{"id":4095,"date":"2024-08-04T13:44:06","date_gmt":"2024-08-04T11:44:06","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4095"},"modified":"2024-08-04T13:44:06","modified_gmt":"2024-08-04T11:44:06","slug":"mittwoch-04-08-2004-melanie-knacker-ede-n-in-aktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=4095","title":{"rendered":"Mittwoch, 04.08.2004 \u2013 Melanie \u201eKnacker Ede\u201c N. in Aktion"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tag beginnt zu einer direkt unmenschlich fr\u00fchen Zeit. Zuerst begr\u00fc\u00dft der Hund von gegen\u00fcber wieder den neuen Tag (und ich nehme eigentlich mehr an, dass er Krach macht, weil er zum \u201eRudel\u201c ins Haus will, anstatt vor der T\u00fcr sein Dasein zu fristen), dann wird mal wieder das Auto sauber gemacht, diesmal von innen mit dem Staubsauger. Und dann um halb Sieben beginnt auch noch jemand mit Klavier\u00fcbungen! Wenn ich versuche, die Ger\u00e4uschquelle zu orten, dr\u00e4ngt sich mir der Verdacht auf, dass auch diese dritte fr\u00fchmorgendliche Unversch\u00e4mtheit aus dem Haus unseres wenig sozial anmutenden Nachbarn gegen\u00fcber her\u00fcbert\u00f6nt. Der Hund kann ja nichts daf\u00fcr, aber um diese Zeit Klavier zu spielen, dass man es in der ganzen Stra\u00dfe (50 m lang) h\u00f6ren kann, ist eine Frechheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich \u201ereserviere\u201c mir in der Fr\u00fche um halb Neun einen Platz im Center und fahre um 09:40 ins GEO, um neue CDs auszuleihen. Ich lasse mir dort das \u201e25:00 Uhr System\u201c erkl\u00e4ren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4097\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IM001039.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rechnungstag endet nachts um 01:00, was bedeutet, dass man ausgeliehene Sachen bis um Ein Uhr zur\u00fcckbringen kann und nicht bis Mitternacht da sein muss. Im Gegenzug hei\u00dft das aber auch, dass man nach Mitternacht keine Sachen f\u00fcr den neuen Tag ausleihen kann, weil ja der alte noch g\u00fcltig ist. Der neue Tag beginnt erst am Morgen um Zehn, und in meiner Situation finde ich das reichlich unpraktisch, weil ich so eine Menge Zeit verliere.<br>Wie dem auch sei, ich nehme heute eine bunte Mischung aus <em>\u201eKishidan\u201c<\/em>, <em>\u201eDrifters\u201c<\/em> und <em>\u201eYoshida Ky\u00f4dai\u201c<\/em> mit. Bei den <em>\u201eDrifters\u201c<\/em> muss man sich an den Stil erst gew\u00f6hnen, aber sie sind wirklich lustig \u2013 sofern man ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis der japanischen Sprache hat, was bedeutet, dass ich zuhause niemanden daf\u00fcr werde erw\u00e4rmen k\u00f6nnen. Nein, Trier ist nicht \u201eZuhause\u201c. Trier ist eine eigene, in sich geschlossene Dimension von seltsamen Leuten, denen man auch verr\u00fccktes Material andrehen kann, sofern es aus Japan kommt. Man muss auf jeden Fall verstehen, was die <em>\u201eDrifters\u201c<\/em> sagen oder singen, sonst geht der Hauptteil vom Spa\u00df verloren. Ich muss auch noch daran arbeiten. Ich setze mich wieder ins Center und lasse die CDs einlesen und zu MP3s verwursten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am fr\u00fchen Abend wollte ich eigentlich zu einem Shamisen-Konzert von Shibutani-sensei gehen, aber ich stelle fest, dass ich fr\u00fcher h\u00e4tte dran sein m\u00fcssen. Zum Beispiel h\u00e4tte ich das Werbeplakat besser lesen sollen. Darauf ist zu lesen, dass die Vorbestellung der Karten dringend empfohlen sei, umso mehr, weil die Anzahl der Zuh\u00f6rer auf 100 Personen beschr\u00e4nkt sein w\u00fcrde. Der derzeit beste Spieler Japans hat keine Probleme damit, 100 Leute \u201ezu seinem Ruhme\u201c zu versammeln, auch nicht im letzten Provinzwinkel Japans, und schon gar nicht, wenn dieser Provinzwinkel seine Heimatstadt ist. Keine Chance f\u00fcr mich. <br>Direkt am\u00fcsiert war ich aber von seiner Ankunft in dem kleinen Hotel, die ich miterleben durfte. Japaner fahren ja wirklich gerne mit dem Auto, wenn der Weg weiter als 500 m ist, also dachte ich eigentlich, er w\u00fcrde mit einem Wagen vorfahren. Stattdessen kommt er zu Fu\u00df daher gelatscht, mit seiner Frau im Schlepptau, beide in Yukata gekleidet, und der Herr Sohn, in westlicher Kleidung und tendenziell so beleibt wie sein Vater, schleppt den Koffer mit dem Instrument. Wirklich ein am\u00fcsanter Anblick.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich \u00fcberlege eine Weile, was ich tun soll. Ich fahre ins Daiei, in den <em>\u201eDais\u00f4 100 Yen Shop\u201c<\/em>, um genau zu sein, und kaufe eine stabile Papprolle, um meine Poster und den SailorMoon Kalender darin zu verschicken (oder zu transportieren). Dann kehre ich nach Hause zur\u00fcck und h\u00f6re CDs, w\u00e4hrend ich auf dem Futon liege. Ich habe alle eingelesen, aber noch nicht angeh\u00f6rt. Allerdings muss ich w\u00e4hrenddessen eingenickt sein, da ich von der heimgekehrten Melanie pl\u00f6tzlich geweckt werde. Ich bin auch irgendwie schrecklich m\u00fcde. Das liegt wohl nicht unwesentlich daran, dass ab heute Morgen um 04:30 kaum noch ans Schlafen zu denken war.<br>Wir sehen uns dennoch zwei Episoden der Serie <em>\u201eInuYasha\u201c<\/em> an, die ersten beiden Episoden \u00fcberhaupt. Ich wollte mir schon l\u00e4nger mal ein Bild von dieser Serie machen.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ich habe hier und da eine Episode im Fernsehen gesehen, aber das sagt einem nat\u00fcrlich reichlich wenig, wenn man die Entstehungsgeschichte nicht kennt, und japanische Animeserien sind in den meisten F\u00e4llen darauf ausgelegt, dass sich eine fortlaufende Geschichte entfaltet \u2013 anders als viele amerikanische (Zeichentrick-) Serien, die man auch in willk\u00fcrlicher Reihenfolge ansehen kann, ohne einer gr\u00f6\u00dferen Verwirrung wegen des Inhalts anheim zu fallen, weil eine fortlaufende Storyline f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht gegeben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem erfahre ich im Laufe des Abends, wie der Tag meiner beiden Mitbewohnerinnen so gelaufen ist, und der schien ziemlich filmreif \u2013 zumindest f\u00fcr die versteckte Kamera, w\u00e4re sie da gewesen. Geplant war, f\u00fcr Ricci ein Fahrrad aus dem Haufen an der Uni zu besorgen, um ihr die Reisen durchs Stadtgebiet angenehmer zu machen und die Buskosten bei Null zu halten. Der Abend <strong>sollte<\/strong> dann mit <em>\u201eShrek 2\u201c<\/em> im \u00f6rtlichen Kino enden.<br>Der Start lief auch gut. Es wurden zwei brauchbare Fahrr\u00e4der gefunden, zum Cycland geschoben, mit Luft versorgt, und sie fuhren zum Einkaufen ins Ito Y\u00f4kad\u00f4. Aus dem Laden wieder heraus stellten sie allerdings fest, dass jemand die frisch besorgten alten M\u00fchlen geklaut hatte \u2013 alle beide. Also mussten sie in der Hitze des Tages zu Fu\u00df zur Uni zur\u00fccklaufen und neue Fahrr\u00e4der besorgen. Die brauchten nat\u00fcrlich ebenfalls Luft, also wurden auch diese beiden zum Cycland geschoben. Dass man auf halber Strecke, quasi in Steinwurfweite zur Uni, bei <em>\u201eBicycle Sait\u00f4\u201c<\/em> ebenfalls Luft pumpen kann, ist Melanie offenbar v\u00f6llig entgangen. Wie es scheint, hat sie die Existenz des Ladens bis heute nicht wahrgenommen, obwohl sie bestimmt bereits mehr als tausendmal daran vorbeigekommen ist. Wie dem auch sei, die beiden standen also am Cycland und pumpten Luft, als sich das Ventil von Riccis Reifen mit einem Pfeifen verabschiedete. Ein neues Rad musste her. Die Tour zur Uni war ein weiteres Mal f\u00e4llig, noch einmal musste ein altes Fahrrad von seiner Absperrvorrichtung \u201ebefreit\u201c werden, und nat\u00fcrlich kam man um eine weitere Tour zum Cycland nicht herum.<br>Der Mann im Fahrradladen d\u00fcrfte nicht schlecht gestaunt haben, als dieselben beiden Leute bereits zum dritten Mal mit einem neuen Satz Fahrr\u00e4dern anger\u00fcckt kamen. Ob er allerdings \u00fcberhaupt bemerkt hat, dass die Zwei immer neue R\u00e4der hatten, sei dahingestellt. Wegen all dieser Schwierigkeiten und der impliziten Fu\u00dfm\u00e4rsche, die sich wegen der auf Grund der Wetterverh\u00e4ltnisse immer weiter sinkenden Ausdauer der beiden Damen immer l\u00e4nger hinzogen, war es dann zu sp\u00e4t geworden, um noch p\u00fcnktlich im Kino zu sein. Der Film w\u00fcrde also sp\u00e4ter angesehen werden m\u00fcssen. Ich muss annehmen, dass die beiden noch m\u00fcder sind als ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Melanie hat sich \u00fcbrigens \u2013 wenn mies l\u00e4uft, dann richtig \u2013 bei der Gelegenheit, aus dem \u00fcberwucherten Fahrradhaufen immer weitere Drahtesel zu bergen, die Hose, von der sie gehofft hat, sie w\u00fcrde wenigstens die letzten paar Tage noch \u00fcberstehen, nicht nur schmutzig gemacht, sondern auch gleich zerrissen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp; Der Manga ist von Takahashi Rumiko, das hei\u00dft, das Konzept geht nicht \u00fcber coole Charaktere und ihre Konflikte hinaus, das Traumpaar kommt wegen allerlei Empfindlichkeiten und Missverst\u00e4ndnissen nicht zusammen, und wenn die Geldkuh irgendwann totgemolken ist, wird schnell ein Schluss gebastelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag beginnt zu einer direkt unmenschlich fr\u00fchen Zeit. 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