{"id":4167,"date":"2024-08-27T10:06:41","date_gmt":"2024-08-27T08:06:41","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4167"},"modified":"2024-08-27T10:06:41","modified_gmt":"2024-08-27T08:06:41","slug":"freitag-27-08-2004-wer-sucht-der-findet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4167","title":{"rendered":"Freitag, 27.08.2004 \u2013 Wer sucht, der findet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute Abend will ich das \u201eSkyline\u201c Poster bei Nissan abholen. Melanie bekommt das mit und will mich begleiten, weil wir dann im Anschluss Sushi essen k\u00f6nnen. Ich schlage also vor, dass sie vor dem \u201eSushi Sh\u00f4gun\u201c auf mich wartet.<br>Was ich dabei vergesse, ist die Tatsache, dass ich noch ins Ito Y\u00f4kad\u00f4 wollte, um den Soundtrack von <em>\u201eKach\u00f4 \u00d4ji\u201c<\/em> (auch bekannt als <em>\u201eLegend of Black Heaven\u201c<\/em>) unters H\u00f6rger\u00e4t zu nehmen (eine Lupe w\u00e4re unpraktisch) und mir ein bisschen was von John Sykes anzuh\u00f6ren, der das Titellied zur Serie gespielt hat. Ich habe mich bei Amazon bereits gewundert, warum dessen CDs im Westen so schrecklich teuer sind, und des R\u00e4tsels L\u00f6sung ist, dass der Mann von Japan aus produziert. Er ist kein \u201eUS Import\u201c. Da wundert es mich wenig, dass man f\u00fcr eine CD locker 32 E l\u00f6hnen muss. Ich gehe eine willk\u00fcrlich ausgew\u00e4hlte CD durch (die erste CD, auf der sein Gesicht nicht zu sehen ist, weil er einer der wenigen Menschen ist, die ich f\u00fcr h\u00e4sslich halte) und befinde die Musik als nicht schlecht. Solide Rockmusik mit gut gespielter Gitarre (sofern ich das beurteilen kann), aber auch nichts derart besonderes, dass ich bereits w\u00e4re, einen solchen Preis zu zahlen. Der Originalsoundtrack der Serie ist auch nicht schlecht, aber von den 22 verf\u00fcgbaren Tracks sind nur neun wirklich gut, der Rest besteht aus unwichtiger Hintergrundmusik \u2013 und der Soundkrieg \u201eTechno vs. Metal\u201c aus der letzten Episode ist nicht enthalten. Eine herbe Entt\u00e4uschung. Aber ich behalte dennoch den Infozettel. Vielleicht komme ich auf die CD von Sykes zur\u00fcck, wenn die finanziellen Zeiten mal besser sind.<br>Dann finde ich endlich, eher zuf\u00e4llig, die Single, die ich seit Wochen suche. Ich bin mir relativ sicher, das Gesicht des Interpreten im Regal erkannt zu haben. Sie hei\u00dft <em>\u201eBoku ga ichiban hoshikatta mono\u201c<\/em> (<em>\u201eDas, was ich mir am meisten gew\u00fcnscht habe\u201c<\/em>), von Makihara Noriyuki. Es handelt sich um eine Singleauskopplung aus seinem Album <em>\u201eExplorer\u201c<\/em>. Er hat das Lied (als Bonus) sogar in einer englischen Version gesungen, und ich bin nicht sicher, ob ich ihn begl\u00fcckw\u00fcnschen oder bemitleiden soll. Bei der Aussprache gibt er sich gro\u00dfe M\u00fche, die ist wirklich gut f\u00fcr einen Japaner. Aber leider passen die englischen Silben nicht so recht in das durch die Noten vorgegebene Versma\u00df, also wird da viel gewurstelt und hineingepresst, damit der Text auch ganz r\u00fcberkommt, weswegen das Lied starke Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen hinnehmen muss. Daf\u00fcr ist dann aber sogar die obligatorische Instrumentalversion zu gebrauchen, die man f\u00fcr gew\u00f6hnlich sorgenfrei \u00fcberspringen kann, ohne etwas zu verpassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich komme aber schlie\u00dflich noch bei Nissan an, gehe durch die T\u00fcr und noch bevor ich ein Wort sagen kann, strahlt die Angestellte \u00fcbers ganze Gesicht und sagt: <em>\u201eAh, Sie sind der Kunde von Maeda-san, der das Skyline Poster haben wollte!\u201c<\/em> Ich habe die Frau noch nie gesehen, ich muss offenbar zum Firmengespr\u00e4ch geworden sein. Ich best\u00e4tige also die Bestellung und dann darf ich mich erst mal setzen, bis die Ware irgendwo ausgegraben worden ist. Ich sehe so lange auf den Fernseher, der links von mir am Ende des Raumes hinter der Kinderecke steht. Werbung ist an sich nie sonderlich spannend (wenn auch in Japan oft besser als in Deutschland), aber an einer Stelle bin ja beinahe vom Stuhl gefallen. Da grinst mir aus dem Fernseher das Gesicht von Alex, dem Rum\u00e4nen, entgegen. Er ist in einer Werbung f\u00fcr ein lokales Onsen zu sehen (= \u201ehei\u00dfe Quelle zum drin baden\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wer hat dieses Drehbuch blo\u00df geschrieben? Alex geht, in einen himmelblauen Yukata gekleidet, \u00fcber eine der Br\u00fccken im Schlosspark (dort gibt es kein Onsen!), wo ihm ein Einheimischer in der gleichen Kluft entgegenkommt. Alex fragt ihn, wo er hingehe (<em>\u201eDoko ni iku n desu ka?\u201c<\/em>), und der Japaner f\u00e4llt erschrocken auf sein Hinterteil. Dann streckt Alex seine R\u00fcbe mitten in die Kamera und sagt <em>\u201eIch bin Alex!\u201c<\/em> <em>(\u201eAlex desu!\u201c<\/em>). Das erscheint mir reichlich sinnfrei, aber dem Onsen scheint der Exotikfaktor eines Europ\u00e4ers in einem Sommerkimono als Werbeeffekt zu reichen. <br>Leider ist Alex gerade nicht in Hirosaki. Nicht nur wegen der Werbung\u2026 ich musste erfahren, dass er derzeit bei seiner Freundin in der Gegend von Tokyo rumh\u00e4ngt, und damit f\u00e4llt er als Lagerst\u00e4tte f\u00fcr Wohnartikel, das ich an Leute abgeben k\u00f6nnte, v\u00f6llig aus. Izham hat keinen Platz. Wenn ich im Center nicht noch was biegen kann, habe ich keine Ahnung, was ich mit dem Zeug in der Wohnung machen soll, au\u00dfer es wegzuwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich also Alex im Fernsehen bewundert habe, dauert es noch ein paar Minuten, bis die Verk\u00e4uferin zur\u00fcck ist \u2013 und mir sagt, dass ich noch einen Augenblick warten solle. Noch ein wenig sp\u00e4ter kommt dann ein anderer Verk\u00e4ufer mit einem riesigen, langen Paket (einen Meter lang, wie es aussieht) und nimmt das gro\u00dfr\u00e4umig aufgerollte Plakat daraus hervor. Nun ja, es ist das, was ich haben wollte. Es kostet auch nicht 600 Yen, sondern nur 525. Nicht der ultimative Unterschied. Ich erhalte eine Quittung, verstaue das Paket so gut als m\u00f6glich in meinem Rucksack (also so, dass es nicht beim Fahren rausf\u00e4llt) und verabschiede mich. Diesmal bekomme ich keine Ehrenwache beim Rausgehen. Die sind alle mehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt. In der Kundenecke sitzen zwei Angestellte, und die Angestellte und vier Mechaniker in roten Overalls machen was wei\u00df ich was.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann komme ich endlich zum Sushi Sh\u00f4gun. Ahem, Melanie wartet bereits seit etwa einer Stunde. Dicke Luft. Es tut mir leid. Besser kann ich die Situation jetzt nicht machen. Dann essen wir wild drauflos, und ich glaube, so viel Sushi habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Am Ende wei\u00df ich selbst gar nicht mehr, wie viele Teller da eigentlich stehen. Die Angestellte z\u00e4hlt 18 St\u00fcck allein bei mir, womit ich Nan theoretisch geschlagen habe \u2013 allerdings kamen bei ihr ja auch noch ein Teller Krabbensuppe und irgendeine weitere Sonderbestellung plus Nachtisch dazu. Diese Thail\u00e4nderin erscheint unschlagbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Abend will ich das \u201eSkyline\u201c Poster bei Nissan abholen. Melanie bekommt das mit und will mich begleiten, weil wir dann im Anschluss Sushi essen k\u00f6nnen. 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