Wie sah Dienstag, der 30.09. aus?
Ich bin schon wieder um 06:00 aufgewacht, auch ohne Unterstützung des Nachbarhundes.
Die Haushunde hier sind irgendwie gleichgültig. Wenn man vorbeigeht, schauen sie einen an, halten aber die Klappe. Um 10:00 soll ich letzte Formalitäten für mein Apartment hinter mich bringen, damit ich Gas bekomme. Es wird benötigt zum Kochen und zum Wasserheizen, zum Spülen und Waschen. Die Idee, dass ein Gasboiler in meiner Küche hängt, ist für mich ein wenig befremdlich, weil es mir… rückständig erscheint. Den letzten Gasboiler habe ich in einem deutschen Haushalt gesehen, als ich noch etwa halb so schwer war wie heute. 🙂
Ah ja, und um 16:00 soll mein Bett geliefert werden, also der Futon.
Mein Futon kommt um 20:00. Ein bisschen spät, aber er ist da, bevor ich ihn brauche. Kein Grund zur Beschwerde also.
Man weist mich darauf hin, dass Heizen im Winter nicht die Welt koste – wenn man einen Ölofen benutzen kann (wie das in meiner Wohnung der Fall ist), anstatt mit Gas zu heizen. Warten wir die Rechnung ab. Aber der Ofen sieht interessant aus. Er hat einen Timer, damit er vor dem Aufstehen die Wohnung heizen kann. Nett, oder? Aber ich habe sowieso den Eindruck, dass ich den größten Teil des Tages nicht zuhause, sondern an der Universität verbringen werde.
Außerdem musste ich die Regenrinne erst hinbiegen. Ich glaube, der Schnee des letzten Jahres hat sie um 90 Grad nach vorne gebeugt, der Regen ist also direkt wieder raus gelaufen. Jetzt tropft sie zwar noch vor sich hin, aber der Sturzbach des täglichen Regens landet wieder dort, wo er hingehört.
Ich muss für die Wohnung eine Versicherung abschließen, der Betrag wird auf der Post bezahlt, es sind 7500 Yen, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht.
Bis jetzt brauche ich noch einen Stadtplan, um meine eigene Wohnung zu finden, aber ich denke, dass sich das in zwei Tagen erledigt haben wird. Ich wohne ganz oben in einem der höchsten Gebäude der Gegend und habe daher einen tollen Überblick. Aber das muss nichts heißen. Ich wohne im dritten Stock, die anderen, normalen Gebäude sind eben nur zwei Stockwerke hoch.
Im Westen und im Süden kann man kleine, aber schöne Berge sehen, die geradezu nach mir rufen. Ich will nicht sagen „Der Berg ruft“, weil es nach meiner Meinung nicht wirklich Berge sind. Aber für Hügel sind sie dann doch zu hoch und zu felsig. Auf jeden Fall gibt es keinen Schnee da oben, man kommt also ohne Spezialausrüstung hoch, würde ich annehmen. Misi (sprich “Miishi”), der bisher nicht erwähnte Ungar unter uns, hat Interesse bekundet, mich zu begleiten, nächstes Jahr nach der Schneeschmelze. Obwohl… eigentlich könnte ich es vorher versuchen, noch im Oktober.
Zumindest könnte ich ein wenig üben.

Meine ersten E-Mails verwandelten sich in einen Zahlensalat, also war es eine gute Entscheidung, zuerst mal Testmails an eine Person zu schreiben, um das Ergebnis abzuwarten. Ich würde ungern eine solche lange Mail schreiben, nur um dann festzustellen, dass es vergebliche Liebesmüh gewesen ist.
Dem Mediamarkt in Trier muss ich allerdings noch ein Lied singen, und ich richte mich mit dieser Information besonders an Leute, die ebenfalls mal eine Zeit in Japan verbringen möchten, also vor allem an die Studenten, denen der Aufenthalt noch bevorsteht.
Es gibt günstig Umsteckersets zu kaufen, damit man seinen Rasierer oder ähnliches Kleingerät damit betreiben kann. Ich habe eine Digitalkamera mitgebracht und auch das Ladegerät für die Batterien, und der Verkäufer (ein Herr Becker) sagte mir damals, dafür bräuchte ich was stärkeres, einen Umspanner. Er zeigte mir ein Gerät für 15 E, dessen Verpackung sagte „für Nordamerika“. Ich ginge aber nach Japan, wandte ich ein, aber der Verkäufer sagte, dass Japan in dieser Hinsicht gleich sei. Gut, ich wusste, dass beide Staaten auf Schwachstrom (100 Volt) laufen, und gab mich zufrieden. Als ich dann aber das Gerät seinem Zweck zuführen wollte, durfte ich feststellen, dass amerikanische Stecker drei Stifte haben, die japanischen Steckdosen jedoch nur zwei Öffnungen.
Ich bin nicht sehr begeistert von der Kompetenz des Mediamarktes Trier am Bahnhof, hier vertreten durch den Herrn Becker. Freunde, kauft Euer Ladegerät lieber hier (in Japan). Ist bequemer als ein nutzloser Umspanner. Das war auch gleich eine nützliche Vokabel für mich, weil ich ja auch meinen Haarschneider mitgebracht habe. Ein Umspanner ist ein „Hen’atsuki“.
Immerhin: Ich kann das Essen hier nicht genug loben. An Gyûdon und Ramen (Nudelsuppe) könnte ich mich totfressen (wenn mich nicht eine normale Portion bereits sättigen würde), Yakiniku (gebratenes Fleisch) hole ich bei Gelegenheit nach.