Montag, 19.01.2004 – Beschreibung lesen!
Ich stehe um 08:30 auf, weil ich um 10:20 Yui treffen will, damit ich meine Miete für den Januar zahlen kann, die bereits seit drei Wochen überfällig ist. Bevor Yui im Center eintrifft, erkläre ich noch schnell Valérie, wie man den Scanner bedient. Sie will einen handschriftlichen (japanischen) Text als Bild ausdrucken. Ich halte es für einfacher, die etwa 400 Zeichen einfach abzuschreiben und sauber auszudrucken, aber sie meint, das sei nicht wichtig.
Yui trifft schließlich ein, gewissermaßen im Halbschlaf. Sie sei bis um 01:30 wach gewesen und um 06:00 wieder aufgestanden. Von daher ist sie auch ganz dankbar, dass ich nur an den Bankautomaten will. Außerdem muss sie ihre Referatsnotizen für einen Unterricht heute noch in Reinform bringen. Ich versuche, die Sache kurz zu machen und nutze die Gelegenheit, den Michinoku Bankautomaten auf dem Campus auf seine Eignung zu testen, meine Miete zu verarbeiten. Bitte warten… nee, is nich. Der Automat nimmt die Karte nicht an. Das heißt, ich kann meine Miete nur an dieser einen Bankfiliale einzahlen und muss dafür den Umweg über Nishihiro machen. Aber immerhin ist das nur einmal im Monat und ich muss mich selbst daran erinnern, dass ich vor einigen Wochen noch sehr froh war, dass sich die Bank in Nishihiro befindet, nur ein Stück abseits vom Nachhauseweg, und nicht weiter in Richtung Stadtmitte. Für den Moment bittet Yui mich jedoch, die Miete auf Mittwoch zu verschieben, wenn das möglich sei. Ja, auf die paar Stunden kommt es dann auch nicht an, und Mei war mit ihrer Miete auch schon zwei Monate im Verzug, ohne dass Ikeda deswegen den Zeigefinger erhoben hätte.
Danach gehe ich ins Center zurück und prüfe meine Post. Ein unzufriedenes E-Bay Mitglied, dem ich was verkauft habe, beschwert sich über Transportschäden und dass es sich nicht um Neuware handele. Als ob ich je behauptet hätte, Neuware zu verkaufen. Es funktioniert offenbar… wenn ich schreibe „vor kurzem erst in Japan gekauft!“, dann heißt das nicht, dass die Ware neu ist – gebrauchte Sachen muss man auch kaufen, die gibt es nicht umsonst. Aber offenbar löst die Formulierung beim Kunden gewisse, wünschenswerte Vorstellungen hervor. An den Transportschäden bin ich allerdings mehr oder weniger Schuld, weil ich vergessen habe, das Buch in eine Papphülle zu packen. Ich nehme das Buch kurzerhand zurück, erstatte den Kaufpreis und lasse es nach Gersheim schicken. Das läuft mir nicht weg.[1]
[1] Das Buch, Evangelion Storyboard Zeichnungen Band 4, wurde mangels Nachfrage aber nie verkauft und landete drei Jahre später im Müll.
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