{"id":3865,"date":"2024-05-15T07:00:00","date_gmt":"2024-05-15T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3865"},"modified":"2024-05-13T09:35:32","modified_gmt":"2024-05-13T07:35:32","slug":"samstag-15-05-2004-erdbebenalarm-annahme-ueb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3865","title":{"rendered":"Samstag, 15.05.2004 \u2013 Erdbebenalarm! (Annahme \u00dcb)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich stehe um 07:15 auf, weil ich vermeiden m\u00f6chte, wieder bis zum kommenden Freitagabend warten zu m\u00fcssen, um die <em>\u201eSailorMoon\u201c<\/em> Episode vom Samstag sehen zu k\u00f6nnen. Es kommt jeden Abend was anderes, und weil ich inzwischen fr\u00fcher schlafen gehe, habe ich nicht mehr so viel Zeit, das TV-Programm zu verfolgen. <em>\u201eOgami\u201c<\/em> l\u00e4uft derzeit f\u00fcnfmal die Woche&#8230; mittags wird die Episode aufgezeichnet und abends angesehen&#8230; das ist zu viel. Die Serie ist cool, aber sie kostet so zuviel Zeit. Wird gestrichen. Und ich will <em>\u201eSailorMoon\u201c<\/em> in Zukunft aus Zeitgr\u00fcnden wieder \u201elive\u201c sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sieht aus, aus w\u00fcrde sich die Episode heute in erster Linie mit Makoto\/Jupiter besch\u00e4ftigen. Makoto erkl\u00e4rt sich bereit, f\u00fcr den am Arm verletzten Motoki zu kochen und landet mit ihm im Kino. Nachdem es ihm in der vergangenen Episode nicht gelungen ist, sie in <em>\u201eFinding Kame\u201c<\/em> (\u201eFindet die Schildkr\u00f6te!\u201c, um dem deutschen Titel der Anspielung nahe zu kommen) zu schleppen, schafft er es diesmal, sie zu <em>\u201eKame Fighter\u201c<\/em> zu \u00fcberreden (meiner Meinung nach eine Anspielung auf <em>\u201eStreet Fighter\u201c<\/em> oder vielleicht <em>\u201eKamen Rider\u201c<\/em>, eine der unz\u00e4hligen schlechten, aber auch erfolgreichsten und langlebigsten japanischen Superheldenserien). Und dann erkl\u00e4rt sie dem todungl\u00fccklichen Motoki, dass aus ihnen nichts werden k\u00f6nne. Die Gr\u00fcnde haben sich seit der Zeit der Animeserie offenbar nicht ge\u00e4ndert, kurz: Sie ist ein Tomboy (sie findet sich ganz und gar nicht weiblich) und hat Komplexe deswegen. Motoki zieht ab (<em>\u201eSo gr\u00fcndlich hat mir noch niemand eine Abfuhr erteilt.\u201c<\/em>), worauf Makoto von einer Handvoll Y\u00f4ma angegriffen wird. Es entspinnt sich die \u00fcbliche Vorf\u00fchrung in Gelenkbeweglichkeit und sie muss auch was einstecken. Aber der Ausgang bleibt nat\u00fcrlich wenig spannend. Und nachdem der Feind (mit Unterst\u00fctzung der \u00fcbrigen Senshi) dann in die ewigen Jagdgr\u00fcnde eingegangen ist, sieht sie passend zur heutigen Gelegenheit auch ein, dass man alleine ja doch nur mehr Probleme hat, klarzukommen (und zeigt dabei mit dem metaphorischen Ellenbogen auf die eher zuf\u00e4llig anwesende SailorVenus, um den unfeinen Zeigefinger zu vermeiden). Mittlerweile hilft Zoisyte dem Ged\u00e4chtnis von Nephlyte auf die Spr\u00fcnge, indem er Mamoru gleich vor Ort erscheinen l\u00e4sst \u2013 und wenige Augenblicke sp\u00e4ter nennt auch Nephlyte ihn <em>\u201eMaster Endymion\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eSailorMoon\u201c<\/em> Merchandising wird \u00fcbrigens immer toller! Es gibt inzwischen nicht nur die Klamotten zu kaufen (f\u00fcr Vierj\u00e4hrige), sondern auch noch die Haartracht \u2013 und die sieht aus wie der Skalp eines gelben Langohrdackels, falls es einen solchen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bekomme zuf\u00e4llig auch wieder eine <em>\u201ePokemon\u201c<\/em> Werbung zu Gesicht, und die macht mir das folgende lebhaft deutlich: <em>\u201ePokemon\u201c<\/em> lebt! Und es erfreut sich offenbar immer noch ungebrochener Beliebtheit, w\u00e4hrend <em>\u201eDigimon\u201c<\/em> so unsichtbar ist, als habe es nie existiert. Kaum Merchandising, keine Werbung, nichts. Mir scheint, dass die Serie in den USA und in Deutschland viel erfolgreicher ist, als in ihrem Ursprungsland. Offenbar haben die japanischen Animefans <em>\u201eDigimon\u201c<\/em> hier nicht nur als Plagiat erkannt, sondern auch gleich als solches von der Programmliste geb\u00fcrstet. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3866\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000956.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pokemon Landkarte 2004<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberdies ist zu h\u00f6ren, dass Deutschland hier inzwischen als \u201eZweites Animeparadies\u201c bekannt geworden ist. Das deutsche Fernsehprogramm scheint einen Ruf bis nach Japan zu genie\u00dfen, und die deutsche Fangemeinde ruft st\u00e4ndig nach mehr. Nat\u00fcrlich kommen Lobeshymnen dieser speziellen Art auf das deutsche Vaterland nur von eingefleischten (japanischen) Fans der animierten Filmkunst; die ganze \u00fcbrige (japanische) Bev\u00f6lkerung ist bass erstaunt, wenn man ihnen erz\u00e4hlt, dass man <em>\u201eSailorMoon\u201c<\/em> und <em>\u201eDragonBall\u201c<\/em> in Deutschland kenne, und diese Serien sogar \u00fcbersetzt worden seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich fahre in die Stadt, um mich nach einem Memorystick umzusehen und darf vor dem Kaufhaus eine halbe Stunde warten, weil der Laden erst gegen zehn Uhr aufmacht. Und daf\u00fcr werde ich auch noch herb entt\u00e4uscht. Das Daiei hat \u00fcberhaupt keine Elektronikabteilung mehr, seit der P\u00e4chter \u201eLaox\u201c zu Gunsten des 100 Yen Shops \u201eDais\u00f4\u201c zugemacht hat, und im Ito Y\u00f4kad\u00f4 gibt es kein Computerzubeh\u00f6r. Dass es noch das \u201eDenkod\u00f4\u201c gibt, das auf solche Dinge spezialisiert ist, habe ich in dem entscheidenden Moment nat\u00fcrlich v\u00f6llig vergessen und Melanie erinnert mich daran, als ich wieder zuhause bin. Stattdessen fahre ich erst einmal ziellos durch die Innenstadt, in der Hoffnung, vielleicht einen kleinen Computerladen zu finden, wie sie in Deutschland relativ h\u00e4ufig sind, aber auch da ist nichts zu finden. Reine Zeitverschwendung, weiter zu suchen. Ich gehe also ins \u201eGame and Game\u201c in der N\u00e4he vom Bahnhof. Ich wollte schon seit letztem Herbst wissen, was man da drinnen so alles spielen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da w\u00e4re zun\u00e4chst der \u00fcbliche Taik\u00f4-Automat. Vor dem Automaten sind zwei japanische Trommeln angebracht (in japanerfreundlicher H\u00f6he, d.h. ein bisschen niedrig f\u00fcr meinen Geschmack), die man mit den vorhandenen Holzkl\u00f6ppeln bearbeiten muss. Auf dem Bildschirm liest man ab, in welchem Takt man auf die Trommeln zu schlagen hat (indem man f\u00fcr jeden Schlag eine optische Aufforderung erh\u00e4lt). Das Angebot an Melodievorgaben ist gro\u00dfz\u00fcgig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3867\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000959.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Taik\u00f4<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter hinten befindet sich ein <em>\u201eTime Crisis 3\u201c<\/em> Automat, der hier nur 100 Yen pro Spiel kostet, und nicht 200, wie im Ito Y\u00f4kad\u00f4. Wahrscheinlich ist er deshalb dort so schnell wieder verschwunden. Und hier hat man <strong>zwei<\/strong> Monitore, was bedeutet, dass der Handlungsablauf anders ist \u2013 die beiden Spieler trennen sich auch schon mal und nehmen den Gegner in die Zange. Weiter links befindet sich auch ein Shooter zur Serie <em>\u201eLupin III.\u201c<\/em>, mit einer Walther P38 (was sonst?) Spielpistole aus Plastik.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3868\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000957.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Timw Crisis 3 Co-op<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben wiederum stehen zwei Boxautomaten, deren Schlagfl\u00e4chen schon ziemlich mitgenommen aussehen. Ui, die Dinger sind von 1994 und zeigen irgendein Superhelden-Setting, anders als im Ito Y\u00f4kad\u00f4, wo das Setting der Anime <em>\u201eAshita no Joe\u201c<\/em> ist. Und da oben ist eine Kamera angebracht&#8230; wof\u00fcr? Das kann man bald auf dem Bildschirm sehen: Es erscheint eine grobe Kopfform auf dem Bildschirm und da soll man seinen Sch\u00e4del ranhalten, bis die beiden Objekte deckungsgleich sind. Dann macht die Kamera ein Bild, verzerrt und verf\u00e4rbt das Gesicht und setzt es auf die H\u00e4lse der Gegner! Wenn man also jemanden nicht ausstehen kann, bringt man ein entsprechend gro\u00dfes Foto mit, h\u00e4lt es vor die Kamera und drischt dann lustig drauf los.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Rest der Ger\u00e4te im unteren Stockwerk kenne ich bereits \u2013 bis auf den \u201elegend\u00e4ren\u201c Angel-Automaten von SEGA, den ich bisher nur aus einschl\u00e4gigen Zeitschriften kannte, in denen Leute \u00fcber Japan-Erlebnisse schreiben. Es gibt ihn also immer noch&#8230; und man angelt damit auch tats\u00e4chlich. Dort, was sonstwo der Joystick, bzw. das Joypad, angebracht ist, befindet sich hier der Griff einer Angel, und man sollte sich vorher die Erkl\u00e4rungen auf dem Bildschirm ansehen, um zu verstehen, wie Hochseeangeln \u00e0 la SEGA \u00fcberhaupt funktioniert. Aus dem Griffst\u00fcck ragt eine Spule heraus und der dazu geh\u00f6rende Faden verschwindet in einer \u00d6ffnung unterhalb des Monitors. Man muss allerdings nicht warten, bis nach drei Stunden endlich mal ein Fisch angebissen hat, der Fisch kommt sofort. Das Spiel besteht aus der richtigen Handhabung der Angelegenheit. Am unteren Bildschirmrand befindet sich ein Balken, der l\u00e4nger und rot, bzw. k\u00fcrzer und blau wird, und stellt die Kraft dar, die gerade auf der Leine lastet \u2013 und die Leine zieht tats\u00e4chlich recht kr\u00e4ftig, man langweilt sich also nicht. Wenn die Leiste rot wird, muss man Schnur geben, sonst rei\u00dft die (virtuelle)Leine, wenn die Leiste blau wird, muss man anziehen, sonst verliert der Fisch den Haken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958-450x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3869\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958-450x600.jpg 450w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958-225x300.jpg 225w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958-768x1024.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000958.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">unscharfer Angelsimulator<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Obergeschoss findet man weitere Automaten. Da sind nat\u00fcrlich die obligatorischen Kampfspiele, die meisten davon 2D, aber mit sehr guter grafischer Qualit\u00e4t. Auch zwei Pferderennen sind vorhanden, aber diese hier ohne die Modellrennbahn; man verfolgt das Rennen nur auf gro\u00dfen Bildschirmen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3870\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000960.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Virtuelle Rennbahn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Einarmige Banditen und nat\u00fcrlich auch Pachinko, dazu die \u00fcblichen M\u00fcnzspiele, wo man M\u00fcnzen vor einen Schieber wirft und hofft, dass mehr herausgeschoben werden, als man hineinwirft. Aber hier befinden sich vor allem interessante Fahrsimulatoren. Der Anime <em>\u201eInitial D\u201c<\/em> hat nat\u00fcrlich einen Simulator hervorgebracht&#8230; in der Ecke steht ein <em>\u201eF-Zero\u201c<\/em> (Super NES) Nachfolger, der allerdings so weit vom Original entfernt ist, dass mich das Spiel mehr an <em>\u201eWipeOut\u201c<\/em> erinnert. Aber die Maschine ist cool, mit dem schaukelndem Cockpit, den Pedalen und der futuristischen Lenkvorrichtung.<br>Daneben aber steht das, was mich am meisten interessiert. Das Spiel hei\u00dft <em>\u201eTokyo Wars\u201c<\/em> und bietet die M\u00f6glichkeit, mit vier Leuten gleichzeitig unterwegs zu sein \u2013 in modernen Kampfpanzern, in den Stra\u00dfen von Tokyo. Gr\u00fcne Panzer gegen wei\u00dfe Panzer. Sieht interessant aus&#8230; vielleicht sollte ich mir mal zwei oder drei Leute suchen, um eine Runde zu fahren. Allerdings kann ich auch nicht erkennen, ob man nur miteinander oder auch gegeneinander spielen kann. Nur miteinander w\u00e4re ja schlicht langweilig und kaum mehr als eine Versuchsfahrt wert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3871\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IM000961.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tokyo Wars, 6 Jahre vor World of Tanks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kehre zur Universit\u00e4t zur\u00fcck, es ist inzwischen elf Uhr. Ich schreibe zwei Berichte und gehe dann um kurz vor Zwei zu dem verabredeten Treffpunkt der Teilnehmer des Erdbebenexperiments, f\u00fcr das Alex in den letzten Tagen kr\u00e4ftig die Werbetrommel ger\u00fchrt hat. Und damit f\u00e4ngt der eigentliche Tagesbericht erst an!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man hat einen speziellen LKW kommen lassen, in dem man, jeweils in Paaren, ein Gef\u00fchl f\u00fcr Erdbeben bis St\u00e4rke 7 bekommen soll. Der Zufall hat mir die Chinesin ReiGen als \u201ePartnerin\u201c zugeteilt. Sie sieht meines Erachtens unglaublich gut aus, aber allein deshalb ein Bild von ihr zu machen und es in das Poster einzubinden, w\u00e4re falsch. Wenn ich mehr kommunikativen Kontakt mit ihr bekomme, werde ich sie auch in meine Portr\u00e4tsammlung aufnehmen, alles andere w\u00e4re sexistisch. Aber zur\u00fcck zu unserem Simulator: Der Boden der Ladefl\u00e4che kann mittels einer Hydraulik ganz heftig bewegt werden. Allerdings soll man w\u00e4hrend der Vorf\u00fchrung auf dem Boden sitzen, was dem Ganzen ja wieder einen Teil des Reizes nimmt \u2013 schlie\u00dflich sitze ich die meiste Zeit auf einem Stuhl. Interessant ist das Ger\u00fcttel schon, aber eigentlich ist das Ding hier nur ein Spielzeug. Es ist zu klein f\u00fcr effektive \u00dcbungen und taugt vielleicht als Attraktion f\u00fcr ahnungslose Ausl\u00e4nder und Grundsch\u00fcler. Man hat es also f\u00fcr die Ausl\u00e4nder hergefahren, und das kostet die Fakult\u00e4t auch umgerechnet 1200 E. An dem Experiment nehmen nur Ausl\u00e4nder teil, also Nicht-Japaner, weil es bei dem Gesamtexperiment darum geht, wie verst\u00e4ndlich die japanischen Radiodurchsagen f\u00fcr Ausl\u00e4nder sind. Da f\u00e4ngt der Unsinn auch schon an: Man will ein leicht verst\u00e4ndliches Japanisch finden, anstatt f\u00fcr Ausl\u00e4nder ganz einfach Durchsagen auf Englisch zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der \u201eErdbebenerfahrung\u201c wird je eine Sechsergruppe in einen Warteraum gef\u00fchrt. Als ich den Simulator verlasse, will mir einer der Betreuer meinen Rucksack reichen, hebt sich daran aber fast einen Bruch. Ich hebe ihn lieber selbst auf und bedanke mich f\u00fcr seine M\u00fchen. Im Warteraum bekommt man ein Getr\u00e4nk und Kekse und sieht eine kurze Vorf\u00fchrung mit Bildern aus Kobe. Danach wird man einzeln zum Experiment gef\u00fchrt, in einen pr\u00e4parierten Raum also, ich bin der vorletzte in meiner Gruppe. Ich erhalte eine \u201eBegleiterin\u201c, die mir einen Schrittzahlmesser an den G\u00fcrtel h\u00e4ngt. Man soll erst den Radiodurchsagen zuh\u00f6ren und tun, was man vom Sprecher gesagt bekommt. Im Raum befinden sich der Versuchsleiter und eine Protokollantin, die nat\u00fcrlich&nbsp; eigentlich gar nicht da sind (Annahme \u00dcb halt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Situation (laut Faltblatt, das man vorher bekommt): Morgens um 07:00, gerade aufgestanden, wird man von einem Erdbeben \u00fcberrascht. Gegen\u00fcber von dem Tisch, an dem ich stehe, f\u00e4llt effektvoll und dramatisch ein Regal aus Pappe um und die leeren Dosen scheppern auf den Boden. Ich bin zuerst gar nicht in der Lage, das mit dem Experiment in Verbindung zu bringen, weil nat\u00fcrlich nichts wackelt und auch keiner ruft: <em>\u201eERDBEBEN! JETZT!\u201c<\/em>. Stattdessen ert\u00f6nt eine ruhige Stimme aus dem Radio, die mich auffordert, mich unter den Tisch zu legen, um mich vor Tr\u00fcmmern von der Zimmerdecke zu sch\u00fctzen. Ich wackele selbst ein bisschen herum wie bei einem Erdbeben und f\u00fchle mich augenblicklich wie auf einem alten \u201eStar Trek\u201c Filmset. Dann soll ich Haus- oder Stra\u00dfenschuhe anziehen. Und dann hei\u00dft es, das Erdbeben sei vorbei und ich solle unter dem Tisch hervorkommen.<br>Was ist das f\u00fcr eine Reihenfolge? Ich glaube, ich ziehe lieber dann meine Schuhe an, wenn das Erdbeben vorbei ist, und nicht, wenn alles noch wackelt, bzw. greife die Schuhe auf dem Weg zum Tisch. Dann soll ich meinen Helm anziehen und nachsehen, ob das Gas abgeschaltet ist. Aha&#8230; an der Garderobe h\u00e4ngt ein Helm&#8230; so ein Zufall! In meinem Apartment habe ich keinen Helm. Wer hat \u00fcberhaupt einen Helm zuhause? (Ha! <strong>Ich<\/strong> habe einen zuhause \u2013 in Gersheim, auf dem Regal im Keller!) Und ich soll sehen, ob das Gas ausgeschaltet ist? Kein Problem, ich k\u00fcmmere mich darum, muss mich aber fragen, ob bei einem echten Erdbeben nicht sowieso gleich das ganze Gest\u00e4nge aus der Wand raus bricht und das Gas im Raum verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201e\u00dcberpr\u00fcfen Sie, ob die Fenster offen sind!\u201c<\/em> fordert mich das Radio auf. Exakt so formuliert \u2013 auf Japanisch nat\u00fcrlich. Ich denke: <em>\u201eWas hei\u00dft das jetzt?\u201c<\/em> Was hat man mir in der Grundschule beigebracht? Bei Erdbeben kommt es oft zu Br\u00e4nden. Was tut man da? M\u00f6glichst keine Fenster und T\u00fcren aufmachen, damit das Feuer keine Luft erh\u00e4lt. Ich interpretiere die Aufforderung also falsch und vergewissere mich, dass die Fenster <strong>geschlossen<\/strong> sind, indem ich theatralisch dranklopfe. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlt man mir dann, dass die Fenster ge\u00f6ffnet werden sollen, damit die Feuerwehr schnell L\u00f6schwasser reinspritzen kann. So einen Unsinn habe ich ja lange nicht geh\u00f6rt! Wenn\u2019s in dem betreffenden Raum brennt, platzen die Scheiben mit hoher Wahrscheinlichkeit (ganz zu schweigen von den Auswirkungen der Ersch\u00fctterungen selbst), und im Zweifelsfall wird die Feuerwehr die Fenster selbst zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, und sei es mit Tr\u00fcmmern, von denen es dann bestimmt genug gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann soll man den Rucksack (ein bereitgestellter, ebenfalls an der Garderobe gelagert, nicht mein eigener) und das kleine Radio (liegt auf dem Tisch) nehmen und sich gem\u00e4\u00df (nie zuvor gesehenem) Fluchtplan zum Rettungsplatz begeben. Der Rucksack ist mir zu klein, also schnalle ich ihn nicht auf den R\u00fccken, sondern behalte ihn in der Hand (ist nat\u00fcrlich ein Fehler, weil man \u00fcber Tr\u00fcmmer st\u00fcrzen k\u00f6nnte) und stopfe das Radio hinein. Klarer Gedanke: Zuerst mal aus dem Geb\u00e4ude fl\u00fcchten, bevor es \u00fcber mir zusammenst\u00fcrzt, und <strong>dann<\/strong> h\u00f6re ich mir im (kleinen) Radio an, was ich beachten muss \u2013 wo gibt es Kleidung, Nahrung und Notunterkunft, oder vielleicht auch einen Arzt? Dazu hei\u00dft es sp\u00e4ter, dass man bereits auf dem Weg nach drau\u00dfen das Radio angeschaltet haben sollte. Der Mann im (gro\u00dfen) Radio sagt <em>\u201eStellen Sie die Apfelwelle ein!\u201c<\/em> Das ist ein lokaler Regionalsender, der offenbar eine Immunit\u00e4t gegen Erdbebensch\u00e4den besitzt, weil man hier ganz nat\u00fcrlich davon ausgeht, dass er nicht ausgefallen ist. Aber auf welcher Frequenz? Das wird entweder nicht gesagt oder ich habe es beim Wandern durch den Raum nicht mitbekommen. Ich nehme mal letzteres an, denn so katastrophal kann der Katastrophenschutz hier dann doch nicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fluchtplan besteht erst mal aus f\u00fcnf oder sechs Zeilen japanischen Textes. Ja, bin ich denn bl\u00f6d? Ich will <strong>schnell<\/strong> aus dem Haus raus, und nicht erst die H\u00f6hen und Tiefen japanischer Schriftzeichen und Grammatik analysieren! Ich versuche, das Wichtigste zu erfassen. Da ist ein Bild&#8230; aha, das ist schon mal gut. Es stellt ein Viereck dar, unten ist eine bunte Fl\u00e4che, da steht <em>\u201eSie sind hier!\u201c<\/em> Oben rechts befindet sich ein weiteres Feld, da steht <em>\u201eFluchtpunkt\u201c<\/em> und dar\u00fcber steht geschrieben, halb im Text versteckt, aber dennoch gro\u00df, <em>\u201e3. Stock\u201c<\/em>. Am linken Rand des Vierecks ist dann noch ein weiteres Feld, daran steht <em>\u201eFahrstuhl\u201c<\/em>. Ich nehme also an, dass das Viereck das Geb\u00e4ude ist. Aber&#8230; von meiner Position aus betrachtet, ist der Fahrstuhl <strong>rechts<\/strong> den Gang runter und nicht links. Ist das ein Test, in dem man sich die Karte verkehrt herum vorstellen muss? Oder hat irgendein Idiot den Plan falsch gezeichnet? Ich stehe drei\u00dfig Sekunden lang wie der Ochse am Berg in der Gegend rum und versuche, aus dem Plan schlau zu werden. Ein paar Pfeile auf dem Papier, um den Weg zu markieren, w\u00e4ren sehr hilfreich gewesen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich entscheide mich dann daf\u00fcr, den Plan als falschrum zu betrachten, gehe aus der T\u00fcr und wende mich nach links. Eine Studentin (die tats\u00e4chlich meinen eigenen Rucksack mit dem schweren Zeug drin geschultert hat) folgt mir, um meinen Fluchtweg mit einer Kamera festzuhalten. Ich folge also 30 m weit dem Gang nach links und komme ins Treppenhaus. Ich \u00fcberlege nur eine halbe Sekunde. Ich erinnere mich daran, dass auf dem Plan die Rede vom dritten Stock war&#8230; aber das kann gar nicht sein! Welcher Trottel flieht bei Erdbeben oder Feuer denn die Treppe <strong>hoch<\/strong>? Ich folge dem nat\u00fcrlichsten Gedanken und gehe die Treppe runter. Ich passiere dabei einen Stuhl mit (japanischer) Aufschrift, beachte ihn aber nicht weiter \u2013 im Notfall w\u00fcrde ich es auch nicht tun, ich will schlie\u00dflich raus hier. Ich folge im Sturmschritt den \u201eNotausgang\u201c Schildern, wie man das halt so macht; die Assistentin (vielleicht 1,50 m) keucht hinterher \u2013 aber die Notausg\u00e4nge sind alle zu. Die sind an Wochenenden grunds\u00e4tzlich abgeschlossen. Was ist denn das f\u00fcr ein Bl\u00f6dsinn? Ich mache also ein Fenster auf und mache Anstalten, hinauszuklettern, aber dann verk\u00fcndet die Kamerafrau <em>\u201e\u00dcbung Ende\u201c<\/em>. Und f\u00fchrt mich tats\u00e4chlich in den dritten Stock! Im dritten Stock liegt tats\u00e4chlich der designierte Fluchtpunkt! Haben die von Psychologie denn gar keine Ahnung? Haben die von \u00fcberhaupt irgendwas Ahnung? <br>Auf dem genannten Stuhl steht \u00fcbrigens geschrieben, dass der Keller nicht zum zur Verf\u00fcgung stehenden Gel\u00e4nde geh\u00f6rt \u2013 aber ich kann, in Eile, keinen japanischen Text so schnell lesen, wie ich gehe!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Ermittlung der zur\u00fcckgelegten Entfernung soll ich zehn Schritte weit gehen. Ich frage extra nach: <em>\u201eSoll ich so gehen wie eben?\u201c<\/em> <em>\u201eAber nat\u00fcrlich!\u201c<\/em> Also st\u00fcrme ich los und komme etwa neun Meter weit, was deutlich weiter ist, als mit der Bodenmarkierung vorgesehen. Der Mann mit der Messlatte staunt. Er fragt meine Begleiterin, ob das so stimme. Sie nickt. Dann soll ich einen Fragebogen ausf\u00fcllen, in dem ich meine Beweggr\u00fcnde f\u00fcr dieses oder jenes Verhalten darlegen soll \u2013 kundenfreundlich in englischer Sprache. Ich \u00e4u\u00dfere mich (f\u00fcr japanische Begriffe) recht ungehalten \u00fcber die unsinnige Karte, was den Zeichner (ein Doktorand aus Indien) zu einem <em>\u201eAha!\u201c<\/em> Erlebnis f\u00fchrt, weswegen er sich mit der flachen Hand an die Stirn fasst. Das Viereck auf dem Plan ist nicht etwa das Geb\u00e4ude \u2013 es ist ein Innenhof! Der Gang im Geb\u00e4ude stellt die Au\u00dfenseite des imagin\u00e4ren Wohnblocks dar, und man verl\u00e4sst den <em>\u201eSie sind hier!\u201c<\/em> Punkt nicht <strong>aus<\/strong> dem Viereck heraus, sondern <strong>in<\/strong> das Viereck <strong>hinein<\/strong>! Darauf muss man erst mal kommen! Ich glaube, die Jungs werden die Karte in Zukunft anders machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eWarum sind Sie in den Keller gelaufen, wenn doch auf dem Plan steht, dass Sie in den dritten Stock laufen sollen?\u201c<\/em> fragt mich einer der \u00dcbungsleiter.<br><em>\u201eWeil man Geb\u00e4ude verl\u00e4sst, indem man die Treppe hinunter-, und nicht hinaufsteigt!\u201c<\/em><br><em>\u201eIch verstehe&#8230;\u201c<\/em> Der andere Deutsche habe genau das gleiche gesagt, erz\u00e4hlt er. \u201eDer andere Deutsche\u201c kann nur Marc sein, und der hat die japanische Beschriftung des Plans garantiert besser verstanden als ich. Au\u00dferdem ist auch der Chinese (also ein geborener Kanjispezialist), der vor mir dran war, die Treppe runter gelaufen. Das sollte dem Team zu denken geben und die Fluchtpunkte in Zukunft realistischer anlegen.<br>Schlie\u00dflich muss ich noch einen kurzen Sprachtest machen, der meiner Mittelstufe entspricht. Oder \u201eentsprechen soll\u201c. Da werden Ausdrucksformen und Begriffe abgefragt, die ich noch nie geh\u00f6rt habe (und auch da sagt mir Marc sp\u00e4ter das Gleiche, was mich doch beruhigt). Als Geschenk erh\u00e4lt jeder ein Taschenradio, sogar mit Digitalanzeige, Uhr und Wecker und einem speziellen Aufdruck, der den Namen des Experiments wiedergibt.<br>Ich werde von einem Helfer aus dem Geb\u00e4ude gef\u00fchrt, auf einem Umweg, damit ich nicht mit anderen Probanten zusammenpralle. BiRei geh\u00f6rt ebenfalls zu den freiwilligen Helfern, und weil sie so verloren vor dem Geb\u00e4ude herumsteht, bleibe ich noch eine Weile und leiste ihr Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es scheint, dass zeitgleich eine Veranstaltung f\u00fcr Studenten im letzten Studienjahr stattgefunden hat. Um etwa 17:30 ergie\u00dft sich eine Masse von mindestens 100 jungen M\u00e4nnern und Frauen im Gesch\u00e4ftsanzug (!) aus der Mensa und defiliert an uns vorbei. BiRei macht sich \u00fcber die Jungs lustig.<br><em>\u201eDa, schau Dir an, wie klein die alle sind! Die sind kaum gr\u00f6\u00dfer als ich. Und wie die rumlaufen! Die sehen doch total weibisch aus mit ihren Umh\u00e4ngetaschen am Arm!\u201c<\/em> Ich grinse still vor mich hin. Immerhin k\u00f6nnen die Jungs f\u00fcr ihre Gr\u00f6\u00dfe nichts. Aber BiReis Idealbild von einem Mann ist nicht schwer zu erraten. Solche, wie die da, gebe es auch in China, sagt sie. Ich glaube, \u201em\u00e4nnliche\u201c M\u00e4nner sind in Japan (prozentual) ebenso h\u00e4ufig wie in China, klammert man aus, dass in China zehnmal mehr Menschen (und damit \u201em\u00e4nnliche\u201c M\u00e4nner) leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es erscheinen auch immer wieder Mitglieder des Forschungsteams, die meine Darbietung sehr am\u00fcsant fanden. Auch die Protokollantin, offenbar Kettenraucherin, kommt zu uns nach drau\u00dfen, nachdem das Experiment f\u00fcr heute beendet ist. Ich frage sie, warum man neben den Informationsbl\u00e4ttern f\u00fcr M\u00fclltrennung nicht auch welche mit Informationen zum Verhalten bei Erdbeben im Rathaus oder (als Student) an der Universit\u00e4t erhalte. Ein A5-Blatt k\u00f6nne wohl nicht so teuer sein? Und dann legt sie los mit einer f\u00fcnfmin\u00fctigen Erkl\u00e4rung, von der ich nicht genug verstehe, um auch nur ansatzweise zu wissen, was sie da gerade gesagt hat. Sie redet eine Spur zu schnell f\u00fcr meine Ohren, und nach dieser Informationsflut pocht mir der Sch\u00e4del.<br>MinJi kommt vorbei, sie tr\u00e4gt eine gro\u00dfe T\u00fcte mit Essen. Sie geh\u00f6rt ebenfalls zu den Helfern und bringt einen Teil des Essens f\u00fcr die \u201eAfterparty\u201c, das gesellige Beisammensein nach der Arbeit, das um 18:30 beginnen soll. Ich k\u00f6nne auch daran teilnehmen, es sei genug f\u00fcr alle da, sagt die Protokollantin, die \u00fcbrigens 21 Jahre alt ist und wie Anfang Drei\u00dfig aussieht. Ich lehne das Angebot dankend ab, Melanie wartet zuhause. MinJi schlie\u00dft sich der Einladung an. Sie zupft mich am \u00c4rmel, sieht mich an und sagt: <em>\u201eKomm, wir essen zusammen, wir essen zusammen!\u201c<\/em> Da bricht mir doch der Schwei\u00df aus! Mal unter M\u00e4nnern gesagt: Wenn MinJi Dich mit ihren h\u00fcbschen \u00c4uglein auffordernd anschaut und Dich mit der ihr eigenen Art um etwas bittet, dann sagst Du nicht einfach so Nein<em>.<\/em><br>Ich tue es aber trotzdem und sehe zu, dass ich wegkomme, bevor ich umkippe. Ich fl\u00fcchte sogar zuerst in die falsche Richtung, obwohl mein Fahrrad unter der Treppe der Bibliothek steht. Nat\u00fcrlich bereue ich das (ein ganz kleines bisschen), aber ich glaube, es war richtig so. Ich war ja schon \u00fcberrascht (ist das das richtige Wort?) genug, als sie eingangs sagte, sie wolle meine Augen anfassen, weil ihr die Farbe so gut gefalle. Da kam ich mir schon vor wie im Schnellkochtopf.<br>Ich fahre also nach Hause und gehe mit Melanie zum Essen. SangSu h\u00f6rt uns beim Hinausgehen auf dem Gang reden und zeigt uns stolz die Sommerklamotten, die er sich heute gekauft hat. Sehen gut aus. Ich glaube, ich will auch so ein Hemd. Aber ich habe Hunger (und damit noch weniger Sinn f\u00fcr \u00c4sthetik als sonst) und wir radeln los. Ich bestelle mir gebratene Leberst\u00fccke mit Sojasprossen und Reis, dazu Misosuppe. Ich wusste nicht, dass man Leber so gut machen kann&#8230; zuhause kann ich Leber essen, auch mit Genuss, aber danach braucht es erst mal eine Zeitlang keine mehr zu geben. Das hier scheint mir beinahe was Anderes zu sein. Die Leber kaut sich sehr angenehm und schmeckt dezenter nach Leber, als ich das gewohnt bin.<br>Wir beenden den Tag sp\u00e4ter mit den Anime, die wir in den letzten Tagen aufgenommen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich stehe um 07:15 auf, weil ich vermeiden m\u00f6chte, wieder bis zum kommenden Freitagabend warten zu m\u00fcssen, um die \u201eSailorMoon\u201c Episode vom Samstag sehen zu k\u00f6nnen. 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