{"id":969,"date":"2010-01-31T15:37:51","date_gmt":"2010-01-31T14:37:51","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=969"},"modified":"2017-10-22T12:57:33","modified_gmt":"2017-10-22T10:57:33","slug":"shvingdaiding","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=969","title":{"rendered":"Shvingdaiding"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag Abend hatte ich eine zweist\u00fcndige Verabredung mit einem Freund, die dem Vergleich unserer Einsatznotizen im Nachhinein eines &#8220;Combat Mission&#8221; Gefechts diente. Die lustigsten Besprechungen dieser Art sind immer die, in denen die Kontrahenten sich ganz anders verhalten hatten, als der jeweilige gegen\u00fcber angenommen hatte. In unserem Fall war&#8217;s eher so, dass der Spieler der deutschen Seite gar keine Vorahnungen \u00e4u\u00dferte und flexibel auf die Entwicklungen meiner, sowjetischen, Seite reagieren wollte, und ich mit meinen Vermutungen \u00fcber sein Vorgehen genau ins Schwarze getroffen hatte &#8211; abgesehen davon, dass eines der beiden Gefechte an einer Stelle auf der Karte stattfand, wo keiner von uns damit gerechnet hatte. Letztendlich war es also doch sehr lustig, vor allem, da wir den H\u00f6rsaal mit Beamer f\u00fcr die Screenshots verwenden konnten, und dauerte von kurz nach 10 bis kurz vor 12.<\/p>\n<p>Um kurz nach 12 ging ich dann also die paar Meter nach Hause, aus der Uni raus, \u00fcber die Stra\u00dfe, und als ich die Stra\u00dfe erreicht hatte, h\u00f6rte ich von hinten, aus Richtung des E-Geb\u00e4udes, das ich als fr\u00f6hliches Johlen bezeichnen m\u00fcsste. Und im n\u00e4chsten Moment sehe ich drei Typen Anfang 20 den Weg zur Hauptstra\u00dfe runterlaufen, splitternackt und nur mit Schuhen bekleidet. Also nicht gerade passende Kleidung bei Temperaturen unterm Gefrierpunkt und leichtem Schneefall.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise lag es an meiner Anwesenheit, dass sich zwei von ihnen etwas zur\u00fcckhielten und bei der ersten der beiden Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken stehen blieben, aber der dritte ignorierte mich v\u00f6llig, lief auf die Stra\u00dfe und begann, H\u00fcften schwingend zu tanzen und dabei vorbeifahrenden Autos zuzuwinken&#8230;<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was daraus geworden ist, ich wollte jedenfalls nicht stehen bleiben und noch ein wenig zusehen, weil ich eigentlich um Mitternacht im Bett sein m\u00f6chte, um freitags im Laden nicht v\u00f6llig neben der Spur zu sein.<\/p>\n<p>Dabei wurde der Freitag schon so doll genug. Wenn eine neue Fuhre Teppiche reinkommt, werden die in der Regel zu Dokumentationszwecken fotografiert, aber auch ein paar der Ladenh\u00fcter sollten endlich einmal ins Fotoarchiv aufgenommen werden, also wurde der Stapel mit den Taschen zerpfl\u00fcckt, nach qualitativen Kriterien getrennt, und die besten Teile der bessere H\u00e4lfte an die R\u00fcckwand genagelt und fotografiert. Kommunikative Missverst\u00e4ndnisse sorgten dabei f\u00fcr ein paar Komplikationen, die mich erst um viertel nach Sechs aus dem Laden lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zusammen mit dem n\u00f6tigen Einkauf kam ich also erst in einen sp\u00e4teren Bus als gew\u00f6hnlich, was in der Folge angesichts des verschneiten Wetters dazu f\u00fchrte, dass die Linie 83 am Kolonnenweg, das ist die Abzweigung zur Wehrtechnischen Dienststelle, von der Hauptstra\u00dfe abfuhr und der Fahrer verk\u00fcndete, dass wegen der Stra\u00dfenlage der Verkehr nach Neuk\u00fcrenz, zur Uni und nach Tarforst vorerst eingestellt sei. Man m\u00fcsse auf ein Streufahrzeug warten.<\/p>\n<p>Wundervoll. Letztendlich verlie\u00df ich den Bus, schnallte meinen Rucksack enger, und stapfte\/rutschte die Stra\u00dfe zu Fu\u00df hoch,von wo aus mir auch ungew\u00f6hnlich viele Fu\u00dfg\u00e4nger, die meisten j\u00fcnger als ich, entgegen kamen. Die Sperrung der Strecke f\u00fcr Busse wirkte auch in die andere Richtung. Zwei Busse standen an der Haltestelle Bonifatiusstra\u00dfe, zwei an der Haltestelle Kohlenstra\u00dfe, und einer an der Haltestelle Universit\u00e4t vor meiner Haust\u00fcr, wo ich um etwa 1930 eintraf.<\/p>\n<p>Die Stadtwerke lassen in den Medien verlauten, dass das Streusalz knapp sei und verweisen auf den &#8220;ungew\u00f6hnlich harten Winter&#8221;. Welchen ungew\u00f6hnlich harten Winter meinen die? Das, was da grade an Wetter in Trier zu beobachten ist, w\u00fcrde ich aus meiner Erfahrungsperspektive einen ganz normalen Winter nennen &#8211; zu unterscheiden von den eher milden Wintern mit wenig Schneefall der vergangenen Jahre. Sich darauf zu verlassen, dass das so bleiben wird, und das die globale Erw\u00e4rmung schon daf\u00fcr sorgen werde, dass man weniger Salz brauche, kann ja wohl nicht die Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Unbequemlichkeiten sein.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df sowieso nicht, was das mit dem gro\u00dffl\u00e4chigen Einsatz von Streusalz soll. Wollen wir das im Grundwasser haben? Ich denke, das wollen wir nicht. W\u00fcrde es nicht reichen, das Salz an besonderen Stellen einzusetzen, also an Steigungen, oder auf kurvigen Strecken, von mir aus auch auf Autobahnen? Wozu Streusalz auf ebenen Land- oder Bundesstra\u00dfen? Dann f\u00e4hrt man halt mal langsamer und plant mehr Reisezeit ein, wenn man denn unbedingt fahren muss. Auf den festgefahrenen Schnee schmei\u00dft man dann eine Ladung Splitt und h\u00e4lt die Fahrer weiterhin dazu an, entsprechend langsamer zu fahren. Das funktioniert in \u00d6sterreich, warum also nicht bei uns? Vielleicht ist das Streusalz nach der Erfindung des K\u00fchlschranks die letzte Festung der Salzlobby.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag Abend hatte ich eine zweist\u00fcndige Verabredung mit einem Freund, die dem Vergleich unserer Einsatznotizen im Nachhinein eines &#8220;Combat Mission&#8221; Gefechts diente. Die lustigsten Besprechungen dieser Art sind immer die, in denen die Kontrahenten sich ganz anders verhalten hatten, als der jeweilige gegen\u00fcber angenommen hatte. 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