{"id":73,"date":"2007-07-02T12:24:33","date_gmt":"2007-07-02T11:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=73"},"modified":"2007-07-02T12:24:33","modified_gmt":"2007-07-02T11:24:33","slug":"pilgerfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=73","title":{"rendered":"Pilgerfahrt"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag bin ich im Rahmen der allj\u00e4hrlichen Fahrt des Anime Clubs Trier (ACT) nach D\u00fcsseldorf gekommen, um dem dortigen Angebot japanischer Waren und Dienstleistungen zu fr\u00f6nen.<\/p>\n<p>Dass ich daf\u00fcr um 0500 aufstehen durfte, war zwar nicht sehr prickelnd, ebenso wenig verlockend war (und ist) die Aussicht auf vier Stunden Bahnfahrt (f\u00fcr einen Weg, inklusive Umsteigeaufenthalt), aber es hat alles ohne Komplikationen geklappt &#8211; an dieser Stelle also mein Gl\u00fcckwunsch an die Deutsche Bahn und noch einmal mein Dank an alle Beteiligten, dass die ganze Angelegenheit so fl\u00fcssig \u00fcber die B\u00fchne ging, ohne vermisste Personen oder andere eigenbr\u00f6tlerische Zwischenf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Aus finanziellem Mangel sowie aus Desinteresse am japanischen Printmedienangebot fahre ich in der Regel aus zwei Gr\u00fcnden nach D\u00fcsseldorf: Erstens, um im <em>Naniwa<\/em> eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel Ramen (Nudelsuppe) zu essen, und um in den japanischen Superm\u00e4rkten nach Kaffeedosen (f\u00fcr 0,2 l fl\u00fcssigen Kaffee, nicht f\u00fcr Pulver) Ausschau zu halten.<\/p>\n<p>Das Wetter meinte es zumindest nicht b\u00f6se mit uns, wenn ich auch ein schelmisches Grinsen wahrgenommen habe. Trier-Koblenz: Sonne mit Wolken. Hinter K\u00f6ln: Bew\u00f6lkt und k\u00fchl. Ich h\u00e4tte nicht ohne Pullover rumlaufen wollen. Au\u00dferdem machte es st\u00e4ndig den Anschein, als wolle es zu regnen beginnen. Das passierte zwar nicht, aber die Drohung war da und trug nicht zur Steigerung der gem\u00fctlichen Stimmung bei. (Auf dem R\u00fcckweg machte das Wetter dann wieder kehrt und in Trier herrschte eitel Sonnenschein.)<\/p>\n<p>K\u00fchles Wetter hin oder her: Die Nudelsuppe war warm und wieder ein Genuss. Das &#8220;Original&#8221; in Japan (Ramen ist eigentlich eine aus China importierte Sache) hat noch einen eher &#8220;romantischen&#8221; Vorsprung. Ein direkter Vergleich <em>&#8220;Naniwa vs. Bunpuku&#8221;<\/em> tut hier Not, aber wegen der r\u00e4umlichen Entfernung wird ein solcher nicht stattfinden, bevor nicht eine M\u00f6glichkeit entdeckt wird, binnen so kurzer Zeit nach Japan zu kommen, dass die Suppe keine Gelegenheit hat, kalt zu werden. Also eher unwahrscheinlich. Ich kann bislang nur sagen, dass mir die Fleischeinlage in Japan wegen der gr\u00f6\u00dferen Einwaage besser gefallen hat.<\/p>\n<p>Ich scheine allerdings alt zu werden, oder aber meine Gewohnheiten der Esskontrolle sind daf\u00fcr verantwortlich, dass ich mit einer gro\u00dfen Sch\u00fcssel k\u00e4mpfen musste. Ich m\u00f6chte in der Suppe ein halbes Pfund Nudeln vermuten, zwei H\u00e4nde voll Gem\u00fcsebeilage, eine kleine Hand voll Schinken und etwa einen Liter Fl\u00fcssigkeit. Nachdem ich das drin hatte, h\u00e4tte man mich eigentlich aus dem Laden rausrollen k\u00f6nnen&#8230; und die F\u00fcllung meines Magens machte mir auch ein wenig zu schaffen, da hoher F\u00fcllstand bei mir Durst hervorruft und meine drei Dosen Kaffe nicht zur Durstl\u00f6schung beitrugen &#8211; wegen der D\u00fcsseldorfer Preise habe ich dann bis Koblenz gewartet, mir eine Packung Saft zu besorgen.<br \/>\nWenn ich das n\u00e4chste Mal im <em>Naniwa<\/em> esse, werde ich es bei einer normalen Portion belassen. Dann bin ich ebenfalls satt, werde aber kein so arges Verlangen nach einer Schubkarre f\u00fcr den Bauch haben.<\/p>\n<p>Die Dosenauswahl war dieses Jahr wirklich gut. Letztes Jahr gab es nur eine Dose, deren Design sich noch nicht in meiner (noch) kleinen Sammlung befindet, aber dieses Jahr gab es gleich drei neue. Zwei Dosen von<em> &#8220;FIRE&#8221;<\/em> und eine mir unbekannte Marke mit der Bezeichnung <em>&#8220;GOD&#8221;<\/em>. Warum auch immer.<\/p>\n<p>Da ich ja sonst nichts besseres zu tun hatte, bin ich mit den ACT Komplizen durch verschiedene L\u00e4den gewandert. Interessant war f\u00fcr mich, dass in den vergangenen Jahren noch drei weitere B\u00e4nde der <em>&#8220;Blauen Boys&#8221;<\/em> erschienen sind (auf denen das steinalte Infogrames Spiel <em>&#8220;North &amp; South&#8221;<\/em> beruht), aber das nur am Rande.<br \/>\nAuch irgendwie zum &#8220;Rand&#8221; geh\u00f6rt der japanische Buchhandel. Es ist toll, dass auf den B\u00fcchern der Yen-Preis aufgedruckt ist, aber bei der Umrechnung muss da etwas schiefgegangen sein, oder das kapitalistische Bewusstsein der H\u00e4ndler ist in D\u00fcsseldorf besonders ausgepr\u00e4gt.<br \/>\nEin <em>&#8220;Pretty Cure&#8221;<\/em> Artbook muss nat\u00fcrlich meine Aufmerksamkeit erregen. Neupreis in Japan: 2200 Yen. Das sind derzeit etwa 13,20 E. Angeboten wurde das St\u00fcck f\u00fcr 38 E, also f\u00fcr knapp das Dreifache. Ich glaube, wenn ich jemanden in Japan bitte, mir ein Exemplar aus dem <em>Book Off<\/em> zu besorgen, komme ich inklusive Versandkosten noch billiger weg.<br \/>\nDer Fall macht einem jedenfalls wieder klar, dass man in Deutschland keine japanischen Artbooks kaufen sollte. Ich meine, das <em>&#8220;Newtype 100 % &#8211; Evangelion&#8221;<\/em> Artbook hat mich anno 2000 den stolzen Preis von 65 Mark gekostet, und in Japan habe ich ein gebrauchtes Exemplar in hervorragendem Zustand f\u00fcr umgerechnet 8 E gesehen.<\/p>\n<p>Irgendwie cool fand ich aber den Besuch der <em>&#8220;Games Workshop&#8221;<\/em> Filiale, denn die <em>&#8220;Warhammer&#8221;<\/em> Spiele w\u00e4ren die wahrscheinlich besten Brettspiele aller Zeiten, wenn sie nicht das w\u00e4ren, was man &#8220;sackteuer&#8221; nennen muss. Aber bewundern kann man die Designs und die Schlachtdarstellungen ja &#8220;f\u00fcr umsonst&#8221;.<em> &#8220;Warhammer Fantasy Battle&#8221;<\/em> scheint sich gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit als <em>&#8220;Warhammer 40k&#8221;<\/em> zu erfreuen, da sich die meisten Auslagen auf ersteres bezogen. Obwohl ich ein Fan der &#8220;Miniversion&#8221; bin (<em>&#8220;Warhammer Quest&#8221;<\/em>), finde ich doch eigentlich mehr gefallen an Space Marines, Orks und Tyraniden, an Kanonen und Panzern. Und wenn ich mal reich sein sollte, dann kauf ich mir von jeder Truppe um die 5000 Punkte und lass sie mir von begabten Leuten anmalen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Jetzt habe ich zwar ein paar Fotos gemacht, die diese Angelegenheit ein bisschen beleuchten, allerdings habe ich vergessen, sie auch von der Kamera auf den Memorystick zu ziehen, um sie hier zu posten. Das hole ich dann bei Gelegenheit nach.<\/p>\n<p>Ein kleiner Minuspunkt ereilte uns auf der R\u00fcckfahrt, als sich herausstellte, dass es zur fraglichen Uhrzeit (eine Stunde fr\u00fcher als vorgesehen), kein RegionalExpress von Koblenz nach Trier fahren w\u00fcrde, sondern nur eine RegionalBahn, die ja \u00fcberall anh\u00e4lt, wo jemand den Daumen raushalten <strong>k\u00f6nnte<\/strong>. Zum Lesen habe ich nicht viel Konzentration aufbringen k\u00f6nnen, von daher waren mir unsere Dialogpausen ganz lieb, weil irgendwann die Zeilen verschwimmen. Man rutscht zwar mit den Augen \u00fcber die Buchstaben, nimmt aber den Sinngehalt nicht mehr bewusst wahr und es geht Zeit verloren, weil man den Abschnitt noch einmal lesen muss.<br \/>\nVon der &#8220;Stunde fr\u00fcher&#8221; blieben somit nach Ankunft in Trier noch zwanzig Minuten, aber das Timing war prima, da wir sofort in den Bus springen und ohne Verz\u00f6gerung nach Hause fahren konnten.<br \/>\nIch habe sogar von der Fahrt nicht mal so viel wahrgenommen, da die lockere Gespr\u00e4chsrunde die unbequemen Sitze und die verl\u00e4ngerte Fahrzeit auf angenehme Art und Weise wett gemacht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag bin ich im Rahmen der allj\u00e4hrlichen Fahrt des Anime Clubs Trier (ACT) nach D\u00fcsseldorf gekommen, um dem dortigen Angebot japanischer Waren und Dienstleistungen zu fr\u00f6nen. 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