{"id":436,"date":"2009-02-27T17:16:39","date_gmt":"2009-02-27T16:16:39","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=436"},"modified":"2017-10-22T13:09:23","modified_gmt":"2017-10-22T11:09:23","slug":"big-mac-ramadan-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=436","title":{"rendered":"Big Mac Ramadan (3\/3)"},"content":{"rendered":"<p>Wir gingen alles noch mal durch, damit nichts vergessen wurde, zum Beispiel eine Unzahl k\u00fcnstlicher Blumen, die an die Wand getackert wurden und einzeln mit Bolzenschneidern wieder befreit werden mussten, hinzu kam ein Dutzend Frischhalteboxen von jeweils 30 oder 40 Litern Volumen, in denen nichts anderes als verschiedene Arten von Kerzen drin war. Wir stapelten Kisten und Kasten um, um ein Maximum an Platz rauszuholen. Dann kam der Vorarbeiter zu mir und fragte: <em>&#8220;Kannst Du nen PC auseinandernehmen?&#8221;<\/em><br \/>\nNat\u00fcrlich meinte er nicht die Einzelbestandteile, die man als Endnutzer besser nicht anfasst. Er wies auf die Theke an der Vorderseite des Stands, dort stand ein PC mit flachem Monitor. Sicher kann ich das. Also, Verkabelung l\u00f6sen, alles einzeln einpacken und in eine Plastikkiste packen. Und wenn ich schon dabei sei, k\u00f6nne ich auch das B\u00fcromaterial aus dem &#8220;verborgenen&#8221; B\u00fcro an der R\u00fcckseite des Stands in die gleiche Kiste packen, also Tacker, Kugelschreiber, und Visitenkarten. Kein Problem. Hier vorne das dauerte nat\u00fcrlich nicht lange, alle Mehrfachstecker blieben hier, die geh\u00f6rten der Messegesellschaft, und die Kiste mit dem bisherigen Material sah noch g\u00e4hnend leer aus.<\/p>\n<p>Ich ging also zum zweiten B\u00fcro. &#8220;B\u00fcromaterial&#8221; wie Tacker und Kugelschreiber und Visitenkarten fand ich dort in keinen gro\u00dfen Mengen vor, genau genommen keinen Tacker, zwei Kugelschreiber, und ein H\u00e4ndchen voll Visitenkarten. Daf\u00fcr aber ein halbes Dutzend Toner f\u00fcr die beiden Laserdrucker, drei mal 500 Blatt &#8220;sia&#8221; Notizpapier, eine halbe Kiste mit Werbematerial f\u00fcr die Kinderzimmerdekorationsserie, ein Paar Schuhe, einigen M\u00fcll, und drei weitere Computer mit mehreren Peripherieger\u00e4ten und einem heillosen Kabelsalat unterm Tisch.<br \/>\n<em>&#8220;Schaffst Du das in 20 Minuten?&#8221;<\/em> fragte der Vorarbeiter. Da musste ich einen Moment dr\u00fcber nachdenken. Wieder mein Gesicht?<br \/>\n<em>&#8220;Ich frag ja nur, tschuldigung&#8230;&#8221;<\/em> sagte er und wandte sich zum gehen. Wahrscheinlich mal wieder mein Gesicht.<br \/>\n<em>&#8220;Nein, nein, das Problem ist nicht die Zeit, sondern die Optimierung vom Stauraum. Die Drucker sind schwer, m\u00fcssten also unten liegen, aber die Oberseite der Drucker besteht aus einem d\u00fcnnen Plastik, wenn ich da was draufstelle, geht&#8217;s vielleicht kaputt.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Du kannst ruhig T\u00fcrmchen bauen. Sieh nur zu, dass das Zeug nach dem Transport noch funktioniert.&#8221;<\/em><br \/>\nNa denn&#8230; ich packte alles in Folie ein und sah zu, dass keine Kante die Oberfl\u00e4che von den Flachbildschirmen eindellte. Die Drucker landeten daneben, auf einem Sack voller Registrierger\u00e4te, also solcher Strichcodeleser. Die piepsten zwar protestierend, aber ich hatte wenig Wahl im Moment. Nach dem Ausr\u00e4umen dieses B\u00fcros war die Kiste rappelvoll und wurde mit einer Packfolie eingewickelt, damit nichts wieder heraus, oder beim Kurvenfahren herunterfiel.<\/p>\n<p>Der Jungspund trat auf mich zu.<br \/>\n<em>&#8220;Wollen wir so langsam mal abdampfen?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Wenn wir denn fertig sind&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Wir sind nur zum Einpacken da. Das Ausladen in Trier geht uns auch nichts mehr an.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ach nein? Das ist nat\u00fcrlich super. Dann k\u00f6nnen wir so langsam los, es ist sp\u00e4t genug.&#8221;<\/em><br \/>\nAber vorher bat man uns noch, bei der Verr\u00e4umung eines massiven Holztischs zu helfen. Zumindest sah er auf den ersten Blick massiv aus. Aber beim zweiten Hinsehen wirkte er schon wesentlich fragiler, inklusive Gebrauchsspuren. Das konnte doch nicht sein? Die werden doch keinen v\u00f6llig morschen Tisch in die Auslage gestellt haben?<br \/>\nDoch, haben sie. Der Tisch sollte mit der Platte nach unten auf die Palette gestellt werden, und als wir die Tischbeine anfassten, um ihn zu drehen, merkten wir nicht nur, dass der Tisch l\u00e4cherlich leicht wie Zunderholz ist, sondern auch, wie die Messingschrauben, die die Beine festhalten sollten, knirschend aus dem Holz brachen. Ich legte den Tisch sofort ab und informierte den Kollegen am anderen Tischende. Wir packten ihn also besser allein an der Platte an. Alle vier Beine wackelten wie Kuhschw\u00e4nze im Fliegenschwarm. Aber unser libanesischer Kamerad sagte, das sei in Ordnung. Wir f\u00fcllten die Palette dann noch mit zwei baugleichen B\u00e4nken, auf die ich mich lieber nicht setzen w\u00fcrde nach der Begutachtung des Tischs, und einem Holzschrank mit verglasten T\u00fcren, aber dann war&#8217;s das auch. Die Uhr zeigte 0320 Uhr.<\/p>\n<p>Wir kramten unsere Lohnzettel raus, trugen Datum und Name ein, alle anderen Wochentage strichen wir aus. Dann trug der Vorarbeiter die Arbeitszeit ein, inklusive der Fahrzeiten: 1200 bis 0630. Prinzipiell gro\u00dfz\u00fcgig, aber w\u00e4hrend die <strong>Fahr<\/strong>zeiten bezahlt wurden, fiellen die <strong>Geh<\/strong>zeiten scheinbar nicht in die Arbeitszeit: Wir mussten ja noch eine dreiviertel Stunde bis zu den Autos zu Fu\u00df gehen. Aber um diese Uhrzeit ist mir das gleich. 18,5 Arbeitsstunden werfen so einiges an Geld ab, das ich dringend brauche, aber nach einem Zeitraum von 15 Stunden bin ich auch ziemlich gleichg\u00fcltig.<\/p>\n<p>Dann also los. Ali beschrieb uns noch schnell, wie wir vom Gel\u00e4nde kommen, weil der Eingang, zu dem wir hereingekommen waren, nat\u00fcrlich geschlossen war:<br \/>\n<em>&#8220;Ihr geht raus auf den Parkplatz, dann rechts, dann links, dann immer gradeaus, dann seid ihr auf der Stra\u00dfe.&#8221;<\/em><br \/>\nAbschlie\u00dfend bekam wir zweimal 25 E f\u00fcr Eventualit\u00e4ten, zum Beispiel zum Tanken. Den Rest sollten wir mit Quittung im Wagen lassen. Der Tank hatte bei der Ankunft noch 75 %, also sollte das Geld \u00fcberfl\u00fcssig sein.<\/p>\n<p>Frohen Mutes gingen wir zu sechst nach drau\u00dfen. Der siebte, der \u00e4ltere der Elsen-Mitarbeiter, blieb noch. Ali sagte, um 0400 komme der letzte Sattelschlepper, um den Rest einzuladen. Die hatten also noch was vor sich.<br \/>\nAuf den Parkplatz gekommen, bogen wir nach rechts ab und kamen nach etwas \u00fcber 100 Metern an einen Kreisel. Dort kann man nicht links abbiegen, also gingen wir geradeaus. Bis wir an einem Bauzaun landeten, der das Weitergehen verhinderte. Hier wurde das &#8220;Japanische Tor&#8221; gebaut, das einmal eine weitere Zufahrt werden sollte. Der japanische Charakter des Tors offenbart sich aber erst, wenn man es aus einem gewissen Abstand betrachtet: Es ist von der Form her ein geradezu gigantischer Nachbau eines japanischen Tempeltors, in das vermutlich eine Unzahl von B\u00fcros und anderen R\u00e4umlichkeiten passt. Vom linken bis zu rechten &#8220;Pfosten&#8221; sind es bestimmt hundert Meter, und die H\u00f6he d\u00fcrfte so bei etwa 30 Metern liegen.<\/p>\n<p>Es hilft nichts, wir drehten nach rechts, gingen zwischen dem Bauzaun und einem Geb\u00e4ude entlang, das wir somit halb umrundeten. Auf dem Gel\u00e4nde herrschte alles andere als Stille. LKWs fuhren ebenso wie Gabelstapler herum, vielleicht weniger als am Tag, aber dennoch einige, Arbeiter gingen umher, manche in T-Shirts, bei klirrender K\u00e4lte. Es war bei\u00dfend kalt, aber immerhin war es nicht mehr windig, das rettete viel von der gef\u00fchlten Temperatur.<br \/>\nNach der halben Runde um das Geb\u00e4ude drehten wir nochmal nach rechts, weil es geradeaus in der Richtung auch nicht weiter ging. Das riesige Tor hatten wir also im R\u00fccken, und nach wenigen Hundert Metern waren wir wieder am Kreisel. Ich forderte die Gruppe auf, hier stehen zu bleiben, \u00fcberquerte den Kreisel und besah mir das Schild dort. Ich wies mit dem Arm eine Zufahrt hinauf, die mit einem &#8220;Fu\u00dfg\u00e4nger verboten&#8221; Schild behangen ist: <em>&#8220;Da lang ist der Ausgang, steht da.&#8221;<\/em><br \/>\nUnd weil uns nichts besseres einfiel, gingen wir halt da hoch. Es war tats\u00e4chlich die Ausfahrt, und da vorn war sogar ein Pf\u00f6rtner. Wir h\u00e4tten also im Kreisel rechts abbiegen m\u00fcssen. Der Pf\u00f6rtner zeigte die Stra\u00dfe hinunter und sagte, wir sollten da lang gehen bis zum Hotel Tryp, dort links abbiegen und die Stra\u00dfe runtergehen, dann k\u00f6nnten wir das Parkhaus &#8220;Rebstock&#8221; schon bald sehen.<\/p>\n<p>Also los. Der Jungspund hatte es wieder mal eilig, aber diesmal blieb er immerhin einmal stehen, um auf Nachz\u00fcgler zu warten. Er verpasste es in der kurzen Pause allerdings auch nicht, an einen Baum auf dem Parkplatz zu pinkeln. Immerhin zeigte er sich umg\u00e4nglicher, wenn sein \u00e4lterer Kollege nicht dabei war. Soziolinguistik pur.<br \/>\nNachdem auch der \u00e4lteste von uns aufgeholt hatte, fragte ich ihn, ob&#8217;s denn ginge. <em>&#8220;Es muss&#8221;<\/em>, antwortete er nur. Wir stapften also weiter Richtung Parkhaus, befl\u00fcgelt vom Gef\u00fchl der Heimkehr, und in der kalten Luft f\u00fchlte ich mich hellwach. Meine F\u00fc\u00dfe f\u00fchlten sich zwar etwas platt an, aber im Nachhinein muss ich feststellen, dass die Arbeit k\u00f6rperlich nicht sonderlich anstrengend war. Viel Einzelkram halt, ich glaube, meine geistige Ersch\u00f6pfung, mein Konzentrationsmangel, war zum fraglichen Zeitpunkt gravierender. Aber die kalte Luft wirkte dagegen. Ich f\u00fchlte mich beinahe euphorisch.<\/p>\n<p>Bis wir vor der Zufahrt des Parkhauses stehen. Die ist fest verschlossen mit einer Schranke und einem schweren Schiebetor. Einen Moment lang sackt uns das Herz in die Hose. Sollten wir etwa hier festsitzen, bis das Parkhaus in ein paar Stunden wieder \u00f6ffnet? Kann ja nicht sein, oder?<br \/>\nAber ich erinnerte mich, dass der A-Block des Parkhauses offen gewesen war, und von au\u00dfen schien es, als k\u00f6nne man zu Fu\u00df auf der Innenseite bis zu den Autos kommen. Das w\u00fcrde zwar nicht notwendigerweise hei\u00dfen, dass wir auch rausfahren k\u00f6nnten, aber immerhin h\u00e4tten wir uns in die Autos setzen k\u00f6nnen und w\u00e4ren vor der K\u00e4lte gesch\u00fctzt gewesen. Ich ging voraus zum A-Block, zwei Kaninchen, die scheinbar in dem Gr\u00fcnstreifen neben dem Parkhaus lebten, flohen vor mir.<br \/>\nWir erreichten die Autos und erkundeten die n\u00e4here Umgebung &#8211; auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Parkhauses konnte man herausfahren!<\/p>\n<p>Also hinein in die PKWs, die Uhr zeigte 0430. Bis auf den Anglisten fuhren alle mit dem Jungspund, der sich bereit erkl\u00e4rt hatte, die Trier umliegenden D\u00f6rfer abzuklappern, wo die Leute wohnten. Der Anglist wohnt in der Trierer Innenstadt, also fuhr er mit mir, was mich doch freute. Ich machte mir erst gar nicht die M\u00fche, mit dem Jungspund irgendeine Route abzusprechen oder Fahrverhalten zu diskutieren. Ich hatte keine B\u00f6cke, auch auf der R\u00fcckfahrt durch den Hunsr\u00fcck zu eiern, daf\u00fcr bin ich dann doch zu m\u00fcde. Ich wollte so weit wie m\u00f6glich auf der Autobahn fahren.<\/p>\n<p>Der Jungspund war zwar umg\u00e4nlicher ohne seinen \u00e4lteren Kollegen, aber an seiner Ignoranz gegen\u00fcber den Regeln der StVO \u00e4nderte das nichts. 500 m nach dem Verlassen des Parkhauses \u00fcberfuhr er eine rote Ampel. Es war kein Verkehr, es bestand keine Gefahr, und ein Blitzger\u00e4t gab es zu seinem Gl\u00fcck auch nicht. Als aber im n\u00e4chsten Moment hinter uns eine Sirene ert\u00f6nte und ein Polizeiwagen \u00fcberholte, waren wir f\u00fcr einen Moment der Meinung (oder schadenfreudigen Hoffnung), die w\u00fcrden ihn meinen. Aber sie wollten nichts von ihm. Sie fuhren am ersten Zafira vorbei und bogen Richtung Innenstadt ab. Das Schauspiel h\u00e4tte ich gern gesehen, muss ich zugeben.<\/p>\n<p>Die Autobahnfahrt war unspektakul\u00e4r, aber unn\u00f6tig lang. Der Jungspund war irgendwann verschwunden, m\u00f6glicherweise in Richtung Ebertheim abgebogen. Ich jedenfalls verpennte die Ausfahrt und fand mich auf der Strecke Richtung Kaiserslautern wieder, und bis ich eine Abfahrt fand, deren Richtungsangabe mir bekannt vorkam (&#8220;K\u00f6ln\/Koblenz&#8221;), war ich auch schon auf etwas \u00fcber 40 km an Lautern ran. Ich drehte also gewisserma\u00dfen um 180\u00b0 und fuhr in Richtung Koblenz (&#8220;98 km&#8221;), fand die richtige Richtung wieder (&#8220;Trier 134 km&#8221;), und machte an der Rastst\u00e4tte &#8220;Hunsr\u00fcck&#8221; kurz halt, weil mein Nebenmann was zu Trinken brauchte. Er spendierte mir ein Snickers. Ich finde dieses z\u00e4he Karamell-Schleim-Zeugs zwar nicht sonderlich ansprechend, aber ich glaube, ich konnte den Zucker gut gebrauchen.<\/p>\n<p>Nach Trier fuhren wir eine Weile auf der Bundesstra\u00dfe. Stellenweise z\u00e4h flie\u00dfender Verkehr, scheinbar die ersten Pendler, aber auf der Autobahn er\u00fcbrigte sich das wieder. Das Thermometer zeigte -7,5\u00b0 C an, und wir hatten Gl\u00fcck, dass es trocken blieb. Leider blieb auch meine Scheibenwischeranlage trocken, weil die Wasserleitung einfror. Ich hatte also einen Grauschleier und Streifen auf der Scheibe, aber ich konnte der Route folgen. Ich sorgte mich nur ein bisschen, weil ich Probleme hatte, die Stra\u00dfenschilder scharf zu sehen.<\/p>\n<p>Es klappte aber alles. Rein in den Kreisverkehr, die Paulinstra\u00dfe runter. Ich lie\u00df meinen Mitfahrer auf H\u00f6he des Blumenladens raus und fuhr zum Moselufer, um den Wagen ins Industriegebiet zu bringen. Als ich \u00fcber die Konrad-Adenauer-Br\u00fccke fuhr, war es 0645. Ich bog schlie\u00dflich auf den &#8220;sia&#8221; Parkplatz ein und stellte fest, dass der Jungspund scheinbar ebenfalls erst vor knapp f\u00fcnf Minuten eingetroffen war. Der Unsichere war noch bei ihm, weil er noch im eigenen Wagen nach Kroev fahren musste und der andere auf dem Weg wohnt.<\/p>\n<p>Ich warf die Wagenpapiere, die ungenutzten 25 E, den geliehenen Filzstift und das Teppichmesser ins Handschuhfach, die Wagenschl\u00fcssel in den Firmenbriefkasten unter der Laderampe. Wir verabschiedeten uns und ich ging die n\u00e4chste Haltestelle suchen, die ich ein paar Hundert Meter weiter auch fand: Abfahrt 0704 &#8211; das war vor f\u00fcnf Minuten. Na herrlich. N\u00e4chster Bus in zwanzig Minuten. Da ich nie viel davon gehalten habe, einfach stehen zu bleiben, ging ich noch bis zur n\u00e4chsten Haltestelle, wo noch zehn Minuten verblieben. Ich w\u00e4re auch noch weitergegangen, aber ich konnte mich nicht erinnern, wie weit es bis zur n\u00e4chsten Haltestelle ist. Ich versp\u00fcrte keine Gel\u00fcste, den n\u00e4chsten Bus wegen meiner Rastlosigkeit zu verpassen, au\u00dferdem sagten meine F\u00fc\u00dfe, dass sie nicht mehr wollten. Ich blieb also ziemlich apathisch stehen und erfuhr den Sonnenaufgang im Industriegebiet West.<\/p>\n<p>Ein paar Minuten sp\u00e4ter rief meine Freundin an, und genau in diesem Moment war der Akku alle. Die wird sich wohl Sorgen gemacht haben, denn eigentlich dachten wir ja, ich sei um drei Uhr morgens zur\u00fcck. Das tat mir nat\u00fcrlich leid, aber ich hatte keine Gelegenheit, mich zu melden, au\u00dferdem konnte ich mir nicht sicher sein, wie erfreut sie auf einen Anruf zu diesen Zeiten reagiert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ich stieg in den Bus, freute mich auf eine gem\u00fctliche Leerfahrt; stattdessen war er proppevoll mit Sch\u00fclern ab 11 aufw\u00e4rts. Dann also stehen. Ein paar von den Jungs machten Hausaufgaben. Ich hatte da ein D\u00e9ja-vu. Aber meine aktive Wahrnehmung schaltet immer mehr ab. Am Hindenburg Gymnasium waren dann endlich genug von denen ausgestiegen, dass ich mich setzen konnte, und um 0810 war ich dann zuhause. Ich nahm einen Snack zu mir und ging anschlie\u00dfend ins Bett, nachdem ich meine Freundin gebeten hatte, um kurz nach Zehn in der Teppichgalerie anzurufen, in der ich heute eigentlich ab 1400 arbeiten sollte.<br \/>\nDie Chefin stellte mich verst\u00e4ndnisvoll frei, bis morgen, obwohl sie alleine im Laden war. Dann hoffe ich mal, dass nicht allzuviel los ist, denn alleine die Ware vom Stapel zu hieven, ist je nach Stapel nicht ganz ohne.<\/p>\n<p>W\u00e4re ich nicht geweckt worden, h\u00e4tte ich vermutlich durchgeschlafen. So stand ich um 1630 wieder auf, freute mich bis um Mitternacht an einer Runde DSA und schlief dann gleich noch einmal bis zum Mittag, 48 Stunden nach Arbeitsbeginn. Ein kleines Abenteuer f\u00fcr sich, aber ich glaube, f\u00fcr die w\u00fcrde ich durchaus noch einmal arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir gingen alles noch mal durch, damit nichts vergessen wurde, zum Beispiel eine Unzahl k\u00fcnstlicher Blumen, die an die Wand getackert wurden und einzeln mit Bolzenschneidern wieder befreit werden mussten, hinzu kam ein Dutzend Frischhalteboxen von jeweils 30 oder 40 Litern Volumen, in denen nichts anderes als verschiedene Arten von Kerzen drin war. 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