{"id":3574,"date":"2024-01-24T07:00:00","date_gmt":"2024-01-24T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3574"},"modified":"2024-01-21T17:46:16","modified_gmt":"2024-01-21T16:46:16","slug":"samstag-24-01-2004-bye-bye-angela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3574","title":{"rendered":"Samstag, 24.01.2004 \u2013 Bye-bye, Angela"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach vier Stunden Schlaf wieder eine Episode \u201eSailorMoon\u201c. W\u00e4hrend Naru und Ami wohl Freundinnen werden, fasst Usagi den Plan, Mamoru etwas zu schenken (ich glaube, es sind Pl\u00e4tzchen), nur um vor seiner Haust\u00fcr festzustellen, dass er offenbar mit einer gleichaltrigen Frau ausgeht und verleugnet, Usagi zu kennen. Usagi ist dar\u00fcber sehr ungl\u00fccklich und so weiter und damit hat sich die heutige Handlungsweite auch eigentlich schon ersch\u00f6pft. F\u00fcr die n\u00e4chste Episode wird ein Venus-Einsatz angek\u00fcndigt, und aus den Bildern muss ich entnehmen, dass Minako wohl in dieser Interpretation dem christlichen Glauben anh\u00e4ngt, so inbr\u00fcnstig, wie sie in der Kirche kniet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir schlafen weiter bis Mittag. Dann gehe ich in die Bibliothek und schreibe alles Notwendige und Machbare. Um 17:00 gehe ich wieder nach Hause, esse, und wir machen uns fertig, mit Angela nach Nishihiro zu gehen, wo sie ihren Abschied feiern wird. Vor dem Circle K treffen wir Daniel und Nora, beide aus Rum\u00e4nien, die mir bisher noch nicht bewusst \u00fcber den Weg gelaufen sind. Ah so, Nora arbeitet an ihrem Doktor und ist selten an der Uni, w\u00e4hrend Daniel eigentlich gar nicht nach Hirosaki geh\u00f6rt, er besucht sie nur. Und der macht bitte was? Der Mann ist Professor f\u00fcr Mathematik! An der Universit\u00e4t von Tokyo&#8230; an der T\u00f4dai! Ja, wenn\u2019s weiter nichts ist&#8230; Die T\u00f4dai steht zumindest in dem Ruf, dass dort nur Asse ihres Fachs besch\u00e4ftigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir gehen zum <em>\u201eSunkus\u201c<\/em> (ebenfalls ein Konbini) in Nishihiro und warten auf weitere Leute. Angela verf\u00e4hrt \u00e4hnlich wie ich: Sie l\u00e4dt nicht ein, sie k\u00fcndigt nur \u201eVeranstaltungen\u201c an, damit sich niemand schlecht vorkommen muss, weil er\/sie einer Einladung, trotz Zusage vielleicht, nicht folgt, daher gibt es auch keine Einladung per definitione. Nach wenigen Minuten kommt David. Wie auch sonst immer hat er seine Querfl\u00f6te in dem dazu passenden kleinen Koffer dabei. Wir wollen noch auf Paula und Irena warten. Ich unterhalte mich mit David \u00fcber die kulturellen Vorteile einer Gro\u00dfstadt und die Eint\u00f6nigkeit japanischer Popmusik. Und ich m\u00f6chte von ihm wissen, warum er seine Fl\u00f6te st\u00e4ndig mit sich herumtrage. Eine Art Schatz vielleicht? Er erinnere mich da deutlich an jemanden, der sich von seinem Laptop nicht trennen kann. David sagt, seine Mutter habe sie vor 20 Jahren f\u00fcr 2000 Pfund in England gekauft \u2013 oh, in Ordnung, das Ding <strong>ist<\/strong> ein Schatz. Und vor 20 Jahren waren 2000 Pfund wohl sogar noch einiges mehr wert als heute. Sein Vater ist \u00fcbrigens Mexikaner, daher sein Familienname \u201eTexeira\u201c. David hat 15 Jahre in Mexiko gelebt, bevor er nach Neuseeland gekommen ist, vor nur sechs Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irena und Paula kommen wohl nicht. Also gehen wir schon mal los und fallen vorerst zu f\u00fcnft in dem ausgesuchten Lokal ein, dessen Namen ich mir (noch) nicht gemerkt habe. Ich erinnere mich nur, dass das Schild rot, die Schrift schwarz und der Laden recht klein war.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Rechts hinter dem Eingang steht ein Tisch, an den man vielleicht zehn Leute quetschen kann. Links hinter dem Eingang befinden sich, etwas erh\u00f6ht, drei Tische in japanischer Art, also ohne St\u00fchle, zum Knien. Direkt gegen\u00fcber vom Eingang, knapp zwei Meter davon entfernt (und diese Sch\u00e4tzung ist gro\u00dfz\u00fcgig bemessen), befindet sich bereits die Theke. In der \u00e4u\u00dfersten rechten Ecke befindet sich die Toilette und gegen\u00fcber davon der Eingang zur K\u00fcche. Wir platzieren uns um die japanischen Tische. Das begr\u00fc\u00dfe ich zwar nicht, aber ich kann mit dem R\u00fccken zur Wand und damit halbwegs bequem zu sitzen. Wir bestellen ein allgemeines Nomih\u00f4dai, das kostet hier 1500 Yen pro Nase, daf\u00fcr kann man alles auf der Getr\u00e4nkeliste trinken, bis man umf\u00e4llt. Aber es gibt ein Zeitlimit von 120 Minuten, die letzte Bestellung muss dann um 22:15 erfolgen. Wir fangen schon mal an und nach und nach treffen weitere G\u00e4ste ein: Val\u00e9rie, M\u00e9lanie, Luba, Ramona, Dave mit seiner Freundin (aus der Mongolei), zwei Japanerinnen und ein Japaner, die mir nicht n\u00e4her vorgestellt werden, und schlie\u00dflich auch Alex, der wegen einer Pr\u00fcfung f\u00fcr ein paar Tage aus Rum\u00e4nien angereist ist. Den \u201erichtigen\u201c Namen von Daves Freundin habe ich schon wieder vergessen. Das mongolische Original ist ein wahrer Zungenbrecher, also verbleiben wir bei der japanischen Interpretation \u201eOyuna\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis auf David trinken wir auch alle ziemlich was \u2013 er sagt, er habe Alkohol versucht und nichts daran gefunden. Von daher bleibt er der N\u00fcchterne, der zuletzt noch lacht. Die gro\u00dfe Masse trinkt Bier, ich halte mich an warmen Nihonsh\u00fb (das ist das, was der Ausl\u00e4nder <em>\u201eSake\u201c<\/em> nennt). Was Melanie (meins) und Ramona da trinken, hei\u00dft <em>\u201eSour\u201c<\/em> (also <em>\u201eSauer\u201c<\/em>), und es handelt sich um eine Reihe von Fruchtsirup-Pr\u00e4paraten in poppigen Farben mit einem Anflug von Alkohol (und auch nur mit einem Anflug von Geschmack), von dem man \u00fcberhaupt nichts mitbekommt. Wahrscheinlich deutlich weniger als 5 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit David und Daniel unterhalte ich mich \u00fcber alles M\u00f6gliche, aber ich habe den gr\u00f6\u00dften Teil bereits wieder vergessen. Aus irgendeiner (alkoholisierten) Laune heraus frage ich Daniel, was \u201eIrrationale Zahlen\u201c denn nun eigentlich seien. <em>\u201eDas willst Du gar nicht wissen&#8230;\u201c<\/em> sagt er und lacht. Eigentlich hat er Recht. Aber: <em>\u201eDas sind Zahlen, die man nicht als Bruch ausdr\u00fccken kann, grob gesagt\u201c<\/em>, f\u00e4hrt er fort. <em>\u201eZum Beispiel die Quadratwurzel von 2.\u201c<\/em> Der Rest des Gespr\u00e4chs versickert irgendwo zwischen Trommelfell und Gehirn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 22:15 bestelle ich dann erst meinen vierten Pott Sake, aber ich werde nicht mehr ganz fertig. Auf einmal wird abger\u00e4umt und es hei\u00dft, die Kneipe schlie\u00dfe jetzt. So fr\u00fch??? <br>Merke: Nomih\u00f4dai mit Zeitbegrenzung lohnt sich zumindest in diesem Lokal nicht. Ich glaube nicht, dass ein kleiner Krug Sake hier 400 Yen kosten kann. Die Zeitbegrenzung macht die Sache v\u00f6llig hinf\u00e4llig. Ich will von dem Zeug ja auch was haben, und der Genuss ist einfach nicht gegeben, wenn man sich den Reiswein einfach so in den Bauch sch\u00fcttet, nur um das \u201eAll you can drink\u201c voll auszunutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir ziehen also ab und suchen uns einen anderen Laden. In der Stra\u00dfe vor dem klitzekleinen Bahnhof von Nishihiro finden wir das <em>\u201eSkatt Land\u201c<\/em> und kehren dort ein. Dort h\u00e4ngt ein Angebot aus, f\u00fcr 2500 Yen ein \u201eTabe-Nomih\u00f4dai\u201c zu machen, also Essen und Trinken so viel man kann, nat\u00fcrlich mit Zeitlimit. Ich frage mich ernsthaft, wie interessant dieses Angebot aus wirtschaftlicher Sicht ist. Aber ich k\u00fcmmere mich nicht weiter um die Preise und folge der Herde bei der Order des Angebots f\u00fcr alle. Alex bestellt ein paar Pizzen (30 cm Durchmesser) und die sind gar nicht schlecht. Vor allem der starke Gebrauch von K\u00e4se kommt meinem Geschmack sehr entgegen. Zwei Stunden sp\u00e4ter haben wir auch das hinter uns und brechen auf, diesmal nach Hause.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist kalt, der Schnee auf der Stra\u00dfe ist festgefahren und die B\u00fcrgersteige sind ebenfalls spiegelglatt. Wir gehen zu Fu\u00df, also Melanie, Angela und ich, in Richtung Nakano. Und Angela merkt man den Alkohol deutlich an. Dennoch geht sie recht flott, was mich hin- und herrei\u00dft zwischen dem Bedarf, auf Melanie zu warten, die nie sonderlich schnell geht, und der Notwendigkeit, nahe bei Angela zu bleiben, damit ihr in ihrem Zustand nichts (oder weniger) passiert. Melanie hat ihre Sinne noch weit besser zusammen als Angela, also entscheide ich mich f\u00fcr die zweite Option. Und Angela landet auch zweimal auf dem Boden, weil sie ausrutscht. Ich stelle sie jeweils wieder auf die F\u00fc\u00dfe. Sie d\u00fcrfte etwa 50 kg wiegen, keinesfalls mehr, stelle ich dabei unweigerlich fest. Dabei ist sie etwa so gro\u00df wie ich. Um 01:15 sind wir zuhause und k\u00f6nnen schlafen. Die Kleider werden wir morgen komplett waschen m\u00fcssen&#8230; der Kneipengeruch ist sehr auff\u00e4llig daran haften geblieben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Das Lokal hei\u00dft \u201eHattachi\u201c und schreibt sich wie \u201e88\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Das \u201eSkatt Land\u201c war die einzige Kneipe, in der ich mich je wohl gef\u00fchlt habe. In Japan durfte bereits damals dort nicht geraucht werden. Leider hat das Lokal ein paar Jahre sp\u00e4ter dicht gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach vier Stunden Schlaf wieder eine Episode \u201eSailorMoon\u201c. 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