{"id":412,"date":"2009-02-20T18:22:40","date_gmt":"2009-02-20T17:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=412"},"modified":"2017-10-22T13:09:46","modified_gmt":"2017-10-22T11:09:46","slug":"big-mac-ramadan-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=412","title":{"rendered":"Big Mac Ramadan (1\/3)"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte mich auf eine Tagesjobanzeige der Firma ConLog aus Wittlich gemeldet, bei der es sich um einen Ableger der Spedition Elsen im gleichen Ort handelt. ConLog vermietete meine Arbeitskraft weiter an &#8220;sia&#8221;, einen Hersteller oder Vertrieb von Einrichtungs-, aber in erster Linie von Dekorationsgegenst\u00e4nden f\u00fcr das traute Heim. Der Auftrag lautete, um 1200 am 17. Februar im Industriegebiet West zu erscheinen und die Mitarbeiter der Firma nach Frankfurt am Main zu begleiten, um dort den Abbau des Messestandes vorzunehmen. Mit Messest\u00e4nden habe ich ja bereits einige Erfahrung gesammelt, also wollte ich auch mal sehen, was andere Firmen so zu bieten haben, und in gewisser Weise wurde ich da nicht entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Die Dame von der ConLog hatte erw\u00e4hnt, dass ich entweder mit dem LKW oder mit einem PKW nach Frankfurt fahren w\u00fcrde, und gem\u00e4\u00df meiner Erfahrung ging ich davon aus, dass es sich bei dem PKW um den privaten des Chefs handeln w\u00fcrde. Doch gleich nachdem ich zehn Minuten vor der verabredeten Zeit angekommen war, dr\u00fcckte mir der Vorarbeiter, der sich erst gar nicht die M\u00fche machte, sich mit seinem Nachnamen vorzustellen, Schl\u00fcssel und Papiere eines Leihwagens in die Hand. Die Festangestellten w\u00fcrden mit den LKWs fahren, die Leihangestellten aufgeteilt mit zwei Opel Zafira. Nat\u00fcrlich begr\u00fc\u00dfe ich immer die Gelegenheit, mich hinter das Steuer eines Autos zu setzen, aber so hatte ich meine Reiselekt\u00fcre halt v\u00f6llig umsonst mitgenommen.<\/p>\n<p>Ich befand mich im &#8220;Mittelfeld&#8221; der \u00fcbrigen f\u00fcr den Tag angeheuerten Leute. Drei waren bereits da, zwei davon von der Spedition Elsen (ein altes Schlachtschiff und ein Jungspund von etwa 20, beides archetypische Vertreter der Arbeiterklasse aus dem Lexikon der Sozialklischees), vier sollten noch kommen. Drei der vier Anderen kamen \u00fcbrigens im Auftrag der Firma &#8220;Team BS&#8221;, f\u00fcr die ich anno 2006 einmal (indirekt) gearbeitet hatte (um zu bemerken, dass ein Job in der Stahlverarbeitung zu hart f\u00fcr mich ist). Einer fehlte um 1210 allerdings immer noch, und erreichbar war er per Telefon auch nicht. Die PKW wurden also schon losgeschickt, die Transporter w\u00fcrden noch so lange warten, bis alle Paletten verladen waren. Der Vermisste kam allerdings nie. Die beiden anwesenden ConLog-Arbeiter wurden noch schnell f\u00fcr die Kartei fotografiert, und dann ging&#8217;s los, nachdem wir noch einmal ermahnt wurden, in den Wagen nicht zu rauchen und sie auch sonst pfleglich zu behandeln. Wie wir mit der uns zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit umgingen, sei unwichtig, solange wir um 1700 einsatzbereit an der Halle stehen w\u00fcrden &#8211; Halle 4.1, Stand G10.<\/p>\n<p>Der Opel Zafira ist vermutlich das neueste Auto, in dem ich je gesessen habe, und weil ich das Ding auch noch fahren sollte, musste ich mich erst mal mit der Bedienung bekannt machen.<br \/>\nEin Display in der Mitte gibt Informationen \u00fcber gefahrene Kilometer und durchschnittlichen Benzinverbrauch, dazu Radiosenderangaben, Temperatur und nat\u00fcrlich Uhrzeit. Kupplung, Bremse, Gas, Lichtschalter, Blinker, Scheibenwischer, alles klar. Das Losfahren gestaltete sich allerdings im ersten Moment schwierig, denn wo ich den Hebel f\u00fcr die Handbremse erwartete, bot sich mir folgendes Bild (leider unscharf):<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/handbremse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/handbremse.jpg\" alt=\"Handbremse, Zafira\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"aligncenter size-full wp-image-414\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/handbremse.jpg 1024w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/handbremse-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach ein paar Sekunden wurde mir dann klar, dass dies die Handbremse IST, und ich brauchte eine weitere, halbe Minute, um herauszufinden, wie man sie l\u00f6st: Den Griff mit der rechten Hand umfassen, mit dem Daumen den Knopf dr\u00fccken, erst etwas anziehen, dann l\u00e4sst sie sich l\u00f6sen. Der andere Fahrer, der Jungspund von Elsen, hat das wohl auch erst rausfinden m\u00fcssen, denn er klopfte ans Fenster und fragt, ob ich die Handbremse mittlerweile gefunden h\u00e4tte. Weil ich den Schalter f\u00fcr das Fenster nicht direkt finden konnte, machte ich f\u00fcr die Antwort eben die T\u00fcr auf. Bei der Gelegenheit tauschten wir Telefonnummern f\u00fcr den Notfall aus.<\/p>\n<p>Dann konnten wir tats\u00e4chlich losfahren. Bei mir sa\u00dfen zwei BS-Leute, hinten einer, dem man nicht nur sofort den Studierten ansah, sondern auch, dass er in meinem Alter ist und meiner Statur nicht un\u00e4hnlich, und vorne ein Milchgesicht russischer Bauart, mit einem H\u00e4ndedruck aus der Butterdose und einer Stimme, f\u00fcr die man besser ein H\u00f6rger\u00e4t bereithalten sollte. Ich habe den vagen Verdacht, dass ich schon einmal mit dem gearbeitet habe, vielleicht bei einem Umzug, aber ich kann mich nicht genau erinnern und behalte es als eher unwichtig f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Im zweiten Wagen, gesteuert von dem Jungspund, sa\u00dfen dann also neben den beiden Angestellten von Elsen noch einer von ConLog, der Unsicherheit aus allen Poren verstr\u00f6mte (wobei ich nicht erschlie\u00dfen konnte, ob es an seinem Mangel an solcher Arbeitserfahrung liegt oder ob es bei ihm ein allgemeines Ph\u00e4nomen ist), und der &#8220;freie&#8221; Arbeiter, der bereits vor mir eingetroffen war. \u00dcber 50 war der bestimmt, eher schweigsam, nicht unfreundlich, aber auch irgendwie geistig langsam und vom Erscheinungsbild ein bisschen heruntergekommen, sein linker Jacken\u00e4rmel war nur noch halb vern\u00e4ht. Ich musste unweigerlich an einen Freund denken, der neuerdings beim Arbeitsamt in der &#8220;Abteilung&#8221; f\u00fcr \u00fcber F\u00fcnfzigj\u00e4hrige arbeitet und wahrscheinlich zum Teil eine ebensolche Klientel hat.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem erschien am Horizont: Der Wagen hat kein serienm\u00e4\u00dfiges Navigationsger\u00e4t, und ich war nicht darauf vorbereitet, selbst nach Frankfurt zu steuern. Wenn ich l\u00e4ngere Fahrten mache, setze ich mich vorher f\u00fcr gew\u00f6hnlich f\u00fcnf Minuten hin und pr\u00e4ge mir die Strecke und die Autobahnabfahrten ein, im Zweifelsfall mache ich Notizen. Die Gelegenheit hatte ich nicht, aber immerhin hatte sich der Jungspund zuversichtlich gezeigt, die Strecke hinzubekommen, also lie\u00df ich ihn vorfahren.<\/p>\n<p>Das ging gut, bis wir die Stadtgrenze hinter uns gelassen hatten. Da drehte mein Vordermann n\u00e4mlich auf, fuhr &#8220;Tempolimit plus 10 %&#8221; und etwas dar\u00fcber hinaus &#8211; und das sehe ich nicht ein. Das Schild &#8220;100&#8221; hei\u00dft, dass eben diese Zahl auf meinem Tacho nicht \u00fcberschritten wird. Aber die Autobahn in Richtung Wittlich ist \u00fcbersichtlich, also hatte ich keine Probleme, ihm auch mit etwas Abstand zu folgen. Zumindest, bis er auf einmal von der Autobahn abbog und eine Landstra\u00dfe w\u00e4hlte, die sich in die h\u00f6heren Regionen des Hunsr\u00fcck hinaufarbeitet.<br \/>\nJe h\u00f6her wir kamen, desto nebliger wurde es, abschnittsweise mit Sichtweiten von nicht einmal 100 m, das Thermometer zeigte knapp \u00fcber 0\u00b0 an, zum Teil serpentinenartige Kurven, und der Jungspund f\u00e4hrt wie im sch\u00f6nsten Maiwetter. Ich nehme den Fu\u00df vom Gas. Ich war der Fahrer, das hei\u00dft, ich trage nicht nur die Verantwortung f\u00fcr ein fremdes Auto, sondern auch f\u00fcr meine beiden Insassen, und wie ich damit umgehe, muss man schon mir \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Irgendwann stand der erste Wagen dann am Stra\u00dfenrand, ich hielt dahinter an. Der Jungspund stieg aus, kam her\u00fcber, grinste mich grenzdebil an und fragte mich, ob ich das Gaspedal nicht finden k\u00f6nne. Wom\u00f6glich hielt er das f\u00fcr einen gelungenen Scherz. Ich erkl\u00e4rte ihm, dass ich bei Nebel und Glatteisgefahr auf einer mir unbekannten Strecke nicht schneller als 80 zu fahren bereit sei.<br \/>\n<em>&#8220;Halt ein bisschen drauf &#8211; wir m\u00fcssen um F\u00fcnf da sein!&#8221;<\/em> sagte er beschw\u00f6rend.<\/p>\n<p>Die Fahrt ging weiter wie gehabt. Ich k\u00e4mpfte noch ein bisschen mit dem Zehenspitzengef\u00fchl, denn der Zafira hat eine empfindliche Bremse, die recht schnell zuhaut. Meine Mitfahrer nickten an Einm\u00fcndungen also ein paar Mal mit dem Kopf, bis ich es raus hatte, und mein eher stiller russischer Nebenmann fragte mich, ob ich tats\u00e4chlich Auto fahren k\u00f6nne. Der Hintermann grunzt missbilligend, aber ich entnahm dem Tonfall der Bemerkung, dass sie nicht b\u00f6se gemeint war. Ich verwies auf das ungewohnte Auto und gab mir M\u00fche, mir beim Bremsen mehr Zeit zu lassen.<\/p>\n<p>Um etwa 1305 hielten wir wieder am Rand der Landstra\u00dfe in einem Waldst\u00fcck. Scheinbar musste im vorderen Wagen jemand pinkeln, und rauchen wollen die Elsener auch noch. Wieder kam der grinsende Jungspund zu mir und ermahnte mich dazu, z\u00fcgiger zu fahren. Sein \u00e4lterer Kollege pflichtete ihm bei und sagte:<br \/>\n<em>&#8220;Wir sind schon ne Stunde unterwegs und immer noch im Kreis Bernkastel-Kues!&#8221;<\/em><br \/>\nDass der Landkreis &#8220;Bernkastel Wittlich&#8221; hei\u00dft, behalte ich f\u00fcr mich. Ich machte stattdessen darauf aufmerksam, dass ich nur so schnell fahre, wie die Polizei erlaubt, und dass ich, im Unterschied zu ihm, keine sch\u00f6ne lange Gerade zum \u00dcberholen der beiden Sattelschlepper mehr gehabt hatte, die im Laufe der Zeit zwischen uns eingebogen waren. Interessierte den aber nicht, er wiederholte noch einmal, dass wir um 1700 bereitstehen m\u00fcssten.<br \/>\n<em>\u201cIch fahr auch meine Hundert!\u201c<\/em> sagte der Jungspund. Das kommentierte ich auch nicht weiter. Mein unbewusster Gesichtsausdruck sollte genug sagen.<\/p>\n<p>Mit dem Gedr\u00e4ngel stie\u00dfen die beiden er bei mir auf taube Ohren. Ich w\u00fcrde nicht flotter fahren, nur weil die das gerne so h\u00e4tten, weil ich die Notwendigkeit nicht einsehe. Ich bin im Sommer 2003 selbst zweimal nach Frankfurt gefahren, und trotz eines geringf\u00fcgigen Staus brauchte ich nicht l\u00e4nger als dreieinhalbe Stunden &#8211; bei einem Startpunkt, der etwa 100 km weiter s\u00fcdlich als Trier liegt. Die Fahrt ging also weiter und mein Hintermann stimmte mir voll und ganz zu.<br \/>\n<em>&#8220;Fahr nur, wie Du es f\u00fcr richtig h\u00e4ltst&#8230; was will Dir der Typ \u00fcbers Autofahren erz\u00e4hlen? Ist der \u00fcberhaupt schon \u00fcber 20? Dem ist das doch alles schei\u00dfegal&#8230; Du bist hier verantwortlich f\u00fcr zwei Insassen, in einem ungewohnten Auto. Also mach nur weiter so.&#8221;<\/em><br \/>\nMoralisch gest\u00e4rkt fuhr ich also auf meine Art und Weise weiter. Den Jungspund verlor ich eine Weile nach der Auffahrt auf die Autobahn Richtung Mainz aus den Augen, aber das ist mir egal. Sp\u00e4testens ab Mainz sollte Frankfurt ausgeschildert sein, und ab dem Einzugsgebiet von Frankfurt die Messe, bzw. das Gel\u00e4nde, ebenso.<\/p>\n<p>Und genauso kam\u2019s, ich fand problemlos das richtige Parkhaus &#8220;Rebstock&#8221;, wenn auch nach einem kleinen Umweg \u00fcber den LKW-Parkplatz. Wir wurden einfach ins Parkhaus hineingewunken, einen Parkschein bekam ich nicht zu sehen.<br \/>\nIch warf einen Blick auf die Uhr: 1445, in Worten: Viertel vor Drei. Wir h\u00e4tten eine Stunde im Stau stehen k\u00f6nnen und w\u00e4ren immer noch zu fr\u00fch da gewesen. Ich rief den Jungspund an und teilte ihm mit, dass wir ihm Parkhaus seien, Ebene C-0. Er antwortete, er werde gleich da sein, um uns zum Messegel\u00e4nde zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich nutzte die Wartezeit, um mir die Bedienungsanleitung des Autos anzusehen.<br \/>\nWeitere Beobachtungen zur Kontrolle des Autos: Der von meinem Fahrlehrer angemahnte Schulterblick beim Spurwechsel ist ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Die Schulterst\u00fctzen des R\u00fccksitzes und in erster Linie die Fahrzeugs\u00e4ule hinten links machen es unm\u00f6glich, aus der Gegend irgendwelche optischen Informationen zu beziehen. Ich bleibe nach links also auf den Au\u00dfenspiegel beschr\u00e4nkt. Die Aussicht nach rechts ist gut.<\/p>\n<p>An den Blinker muss ich mich auch gew\u00f6hnen. Statt der gew\u00f6hnlichen Bedienung &#8220;Hochdr\u00fccken = rechts blinken&#8221; und &#8220;Runterdr\u00fccken = links blinken&#8221; hat der Zafira vier Einstellungen, mit zwei Klicks jeweils nach oben und nach unten. Ein Klick bewirkt, dass der Blinker dreimal aufleuchtet und dann abschaltet. Bewegt man den Schalter zwei Klicks weit, blinkt das Licht so lange, bis man es selbst wieder abschaltet. Oft genug schaltete ich dabei den Hebel zu weit zur\u00fcck und blinkte kurz in die andere Richtung. M\u00f6glicherweise habe ich damit ein paar andere Verkehrsteilnehmer verwirrt.<\/p>\n<p>Anders als in jedem anderen Wagen, an den ich mich erinnern kann, schaltet man das Fernlicht nicht ein, indem man den entsprechenden Hebel zu sich heranzieht. Im Zafira handelt es sich dabei nur um die Lichthupe. Um das Fernlicht einzuschalten, muss man den Hebel nach vorn dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt verf\u00fcgt dieses Auto \u00fcber sechs G\u00e4nge. Mit knapp 2000 Umdrehungen 100 zu fahren, ist schon irgendwie cool, aber ich muss auch immer wieder bewusst an den letzten Gang denken, um ihn nicht v\u00f6llig zu vergessen.<\/p>\n<p>Der erste Wagen traf bald danach ein und wir machten uns zu Fu\u00df auf den Weg zum Messegel\u00e4nde. Es war widerlich kalt, das d\u00fcrfte vordergr\u00fcndig an dem starken Wind gelegen haben, der uns um die Ohren pfiff. Der Fu\u00dfmarsch dauerte 45 eiskalte Minuten, vorbei am Hotel Tryp, am japanischen Generalkonsulat, und an einem japanischen Restaurant mit dem Namen &#8220;Sushi-Sh\u00f4&#8221;.<br \/>\nIch lenkte mich etwas von der K\u00e4lte ab, indem ich mich mit dem Studierten unterhielt, der mit mir zusammen gefahren ist. Es stellt sich heraus, dass er in Trier Anglistik studiert hat und derzeit einen privaten Kurs absolvierte, um ein \u00dcbersetzerzertifikat zu bekommen. Daf\u00fcr m\u00fcsse er 210 E pro Monat l\u00f6hnen, deshalb mache er noch solche Jobs wie den heute.<br \/>\nW\u00e4hrenddessen rannten unsere &#8220;F\u00fchrer&#8221; vorneweg, ignorierten rote Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln zum einen und langsamere Kollegen (wie den genannten \u00dcberf\u00fcnfziger) zum anderen. Irgendwie gingen sie mir auf den Keks. Wir passierten mehrere Verkehrskontrollen der Polizei, aber leider wurden die beiden da vorne nie erwischt. Schade eigentlich.<\/p>\n<p>Warum haben wir nicht einfach den Shuttlebus zur Messe genommen? Der war kostenlos und windgesch\u00fctzt. Wahrscheinlich wollten die beiden einfach Zeit totschlagen. Oder sie wussten zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bereits, dass sie den Streckenabschnitt durch eine Gr\u00fcnanlage dazu nutzen w\u00fcrden, in die Str\u00e4ucher zu pinkeln. Proleten&#8230;<\/p>\n<p>Dann standen wir vor dem gesuchten Eingangsbereich und wurden noch einmal daran erinnert, dass wir erst um 1700 hier zu sein hatten. Was sagte die Uhr? 1545. Ich fragte den \u00e4lteren &#8220;Elsen&#8221;, was f\u00fcr M\u00f6glichkeiten es denn gebe zum Zeittotschlagen.<br \/>\n<em>&#8220;Ha, keine Ahnung! So oft war ich noch nicht hier&#8230; Kaiserstra\u00dfe, da ist ein Puff,&#8221;<\/em> meinte er und lachta herzhaft \u00fcber seinen Witz.<br \/>\n<em>&#8220;Nee, ist mir noch zu fr\u00fch am Tag daf\u00fcr&#8230;&#8221;<\/em> gab ich missbilligend zur\u00fcck.<br \/>\n<em>&#8220;Mir ist es egal, Ihr k\u00f6nnt machen, was Ihr wollt, solange Ihr um F\u00fcnf  wieder hier seid.&#8221;<\/em><br \/>\nDann schnappte er sich seinen j\u00fcngeren Kollegen und stapfte davon, wer wei\u00df, wohin.<br \/>\nWir \u00fcbrigen sahen einander an.<br \/>\n<em>&#8220;Es gibt doch bestimmt irgendwo ein Caf\u00e9&#8230;&#8221;<\/em> suggerierte der Unsichere.<br \/>\n<em>&#8220;Ach was! Doch nicht in Frankfurt!&#8221;<\/em> gab ich zur\u00fcck. Zuerst sah er mich ungl\u00e4ubig an, dann lachte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte mich auf eine Tagesjobanzeige der Firma ConLog aus Wittlich gemeldet, bei der es sich um einen Ableger der Spedition Elsen im gleichen Ort handelt. ConLog vermietete meine Arbeitskraft weiter an &#8220;sia&#8221;, einen Hersteller oder Vertrieb von Einrichtungs-, aber in erster Linie von Dekorationsgegenst\u00e4nden f\u00fcr das traute Heim. 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