{"id":376,"date":"2009-01-16T13:28:34","date_gmt":"2009-01-16T12:28:34","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=376"},"modified":"2009-09-24T19:07:11","modified_gmt":"2009-09-24T17:07:11","slug":"376","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=376","title":{"rendered":"Blitzkrieg in Fernost (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<p><strong>1.5. Strategische Expansion<\/strong><br \/>\nMan muss bei allem St\u00fctzpunktausbau das Geld im Auge behalten. Wenn keins da ist, werden alle Projekte gestoppt, bis wieder welches verf\u00fcgbar ist. Die Finanzmittel flie\u00dfen dabei in Echtzeit in die Kasse, man muss also nicht warten, bis Zahltag ist. Aber dennoch bedeutet eine \u00dcberstrapazierung der Kasse eine langsamere Entwicklung. Man sollte die Arbeitskr\u00e4ftekapazit\u00e4t eines kleinen St\u00fctzpunktes also vielleicht bestenfalls halb ausnutzen und sich auf die gro\u00dfen, bedeutenden H\u00e4fen konzentrieren. Es reicht, die kleinen nachher aufzur\u00fcsten, ein Jahr ist verdammt viel Zeit in diesem Spiel. Ein neuer St\u00fctzpunkt kostet drei Millionen, und dann stehen da erst mal 400 Pioniere neben ihrer Dackelgarage in der Pampa, und es ist noch nichts gebaut.<\/p>\n<p>Spielt man ein historisches Szenario (das hei\u00dft, die USA repr\u00e4sentieren sowohl alle amerikanischen, als auch die britischen und niederl\u00e4ndischen Gebiete), dann ist als wirtschaftlich viel versprechendes Gebiet eigentlich nur noch Vietnam \u00fcbrig. Um zu verhindern, dass die Japaner es sich unter den Nagel rei\u00dfen, muss man es selbst schneller \u201ebesiedeln\u201c, und wenn man gleich \u00fcberall mit den Bauprojekten in die Vollen geht, dann ankert die Flotte mit den Technikern ein paar Tage nach Spielbeginn zwar vor Saigon, aber der Quartiermeister sagt: \u201eOhne Moos nix los, M\u00e4nners!\u201c<\/p>\n<p>Vietnam unter alliierter Kontrolle verweigert Japan einen nicht unbedeutenden Rohstofflieferanten. Ansonsten bleiben ihnen, au\u00dfer Tokio, Osaka, und Nagasaki, Taiwan und Okinawa, und eher unbedeutende Gebiete wie Iwojima, die Marschallinseln, Bougainville, oder Saipan, wo nur wenige Menschen leben, das bedeutet, dass der Bau von Fabriken dort unter Umst\u00e4nden gar nicht m\u00f6glich ist, was wiederum hei\u00dft, dass da weder Rohstoffe noch Geld herkommen, und selbst die Anwesenheit einer Fabrik auf einem St\u00fctzpunkt hei\u00dft nicht, dass dort etwas abgebaut oder gef\u00f6rdert wird, oder dass die Fabrik jemals die finanziellen Ausgaben f\u00fcr ihre Errichtung wieder einspielt.<\/p>\n<p>Geradezu lustig ist \u00fcbrigens, dass die Entwickler zum Zwecke der Spielvereinfachung gro\u00dfe, und zum Teil historisch wichtige, Gebiete als \u201eunbewohnt\u201c (und damit als nicht kolonisierbar) angegeben haben, zum Beispiel Mexiko, Neuseeland, oder die S\u00fcdh\u00e4lfte Australiens ebenso wie die chinesische Ostk\u00fcste (au\u00dfer Hong Kong) und Korea.<\/p>\n<p>Ich meine, was soll das? Die Japaner hatten in Korea und Nordchina bedeutende Rohstoffbasen, die hier kurzerhand ignoriert werden. Shanghai war ebenfalls von gro\u00dfer Bedeutung. Wozu hatten die Entwickler eigentlich einen Mitarbeiter f\u00fcr \u201eHistorische Fakten\u201c, der in ihren Credits ebenso aufgef\u00fchrt ist, wie die milit\u00e4rhistorische Gesellschaft \u201eBlitzfront\u201c? W\u00e4re ich einer dieser Berater gewesen, h\u00e4tte ich mich geweigert, meinen Namen mit diesem Produkt in Verbindung bringen zu lassen. Wie so manch anderes Element, strebt auch der historische Realismus im \u201eHistorischen Szenario\u201c stark gegen Null.<\/p>\n<p>In Reviews war u.a. zu lesen, dass manche Fans beim Thema Genauigkeit bem\u00e4ngelten, dass die britischen Schiffe \u201ePrince of Wales\u201c und \u201eRepulse\u201c als amerikanische \u201eColorado\u201c Schlachtschiffe dargestellt werden \u2013 im Vergleich mit den \u00fcbrigen Geschichtsverzerrungen, die hier gezeigt werden, ist das geradezu ein Furz, ein Nichts, ein minderes Detail, und die Beschwerde reine Erbsenz\u00e4hlerei. Ich muss mich wundern, dass in keinem der Reviews auch nur andeutungsweise von den gro\u00dfen Fehlern die Rede ist. Stattdessen wird mehr \u00fcber die technischen Beschr\u00e4nkungen geredet, die mich nur zweitrangig interessieren.<\/p>\n<p><strong>1.6. Zwischenbilanz<\/strong><br \/>\nDas \u201ehistorische Szenario\u201c ist demnach hochgradig unfair gegen\u00fcber dem japanischen Spieler. Der alliierte Spieler kann die einzig wirklich gute Kolonie \u2013 Vietnam \u2013 vor den Japanern besetzen, also wo bekommt Japan dringend ben\u00f6tigte Rohstoffe her? Wenn das Szenario tats\u00e4chlich historisch w\u00e4re, dann bek\u00e4men die Japaner diese Rohstoffe nirgendwo her. Da ich f\u00fcr Japan noch nicht gespielt habe, muss ich vermuten, dass die japanischen Heimath\u00e4fen aus Gr\u00fcnden des Spielgleichgewichts eine eigene Rohstoffproduktion haben.<\/p>\n<p>Das \u201eFreie Szenario\u201c dagegen gibt den Spielern erstmal nur die Heimath\u00e4fen, Kolonien m\u00fcssen erst besiedelt werden \u2013 und weil die meisten potentiellen Kolonien in Ost- und S\u00fcdostasien liegen, hat Japan wegen der geografischen N\u00e4he in dieser Spielvariante einen deutlichen Vorteil.<\/p>\n<p>Der St\u00fctzpunkt Panama kann ohne negative Auswirkungen ignoriert werden, muss ich sagen. Da kein Zweifrontenkrieg gef\u00fchrt wird, ist der Kanal bedeutungslos. Ein paar wenige Millionen Dollar kommen von dort in die Staatskasse, aber alles andere muss man erst holen. Und das sind Truppen, da aus Panama nur eine verschwindend kleine Menge \u00d6l kommt, die in der Gesamtbilanz nicht weiter auff\u00e4llt, wenn sie fehlt. Man k\u00f6nnte, wenn man wollte, aus Panama regelm\u00e4\u00dfig etwa 13000 Mann an Truppennachschub holen, aber es ist die M\u00fche nicht wert. Panama liegt ca. 9000 Kilometer von allem weg, das ist weiter, als von Kalifornien nach Hawaii, und daf\u00fcr sind mir mein Transportraum und vor allem meine Geduld zu wertvoll, als dass ich auf noch mehr Konvois aufpassen wollte. Die Westk\u00fcste produziert schon eine ganze Menge Truppen, jeder Standort stellt bestimmt jeden Monat zwei Divisionen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Flotte, das hei\u00dft die verf\u00fcgbaren Einheiten, sind zu Spielbeginn gro\u00dfz\u00fcgig \u00fcber das pazifische Gebiet verteilt. So ist man \u00fcberall schwach vertreten und nirgendwo stark. Da man ein Jahr Zeit bis zum japanischen Angriff hat, ziehe ich alle Gro\u00dfverb\u00e4nde in San Diego zusammen, l\u00f6se sie auf und fasse sie in wenigen Tr\u00e4ger-Angriffsflotten zusammen, bevor ich sie zu neuen St\u00fctzpunkten schicke. Klotzen, nicht kleckern. Eine solche Flotte umfasst (mindestens) acht Flugzeugtr\u00e4ger mit etwa 700 Flugzeugen verschiedener Art, vier Schlachtschiffe, und eine Anzahl von leichten und schweren Kreuzern, Zerst\u00f6rern, und Nachschubschiffen.<\/p>\n<p>Das Material ist da, allein 25 Flugzeugtr\u00e4ger sind zu Beginn \u00fcberall verteilt, vor allem in Transport- und Tankerkonvois verstecken sich immer ein paar. Jeder Konvoi hat per Grundeinstellung zwei Tr\u00e4gerschiffe und Geleitschiffe dabei. Die Tr\u00e4ger und die gro\u00dfen Geleitschiffe lasse ich in San Diego zur\u00fcck f\u00fcr die Reorganisation, fasse den Schiffsraum f\u00fcr Transporte gro\u00dfz\u00fcgig zusammen und gebe f\u00fcr jedes Transportschiff einen Zerst\u00f6rer dazu. Damit kommt man gegen einen entschieden (also entsprechend stark) vorgetragenen Angriff nat\u00fcrlich nicht an, aber was sollte ich auch mit zwei Flugzeugtr\u00e4gern in einer solchen Formation? Kommt der Feind mit \u00dcbermacht daher, dann gehen die beiden mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit verloren, f\u00fcr gar nichts. Also lieber klotzen.<\/p>\n<p>Eine Tr\u00e4gerflotte in Hong Kong, eine in Manila und eine in Wake Island sollten genug Stahl darstellen, um einen japanischen Hauptst\u00fctzpunkt (Nagasaki, Osaka, Tokio, und Okinawa, das wohl die Rolle Panamas spielt) zumindest ernsthaft besch\u00e4digen zu k\u00f6nnen. Ich halte es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass die KI, der ich in diesem Spiel nicht viel zutraue, gegen dreimal 700 Flugzeuge ankommt, ohne eine Jahresproduktion an Schiffstonnage einzub\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>1.7. Durch diese hohle Gasse muss er kommen\u2026<\/strong><br \/>\nEnde 1941 kann man dann den japanischen Angriff erwarten. Der japanische Spieler bekommt irgendwann von seiner Regierung den Auftrag, die Feindseligkeiten zu er\u00f6ffnen \u2013 ich frage mich allerdings, wie das funktioniert, wenn der Spieler Regierungsauftr\u00e4ge ausgeschaltet hat? Das gilt es noch herauszufinden.<br \/>\nDem amerikanischen Spieler steht es zwar frei, selbst den ersten Schuss abzufeuern, aber im Hinblick auf das damalige politische Klima in den USA w\u00fcrde die Moral aus Unverst\u00e4ndnis \u00fcber diesen Schritt drastisch fallen, also l\u00e4sst man das lieber. Man wei\u00df ja eh, dass sie kommen, nur halt nicht, wo.<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne dabei ist ja, dass die Japaner nicht notwendigerweise Pearl Harbor massiv angreifen, und es muss nicht zu einer Entscheidungsschlacht bei Midway kommen. Aber ein bisschen mehr Dramatik h\u00e4tte ich beim Erstschlag schon erwartet: Im Falle meines Spiels tauchten drei \u2013 DREI \u2013 japanische mittelschwere G4M \u201eHamaki\u201c Bomber vor dem reichlich unbedeutenden St\u00fctzpunkt Rabaul auf und wollten Ziele angreifen. Die vier \u2013 VIER \u2013 verf\u00fcgbaren P-40 Abfangj\u00e4ger stiegen auf und schossen zwei Bomber ab, einer entkam und damit begann der hei\u00dfe Krieg.<\/p>\n<p>Die Friedensphase verschlingt einige Stunden Spielzeit. Wenn man jeden Tag eine bis zwei Stunden investiert, wird man sicherlich zwei Wochen daf\u00fcr brauchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.5. Strategische Expansion Man muss bei allem St\u00fctzpunktausbau das Geld im Auge behalten. 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