{"id":3481,"date":"2023-12-24T07:00:00","date_gmt":"2023-12-24T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3481"},"modified":"2023-12-19T21:14:14","modified_gmt":"2023-12-19T20:14:14","slug":"mittwoch-24-12-2003-gimli-gehoert-mir-ich-habe-seine-axt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3481","title":{"rendered":"Mittwoch, 24.12.2003 \u2013 Gimli geh\u00f6rt mir, ich habe seine Axt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">n Tokyo ist es immer noch warm. Morgens um 09:00 stehen wir auf, drau\u00dfen der blaueste Himmel, die Sonne glitzert auf dem Meer. Alle paar Minuten kommt ein Passagierjet auf dem Weg zum Flughafen Haneda vorbei&#8230; oder doch Narita? Es ist toll, wenn man etwas anderes im Ged\u00e4chtnis hat, als im Notizbuch geschrieben steht. Wir sind sch\u00e4tzungsweise etwas mehr als 500 Meter von der Einflugschneise entfernt. Quasi senkrecht vor dem Fenster liegt der Scheitelpunkt der Kurve vor der Landegeraden. Sehr interessant anzusehen, wenn man es nicht gewohnt ist. Und ein L\u00e4rmpegel ist nicht festzustellen. Offenbar ist die Entfernung daf\u00fcr gro\u00df genug.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3482\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000595.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einflugschneise<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute werden die Zutaten f\u00fcr unser Weihnachtsessen gekauft. Ronald f\u00e4hrt also nach Shinbashi, um einen Teil davon zu besorgen, und ich m\u00f6chte ihn darum bitten, mir aus dem Supermarkt eine Flasche <em>Boco<\/em> oder <em>Dakara<\/em> mitzubringen, aber noch bevor ich die Frage zu Ende formuliert habe, f\u00e4llt Melanie mir energisch ins Wort und meint, das k\u00f6nne ich nicht verlangen, weil Ronald ja bereits die ganzen anderen Eink\u00e4ufe allein durch Gegend tragen m\u00fcsse. Sieht jemand das Zucken in meinem linken Auge? Das Argument verstehe ich (es ist eine unsch\u00f6ne Eigenart von mir, an so was nicht zu denken, bevor ich rede, das gebe ich zu), aber was ich nicht tolerieren kann, ist, dass sie mir mitten im Satz ins Wort f\u00e4llt und selbstherrlich das Antworten f\u00fcr andere Leute \u00fcbernimmt, als ob sie die H\u00fcterin des guten Tons w\u00e4re. Es juckt mich dann immer in den Fingern, etwas zu zerquetschen&#8230; oder alternativ einen Spaziergang zu machen. Okay, dann eben Konbinipreise und Selbstabholung. Das ist zu \u00fcberleben. Dass Ronald zu der Angelegenheit schweigt, macht die Angelegenheit in diesem Moment nicht besser, denn wenn er was dagegen h\u00e4tte, k\u00f6nnte er das ja auch selbst sagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Ronald weg ist, bl\u00e4ttern Ricci und Melanie die Magazine durch, die im Regal rumliegen. Die Beschreibung derselben lasse ich aus (und meinen privaten Notizen vorbehalten), bevor ich wieder Kritik wegen Verletzung von jemandes Privatsph\u00e4re hinnehmen muss. Danach basteln sie sein Geschenk zusammen und ich kaufe daf\u00fcr noch einen Klebestift, weil Ronalds Sekundenkleber seinem Namen alle Ehre macht und binnen drei Sekunden trocknet, nachdem er die Tube verlassen hat und noch bevor er irgendwas kleben kann. Ich mache mich auf den Weg in den kleinen Supermarkt. Kaum bin ich aus dem Haus, f\u00e4llt mir ein wichtiges Detail auf: Um in das Haus zur\u00fcck zu gelangen, brauche ich die Magnetkarte, die jeder Bewohner zu diesem Zweck erh\u00e4lt. Ronald hat diese nat\u00fcrlich mitgenommen. Jetzt k\u00f6nnte ich nat\u00fcrlich klingeln. Aber ich habe mir die daf\u00fcr notwendige Apartmentnummer nicht gemerkt. Er wohnt im 11. Stock, so viel wei\u00df ich. Ich stelle mich also in den Hof und z\u00e4hle die Balkone im 11. Stock, bis ich unseren rausgeh\u00e4ngten Futon erkenne. Aber das bringt ja auch nichts, weil ich nicht wei\u00df, in welcher Richtung die Wohnungen gez\u00e4hlt werden. Ich kaufe also erst mal einen Pritt-Stift, gehe zum Hauseingang zur\u00fcck und warte dort diskret, bis ein anderer Anwohner (offenbar ebenfalls vom Einkaufen) zur\u00fcckkommt. Damit habe ich schon mal das gr\u00f6\u00dfte Problem hinter mir. Ich fahre in den elften Stock und nutze das Balkonz\u00e4hlen aus. Vom Lift aus betrachtet wohnt er hinter der f\u00fcnften T\u00fcr. Au\u00dferdem erinnere ich mich, dass sein rechter Nachbar Weihnachtsschmuck an der T\u00fcr angebracht hatte. 1&#8230; 2&#8230; 3&#8230; 4&#8230; 5. Aha. Nummer 1112. 11-12&#8230; ja, einfacher geht es kaum noch. Aber jetzt wei\u00df ich es, falls ich noch einmal klingeln muss. Der Kleber wird seinem Zweck zugef\u00fchrt und Melanie klebt die Verzierung der Hinterseite der Karte falsch herum darauf. Die beiden Schlangen (?) stehen auf dem Kopf. Das steigert nat\u00fcrlich die Einzigartigkeit des Geschenkes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kann immer noch nicht recht glauben, dass ich mitten im Dezember (ich will nicht sagen \u201e<em>mitten im Winter<\/em>\u201c wegen der hiesigen Abwesenheit desselben) im T-Shirt bei offener Balkont\u00fcr in einem ungeheizten Raum herumsitze&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ronald kommt schlie\u00dflich zur\u00fcck, mit einem Weihnachtskuchen. Leider ist es kein wei\u00dfer mit Erdbeeren, sondern ein brauner, ein Holzstammimitat mit Pilzimitaten, mit einer Axt und einem Zwerg, der mit einem Beil bewaffnet ist. Gibt bestimmt -25 auf den Offensivbonus. Aha und soso, der Kuchen imitiert also ein angefaultes St\u00fcck Holz, auf dem bereits Pilze wachsen. Keine verlockende Vorstellung eigentlich. Aber der Kuchen schmeckt ganz hervorragend. Und ich will die Axt. Leider ist der Stiel nicht, wie erhofft, aus Schokolade, sondern aus Plastik. Nat\u00fcrlich stelle ich das \u201eempirisch\u201c fest. Dann will ich den Zwerg, der bei dieser Gelegenheit \u201e<em>Gimli<\/em>\u201c getauft wird, aber auch noch haben. Der Kuchen ist eine Sahnerolle mit etwas Biskuit. Wer Sahnerollen mit Schokogeschmack mag, wird von diesem Machwerk begeistert sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach fahren wir nach Shinbashi, um weitere Zutaten f\u00fcr unser Essen zu kaufen. Ich nehme eine Flasche Rotwein und eine T\u00fcte Mandarinen dazu. Der Rotwein hat in Japan auf dem hinteren Etikett eine Angabe, ob er \u201e<em>leicht<\/em>\u201c oder \u201e<em>schwer<\/em>\u201c ist. Ich kann mit den verwendeten Bewertungskriterien nicht unbedingt etwas anfangen, aber da mir Rotwein am liebsten ist, wenn man nicht durch ihn hindurchsehen kann, nehme ich einen \u201e<em>schweren<\/em>\u201c. Melanie nimmt noch einen Strau\u00df Bananen. Ich habe nicht vermerkt, was die Bananen gekostet haben, aber sie waren sehr billig. Sehr kleine Bananen, aber viele davon. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3483\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000604.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ganz und gar nicht billig<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in Odaiba beginnt Ronald mit den Vorbereitungen f\u00fcr das Essen. Und passend zum Kontext kreiert Melanie ihr heutiges Wort des Tages: \u201e<em>Freineschwa\u00df<\/em>\u201c. Aber Ronalds Essen wird nat\u00fcrlich alles andere als Schweinefra\u00df. Entenbrust mit Orangenso\u00dfe, Broccoli mit Mandeln und R\u00f6stkartoffeln. Ich finde es, wohl mangels Gewohnheit, reichlich seltsam, Fleisch mit Orangen zu mischen, aber es schmeckt ganz wunderbar. Dazu der gekaufte Rotwein \u201e<em>Vaqueyras<\/em>\u201c von 1999. Die Mischung ist hervorragend, Lob an den Koch. Die Stimmung ist entsprechend gut. Allerdings trinke ich die Flasche ja beinahe alleine und die Alkoholentw\u00f6hnung macht sich bemerkbar. So viel zu <strong>meiner <\/strong>Stimmung. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geschenke gibt es erst nach dem Essen. Melanie erh\u00e4lt allerlei \u201e<em>Hello Kitty<\/em>\u201c Krempel und Ricci allerlei \u201e<em>Naruto<\/em>\u201c und \u201e<em>Getbackers<\/em>\u201c Krempel. Ronald bekommt Ohrringe und Geld, das in der bereits erw\u00e4hnten Karte eingefasst ist, um sich eine CD frei nach Wahl kaufen zu k\u00f6nnen. Melanie und Ricci haben die Geldscheine in Form von Hemden gefaltet und dazu geschrieben \u201e<em>Wir schenken Dir unsere letzten Hemden<\/em>\u201c oder etwas \u00e4hnliches in dieser Art. Ich schenke Melanie ein Bild von dem \u201e<em>One Piece<\/em>\u201c Tony Tony Chopper (das ist das Rentier der Truppe), das ihn beim Geschenkauspacken zeigt und bekomme von ihr eine Figur von SailorVenus geschenkt, die sie im \u201e<em>Animedia<\/em>\u201c in Hirosaki gekauft hat. Die SailorJupiter war zu dem Zeitpunkt, als sie einkaufen gegangen war, leider nicht mehr da, sagt sie. Aber auch diese Figur ist sehr sch\u00f6n gearbeitet. Sie wird zuhause einen Platz neben meiner EVA-03 bekommen. Und Ricci schenkt mir einen Kalender \u2013 gut, dass ich auch was Simples bekomme. Ich m\u00f6chte mir nur ungern \u201e\u00fcberbeschenkt\u201c vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3484\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IM000609.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christmas Cake<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Nachtisch gibt es Bratapfel und einen weiteren, kleinen Weihnachtskuchen von ca. 15 cm Durchmesser. Diesmal das wei\u00dfe Erdbeermodell, das Melanie und Ricci noch dabeihaben wollten. Danach sind wir wirklich erschlagen satt und machen uns daran, ins Bett (oder eher \u201e<em>auf den Futon<\/em>\u201c?) zu gehen. Aber wie solche N\u00e4chte nun einmal ausarten, reden wir uns noch bis morgens um 04:00 den Mund fusselig und hindern Ronald am Schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>n Tokyo ist es immer noch warm. Morgens um 09:00 stehen wir auf, drau\u00dfen der blaueste Himmel, die Sonne glitzert auf dem Meer. Alle paar Minuten kommt ein Passagierjet auf dem Weg zum Flughafen Haneda vorbei&#8230; oder doch Narita? Es ist toll, wenn man etwas anderes im Ged\u00e4chtnis hat, als im Notizbuch geschrieben steht. 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