{"id":363,"date":"2009-01-12T18:25:29","date_gmt":"2009-01-12T17:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=363"},"modified":"2009-09-25T11:38:18","modified_gmt":"2009-09-25T09:38:18","slug":"blitzkrieg-in-fernostz-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=363","title":{"rendered":"Blitzkrieg in Fernost (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p><strong>1.3. Menschenmaterial und Standortverwaltung<\/strong><br \/>\nDa die Produktion auf San Diego konzentriert ist (weil dies der eingestellte Prim\u00e4rst\u00fctzpunkt ist, was man jedoch \u00e4ndern kann), und San Diego aus irgendeinem Grund automatisch \u00fcber die Rohstoffeink\u00fcnfte der gesamten Westk\u00fcste verf\u00fcgt, sind an keiner der drei dortigen Basen je Aluminium oder Eisenerz gelagert. L\u00e4dt man eine Ladung Erz in Monterey aus, wird sie sofort ohne Zeitverlust in die Produktionsanlagen von San Diego gebeamt. Die st\u00e4ndige Produktion von R\u00fcstungsg\u00fctern in San Diego verschlingt sofort alles, was reinkommt. Auch wenn ein Transportkonvoi 150.000 t Erz bringt \u2013 die sehen nie ein Lager von innen, die landen sofort im Stahlwerk. Die Lagerkapazit\u00e4ten in den Heimatorten braucht man also eigentlich nur f\u00fcr Munition.<\/p>\n<p>Wenn man m\u00f6chte, kann man den Prim\u00e4rst\u00fctzpunkt verlegen, wenn auch nur im Rahmen der Heimatbasen. Wichtig ist das allerdings nicht, da man sich dadurch nur erspart, zum Beispiel in San Diego gebaute K\u00fcstenartillerie nach Monterey oder Bremerton zu verschiffen \u2013 und so dringlich ist der Zeitfaktor nicht, als dass man diese paar Tage nicht investieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00d6l- und Munitionsvorr\u00e4te an den St\u00fctzpunkten sind wichtig, denn schlie\u00dflich verbraucht man im Krieg unglaubliche Mengen davon. Ebenso wichtig sind die Truppen. Fu\u00dftruppen sch\u00fctzen eigene St\u00fctzpunkte vor einer Invasion und landen an feindlichen K\u00fcsten, sobald die Verteidigung ausgeschaltet wurde, Piloten fliegen die Flugzeuge, Matrosen steuern Schiffe, und Ingenieure (Pioniere) bauen und reparieren alles m\u00f6gliche. Neue Truppen \u201ewachsen\u201c sowohl in der Heimat, also Bremerton, Monterey, und San Diego, als auch \u2013 interessanterweise \u2013 in Panama. W\u00f6chentlich str\u00f6men Tausende neuer Rekruten in diese Kasernen, aber um also ein stetiges globales Anwachsen der Truppenzahlen zu gew\u00e4hrleisten, muss man daf\u00fcr sorgen, dass auch immer Platz f\u00fcr neue Rekruten ist. Die Transporter bringen also Rohstoffe und nehmen Fertigwaren und Menschen mit.<\/p>\n<p>Sind die Menschen einmal an ihrem zugewiesenen St\u00fctzpunkt, droht ihnen auch im Frieden ernste Gefahr: Je n\u00e4her ein St\u00fctzpunkt am \u00c4quator ist, desto h\u00f6her ist die Todesrate. Allerdings wei\u00df ich nicht, in was f\u00fcr Dreckl\u00f6chern die da hausen, oder wo die Entwickler ihre Informationen her haben, denn ohne Krankenhaus liegt die Todesrate schon mal bei \u00fcber 30 % \u2013 monatlich! Nachdem man also ein Kasernengeb\u00e4ude errichtet hat, m\u00fcssen Krankenh\u00e4user her, bevor man was anderes baut. Bei entsprechender Ausstattung kann man damit den monatlichen Exitus auf bis zu etwa 2 % dr\u00fccken &#8211; was immer noch l\u00e4cherlich ist: Man stelle sich vor, in der 250.000 K\u00f6pfe starken Bundeswehr w\u00fcrden jeden Monat 2 % = 5000 Leute wegen Krankheiten oder wegen sonst was abkratzen &#8211; eine komplette Brigade! Jeden Monat!<br \/>\nIch bezweifle, dass diese Zahlen in den Vierziger Jahren des 20. Jh. noch realistisch waren.<\/p>\n<p>Krankenh\u00e4user retten Menschenleben, Kasernen erweitern die potentielle Truppenzahl, ein Hafen erh\u00f6ht die t\u00e4glich verladbare Tonnage, ein Flughafen l\u00e4sst je nach Ausbaustufe immer schwerere Maschinen landen, Industriegeb\u00e4ude bringen Geld und Rohstoffe, der Zweck von Tanklagern und Lagerhallen versteht sich von selbst, Funkanlagen erh\u00f6hen (vermutlich) die Effektivit\u00e4t der Bodentruppen, eine Radaranlage erh\u00f6ht die Vorwarnzeit, es gibt Verteidigungsanlagen (Flak und ggf. FlaRak, K\u00fcstenartillerie, Minenfelder), Luftschutzbunker, \u00dcbungspl\u00e4tze f\u00fcr die Steigerung der Erfahrung der Truppen, und \u2013 man h\u00f6re und staune \u2013 Kirchen und Tempel. Letztere dienen der geistigen Erbauung und erh\u00f6hen die Moralstufe von Bodentruppen und angelandeten Schiffsbesatzungen.<br \/>\n\u00dcber die Priorit\u00e4ten, in welcher Reihenfolge man was baut, mag sich jeder selbst den Kopf zerbrechen, aber ein Krankenhaus ist das erste, was her muss, sonst sterben einem die Pioniere weg, bevor der St\u00fctzpunkt fertig ist.<\/p>\n<p>Und man braucht schon ein paar. Ein Tanklagerteil braucht 80 Arbeitskr\u00e4fte, ein Kasernengeb\u00e4ude 100, eine Kirche 200, eine Fabrik 1500 und ein Flugfeld 2000. Der Truppennachschub muss also rollen, damit man m\u00f6glichst mehrere Projekte gleichzeitig verfolgen kann.<\/p>\n<p><strong>1.4. Truppenausbildung<\/strong><br \/>\nDank der \u00dcbungspl\u00e4tze, die man bauen kann, ist es m\u00f6glich, eine Grundausbildung, eine Schie\u00df\u00fcbung oder ein ausgewachsenes Man\u00f6ver zu veranstalten. Etwas solches habe ich mit einer Tr\u00e4gerflotte gemacht. Dazu sei gesagt, dass eine solche Flotte ein gesamtes Tankvolumen von etwa 150.000 t \u00d6l hat. Wie genau ein solches Man\u00f6ver abl\u00e4uft, kann ich nicht genau sagen, aber es verbraucht ungeheure Mengen an Sprit.<\/p>\n<p>Ein Man\u00f6ver ist angesetzt f\u00fcr eine Dauer von 20 Tagen, und vor Ablauf dieser Zeit hat die genannte Flotte die in Hong Kong gelagerten 500.000 t \u00d6l weg gesoffen, zuz\u00fcglich Hunderttausender weiterer Tonnen, die die Konvois aus Miri, Banjarmasin, und Palembang holten \u2013 und das Man\u00f6ver wird erst beendet, sobald der daf\u00fcr eingeplante Sprit komplett verf\u00fcgbar gemacht worden ist, und wenn\u2019s portionsweise ist! Wenn kein \u00d6l mehr da ist, wird die \u00dcbung unterbrochen, bis eine Lieferung eintrifft.<\/p>\n<p>Die Lieferungen landen nie im Tanklager, sondern werden sofort auf die Schiffe verbracht. Ich h\u00e4tte, so als Laie, wirklich gedacht, dass eine Million Tonnen \u00d6l f\u00fcr ein Man\u00f6ver mit 50 Schiffen reichen w\u00fcrden\u2026 scheinbar ist dem aber nicht so. Nachdem der Spuk endlich vorbei ist, sind sch\u00e4tzungsweise 1,25 Millionen Tonnen \u00d6l durch den Schornstein gewandert. Zum Vergleich: Wenn ich der Flotte den Auftrag gebe, von San Diego nach Hong Kong auszulaufen, dann wird sie auf diesem Weg m\u00f6glicherweise 80 % ihres Sprits aufbrauchen \u2013 und das ist nur ein Zehntel dessen, was f\u00fcr ein Man\u00f6ver veranschlagt ist. Den Realismus hinter diesem Kalk\u00fcl muss ich bezweifeln.<\/p>\n<p>Man komme also nie, nie, nie auf die Idee, die Option \u201eTruppen an den St\u00fctzpunkten automatisch ausbilden\u201c zu w\u00e4hlen \u2013 in der Regel saufen einem die verstreuten Flottenteile alles weg, was man angespart hat. Mich hat das Experiment weniger hart getroffen, weil ja drei Viertel meiner Tonnage in San Diego rumd\u00fcmpeln, und Schiffe, die nicht in Verb\u00e4nden zusammengefasst sind und nur im Dock stehen, nehmen auch nicht an Man\u00f6vern teil.<\/p>\n<p>Es war mir lange ein R\u00e4tsel, wie man Fu\u00dftruppen an Man\u00f6vern teilnehmen l\u00e4sst, da sie nicht in Truppenformationen organisiert sind. Da sind halt z.B. 4000 Soldaten auf dem St\u00fctzpunkt, aber anders als Schiffe und Flugzeuge (und damit Seeleute und Piloten) sind die Jungs nicht in Bataillonen, Regimentern und Divisionen organisiert. Sie sind nur eine Zahl, die bei der Berechnung des Kampfergebnisses einer Invasion eine Rolle spielt, aber die Soldaten k\u00f6nnen nicht taktisch gesteuert werden.<\/p>\n<p>Man kann aber einen Trick anwenden, der mit einem weiteren Trick machbar ist. Es ist m\u00f6glich, Mitglieder aller Truppengattungen (Seeleute, Piloten, Soldaten und Techniker) auf Transporter zu laden und eben diese Transporter auf \u00dcbung zu schicken. Allerdings k\u00f6nnen Truppentransporter allein nicht an \u00dcbungen teilnehmen, sie brechen die \u00dcbungen nach ein paar Stunden ab (obwohl z.B. eine Grundausbildung auf zwei Wochen ausgelegt ist) und gehen selbst\u00e4ndig auf Lieferfahrt, wie bereits geschildert.<\/p>\n<p>Der Trick im Trick: Formiert man eine \u201eZerst\u00f6rer-Division\u201c, also vier kleine Kampfschiffe, und unterstellt dieser Division die notwendigen Transporter (1000 Mann passen in einen davon), dann kann man unter der \u201eSchirmherrschaft\u201c der Zerst\u00f6rer mit den Transportern eine \u00dcbung fahren. Das geringe Kampfgewicht der Einheiten sorgt daf\u00fcr, dass der Spritverbrauch nicht so exorbitant ausf\u00e4llt, als wenn man eine echte Einsatzflotte ausbildet, und man kann mit dieser Ma\u00dfnahme dennoch Matrosen und Soldaten gleichm\u00e4\u00dfig ausbilden, obwohl die Bedienung eines Tr\u00e4gerschiffs einen Seemann ganz anders fordert, als ein Zerst\u00f6rer.<br \/>\nPiloten m\u00fcssen mit ihren Lufteinheiten \u00fcben, um Erfahrung zu gewinnen, und Techniker gewinnen Erfahrung, indem sie st\u00e4ndig irgendetwas bauen oder reparieren.<\/p>\n<p>Man darf nat\u00fcrlich nicht vergessen, dass ein Man\u00f6ver auch Munition verbraucht. Und zwar Mengen, die in Tonnen gemessen geringer, aber nicht weniger erstaunlich sind, als der \u00d6lverbrauch.<\/p>\n<p>In San Diego lagerten 500.000 t Munition, und eine \u00dcbung mit 17000 Marines verbrauchte alles davon, und sogar noch 100.000 eilig nachproduzierte Tonnen mehr. Das muss man wissen, will man nicht durch fehlenden Nachschub Zeit verlieren. Und es lohnt sich ja, denn je erfahrener die Truppen sind, desto geringer sind ihre Verluste.<br \/>\nIch kann nicht sagen, wie realistisch der verbuchte Munitionsverbrauch ist, und man darf ihn nicht einfach auf Kilo pro Tag und Soldat umrechnen, weil ja auch die Zerst\u00f6rer, die \u201eSchirmherren\u201c, Munition verbrauchen, und auch die Transporter sind mit mittleren Kalibern bewaffnet, immerhin haben sie vier 127 mm, zwei 40 mm Zwillinge, und eine 20 mm dabei. Das einzige, was die Zerst\u00f6rer ihnen voraus haben, ist Echolot und Wasserbomben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.3. 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