{"id":488,"date":"2009-04-04T18:14:59","date_gmt":"2009-04-04T16:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=488"},"modified":"2009-09-25T11:36:21","modified_gmt":"2009-09-25T09:36:21","slug":"blitzkrieg-in-fernost-teil-5-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=488","title":{"rendered":"Blitzkrieg in Fernost (Teil 6)"},"content":{"rendered":"<p><strong>3.1 Schlusskommentar des USA-Spiels<\/strong><br \/>\nWie soll denn <em>Pacific Storm<\/em> bitte das in der Anleitung angegebene Zeitlimit von 1948 erreichen? Wie bl\u00f6d muss man sich anstellen, damit der Krieg so lange dauert? Ja, wenn ich das Spiel so spiele, wie die mir das scheinbar vorgeben wollen \u2013 da zwei Schlachtschiffe, da mal vier Flugzeugtr\u00e4ger, dort dr\u00fcben eine kleine Flotte, alles sch\u00f6n verteilt\u2026 ja, dann kann der Krieg bestimmt spannend werden. Vielleicht ist es unrealistisch, dass man seine Kolonien v\u00f6llig entbl\u00f6\u00dft, nur um Reserven f\u00fcr eine riesige Hauptflotte zu haben, aber das ist doch Bl\u00f6dsinn in einem Computerspiel. Bei der wirtschaftlichen Autarkie der USA ist es schnurz, ob man Hong Kong, Singapur, Borneo, oder Neu Guinea verliert. Auch Australien ist bedeutungslos. Wenn man versucht, \u00fcberall stark zu sein, ist man \u00fcberall schwach.<\/p>\n<p>Die drei kombinierten Flotten trafen den Gegner sofort dort, wo\u2019s weh tat. Was m\u00fcssen mich politische Erw\u00e4gungen und Atombombeneinsatz interessieren? Das Spiel ist nicht so komplex, dass es fanatischen Widerstand von Seiten der Japaner einberechnen w\u00fcrde, und die Garnisonen sind einfach gestrickt. Da ist das Ziel, also drauf mit der Bombe. Mit den geschickt getarnten Stellungen und Bunkersystemen von Okinawa hat das nichts zu tun, dort musste der Marine ran, musste die Stellungen finden, der Luftwaffe Bescheid sagen, oder halt selbst reinkriechen. In Pacific Storm sprengt man die offen ersichtlichen Stellungen einfach weg und dann wird die Landung ein Zahlenspiel. Wenn ich bei all den Landungseins\u00e4tzen zur Niederwerfung Japans (es waren ja nur drei) 5000 Mann aller Teilstreitkr\u00e4fte verloren habe, dann w\u00fcrde ich das schon f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgige Sch\u00e4tzung halten.<\/p>\n<p>Und das ganze Forschungsmen\u00fc? Bei der Geschwindigkeit, wie hier der Krieg entschieden werden kann, ist das alles unn\u00fctzer Krempel. In Friedenszeiten werden die ersten beiden Motoren entwickelt, vielleicht noch ein oder zwei weitere, kosteng\u00fcnstige Artikel nach Wahl, dazu kann man das eine oder andere kaufen. Nach dem 1700 PS Motor habe ich mich f\u00fcr ein Niedrigschub-Raketentriebwerk entschieden, dessen Entwicklung 18 Millionen Dollar kostet und dessen Entwicklungszeit bei sch\u00e4tzungsweise 300 Tagen liegt. Die Forschung wurde im Oktober 1941 in Auftrag gegeben, aber es kam nie zum Einsatz, weil der Krieg 240 Tage sp\u00e4ter schon vorbei war! Man muss also die Motoren entwickeln, und auch die 20 mm Kanone halte ich f\u00fcr notwendig \u2013 sich aber dann was langfristiges auszusuchen, oder gar eine Superwaffe (amerikanisch-nuklear oder japanisch-biologisch), die Jahre an Zeit und 800 Millionen Dollar Forschungskosten verschlingt, ist reine Verschwendung von Ressourcen. Dann lieber Magnetfeldr\u00f6hre f\u00fcr besseres Radar (was auch immer es im spieltechnischen Sinne bringt), ein Schallmessger\u00e4t f\u00fcr verbessertes Echolot (obwohl der Gegner meine Transporter nie gest\u00f6rt hat, weder mit U-Booten noch mit sonst etwas), oder einen Schnorchel f\u00fcr die U-Boote (obwohl ich kein einziges verwendet habe). Oder die Forschung gleich nach dem notwendigsten sein lassen und das Geld lieber f\u00fcr die Produktion von Ersatzflugzeugen einsetzen.<\/p>\n<p>Was sollte man also produzieren?<br \/>\nMunition, Torpedos, land- und tr\u00e4gergest\u00fctzte J\u00e4ger (ich bevorzuge P-38 und F4F), Sturzbomber, Torpedobomber, schwere B-17 und B-24 Bomber, Transportschiffe und Tanker, K\u00fcstenartillerie, Flakgesch\u00fctze, vielleicht Funkstationen (was auch immer die bewirken). Vielleicht sollte man vorsichtshalber zwei Schlachtschiffe auf Kiel legen. Von allem anderen ist nach Aufl\u00f6sung der einzelnen Marineeinheiten genug \u00fcbrig, um Ersatz f\u00fcr die drei Einsatzflotten zu haben. Das reicht prinzipiell. Was soll ich mit B-25 und A-20 Bombern, wozu brauche ich die Vielfalt der Jagdgeschwader, also noch P-40 und P-39 J\u00e4ger?<\/p>\n<p>Wie produziert man effektiv?<br \/>\nNehmen wir als Beispiel ein schweres Bomberkorps. Es besteht aus 64 schweren Bombern und 64 Begleitj\u00e4gern. Die Bomber sollten je zur H\u00e4lfte aus B-17 und B-24 bestehen. Das macht Sinn, weil B-17 anders als B-24 nicht in der Lage sind, panzerbrechende Bomben zu tragen, und die braucht man beim Einsatz gegen gro\u00dfe Schiffe.<br \/>\nDann stellt man im Produktionsmen\u00fc allerdings nicht 32x B-17, 32x B-24, und 64x P-38 ein, sondern verteilt jede Einheit auf vier oder acht Einzelposten, also zum Beispiel acht mal vier B-17, acht mal vier B-24 und acht mal acht P-38. Das ist zwar kurzfristig rohstoffintensiver, aber es sorgt daf\u00fcr, dass mehr Maschinen gleichzeitig hergestellt werden und das Korps in k\u00fcrzester Zeit fertig ist. Wenn es in einer Woche stehen soll, kann man auch jede Maschine einzeln in Auftrag geben, aber bei 128 Flugzeugen ist das doch ein wenig aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das tollste Ei: Nach der Eroberung Tokios habe ich auch dort die Industrie wieder aufgebaut, und siehe da: In Tokio wird \u00d6l gef\u00f6rdert. Totaler Quatsch, der Zweck des Spielgleichgewichts heiligt scheinbar alle Mittel. Wenn die Japaner zuhause ihre eigenen Rohstoffbasen haben, wozu dann \u00fcberhaupt der Krieg!? Der wurde einzig aus dem Grund gef\u00fchrt, um die Zufuhr von Erzen und \u00d6l f\u00fcr Japan zu sichern. Da wundert mich wenig, dass da nur halbherzige Angriffe kamen (\u2026 Scherz am Rande).<\/p>\n<p>Man h\u00e4tte die Friedensphase \u00fcberspringen und das Spiel dort ansetzen sollen, wo sich beide Seiten gerade f\u00fcr die Schlacht um Midway bereit machten. Bis dahin hatten die Japaner in S\u00fcdostasien die Rohstoffe unter Kontrolle, die sie zuhause eben nicht hatten, wegen denen der Krieg \u00fcberhaupt erst begonnen wurde. Dann w\u00fcrde ein Gleichgewicht herrschen: Die Japaner h\u00e4tten, wie die Amerikaner, drei bedeutende \u00d6l- und drei bedeutende Erzh\u00e4fen. Sie m\u00fcssten ihren Nachschub zwar \u00fcbers Meer holen, daf\u00fcr w\u00e4ren die Amerikaner aber auch relativ weit von ihren Versorgungsbasen weg, w\u00e4hrend der amerikanische Vorteil der w\u00e4re, dass sie ihre Rohstoffe vor der Haust\u00fcr liegen haben, anstatt sie importieren zu m\u00fcssen, was die Versorgung zu einer sicheren Sache macht.<\/p>\n<p>Ich bin froh, dass ich f\u00fcr dieses Spiel nicht mehr als (anteilig) 2 E bezahlt habe. Es ist so unbefriedigend fehlerbehaftet, dass man sich \u00fcber den Kauf \u00e4rgern muss, wenn man den Neupreis bezahlt hat. Das Mikromanagement ist angenehm herausfordernd komplex, geht einem aber auch auf die Nerven. Trotz des vielen Frustes, wenn die Schiffe machen, was sie wollen, macht es dennoch Spa\u00df, die Konvois \u00fcbers Meer zu schicken, die St\u00fctzpunkte wachsen und die Lager sich f\u00fcllen zu sehen. Aber dann dieses freudlose Ende? Dabei war das Intro sehr viel versprechend. Zwei Hauptst\u00fctzpunkte einzunehmen, ist kein Problem, dann muss man nur noch abwarten, und vier Monate sp\u00e4ter ist die Sache vorbei, ohne, dass viel gelaufen ist. Es kann ja auch nicht viel laufen, wenn die Beschr\u00e4nkungen der Software und der Rechnerleistung die effektive Kontrolle der wirklich spannenden, taktischen Gefechte verhindert!<\/p>\n<p>Ich sehe einen Lichtpunkt, wie das Spiel Spa\u00df machen kann: In einzelnen Schlachten gegen einen menschlichen Gegner. Das F\u00fchren einer strategischen Kampagne gegen einen Menschen w\u00fcrde den gesamten Krieg wohl spannender machen, aber die technische Begrenzungen der maximalen Einheitenzahl w\u00e4ren immer noch vorhanden.<\/p>\n<p>Man kann sich ein Gefecht allerdings auch mittels eines im Spiel enthaltenen Generators selbst basteln, das hei\u00dft Ort, Tageszeit, und Wetter ausw\u00e4hlen, jede verf\u00fcgbare Einheit aufstellen, und das Herstellungsjahr der Einheiten ausw\u00e4hlen, um mit modernerem Ger\u00e4t spielen zu k\u00f6nnen. Ich denke, wenn man jeder Seite ein Flugzeugtr\u00e4ger-Bataillon mit den dazugeh\u00f6rigen Flugzeugen gibt, dazu ein Schlachtschiff-Bataillon, eine Division schwerer Kreuzer, noch eine Division Zerst\u00f6rer, und ein paar U-Boote (das macht sch\u00e4tzungsweise 45 Schiffe und 200 Flugzeuge), dann wird der Spa\u00df im gegebenen Rahmen maximiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.1 Schlusskommentar des USA-Spiels Wie soll denn Pacific Storm bitte das in der Anleitung angegebene Zeitlimit von 1948 erreichen? Wie bl\u00f6d muss man sich anstellen, damit der Krieg so lange dauert? 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