen eine Lücke, denn auch sein Vater hat in seiner Freizeit kleine Gedichte geschrieben (ich frage mich, ob davon etwas erhalten geblieben ist?), und ich tue es schließlich ebenfalls. Natürlich sucht er einen Lektor, und ich werde das in vier Wochen gern übernehmen. Ich bin auch sehr gespannt, was das wird. Auf Anhieb klingt es nach proletarischer Literatur ohne Einfluss von Marxismus. 🙂

Der Vollständigkeit halber will ich auch die SMS von Karl erwähnen. Da stand nichts Welt bewegendes drin, so wie Karl kein Mann für Welt bewegende Worte ist, aber immerhin eine SMS. Besten Dank.

Der Esszimmertisch bog sich geradezu unter den Geschenken. Melanies Mutter schenkte mir zwei DVD Boxen, „Millenium Actress“ und eine Sammlung von Kurosawa Filmen. Dann bekomme ich auch endlich „Yôjimbô“ zu sehen, nachdem ich bislang nur die Remakes gesehen habe: „Für eine Handvoll Dollar“, „Last Man standing“, und „Sukiyaki Western Django“. „Rashômon“ und „Kagemusha“ sind in der Fünferbox leider nicht drin, aber da ich ohne die nicht in Frieden sterben kann, müssen die auch noch irgendwann in meinem Besitz landen.

Ricci schenkte mir die DVD Box „Band of Brothers“. Ich hab mich sehr gefreut, auch wenn ich mir ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen konnte.

Von Melanie kamen „Der 13te Krieger“„Erleuchtung garantiert“ und „Soweit die Füße tragen“, in der Filmfassung von 2001. Über „Erleuchtung garantiert“ muss ich bei Gelegenheit einen eigenen Blogeintrag schreiben.
Ja, „Der 13te Krieger“ ist bestimmt kein Meisterwerk an Charakterdarstellung und erzählerischem Tiefgang. Ich muss zugeben, dass ich den Film in erster Linie deshalb interessant finde, weil hier auf originelle Art und Weise der Spracherwerb jenes Dreizehnten aufgezeigt wird – er ist der arabische Ausländer unter einem Dutzend Skandinaviern. Die reden Norwegisch (nehme ich zumindest an), aber im Laufe der Reise mischen sich immer mehr Begriffe in ihre Dialoge, die der Hauptcharakter, und damit der Zuschauer, versteht. Coole Idee vom Regisseur, oder von wem auch immer der Einfall kam. Aus Sicht der Spracherwerbsforschung sicher nicht ganz lupenrein (immerhin schlussfolgert er im Laufe weniger Monate linguistische Inhalte aus der vagen Körpersprache der Beteiligten), aber wenn man ihm einen hohen Grad an Intelligenz und Intuition zuordnet, ist die Darstellung vertretbar, denke ich.

Von meinem Häuslebauer bekam ich einen Akkuschrauber – einen Ixo von Bosch. Passt in jede Hosentasche und der Akku hält so einiges her. Zwei Aufsätze, um rechtwinklig und nah an Innenkanten schrauben zu können, sind auch dabei. Ich habe den Großteil der Wärmedämmplatten mit einem solchen Ding angeschraubt und fand das Gerät super. Ich hätte allerdings weder gehofft noch gewünscht, einen geschenkt zu bekommen. Aber der Mann war so zufrieden mit meiner Arbeitsleistung (ich fasse das später noch zusammen), dass er mir so ein Ding schenkte (und diverse andere Dinge, u.a. einen Pullover zum Arbeiten im Winter und zwei Gläser Marmelade von seiner Frau). Gut, dass ich vier Tage später Geburtstag haben würde, war ihm in dem Moment vielleicht nicht klar, aber das Timing war für mich jedenfalls unbeschreiblich.

Dann war da noch das schwere Paket aus Stuttgart. Ich will allerdings an dieser Stelle nichts über den Inhalt verraten, da ich mir über den rechtlichen Status nicht ganz im Klaren bin. Loose Lips sink Anime Clubs, also bin ich mal still und füge den Gegenstand nach einer Stunde auspacken und zusammensetzen meiner Reliquiensammlung im heimatlichen Keller hinzu.

Mit der Spielgruppe hatte ich für den Abend ein zwangloses Grillen angeleiert, und wie sich das für mein nur minimal vorhandes Konto an Glückspunkten nunmal gehört, musste es am Nachmittag natürlich kräftig regnen, und auch der Abend blieb von Regen nicht ganz verschont. Wir zogen uns also unter das Vordach am Hintereingang zurück. Wir haben auch nur ganz wenige Leute daran gehindert, auf dem bequemsten, direkten Weg ins Haus zu gelangen (die mussten halt im Bogen um unsere Sitzgruppe herum gehen), und es hat auch nur einer wegen des Geruchs sein Fenster zugemacht. Bei der Gelegenheit bekam ich von Volkers Vater noch eine Flasche toskanischen Wein geschenkt. Dann schaun wir mal, wie sie in zehn oder vielleicht auch erst in 20 Jahren schmeckt.
Eigentlich muss ich dem Regen auch dankbar sein, denn dann wars auch nicht so schrecklich heiß den Tag über, und ich komme wegen der Hitze mit meinen Examensvorbereitungen schon quälend genug voran. So wars ein angenehmer Tag, und ich werd ihn gern in Erinnerung behalten.

Eine Antwort zu “Das Wort zum Dreiunddreißigsten”

  1. Ricci sagt:

    *facepalm* Oh Mann, jetzt schäme ich mich aber… Sowas Dummes!

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