{"id":383,"date":"2009-01-23T18:07:45","date_gmt":"2009-01-23T17:07:45","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=383"},"modified":"2009-09-25T11:37:25","modified_gmt":"2009-09-25T09:37:25","slug":"blitzkrieg-in-fernost-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=383","title":{"rendered":"Blitzkrieg in Fernost (Teil 4)"},"content":{"rendered":"<p><strong>2. Die USA im Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Und so fing es an. Ein geradezu atemberaubend unspektakul\u00e4rer Bombenangriff, bei dem es nicht einmal zu einem Bombenabwurf kam, er\u00f6ffnete den Pazifischen Krieg.<\/p>\n<p>Das Spielziel besteht darin, zwei der vier Startbasen des Gegners zu besetzen und vier Monate lang zu halten. In den USA sind das Bremerton, Monterey, San Diego, und Panama, in Japan Tokio, Osaka, Nagasaki, und Okinawa.<\/p>\n<p>Ich hatte vorbereitend drei Tr\u00e4gerflotten in Position gebracht, in Hong Kong, in Manila und auf Wake Island. Der Feind hatte mich am 20. November 1941 angegriffen, meine Flotten setzten sich in Bewegung und lagen Anfang Dezember etwa 100 km vor der Bucht von Tokio.<br \/>\nNach meinem eigenen Ermessen hatte ich nach dem 1200 PS Motor gleich den 1700 PS Motor entwickelt, nebenher die Methanoleinspritzung, und gekauft habe ich ein HF Radar, die 20 mm Kanone und ein Schallmessger\u00e4t.<br \/>\nDer 1700 PS Motor stand ab Mitte Oktober 1941 zur Verf\u00fcgung, und er wurde gebraucht, um Torpedobomber \u00fcberhaupt bauen zu k\u00f6nnen, von daher standen f\u00fcr den bevorstehenden Angriff noch keine zur Verf\u00fcgung. Ich wollte erst ein paar Dutzend davon gebaut haben, bevor ich meine Flotten mit einer unauff\u00e4lligen Handvoll davon versorge \u2013 klotzen, nicht kleckern. Der Zeitraum wurde auch f\u00fcr die Aufr\u00fcstung der P-38 auf den neuen Motor genutzt.<\/p>\n<p><strong>2.1. Jeder Klaps ein Japs?<\/strong><br \/>\nDer erste gro\u00dfe Angriff sollte nur ein Test sein. Die bedeutendste Aufwertung der verf\u00fcgbaren Lufteinheiten bestand aus der abgeschlossenen Umr\u00fcstung von 7,62 mm auf 12,7 mm MGs, und einige der Schiffe verf\u00fcgten \u00fcber ein primitives Radar.<\/p>\n<p>Wie geplant, treffen alle drei Flotten gleichzeitig ein. Das hei\u00dft, einige Dutzend Zerst\u00f6rer, Leichte Kreuzer, Geleitschiffe und Nachschubeinheiten, mehrere schwere Kreuzer, 12 Schlachtschiffe und 24 Flugzeugtr\u00e4ger, insgesamt 216 Schiffe mit 1800 Flugzeugen, davon je die H\u00e4lfte J\u00e4ger und Sturzbomber. Sobald eine Einheit den Zielpunkt erreicht hat, bzw. auf Feind trifft, fragt das Programm nach \u201eSchlacht\u201c oder \u201eAutomatischer Kampf\u201c. Gem\u00e4\u00df der in elektronischen Strategiespielen allgemein anerkannten Idee, dass man wichtige Schlachten immer selbst spielt, f\u00e4llt die Wahl nicht schwer, also \u201eSchlacht\u201c. Das Spiel wird dann automatisch gespeichert.<\/p>\n<p>Dann gelangt man in den Taktikmodus, und das erste, was man zu sehen bekommt, sind rot geschriebene Zeilen, dass man diese und diese und diese (eine lange Liste) Einheit nicht aufstellen k\u00f6nne. Was bitte?<br \/>\nBlick ins Handbuch, Seite 8: Die maximal aufstellbare Zahl von Schiffen betr\u00e4gt 50 \u2013 das ist <strong>nicht einmal eine einzige<\/strong> meiner Teilflotten \u2013 und die maximale Anzahl an Flugzeugen, die gleichzeitig auf der Karte sein darf, liegt bei 100. Das klingt wie ein schlechter Witz, ist aber keiner. Die meinen das ernst. Man muss die Einheiten, die man auf die Karte setzen will, also sehr vorsichtig ausw\u00e4hlen. Zuerst J\u00e4ger, um die gegnerische Luftwaffe bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen? Das erscheint sinnvoll.<\/p>\n<p>Nein! Das ist alles Quatsch! Warum denke ich \u00fcberhaupt dar\u00fcber nach? Man kann nur in dem Ma\u00dfe, wie man Verluste einf\u00e4hrt, Verst\u00e4rkung anfordern, die dann von den Tr\u00e4gern aus startet, aber auf diese Art und Weise geht der numerische Vorteil v\u00f6llig fl\u00f6ten, und darauf habe ich rein gar keinen Bock. Raus aus dem Szenario, neu laden, und zwar den automatischen Speicherpunkt. Diesmal w\u00e4hle ich \u201eAutomatischer Kampf\u201c und hoffe, dass die Verluste nicht zu extrem sein werden.<\/p>\n<p>Als erstes sehe ich ein halbes Dutzend japanischer Namen \u00fcber die Statusanzeige purzeln: Vizeadmiral X get\u00f6tet, Admiral Y get\u00f6tet, Hauptmann 1 get\u00f6tet, Oberleutnant 2 get\u00f6tet, Admiral Z get\u00f6tet, Major 3 get\u00f6tet \u2013 die ernannten Kommandanten verschiedener Einheiten.<\/p>\n<p>Die Schlacht wird zwischendurch unterbrochen, um die verschiedenen Angriffswellen darzustellen. Eine M\u00f6glichkeit, vor einer weiteren Angriffswelle die Sache abzublasen, entdecke ich allerdings nicht. Drei Wellen werden geflogen, bevor die Flotte wieder in Wartestellung geht und auf neue Anweisungen wartet.<\/p>\n<p>Die Milit\u00e4rbasis von Tokio wird dem Erdboden gleich gemacht. Kasernen f\u00fcr 45000 Soldaten, acht K\u00fcstenbatterien im Schlachtschiffkaliber, und 45 Flakanlagen sind nur ein paar der Highlights. Die Marine kommt ebenfalls nicht davon. Schiffe aller Arten sinken auf den Boden der Tokyo Bay, darunter einige Tr\u00e4ger, Schlachtschiffe, Schwere Kreuzer, U-Boote, Transporter, und \u00fcber 150 Flugzeuge. Nichts bleibt \u00fcbrig. Es sind zwar noch etwa 20000 Mann an japanischen Truppen \u00fcbrig, aber die haben kein Krankenhaus, das bedeutet, ihre Zahl wird von allein rapide sinken, bis wieder eines gebaut wird, und ich wei\u00df ja nicht, wie hoch die KI die Wichtigkeit dieses Geb\u00e4udetyps einsch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Eigene Verluste: Drei Zerst\u00f6rer, ein schwerer Kreuzer, 35 Flugzeuge.<br \/>\nDie Angriffe haben nicht einmal 10 % der verf\u00fcgbaren Munitionsmenge gekostet.<\/p>\n<p><strong>2.2. Invasionsvorbereitung<\/strong><br \/>\nAber zur\u00fcck nach Tokio, 1942. Ich habe \u00fcber die wahnwitzig niedrigen Verluste nicht schlecht gestaunt. Ich kann Tokio nicht einnehmen, weil ich nicht genug Landungstruppen bei mir habe \u2013 als Amerikanischer Spieler braucht man eine vierfache \u00dcbermacht an Soldaten (ob bei der Anzahl der Verteidiger Seeleute mit Landgang, Piloten ohne Flugzeug, und Techniker mitgez\u00e4hlt werden, ist mir nicht klar, ich bezweifle es allerdings).<br \/>\nDie japanische Seite verliert damit zwar nicht Tokio als Gel\u00e4nde, aber als wirtschaftlichen Faktor. In Tokio lagerten 800.000 t \u00d6l, sofern die Lager voll waren, sicherlich mehr als 200.000 t Munition, und ich sch\u00e4tze, dass wegen der Vernichtung der Industriegeb\u00e4ude Geldeinnahmen von \u00fcber 150 Millionen Dollar pro Monat verloren gehen (Monterey, zum Vergleich, produziert 180 Millionen Dollar).<\/p>\n<p>Ich ziehe die Flotten nach Midway zur\u00fcck. Leider habe ich nicht fr\u00fcher daran gedacht, Ersatz f\u00fcr Verluste in den Lagern der St\u00fctzpunkte unterzubringen, von daher muss ich erst ein paar Hundert Flugzeuge (die 35 Verluste zuz\u00fcglich der noch ausstehenden Torpedobomber) und so viele Truppen wie m\u00f6glich, mit Hilfe der Transportkonvois heranschaffen. Auf diese Weise ging ein Monat mit Wiederaufr\u00fcstung und der Organisation des dauerhaften Nachschubs verloren. Die Transportkonvois werden f\u00fcr die Dauer der Operation in die Tr\u00e4gerflotte eingebunden, so lange rollt also kein Erz mehr nach Osten, aber es ist ja auch nicht so wichtig. Autarkie ist eine lustige Sache.<\/p>\n<p>Bis alles erledigt ist, f\u00e4hrt die japanische Marine weitere, kleine Angriffe. Rabaul wird mehrfach von kleinen Geschwadern mittlerer Bomber angegriffen, die jeweils abgeschossen werden, ohne Schaden anzurichten. Hollandio, Port Moresby und Batavia werden von kleineren Flotten angegriffen. Neu Guinea kann sich mit vorhandenen Zerst\u00f6rerdivisionen und schwachen Lufteinheiten verteidigen, in Batavia werden die \u00d6ltanks, die Materiallager, und das Krankenhaus durch Beschuss leichter Kreuzer zerst\u00f6rt. Die Sch\u00e4den sind allerdings nicht mehr als bedauerlich, denn Batavia ist ein v\u00f6llig unwichtiger Hafen.<br \/>\nWenn &#8211; ja <strong>wenn!<\/strong> &#8211; die Japaner gelandet w\u00e4ren und eine Rollbahn f\u00fcr schwere Bomber gebaut h\u00e4tten (womit sie von dieser Position aus den \u00d6lhafen Palembang und auch Singapur bedrohen k\u00f6nnten), dann h\u00e4tte ich mir Sorgen gemacht. Allerdings waren sie scheinbar nur auf \u201eSeek and Destroy\u201c aus und hatten keine Landungstruppen dabei.<\/p>\n<p>Ende Dezember 1941 f\u00e4llt der St\u00fctzpunkt Saigon in japanische H\u00e4nde. Ich hatte noch nicht die Zeit, Vietnam durch Besatzungstruppen zu sch\u00fctzen, und die beiden Jagdregimenter k\u00f6nnen gegen eine Flotte mit vier Flugzeugtr\u00e4gern und entsprechend schwerer Begleitung nichts ausrichten. Aber zu dem Zeitpunkt macht das bereits nicht mehr viel aus: Meine Tr\u00e4gerflotten laufen auf Tokio zu.<\/p>\n<p>Am Morgen des 04. Januar 1942 beginnt der zweite Angriff auf Tokio. Die Fliegergruppen sind verst\u00e4rkt mit drei Dutzend Torpedobombern pro Flotte. Das ist nicht die Sollst\u00e4rke, wird aber das Versenken von Schiffen erleichtern.<br \/>\nTokio hat in der Zwischenzeit ein paar Abwehrstellungen nachgebaut, in St\u00e4rke einer jener vergessenen Pazifikinseln aus Nachkriegslegenden, auf denen man in den Achtzigern noch alte japanische Gefreite vermutete, bei denen die Meldung vom Kriegende nicht angekommen war. Eine K\u00fcstenbatterie, vier Flakstellungen, dazu etwa drei\u00dfig Flugzeuge und ein paar Schiffe, nichts Gro\u00dfes allerdings, die man wohl aus anderen Standorten hergeholt hat. Wie erwartet hat sich die Truppenzahl im vergangenen Monat um etwa ein Drittel reduziert.<\/p>\n<p>Das Kampfmen\u00fc l\u00e4sst den Spieler aussuchen, ob er Flugzeuge und Schiffe, und\/oder die Infrastruktur des St\u00fctzpunkts angreifen will. Oberfl\u00e4chlich macht das Sinn, denn vielleicht will man einen \u00d6l- oder Erzhafen unbesch\u00e4digt erobern, wenn man aber genauer hinsieht, offenbart sich hier ein weiterer Schwachsinn der Entwickler: Man kann <strong>beide<\/strong> Optionen gleichzeitig, <strong>muss<\/strong> aber mindestens eine ausw\u00e4hlen &#8211; dabei w\u00fcrde eine Aufkl\u00e4rungsmission, realistisch betrachtet, das Abschalten beider Optionen erfordern. Im Klartext bedeutet das: Die St\u00e4rke der Einheiten an einem St\u00fctzpunkt erf\u00e4hrt man erst, wenn man die Schlacht bereits er\u00f6ffnet hat.<br \/>\nDas ist ein derartiger milit\u00e4rischer Unsinn, dass ich meinen Kopf auf die Tischplate schlagen k\u00f6nnte. Mehrfach und heftig. Es ist nur auf hoher See m\u00f6glich, die St\u00e4rke einer feindlichen Flotte abzusch\u00e4tzen: Da bekommt man dann eine Information wie <em>&#8220;Aufkl\u00e4rungsflotte 987&#8221;<\/em>, und wenn man sich mit den standardisierten Formationen im Einheitenbaumen\u00fc auseinandergesetzt hat, kann man absch\u00e4tzen, um was es sich dabei im Einzelnen handelt.<\/p>\n<p>Des weiteren definiert sich \u201eInfrastruktur\u201c als die Gesamtheit aller Bauwerke, also nicht nur Industrie und Lager, sondern auch Artilleriestellungen, Flak, Bunker und Verteidigungsanlagen. Entschlie\u00dfe ich mich also aus strategischen Erw\u00e4gungen dazu, die Lager- und Produktionskapazit\u00e4t unangetastet zu lassen, verbiete ich den Piloten damit auch unausweichlich, die Landung der Marineinfanterie zu erleichtern. Wo w\u00e4re das Problem, Abwehrstellungen zu bombardieren und die zweifellos nicht schwer auszumachenden, riesigen Wirtschaftsgeb\u00e4ude nicht? Vermutlich soll es das Spiel schwieriger machen\u2026 aber darauf lasse ich mich nicht ein \u2013 ich brauche das Material nicht so dringend. Also: Bomben auf Tenn\u00f4-Land.<\/p>\n<p>Nachdem also alles wieder eingeebnet ist, was in den letzten paar Wochen aufgebaut worden war, landen zwei Divisionen Marines in der Bucht von Tokio. Am Abend des 04. Januar 1942 befindet sich Tokio in amerikanischem Besitz, und sofort gehen Pioniere an Land, um Unterk\u00fcnfte zu bauen. Ich habe zwei Zerst\u00f6rer, acht Flugzeuge, und ca. 1000 Soldaten verloren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. 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