{"id":608,"date":"2009-09-01T17:26:02","date_gmt":"2009-09-01T15:26:02","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=608"},"modified":"2009-09-01T17:26:02","modified_gmt":"2009-09-01T15:26:02","slug":"mein-irrer-montag-teil-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=608","title":{"rendered":"Mein irrer Montag (Teil 1\/2)"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir den Sonntag damit verbracht hatten, uns die ersten beiden Teile der <em>\u201eHerr der Ringe\u201c<\/em> Trilogie anzusehen, musste ich schon am Montag, dem 24. August, die Sorge um den Freund eine Stufe nach hinten stellen, da geplant war, an diesem Tag mit meiner Freundin in den <strong>Europapark<\/strong> nach Rust zu fahren.<\/p>\n<p>Der Termin war in der Anfangsh\u00e4lfte des Juni festgelegt worden und stellte einen Kompromiss dar: Mein Gro\u00dfvater hatte vermutlich einen Beitrag im Fernsehen gesehen und k\u00fcndigte an, dass er mir diesen Ausflug zum Geburtstag schenken w\u00fcrde. Damals war noch angedacht, dass meine Gro\u00dfeltern mitfahren w\u00fcrden, und ich wollte erst fahren, wenn alle Sommerferien der Bundesrepublik vorbei waren, das hei\u00dft Anfang September, und es sollte keinesfalls ein Wochenende sein. Aber im Hinblick auf seine Gesundheit &#8211; der Arzt sagte wohl so was wie: <em>\u201eEigentlich k\u00f6nnen Sie jeden Moment tot umfallen&#8230;\u201c<\/em> &#8211; wollte mein Gro\u00dfvater auch nicht zu lange warten.<\/p>\n<p>Umgefallen ist er dann auch, gegen Ende Juni, ein weiterer Schlaganfall. Allerdings stand er wieder auf; sah sich halt lediglich erst einmal einer Reha gegen\u00fcber und erhielt vom Arzt das Verbot, Auto zu fahren. Es brauchte tats\u00e4chlich nicht viel \u00dcberredungskunst meinerseits, um ihm den Ausflug auszureden. Was h\u00e4tten die beiden auch anderes machen k\u00f6nnen, als von neun Betriebsstunden acht auf schattigen Sitzb\u00e4nken in der N\u00e4he von Blumenbeeten zu verbringen? Mein n\u00e4chster Plan, zwei Freunde aufzunehmen, scheiterte an deren finanziellen Engp\u00e4ssen, und so blieb es halt bei Melanie und mir.<\/p>\n<p>Am Montag Morgen wollte ich eigentlich um 0600 losfahren. Allerdings lie\u00df ich mich vom Gro\u00dfvater \u00fcberzeugen, dass 0630 ebenfalls reiche &#8211; nach Stra\u00dfburg dauere es nur 90 Minuten, und von Stra\u00dfburg \u00fcber Kehl nach Rust sind es noch etwa 60 km, ein Drittel der Gesamtstrecke. Die gedachte Ankunftszeit war dann also etwa 0845, der Park \u00f6ffnet um 0900. Bis wir dann losfuhren, war es allerdings schon 0650, und ich musste bemerken, dass mich die ganze Fahrt \u00fcber ein gewisser Konzentrationsmangel plagte. Dennoch ging es erstaunlich gut, daf\u00fcr, dass ich diese Strecke noch nie selbst gefahren war. Was mich viel mehr plagte, war das Naviger\u00e4t im Auto, das ich f\u00fcr Notf\u00e4lle dabei hatte. In dem gegebenen Speicher befinden sich keine frz. Stra\u00dfenkarten, das bedeutet, das Ger\u00e4t wollte mich \u00fcber Karlsruhe lotsen &#8211; ein nicht unerheblicher Umweg.<\/p>\n<p>Die Autobahn in Richtung Metz\/Stra\u00dfburg war eindeutig die bessere Wahl, und gro\u00df verfahren kann man sich in der Richtung nicht. Ein Weg kostet 6,10 E Geb\u00fchren. W\u00e4re ich au\u00dferhalb der Autobahn gefahren, h\u00e4tte ich vermutlich eben diesen Preis als zus\u00e4tzlichen Sprit (und Nerven) auf dem Weg durch die Vogesen verbraucht. Erst nach dem Verlassen der Autobahn muss mir wohl ein Fehler passiert sein, der mich ein paar Kilometer Umweg kostete, wenn auch nicht viele.<\/p>\n<p>In Kehl angekommen, wusste ich allerdings nicht mehr, als dass ich nach S\u00fcden fahren musste, und hatte in diesem Zusammenhang gehofft, Rust oder wenigstens Freiburg ausgeschildert zu finden. Ja, nee, gab\u2019s nicht. Der Navi fand keinen Satelliten, also fuhr ich grob Richtung Basel. Das Gef\u00fchl der Unsicherheit nagte allerdings sehr an mir, und ich hasse nichts mehr. Ein kurzer Stopp au\u00dferhalb der Bundesstra\u00dfe best\u00e4tigte meinen Verdacht: Der Navi findet den Satelliten nie, so lange sich das Auto schneller als Schritttempo bewegt. Und wenn dann die Richtung mal gefunden ist, sind die Anweisungen des Ger\u00e4ts immer noch mit Vorsicht zu genie\u00dfen, speziell dann, wenn zwei Abbiegem\u00f6glichkeiten r\u00e4umlich nah beieinander liegen. Zum Gl\u00fcck werde ich auf dieser Strecke diesen Mist nicht mehr brauchen.<\/p>\n<p>Drei oder vier Kilometer vorm Ziel offenbarte sich dann, warum es besser gewesen w\u00e4re, um 0600 abzufahren, oder zumindest noch vor 0630, denn trotz Werktag und Ende der Ferien in den meisten Bundesl\u00e4ndern befand sich hier immer noch ein z\u00e4h flie\u00dfender Stau von wenigen Kilometern. Denn gerade die s\u00fcdlichen Bundesl\u00e4nder, Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern, haben immer noch Schulferien, und auch franz\u00f6sische Besucher waren nicht selten. Dabei sp\u00fcrt man die infrastrukturelle Bedeutung des Parks schon beim Abfahren von der Autobahn: Die Abfahrt und die rechte Fahrspur der Kreisstra\u00dfe zum Park sind komplett zweispurig. Im Endeffekt konnten wir den Park dann um etwa Viertel vor Zehn betreten.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Werbeplakate sagt mir, dass <em>\u201ePeter Pan\u201c<\/em> hier als Takarazuka-Musical l\u00e4uft\u2026 na ja, sozusagen. Die auf dem Plakat abgebildete Hauptdarstellerin ist jedenfalls eine Frau Anfang Zwanzig, wie ich vermute, obwohl die h\u00e4ssliche Schminke und das L\u00e4cheln aus der Colgate-Familienpackung t\u00e4uschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Eintrittspreis f\u00fcr Erwachsene betr\u00e4gt 34 E. Hinzu kommen noch 4 E Parkplatzgeb\u00fchren, und es bietet Vorteile, einen Rucksack mit griffbereiter Nahrung in einem Schlie\u00dffach zu hinterlassen, denn die Parkpreise sind nat\u00fcrlich gesalzen. Das Schlie\u00dffach kostet noch mal einen Euro an Geb\u00fchren.<\/p>\n<p>Das Faltblatt, das man an der Kasse erh\u00e4lt, r\u00e4t dem Besucher, im Bereich \u201eSpanien\u201c mit der Tour zu beginnen, weil dieser sich am anderen Ende des Parks befindet, und sich die meisten Besucher, die durch das Haupttor hereinstr\u00f6men, nat\u00fcrlich auf die ersten Attraktionen st\u00fcrzen, die sie zu Gesicht bekommen. Auf diese Art und Weise walzt sich die Besucherwelle von vorn nach hinten, und wenn man da mitten drin ist, erh\u00e4lt man auch den ganzen Tag \u00fcber die l\u00e4ngsten Wartezeiten. Ich muss zugeben, dass mir das in diesem Moment reichlich egal war. Nachdem mich die Fahrt schon nicht wenig genervt hat (geringf\u00fcgig aber dennoch verfahren, irref\u00fchrender Navi, auf Rat von anderen geh\u00f6rt, anstatt mich auf mein eigenes Urteil zu verlassen), wollte ich jetzt Spa\u00df. Instant, intraven\u00f6s, unmittelbar, sofort.<\/p>\n<p>Der fing dann an mit dem <a title=\"Spukschloss\" href=\"http:\/\/img140.imageshack.us\/img140\/8498\/20090824ep001spukschlos.jpg\" target=\"_blank\">harmlosen Spukschloss<\/a> in \u201eItalien\u201c, wo einen der mechanische T\u00fcrsteher mit Wasser anspuckt. Ich kenne den Kasten nat\u00fcrlich schon von fr\u00fcher, und es hat sich nicht viel ge\u00e4ndert. Auff\u00e4llig fand ich allerdings die neuere Projektionstechnik, mit Hilfe derer man lebensechte Gesichter auf irgendwelche Plastik- und Gummik\u00f6pfe zaubern kann, eine deutliche Verbesserung gegen\u00fcber den wenig \u00fcberzeugenden alten Puppen. Die gibt es nat\u00fcrlich immer noch, aber die Projektionen sind ein deutliches Plus.<\/p>\n<p>Danach musste es gleich in die Kugel gehen, die <strong>Eurosat Achterbahn<\/strong> in \u201eFrankreich\u201c. Melanie machte da wohl ein s\u00e4uerliches Gesicht, weil es da drinnen eben dunkel ist und man nicht recht sieht, wo\u2019s langgeht. Trotzdem stellten wir uns in die Schlange, und diese Achterbahn ist wirklich eine ganz tolle Sache, eine mittlere Herausforderung an die Nerven, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n<p>Weiter zur \u201eSchweiz\u201c, wo der <strong>Matterhorn-Blitz<\/strong> auf uns wartete. Auch eine mittlere Achterbahn, aber da wir ja quasi noch am Anfang der Tour standen, beeindruckend genug, wie das Foto beweist, das wir an dieser Stelle kauften. Es hat vermutlich den ganzen Tag \u00fcber kein besseres gegeben, sieht man davon ab, dass au\u00dfer dieser noch zwei andere Achterbahnen eine Kamera vor den Sitzen montiert haben, die ein Video von den Fahrg\u00e4sten aufnehmen, das man nachher auf DVD kaufen kann &#8211; f\u00fcr 12,50 E, wenn ich mich nicht irre. Ein ganz und gar unversch\u00e4mter Preis, m\u00f6chte ich sagen.<\/p>\n<p>Von dieser Fahrt habe ich mit meiner Kamera ein experimentelles Video gemacht, aber es ist nichts geworden, weil ich die Ausrichtung der Linse wegen der Beschleunigungskr\u00e4fte nicht optimal unter Kontrolle habe, und am Ende habe ich mehr Aufnahmen vom Hinterkopf des Typen, der vor mir sa\u00df.<\/p>\n<p>Die <strong>Schweizer Bobbahn<\/strong> ist die gleiche wie immer geblieben, und nachdem wir die hinter uns haben, sind bereits drei Stunden um, und von diesen drei Stunden haben wir etwa zehn Minuten in Fahrgesch\u00e4ften verbracht, woran das italienische Spukschloss wegen seiner gem\u00fctlichen Geschwindigkeit nat\u00fcrlich einen bedeutenden Anteil hat.<\/p>\n<p>Von der \u201eSchweiz\u201c wechseln wir nach \u201eGriechenland\u201c und sehen uns dort zuerst <strong>Abenteuer Atlantis<\/strong> an. Es handelt sich dabei um eine interaktive Sache, na ja, eher f\u00fcr Kinder, aber lustig ist es trotzdem. Auf der Konsole des \u201eBoots\u201c, in dem man unterwegs ist, befindet sich ein Joystick wie aus Amigazeiten und zwei Infrarot-Lightguns. Mit dem Joystick kann man das Gef\u00e4hrt in eine gew\u00fcnschte Richtung drehen und mit den Lichtpistolen schie\u00dft man auf kleine L\u00e4mpchen, die in den verschiedenen Objekten eingebaut sind, die die ganze Bandbreite westlicher Wasserfabelwesen und -tiere abdeckt. Trifft der Infrarotstrahl auf den Empf\u00e4nger bei der Lampe, erlischt die Lampe f\u00fcr zwei Sekunden und man erh\u00e4lt Punkte gutgeschrieben. Die Punkte variieren, je nach dem, wie versteckt das Ziel ist, oder ob es sich gar bewegt.<\/p>\n<p>Jeder Spieler erh\u00e4lt eine Kennnummer zugewiesen, anhand derer er\/sie die gewonnenen Punkte anschlie\u00dfend in einer Bestenliste einordnen kann. Ich habe etwa 47.000 und Melanie etwa 49.000 Punkte gemacht, womit wir den zweiten Platz nur knapp verfehlten &#8211; den zweiten Platz von unten. Die Kategorie bis 50.000 Punkte gilt hier als \u201eferner liefen&#8230;\u201c.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend besahen wir uns <strong>Kassandras Fluch<\/strong>, deren Legende aus der Ilias man in einer dreisprachigen Kurzform in der Warteschlange lesen kann. Alles sch\u00f6n und gut, aber dass man bei der Beschreibung des fatalen Schicksals der Kassandra den Namen Clytemnestra auslassen kann, ist meines Erachtens geradezu ein Kunstst\u00fcck. Bei diesem kleinen Spa\u00df handelt es sich technisch um etwas, was ich vor Jahren auf einem lokalen Jahrmarkt einmal als \u201eHexenhaus\u201c kennen lernte: Die Besucher nehmen in einem Raum auf B\u00e4nken Platz und werden mit einem B\u00fcgel festgeklemmt. Anschlie\u00dfend wird der Raum gedreht; man kann sich das vorstellen, wie in einer langsamen W\u00e4schetrommel, und man sitzt mittendrin. Zur Verst\u00e4rkung des optischen Effekts werden die Sitzb\u00e4nke noch um bis zu 45\u00b0 zur Senkrechtachse gekippt. Die Sitze enthalten scheinbar noch zus\u00e4tzlich Vibratoren, und aus kleinen D\u00fcsen fahren einem Luftst\u00f6\u00dfe in den Nacken. Nat\u00fcrlich sp\u00fcrt man anhand der Richtung der Schwerkraft, dass man sich hier nicht selbst dreht, sondern dass sich nur die W\u00e4nde bewegen, aber ich muss zugeben, dass einem schon ein bisschen schwindlig zumute ist, wenn man wieder rauskommt.<\/p>\n<p>Schon vom Eingang von Kassandras W\u00e4schetrommel hat man einen sch\u00f6nen Ausblick auf die <a title=\"die blaue\" href=\"http:\/\/img297.imageshack.us\/img297\/4119\/20090824ep007poseidonvs.jpg\" target=\"_blank\">Wasserachterbahn <strong>Poseidon<\/strong><\/a>. Ein zumindest an einen antiken Tempel erinnerndes Geb\u00e4ude wurde hier sehr sch\u00f6n aufgebaut, von dem aus man die Fahrt beginnt. Ich bin nicht sicher, ob ich eine solche hybride Attraktion bereits irgendwo gesehen habe, denn in der Regel findet man Achterbahnen einerseits und Wildwasserbahnen andererseits. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Mischform. Das Boot schwimmt vom Startpunkt zu einer Rampe, wird auf H\u00f6he gezogen, um dann auf R\u00e4dern ein paar Abfahrten und Kurven zu bieten, und dann, begleitet von einer <a title=\"Gischt\" href=\"http:\/\/img297.imageshack.us\/img297\/851\/20090824ep014poseidonsp.jpg\" target=\"_blank\">beeindruckenden Wasserfont\u00e4ne<\/a>, in einem gro\u00dfen Becken zu landen.<\/p>\n<p>(Diesbez\u00fcglich ist das Werbebild des Flyers \u00fcbrigens irref\u00fchrend, weil man darauf zwei junge Damen in den Vordersitzen sieht, die bis auf die Knochen nass zu sein scheinen (w\u00e4hrend die Leute, die hinter ihnen abgebildet sind, v\u00f6llig trocken sind). In Wirklichkeit ist es allerdings so, dass das Spritzwasser durch intelligente Konstruktion zu fast 100 % <a title=\"keine Dusche\" href=\"http:\/\/img297.imageshack.us\/img297\/5352\/20090824ep014poseidonspk.jpg\" target=\"_blank\">nach au\u00dfen abgeleitet<\/a> wird. Ein paar Wasserspritzer lassen sich nicht vermeiden, aber die sind dann auch alles, selbst dann, wenn man vorne sitzt.)<\/p>\n<p>Im Anschluss gibt es noch eine Rampe, noch eine Abfahrt und ein weiteres Eintauchen in das Becken, bevor die Fahrt nach f\u00fcnf Minuten im Tempel ihr Ende findet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder und andere Interessierte hat man \u00fcbrigens einen Steg gebaut, der so nah am Becken liegt, dass man bei Einfahrt eines Wagens geradezu geduscht wird. Bei dem Wetter gar keine schlechte Idee, aber so viel Zeit h\u00e4tte ich bestenfalls dann, wenn ich an zwei aufeinander folgenden Tagen hier w\u00e4re.<\/p>\n<p>Am <strong>Poseidon<\/strong> haben wir am l\u00e4ngsten gewartet, etwa eine Stunde, und ich komme nicht umhin, das Besucherleitsystem zu bewundern. Die Warteschlange beginnt am Eingangstor, und nur die ersten zwanzig Meter bleiben uns erspart. Der Weg f\u00fchrt unter einem kleinen <a title=\"Vorsicht, Trojaner!\" href=\"http:\/\/img216.imageshack.us\/img216\/9282\/20090824ep010poseidonpf.jpg\" target=\"_blank\">Trojanischen Pferd<\/a> hindurch (von dem man durchaus, wenn auch k\u00fchl, angepinkelt werden kann, um die kleine Wasserspritze mal so zu beschreiben), anschlie\u00dfend in den Vorhof des Tempels und an dessen Wand nach links vorbei. Immer wieder kann man dreisprachige Durchsagen h\u00f6ren, dass das Rauchen hier nicht gestattet sei. Das st\u00f6rt nat\u00fcrlich so manch asoziales Gesindel nicht, aber wir blieben davon weitgehend verschont. Auff\u00e4llig bei den Durchsagen war, dass die deutsche Version am l\u00e4ngsten und ausf\u00fchrlichsten ist, was irgendwie verd\u00e4chtig nach mangelnden \u00dcbersetzungsf\u00e4higkeiten riecht. Die franz\u00f6sische Variante kann ich inhaltlich nicht beurteilen, da ich davon nur \u201ene pas fumer\u201c verstehe, aber auch sie war recht kurz, verglichen mit der deutschen.<\/p>\n<p>Vom Innenhof wird man auf die linke Au\u00dfenmauer geschleust, geht auf dieser innenseitig wieder in entgegengesetzter Richtung nach hinten, steigt dort hinab, kommt in einen Raum mit vier Gehreihen, steigt danach auf die rechte Au\u00dfenmauer, noch einmal rund, an der Au\u00dfenseite der linken Mauer entlang, durch ein Gew\u00f6lbe mit projizierten Szenen aus der Odyssee, vorbei an einer m\u00e4nnlichen Statue, die eine gro\u00dfe Glaskugel tr\u00e4gt (in deren Intimbereich alte Kaugummis kleben), vorbei am Hologramm eines klassischen griechischen Helms, schlie\u00dflich wieder ein Stockwerk hoch, in das Hauptgeb\u00e4ude, wieder runter und dann ins Boot.<\/p>\n<p>Und die ganze Zeit wird man mit stimmigen Soundtracks unterhalten: Im Ausfahrtbereich der Boote l\u00e4uft zum Beispiel Hans Zimmer. Und in der Haupthalle, in der man die Boote besteigt, l\u00e4uft ein St\u00fcck aus dem <em>Mononoke-hime<\/em> Soundtrack von Hisaishi Joe. Das bedeutet, die Musik l\u00e4uft nicht vollst\u00e4ndig in Dauerschleife, sondern bestimmte St\u00fccke laufen nur in bestimmten Abschnitten. Und das scheinen die meisten Fahrgesch\u00e4fte gemein zu haben. Ich frage mich, wie man das als Mitarbeiter \u00fcber Wochen und Monate ertragen kann?<br \/>\nWahrscheinlich werden die Einsatzpl\u00e4tze immer wieder mal getauscht.<\/p>\n<p>Danach war erst mal ein Imbiss angesagt, und wir gingen zum Haupteingang zur\u00fcck. Von dort machten wir erst einen Abstecher zur\u00fcck nach \u201eFrankreich\u201c, weil wir die Achterbahn <strong>Silver Star<\/strong> gewisserma\u00dfen verpasst hatten.<\/p>\n<p>Hier wurde mir klar, was die Beschilderung, das hei\u00dft, die Sicherheitsangaben, \u00fcber die Heftigkeit der Fahrt aussagen: Die meisten Achterbahnen sind ab 6 Jahren, bzw. ab 120 cm K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe freigegeben \u2013 der <strong>Silver Star<\/strong> ist ab 11 Jahren und 140 cm Gr\u00f6\u00dfe freigegeben. Sie verl\u00e4uft zum Teil au\u00dferhalb des Parkgel\u00e4ndes, \u00fcber einen Teil des Parkplatzes hinweg, und die Startrampe ist unglaublich hoch. Ich glaube von einem der anderen Wartenden geh\u00f6rt zu haben, dass es sich um die schnellste Achterbahn Europas handele, die entsprechende Internetseite des Europaparks spricht allerdings von der \u201egr\u00f6\u00dften Achterbahn Europas\u201c. Das Gesamtgewicht der Baumasse wird mit 2000 t angegeben, die Startrampe ist 73 m hoch und die Spitzengeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 130 km\/h. Das ist so einiges.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist es eine dieser Startphasen, wo ich mir denken musste, <em>\u201eWill ich wirklich hier sein?\u201c<\/em> Aber wie \u00fcblich ist das langsame Hochziehen viel nervenaufreibender als die Fahrt selbst, obwohl die es in sich hat. Nachdem ich die etwa 1700 m hinter mir habe, sehe ich Sternchen vor meinen Augen tanzen und bin eindeutig froh, dass am Start- und Endpunkt angeboten wird, lose Dinge wie Kameras, M\u00fctzen, und Rucks\u00e4cke abzulegen. Ich hinterlege meine Kopfbedeckung, die h\u00e4tte ich vermutlich nie wieder gesehen. Ich habe in diesem Park bereits eine Schirmm\u00fctze gelassen, mehr muss nicht sein, auch wenn das schon 16 oder 17 Jahre her ist. Meine \u00fcbrigen Dinge bleiben in meinen verschlie\u00dfbaren Beintaschen, wegen derer ich diese Hose \u00fcberhaupt angezogen habe, und ich habe nichts davon verloren. Ich werde allerdings vermutlich bald einen der Kn\u00f6pfe verlieren, weil die Vern\u00e4hung vom st\u00e4ndigen \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen doch etwas mitgenommen wurde.<\/p>\n<p>Gut gefallen hat mir, dass wir an diesem eigentlich sehr beliebten Punkt nur 35 Minuten angestanden haben, und dass man in der Warteschlange Rennszenen aus den vergangenen Jahrzehnten auf einer Leinwand sehen kann. Die Mercedes-Benz-Halle und die Silberpfeilbeweihr\u00e4ucherung habe ich ausgelassen, ich muss mir das nicht au\u00dferhalb der dienst\u00e4glichen Spielrunde geben.<\/p>\n<p>Wir gehen wieder zum Haupteingang und gehen am Rand des Gel\u00e4ndes entlang, nach \u201eDeutschland\u201c. Hm&#8230; Deutschland wird am auff\u00e4lligsten repr\u00e4sentiert durch <a title=\"Brotzeit\" href=\"http:\/\/img515.imageshack.us\/img515\/1417\/20090824ep017deutschlan.jpg\" target=\"_blank\">Fressst\u00e4nde<\/a>&#8230; und nebenbei gibt es <a title=\"mit Echtheitszertifikat\" href=\"http:\/\/img515.imageshack.us\/img515\/3496\/20090824ep041berlinerma.jpg\" target=\"_blank\">ein St\u00fcck Berliner Mauer<\/a>, einen Blumengarten, ein gem\u00fctliches Oldtimer Fahrgesch\u00e4ft, und ein Schwarzw\u00e4lder Vogthaus, das einen sehr unbesuchten Eindruck macht.<\/p>\n<p>Wir gehen vorbei an der \u201eWelt der Kinder\u201c, und der \u201eWasserweg\u201c, wo auf ein paar Metern Weg in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Wassers\u00e4ulen von etwa einem Meter H\u00f6he aus dem Boden schie\u00dfen, bietet mir Gelegenheit, etwas gegen die dr\u00fcckende Hitze zu tun. Ich halte allerdings meinen Kopf in den Wasserstrahl, und nicht meinen Unterleib, wie die meisten Leute, die sich diesen Spa\u00df geben.<\/p>\n<p>Damit erreicht man \u201eEngland\u201c, und ich muss leider sagen, dass dieser Abschnitt mir ebenfalls wenig zu bieten hat. Allerdings muss ich auch gestehen, dass mir die <strong>Arena of Football<\/strong>, der <strong>Football Scooter<\/strong>, und das <strong>Globe Theater<\/strong> v\u00f6llig entgangen sind, weil sie auf eine Art und Weise zentral mitten im Park liegen, dass man diese Attraktionen bei einem Spaziergang am Rand entlang, der einem sonst alles zeigt, leicht \u00fcbersieht.<\/p>\n<p>Was ich in \u201eEngland\u201c entdeckte, und was auf dem Plan nicht verzeichnet ist, war eine unauff\u00e4llige Adresse mit der Bezeichnung <strong>The Queen\u2019s Diamonds<\/strong>. Wie die Videowerbung am Eingang suggerierte, muss man darin durch einen Korridor gehen und dabei <a title=\"Mission Possible\" href=\"http:\/\/img12.imageshack.us\/img12\/8000\/20090824ep019queensdiam.jpg\" target=\"_blank\">Laserschranken passieren<\/a>. Viel war da nicht los, was allerdings nicht verhindert hat, dass ich knapp 20 Minuten \u00a0in der f\u00fcnf Meter langen Schlange anstehen musste, weil nur jeweils ein Spieler hinein darf.<\/p>\n<p>Und was l\u00e4uft da? Am Eingang h\u00e4ngt ein Bildschirm, der jedem Spieler eine laufende Nummer zuweist, auch hier, damit man nachher seine Punktzahl ablesen kann. Ich habe allerdings nicht verstanden, welche meine Nummer ist, das h\u00e4tte man ein bisschen auff\u00e4lliger gestalten k\u00f6nnen, und es w\u00e4re auch von Vorteil, wenn am AUSGANG ein solcher Bildschirm w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Der Punktestand beginnt bei 10.000; f\u00fcr jede Lichtschranke, die man bricht, werden 1000 Punkte abgezogen, f\u00fcr jede Sekunde Zeit noch mal 100. Das Zeitlimit sind 60 Sekunden, der Rekord liegt bei 23 Sekunden. F\u00fcr irgendwas bekommt man scheinbar Bonuspunkte gutgeschrieben, denn die ersten f\u00fcnf dargestellten Platzierungen weisen alle 10.000 Punkte vor.<\/p>\n<p>An der Eingangst\u00fcr brennt eine rote Lampe, und wenn sie auf Gr\u00fcn schaltet, kann man hinein. Ich nehme an, dass der Startzeitpunkt ebenfalls mit einer Lichtschranke gemessen wird. Zuerst sieht man wegen der Dunkelheit \u00fcberhaupt nichts, und nur mit etwas Gl\u00fcck ist man in der Lage, die erste feine rote Linie in der Luft zu erkennen, bevor man hineintappt. Die Laserstrahlen verlaufen alle schr\u00e4g, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: Man hat Vorteile, wenn man ein Kind ist. Denn zum Dr\u00fcbersteigen sind die Sperren zu hoch, man muss drunter durch, und f\u00fcr mich hei\u00dft das Gefechtsgleiten hart am Boden. Nicht gut f\u00fcr die Knie, und zum Gl\u00fcck h\u00e4lt sich der Schmutz in Grenzen.<\/p>\n<p>Mangels Information am Ausgang habe ich nie erfahren, wie lange ich gebraucht habe. Es k\u00f6nnte auch sein, dass ich einen Alarm ausgel\u00f6st habe, aber sehr deutlich ist auch das nicht geworden. Und weil ich nie kapiert habe, welche meine Nummer ist, h\u00e4tte es mir auch nichts gebracht, zum Eingang zur\u00fcckzukehren, um dort den Monitor zu \u00fcberpr\u00fcfen, f\u00fcr dessen Ansicht ich mich auch erst einmal durch die Warteschlange h\u00e4tte dr\u00e4ngeln m\u00fcssen. Fazit: Nette Idee, aber v\u00f6llig misslungene Ausf\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir den Sonntag damit verbracht hatten, uns die ersten beiden Teile der \u201eHerr der Ringe\u201c Trilogie anzusehen, musste ich schon am Montag, dem 24. August, die Sorge um den Freund eine Stufe nach hinten stellen, da geplant war, an diesem Tag mit meiner Freundin in den Europapark nach Rust zu fahren. Der Termin war [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[55,1250,1274,809,1258,1280],"class_list":["post-608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mylife","tag-deutschland","tag-europapark","tag-frankreich","tag-griechenland","tag-mercedes-benz","tag-navigationsgeraet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=608"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":617,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions\/617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}