Samstag, 31.01.2004 – SailorMoon, quo vadis?
Minako gibt sich endlich als SailorVenus zu erkennen (wenn auch nur Rei gegenüber), und sie hat die übelste Verwandlungssequenz von allen! Da hat jemand bei der Planung ein bisschen übertrieben. Ein bisschen viel Pathos schwingt da mit. Außerdem sieht ihr Gesicht im Profil nicht sonderlich gut aus. Gut, das Gesicht sieht auch von vorne nicht wirklich überzeugend aus. Minako sieht offenbar ständig bekifft aus. Sogar Ami sieht besser aus, wenn auch bürgerlich-braver. Ich will Venus immerhin zu Gute halten, dass sie für die Rolle die richtige Ausstrahlung hat. Zumindest nach meinem Empfinden, will ich vorsichtig ergänzen.
Hm… Minako kniet wirklich sehr inbrünstig vor dem Altar. Aber Japaner denken sich ja wenig bei Religion – es kann ja nicht schaden, noch ein paar weitere Gottheiten mit zu verehren. Leider hat der Christengott da eine Ausschlussklausel… egal. Wie es der Zufall will, liegt Reis Mutter just auf dem kleinen Friedhof vor der Kirchentür – daher die spätere Enthüllung, weil Rei ja zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort erscheint.
Ich werde endlich mit meinem Bericht über den 31.12.2003 fertig – was war das für ein Kampf! Ich habe an dem Tag wohl wirklich genug für eine ganze Woche erlebt.
Am Nachmittag gehen wir ins Ito Yôkadô, weil ich den „Bôbobo“ Soundtrack kaufen will. „Shiawase“ von Money Lover finde ich, aber „Wild Challenger“ von JINDOU bleibt verschollen. Ja, der sei gerade ausverkauft. Ich solle einfach nächste Woche noch einmal vorbeikommen, am Montag komme die nächste Lieferung.
Melanie kauft den Soundtrack von „Ô-oku“. Das ist die Bezeichnung für den innersten Teil des Palastes des Shôguns, wo die Frauen wohnen. „Oku“ heißt „innen“ und deswegen nennt man Ehefrauen allgemein auch „Oku-san“ – das ist eben die Person, die im Haus ist, bzw. bleibt. Der Soundtrack ist ganz nett, aber ich finde ihn irgendwie unpassend. Das Hauptthema wird mit Akkordeon gespielt und hört sich mehr an wie aus einem Drama um eine Pariser Theatertruppe.
Derzeit scheinen „Tom & Jerry“ auf einem Höhenflug in Japan zu sein. DVD und VHS Sammlungen werden angeboten, und es läuft sogar ein „endloses“ Band vor der Multimedia-Abteilung. Ich bleibe gerne stehen und sehe ein bisschen zu. Ich stelle fest, dass auch in Japan gewisse Stellen synchronisiert wurden, aber zum Glück wurde auf einen Hintergrundsprecher verzichtet. Spike, der Hund, und Nibbles, die kleine Maus, haben auch im Originalton Text und der wurde natürlich japanisch vertont. Leider wurden auch verschiedene Lautäußerungen neu vertont, und das finde ich weniger reizend. Seltsamerweise aber nicht alle, also bin ich mir nicht sicher, was das Studio sich dabei gedacht hat. Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass die „Tom & Jerry“ Cartoons endlich käuflich zu erwerben sind. Ich habe schon lange darauf gewartet. So ungefähr… knapp 20 Jahre. Jetzt bleibt natürlich zu hoffen, dass das nicht auf Japan beschränkt bleibt.
Nachdem wir bei den CDs fertig sind, landen wir eher zufällig in der Manga-Abteilung, weil ich eine „Bôbobo“ Büste dort gesehen habe. Der Manga liegt komplett zum Verkauf aus. Ich kaufe mal Band 1. Die Serie ist von 2001, wie ich im Innenteil lese… und dies hier ist die 17. Auflage? Wow, scheint sich gut verkauft zu haben – sonst gäbe es wohl auch den Anime nicht.
Wir gehen ins „Skylark“ zum Essen. Es ist nicht ganz so gut wie das „Saizeriya“ in Tokyo, aber ich bin zufrieden, auch mit den Preisen. Die Pizza schmeckt, sie hat 25 cm Durchmesser und man bekommt sie für umgerechnet etwa 3,60 E. In Japan ist das ein sehr entspannender Preis. Ich probiere auch einen Hamburger. Er ist besser als bei McDonald’s und größer. Aber ich stelle dennoch fest, dass Hamburger einfach nicht etwas sind, was ich öfters essen will. Bemerkung am Rande: „Hamburger“ sind in Japan generell das, was sie auch überall auf der Welt sind, aber es gibt auch etwas, das nennt sich „Hamburg“ – dabei handelt es sich um Hackbraten!
Der „Bôbobo“ Manga erweist sich als lustig und vor allem als anfängerfreundlich. Alle Kanji sind mit ihren Lesungen versehen, so dass man nicht erst suchen muss, wie man den Krempel liest, bevor man zum Verständnis der Bedeutung schreiten kann. Außerdem sind Kanji in Manga allgemein auch oft genug so klein, dass das ungeübte Auge nur einen Farbklecks oder chaotische Linien sieht. Ganz zu schweigen von den Eigenkreationen mancher Autoren. Ich glaube, ich werde mir irgendwann die ganze Reihe kaufen – das sind 11 Bände. „Irgendwann“ bedeutet allerdings, dass es nicht mehr während meines diesjährigen Aufenthaltes sein wird.[1]
[1] Dies geschah aber nie und ich habe im Laufe der Jahre auch das Interesse verloren.
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