{"id":3458,"date":"2023-12-17T07:00:00","date_gmt":"2023-12-17T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3458"},"modified":"2023-12-11T22:17:40","modified_gmt":"2023-12-11T21:17:40","slug":"mittwoch-17-12-2003-alte-bekanntschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3458","title":{"rendered":"Mittwoch, 17.12.2003 \u2013 Alte Bekanntschaften"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Morgen verschicke ich Fotos an Karl. Allerdings so viele, dass seine Mailbox schlie\u00dflich meldet: \u201eStorage exceeded\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am fr\u00fchen Nachmittag treffe ich Mei und doktere an ihrem Englisch herum, sp\u00e4ter mache ich noch weitere Bilder von den n\u00f6tigen Leuten, wie ich sie gerade treffe. Masako teilt uns des weiteren mit, dass wir beide morgen fr\u00fch um 10:00 doch bitte noch einmal zu ihr kommen sollten, f\u00fcr einen weiteren kurzen H\u00f6rverst\u00e4ndnistest von 30 Minuten. Sagt sie. Der letzte \u201ekurze Test\u201c hat immerhin auch kurzerhand 90 Minuten gedauert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach weiterem Herumwerkeln an dem Poster gehe ich zu Sawada-sensei und rede mit ihr \u00fcber meine Idee, gegebenenfalls \u201eeine Weile\u201c l\u00e4nger in Japan zu bleiben, und wie es mit Existenzm\u00f6glichkeiten denn so aussehe. Stefan Desliu dient mir hier als hoffnungsvolles Beispiel. Nat\u00fcrlich empfiehlt sie mir, erst einmal einen Abschluss zu machen und dann zur\u00fcckzukommen. Damit habe ich gerechnet, und eigentlich ist es ja auch die von mir bevorzugte Version. Sie sagt, ich solle eben von meinem Stipendium so viel ansparen, wie \u00fcberhaupt m\u00f6glich, um die Zeit einer Jobsuche in Deutschland zu \u00fcberbr\u00fccken. Das l\u00f6st allerdings mein Problem nicht, dass ich binnen Rekordzeit (drei Wochen!?) eine Bleibe in Trier finden muss, um \u00fcberhaupt eine Jobgrundlage zu haben \u2013 sofern ich nicht bereits von Japan aus etwas schieben kann. Sie sagt weiterhin, dass ich doch mit den Neuseel\u00e4ndern reden solle. Die h\u00e4tten n\u00e4mlich alle kleine Jobs, die sie im Februar aufgeben m\u00fcssten, weil sie dann in die Heimat zur\u00fcckkehrten. Das klingt doch nicht schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg in die Bibliothek treffe ich \u2013 man glaubt es kaum \u2013 eine \u201ealte\u201c Bekannte wieder: Yuki<strong>yo<\/strong>. Das drucke ich deshalb fett, weil sie ja nicht \u201eYuki<strong>o<\/strong>\u201c hei\u00dft, wie ich damals im ersten Moment angenommen hatte, und sie kl\u00e4rte mich dar\u00fcber auf, dass \u201eYukio\u201c ausschlie\u00dflich ein M\u00e4nnername sei. Ich betone also die letzte Silbe immer, wenn ich von ihr spreche. Sie war die junge Frau, die nach der \u201eWelcome Party\u201c am 07.10. fragte, ob ich mich an sie erinnere. Das trifft sich prima, dann kann ich gleich ein Bild von ihr machen. Das hei\u00dft, ich mache eigentlich drei von ihr, weil das erste wegen des Blitzes zu hell und das zweite mangels Blitz zu dunkel wird. Ich stelle sie also an eine Wand unter eine Lampe und die Sache ist gut. Ihre Freundin lacht sich wegen des Hin und Hers dieser Odyssee schief. Diesmal vergesse ich nicht, ihre Mailadresse festzuhalten. Was mich daran erinnert, dass ich eine yahoo.co.jp Adresse einrichten sollte, um meine japanischen Kontakte, die des Englischen nicht ultimativ m\u00e4chtig sind, so richtig aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 17:40 komme ich dann endlich in die Bibliothek. Aus dem Plan, um 18:00 fertig zu sein, wird also definitiv nichts. Vielleicht also um 19:00. Aber der Zufall will es, dass Misi auf dem Platz neben mir landet, und weil es mir gerade in den Sinn kommt, schiebe ich ihm die Adresse www.thespark.com r\u00fcber, damit er an den ganzen Pers\u00f6nlichkeitstests teilhaben kann. Er findet sie ebenfalls lustig. Nebenbei kopiere ich ihm die englischen Bestandteile meines \u201eHumor\u201c Ordners und noch ein paar Dinge mehr. Misi hat sich \u00fcbrigens inzwischen eine japanische Freundin angelacht, und man munkelt, dass seine Anwesenheit an der Universit\u00e4t in den letzten drei Tagen unter der trauten Zweisamkeit gelitten habe\u2026 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So, mit allem drum und dran komme ich um acht Uhr endlich aus der Bibliothek raus und gehe einkaufen. Nat\u00fcrlich Reis, auch Milch, Boco und\u2026 na ja, Sushi eben. Heute kaufe ich aber zwei Rollen am St\u00fcck, die eigentlich zum Selberschneiden gedacht sind. Aber ich wollte schon immer mal Sushi wie eine Wurst mit der Hand essen\u2026 blasphemisch, gelle? Ist wie Rotwein aus dem Tetrapack trinken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will fr\u00fch ins Bett, aber mein Tagebucheintrag, obwohl nicht wirklich lang zu nennen, zieht sich bis 23:45 hin, dann muss das Geschirr noch gesp\u00fclt werden, und das Fr\u00fchst\u00fcck will auch vorbereitet sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen verschicke ich Fotos an Karl. Allerdings so viele, dass seine Mailbox schlie\u00dflich meldet: \u201eStorage exceeded\u201c. Am fr\u00fchen Nachmittag treffe ich Mei und doktere an ihrem Englisch herum, sp\u00e4ter mache ich noch weitere Bilder von den n\u00f6tigen Leuten, wie ich sie gerade treffe. 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