{"id":576,"date":"2009-08-21T21:07:40","date_gmt":"2009-08-21T19:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=576"},"modified":"2013-01-06T16:22:01","modified_gmt":"2013-01-06T15:22:01","slug":"die-zeit-bleibt-nicht-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=576","title":{"rendered":"Die Zeit bleibt nicht stehen"},"content":{"rendered":"<p>Der August beginnt sein letztes Drittel. Die vergangene Woche brachte in erster Linie br\u00fctende Hitze, weswegen ich froh sein k\u00f6nnte, dass der Teppichladen aus Krankheitsgr\u00fcnden geschlossen ist. Ja, k\u00f6nnte, denn Geld brauch ich ja trotzdem. Zwei Tagesjobs haben den Gro\u00dfteil des entstandenen Verlusts bislang wieder ausgeglichen, und ich habe noch zwei weitere Jobs in Aussicht, die noch Realit\u00e4t werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Letzten Sonntag aber war ich erst mal bei <em>&#8220;Brot und Spiele&#8221;<\/em>, bei der 5,50 E Sparversion in den Kaiserthermen. Von dem Theaterspektakel im Amphitheater wurde mir zwar erz\u00e4hlt, dass man was verpasst habe, wenn man nicht dabei war, aber Gesamtkosten von \u00fcber 30 E sind mir dann doch zuviel angesichts der aktuellen Situation. Immerhin tritt da jedes Jahr eine professionelle Gladiatorentruppe aus Italien auf, von daher nehme ich an, dass die Produktionskosten auch kein Pappenstiel sind.<\/p>\n<p>Dennoch, Melanie und meiner Wenigkeit blieb dann also das R\u00f6merlager in den Thermen inklusive Exerziervorf\u00fchrungen, Show and Tell (eine kurze und pr\u00e4gnante \u00dcbersetzung daf\u00fcr, dass da Leute mit Ahnung rumstanden, die man mit allen m\u00f6glichen themenbezogenen Fragen l\u00f6chern konnte), und einem ebenso gearteten Vortrag der Gladiatorentruppe<strong> Ars Dimicandi<\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-577\" title=\"006 Ars Dimicandi x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/006-Ars-Dimicandi-x.JPG\" alt=\"006 Ars Dimicandi x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/006-Ars-Dimicandi-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/006-Ars-Dimicandi-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Es wurden verschiedene Typen von K\u00e4mpfern mit ihrer Ausr\u00fcstung gezeigt, und welche Vorteile sie jeweils besitzen, wie zum Beispiel ein runder, glatter Helm, an dem Netze oder Stichwaffen leicht abgleiten, oder Beinschienen, deren L\u00e4nge auf die Gr\u00f6\u00dfe des Schildes abgestimmt ist, oder zuletzt, welche Vorteile eine leichte Bewaffnung und Panzerung in Sachen Beweglichkeit bietet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-578\" title=\"010 Ars Dimicandi x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/010-Ars-Dimicandi-x.JPG\" alt=\"010 Ars Dimicandi x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/010-Ars-Dimicandi-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/010-Ars-Dimicandi-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Interessante Sache, aber nicht so ganz umfassend. Jetzt wei\u00df ich, dass Netze an runden Helmen abgleiten, aber auch, dass so genannte Fl\u00fcgel am Helm die Wirkung eines Dreizacks vergr\u00f6\u00dfern, weil da Kanten sind, an denen er h\u00e4ngenbleiben kann &#8211; es hat niemand erkl\u00e4rt, warum ich als Arenak\u00e4mpfer also einen Helm mit Fl\u00fcgeln \u00fcberhaupt tragen sollte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-579\" title=\"019 Ars Dimicandi x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/019-Ars-Dimicandi-x.JPG\" alt=\"019 Ars Dimicandi x\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/019-Ars-Dimicandi-x.JPG 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/019-Ars-Dimicandi-x-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/p>\n<p>Auch das \u00fcbrige Lager hatte so einiges zu bieten, aber was soll ich gro\u00df fotografieren? Klar, da hingen Waffen und R\u00fcstungen rum, und es gab Schmieden und Handwerkszelte, wo sich der R\u00f6merfan mit allem m\u00f6glichen Zeug eindecken kann.\u00a0Der Exerzierplatz war interessanter.<\/p>\n<p>Die IVte Kohorte f\u00fchrte Ausbildungsdrill mit lateinischen Kommandos vor, und die XVte Legion zeigte Kampfdarstellungen im Trupprahmen und sorgte dabei f\u00fcr die Unterhaltung der Kinder.<br \/>\nAngetrieben von einem Decurio mit einer Stimme, als sei er dem Bl\u00e4ck F\u00f6\u00f6s Song <em>&#8220;Am Arsch der Welt&#8221;<\/em> entstiegen, r\u00fcckten die Legion\u00e4re im Schutz ihrer Schilde vor<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-580\" title=\"036 Infanterie x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/036-Infanterie-x.JPG\" alt=\"036 Infanterie x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/036-Infanterie-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/036-Infanterie-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Die Kinder bewarfen den Trupp unter wildem Kriegsgeschrei mit Lederb\u00e4llen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-581\" title=\"035 Infanterie x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/035-Infanterie-x.JPG\" alt=\"035 Infanterie x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/035-Infanterie-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/035-Infanterie-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Nachdem der Feind seine Munition verschossen hatte, st\u00fcrmten die Legion\u00e4re in den Haufen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-582\" title=\"040 Infanterie x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/040-Infanterie-x.JPG\" alt=\"040 Infanterie x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/040-Infanterie-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/040-Infanterie-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Man w\u00fcnscht sich beinahe, nochmal 8 zu sein.<br \/>\nMein Respekt auch f\u00fcr die &#8220;R\u00f6mer&#8221;, die das immerhin mehrfach wiederholten, in dieser Hitze und in realistisch nachgebildeten R\u00fcstungen, die inklusive Helm \u00fcber 20 Kilo wiegen.<\/p>\n<p>Eine kleine Einlage gab es im R\u00f6merlager, als ein Trupp Legion\u00e4re der IVten Kohorte eine &#8220;einheimische Siedlung&#8221; st\u00fcrmten. Das hei\u00dft, da waren auch ein paar H\u00fctten, in denen man sich einen Eindruck vom antiken, nicht-r\u00f6mischen Trierer Leben machen konnte. Die Soldaten brachen da ein und nahmen die Frauen mit &#8211; die sie 50 m weiter f\u00fcr wenige Dinare zum Kauf anboten. Der Spa\u00df daran waren z.B. die Frauen, die sich gegenseitig den Preis runter redeten:<br \/>\n<em>&#8220;Die kann gar nicht kochen und auch nicht n\u00e4hen!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Die schl\u00e4gt ihren Mann!&#8221;<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-583\" title=\"028 Sklavenmarkt x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/028-Sklavenmarkt-x.JPG\" alt=\"028 Sklavenmarkt x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/028-Sklavenmarkt-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/028-Sklavenmarkt-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Oder der Treverer Bauer, der dann meinte:<br \/>\n<em>&#8220;Och, ich wei\u00df nicht, ob ich die wiederhaben will&#8230; ihr werdet bestimmt gute Freunde.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-584\" title=\"024 Sklavenmarkt x\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/024-Sklavenmarkt-x.JPG\" alt=\"024 Sklavenmarkt x\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/024-Sklavenmarkt-x.JPG 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/024-Sklavenmarkt-x-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Wenn wir schon mal da waren, wollte Melanie sich auch nicht das r\u00f6mische Essen entgehen lassen, das in Form von Snacks angeboten wurde, wie zum Beispiel als Brotaufstrich oder -belag (wei\u00df der Geier, was genau das war), oder als gef\u00fcllte Datteln. Nebenbei sei gesagt, dass die R\u00f6mer den M\u00fcsliriegel erfunden haben, nur hatte er bei ihnen nicht die heute \u00fcbliche Riegelform, sondern war ein kleines B\u00e4llchen. Schmeckte aber genauso und hatte lediglich keine Schokoladenanteile.<br \/>\nEin kleines Kochbuch hat sie auch mitgenommen, mal sehen, was man daraus ziehen kann.<br \/>\nAu\u00dfer einem leichten Sonnenbrand gab&#8217;s jedenfalls nichts, was ich h\u00e4tte bedauern m\u00fcssen an dem Tag.<\/p>\n<p>Ein Zusammenschnitt von <a title=\"Brot und Spiele\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-xInKdQlcKk\" target=\"_blank\"><strong>&#8220;r\u00f6mischen Szenen&#8221;<\/strong><\/a> befindet sich auf meinem YouTube Kanal.<\/p>\n<p>Am Montag ging&#8217;s dann allerdings zur Sache: Da stand ein Umzug an, bei dem zwei Wohnungseinrichtungen zu einer einzigen werden sollten. Bemerkenswert dabei war, dass eine der beiden Wohnparteien mit mir zusammen ein oder zwei Phonetikseminare besucht hat. Die Zielwohnung befindet sich in Sichtweite vom Bahnhof hinter der G\u00fcterstra\u00dfe, die auszur\u00e4umende Wohnung #1 in der Innenstadt, und #2 in Trier West.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal war ich eine Stunde zu fr\u00fch dran. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, ob der Termin um &#8220;halb 10&#8221; oder um &#8220;10:30 Uhr&#8221; angesetzt war&#8230; und ich komme eigentlich lieber eine Stunde zu fr\u00fch als eine Stunde zu sp\u00e4t. Die beteiligten drei Damen waren schon am Werkeln (Schrank und Bett abbauen), und als erste Aufgabe fiel mir das Kaffeeholen zu.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um halb 11 waren dann auch die anderen beiden Helfer da: Alexander aus Bitburg, der demn\u00e4chst nach Trier umziehen m\u00f6chte, weil es einfach n\u00e4her an der Uni ist, und Alvaro aus Guatemala, der gerade noch dabei ist, die deutsche Sprache zu lernen. Aber das machte nichts, weil sein Englisch immer noch besser als sein Deutsch ist, und weil unsere Auftraggeberin bereits einige Jahre in Argentinien verbracht hat.<\/p>\n<p>Eine ganz gem\u00fctliche Sache &#8211; abgesehen davon, dass am Kellereingang der Zielwohnung die gr\u00f6\u00dfte Kellerspinne sa\u00df, die ich in Deutschland je live gesehen habe &#8211; bis wir nach einer spendierten Pizza in Trier West ankamen.<\/p>\n<p>Weil es sich um einen Arbeitsauftrag handelte, der mit sperrigen und schweren Sachen verbunden war, habe ich darauf verzichtet, meine Kamera mitzunehmen, sonst h\u00e4tte ich zweifelsohne schon gleich ein Bild von dem Haus vom Parkplatz aus gemacht. Mein erster Eindruck von der Anzahl der Stufen war zu hoch gegriffen, nach gr\u00fcndlicher Z\u00e4hlung muss ich sie zur\u00fcckschrauben:<br \/>\nVom Parkplatz zum Haus f\u00fchren knapp 40 Stufen. Vom Eingang in den ersten Stock sind es \u00fcber drei\u00dfig, vom ersten in den zweiten Stock sind es knapp 20, und von zweiten in den dritten Stock nochmal 20. Insgesamt 103 Stufen.<\/p>\n<p>In der ersten Fuhre nahm sich jeder was aus der Einzimmerwohnung und brachte es zum Transporter, allerdings wurde mir deutlich, dass wir das nicht durchhalten w\u00fcrden. Also teilte ich uns nach Ebenen ein: Parkplatz-Haust\u00fcr, Haust\u00fcr-Erster Stock, Erster Stock-Dritter Stock. Alexander nahm freiwillig die unterste Ebene (das hei\u00dft, er hatte nicht nur die Stufen, sondern auch die pralle Sonne zum Gegner), Alvaro \u00fcbernahm die Mitte, und ich das obere Drittel, und wir reichten die Sachen in dieser Kette weiter.<\/p>\n<p>Zwei Stunden sp\u00e4ter waren wir mit dem Einladen fertig, und mir haben die Knie nicht mehr so sehr gezittert, seit meine Belastungsf\u00e4higkeit zuletzt im Januar 1998 im verschneiten Eyachtal bis \u00fcber ihre Grenzen getestet wurde. Die Auftraggeberin war so nett, mir ein Handtuch zu \u00fcberlassen, weil mir andauernd der Schwei\u00df in die Augen lief. In der Zielwohnung war dann um 1800 alles fertig. Auspacken und einr\u00e4umen w\u00fcrden die Bewohnerinnen nat\u00fcrlich selbst.<\/p>\n<p>Bereits kurz vor Mittag kam eine \u00e4ltere Dame am Transporter vorbei, die wohl ein Haus in der N\u00e4he erstanden hatte, und wissen wollte, was f\u00fcr Mieten man hier verlangen k\u00f6nne, und sie wolle auch in naher Zukunft von Saarlouis nach Trier umziehen. Ich gab ihr meine Telefonnummer und versprach ihr, mich im Falle eines Auftrags darum zu k\u00fcmmern, dass ein Arbeitskr\u00e4ftegesuch in der Uni aush\u00e4ngen w\u00fcrde. Ein Umzug allein mit einer Dame um die sechzig ist ja v\u00f6llig illusorisch. Ich warte jedenfalls darauf, dass sie anruft.<\/p>\n<p>Ein weiterer kleiner Auftrag ergab sich aus dem Umzug: Die Wohnung in Trier West musste auch gestrichen werden. Da die anderen beiden sich noch unsicher waren, ob sie am Mittwoch Zeit haben w\u00fcrden, bekam ich den Auftrag &#8211; mit der Option, dass eben einer der beiden anderen noch hinzukommen sollte.<\/p>\n<p>Gemessen an der Arbeitszeit standen mir also zun\u00e4chst 80 E zu; weil ich aber kein Wechselgeld hatte, bekam ich einfach mal 100 in die Hand gedr\u00fcckt. Da arbeite ich gerne wieder.<\/p>\n<p>Nach einem leichten Muskelkater am Dienstag kam ich dann am Mittwoch Morgen p\u00fcnktlich an. Folie auspacken und Leisten verkleben, Steckdosen und Lichtschalter abschrauben, Farbe r\u00fchren. Ich sollte das besser alleine machen, hie\u00df es &#8211; weil die Arbeit auf f\u00fcnf Stunden ausgelegt war, und wenn sie von zwei Leuten gemacht w\u00fcrde, lohne sich das finanziell nicht so sehr.<br \/>\nUnerwartet erschien Alvaro aber dennoch, und ich denke, dass es an diesem besonderen Tag auch besser war: Ich hatte n\u00e4mlich noch nicht an meine Lohnsteuererkl\u00e4rung gedacht, und die Abgabefrist lief heute (also am 19.08.) ab.<\/p>\n<p>Ich strich die gro\u00dfen Fl\u00e4chen, Alvaro \u00fcbernahm die Ecken und Engstellen, f\u00fcr die die Rolle zu breit ist. Im Anschluss reinigten wir noch das Bad und die Kochecke, und nach drei Stunden waren wir fertig, also etwa um 1230, wof\u00fcr jeder von uns 35 E erhielt. Die Firma dankt.<\/p>\n<p>Ich glaube, in dieser Woche mehr Trinkgeld erhalten zu haben, als in den vergangenen f\u00fcnf Jahren im Teppichladen, weil anscheinend niemand glaubt, dass Teppiche schwer oder anstrengend zu handhaben seien&#8230; vielleicht stimmt aber auch die Regel, die wir w\u00e4hrend der Arbeitszeit beim Klavierbauer aufstellten: Je h\u00f6her und je niedriger das Einkommen des Kunden, desto niedriger das Trinkgeld &#8211; weswegen man ganz klar bevorzugt f\u00fcr die goldene Mitte arbeiten sollte, von der ich bislang immer am gro\u00dfz\u00fcgigsten bezahlt worden bin.<br \/>\nHm&#8230; das l\u00e4sst sich wegen der auch nicht geringen Anzahl von kleinb\u00fcrgerlichen Teppichkunden aber so nicht halten&#8230; es muss tats\u00e4chlich mit der Auffassung von Teppichen zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der August beginnt sein letztes Drittel. 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