{"id":90,"date":"2007-08-19T11:41:22","date_gmt":"2007-08-19T10:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=90"},"modified":"2007-08-19T11:41:22","modified_gmt":"2007-08-19T10:41:22","slug":"implikationen-eines-neuen-dienstwagens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=90","title":{"rendered":"Implikationen eines neuen Dienstwagens"},"content":{"rendered":"<p>Kreisverkehr an den Kaiserthermen, regennasse Fahrbahn, dann ein paar ungekl\u00e4rte Faktoren und am Ende landet ein alter Ford auf dem Schrottplatz. Keinen Kratzer an der Karosserie, aber das rechte Hinterrad aufgrund der senkrecht-horizontalen Kollision mit dem Bordstein in einem Winkel von 90\u00b0 unter das Auto geschoben und der Unterboden v\u00f6llig im Eimer.<\/p>\n<p>Das ist zum Gl\u00fcck nicht mir passiert, sondern der Tochter #1 der Chefin.<br \/>\nEin neuer Firmenwagen musste also her und die Chefin st\u00fcrzte sich in einen Auswahlprozess nach ihrem Gutd\u00fcnken. Am Mittwoch Abend dachte ich mir noch im Gedenken an ihr Motorrad in der Garage: &#8220;Die kauft doch bestimmt einen BMW&#8230;&#8221;<br \/>\nUnd als ich am Donnerstag dann wiederkam, stand da ein BMW 320i in der Einfahrt. Deutlich kleiner als der Ford, knapp einen halben Meter k\u00fcrzer und auch ein gutes St\u00fcck schmaler. Erstzulassung vor acht Jahren mit 12000 km auf dem Tacho &#8211; Rentnerwagen. Im Alter von 80 Jahren gekauft, mit 88 gestorben, zwischendurch Spazierfahrten. Das Ding ist wie neu.<br \/>\nDie Hinterbank kann man umklappen, da passen also zwei Teppiche rein&#8230; zwei 3&#215;4 sollten schon gehen. Oh, der Fahrersitz l\u00e4sst sich auf verschiedene Nutzer programmieren&#8230; interessant. Das sollte mir ersparen, nach einer Fahrt der 1,55-Chefin mich erst hinter das Lenkrad quetschen zu m\u00fcssen, bevor ich meine Anpassungen vornehmen kann.<\/p>\n<p>Dass es sich um ein Automatikgetriebe handelt, freut mich weniger. Ich fahre gerne auf Schaltung. Das macht mehr Spa\u00df und hat einen spritsparenden Effekt, sofern man nicht aus welcher Motivation auch immer einen Gang tiefer f\u00e4hrt als notwendig. Dass die Kiste nur im sch\u00f6nsten Autobahnverkehr 7,5 l auf 100 km erreicht und im Stadtverkehr und \u00dcberlandverkehr eher auf 10 Liter kommt, h\u00e4tte mich endg\u00fcltig abgeschreckt&#8230; verdammte Benziner. Immerhin hat das Ger\u00e4t eine Tiptronicschaltung&#8230; wenn ich das recht verstehe, kann ich auch manuell schalten, wenn ich entsprechende Einstellungen mache, indem ich den Hebel jeweils nach vorn, bzw. nach hinten antippe.<\/p>\n<p>Und weil das Auto so gut wie neu ist, soll der auch in unsere zweite Garage kommen, die bislang als Rumpelkammer missbraucht wurde. Wir waren also drei Tage damit besch\u00e4ftigt, Raumresourcen umzugestalten und haben sogar einiges weggeworfen, ein geradezu revolution\u00e4rer Vorgang in diesem Laden, wo alles gelagert und gebunkert wird, mindestens zwanzig Jahre lang, man k\u00f6nnte es vielleicht ja mal brauchen &#8211; ich schmei\u00dfe Zeug bereits nach f\u00fcnf Jahren weg, wenn es keinen nostalgischen Wert hat und ich es  zwischendurch nicht gebraucht habe.<br \/>\nNach drei Tagen staubiger Arbeit wurden also zwei unserer kleinen Lagerr\u00e4ume v\u00f6llig umgestaltet. Die Ger\u00fcmpelgarage ist jetzt besenrein und Auto und Motorrad haben darin Unterkunft gefunden. Eine Sammlung von Biedermeiermobiliar ist in den kleinsten Lagerraum gewandert, was allerdings den Nachteil brachte, dass die f\u00fcnf Fahrr\u00e4der von dort in die Garage des Transporters umsiedeln mussten.<\/p>\n<p>So h\u00f6rt die Arbeit also so schnell nicht auf und wir haben ins Auge gefasst, Teile der Sammlung, die nicht streng genommen Abfall sind, in einem Garagenflohmarkt zu verh\u00f6kern. Wir k\u00f6nnen sogar Kinderunterhaltung anbieten mit den Unmengen ungebrauchter Luftballons eines Paulin-Stra\u00dfenfests von vor zwei Jahren. Ich sch\u00e4tze, wir haben noch so um die tausend St\u00fcck&#8230; wir haben sogar noch Gasflaschen zum F\u00fcllen (aber keine F\u00fcllstutzen)&#8230; fragt sich nat\u00fcrlich, inwiefern die Ballons nicht mittlerweile por\u00f6s und unbrauchbar sind.<\/p>\n<p>Nu ja, kommende Woche bin erst mal wieder auf Abruf, weil Besuch der seltensten Verwandtschaft anr\u00fcckt. Eine Gro\u00dftante mit Gatterich von irgendwo und eine entferntere Verwandte aus Polen, die zuletzt zum Anlass der Hochzeit meiner Chefin mit ihrem 1993 verstorbenen Mann gesehen wurde. Nun ist es aber so, dass die Schwester des Verstorbenen letztes Jahr im M\u00e4rz selbst die letzte Reise angetreten hat und in ihrem Testament alle m\u00f6glichen Leute bedacht hat, die zum weitesten Familienkreis geh\u00f6ren. Und diese Verwandte aus Polen reist nun an, um die sie betreffenden Nachlassvorg\u00e4nge selbst beobachten zu k\u00f6nnen. Vielleicht traut man einem deutschen Notar weniger, wenn man aus Polen kommt und ein gewisses Alter hat.<\/p>\n<p>All diese genannten Verwandten werden sich also in Trier einquartieren und ein gewisses Pensum Zeit in Anspruch nehmen, das verhindert, dass im Teppichladen vor Donnerstag der kommenden Woche irgendwelche effektive Arbeit geleistet wird. Was mich nach den durch drei Wochen Urlaub verw\u00e4sserten Gehaltsschecks nat\u00fcrlich nicht wenig wurmt &#8211; meine 180 \u00dcberstunden beim Klavierladen sind abbezahlt und ich bin dem Teppichladen finanziell auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es ist sch\u00f6n, dass der Laden sanierungsbed\u00fcrftig ist, das hilft meinem Geldbeutel, aber die Arbeit muss auch h\u00fcbsch portioniert werden, damit sie mich bei voller Ausnutzung des Zeit- und Geldrahmens bis zum kommenden Fr\u00fchsommer ern\u00e4hrt &#8211; Durchh\u00e4nger unter 350 E am Zahltag sind nicht haltbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kreisverkehr an den Kaiserthermen, regennasse Fahrbahn, dann ein paar ungekl\u00e4rte Faktoren und am Ende landet ein alter Ford auf dem Schrottplatz. 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