{"id":3638,"date":"2024-02-21T09:01:23","date_gmt":"2024-02-21T08:01:23","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3638"},"modified":"2024-02-21T09:01:23","modified_gmt":"2024-02-21T08:01:23","slug":"donnerstag-19-02-2004-der-fischkerker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3638","title":{"rendered":"Donnerstag, 19.02.2004 \u2013 Der Fischkerker"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wecker klingelt heute um 08:30, damit wir den Zug um 11:45 noch kriegen. Und das klappt auch ganz hervorragend. F\u00fcr 190 Yen zum Bahnhof, 650 Yen bis nach Aomori und 670 Yen vom Bahnhof bis zu der Bushaltestelle, die dem Aquarium am n\u00e4chsten ist. Also etwas mehr als 11 E pro Fahrt. Bis zum Aquarium sind es ca. zehn Minuten Fu\u00dfmarsch \u2013 und es ist ganz \u00fcbel kalt, k\u00e4lter als in Hirosaki. Wir f\u00fchren das auf die N\u00e4he zum Meer und den damit verbundenen Wind zur\u00fcck. 200 Meter n\u00f6rdlich von uns, parallel zur Stra\u00dfe, rollen die Wellen sanft an den Strand. Beinahe w\u00e4ren wir an unserem Ziel vorbeigelaufen, weil das Geb\u00e4ude eher wie eine Fischkonservenfabrik als wie eine Art Naturkundemuseum aussieht. Der Eintritt betr\u00e4gt 1000 Yen. Ich w\u00fcrde sagen, dieser Tag war teuer. Mehr als 30 E Gesamtausgaben \u2013 f\u00fcr das Folgende:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleich in der N\u00e4he des Eingangs befindet sich ein Becken mit Schildkr\u00f6ten, und zwar Schildkr\u00f6ten mit einem Durchmesser von ungef\u00e4hr einem halben Meter. Das Becken ist etwa vier Meter lang, zwei Meter breit und drei Meter hoch (bzw. tief) und ist im Inneren v\u00f6llig kahl. Mit himmelblauer Farbe angepinselt, die hier und da abbr\u00f6ckelt und von den Schildkr\u00f6ten angeknabbert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen\u00fcber davon befinden sich kleine Aquarien mit Tieren darin, die so gro\u00df sind, dass sie sich kaum bewegen k\u00f6nnen. Ich bin total begeistert. Der \u201eChinesische Riesensalamander\u201c z.B. macht nicht den Eindruck, als k\u00f6nne er mehr tun, als sich vielleicht einmal um die eigene Achse zu drehen. Ich w\u00fcrde gerne den Urheber dieser Beh\u00e4ltnisse eine Zeitlang in einem Boxenhotel in Tokyo einsperren, wo die Schlafboxen etwa zwei Meter lag sind und etwa einen Meter Durchmesser aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Hauptattraktion ist ein Becken, durch das man mittels eines Tunnels unter der Wasseroberfl\u00e4che hindurchgehen kann. Die Fische haben hier immerhin Platz, sich relativ frei zu bewegen. Da sind eine Menge Fische, die ich nicht benennen kann, aber auch kleine Haie, eine Art riesiger Wels und drei Rochen. Das Becken ist etwa viermal so gro\u00df wie das Schildkr\u00f6tenbecken und immerhin mit k\u00fcnstlicher Vegetation versehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansonsten bietet das Museum so ziemlich alles, was im Pazifik zwischen Tokyo und San Francisco so haust. Auch Seel\u00f6wen, Pinguine und Seeotter. Wir sehen uns die F\u00fctterung der Otter an. Es sind drei St\u00fcck und die haben wirklich Platz, meines Erachtens. Einer der Otter macht sich einen Spa\u00df daraus, mit dem Kopf unter Wasser und dem Hintern an der Oberfl\u00e4che schwimmend, die Zuschauer durch die Glasscheibe zu betrachten. Es sieht lustig aus. Im zweiten Stock gibt es auch S\u00fc\u00dfwasserfische, darunter Piranhas. Nat\u00fcrlich befindet sich an den Becken der dringende Hinweis, die Hand nicht ins Wasser zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein geringstes Gefallen findet die Delfinshow. Ich bin kein Freund der Idee, Meerestiere in einem viel zu kleinen Becken mit gechlortem Wasser zu halten und sie auch noch f\u00fcr Unterhaltungszwecke einzusetzen. Und als ob das nicht genug w\u00e4re, gibt es ein weiteres Delfinbecken, in dem zwei weitere der S\u00e4ugetiere, laut Anzeigetafel,&nbsp; in einer Mutter-Kind-Beziehung leben. Das Becken hat bestenfalls f\u00fcnf Meter Durchmesser und ist vielleicht f\u00fcnf Meter tief. Die Tiere schwimmen im Kreis wie es der L\u00f6we im K\u00e4fig auf seinen vier Beinen macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fahren wieder nach Hause. Eigentlich wollten wir mit SangSu was trinken gehen, aber wir sind zu m\u00fcde, um uns heute noch ein Nomih\u00f4dai geben zu wollen. Aber wir entschlie\u00dfen uns spontan f\u00fcr ein Tabeh\u00f4dai im Moo-Moo, als wir auf dem Nachhauseweg daran vorbeikommen. Wir stopfen uns also den Wanst kr\u00e4ftig mit R\u00f6stfleisch voll. Ich vermisse Dinge wie Ketchup oder Mayonnaise in diesem Laden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 23:30 kommen wir wieder in Nakano an. Da wir morgen Abend ins Kino gehen wollen, wird entschieden, dass wir uns noch den <em>\u201eHerrn der Ringe\u201c<\/em> ausleihen und ansehen, zun\u00e4chst den ersten Teil. Moment mal!? War da nicht vor kurzer Zeit noch jemand m\u00fcde gewesen? Ich leihe also <em>\u201eFellowship of the Ring\u201c<\/em> aus, und das f\u00fcr zwei Tage, weil ich ihn ja heute nicht mehr werde zur\u00fcckgeben k\u00f6nnen. Warum wir allerdings nicht noch die paar Minuten bis nach Mitternacht gewartet haben, verschlie\u00dft sich mir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wecker klingelt heute um 08:30, damit wir den Zug um 11:45 noch kriegen. Und das klappt auch ganz hervorragend. F\u00fcr 190 Yen zum Bahnhof, 650 Yen bis nach Aomori und 670 Yen vom Bahnhof bis zu der Bushaltestelle, die dem Aquarium am n\u00e4chsten ist. Also etwas mehr als 11 E pro Fahrt. 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