{"id":352,"date":"2009-01-09T19:41:02","date_gmt":"2009-01-09T18:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=352"},"modified":"2013-01-06T12:18:36","modified_gmt":"2013-01-06T11:18:36","slug":"der-letzte-befehl-bd-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=352","title":{"rendered":"Der letzte Befehl (Bd. 11)"},"content":{"rendered":"<p>Man hat mir den aktuellen Band von <strong>&#8220;Battle Angel Alita<\/strong> (eigentlich <strong>Gunmu<\/strong>) <strong>&#8211; Last Order&#8221;<\/strong> von Kishiro Yukito ausgeliehen &#8211; dem zu folgen ich wegen der Zeitspanne zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen kaum noch in der Lage bin &#8211; und ich fand zwei lustige Sachen darin.<\/p>\n<p>In Bezug auf die teuflischsten milit\u00e4risch nutzbaren Substanzen wird unter anderem auch <strong>&#8220;Trioxin 245&#8221;<\/strong> genannt, mit dem Hinweis: <em>&#8220;Ein Gas, das aus Leichen Zombies macht, wurde 1969 von der US Armee eingesetzt. (c) Dan o&#8217;Bannon&#8221;<\/em> (Kishiro Y.<em>, Last Order<\/em> Bd. 11, S. 158).<br \/>\nSch\u00f6ne Anspielung auf klassische Zombiefilme. Da ich aber kein Spezialist bin, kann ich die Frage nicht beantworten, ob der Film, den Dan o&#8217;Bannon 1985 gedreht hat, <strong>&#8220;Return of the Living Dead&#8221;<\/strong>, auch im Jahre 1969 spielt, oder ob in dem Romero Klassiker von 1968, <strong>&#8220;Night of the Living Dead&#8221;<\/strong>, auch tats\u00e4chlich die Rede von Trioxin ist &#8211; denn soweit ich wei\u00df, ging es bei Romero um einen abgest\u00fcrzten Satelliten, der irgendwas &#8220;zombifizierendes&#8221; mitgebracht hatte.<\/p>\n<p>Zuletzt ist aber die angef\u00fcgte Beschreibung eines Infanteriegewehrs sehr am\u00fcsant. Das Modell hei\u00dft &#8220;ZANBER KZ90&#8221;, wobei &#8220;Zanber&#8221; der auf dem Mars ans\u00e4ssige Hersteller ist.<\/p>\n<p>Ich zitiere ein paar Ausschnitte der Beschreibung (auf den Seiten 196 und 197):<\/p>\n<p><strong>Sicherheitsgriff<\/strong><br \/>\n&#8220;Sicherheit wird garantiert durch doppelte Benutzererkennung, zum einen durch den Check des Benutzer-ID-Chips, zum anderen durch einen Netzhautscan, der durch die Zieloptik durchgef\u00fchrt wird. Sollte ein anderer als der Besitzer den Abzug bet\u00e4tigen, wird ihm durch eine eingebaute Daumenguilloutine der Daumen abgetrennt.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Sicherheitskolben<\/strong> (das hei\u00dft eigentlich nicht <em>Kolben<\/em>, sondern <em>Schulterst\u00fctze<\/em>, Anm. d. A.)<br \/>\n&#8220;Ist mit dem Benutzererkennungssystem gekoppelt. Wenn die Sicherheitskammer mit einer Gewehrpatrone geladen ist, wird dem Dieb dieser Waffe die Schulter durchschossen, sobald er den Abzug bet\u00e4tigt. Alternativ kann er auch todsicher in die Luft gejagt werden, wenn man die Kammer stattdessen mit elektrisch z\u00fcndbarem Sprengstoff l\u00e4dt.<br \/>\n<em>Sofortbesteller erhalten eine Gewehrpatrone gratis!<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wenn ich so ein Ding klaue und auch benutze, dann wird mir nicht nur der Daumen abgeschnitten und meine Schulter durchschossen, sondern ich werde u.U. sogar in die Luft gesprengt! Humor durch \u00dcbertreibung &#8211; es h\u00e4tte sicherlich gereicht, den Abzugsmechanismus zu blockieren, um ein unbefugtes Abfeuern zu verhindern, aber das w\u00e4re ja nicht grotesk lustig.<\/p>\n<p><strong>Laufk\u00fchlsystem<\/strong><br \/>\n&#8220;Mit einer Kombination aus Abw\u00e4rmerohr und Seebeck-Generator wird die Hitze des Laufs effizient in Strom umgewandelt, mit dem der Akku geladen wird.&#8221;<\/p>\n<p>Dazu muss man wissen, dass &#8220;Seebeck&#8221; der Name des \u00dcbersetzers ist.<\/p>\n<p><strong>Variable Tarnlackierung<\/strong><br \/>\n&#8220;Muster und Farbe des Anstrichs ver\u00e4ndern sich je nach Wetter, Umgebung oder ihrer Stimmung vielf\u00e4ltig.&#8221;<\/p>\n<p>Moodrings mit Knalleffekt f\u00fcr S\u00f6ldner?<\/p>\n<p><strong>Ein Teufel von einem Feldwebel auf dem Submonitor<\/strong> (entspricht wahrscheinlich dem kurzen jap. Begriff <em>&#8220;Oniguns\u00f4&#8221;<\/em>, Anm. d. A.)<br \/>\n&#8220;In den Submonitor, der alle m\u00f6glichen Daten anzeigt, l\u00e4sst sich die virtuelle Figur des <em>Teufels von einem Feldwebel<\/em> einblenden. Er gibt nicht nur strategische Tipps, sondern beschimpft den Feind auch an Ihrer Stelle (&#8220;Leck mich an Arsch!&#8221;), falls Ihnen die rhetorischen Mittel dazu fehlen. Au\u00dferdem tritt Ihnen dieser zuverl\u00e4ssige harte Kerl ebenso in den Hintern, wie er sie anfeuert. Die Figur kann individuell angepasst werden.&#8221;<\/p>\n<p>Wo hat Seebeck wohl diesen Begriff her? Ein <em>&#8220;Teufel von einem Feldwebel&#8221;<\/em>?<br \/>\nDas passendste Wort, das mir dazu einf\u00e4llt, ist <em>&#8220;Schleifer&#8221;<\/em>&#8230; zur Betonung h\u00e4tte man ihn auch einen <em>&#8220;fluchenden&#8221;<\/em>, oder <em>&#8220;gnadenlosen Schleifer&#8221;<\/em> nennen k\u00f6nnen. Ich sehe keinen Grund, sich bei existenter Idiomatik so eng an den Originalwortlaut (Oni = Teufel, D\u00e4mon\/Guns\u00f4 = Feldwebel) zu halten. Ein <em>&#8220;Teufel von einem Feldwebel&#8221;<\/em> halte ich nicht f\u00fcr einen lebendigen Ausdruck, sowas sagt doch keiner (mehr). Sogar der verwandte <em>&#8220;Teufelskerl&#8221;<\/em> wird alt, das Wort stirbt aus und wird bestenfalls in der Schriftsprache weiterleben.<\/p>\n<p>In den Sonderoptionen f\u00fcr Mitglieder (des Sturmgewehr-Fanclubs?) befinden sich unter anderem<br \/>\n<strong>Lebende Zielscheiben<\/strong><br \/>\n&#8220;Gef\u00fcllt mit Eingeweiden vermitteln diese Zielscheiben nicht nur ein realistisches Treffergef\u00fchl, sondern sind auch noch umweltvertr\u00e4glich, weil sie zu 100 % aus biologisch abbaubarem Material gefertigt sind.&#8221;<\/p>\n<p>Ganz richtig erkannt hat der Autor au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit eines Mehrfachmikrofonsystems, das es erm\u00f6glicht, durch Peilung des Flugger\u00e4uschs eines Projektils die Richtung zu bestimmen, aus der ein Schuss abgefeuert wurde. Ein solches System gibt es bereits heute, nur ist mir \u00fcber seine Verbreitung in den Streitkr\u00e4ften nichts bekannt.<\/p>\n<p>Leider sehe ich bei dieser zweiten Gunmu-Serie einen argen Hang zur Verzettelung. Der Leser wird von einem Turnier zum n\u00e4chsten geschickt, w\u00e4hrend deren die Handlung nicht wirklich fortschreitet. Stattdessen werden mehr oder minder interessante Arien auf verschiedene Pro- und Antagonisten gesungen, und man verliert nicht zuletzt wegen der niedrigen Ver\u00f6ffentlichungsfrequenz das Hauptanliegen, die Haupthandlung v\u00f6llig aus den Augen. Ich zum Beispiel kann mich nicht erinnern, um was es hier bei <strong>Last Order<\/strong> eigentlich geht.<\/p>\n<p>Normalerweise ist das eine Eigenart von Endlosserien im Sh\u00f4nen Bereich, wo ein paar Auftaktkapitel und grob unterscheidbare Charaktere entworfen werden, und wenn die Plotideen ausgehen, dann fahren wir halt ein Turnier auf, protzen mit den irrsten Kampftechniken, und ziehen die Sache in die L\u00e4nge, bis uns wieder eine Story f\u00fcr &#8220;normale&#8221; Kapitel einf\u00e4llt (also solche, in denen es nicht ausschlie\u00dflich ums K\u00e4mpfen geht).<br \/>\nIn der urspr\u00fcnglichen Serie gab es ebenfalls Turnierk\u00e4mpfe und &#8220;Sportereignisse&#8221; wie &#8220;Motorball&#8221; (?), aber das waren kurze und spannende Episoden, deren Highlights ein paar Seiten f\u00fcllten &#8211; nicht aber eine komplette Ausgabe f\u00fcr ein oder bestenfalls zwei Duelle.<\/p>\n<p>Aber <strong>Last Order<\/strong> begeht nicht nur die &#8220;Turniers\u00fcnde&#8221;, wie ich es mal nennen will. Kishiro hatte, zumindest \u00fcber eine Handvoll B\u00e4nde hinweg, die Marotte, seine Fans dazu aufzufordern, eigene Ideen f\u00fcr Charaktere und Designs einzusenden, von denen er sich welche aussuchte und tats\u00e4chlich \u00fcbernahm. Aber dabei geht es mitnichten nur um Gastauftritte, sondern auch um wichtige Gegenspieler &#8211; ein klares Zeichen f\u00fcr die Konzeptlosigkeit des Werks.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich abgesto\u00dfen f\u00fchlte ich mich im vorliegenden Band von einem monstr\u00f6sen Gegner mit der Bezeichnung &#8220;Anomalie&#8221; (&#8220;die Libido-Bestie&#8221;), dessen Kampfmittel ein nicht minder monstr\u00f6ser Penis ist. Das war mir dann doch eine Spur zu vulg\u00e4r.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt muss ich auch festhalten, dass mir das Cover, dass die Heldin Gally (im Westen &#8220;Alita&#8221; genannt) zeigt, eine Spur zu lasziv f\u00fcr meinen Geschmack ist:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"LO Cover Nr 11\" src=\"http:\/\/jajatom.moo.jp\/album\/file\/onsen.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"593\" \/><\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass ich ihre &#8220;neuen&#8221; Lippen noch nie mochte &#8211; warum muss das so sexy sein? Gally war immer ein starker Charakter, ein Cyborg mit einem menschlichen Herzen (im positiven Sinne nat\u00fcrlich), und eigentlich auch ein ziemlich cooles M\u00e4dchen &#8211; warum muss man sie durch solche Darstellungen auf die sexuelle Ebene schieben? L\u00e4uft der Verkauf vielleicht nicht so gut, wie erhofft? Das k\u00f6nnte ich bei dem schleppenden Handlungsfortgang jedenfalls gut verstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man hat mir den aktuellen Band von &#8220;Battle Angel Alita (eigentlich Gunmu) &#8211; Last Order&#8221; von Kishiro Yukito ausgeliehen &#8211; dem zu folgen ich wegen der Zeitspanne zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen kaum noch in der Lage bin &#8211; und ich fand zwei lustige Sachen darin. 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