Code Alpha

Aus dem noch unerforschten Inneren meines Schädels

28. Februar 2024

Samstag, 28.02.2004 – Lesestunde

Filed under: Bücher,Japan,My Life — 42317 @ 7:00

Heute sind keine Computer verfügbar, also schlafe ich aus, bleibe ich zuhause und lese „The ODESSA File“.
Bis zum Abend habe ich das Buch hinter mich gebracht. Forsyth, der von der Werbung als Autor mit herausragender Recherche gepriesen wird, erweist sich genau in diesem Punkt, so weit es dieses Buch betrifft, leider als ein wenig schwach. Das Buch behandelt, wie der Titel sagt, „ODESSA“, aber gemeint ist keine Stadt, sondern die „Organisation Der Ehemaligen SSAngehörigen“. Auf die Handlung will ich nicht weiter eingehen. Ich gestehe ihm zu, dass er wohl gründlich an der Erforschung dieser obskuren Organisation gearbeitet hat, aber es hakt an Details, die Deutschland allgemein betreffen. Wie viele Nichtdeutsche hat er Probleme mit den Umlauten. So schreibt er „Munster“ (statt Münster) – aber: „Schützstaffel“. Aber das sind ja nur orthografische Schwierigkeiten. Geradezu vernichtend fand ich allerdings seine Unkenntnis der Nachkriegsgeschichte. Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum von 1963 bis 1964 und er sagt über den Protagonisten, dass dieser seinen Wehrdienst vor zehn Jahren geleistet habe. Ich muss keine Sekunde darüber nachdenken, um zu wissen, dass das Unsinn ist. Die Bundeswehr wurde erst per Gesetz 1955 gegründet und erst 1956 rückten die ersten freiwilligen Aufbaukommandos ein. Bis die ersten echten Wehrpflichtigen einrückten, verging noch einmal etwas Zeit.

Melanie bastelt den ganzen Tag über kleine Hemden aus Papier. Sie sollen am Ende als Verzierung für ein Türschild dienen, das sie Ricci schenken will.

Nachdem ich mit dem Buch fertig bin, muss ich meine Tagebucheinträge der letzten Tage nachholen und rekonstruiere sie anhand von Notizen. Ins Bett komme ich dadurch erst um 04:30. Dürfte ein kurzer Sonntag werden.

Schreibe einen Kommentar