Samstag, 21.02.2004 – Prinzessinnen und Puppen
Strahlender Sonnenschein am Morgen durch unsere Balkontür macht das Weiterschlafen unter den sich aufheizenden Bettdecken unmöglich, also stehen wir auf. Es ist Samstag und wir haben „SailorMoon“ aufgenommen, aber wir stellen fest, dass 10 Minuten am Ende fehlen, weil das Band nicht lange genug war. Ich verschwende daher keine Zeit damit, mir den Anfang anzusehen, auch, weil die Bildqualität schreiend schlecht ist. Daher findet sich hier keine Zusammenfassung der Episode.
Melanie fasst deswegen den Plan, demnächst einen externen Videorekorder zu leihen, schließlich habe sich Angela ihre Waschmaschine ebenfalls nur geliehen. Aber ich halte das für unrealistisch. Eine Waschmaschine ist ein großes und teures Gerät, dessen Verleih sich lohnen könnte, weil nicht jeder die Mittel hat, sich eine eigene zu kaufen. Ein Videorekorder dagegen ist ein kleines Gerät, das sich jeder, der nicht gerade arm ist, leisten kann.
Wir sehen uns acht Episoden von „Scrapped Princess“ an und ich sehe, dass auch dies eine Serie ist, die ich haben möchte. Das nicht zuletzt deshalb, weil mir die Stimme der Hauptdarstellerin gut gefällt. Es handelt sich um Orikasa Fumiko, die der Mikan aus „Atashin’chi“ schon ihre Stimme leiht – und auch Prinzessin Else in „Zorori“ (und das hat Melanie aus „Zorori“ herausgehört, was mich in arges Erstaunen versetzt hat). Leider sind nur acht Episoden vorrätig, aber Ricci hat die übrigen 16 in Tokyo in sicherer Verwahrung.
Was mich sonst an der Serie reizt, ist das Setting, das mich an „Final Fantasy“ erinnert, wie es früher einmal war: Eine reine Fantasy-Welt mit Rittern und Magiern und Barden und all dem romantischen Zeug, hinter der eine vergessene Hochtechnologie steht. Es fallen Begriffe wie „DNA“ und „Programm“ und dergleichen, die dem normalen Einwohner einer solchen Welt natürlich nichts sagen. Aber lustig sind vor allem die Namen. Da heißen Leute u.a. „Mauser“, „Galil“, „Barrett“, „Steyr“ oder „Socom“, und eines der Pferde heißt „Dragunov“. Für die Unwissenden:
- Mauser ist eine deutsche Waffenfirma in Oberndorf
- Galil ist die Bezeichnung eines israelischen Sturmgewehrs
- Barret ist ein Waffenproduzent in den USA
- Steyr ist ein Waffenhersteller in Österreich
- Socom ist die H&K Mk 23 Pistole, die in den USA hergestellt wird
- Dragunov ist ein russisches Scharfschützengewehr
Die Serie handelt von Pacifica, die wohl eine verstoßene Prinzessin ist, die fast jeder gerne tot sehen möchte, weil geweissagt wurde, dass sie das Ende der Welt einläuten werde (oder etwas ähnlich Apokalyptisches). Dabei ist sie ein nettes Mädchen und tut keiner Fliege etwas zu Leide. Wahrscheinlich ist hier eine Verschwörung am Werk, die die wahre Prophezeiung unterschlagen (oder die gegebene falsch interpretiert) hat, weil dadurch ihre Machtbasis untergraben wird… aber das ist nach den ersten acht Episoden noch nicht annähernd klar. Pacifica wird begleitet von zwei sympathischen Militärmagiern, Bruder und Schwester, die für ihre Sicherheit sorgen, und gerade die Schwester hinterlässt in ihrer Fürsorge des Öfteren Trümmer und rauchende Ruinen, wie mir scheint.
Nachdem wir uns dann mehrere Stunden mit den „Humor“ Ordnern unserer Computer vergnügt haben (ich habe meine komplette, wenn auch kleine, Festplatte auf CD-ROM dabei), sehen wir zum Schluss noch „Karakuri Zôshi Ayatsuri Sakon“ – das, was man für gewöhnlich kurz „Ayatsuri Sakon“ nennt.
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