{"id":4101,"date":"2024-08-06T07:00:00","date_gmt":"2024-08-06T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4101"},"modified":"2024-08-05T09:59:51","modified_gmt":"2024-08-05T07:59:51","slug":"freitag-06-08-2004-yaaa-yadoooo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4101","title":{"rendered":"Freitag, 06.08.2004 \u2013 YAAA YADOOOO!!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich hatte ich fest vor, mir einen Platz im Center zu reservieren, um dann um 09:40 ins GEO zu fahren und mir ein paar CDs auszuleihen, aber mein Tagebuch h\u00e4lt mich eine Weile l\u00e4nger auf, als ich gedacht h\u00e4tte (weil ich nicht mitten in einem Eintrag zu schreiben aufh\u00f6re). Als ich um kurz nach Zehn damit fertig bin, bittet Nim mich darum, ihr beim Brennen ihrer eigenen CDs zu helfen, und mittendrin taucht Izham auf und \u201eder alte Malaye\u201c redet gerne und viel. Wir diskutieren zu dritt ein wenig die Kolonialgeschichte S\u00fcdostasiens und britische Vorgehensweisen bei der Erweiterung des Empire, dann die Situation in S\u00fcd-Thailand (soweit sie mir aus Nachrichten und Zeitungsartikeln bekannt ist \u2013 da treiben sich Islamisten rum), und wie man \u201eTerroristen\u201c von \u201eFreiheitsk\u00e4mpfern\u201c unterscheiden kann, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.<br>Ebenso fruchtlos endet mein Versuch, ihm einen Spieltermin f\u00fcr Combat Mission zu entlocken. Er scheint mir jemand, der solche Spiele schnell begreift, also will ich ihn in die \u201ePlay by E-Mail Gemeinde\u201c mit einbeziehen. Allerdings kann ich ihm derzeit nur die deutsche Version des Spiels anbieten, und er ist erst dabei, ein paar grundlegende deutsche Begriffe und Ausdr\u00fccke zu lernen. Man muss f\u00fcr das Spiel vielleicht zwei Dutzend Begriffe beherrschen, die in erster Linie in die Kategorie <em>\u201eFortbewegungsarten im Gel\u00e4nde\u201c<\/em> und <em>\u201eGel\u00e4ndeeigenschaften\u201c<\/em> fallen, wie z.B. die Begriffe \u201eDorf\u201c, \u201eStadt\u201c, \u201eAckerland\u201c oder die Abstufungen \u201ewenig\u201c, \u201em\u00e4\u00dfig\u201c und \u201estark\u201c (im Sinne von \u201eviel\u201c). Das sollte er bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Misi konnte das schlie\u00dflich auch \u2013 aber m\u00f6glicherweise hat ein Ungar aus Mitteleuropa damit \u2013 bedingt durch die r\u00e4umliche N\u00e4he und ungarische Geschichte \u2013 weniger Probleme als ein Malaye vom anderen Ende des Planeten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von einem kurzen Ausflug nach Hause, weil ich was vergessen habe (und ich habe schon wieder vergessen, was es war), bin ich den ganzen Tag im Center und warte auf Yui, die ja nicht wei\u00df, wann ihr Unterricht endet. Es geht bei ihr um Vorbereitungen f\u00fcr Feldforschung und Personenbefragung bez\u00fcglich ihres bevorstehenden Auslandsstudiums in Tennessee, und offenbar sind das Veranstaltungen ohne festgesetztes Ende. Derweil schreibe ich weiter in mein Tagebuch, lese <em>\u201eKevin &amp; Kell\u201c<\/em>, soweit bis heute vorhanden, und gehe nat\u00fcrlich meine Post durch.<br>An bedeutenderen Dingen finde ich nur ein weiteres Schreiben von Tamara vor, die sich wohl wegen des beharrlichen Schweigens meines Vermieters dazu entschlossen hat, lieber in Chiba, \u00f6stlich vom Gro\u00dfraum Tokyo, zu wohnen.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ihr Fragevolumen hat bis heute kaum abgenommen und ich finde es sehr l\u00f6blich, dass sie sich informiert \u2013 man sollte Informationsquellen nutzen, die sich anbieten. Bei diesem Gedanken werfe ich einen schielenden Seitenblick nach Trier und sehe zwei Leute, die zwar von meinem Newsletter direkt betroffen sind, aber keinerlei Interesse an Vorinformation zeigen.<br>Da schreibt mir doch letztlich Nikolas, dass er meinen Newsletter weder sonderlich aufmerksam lese noch aufhebe. Dass er ihn nicht aufhebt, trifft mich ja wenig, der Umfang ist schlie\u00dflich ann\u00e4hernd gewaltig, und es steht auch vieles drin, was nur f\u00fcr mich pers\u00f6nlich von Bedeutung ist. Aber die organisatorisch wichtigen Teile, die ihm den Start und das Leben in Hirosaki leichter machen k\u00f6nnen, sollte er doch rauspicken. Wenn der Politologiestudent XY meinen Newsletter nur \u00fcberfliegt (und sei es nur aus H\u00f6flichkeit) und dann wegwirft, kann ich das verstehen, aber wenn jemand so verf\u00e4hrt, den die Informationen, die ich liefere, unmittelbar betreffen, weil er im Jahr darauf herkommt, dann entzieht sich das meinem rationalen Denken. Dabei schreibe ich doch genau deshalb einen Newsletter, weil meine direkten Vorg\u00e4nger es an brauchbaren Informationen haben fehlen lassen. Ich h\u00e4tte mir welche gew\u00fcnscht, schlie\u00dflich erf\u00e4hrt man vor Ort Dinge, an die jemand zuhause nicht denkt und daher nicht explizit fragt. Von JP war ja nichts zu h\u00f6ren, und das, was Stefan (auf meine Anfrage hin) geschrieben hat, war doch stark von seiner Antipathie gegen\u00fcber Japanern gepr\u00e4gt. \u2026 genug gel\u00e4stert.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><br>Ich gehe kurz vor Schluss noch ins Sekretariat meiner Fakult\u00e4t und versuche, meinen Jahresbericht dort abzugeben, da Yui heute offenbar keine Zeit mehr hat, aber dort hei\u00dft es, ich solle ihn im Center abgeben. Das ist nat\u00fcrlich umso besser. Dann kann ich noch zu Torigata-san gehen und sie bitten, noch ein paar Korrekturen vorzunehmen, da es dem Center sicherlich weniger als der Hauptverwaltung ausmacht, wenn ich einen Tag zu sp\u00e4t dran bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 17:20 begebe ich mich zum ausgemachten Treffpunkt und warte auf Melanie und Ricci. Wir wollten in den Yakiniku-Laden gehen, den uns Kazu vor ein paar Tagen gezeigt hatte. Leider hat das Restaurant aber wohl wegen Neputa geschlossen, also verlagern wir ins <em>\u201eSkylark Gusto\u201c<\/em>, wo ich mir eine \u201eCheeseplate\u201c genehmige \u2013 Pizzateig nur mit K\u00e4se drauf. <em>\u201eF\u00fcr drei Personen\u201c<\/em> steht auf der Karte. Danke, seine Majest\u00e4t haben gelacht. Macht sich gut mit Tabasco, k\u00f6nnte nur eine Spur mehr Salz gebrauchen.<br>Nach dem Essen suchen wir die Stelle an einem Stra\u00dfenrand auf, die Melanie am Nachmittag f\u00fcr uns \u201ereserviert\u201c hat. Es ist hier v\u00f6llig normal, dass man f\u00fcr Stra\u00dfenparaden (wie Neputa) eine Plastikplane (zum Draufsetzen) auf den B\u00fcrgersteig klebt, vielleicht noch seine Initialen anbringt, um so einen m\u00f6glichst guten Aussichtspunkt zu bekommen. Unser Platz liegt an der vierspurigen Hauptstra\u00dfe, die vom Bahnhof Richtung Daiei wegf\u00fchrt, 100 Meter vom Bahnhof weg, in Sichtweite des Hotels <em>\u201eShinjuku\u201c<\/em>, direkt unter einer Laterne. Die Laterne k\u00f6nnte dabei helfen, mir den Kamerablitz zu ersparen. Diese Bilder sind einfach zu selten gut geworden.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann geht der Spa\u00df los, die Wagen ziehen mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der beiden Doppelfahrspuren vorbei. Das Ganze wird geradezu niedlich untermalt von dem Kleinkind unserer \u201eBordsteinnachbarn\u201c, das st\u00e4ndig fr\u00f6hlich lachend zu uns oder anderen Zuschauern kommt und sich offenbar daran erfreut, vor kurzem Laufen gelernt zu haben. Die Mutter muss es alle paar Minuten wieder von irgendwoher (im Umkreis von f\u00fcnf Metern) einsammeln.<br>Und eine derart ausgelassene Parade habe ich noch nie erlebt. Ich finde die Stimmung auch wesentlich angenehmer als die deutschen Fastnachtsparaden, die nicht gerade zur besten Jahreszeit und auch noch bei Tag stattfinden. Da kommt irgendwann, kurz nach Beginn, von einem der Wagen eine Frau, wohl etwa Mitte Drei\u00dfig, zu mir her\u00fcber und h\u00e4lt mir auffordernd eine Sch\u00f6pfkelle hin. Es ist v\u00f6llig normal, dass die Wagenteams kaltes Wasser f\u00fcr die Tr\u00e4ger und Trommler dabeihaben. Ich nehme also an. Und als ich gerade einen gro\u00dfen Schluck im Mund habe, sagt sie \u201eDas ist Nihonsh\u00fb&#8230;\u201c, (also auf \u201eDeutsch\u201c: Sake). Ah, ja, jetzt hab ich\u2019s auch gemerkt. Aber er ist gut. Weil ich den Mund noch voll habe, deute ich mit einer Handgeste an, dass ich damit sehr wohl einverstanden bin \u2013 Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis geformt. Runter damit. Dann gibt sie weiter flei\u00dfig Sake aus ihrem Fass an die Tr\u00e4ger ab und bespritzt sie auch damit, als ob es Weihwasser w\u00e4re. Die Tr\u00e4ger machen mir auch schon einen entsprechenden Eindruck. Vielleicht war dieser Auftakt auch ganz gut so, weil Alkohol ja Hemmnisse senkt. Es kommen n\u00e4mlich immer wieder welche der bereits erw\u00e4hnten \u201eAntreiber\u201c zu mir, also Leute mit Megaphonen, in die sie <strong><em>\u201eYAA YADOO!\u201c<\/em><\/strong> reinbr\u00fcllen, und die anderen vom Wagenteam br\u00fcllen hinterher.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4102\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0855-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kommen die zu mir? Erstens einmal bin ich ein Ausl\u00e4nder, zweitens bin ich ein gro\u00dfer Ausl\u00e4nder, und drittens bin ich ein gro\u00dfer Ausl\u00e4nder in Armeehosen. Also kommt da der erste auf mich zu und br\u00fcllt mich mit <strong><em>\u201eYAA YADOO!\u201c<\/em><\/strong> an, dass mir die kurz geschnittenen Haare nur so nach hinten gef\u00f6hnt werden und h\u00e4lt mir das Megaphon hin. Er ist der erste, also wei\u00df ich nicht recht, was er von mir will. <em>\u201eSchrei Yaa Yadoo!\u201c<\/em> sagt er und legt noch eine Nummer vor. Er h\u00e4lt mir das Megaphon hin und ich gebe ihm eine Antwort wie aus den besten Tagen bei \u201eAgony\u201c. Die Truppe an den Zugseilen gr\u00f6lt und jubelt, bevor sie weiterzieht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4103\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0862-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kommen noch zwei weitere Herren mit dem gleichen Anliegen, die beide \u00e4lter sind als ich. Aber es kommen nicht nur solche, sondern auch Jugendliche, bis zu etwa meinem Alter, ohne Megaphon. Die haben offensichtlich eine Menge Alkohol im Blut und wollen, dass ich mit ihnen um die Wette br\u00fclle. Da steht z.B. auf einmal einer neben mir, legt seinen Arm um meine Schulter und legt los: <strong><em>\u201eYAA YADOO!\u201c<\/em><\/strong> Ich gebe es zur\u00fcck, aber er ist damit nicht zufrieden. <em>\u201eA, dame. Mada, mada\u201c<\/em>, sagt er in einem Ton wie ein weiser Sensei und winkt ablehnend mit der Hand. <em>\u201eNein, nicht so. Das \u00fcben wir noch einmal.\u201c<\/em> Und dann machen wir die Runde noch <strong><em>zwei<\/em><\/strong>mal, bis er zufrieden ist. Wohlgemerkt, er steht dabei direkt an mir, von meinem Mund zu seinem Ohr sind es nicht mehr als 25 cm. Theoretisch sollte er jetzt eine Weile taub sein. Aber seine gleichaltrigen Kameraden vor und neben uns sind ganz aus dem H\u00e4uschen und jubeln um die Wette.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4104\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/CIMG0870-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das war erst die Mittelstufe. Zum Gl\u00fcck habe ich zwischendurch am Automaten (die sind nie weit) etwas zu trinken gekauft, um die Kehle wieder etwas zu befeuchten. Einige Zeit darauf kommt n\u00e4mlich eine weitere Gruppe im gleichen Alter wie die letzte vorbei, und sie geben sich, mit nacktem Oberk\u00f6rper, dramatisch Gewohnheiten aus dem Baseball hin. Einer rutscht mit Anlauf auf dem nackten Bauch \u00fcber den Asphalt bis direkt vor meine F\u00fc\u00dfe, als sei mein Standort eine Base auf dem Sportplatz. Er d\u00fcrfte Schmerzen haben, wenn die Wirkung des Alkohols nachl\u00e4sst, denn er bringt diese Aktion alle paar Meter. Aber dann muss ich mir einen Br\u00fcllwettbewerb mit drei seiner Kameraden gleichzeitig liefern, die das sehr passioniert und sehr theatralisch machen. Man muss diese Grimassen beim Gr\u00f6len einfach live gesehen haben! Ich br\u00fclle mich also mit <strong><em>\u201eYAA YADOO!!\u201c<\/em><\/strong> v\u00f6llig heiser und kann den Verein offenbar zufrieden stellen. Der Bauchrutscher geht mit erschrockenem Gesicht in die Knie (danke f\u00fcr die Blumen&#8230;) und der Rest der Mannschaft johlt fr\u00f6hlich. Umarmung. Wir sind eh alle v\u00f6llig verschwitzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001258-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4105\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001258-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001258-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001258-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001258.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein bisschen Karneval geh\u00f6rt auch dazu<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die T\u00e4nzerinnen mit den Schellen fand ich auch nicht schlecht&#8230; sehr lebendige M\u00e4dchen. Habe ich bereits erw\u00e4hnt, dass die Neputa-Kost\u00fcme keinen Unterschied zwischen M\u00e4nnern und Frauen machen und wegen der kurzen Hosen sehr viel Bein freilassen? Stellenweise Augenweiden wie am Flie\u00dfband. Scheu vor Ausl\u00e4ndern scheint hier weitgehend unbekannt, zumindest heute. Es haben wohl alle genug getrunken. Ich muss mich nur an den Stra\u00dfenrand stellen und bekomme eine Menge daf\u00fcr geboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch diese Parade dauert mehr als zwei Stunden. Zum Ende d\u00fcrfen wir noch eine Gruppe Betrunkener in uniformen, wei\u00dfen Outfits bewundern, die aussehen wie ein Pr\u00fcgelkommando der Yakuza aus dem Fernsehen. Sie p\u00f6beln die Polizisten an, die hinter der Prozession hergehen, sind zu den Zuschauern und Passanten aber ausgesprochen freundlich (wenn auch auf alkoholisierte Art und Weise). Unruhestifter mit klaren Prinzipien \u2013 hat man das schon gesehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir kehren nach Nakano zur\u00fcck, aber ich genehmige mir noch eine kleine Portion Oden, bevor wir endg\u00fcltig nach Hause gehen. Dann legen wir uns aber bald schlafen. Der Tag war recht anstrengend.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp; Wenn man in Japan ein Apartment mieten m\u00f6chte, braucht man einen B\u00fcrgen, zum Beispiel die Universit\u00e4t oder den Arbeitgeber. Einreisende mit Work Holiday Visum haben so jemanden nicht; und Negativbescheide durch das Ignorieren der Anfrage kundzutun, ist eine weltweit verbreitete Unsitte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Nikolas machte Gebrauch vom ungeschriebenen Recht aller jungen Leute, ihre Erfahrungen selbst zu machen, sich also unvoreingenommen in die gleichen oder zumindest \u00e4hnlichen Situationen zu begeben wie ein Vorg\u00e4nger. Wir sprachen irgendwann dar\u00fcber und ich akzeptierte seine Einstellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Japaner verf\u00fcgen \u00fcber genug Anstand, solche Markierungen auch zu respektieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich hatte ich fest vor, mir einen Platz im Center zu reservieren, um dann um 09:40 ins GEO zu fahren und mir ein paar CDs auszuleihen, aber mein Tagebuch h\u00e4lt mich eine Weile l\u00e4nger auf, als ich gedacht h\u00e4tte (weil ich nicht mitten in einem Eintrag zu schreiben aufh\u00f6re). 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