{"id":3411,"date":"2023-12-03T14:33:14","date_gmt":"2023-12-03T13:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3411"},"modified":"2023-12-03T14:33:14","modified_gmt":"2023-12-03T13:33:14","slug":"mittwoch-03-12-2003-ein-mensch-lernt-wenig-von-seinem-siege-aber-viel-von-seiner-niederlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3411","title":{"rendered":"Mittwoch, 03.12.2003 \u2013 Ein Mensch lernt wenig von seinem Siege, aber viel von seiner Niederlage"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sonniger Morgen, laut Wetterbericht sieben Grad Celsius. Zum Fr\u00fchst\u00fcck vertilgen wir den Reis, den Melanie gestern leider umsonst gekocht hat (sie hat die Einladung zum Essen bei den Nachbarn zwanzig Minuten zu sp\u00e4t erhalten). Um den Reis warm essen zu k\u00f6nnen, brate ich ihn an, mit etwas \u00d6l, und das Ergebnis ist, dass mir den ganzen Tag \u00fcber mehr oder weniger schlecht ist. Das Essen liegt mir wie ein Stein im Magen, und um 1700 habe ich immer noch keinen Hunger. Dabei habe ich doch noch eine Menge Sushi im K\u00fchlschrank&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber alles der Reihe nach. Die Tatsache, dass wir am Morgen unsere Zwischenklausur des A2-Kurses zur\u00fcckbekommen, tr\u00e4gt wohl auch nicht unwesentlich zu meinem Befinden w\u00e4hrend des restlichen Tages bei. 47 % sind keine Heldentat. Ich w\u00fcrde das \u201eklar durchgefallen\u201c nennen. Urrghs&#8230; warum dieses Ergebnis? So schlecht war ich ja noch nie, so weit es Japanisch betrifft. Es ist nat\u00fcrlich nicht ganz einfach, als Betroffener objektiv darzustellen, wo genau der Wurm drin war, also stelle ich Melanies Interpretation an den Anfang: \u201e<em>Mangel an Vorbereitung!<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will den Vorwurf nicht als v\u00f6llig unbegr\u00fcndet von der Hand weisen. Ich h\u00e4tte wohl wirklich mehr daf\u00fcr tun k\u00f6nnen \u2013 aber wegen des Schwierigkeitsgrades sah ich mich zu besonderen Anstrengungen nicht veranlasst. Das, was hier behandelt wurde, habe ich alles schon einmal gemacht und (damals) mit einem guten Ergebnis hinter mich gebracht, also ist es nicht so, dass ich die Materie \u00fcberhaupt nicht beherrschen w\u00fcrde. Ich sehe mein Problem darin, wie die Aufgaben gestaltet sind. In Trier bestehen Klausuren aus einer \u00dcbersetzungs\u00fcbung, die den Pr\u00fcfling dazu veranlasst, die gelernte Grammatik anzuwenden. In Hirosaki bestehen die Aufgaben aus L\u00fcckentexten, \u00fcber denen viel sagend geschrieben steht: \u201e<em>Setzen Sie die richtige Form ein!<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich diese Aufgabe nun im Buch sehe, dann ist mir ja wegen des aufgeschlagenen Kapitels voll und ganz klar, auf welche Satzstrukturen die Angelegenheit hinausl\u00e4uft. Hier ist das nicht der Fall. Ich muss den japanischen Text lesen, trotz der L\u00fccken verstehen, um was es geht, und daraus schlie\u00dfen, was ich in die L\u00fccken schreiben muss \u2013 und das alles ohne W\u00f6rterbuch (das in Trier bei \u00dcbersetzungen aus dem Japanischen ins Deutsche erlaubt ist). Die Mehrheit der Fehler ist wohl dadurch entstanden, dass ich \u00dcbersetzungsschwierigkeiten bei den Kanji hatte (= mangelnde Vorbereitung meinerseits) und den Kontext nicht richtig auf den Lehrplan habe umdeuten k\u00f6nnen (= konzeptionelle M\u00e4ngel des Lehrmaterials). Die Kanji, die wir f\u00fcr die drei Tests jede Woche lernen m\u00fcssen, stehen n\u00e4mlich in keinem direkten Zusammenhang zu den zu behandelnden Lektionen \u2013 das ist ein ganz anderes Buch. Die Aufgaben der Klausur stammten jedoch alle aus dem Lehrbuch \u2013 was f\u00fcr mich bedeutet, dass ich nicht nur die grammatikalischen Formen k\u00f6nnen muss (mit dem, was ich an Strukturen vorbereitet hatte, w\u00e4re ich bequem auf 80 % gekommen), sondern ich muss auch die Aufgabenstellungen im Buch mehr oder weniger auswendig k\u00f6nnen, damit ich bei Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten dennoch wei\u00df, welcher Grammatikteil da gerade abgefragt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles tr\u00e4gt weder zu meiner k\u00f6rperlichen und geistigen Gesundheit noch zu meiner Laune bei. Die \u00dcbersetzungsaufgaben von Katsuki-sensei schmecken mir viel besser \u2013 schlie\u00dflich wird man bei der Konversation in der Mensa nicht pl\u00f6tzlich mit L\u00fcckentexten konfrontiert&#8230; Dass die Klausurtexte Kommunikationsbeispiele waren, macht die Sache nicht besser. Andererseits sitzen in Form der ca. 15 Teilnehmer mindestens f\u00fcnf Nationen im Raum (Deutschland, Frankreich, Thailand, China und Peru), was eine \u00dcbersetzungs\u00fcbung ziemlich kompliziert f\u00fcr die Lehrerin machen w\u00fcrde. Also muss ich Lernaufwand in die Lehrbuchtexte investieren \u2013 was fr\u00fcher v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig war. Man k\u00f6nnte aber ruhig ein Kanjilexikon zulassen, um so Vokabelfragen kl\u00e4ren zu k\u00f6nnen und eine vollst\u00e4ndige Konzentration auf die Grammatik zu erm\u00f6glichen, um die ja eigentlich geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vesterhoven bespricht heute Mishima Yukio und gibt uns \u201e<em>Y\u00fbkoku<\/em>\u201c (\u201e<em>Patriotismus<\/em>\u201c) zum Lesen mit. Ich bin gespannt. Die \u201e<em>Gest\u00e4ndnisse einer Maske<\/em>\u201c haben mir sehr gut gefallen, und \u201e<em>Y\u00fbkoku<\/em>\u201c ist das wahrscheinlich bekannteste Werk Mishimas \u2013 nicht zuletzt wegen der Darstellung eines rituellen Selbstmordes&#8230; aber das ist bislang alles, was ich dar\u00fcber wei\u00df, weil ich es noch nicht gelesen habe. Ich bin gespannt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; und die Kinnlade fiel mir auf den Schreibtisch. Und ich kann nicht sagen, dass dieser metaphorische Vorgang positive Ursachen h\u00e4tte. Ich habe nicht gedacht, dass Mishima solch einen Mist schreiben kann. Seine Fans m\u00f6gen mir das bitte verzeihen, aber ich finde \u201e<em>Y\u00fbkoku<\/em>\u201c in keiner Weise berauschend. Das einzige, was dieser Text wirklich gut vermittelt, ist der Schmerz eines Mannes, der sich mit einem Katana den Bauch aufschlitzt \u2013 und zwar ohne jemanden, der ihm den Kopf abschl\u00e4gt, wenn es zu viel wird. Ansonsten ist der Text eine Mischung aus chauvinistischen Phrasen, K\u00f6rperkult und Sex. Nennen wir die Dinge doch beim Namen. Die Handlung findet statt vor dem Hintergrund der Geschehnisse ab dem 26. Februar 1936. In Tokyo rebellierten rund 1400 Soldaten der kaiserlichen Armee (gef\u00fchrt von idealistischen Offizieren der unteren und mittleren Dienstgrade) gegen die Regierung. Ihre Motivation war die Absetzung der Herrschaft von \u201e<em>Parteien, korrupten alten M\u00e4nnern und B\u00fcrokraten<\/em>\u201c, um den Tenno pers\u00f6nlich die direkte Herrschaft zu erm\u00f6glichen. Sie hofften, auf diese Art und Weise u.a. die \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnisse der Landbev\u00f6lkerung mildern zu k\u00f6nnen (die dazu f\u00fchrten, dass eine Menge T\u00f6chter in die Prostitution verkauft wurden) \u2013 und nicht wenige Offiziere kamen vom Land zur Armee, weil sie dort eine gesicherte Existenz sahen. Der Sh\u00f4wa Tenno (Hirohito) ordnete am 29.02. jedoch an, die Rebellion niederzuschlagen, worauf die meisten Aufst\u00e4ndischen freiwillig die Waffen niederlegten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leutnant Takeyama ist die m\u00e4nnliche Hauptperson der Kurzgeschichte. Er steht nicht auf der Seite der Aufst\u00e4ndischen, aber er wei\u00df, dass man ihm befehlen wird, gegen die Meuterer vorzugehen, unter denen sich seine besten Freunde befinden. Der Leutnant ist verheiratet, und die Darstellung dieser Ehe ist von einem derart archaischen Ideal gepr\u00e4gt, dass einem davon schlecht werden k\u00f6nnte. Seine Frau ist seine absolute Untergebene. Er macht ihr klar, dass es zum Leben eines Offiziers der kaiserlichen Armee geh\u00f6rt, jederzeit sein Leben f\u00fcr Kaiser und Vaterland zu geben und sie macht deutlich, dass sie ihm freiwillig in den Tod folgen werde, sollte dieser Fall eintreten. Es folgen Darstellungen, wie leidenschaftlich (und ausdauernd) das Sexualleben der beiden verl\u00e4uft (vor allem, wenn er von \u00dcbungen wieder zur\u00fcckkommt), was f\u00fcr einen g\u00f6ttlichen K\u00f6rperbau die beiden haben (jeweils das extreme Idealbild eines m\u00e4nnlichen und eines weiblichen K\u00f6rpers, man denke dabei an die Vorstellungen der Nazis) und wie hingebungsvoll der Leutnant seinem Kaiser dient. Und als dann klar wird, dass er am folgenden Tag auf seine Freunde und Landsleute w\u00fcrde schie\u00dfen m\u00fcssen, nimmt er sein Schwert und verteilt eindrucksvoll seine Darmwindungen auf dem Tatamiboden im gemeinsamen Schlafzimmer (es ist nicht schwer zu raten, was die zwei vorher einige Stunden lang gemacht haben), gefolgt von seiner Frau, die sich mit einem gro\u00dfen Messer den Hals aufschlitzt.<br>Das m\u00f6chte ich nicht noch einmal lesen, wenn es sich vermeiden l\u00e4sst. Aber die Darstellungen der Schmerzen sind so richtig \u201eecht Mishima\u201c. Sehr lebhaft geschildert und gut durchdacht. Immerhin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1200 gedachte ich eigentlich Yui in der Halle zu treffen, aber sie ist nicht da. Sie ruft auch nicht an. Daraus muss ich eigentlich schlussfolgern, dass unsere Treffen nicht als so regelm\u00e4\u00dfig ausgemacht worden sind, wie ich mir das gedacht habe. Ein bisschen Kontinuit\u00e4t w\u00fcrde ich doch begr\u00fc\u00dfen. Ach, was soll\u2019s, ich hab auch schon solche Fehler gemacht. Daf\u00fcr treffe ich Mei und BiRei, die hier ihr Mittagessen verzehren wollen. Dann unterhalte ich mich eben mit denen ein bisschen, so lange sie essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1420 sehe ich Mei dann wieder zum Englischlernen. Derzeit ein \u00fcberraschend konstanter Faktor in meiner w\u00f6chentlichen Freizeitplanung. Mei hat ihr Textbuch vergessen, also nehmen wir das Grammatikbuch als Grundlage. Verbformen. Das erm\u00fcdet die junge Dame wesentlich schneller als einfache Kommunikation. Aber die Zeit vergeht dennoch recht schnell und sie hat um 1600 eine Verabredung mit ihrem Tutor. Dann komme ich vielleicht ja doch noch bis 1900 nach Hause, und kann vorher noch Post schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber so weit sollte es nicht kommen. Weit gefehlt! Ich schreibe also den bisherigen Tag in mein Tagebuch und um 1615 kommt BiRei mit XiangHua in die Halle \u2013 auf der Suche nach Mei. Sie sei bei einem Treffen mit ihrem Tutor, sage ich, worauf die beiden beschlie\u00dfen, mit mir vorlieb zu nehmen. Wir sitzen also da und unterhalten uns. W\u00e4hrenddessen schreibt BiRei Vokabeln auf, die ich nicht kenne (oder nicht sofort verstanden habe), dr\u00fcckt mir den Zettel in die Hand, sieht mich streng an und sagt: \u201e<em>Lern das und vergiss es nicht!<\/em>\u201c Ah&#8230; wie Sie w\u00fcnschen. War von ihr nat\u00fcrlich nicht so ernst gemeint, wie sie es in Szene gesetzt hat. Im Gegenzug m\u00f6chte sie, dass ich ihr ebenfalls etwas Englisch beibringe. Aber nicht zusammen mit Mei, da sie Mei nicht st\u00f6ren m\u00f6chte. Dann k\u00f6nnte sie sie doch zumindest fragen, ob das in Ordnung sei? Nein, sie wolle Mei nicht damit bel\u00e4stigen. Und ich solle Mei gegen\u00fcber das Thema auch nicht anschneiden. Ich will das jetzt nicht verstehen m\u00fcssen. In einem klassischen Fernsehdrama w\u00fcrde dieses Verhalten darauf schlie\u00dfen lassen, dass Mei romantische Gef\u00fchle f\u00fcr mich hegt und BiRei das wei\u00df, und deshalb die Zweisamkeit nicht st\u00f6ren m\u00f6chte. \ud83d\ude42 <br>Aber gut&#8230; hier und da ein wenig englische Konversation, wenn wir uns begegnen. Ich solle dann auch von Fall zu Fall unbekannte Vokabeln aufschreiben und an sie weitergeben. Hm&#8230; sie hat nach ihrem Schulabschluss erst angefangen, verst\u00e4rkt Englisch zu lernen, auf der Schule hat sie in erster Linie Japanisch gelernt (acht Jahre), und nur ein bisschen Englisch nebenher gemacht. Eigentlich sollte ich ihr gleich ein W\u00f6rterbuch schenken. Mehr als \u201eBasiskommunikation\u201c ist bei ihr noch nicht zu machen, was bedeutet, dass ich zuerst Vokabeln und dann Strukturen aufbauen muss&#8230; das k\u00f6nnte ja in Arbeit ausarten&#8230;<br>Als wir uns dann wieder verabschieden, ist es 1840. Mit \u201e1900 zuhause\u201c wird das nichts mehr, und ich habe heute noch nicht einmal einen Computer <strong>gesehen<\/strong>. Ich werde meine Post abrufen und beantworten, aber einen Bericht schreibe ich heute nicht mehr. Mehrst\u00fcndige Konversation auf Japanisch kostet mich noch viel zu viel Konzentration und Energie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und als ob der Tag nicht schon Kraft raubend genug gewesen w\u00e4re, l\u00e4uft am Abend auch wieder die \u201e<em>WG Kunterbunt<\/em>\u201c. Heute ausnahmsweise nicht mit Bildern aus den drei\u00dfiger Jahren. Es geht ein wenig weihnachtlich zu, und ich denke noch so bei mir: \u201e<em>Hey, dann k\u00f6nnte die Sendung heute ja mal ertr\u00e4glich sein<\/em>\u201c, aber dann kommt bereits der D\u00e4mpfer: \u201e<em>Ernst, wie wir nun mal sind&#8230;<\/em>\u201c oh nein, oh nein, was kommt jetzt? <br>\u201e<em>Ernst, wie wir nun mal sind, berichten wir heute \u00fcber allein erziehende M\u00fctter und V\u00e4ter in der Weihnachtszeit.<\/em>\u201c <br>Okay, ich gebe zu, das ist besser als \u201e<em>Weihnachten unterm Hakenkreuz<\/em>\u201c, aber immer noch viel zu deprimierend f\u00fcr eine Kindersendung! Ich sagte ja bereits, dass die Themen, die ja nicht unwichtig sind, inhaltlich eher was f\u00fcr Jugendliche w\u00e4ren \u2013 h\u00e4tte die Sendung nicht allgemein eine so kindgerechte Aufmachung. Warum zeigen die keine Weihnachtsm\u00e4rkte? Von mir aus auch mit alternativem Holzspielzeug \u201e<em>made in Germany<\/em>\u201c. Oder verschneite B\u00e4ume, spielende Kinder mit Schlitten und dergleichen mehr? Nein, wir zeigen lieber die Kehrseiten der Medaille und lassen die Japaner denken, dass Deutsche sich nur \u00fcber schwerm\u00fctige Themen Gedanken machen. In Deutschland ist Weihnachten also nicht das Fest der Freude, sondern das Fest, wo man an weniger gut situierte Menschen denkt und Tr\u00fcbsal bl\u00e4st. Etwas mehr Ausgewogenheit w\u00e4re hier angebracht \u2013 und unter \u201eAusgewogenheit\u201c verstehe ich etwas anderes als die Laberbacke Sascha mit seinen Fu\u00dfballbegriffen&#8230; wenn Deutsche sich von ihrer Tr\u00fcbsal mal l\u00f6sen wollen, spielen sie also Fu\u00dfball oder sehen sich Spiele an. Wie k\u00f6nnte es auch anders sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Prinz Pipo<\/em>\u201c gibt am Ende der Sendung jeweils den Satz des Tages vor. Vielleicht habe ich das bereits erw\u00e4hnt \u2013 es handelt sich dabei um den Kernsatz des vorgef\u00fchrten Puppentheaterst\u00fccks, und dieser Satz wird mehrfach erw\u00e4hnt, damit ihn sich auch jeder merkt. Und der lautet heute: <br>\u201e<em>Eigentlich dachte ich, dass die Natur auf der Erde intakt ist.<\/em>\u201c<br>Muss man Germanist sein, um diesen Satz als \u201eauff\u00e4llig\u201c zu betrachten? Ich bin keiner, und ich behaupte dennoch, dass der Satz nicht ganz richtig ist (ich will nicht direkt \u201e<em>falsch<\/em>\u201c sagen). M\u00fcsste das hier nicht hei\u00dfen:<br>\u201e<em>Eigentlich dachte ich, dass die Natur auf der Erde intakt <strong>sei<\/strong>.<\/em>\u201c <strong>???<\/strong><br>Vielleicht gibt es Konnotationsunterschiede, die mir unbekannt sind? Annahmen werden wie indirekte Rede doch im Irrealis ausgedr\u00fcckt, oder? F\u00fcr mich ist meine Version jedenfalls richtiger. \u00dcbel Freunde, ganz schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann f\u00e4ngt es an zu schneien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sonniger Morgen, laut Wetterbericht sieben Grad Celsius. Zum Fr\u00fchst\u00fcck vertilgen wir den Reis, den Melanie gestern leider umsonst gekocht hat (sie hat die Einladung zum Essen bei den Nachbarn zwanzig Minuten zu sp\u00e4t erhalten). 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