{"id":4132,"date":"2024-08-16T07:00:00","date_gmt":"2024-08-16T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4132"},"modified":"2024-08-14T09:54:21","modified_gmt":"2024-08-14T07:54:21","slug":"montag-16-08-2004-grossbestellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4132","title":{"rendered":"Montag, 16.08.2004 \u2013 Gro\u00dfbestellung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wird mein Sonnenbrand allgemein bewundert, w\u00e4hrend ich weitere CDs einlese. Ich versuche auch, Berichte zu schreiben, aber wegen der reichlich engen Zeit wird daraus zumindest nicht viel. Zwischendurch helfe ich BiRei, soweit mir m\u00f6glich, bei ihren Reisevorbereitungen, z.B. wie sie vom Flughafen \u201eCharles de Gaulle\u201c in die Pariser Innenstadt zu der von ihr ausgesuchten Jugendherberge kommt, die den klangvollen Namen \u201ed\u2019Artagnan\u201c tr\u00e4gt, und nat\u00fcrlich, mit welchen Bussen sie von wo aus wieder zum Flughafen zur\u00fcckkommt, falls n\u00f6tig. Wie es scheint, will sie von Paris aus weiter nach Venedig, und zwar mit dem Zug. Dazu suche ich ihr Stadtpl\u00e4ne und versorge sie mit den wichtigsten Informationen der Seiten, deren Sprache sie nicht beherrscht. Vor allem gebe ich ihr den Rat, f\u00fcr innereurop\u00e4ische Fl\u00fcge auf die Gesellschaft <em>\u201eRyanAir\u201c<\/em> umzusteigen, weil es billiger ja kaum noch geht. Sie muss aber schon ein bisschen irre sein, die kleine Chinesin, wenn sie ohne europ\u00e4ische Sprachkenntnisse, abgesehen von einem <strong>sehr<\/strong> rudiment\u00e4ren Englisch, durch halb Europa reisen will, und das ohne irgendwelche Begleitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach verdr\u00fccke ich mich bis 17:00 in den Computerraum, denn um F\u00fcnf ist wie \u00fcblich Schluss. Ich fahre ins Ito Y\u00f4kad\u00f4. Dort wurde neuerdings eine <em>\u201eListening Station\u201c<\/em> installiert, also eine Art \u201eJukebox\u201c, mit der man sich (45 Sekunden lange) Ausschnitte aus allen m\u00f6glichen Musikst\u00fccken anh\u00f6ren kann, um sich so die Kaufentscheidung zu erleichtern. Die Bestellinformationen zu dem, was einem gef\u00e4llt, kann man dann per Knopfdruck auf einem kleinen Zettel ausdrucken. In Tokyo gibt es kein Zeitlimit bei der Spielzeit, man kann sich das ganze Lied, die ganze CD anh\u00f6ren, so lange man keine anderen Kunden an der Benutzung hindert. Eine Zeitbegrenzung ist vor allem dann unpraktisch, wenn man vielleicht einen Song sucht, der f\u00fcnf Minuten lang ist und ein Intro von einer Minute oder mehr hat \u2013 dann kriegt man den Hauptteil \u00fcberhaupt nicht zu h\u00f6ren. Wie dem auch sei, das, was da ist, ist wesentlich besser als nichts, und ich bedauere sehr, dass denen das erst zwei Wochen vor meiner Abschiebung zur\u00fcck nach Deutschland einf\u00e4llt. Ich nehme das Ger\u00e4t zwei Stunden lang in Beschlag (w\u00e4hrend denen auch niemand ein wahrnehmbares Interesse an dem Apparat zu haben scheint) und suche alles, <strong>alles!<\/strong> an Musik raus, was in Japan produziert wird und f\u00fcr mich irgendwie von Interesse sein k\u00f6nnte, von dessen Kauf ich fr\u00fcher aber mangels H\u00f6rm\u00f6glichkeit abgesehen habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und w\u00e4hrend ich mir all das anh\u00f6re, l\u00e4uft auch eine Single \u00fcber Lautsprecher in der Abteilung, und ich will den Song auch unbedingt haben, wei\u00df aber weder Titel noch Interpret. Also sage ich der gerade greifbaren Verk\u00e4uferin schnell, dass ich das Lied haben wolle. Sie geht zum Regal, muss mir aber mitteilen, dass der Wochenvorrat ausverkauft sei. Morgen seien aber wieder neue da. Nat\u00fcrlich bin ich jetzt gerade bl\u00f6de genug, mir die Daten nicht mitteilen zu lassen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende dieses Marathons lege ich dem Verk\u00e4ufer Bestellzettel f\u00fcr zw\u00f6lf CDs vor, die ich haben m\u00f6chte. Er hat auch nicht schlecht gestaunt. <em>\u201eDas wollen Sie alles bestellen!?\u201c<\/em> Eine schnelle \u00dcberpr\u00fcfung zeigt, dass von diesen zw\u00f6lf Scheiben wohl sieben St\u00fcck lieferbar sind. Die \u00fcbrigen werden entweder nicht mehr hergestellt oder aber die Vertriebsfirmen existieren nicht mehr. Das betrifft ausgerechnet den <em>\u201eAnimetal Marathon II\u201c<\/em> und den <em>\u201eAnimetal Lady Marathon\u201c<\/em>, von denen ich ganz feste hoffen muss, dass sie irgendjemand (Hiroyuki! Hiroyuki! Mein Topp-Agent in Tokyo!) mal in einen Secondhand-Laden entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bez\u00fcglich meiner umfangreichen Bestellung macht der Verk\u00e4ufer nur einen Bestellzettel f\u00fcr mich, schreibt \u201e7 CDs\u201c drauf und f\u00fcgt meinen Namen hinzu. Die Adresse und Telefonnummer sparen wir uns inzwischen, weil man hier wei\u00df, dass ich alle paar Tage vorbeikomme und keine Benachrichtigung brauche. Dass wir uns noch nicht mit den Vornamen ansprechen, ist gerade alles, was noch fehlt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem R\u00fcckweg esse ich eine kleine, eher symbolische Portion Gy\u00fbdon im \u201eSukiya\u201c. Ich werde keine Gelegenheit mehr haben, hier zu essen, und es war das erste Restaurant, in dem ich nach meiner Ankunft in Japan gegessen habe \u2013 zusammen mit Yui, als wir meinen Futon gekauft haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wird mein Sonnenbrand allgemein bewundert, w\u00e4hrend ich weitere CDs einlese. Ich versuche auch, Berichte zu schreiben, aber wegen der reichlich engen Zeit wird daraus zumindest nicht viel. 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