{"id":635,"date":"2009-09-14T14:45:29","date_gmt":"2009-09-14T12:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=635"},"modified":"2017-10-22T13:02:40","modified_gmt":"2017-10-22T11:02:40","slug":"trier-spielt-mit-abhebenden-zelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=635","title":{"rendered":"Trier spielt mit abhebenden Zelten"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag dem 12. September gab es ein weiteres <em>Trier spielt<\/em> Event. Ich nahm zum f\u00fcnften Mal daran teil und bekam die Verantwortung f\u00fcr den Infostand am Viehmarkt. Bis zur Veranstaltung selbst war noch unklar, ob ich nicht eine Stra\u00dfensperre \u00fcbernehmen w\u00fcrde, was mich immerhin von den nervigen Kids befreit h\u00e4tte, die Heliumballons ohne Knoten oder gleich eine ganze Packung leerer Ballons haben wollen&#8230; und w\u00e4hrend sie danach fragen die Packung schonmal in die Hand nehmen. Daher Anweisung an meine M\u00e4dels: Lasst die Ballons in den Kisten, bis Ihr sie rausnehmt und lasst alles au\u00dfer Griffweite. Auf den Tischen lagen also tats\u00e4chlich nur Lagepl\u00e4ne und Werbeflyer f\u00fcr das Nagaoka Event kommende Woche rum und zwei T-Shirts hingen drau\u00dfen. Alles andere befand sich in relativer Sicherheit, was zu ein bisschen Chaos im Zelt f\u00fchrte, aber dem entzog ich mich erfolgreich durch das Verteilen des Veranstaltungsprogramms an Passanten.<br \/>\n(l\u00e4chel)<em> &#8220;M\u00f6chten Sie einen Lageplan?&#8221; <\/em><br \/>\n(nuschel) &#8220;Isch will nix.&#8221;<br \/>\nHa, keine rauhen Finger vor lauter Luftballons knoten! Stattdessen den ganzen Tag in der Sonne rumstehen. Viel angenehmer mit Kopfbedeckung als ohne. Das war&#8217;s wert.<br \/>\nNur zu Beginn musste der un\u00e4sthetisch aufgesch\u00fcttete Spielsand ein bisschen eingeebnet werden. Dabei w\u00e4re es sch\u00f6n gewesen, wenn man uns Schaufeln zur Verf\u00fcgung gestellt h\u00e4tte, anstatt uns den feuchten Sand mit Kehrbesen verteilen zu lassen.<\/p>\n<p>Okay, auf dem Tisch unseres Zelts, wie auch bei jedem anderen Infostand, stand noch was anderes: Ein versiegeltes Zweiliterglas mit Luftballons drin. Das Faltblatt mit dem Lageplan hatte auch ein Teilnahmeformular, und Interessierte sollten sch\u00e4tzen, wie viele Ballons in dem Glas seien. Zu gewinnen gab es eine Kinoflatrate f\u00fcr das <em>Cinemaxx<\/em> im (derzeitigen) Wert von 250 E. Alex&#8217; Vergleich mit einem neuen Plastiks\u00e4ckchen mit denselben Ballons war im Ansatz gut gedacht, im Nachhinein sogar hervorragend, da waren knapp mehr als 100 drin, aber leider sch\u00e4tzte er v\u00f6llig daneben, sein Tipp lag so bei 170 St\u00fcck, in \u00dcbersch\u00e4tzung der Packdichte. Ich durfte als Mitarbeiter der <em>City Initiative Trier<\/em> nicht mitmachen, und niemandem au\u00dfer dem Management war bekannt, um wie viele Ballons es ging. Das Glas enthielt in der Tat nur 112 Ballons.<\/p>\n<p>Der ganze Tag war sonnig und die Temperaturen ab 10 Uhr angenehm, der Sand am Viehmarkt wurde rege genutzt. Aber der Wind machte unserem Standort zu schaffen. Kein anderer Stand hatte das Problem, aber scheinbar standen wir in einer wundersch\u00f6nen Windfalle, und trotz mehrerer Sands\u00e4cke hob das Zelt einmal ab und konnte gerade noch festgehalten werden, bevor es v\u00f6llig nach hinten umkippte. Einen Biegeschaden am Gest\u00e4nge konnten wir leider nicht verhindern.<\/p>\n<p>Irgendjemand war wohl wieder gro\u00dfz\u00fcgig gewesen, denn uns standen wie letztes Jahr wieder einmal zwei gro\u00dfe Gasflaschen zur Verf\u00fcgung. Vor zwei Jahren waren es zwei kleine und vor drei Jahren eine gro\u00dfe gewesen. Meine Erfahrung fand sich auch dieses Jahr best\u00e4tigt, dass eine gro\u00dfe Flasche bis drei Uhr Nachmittags reicht. Man m\u00fcsste allerdings dem Lieferanten, der das Gas zur Verf\u00fcgung stellt, mal in den Hintern treten, damit auf den Schraubverschl\u00fcssen der Flaschen mal irgendwie gekennzeichnet wird, wo der Gashahn sitzt. Die Feuerwehr, die f\u00fcr die Verteilung zust\u00e4ndig ist, kann das nicht feststellen, weil die Flaschen versiegelt sind, die fixieren die Flaschen nur mit Panzertape, und wir, die wir das Helium f\u00fcr die Luftballons zapfen m\u00fcssen, sollen dann damit klarkommen, wenn der Gashahn vom Zelt weg zeigt.<\/p>\n<p>Gar nicht gro\u00dfz\u00fcgig war dieses Jahr die Verpflegung der Helfer. Vor f\u00fcnf Jahren befand sich auf dem Domfreihof ein Zelt, in dem Helfer umsonst Br\u00f6tchen und Kaffee bekommen konnten. Im Jahr drauf hatte <em>Hochwald<\/em> Yoghurt gesponsert. 2007 gab es Gutscheine f\u00fcr <em>McDonald&#8217;s<\/em>, und seit 2008 gibt&#8217;s nichts mehr, also Eigenversorgung.<\/p>\n<p>Was mal wieder nicht reichte, war die M\u00fclleimerpflege der Stadtverwaltung, bzw. des Abfallverbands <em>ART<\/em>. S\u00e4mtliche M\u00fclleimer der Innenstadt sind jedes Jahr bis zum fr\u00fchen Nachmittag voll, aber geleert werden sie dennoch nicht au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig, und der Plan ist nat\u00fcrlich f\u00fcr normale Tage vorgesehen. Extraeins\u00e4tze f\u00fcr Veranstaltungen gibt es scheinbar nicht, jedenfalls habe ich auch dieses Jahr wieder Essensreste und Windeln um die M\u00fclltonne am Viehmarkt eingesammelt, weil niemand wusste, wo das Zeug sonst entsorgt werden k\u00f6nnte.<br \/>\nDabei fand ich es ganz toll, dass wir dieses Jahr DREI hundsgew\u00f6hnliche M\u00fcllt\u00fcten f\u00fcr den Hausgebrauch zugeteilt bekamen. Ansonsten hatten wir immer eine Rolle oder aber mindestens drei gro\u00dfe M\u00fclls\u00e4cke im Bereich von 120 Litern Volumen.<\/p>\n<p>Drei Leute sagten uns dieses Jahr, wie toll sie die Veranstaltung f\u00e4nden, die meisten behielten ihre Meinung f\u00fcr sich, und eine Frau beschwerte sich dar\u00fcber, dass <em>DAS DING<\/em>, die Jugendsparte des <em>SWR<\/em>, ihre Musik zu laut aufgedreht h\u00e4tten und dass die ganze Veranstaltung viel zu kommerziell ausgerichtet sei. Ich besah mir <em>DAS DING<\/em> in meiner Pause und fand die Musik langweilig und in der Tat etwas zu laut. Sie nahm sich allerdings eher dezent aus im Vergleich zu dem, was auf der Hauptb\u00fchne am Hauptmarkt lief. Da spielten mehrere Bands der <em>Musikschule Trier<\/em> die europ\u00e4ischen Musikstile herunter. Als ich vorbeiging, war wohl grade Poprock dran&#8230; instrumental klang das nicht schlecht, aber an der Singstimme w\u00fcrde ich noch ein bisschen basteln. Und es war immens laut.<\/p>\n<p>Auf dem Domfreihof hatte sich die <em>Spielbar<\/em> eingerichtet und versuchte, das junge Publikum f\u00fcr <em>Warhammer<\/em> Tabletopspiele zu begeistern, also nicht diese un\u00fcbersichtliche Kacke am Computerbildschirm, sondern mit Figuren auf dem Tisch und so. Nat\u00fcrlich interessiert mich diese Art von Spiel, aber erstens fehlt mir die Kohle daf\u00fcr und zweitens die Nerven, die man braucht, um den Krempel anzumalen.<br \/>\nNicht begeistert war ich  von dem Typen, der die Spielprinzipien erkl\u00e4rte. Die erkl\u00e4rte er zwar schl\u00fcssig, aber ich wagte es, ihm  Fragen zu stellen, auf die der Achtj\u00e4hrige, f\u00fcr den die Erl\u00e4uterungen bestimmt waren, m\u00f6glicherweise nicht kam, und ich hatte das Gef\u00fchl, dass ihm f\u00fcr Fragen au\u00dferhalb seiner Routine entschieden die Geduld fehlte. Und irgendwie auch taktischer Verstand:<br \/>\n<em>&#8220;Wenn die Orks von vorn Feuer kriegen, warum nimmst Du als Verluste vier Figuren von hinten raus?&#8221;<\/em><br \/>\n&#8220;Weil es egal ist, es kommt nur darauf an, dass der Pulk kleiner wird (und damit weniger Angriffsw\u00fcrfel erh\u00e4lt).&#8221;<br \/>\n<em>&#8220;Ja, aber wenn man die vorderen rausnimmt, wie es realistisch w\u00e4re, dann h\u00e4tten die Orks wieder ein paar Schritte mehr bis zur Nahkampfentfernung (sie kriegen Boni im Nahkampf).&#8221;<\/em><br \/>\n&#8220;&#8230;&#8221;<br \/>\nTouch\u00e9. Schweigen im Walde.<br \/>\nDepp.<\/p>\n<p>Der Spieltisch war etwas klein und dazu noch in vier Quadrate aufgeteilt, sodass man mehrere Warhammerspiele gleichzeitig zeigen konnte, das hie\u00df drei\u00dfig Zentimeter Kantenl\u00e4nge pro Spielfeld. <em>40k<\/em> und <em>Fantasy Battle<\/em> waren vertreten, ob <em>Gorka Morka<\/em> dabei war, kann ich nicht sagen.<br \/>\nDer Achtj\u00e4hrige Imperialist st\u00fcrzte sich mit sechs Terminatoren in den Nahkampf mit zwei Dutzend Orks inklusive Orkboss. Es fielen insgesamt zwei Terminatoren und acht Orks. Die Gr\u00fcnen vergeigten ihren Moralcheck und liefen weg, wobei die den Rand des Spielfelds \u00fcberschritten. Kampf zu Ende. Aber ich muss sagen, dass die Figuren sehr sch\u00f6n angemalt und das bisschen Diorama mit viel Sorgfalt ausgestaltet war.<\/p>\n<p>Zu dem Zeitpunkt wollte ich jedenfalls irgendwas in meinen Bauch tun und entschied mich daf\u00fcr, ein Eis zu essen. Kalorien im kompakten Format, mit einer T\u00fcte Saft runtergesp\u00fclt. Da ich nicht vorhatte, die Innenstadtpreise zu zahlen und auch keine B\u00f6cke auf einen Dreierpack Eis am Stiel versp\u00fcrte, musste ich bis zu <em>NORMA<\/em> in der Paulinstra\u00dfe gehen. Das ist der einzige Laden, den ich kenne, der Eis einzeln und nicht ausschlie\u00dflich im Multipack verkauft. Nachdem ich das dann alles intus hatte, ging es mir im Kopf wieder besser und die letzte Stunde konnte laufen.<\/p>\n<p>Ab 1700 wurde eingepackt und um 1730 war das Zelt wieder verstaut und mein Team Richtung Lager verschwunden, womit es wieder an mir und den beiden Zust\u00e4ndigen f\u00fcr den &#8220;Sandkasten&#8221; lag, den verteilten Sand zusammenzukehren und den Haufen in eine ladbare Form zu bringen, womit ich mal wieder einer der Minderheit war, die tats\u00e4chlich die ganze veranschlagte Zeit bis 1800 arbeitete und sich nicht schon vorher abseilte. Man muss allerdings auch sagen, dass wir \u00fcberhaupt zur B\u00e4ndigung der Sandmassen nur zwei Kehrbesen hatten, was h\u00e4tten die anderen vier also machen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Der Abbau bescherte mir ein ungew\u00f6hnliches Geschenk. Ebenfalls auf dem Viehmarkt befand sich ein Stand von <em>Nickelodeon<\/em> mit, urgh, <em>Spongebob<\/em>-Thema. Es handelte sich um eine Art H\u00fcpfburg, deren Wand mit einer Klettverkleidung \u00fcberzogen war. Die Kinder wurden in einen entsprechenden Anzug gesteckt und sollten nach dem Sprungbrettprinzip so hoch wie m\u00f6glich an der Wand h\u00e4ngenbleiben. Aber mir ging es ja um den Abbau: Eine Requisite des Stands war eine etwa drei bis vier Meter hohe Figur von Spongebob inklusive Sockel, die schwer genug war, um sie mit drei Leuten nicht sicher st\u00fcrzen und zerlegen zu k\u00f6nnen. Der Teamleiter von <em>Nickelodeon<\/em> suchte also noch freiwillige Helfer, fand mich und zwei Passanten, und versprach uns ein kleines Geschenk f\u00fcr unsere Hilfe.<br \/>\nWir st\u00fcrzten den h\u00e4sslichen Schwamm also mitsamt seinem Sockel, wobei mir die Aufgabe des Stoppers zukam, der zu verhindern hatte, dass das Monument auf der angesetzten Sackkarre entgegen der Kipprichtung wegrollte. Alles kein Problem. Dann griff der Teamleiter in eine gro\u00dfe Kiste und dr\u00fcckte jedem eine kleine, etwa handgro\u00dfe Spongebob Stofffigur in die Hand.<br \/>\n<em>&#8220;K\u00f6nnte ich nicht so ein Nickelodeon T-Shirt haben?&#8221;<\/em> fragte ich mit Hinweis auf die orangenen Hemden der Angestellten.<br \/>\n&#8220;Die haben wir leider nur bis Gr\u00f6\u00dfe 140&#8230; wenn wir zwei auseinanderpfriemeln und zusammenn\u00e4hen, passt es Dir vielleicht.&#8221;<br \/>\nLeider bin ich in dem Moment nicht auf die Idee gekommen, mir ein kleines T-Shirt geben zu lassen, weil ich ja auch ein solches als Souvenir in meinen Schrank h\u00e4ngen kann. Denn im Gegensatz zu, urgh, Spongebobfiguren sammele ich durchaus gern ungew\u00f6hnliche T-Shirts.<\/p>\n<p>Alles in allem ein guter Tag, und ich m\u00f6chte Alex mit Frau Christine und Sohn Jan, sowie Katie und Memel mit Ehemann Yutaka und Tochter Anna f\u00fcr ihren jeweiligen Besuch danken, die sicher dazu beigetragen haben, den Tag noch angenehmer vor\u00fcber zu bringen.<\/p>\n<p>Zuletzt auch mein Dank an die M\u00e4dels vom Infostand, deren Namen ich mir nicht habe merken k\u00f6nnen, die unerm\u00fcdlich Luftballons f\u00fcllten und sich trotz des Stresses nicht aus der Ruhe und nicht um ihre gute Laune haben bringen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag dem 12. September gab es ein weiteres Trier spielt Event. Ich nahm zum f\u00fcnften Mal daran teil und bekam die Verantwortung f\u00fcr den Infostand am Viehmarkt. 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