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Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

24. Mai 2024

Montag, 24.05.2004 – Thai Ginseng auf LSD?

Filed under: Japan,My Life — 42317 @ 7:00

Der Tag fängt sonnig an und ein Blick auf den Iwaki sagt mir, dass der Schnee da oben bedeutend zurückgegangen ist. Wenn ich mir den Fuji-san schon nicht leisten kann, dann will ich zumindest noch einmal auf unseren Berg hier in Tsugaru rauf, allem Fluchen beim letzten Mal zum Trotz.

Yamazaki beendet heute die zweite Lektion des aktuellen Lehrbuchs und setzt die Klausur damit auf die kommende Woche fest. Danach gehe ich ins Center und arbeite weiter an meinen Fotos, nachdem ich den benötigten Rechner habe besetzen können. Ich nehme die neu dazugekommenen Leute gleich dazu, es sind ja nicht viele. Es wäre übertrieben, wegen vier Fotos ein komplett neues Poster anzufangen.

Ich versuche auch, eine MP3-Datei an Martin „U“ zu schicken, aber ich kriege die Datei nicht kleiner als 4,1 MB, und das Maximum, das GMX mir vorgibt, sind 4,0. Vielleicht irre ich mich auch, was die Zahlen betrifft, aber Fakt bleibt, dass mir der Server die Übertragung der Datei verweigert.
Danach gehe ich in die Bibliothek, frohen Mutes und gewillt, zwei Berichte zu schreiben, aber heute ist der 15. Mai fällig – der Tag des (simulierten) Erdbebens. Da gibt es einiges zu schreiben und sieben Seiten brauchen Zeit. Zum Schluss überfliege ich noch die Zeitung, und bis ich nach Hause komme, ist es nach Neun.

Ich sehe mir die aufgenommene Episode von „Mito Kômon“ an – und die fällt heute so richtig aus dem Rahmen. Normalerweise erledigt der Thai Ginseng ja korrupte und ausbeuterische Samurai, womit die Handlung irgendwo auf einem realistischen Boden bleibt. Aber heute…
Der Autor muss gerade ein wildes „Banshaku“ („Trinken am Abend“, meist mit Kollegen) hinter sich gehabt haben, als ihm diese Handlung einfiel. Da sind übersinnliche Ninja-Kräfte im Spiel, und Charaktere, wie man sie in japanischen Historienfilmen oder im Kabuki erwartet (entsprechend geschminkt, meine ich damit). Und der psychedelische Soundtrack – mit E-Gitarren! – tut ein Übriges, um den Gesamteindruck eines Rauschproduktes herzustellen.

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