{"id":3800,"date":"2024-04-25T07:00:00","date_gmt":"2024-04-25T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3800"},"modified":"2024-04-21T15:16:18","modified_gmt":"2024-04-21T13:16:18","slug":"sonntag-25-04-2004-jieitai-ni-hairo1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3800","title":{"rendered":"Sonntag, 25.04.2004 \u2013 Jieitai ni hair\u00f4![1]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich stehe zeitig auf, weil ich ja p\u00fcnktlich um 09:00 an der Kaserne sein m\u00f6chte. Der Himmel ist bew\u00f6lkt und hin und wieder sp\u00fcre ich kleine Regentropfen im Gesicht. Der Wind dazu ist recht k\u00fchl. Aber das kann mich nicht schrecken! Ich bin vorbereitet. Um 09:05 komme ich an, und es sind auch bereits einige Leute da, wenn auch noch nicht viele und wahrscheinlich noch lange nicht alle. Ein Feldwebel winkt die eintreffenden Autos in Richtung eines Parkplatzes und ich folge der Route. Nach einer Runde durch die halbe Kaserne komme ich dann an, und die Tour w\u00e4re nur halb so lange gewesen, wenn die Hauptstra\u00dfe durch die Anlage frei gewesen w\u00e4re, aber die ist aus zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbaren Gr\u00fcnden gesperrt. Ich gehe die 150 Meter mit zum Hauptplatz hinunter, die Hauptstra\u00dfe entlang, wie alle anderen auch. Die Stra\u00dfe wird von bl\u00fchenden Kirschb\u00e4umen ges\u00e4umt. Was f\u00e4llt mir dazu ein, Volker?<br><em>\u201eHana to chiru!\u201c<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em><br>Kirschbl\u00fcten, die seit jeher ein Symbol der Verg\u00e4nglichkeit sind<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, in einer Armeekaserne zu sehen, erscheinen mir irgendwie wie eine Mischung aus patriotischer Hingabe und Zynismus. Ich werfe einen Blick auf die H\u00e4user. Sie unterscheiden sich nicht wirklich von ihren deutschen Gegenst\u00fccken. Die Farbe ist ebenfalls grau-gelblich, und die Geb\u00e4ude sehen aus, als k\u00f6nnten sie eine Renovierung brauchen. Bei genauerer Betrachtung befinden sich die deutschen Kasernen vielleicht doch in einem besseren Zustand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Hauptplatz sind St\u00e4nde errichtet, darunter nat\u00fcrlich ein breites Nahrungsangebot. Ha, da sehe ich sogar \u201eIkayaki\u201c, den bereits gestern erw\u00e4hnten gebratenen Tintenfisch, und eine Portion kostet hier nur 250 Yen \u2013 die H\u00e4lfte von dem, was diese Festtagswucherer von gestern Abend verlangt haben. Die Gr\u00f6\u00dfe der Portionen verleitet mich aber immer noch nicht dazu, mir was davon zu nehmen. Einige der Grillst\u00e4nde werden von Soldaten betrieben, die mit ihren K\u00fcchensch\u00fcrzen im Tarnmuster irgendwie lustig aussehen. Am Zelt ist jeweils ein Schild angebracht, auf dem zu lesen ist, welcher Zug hier die Messer und Spachteln schwingt.<br>Nat\u00fcrlich gibt es auch St\u00e4nde, wo man Andenken und nat\u00fcrlich Armeematerial kaufen kann. Ich finde den Stand eines H\u00e4ndlers aus Sendai. Na, der ist ja eine ziemliche Strecke hergedampft \u2013 Sendai befindet sich auf halbem Weg nach Tokyo. Ich bedauere sehr, dass ich nicht die Mittel habe, mir alles zu kaufen, was ich gerne h\u00e4tte. Meine Sammlung von Tarnanz\u00fcgen soll noch wachsen. Ich belasse es bei einem T-Shirt im Muster des Heeres. Der Stoff f\u00fchlt sich recht d\u00fcnn an und ich frage, ob es sich dabei um ein Original handele. <em>\u201eOh nein\u201c<\/em>, sagt der H\u00e4ndler, <em>\u201eOriginale werden nicht verkauft. Das hier sind nur Repliken.\u201c<\/em> Immerhin ehrlich. Und er versichert mir, dass diese ebenfalls in Japan hergestellt seien. In seinem Angebot befinden sich \u00fcbrigens auch die in Japan weit verbreiteten alten Bundeswehr-Hemden in olivgr\u00fcn, nat\u00fcrlich mit Flagge am \u00c4rmel. Vielleicht sollte ich mir auch noch eines zulegen. Aber das muss nicht jetzt sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wind kommt auf, in kr\u00e4ftigen B\u00f6en. Leichtere Gegenst\u00e4nde, darunter das Angebot von H\u00e4ndlern und Geschirr aus Styropor, werden durch die Gegend geweht. Ich glaube, dass es gleich auch ein paar ganze Zelte wegweht. Aber der Wind bringt auch die Regimentsfahnen sehr sch\u00f6n zur Geltung. Sie sind nicht ganz so bunt und \u201epreu\u00dfisch kantig\u201c wie die deutschen, aber die Muster sind cool und sehen auf ihre Art und Weise martialisch aus, ohne sofort an alte Banner aus der B\u00fcrgerkriegszeit (16. Jahrhundert) zu erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz darauf, es ist erst 09:30, stehe ich bereits etwas verloren in der Gegend herum, weil noch nichts zu besichtigen ist und mich das sonstige Angebot der H\u00e4ndler nicht reizt. Da gibt es zum Beispiel auch Armeeg\u00fcrtel zu kaufen, aber die kosten 650 Yen. F\u00fcr 500 h\u00e4tte ich wohl einen genommen&#8230; aber so dringend brauche ich derzeit keinen Bauchquetscher, als dass ich diesen Preis zu zahlen bereit w\u00e4re. Ich stehe also in der Gegend herum, mit meiner US Armeejacke. Da spricht mich ein j\u00fcngerer Offizier auf Englisch an und fragt, ob er mich in das Tagesprogramm einweisen d\u00fcrfe. Oh, aber sicher, nur zu, danke. Er sagt, dass um 10:10 sieben Z\u00fcge auf dem Rasen (er weist auf den Rasenplatz, markant vor den drei Stuhlreihen) antreten w\u00fcrden und dass es danach eine Gefechtsvorf\u00fchrung mit Panzern und Hubschraubern geben werde. Da lacht mir doch das Herz.<br>Wir unterhalten uns noch ein bisschen; er redet Englisch, ich Japanisch. Beide, so gut wir\u2019s halt k\u00f6nnen. Zum Beispiel \u00fcber die Beschr\u00e4nkung der Fotografierfreiheit. Er sagt, dass alles, was sich vor den Geb\u00e4uden befinde, fotografiert werden d\u00fcrfe. Und ob es eine Darstellung, vielleicht ein Faltblatt, der modernen Dienstgrade der Jieitai gebe, will ich wissen. Die Bezeichnungen kenne ich n\u00e4mlich alle auswendig, aber ich kenne die Insignien nicht. Ein solches Faltblatt stehe vor Ort nicht zur Verf\u00fcgung, aber auf der Internetseite der Jieitai gebe es das sicherlich. <em>\u201eIhr Japanisch ist wirklich gut\u201c<\/em>, sagt er. <em>\u201eIhr Englisch ist aber auch so gut wie das meiner japanischen Lehrer hier\u201c<\/em>, gebe ich zur\u00fcck. Der Vergleich ist angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Beginn der Veranstaltung ist also jetzt noch eine halbe Stunde Zeit, die einfach nicht vergehen will. Ich beginne, mir einen brauchbaren Platz zu suchen. Die Sitzpl\u00e4tze sind zu einem guten Teil f\u00fcr geladene G\u00e4ste reserviert, und den Rest \u00fcberlasse ich gerne den zahlreich vertretenen Herrschaften \u00fcber F\u00fcnfzig. Schlie\u00dflich finde ich auch einen guten Platz, aber ich muss ihn bald wieder r\u00e4umen, weil es sich dabei um den \u201eAnmarschweg\u201c der VIPs zu ihren \u00fcberdachten Pl\u00e4tzen handelt. Die mit mir hier herumstehenden \u201enormalen\u201c Leute weichen murrend der uniformierten \u201eGewalt\u201c, die sich in h\u00f6flichstem Japanisch unentwegt daf\u00fcr entschuldigt. Ich verlagere meine Position weiter nach rechts und finde einen weiteren guten Punkt. Ich kann 90 % des Platzes einsehen, nur der \u00e4u\u00dferste Rand wird von dem VIP-Zelt verdeckt. Und ich stehe direkt hinter der Stuhlreihe. Alles, was sich vor mir befindet, sitzt meiner Linse nicht im Weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht auch p\u00fcnktlich los und die Z\u00fcge marschieren auf, mit der Kapelle vorneweg. Zun\u00e4chst trommeln sie aber nur den Takt. Die Truppe tr\u00e4gt japanisches Tarnmuster, das aussieht wie eine Mischung aus amerikanischen Flecken und deutschen Punkten, was die Gr\u00f6\u00dfe der Farbkleckse betrifft. Die Gr\u00fcn- und Braunt\u00f6ne sind allerdings deutlich heller als die im Westen. Allein die Musiker tragen den gr\u00fcnen Dienstanzug, allerdings mit einem schulterbreiten, goldenen Adler auf der oberen R\u00fcckenh\u00e4lfte. Sieht ein bisschen aus wie im Variet\u00e9-Theater. Dann stehen da vorn sechs Z\u00fcge mit roten Halst\u00fcchern und einer mit orangenen Halst\u00fcchern. Ich lache leise, weil ich annehmen muss, dass man auf diese Art und Weise die \u201eGeZi-Schlampen\u201c, den Stabszug, \u201egebrandmarkt\u201c hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kommt, was kommen muss. Der Kommandeur tritt ans Mikrofon und h\u00e4lt eine Rede, von der ich kein Wort verstehe \u2013 und zwar akustisch. Es gibt zwar Lautsprecher, aber keiner davon strahlt in meine Richtung, au\u00dferdem pfeift mir der Wind um die Ohren, in Richtung des Sprechers, und dr\u00e4ngt den Text in den entferntesten Hintergrund. Der Wind ist stark, und kalt. Aber hin und wieder rei\u00dft die Wolkendecke auf und die Sonne scheint w\u00e4rmend vom Himmel.<br>Dann tritt der Kommandeur ab und \u2013 so glaube ich \u2013 die Nationalhymne wird gespielt. Und das <strong>glaube<\/strong> ich deshalb nur, weil ich sehe, wie der Dirigent mit seinem Stock wedelt, die Sitzenden aufstehen und die \u00e4lteren Herren die M\u00fctzen abnehmen, w\u00e4hrend die Staatsflagge vorbeigetragen wird. H\u00f6ren kann ich allerdings reichlich wenig. In erster Linie nat\u00fcrlich wegen dem Wind, und die Kapelle steht am weitesten von mir weg. Trotzdem betr\u00e4gt die Entfernung im H\u00f6chstfall vielleicht 75 Meter. Ich habe noch nie eine Nationalhymne so leise spielen h\u00f6ren. Hin und wieder h\u00f6re ich einen der h\u00f6heren Kl\u00e4nge, aber das war\u2019s auch schon. Spielen die immer so leise? In Deutschland wird da ja gerne kr\u00e4ftig auf die Tuba gedr\u00fcckt \u2013 was ich auch angebracht finde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann redet auch noch ein Herr im Anzug und ich rate, dass es sich dabei um den hiesigen B\u00fcrgermeister handelt. Ich nutze diesen Leerlauf, um meine Winterjacke anzuziehen, die ich in weiser Voraussicht mitgenommen habe. Bei dem Wind ist es zu kalt, wenn man nur still in der Gegend herumsteht.<br>Schlie\u00dflich hat der B\u00fcrgermeister (?) seinen Teil zum Besten gegeben und der Kommandeur f\u00e4hrt im Mitsubishi-Gel\u00e4ndewagen an der Formation vorbei. Was ist denn das? Bei uns in Calw h\u00e4tte sich der General \u201eganz schamlos\u201c in einen ordin\u00e4ren Feldanzug geworfen und w\u00e4re zu Fu\u00df an der Truppe vorbeidefiliert. Aber gut, der Japaner f\u00e4hrt halt in der Sonntagsuniform daran vorbei. Au\u00dferdem ist der Boden vom Regen der vergangenen Tage und\/oder N\u00e4chte nass. Nicht schlammig, aber ziemlich nass, und ich h\u00f6re schmatzende Ger\u00e4usche, wenn ich darauf gehe. Das will ich ihm zu Gute halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, und das alte Sonnenbanner flattert lustig im Wind. Damit habe ich es mit eigenen Augen gesehen. Das Symbol japanischer Gewaltherrschaft in Ostasien ist immer noch offiziell in Gebrauch und die Truppen tragen es lustig vor sich her. Als Deutscher bin ich ganz selbstverst\u00e4ndlich davon ausgegangen, dass man diese Flagge verboten oder wenigstens stillschweigend abgeschafft h\u00e4tte. Was w\u00fcrde man in Deutschland (und im Ausland erst) wohl davon halten, wenn die Bundeswehr die Truppenfahne des Zweiten Weltkrieges verwenden w\u00fcrde? Oder auch \u201enur\u201c die des Kaiserreiches? Man merkt deutlich, dass es in Japan weder eine Sieger- noch eine Opferlobby gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann marschiert die Truppe ab, gefolgt von den Fahrzeugen, die in K\u00fcrze an der Vorf\u00fchrung teilnehmen werden. Der nasse Untergrund macht den Jungs zu schaffen. Die Jeeps rutschen mehr als sie kontrolliert fahren, und von den vier Motorradfahrern landet einer im Dreck, was ihm bestimmt peinlich ist. Unter dem Ger\u00e4t befinden sich auch zwei Kampfpanzer aus dem Hause Mitsubishi, die ich (aus deutscher Sicht) beinahe herablassend als \u201eniedlich\u201c bezeichnen m\u00f6chte. Von diesen beiden Panzern sp\u00fcrt man zwar deutlich das Klopfen der Kolben im Motor, aber das war\u2019s auch schon. Die beiden \u201eschleichen\u201c geradezu \u00fcber die aufgeweichte Rollbahn. Wenn in Deutschland ein Leopard 2 vorbeif\u00e4hrt, dann bebt die Erde und man sp\u00fcrt Ehrfurcht (und genau deswegen hat man diese Dinger in den Kosovo geschickt).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-18-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3807\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-18-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-18-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-18-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-18.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mitsubishi Schleichpanzer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem der Platz wieder frei ist, wird die \u201eFeindstellung\u201c aufgebaut. Uuuh&#8230; NATO-Draht&#8230; da werden Erinnerungen wach! 15 Meter hinter dem Draht (und anderen Hindernissen aus Holz) befindet sich der \u201eFeind\u201c in locker getarnten Positionen, etwa 15 Mann mit Sturmgewehren (mit Holzteilen, die bei uns l\u00e4ngst Plastik sind) und einem Maschinengewehr an der linken Flanke. Kommt mir alles sehr bekannt vor. Hinter der Stellung stehen zwei kleine Panzerj\u00e4ger \u2013 quasi \u00fcbergro\u00dfe Panzerf\u00e4uste, die man auf ein leicht gepanzertes Fahrgestell montiert hat.<br>Und dann geht der Spa\u00df los. Ein Gel\u00e4ndefahrzeug (mit MG) und zwei Motorr\u00e4der fahren vor. Die Kradsch\u00fctzen stehen auf den Maschinen und feuern nach vorn. Dann lassen sie sich hinter ihre Motorr\u00e4der fallen und schie\u00dfen weiter. Der Jeep h\u00e4lt schlie\u00dflich den Gegner nieder, w\u00e4hrend die beiden Kradfahrer sich wieder zur\u00fcckziehen.<br>Ist nat\u00fcrlich alles \u201eAnnahme, \u00dcb.\u201c, wie man zuhause so sch\u00f6n sagt. Spielen wir doch einfach mal mit, denn das Thema \u201eAngriff auf vorbereitete Feindstellung \u00fcber offenes Feld\u201c m\u00f6chte ich hier nicht n\u00e4her erl\u00e4utern. Aber es sah ganz spannend aus, geradezu \u201edramatic\u201c \u2013 \u201ewie im Film\u201c. Ich f\u00fchle mich hier jedenfalls wie zuhause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dem Zipfel des Platzes, den ich nicht einsehen kann, wurden zwei 155 mm Haubitzen aufgestellt, die sich jetzt lautstark zu Wort melden. Man sp\u00fcrt es eigentlich mehr, als man es h\u00f6rt. Die beiden leichten Panzer mit ihren 20 mm Kanonen fahren w\u00e4hrenddessen vor, gefolgt von den zwei Kampfpanzern. Der Feind nebelt sich ein. Dann erscheint eine Bell<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> \u00fcber dem Feld, eskortiert von einem \u201eSuper Cobra\u201c Gunship, und vier Leute seilen sich ab, die aber schnell vom Nebel geschluckt werden. Ein Flammenwerferteam kommt zum Einsatz und fackelt eines der aufgebauten Hindernisse aus Holz ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich feuern die 20 mm, und die rumpeln ganz sch\u00f6n \u00fcber den Platz, und die Kampfpanzer stimmen in das Lied mit ein. Hui! Ich kann jedes Br\u00f6ckchen meines Fr\u00fchst\u00fccks im Magen sp\u00fcren, als mich die Schockwelle kurz nach dem Donnern erreicht. Das machen sie jeweils dreimal, bis dann ein MTW<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> vorf\u00e4hrt, aus dem zw\u00f6lf Panzergrenadiere aussteigen und die Feindstellung st\u00fcrmen. Interessanterweise tun sie das, ohne dass auch nur einer von ihnen den Boden mit etwas anderem als den F\u00fc\u00dfen ber\u00fchrt. Ist es den Herren zu nass heute?<br>Damit ist die Vorf\u00fchrung beendet und das n\u00e4chste Highlight beginnt: Die Materialschau.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-33-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3808\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-33-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-33-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-33-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/200404-Jieitai-33.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grenadiere ohne Bodenkontakt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Hauptstra\u00dfe steht ein \u201ePatriot\u201c Raketenabwehrsystem und ich nutze die Gelegenheit, den Soldaten davor nach Bekleidungsdetails zu fragen. Man kommt nicht umhin, die Anzahl verschiedener Uniformtypen zu bemerken, die hier vertreten sind, und anders, als das Wort \u201euniform\u201c mir zu vermitteln versucht, sind die Truppen hier \u00fcberhaupt nicht \u201eeinheitlich\u201c gekleidet. Ja, sagt er, das liege an dem Umstand, dass das Heer andere Uniformen trage als die Luftwaffe. Die Ausgehuniformen unterscheiden sich nat\u00fcrlich wie in jedem anderen Staat, aber Unterschiede der Tarnanz\u00fcge sind ebenfalls auff\u00e4llig. Die Luftwaffe tr\u00e4gt (auf \u00dcbungen) einen ziemlich dunkel gehaltenen Flecktarn, der dem amerikanischen Waldmuster nicht un\u00e4hnlich ist, w\u00e4hrend das Heer Punkttarn tr\u00e4gt, den ich ja bereits beschrieben habe. Die rein olivgr\u00fcnen Anz\u00fcge seien die Alltagsuniform, und das da (er weist auf einen Feldwebel) sei die Ausgehuniform f\u00fcr gehobene Anl\u00e4sse. Ist das nicht etwas kompliziert? Ja schon, aber er verzichtet auf eingehendere Kommentare. Ich nehme einfach an, dass jemand einen lukrativen Deal mit der Regierung gemacht hat, als es um die Vergabe von Ausr\u00fcstungslizenzen ging.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich suche mir den n\u00e4chsten Informanten und finde den Feldwebel, der mich in Richtung Parkplatz geleitet hat. Was wiegen die Kampfpanzer denn, will ich wissen. 35 Tonnen, hei\u00dft es. Gibt es keine gr\u00f6\u00dferen? Doch, seit etwa 1996 gebe es ein schwereres Nachfolgemodell. Werden sie Dinger eigentlich alle von Mitsubishi gebaut? Er fasst sich nachdenklich ans Kinn. Die Sekunden vergehen. <em>\u201eDas wei\u00df ich nicht\u201c<\/em>, sagt er schlie\u00dflich. Ich gehe ein St\u00fcck weiter und sehe mir einen alten M47<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a> an, der gerade von Kindern als Abenteuerspielplatz genutzt wird, ebenso wie der alte zweimotorige Hubschrauber (war wohl auch noch in Korea), der daneben steht. Ich verzichte darauf, ein Bild zu machen. Solches Ger\u00e4t kann ich auch zuhause finden, und ich habe bereits die Aufl\u00f6sung meiner Kamera heruntergeschraubt, damit ich mehr Bilder machen kann. Drei sind noch frei.<br>Ich gehe zum oberen Schauplatz. Ich treffe Melanie dort, die sich dazu durchgerungen hat, noch zu kommen. Sie sagt, man habe die Vorf\u00fchrung wahrscheinlich in ganz Hirosaki h\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe mir den ausgestellten M\u00f6rser an, und nat\u00fcrlich steht auch hier jemand, den man mit Fragen l\u00f6chern kann. Kaliber 81 mm? Benutzt Ihr immer noch das US Modell aus dem letzten Weltkrieg? Nein, inzwischen gebe es nat\u00fcrlich neuere Modelle. Dieses St\u00fcck hier sei 20 Jahre alt und nur zu Schauzwecken hier. Wie weit kommt man damit? Bis zu 5000 Metern, aber die maximale Einsatzreichweite sei etwa 3500 Meter. Hm, das sind schon zwei Kilometer mehr als ich dachte. Was wiegt das Ger\u00e4t und wie viele Leute brauche ich daf\u00fcr? <em>\u201eDas Gesamtgewicht betr\u00e4gt 51 kg. Ein Trupp besteht aus vier Mann, plus Truppf\u00fchrer, dazu kommt ein Gefechtsfeldbeobachter pro Zug.\u201c<\/em> Und was ich schon l\u00e4nger wisse wollte: Warum hat der M\u00f6rser ein Au\u00dfengewinde? <em>\u201eDie Rillen dienen dem Zweck, die Oberfl\u00e4che des Rohrs zu vergr\u00f6\u00dfern und damit die K\u00fchlung zu verbessern.\u201c<\/em> Ich bemerke an diesem Punkt, dass ich erstaunlich wenige Verst\u00e4ndnisprobleme habe. Ich muss das auf die Sammlung milit\u00e4rischer Vokabeln zur\u00fcckf\u00fchren, die ich seit zwei Jahren anlege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gehe dann hin\u00fcber zu den Hubschraubern und mache Bilder von der \u201eSuper Cobra\u201c, bevor ich zur Bell weitergehe. Von diesem alten Schlachtross der modernen Kavallerie mache ich allerdings kein Foto \u2013 zu gew\u00f6hnlich. Auf der Informationstafel steht geschrieben <em>\u201eUH 1-H\u201c<\/em>. Das ist mir aber nicht ganz koscher und ich rette einen der Soldaten vor der Langeweile. Warum ist der letzte Buchstabe ein \u201eH\u201c? Oh, das sei ein Druckfehler, sagt er. Nat\u00fcrlich m\u00fcsse an dieser Stelle ein \u201eJ\u201c stehen. Dachte ich\u2019s mir doch \u2013 schlie\u00dflich sind wir hier in \u201eJ\u201c wie \u201eJapan\u201c, im Land der aufgehenden Sonne, und nicht im Land von \u201eH\u201c wie \u201eHeute\u201c.<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7<\/a>] Wie viele von den \u201eSuper Cobra\u201c Gunships stehen eigentlich im japanischen Einsatz? 97 St\u00fcck seien es derzeit.<br>Ich wei\u00df nicht mehr, wieso, aber ich frage ihn auch, wo man denn Armeekleidung kaufen k\u00f6nne \u2013 es k\u00f6nne ja nicht sein, dass ich daf\u00fcr bis nach Sendai fahren muss. Nein, sagt er, das gebe es auch in Hachinohe, an der Ostk\u00fcste von Aomori-ken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich genehmige mir mit Melanie noch eine Portion Yakisoba, weil mich doch ein wenig der Appetit gepackt hat. Dann machen wir uns daran, nach Hause zu fahren. Weiter unten kann man zwar eine Runde auf einem der Kampfpanzer drehen, aber die Schlange davor ist entsprechend lang, und unsere Zeit ist mittlerweile recht knapp, weil wir ja noch zu einer Gesellschaft im Park (zur Bl\u00fctenschau) eingeladen sind. Vorher gehe ich allerdings noch meine Schuhe saubermachen, sie haben es n\u00f6tig, und es ist hier vor Ort auch bequem zu machen. Die Truppe hat hier n\u00e4mlich ein echtes Faulenzersystem. Die benutzen Spritzd\u00fcsen, also einen kleinen Hochdruckstrahler, anders als bei der Bundeswehr, wo man immerhin eine Schrubbb\u00fcrste mit Wasserzufuhr verwendet. Und als ob das noch nicht genug w\u00e4re, enth\u00e4lt das Spritzwasser auch noch Anteile von \u00d6l, damit der Schuh auch gleich gefettet wird. Das \u00d6l gelangt auf diese Art und Weise allerdings ins gew\u00f6hnliche Abwasser, in Deutschland w\u00fcrde man wegen einer solchen Idee Zeter und Mordio schreien. Zurecht, wie ich anmerken m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist 13:30 und wir fahren noch schnell zuhause vorbei, um Melanies Winterjacke abzuholen, da wir die kommenden Stunden mit aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls ohne viel Bewegung im Freien verbringen werden. Da der R\u00fcckweg nur bergab f\u00fchrt, ist die Entfernung in f\u00fcnf Minuten zu machen.<br>Wir sind also zum Hanami, zur Bl\u00fctenschau, eingeladen, und dabei handelt es sich um ein geselliges Beisammensein, bei dem Bl\u00fcten meiner Beobachtung nach eher im Hintergrund stehen, bzw. den \u2013 wenn auch sch\u00f6nen \u2013 Hintergrund bilden. Wenn sich die Studenten im Park versammeln, dann wird da viel getrunken und viel Unsinn gemacht, wie fr\u00fcher einmal bereits geschildert. <br>Um 14:05 sind wir im Park, wo uns Jin Y\u00fbtaka bereits erwartet. Wiirit und Nan treffen zur gleichen Zeit ein. Hm\u2026 aus verschiedenen optischen Indizien muss ich schlie\u00dfen, dass die beiden mittlerweile (?) ein Paar sind, und wenn <strong>ich<\/strong> einen solchen Umstand bemerke, wei\u00df es normalerweise schon jeder andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der halbe Happy Hippo Club ist anwesend, bzw. trifft nach und nach ein, woraus ich schlie\u00dfen muss, dass die Party bis auf die eine oder andere Dose Bier alkoholfrei bleiben wird, was eigentlich ganz und gar un\u00fcblich bei solchen Gelegenheiten ist. Aber ich will mich dar\u00fcber nicht beschweren. An Ausl\u00e4ndern sind vertreten Melanie und ich, Irena, Val\u00e9rie, und eine Chinesin, deren Name mir nicht gel\u00e4ufig ist. Bis auf eine Gelegenheit werden die Club-Formalismen heute weggelassen und wir gehen gleich zum Essen \u00fcber. Maeda Y\u00fbko, die Pr\u00e4sidentin des Clubs (soweit mir bekannt ist sie das), m\u00f6chte etwas \u00fcber deutsche Begr\u00fc\u00dfungsformeln h\u00f6ren und ich erl\u00e4utere das Thema. Sie ist erstaunt, dass die japanische Formel <em>\u201eYoroshiku\u201c<\/em> (im weitesten Sinne hei\u00dft das <em>\u201eLassen Sie uns gut miteinander umgehen\u201c<\/em>) keine deutsche Entsprechung hat und ich versuche zu erkl\u00e4ren, dass man in Deutschland nicht extra zu sagen braucht, dass man \u201egut behandelt\u201c zu werden w\u00fcnscht. Ich nehme an, sie tut das, um mich zu besch\u00e4ftigen, aber schlie\u00dflich kann ich nicht die ganze Zeit dr\u00f6ge in der Gegend herumsitzen und die Bl\u00fcten am Baum anstarren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3809\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IM000828.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#8230; aber sch\u00f6n sind sie schon.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meiste Zeit \u00fcber versteckt sich die Sonne, wie bereits am Morgen, hinter den Wolken und der Wind ist immer noch recht k\u00fchl, wenn auch nicht mehr ganz so heftig wie am Morgen um halb Elf. Dennoch ist es nicht gerade angenehm warm, w\u00e4hrend wir ohne Schuhe auf der Plastikplane auf der Wiese herumsitzen. In der Mitte steht ein Radio, dessen CD-Spieler auf die leisesten Ersch\u00fctterungen reagiert und dann f\u00fcr einen Sekundenbruchteil aussetzt. Wenn er funktioniert, spielt er <em>\u201eGreatest Hits 1970 \u2013 2000\u201c<\/em>, aus dem 100-Yen-Shop im Daiei. Es gibt schlimmere Musik, die man h\u00e4tte laufen lassen k\u00f6nnen, aber als man mich schlie\u00dflich dazu auffordert, <em>\u201eMacarena\u201c<\/em> mitzutanzen, bricht mein ausgepr\u00e4gter Individualismus hervor. Mit anderen Worten: Es ist mir viel zu peinlich, mich auf diese Art und Weise zum Affen zu machen, selbst wenn die meisten Anwesenden damit offenbar kein Problem haben. <em>\u201eDeath before Disco\u201c<\/em> \u2013 das war nicht nur irgendein Spruch auf einem meiner vergangenen T-Shirts, ich <strong>lebe<\/strong> dieses Motto, und f\u00fcr <em>\u201eMacarena\u201c<\/em> habe ich nicht genug getrunken. Melanie erspart sich das Ganze, indem sie bereits vor einiger Zeit mit Irena losgezogen ist, um Kirschbl\u00fcten zu fotografieren.<br>Ich widerstehe also mehreren Aufforderungen und dem Argument, dass es peinlicher sei, sich (dem unausgesprochenen und von mir schon immer \u201ehei\u00df geliebten\u201c Gruppenzwang) zu verweigern, bis das d\u00e4mliche Lied nach etwa f\u00fcnf Minuten endlich vorbei ist. Ich muss einen Moment lang bef\u00fcrchten, dass sich die Nummer wiederholt, aber man macht sich ans Zusammenpacken. Die Formalit\u00e4t des Tages: Die Gruppe fasst sich gegenseitig an den H\u00e4nden f\u00fcr den Schlussspruch, der Verabschiedungen in etwa 20 Sprachen beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jin Y\u00fbtaka \u00fcbergibt mir einen Umschlag, in dem sich eine Gru\u00dfkarte zum anstehenden Knabenfest befindet, sowie Fotos unseres gemeinsamen Essens nach dem Konzert, auf dem Y\u00fbtar\u00f4 gespielt hat. Normalerweise habe ich keine Probleme mit Fotos, die von mir gemacht wurden, aber ich stelle fest, dass ich auf diesen hier ausnahmslos d\u00e4mlich aussehe. Melanie ist ebenfalls abgebildet und ihr Gesicht ist so rot, dass sie jeder, der das Foto sieht, f\u00fcr komplett betrunken halten muss. Dabei haben wir an dem Abend nichts getrunken (au\u00dfer einem Glas Apfelwein) und das rote Gesicht (zusammen mit dem Umstand, dass ich nur ein T-Shirt am Oberk\u00f6rper trage) ist daraus abzuleiten, dass es in dem Raum ziemlich warm war.<br>Schlie\u00dflich gehen wir mit der Familie noch in das japanische Restaurant im Touristenzentrum gegen\u00fcber vom Park, wo ich mit Melanie bereits gewesen bin. Auf dem Weg dorthin sehe ich, auf der anderen Stra\u00dfenseite, BiRei in einem (bordeaux-) roten Kimono herumstehen, zusammen mit japanischer Begleitung. Sie steigt aber bereits in ein Taxi, sonst h\u00e4tte ich den Ausfall gewagt und ein Foto von ihr gemacht \u2013 das letzte auf der Kamera.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir gehen in das Restaurant, und ich stelle fest, dass ich mir einen Sonnenbrand eingefangen habe. Meine Stirn brennt leicht und ich werde rapide schnell m\u00fcde. Nach dem Essen fahren wir nach Hause, und ich verliere keine Sekunde, bevor ich meine Z\u00e4hne schrubbe und schlafen gehe. Und das ist um kurz nach Sechs. In Folge dessen bin ich um etwa 22:30 wieder wach. Ich stehe auf und verfasse schon mal den Teil meines heutigen Eintrages, der sich mit der ersten Tagesh\u00e4lfte besch\u00e4ftigt. Danach lege ich mich wieder hin und schlafe auch gleich wieder ein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>&nbsp;<em>\u201eLasst uns den japanischen Selbstverteidigungstruppen beitreten!\u201c<\/em>, aus einem Spottlied \u00fcber die Jieitai.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a>&nbsp;<em>\u201eWir fallen mit den Kirschbl\u00fcten\u201c<\/em>, demselben Spottlied entnommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a>&nbsp;Diese Legende wird in <em>\u201eKamikaze, Cherryblossoms and Nationalisms\u201c<\/em> von Ohnuki-Thierney widerlegt. Es handelt sich auch in diesem Fall um eine japanische Traditionskonstruktion. Fallende Kirschbl\u00fcten mit dem Tod gleichzusetzen ist eine propagandistische Erfindung der Meiji-Zeit (1868-1912), die am Ende des Zweiten Weltkrieges ihren H\u00f6hepunkt fand. Eine Korrektur des konstruierten Irrglaubens fand aber bis heute nicht statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ein Hubschrauber, \u201eBell UH1\u201c, hinreichend bekannt aus medialen Darstellungen des Vietnam-Kriegs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u201eMannschaftstransportwagen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ein US-Kampfpanzer des fr\u00fchen Kalten Kriegs, benannt nach General Patton.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Der Witz ist lahm, ich gebe es zu, denn man muss ihn erkl\u00e4ren: Der Begriff \u201eNihon\u201c (= \u201eJapan\u201c) besteht aus den Schriftzeichen f\u00fcr \u201eSonne\u201c und \u201eUrsprung\u201c, deshalb \u201eLand der aufgehenden Sonne\u201c. Vertauscht man die beiden Schriftzeichen, liest man das Ergebnis \u201eHonjitsu\u201c = \u201eheute\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich stehe zeitig auf, weil ich ja p\u00fcnktlich um 09:00 an der Kaserne sein m\u00f6chte. Der Himmel ist bew\u00f6lkt und hin und wieder sp\u00fcre ich kleine Regentropfen im Gesicht. Der Wind dazu ist recht k\u00fchl. Aber das kann mich nicht schrecken! Ich bin vorbereitet. 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