Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

21. Januar 2010

So stehen die Dinge

Filed under: My Life,Uni — 42317 @ 17:02

Vielleicht schreibe ich mal ein paar kurze Notizen zu meiner akademischen und gesundheitlichen Lage nieder, damit das Blog nicht möglicherweise den ganzen Januar über brach liegt.

Meine Magisterarbeit hat mittlerweile die Form eines 95 Seiten umfassenden Fließtextes. Hinzu kommen noch Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Bibliografie, also bis auf insgesamt etwas mehr als 100 Seiten. Zumindest ist das die aktuelle Prognose, denn das kann sich noch ändern, nachdem ich auf dem kommenden Kolloquium meine bisherige Arbeit vorgestellt habe. Ich werde vermutlich zum Kürzen angehalten, und ich sehe es noch kommen, dass der theaterwissenschaftliche Anteil auf Kosten des historischen vergrößert werden muss. Sobald der Termin allerdings gelaufen ist, werde ich die Arbeit einem bereits freiwillig gemeldeten Leserkreis zur Begutachtung zukommen lassen.

Nerven tut mich auch die noch zu verfassende Einleitung, in der drinstehen soll, wie ich auf das Thema gekommen bin, wo ich die Signifikanz des Themas sehe, und was der Leser auf den darauf folgenden Seiten zu lesen bekommen wird. Aus irgendeinem nicht erfassbaren Grund bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich an diesen Teil herangehen soll.

Und am Ende bloß nicht vergessen, dass die Magisterarbeit in dreifacher Ausfertigung vorgelegt werden muss, und zwar gebunden!

Themen für die Japanologie werden sein
– Populärkultur mit Schwerpunkt Anime
(damit ich die Bücher, die der ACT gespendet hat, auch mal in der Hand hatte)
– Schulwesen
– Geschichte mit Schwerpunkt auf dem 16. Jahrhundert, Sengoku-jidai, und insbesondere Oda Nobunaga
(mein Dank an Frank für das „Shôgun“ Brettspiel)

Themen für Anglistik:
– Sprachgeschichte mit Schwerpunkt Mittelenglisch
(da könnt ich grad kotzen, weil das so spannend und praktikabel ist)
– Corpus Linguistik mit Schwerpunkt auf Anwendungen im Sprachunterricht
– Slang/Jargon im Englischen

Themen für Phonetik:
– Veränderungen der Stimme im Alter
– Pathologische Zustände des Gehörs
– (noch unentschieden)

Wichtiger noch auf dem akademischen Gebiet ist meine Entscheidung, die Deadline vom 20. April zu kippen. „There’s no chance in hell“ (wie man im Amerikanischen so schön sagen kann), dass ich das gesamte verlangte Lesepensum bis dahin bewältigen kann. In dem von mir geplanten Monat zur Vorbereitung auf die mündliche Examensprüfung in der Anglistik hätte ich mal eben alle drei Tage ein Buch lesen und verinnerlichen müssen. Das übersteigt meine Fähigkeiten.

Ergo: Ich greife in den Pott, hole erneut 850 Euro heraus, und bezahle für ein weiteres Semester – womit ich vier weitere Monate Zeit erhalte: Mein Abgabetermin für die schriftliche Arbeit ist der 14. Mai 2010, danach habe ich drei Monate, bis zum 14. August, um alle mündlichen Prüfungen hinter mich zu bringen. Wenn ich will, kann ich meine erste Prüfung gleich am 15. Mai machen. Werde ich nicht, aber in der zweiten Maihälfte will ich Englisch hinter mich bringen. Die anderen beiden Prüfungen kann ich dann frei so verteilen, wie es mir (und den Prüfern) in den Terminplan passt, es gibt keine Vorgabe, wieviel Zeit maximal zwischen den Prüfungen liegen darf. So lange bis Mitte August alles erledigt ist, geht die Sache auf dieser Schiene klar. Ich muss nur alle Examen mit mindestens 4- bestehen.

Abgesehen davon steige ich auf schnellere, wenn auch möglicherweise weniger effiziente, und gleichzeitig kostenintensivere Lernmethoden um: Ich leihe die Bücher nicht mehr und schreibe keine Zusammenfassungen mehr, sondern werde den Krempel kopieren und per Textmarker das anstreichen, was ich ansonsten abgetippt hätte. Aus der Anglistik wurde mir zum Thema „effizient lernen“ gesagt, das käme darauf an, was für ein Lerntyp ich sei. Ich hab keine Ahnung. Ich weiß grade mal, dass die aktuelle Pädagogik verschiedene Lerntypen unterscheidet – das ist alles, was ich darüber weiß. Man könnte auch allgemeiner sagen, dass ich das Lernen nie gelernt habe.

Das macht mich zwar arg ärmer, aber es nimmt mir auch Stress, womit ich meine Lebenserwartung nach oben schraube, und damit die Zeit, den finanziellen Verlust wieder einzufahren.

Womit ich bei meiner Gesundheit wäre. In der zweiten Dezemberhälfte hat mich ein lästiger, staubtrockener Husten zum ersten mal seit 1999 zum Arzt getrieben – natürlich genau zwei Tage vor Ablauf des Quartals, ich musste beim Nachfolgetermin also gleich nochmal Praxisgebühr zahlen, ganz zu schweigen von den 32 E, die ich für Medikamente berappen musste. Aber was soll ich machen, wenn ich wegen des Hustens zwei Stunden lang nicht einschlafen kann?

Was sagt der Arzt? Mein Blutdruck ist völlig normal, und auch meine Blutfettwerte sind noch im grünen Bereich. Das „böse“ Cholesterin liegt auf einem akzeptablen Wert, und nur das „gute“ Cholesterin liegt ein bisschen niedrig, aber deswegen müsse ich mir jetzt keine Sorgen machen. Sorgen machen müsse ich mir bestenfalls wegen des in meiner Familie vorhandenen Hangs zu Herzinfarkten und Schlaganfällen, aber im Gegensatz zu Vater bzw. Großvater habe ich nie geraucht, ich trinke nur selten Alkohol, und auch nicht literweise schwarzen Kaffee.

… und der Herr Großvater war schon wieder in Luxemburg tanken. Diesmal hat er zwar nicht das Bezahlen vergessen, aber den Geldbeutel auf der Ablage zuhause im Esszimmer liegen lassen. Der Pächter ließ sich allerdings überreden, eine Überweisung zuzulassen.

Ein Blick aufs Datum sagt mir, dass es an der Zeit wäre, über den Tellerwäscherjob zu schreiben, den ich vom 17. Dezember 2008 bis zum 22. Januar 2009 hatte… dabei hätte ich diese Wochen gern verdrängt. Das gibt’s demnächst auf Code Alpha – und ich sage das deshalb, damit ich die Sache nicht verschieben kann, bis ich sie tatsächlich vergessen habe.

2 Antworten zu “So stehen die Dinge”

  1. eleanor_marx sagt:

    Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, aber in Berlin muß man nicht eingeschrieben sein, um seine Magisterarbeit abzugeben. Viele hier sparen so das Geld für die Semestergebühren.

  2. Dominik sagt:

    In Trier hat man, für den Fall, dass die erwähnte Dreimonatsfrist zwischen Abgabe und letzter Prüfung in das nächste Semester hineinragt, im neuen Semester noch vier Wochen Zeit für die Absolvierung der letzten Prüfungsleistung. Endet das Semester also bspw. Ende März, so ist noch ein Toleranzzeitraum bis Ende April gegeben, für den man sich nicht nochmal einschreiben muss. Überschreitet man allerdings diesen Zeitraum, so muss man erneut einen Studienbeitrag und, in meinem Falle, eine Studienkontozahlung leisten, weil man bis zum letzten Termin immatrikuliert sein muss.
    Eine Immatrikulation bis zur Ermittlung der Prüfungsergebnisse ist dagegen nicht notwendig.

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