{"id":96,"date":"2007-09-16T21:13:36","date_gmt":"2007-09-16T19:13:36","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=96"},"modified":"2012-10-20T18:22:32","modified_gmt":"2012-10-20T16:22:32","slug":"erfahrungen-die-man-gemacht-haben-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=96","title":{"rendered":"Erfahrungen, die man gemacht haben muss&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; auf die man allerdings gerne verzichten kann.<\/p>\n<p>Um etwa 1630 hatte ich heute am Busbahnhof eine unangenehme Begegnung mit einem aggressiven Mitb\u00fcrger scheinbar russischer Ethnizit\u00e4t. Der machte schon von sich h\u00f6ren, bevor man ihn sah, denn ich habe zwei Autos von Richtung Bahnbr\u00fccke hupen h\u00f6ren, bevor ich ihn \u00fcber die Stra\u00dfe wanken sah. Zu meinem Bedauern genau auf Melanie und mich zu.<\/p>\n<p>Dann blieb er exakt vor mir stehen, etwa so nah wie f\u00fcr ein sehr vertrauliches Gespr\u00e4ch und fragte mich dann mit lallender Stimme, ob ich Deutscher sei, was ich bejahte, worauf er mir zwei relativ lockere Schl\u00e4ge in den Bauch verpasste (relativ zu meinem Befinden). Ich sah keinen Grund, mich dar\u00fcber gro\u00df aufzuregen, Leute, die betrunken oder anderweitig berauscht sind, machen halt Schei\u00df und Schmerzen hatte er mir ja keine bereitet. Ich sagte ihm also in einem vers\u00f6hnlichen Ton, dass er doch nach Hause gehen und schlafen solle.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht mehr, was er dann genau sagte, ich erinnere mich noch an <em>&#8220;Ich soll nach Hause gehen?&#8221;<\/em> Auf eine weitere Misshandlung meiner Bauchdecke gefasst, hatte ich dann bei seiner folgenden Bewegung die Deckung an der falschen Stelle und er verpasste mir mit voller Wucht einen Schlag auf den Unterkiefer. M\u00f6glicherweise war es auch keine volle Wucht oder ich bin einfach nur stabil, jedenfalls brachte mich das nicht aus dem Gleichgewicht. Dann erging er sich in allen m\u00f6glichen Beleidigungen. Ich schickte Melanie weg und gab ihr mein Telefon, damit sie die Polizei ruft. Es war offensichtlich, dass er nicht einfach nur jemandem auf&#8217;s Maul hauen wollte, er wollte sich voll und ganz pr\u00fcgeln.<br \/>\nDa hatte ich aber ganz und gar keine B\u00f6cke drauf und hielt ihn auf Distanz, indem ich ihm einen Faustschlag am Hals verpasste, musste aber vorher noch einen weiteren Schwinger einstecken, der meine Brille auf den Boden bef\u00f6rderte. Ich brauche sie auf diese Distanz nicht und sie ist unbesch\u00e4digt geblieben &#8211; anders als meine Armbanduhr, die scheinbar beim Blocken eines Schlages wieder mal ihren Haltestift eingeb\u00fc\u00dft hat.<br \/>\nWirklich schade, dass ich bei der Gelegenheit nicht seinen Kehlkopf getroffen habe.<\/p>\n<p>Nebenher verbr\u00fcderte er sich scheinbar mit einer Gruppe Jugendlicher ebenfalls ausl\u00e4ndischer Herkunft, indem er ihnen zurief, ich wolle <em>&#8220;Hitler wieder haben&#8221;<\/em>. Die Jugendlichen hielten sich zwar physisch raus, hatten aber scheinbar ihren Spa\u00df an der Einlage. <em>&#8220;Hey, &#8216;ne DragonBall Runde!&#8221;<\/em> sagte einer aus dem Hintergrund. Ein Schwarzer in einem wei\u00dfen Hemd redete jedoch auf ihn ein, sich zu beruhigen und den Schei\u00df zu lassen, dass sollte man anerkennen. Geradezu belustigt sah ich dann mit an, wie er auch zweien der Jugendlichen Schl\u00e4ge verpasste, wenn auch keine festen, wohl aber fest genug, um sich deren Sympathien zu verscherzen.<\/p>\n<p>Nach zwei oder drei \u00e4u\u00dferst kurzen Minuten war die Polizei dann da und kassierte den sich wild wehrenden Trottel ein. Melanie, ein paar Bystander und ich machten kurze Aussagen, ein Busfahrer bot sich als Zeuge an und gab mir eine Notiz mit seinem Namen, da er losfahren musste, und schlie\u00dflich wurden von meinem kleinen Lippenschaschlik noch Fotos gemacht. Die Polizisten rieten mir,  ins Krankenhaus zu gehen und mich f\u00fcr die Beweisaufnahme \u00e4rztlich untersuchen zu lassen. Sandra war so nett, mich ins Br\u00fcderkrankenhaus zu fahren, wo ich nach einer Wartezeit von etwa 15 Minuten zwei Minuten lang untersucht wurde: Meine Unterlippe ist geplatzt, mein Kinn geprellt und die Sehnen meines Unterkiefers k\u00fcnden von der Verformung, die sie erfahren haben. Aber nichts ernstes. In den kommenden Tagen soll ich Post von der Polizeidienststelle erhalten, in der man mich zur offiziellen Aussage vorladen wird (und Melanie ebenso). Dann gibt&#8217;s Anklagen wegen K\u00f6rperverletzung und Beleidigung (und Widerstand gegen die Festnahme).<\/p>\n<p>Mein alter Freund Kai wird mir wohl die gleiche Frage stellen, wie der Busfahrer:<br \/>\n<em>&#8220;Warum hast Du den nicht umgehauen?&#8221;<\/em><br \/>\nIch werde wohl bei der Antwort bleiben: <em>&#8220;Ist nicht mein Ding.&#8221;<\/em><br \/>\nWie soll ich das erkl\u00e4ren? Auch ein Schlag ins Gesicht hat nicht ausgereicht, um mich in einen Zustand zu versetzen, in dem ich jemanden &#8220;umhauen&#8221; m\u00f6chte. Vielleicht w\u00e4re das anders gelaufen, wenn seine Provokationen in Form von Beleidigung Melanies k\u00f6rperlich geworden w\u00e4re, ich kann es nicht sagen.<br \/>\nIch habe die Schmerzen auch erst nachher gesp\u00fcrt, obwohl ich mehrere kleine Ladungen Blut auf den Boden gespuckt habe, und es bleibt festzustellen, dass ich die ganze Zeit \u00fcber einen ruhigen und klaren Kopf bewahrt habe. Ich habe dabei keine Angst versp\u00fcrt, nur die gesteigerte Wahrnehmung durch das Adrenalin (und dass angespannte Gef\u00fchl, das es mit sich bringt).<\/p>\n<p>Mir scheint, es ist wirklich schwer, mich zu provozieren. Das ist einerseits ganz gut, andererseits kann es mich in solchen Situationen eben doch etwas Blut kosten. Ich hoffe allerdings, dass dies das letzte Mal gewesen ist, dass ich sowas erleben musste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; auf die man allerdings gerne verzichten kann. 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