{"id":3381,"date":"2023-11-22T10:32:49","date_gmt":"2023-11-22T09:32:49","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3381"},"modified":"2023-11-22T10:32:49","modified_gmt":"2023-11-22T09:32:49","slug":"samstag-22-11-2003-let-it-snow-let-it-snow-let-it-snow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3381","title":{"rendered":"Samstag, 22.11.2003 \u2013 Let it snow, let it snow, let it snow&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute Morgen ist es zum Teil recht windig und einzelne Schneeflocken fallen vom Himmel. Es sind kleine Schneeflocken \u2013 aber es sind Schneeflocken. Es ist dem entsprechend k\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutige Episode <em>SailorMoon<\/em> verl\u00e4uft ohne gro\u00dfe \u00dcberraschungen. Makoto und Rei streiten sich, Rei wird von Mitarbeitern ihres Vaters (der ein reicher, m\u00e4chtiger, und vor allem obskurer Politiker ist) gewisserma\u00dfen aus dem Schrein ihres Gro\u00dfvaters entf\u00fchrt. Makoto rettet sie (die Wachen fliegen nur so in der Gegend rum) und alles ist wieder gut. Interessant fand ich die Jupiter-Attacke \u201eFlower Hurricane\u201c. Davon habe ich noch nie geh\u00f6rt&#8230; oder habe ich die vergessen? Mir deucht, da will jemand kreativ anstatt reproduktiv sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reis Vater oder Gro\u00dfvater bekommt man nicht zu Gesicht. Von dem Schrein hat man allgemein noch so richtig nichts au\u00dfer ein paar nichts sagenden Au\u00dfenaufnahmen gesehen. Ich will auch betonen, dass der <em>\u201eHikawa Jinja\u201c<\/em> kein Tempel (= buddhistisch), sondern eben ein Schrein (= shintoistisch) ist. Und bislang fehlt da noch ein wichtiger Jemand: Y\u00fbichir\u00f4, der Schreindiener aus Leidenschaft. Ich w\u00fcrde sein Fehlen wirklich sehr bedauern. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Ann\u00e4herung von Makoto und Motoki muss ich allerdings f\u00fcrchten, dass hier die \u201eBeinahe-Beziehung\u201c Y\u00fbichir\u00f4\/Rei der Animeserie aus Gr\u00fcnden der \u201eKreativit\u00e4t\u201c durch die neue Konstellation ersetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen davon finde ich es ein wenig d\u00e4mlich, dass die Truppe sich die meiste Zeit in einem der (Karaoke) R\u00e4ume des \u201eCrown Game Center\u201c trifft, anstatt im Schrein. Okay, Luna hat den M\u00e4dels auf geheimnisvolle Art und Weise Dauerkarten f\u00fcr kostenlosen Zutritt verschafft, aber das wirkt an den Haaren herbeigezogen, und es ist nicht das gleiche, die Stimmung ist total anders, weil der Karaoke Raum widerlich k\u00fcnstlich aussieht, im Gegensatz zu der gediegenen Atmosph\u00e4re eines Schreins. Aber selbst wenn die f\u00fcnf Freundinnen die Raummiete im Game Center zahlen m\u00fcssten, w\u00fcrde das wohl nicht so sehr ins Gewicht fallen, wie man meinen k\u00f6nnte&#8230; am Tisch sitzen ja Usagi, Ami, Rei und Makoto, und schlie\u00dflich wird noch Minako dazukommen \u2013 und von den f\u00fcnf genannten Personen haben zumindest vier keinerlei finanzielle Sorgen. Bis auf Usagi sind die alle \u201ewohlhabend\u201c bis \u201ereich\u201c: Minako als gefeierter Star, Rei mit dem Vater im Hintergrund, Ami mit der \u00c4rztin als Mutter (und dem Vater, der es sich offenbar leisten kann, lieber irgendwo in der Welt herumzureisen und Bilder zu malen, als Zeit mit seiner Tochter zu verbringen), und Makoto mit ihrer (zumindest mutma\u00dflichen) Waisenrente, die ihr eine ger\u00e4umige Wohnung in Tokyo f\u00fcr sich allein erlaubt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Venus ist noch nicht dazugekommen. Wenn sie in der kommenden Episode nicht dazust\u00f6\u00dft, steht fest, dass hier unn\u00f6tig Zeit und Produktionskapital verschwendet wird \u2013 man k\u00f6nnte sich doch auf das Wesentliche beschr\u00e4nken, als st\u00e4ndig nur \u201eDas Monster der Woche\u201c zu pr\u00e4sentieren. Mehr Storyentfaltung statt Leerlauf! Ich komme zu der \u00dcberzeugung, dass die derzeitige Produktion sich auf die erste Staffel beschr\u00e4nken wird. Nat\u00fcrlich mag jetzt jemand einwenden, \u201eauf dieser und jener Seite im Internet sind die Fakten doch zu finden, warum nur vermuten?\u201c, aber ich muss sagen, dass ich mir nicht die M\u00fche mache, selbst gro\u00df zu suchen. Ich wei\u00df inzwischen, was mich interessiert. Ich wei\u00df, dass es eine <em>\u201eEpisode 0\u201c<\/em> gibt (ein \u201eMaking Of\u201c), ich kenne die Namen der Hauptdarstellerinnen auswendig, nachdem ich sie zweimal angesehen habe (wenn mir doch nur alles so gut merken k\u00f6nnte, wie die Namen h\u00fcbscher Frauen!) und ich habe mir die Geburtsdaten der M\u00e4dels mal angesehen \u2013 die Hauptdarstellerinnen sind zwischen 1986 und 1988 geboren, also durchaus passend f\u00fcr diese Rollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf meine finanzielle Entwicklung: Am Ende des Monats scheint mir exakt so viel Geld \u00fcbrig zu bleiben, wie der Anteil Melanies an den Gesamtkosten wert ist \u2013 w\u00e4re ich alleine hier, h\u00e4tte ich also gerade genug zum \u00dcberleben und ab und zu einen Keks als Sonderration an Sonntagen&#8230; Ich empfehle allen meinen Nachfolgern, sich eine Wohnung mit jemandem zu teilen. Wenn man das nicht will und wenn auch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel Platz braucht, sollte man keine zwei Zimmer nehmen \u2013 eine Einzimmerwohnung reicht voll und ganz aus, und spart ein paar Tausend Yen Miete. Melanie und ich verwenden unser Tatamizimmer z.B. nur als Schlafzimmer und f\u00fcr sonst nichts. Rein materiell betrachtet k\u00e4men wir auch mit einem einzigen Raum aus. Der einzige konkrete Vorteil des zweiten Raumes ist der zweite Schrank, der sich darin befindet. M\u00fcssten wir die Futons zusammen mit den anderen Sachen in einem einzigen Schrank unterbringen, h\u00e4tten wir ein Platzproblem. Andererseits wird die eine oder andere Ecke auch noch nicht wirklich effektiv ausgenutzt, wie z.B. das kleine Schrankfach \u00fcber dem Hauptschrank. Wenn man die ganzen Kartons wegwirft, k\u00f6nnte man da noch einiges hineintun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was hilft das Klagen (eigentlich will ich mich gar nicht beschweren!), es ist so, wie es ist. Und der wahre Vorteil eines zweiten Raumes ist die R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit, die er bietet. Andauernd auf Tuchf\u00fchlung zusammen zu sein, f\u00fchrt zwangsweise zu Spannungen, die ich zur Erhaltung meiner Beziehung eigentlich vermeiden m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbrigens muss man nicht gleich verzweifeln, nur weil man zuhause niemanden findet, mit dem man zusammenwohnen m\u00f6chte oder kann, weil man vielleicht der einzige von seiner Heimatuni ist, der hierher kommt. Es gibt hier gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten. Misi hat anfangs ebenfalls nach jemandem f\u00fcr eine 2er-WG gesucht (aber niemanden gefunden, \u00e4hem&#8230;), aber Mei z.B. hat eine weitere Chinesin gefunden, BiRei, die bereit war, mit ihr eine Wohnung zu teilen. Und mir scheint, die kommen gut miteinander aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Tokyo h\u00f6re ich, dass es dort kaum (oder keine?) \u201eInternationale Feste\u201c gebe. Wie soll ich diese Meldung interpretieren? Was soll ich denn in Tokyo, wenn die ach so guten Universit\u00e4ten dort es nicht f\u00fcr notwendig (oder erschwinglich) betrachten, den kulturellen Austausch etwas in Gang zu bringen? Ich finde das reichlich traurig. Dann wundert mich wenig, dass sich unter den vertretenen Ethnien \u201egeschlossene Gesellschaften\u201c bilden. Wohl dem, der gen\u00fcgend Landsleute zur Auswahl hat! Wenn man mit einzelnen Exemplaren nicht zurecht kommt, kann man sich auch an andere wenden. Wenn man dagegen einen kurzen Strohhalm gezogen hat, vielleicht der einzige aus seinem Heimatland ist oder mit seinen Landsleuten nicht zurechtkommt, dann hat man verloren. Es ist nicht jedermanns Sache, von sich aus auf fremde Leute zuzugehen, um Kontakte zu kn\u00fcpfen. Und wenn das nicht gelingt oder unterlassen wird, k\u00f6nnte das Austauschjahr eine widerlich einsame und lange Zeit werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin der Meinung, dass die Universit\u00e4ten den Studierenden unter die Arme greifen sollten, damit diese irgendwo sozialen Anschluss finden. Und das nicht nur bei Japanern, sondern auch untereinander. Wann erh\u00e4lt man schon eine Gelegenheit, sich unter einen derart internationalen Haufen zu mischen? Ich habe das Gef\u00fchl, dass die vertretenen Nationen hier interessanter (weil f\u00fcr mich exotischer) sind, als das, was sich z.B. in Trier tummelt (obwohl dort die gleichen vertreten sind). Aber das ist nur meine pers\u00f6nliche, subjektive Meinung. Vielleicht bedarf es daf\u00fcr einer \u201eanleitenden\u201c Institution. Und das hiesige Ry\u00fbgakusei Center erf\u00fcllt diese Aufgabe sehr vorbildlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man eine zur\u00fcckgezogene Natur ist, die nicht von alleine Kontakte sucht (aber dennoch braucht), muss man doch in Tokyo vereinsamen \u2013 oder sehe ich das falsch? Ich pers\u00f6nlich komme damit zurecht, nur oberfl\u00e4chliche Kontakte zu haben, weil ich mich auch mit mir selbst genug besch\u00e4ftigen kann \u2013 aber ich bin ja auch \u201eDer Extreme\u201c. Wer also mehr Wert auf soziale Kontakte legt, als auf die \u2013 wie soll ich sagen? \u2013 infrastrukturellen Vorteile der Megalopole Tokyo, der komme ruhig nach Hirosaki. Ich habe es bisher in keiner Weise bereut.<sup><a id=\"sdfootnote1anc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><br>Aber der Winter kommt ja erst noch. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zehn Uhr am Morgen kommt SangSu die Treppe hoch und klingelt an meiner T\u00fcr \u2013 um mir zu sagen, dass es schneit. Ich bin erst ein wenig verwirrt, weil er wegen dieses banalen Umstandes extra vorbeikommt, aber ich empfinde es als eine freundschaftliche Geste. Bei der Gelegenheit kl\u00e4re ich ihn dar\u00fcber auf, dass ich kein \u201e-san\u201c, sondern ein \u201e-kun\u201c bin. Wenn ich irgendwann einmal reich und wichtig sein sollte, darf er mich gerne \u201eDominik-san\u201c nennen, aber jetzt reicht mir \u201eDominik-kun\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen der Stimmen auf dem \u201eFlur\u201c steckt SongMin den verschlafenen Kopf zur T\u00fcr raus und redet ein paar S\u00e4tze mit SangSu, und das mit einer \u201eIch bin gerade erst wach geworden\u201c Stimme, die so niedlich und s\u00fc\u00df ist, dass ich auf der Stelle Karies kriegen k\u00f6nnte. Danach verschwindet sie wieder hinter der Wohnungst\u00fcr. Bevor SangSu geht, biete ich ihm an, am Abend doch mit SongMin und J\u00fb bei mir vorbeizukommen, um vielleicht einen Schluck zu trinken und ein bisschen zu \u201eplaudern\u201c, wie man so sch\u00f6n sagt. Er will warten, bis SongMin endg\u00fcltig ansprechbar ist und J\u00fb \u00fcberhaupt wach wird (der lernt immer bis drei oder vier Uhr morgens) und verspricht, die beiden zu fragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Stunden sp\u00e4ter treffe ich ihn in der Bibliothek wieder und SangSu teilt mir mit, dass Misi f\u00fcr diesen Abend bereits eine Party geplant habe. Ich habe auch nichts dagegen, da hinzugehen. Bis 1700 schreibe ich drei Berichte und treffe danach Melanie, weil wir zum Ito Y\u00f4kad\u00f4 fahren wollen. Dort befindet sich der Busbahnhof und wir bringen in Erfahrung, wie viel der Trip nach Tokyo mit dem Nachtbus kosten w\u00fcrde. 19.000 Yen w\u00e4ren f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfahrt zu zahlen, also etwas \u00fcber 140 E. Das ist nicht wenig, vor allem gerade jetzt, wo ich noch kaum Geld angespart habe. Mein Plan war, bis zum Sommer etwas Geld zur\u00fcckzulegen, um dann nach Tokyo zu fahren, um auch kommerziell etwas davon zu haben. Meine Geldreserven belaufen sich auf gerade 30.000 Yen, vielleicht ein bisschen mehr, aber 35.000 sind eine gro\u00dfz\u00fcgige Sch\u00e4tzung. Melanies Planung l\u00e4uft ja darauf hinaus, \u00fcber Weihnachten nach Tokyo zu fahren, um mit Ronald und Ricci zusammen Weihnachten verbringen zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich gehen unsere Meinungen da weit auseinander. F\u00fcr mich ist Weihnachten kein besonderer Tag, also h\u00e4tte ich nichts dagegen, die kommenden Semesterferien im Fr\u00fchjahr abzuwarten, um zu fahren. Ich will meine Freunde in Tokyo ebenfalls sehen, aber ich brauche nicht Weihnachten als Anlass. Zwei Monate sp\u00e4ter ist doch auch in Ordnung, Hauptsache, ich sehe die zwei \u00fcberhaupt \u2013 oder nicht? Auf jeden Fall h\u00e4tte ich dann auch die notwendigen Reserven, um in Tokyo auch ein paar sehenswerte Dinge besuchen zu k\u00f6nnen, anstatt mich auf ein Minimum beschr\u00e4nken zu m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich sieht Melanie das v\u00f6llig anders. Weihnachten sei nun einmal Weihnachten, das sei etwas ganz besonderes und man solle diese Tage mit besonderen Menschen verbringen. Ein Besuch im Februar zum Beispiel sei nicht das Gleiche. Aha, wie soll ich das verstehen? Sind die Freunde weniger besondere Menschen, weil zuf\u00e4llig gerade nicht Weihnachten ist? Ich w\u00fcrde mich immer freuen \u2013 aber ich muss doch auch der (finanziellen) Realit\u00e4t Tribut zollen. Wenn ich jetzt nach Tokyo fahre, bin ich nachher pleite, und ich muss vielleicht noch einmal hinfahren, um die Besichtigungen zu machen, die mir so vorschweben. Also doppelte Ausgaben. Das schmeckt mir nicht. Vor allem eingedenk der Tatsache, dass ich m\u00f6glichst viel Geld auch zur\u00fcck nach Deutschland nehmen muss, weil ich sonst kein Geld mehr haben werde, um \u00fcberhaupt meinen Semesterbeitrag zahlen zu k\u00f6nnen (der zuf\u00e4llig ebenso hoch ist, wie der Preis einer Fahrt nach Tokyo).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich k\u00f6nnte \u2013 oder muss \u2013 meine Internetverk\u00e4ufe verst\u00e4rken, damit Geld in die Kasse kommt, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass diese jetzt geplante Reise nach Tokyo die einzige, und mangels Geld eine relativ magere bleiben wird.<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Argument muss ich allerdings anerkennen: Ronalds Stipendium l\u00e4uft am Ende des Wintersemesters aus, und es ist wahrscheinlich, dass er danach sofort zur\u00fcck nach Deutschland fliegt. Also g\u00e4be es keinen Zeitraum au\u00dfer um Weihnachten, ihn noch einmal zu sehen, bevor ich wieder bis Oktober 2004 warten m\u00fcsste&#8230; also sei es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man lebt nur einmal und wenn mir morgen ein Ziegelstein auf den Kopf f\u00e4llt, habe ich von keinem gesparten Geld der Welt mehr etwas. Also folge ich einer feudalen \u201eTradition\u201c und mache mich bei einem <em>\u201eEdo sanp\u00f4\u201c<\/em> (<em>\u201eGang nach Edo\u201c<\/em> = Tokyo) arm. Schlie\u00dflich bin ich der Schwarze Samurai.<sup><a id=\"sdfootnote4anc\" href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Preisinformation gehen wir ins Ito Y\u00f4kad\u00f4, weil Melanie weitere Bilder von uns machen m\u00f6chte \u2013 \u201ePurikura\u201c, die man noch selbst an einem an der Kabine integrierten Computer bearbeiten kann, um lustige Fotos daraus zu machen.<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\" id=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup> Wahrscheinlich habe ich dar\u00fcber bereits geschrieben, also gehe ich nicht weiter auf dieses beh\u00e4mmerte Thema ein \u2013 Purikura sind f\u00fcr Kinder! Und von dieser Meinung werde ich in absehbarer Zeit nicht abweichen. Unter Teenagern erfreut sich dieses \u201eSpiel\u201c jedenfalls der gr\u00f6\u00dften Beliebtheit, wie mir scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Automat, den Melanie verwenden m\u00f6chte, ist gerade besetzt, also setze ich mich in die CD Abteilung ab, um auch mal nach den CDs zu forschen, nach denen man mich bereits gefragt hat. Aber ich muss das anders anpacken. Ich finde auf eigene Faust nicht sonderlich viel, und ich will den Angestellten nicht nach allem auf einmal fragen&#8230; auch \u2013 oder vor allem? \u2013 um meinetwillen. Am besten schreibe ich einzelne Zettel mit den Interpreten und besorge mir etwas Vokabular, dass in einer CD Abteilung von Nutzen sein k\u00f6nnte. Am besten fange ich mal mit \u201ebestellen\u201c an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich finde auch Material, das mich selbst interessieren w\u00fcrde. Eine CD von Ogata Megumi&#8230; <em>\u201eStop and Go\u201c<\/em>. Habe ich noch nie von geh\u00f6rt. So wie die CDs hier verpackt sind, muss ich annehmen, dass Deutschland den Japanern eine Serviceleistung voraus hat \u2013 offenbar kann man eine beliebige CD nicht einfach so anh\u00f6ren. Aber vielleicht h\u00e4tte ich fragen sollen, anstatt es nur zu vermuten. Ich merke mir die CD einmal. Ah, Hayashibara Megumi findet sich auch, aber nur Singles, mit Ausnahme von <em>\u201eFuwari\u201c<\/em>. Was soll ich mit Singles? Ich mache mir eine Notiz f\u00fcr <em>\u201eFuwari\u201c<\/em>. Oha, da ist der <em>\u201eANIMETAL MARATHON\u201c<\/em>&#8230; Nummer F\u00fcnf??? Dann habe ich ja einiges verpasst. Aber den nehme ich sofort mit, koste es, was es wolle. Und wenn ich schon dabei bin, nehme ich mir auch eine CD mit dem gaaanz alten <em>\u201eCutey Honey\u201c<\/em> Soundtrack mit. Dem kann ich jetzt nicht widerstehen. Oh, da steht der komplette <em>\u201eSakura Taisen\u201c<\/em> Soundtrack&#8230; teuer&#8230; aber vorgemerkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ist der Automat endlich frei. Melanie darf die Bilder alleine bearbeiten. Mir fehlt das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was daran so toll sein soll. Mir fehlt das Interesse, also spiele ich eine Runde <em>\u201ePoint Blank\u201c<\/em>, bzw. es ist wohl eines der Spiele aus der Reihe, und es hei\u00dft <em>\u201eGun Barl\u201c<\/em>. Barl? Barrel? Japlish? Egal, die Pistole erweist sich als schlecht eingestellt und au\u00dferdem ist das Kabel zum Automaten nicht f\u00fcr jemanden gemacht, der gr\u00f6\u00dfer als 170 cm ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben steht ein Automat f\u00fcr ein weiteres Spiel. Und das ist seltsam. Man muss extra Spielm\u00fcnzen daf\u00fcr aus einem Automaten ziehen. 100 Yen geben 10 solcher Spielm\u00fcnzen, \u201especial coins\u201c (SC) genannt. Der Automat besteht aus einem Glaskasten und sieht ein wenig wie ein Aquarium aus. In dem Kasten bewegt sich ein Schieber vor und zur\u00fcck, der bis zu einem gewissen Punkt die eingeworfenen Spielm\u00fcnzen auf den Rand einer Ablage zuschiebt. Man l\u00e4sst die SC \u00fcber eine Schiene in den Automaten hineinrollen, und zwar hinter die bereits liegenden M\u00fcnzen. Die neu eingerollte M\u00fcnze kommt zum liegen und der Schieber dr\u00fcckt sie gegen die anderen M\u00fcnzen, die ihrerseits nach vorne geschoben werden und die vordersten M\u00fcnzen \u00fcber den Rand hinausschieben. Sinn ist es nun, mehr M\u00fcnzen aus dem Automaten herauszuholen, als man hineinwirft \u2013 wer h\u00e4tte das gedacht? Machbar ist das eigentlich nur mit dem richtigen Timing. Wann man \u00fcberhaupt zu spielen beginnt, hei\u00dft das. Die M\u00fcnzen fallen n\u00e4mlich nicht nur in den Ausgabeschacht, sondern auch in einen Jackpot. Befindet sich darin eine gewisse Menge an M\u00fcnzen, wird ein sauberer Stapel mit drei\u00dfig M\u00fcnzen auf die Ablage vor dem Schieber geschoben, oder aber ein wilder Haufen von vielleicht 50 M\u00fcnzen auf die Ablage ausgesch\u00fcttet. Man sollte also nur dann spielen, wenn dieser Stapel, bzw. der Haufen, sich bereits sehr nahe am Rand der Ablage befindet. Das war bei mir der Fall \u2013 sonst w\u00e4re ich nicht auf die Idee gekommen, es zu versuchen. Nach dem Einsatz von f\u00fcnf M\u00fcnzen habe ich etwa 40 zus\u00e4tzlich gewonnen, ich habe also 45 in der Hand. Ginge es hier um 10-Yen-M\u00fcnzen, w\u00e4re die Sache in Ordnung und ich nach Hause gegangen, aber es sind ja Spielm\u00fcnzen. Was soll ich mit dem M\u00fcll? Man kann diese M\u00fcnzen nur in den Kinder-Pachinko-Automaten werfen, die ganzen anderen Spiele funktionieren alle nur mit 100-Yen-M\u00fcnzen. Also bleibe ich noch eine Zeitlang und verspiele meine ganzen M\u00fcnzen. Melanie findet es interessant, nachdem sie mit den Bildern fertig ist, und steuert noch einmal zehn M\u00fcnzen bei, aber dabei kommt nichts Sinnvolles heraus, weil sich keine M\u00fcnzenansammlung an einem kritischen Punkt befindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend gehen wir ins Daiei und kaufen Getr\u00e4nke und etwas zu Knabbern f\u00fcr unser Erscheinen bei Misi. Wir haben aber auch Hunger und gehen deshalb vorher noch ins Sukiya und essen eine Sch\u00fcssel Gy\u00fbdon. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Sch\u00fcssel mit Reis, der unter d\u00fcnnen Fleischstreifen versteckt ist. Ich war mit Yui einmal hier, als ich meinen Futon gekauft habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort ruft mich SangSu an. Es ist 19:40, und, ja, eigentlich h\u00e4tte ich mich schon vor zehn Minuten mit ihm treffen sollen, um zu Misi zu gehen. Ja, aber ich wolle erst was essen. Er k\u00f6nne also losfahren oder gehen. Vielleicht besser \u201egehen\u201c, denn w\u00e4hrend des Nachmittags hat es zu schneien begonnen und es hat sich eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke gebildet. Fahrradfahren wird zu gef\u00e4hrlich, aber wir k\u00f6nnen unsere Fahrr\u00e4der auch nicht beim Sukiya stehen lassen. Also fahren wir betont langsam und vorsichtig zu Misis Haus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir treffen um 20:15 dort ein. Anwesend sind dort dann Alex (Rum\u00e4nien), M\u00e9lanie (Frankreich), Ramona, Luba, Arpi (Slowakei), Paola (Chile), Irena (Slowenien), SangSu (Korea), Glenn (Philippinen), Misi (Ungarn), Melanie und ich. SangSu hat was zu trinken aus Korea mitgebracht, und auf der Flasche steht <em>\u201eJinro\u201c<\/em> und <em>\u201e25 %\u201c<\/em> drauf. Es riecht nach dem Zeug, was man im Krankenhaus zum Desinfizieren verwendet, und der Geschmack \u00fcberzeugt mich auch nicht davon, dass SangSu sich nicht im hiesigen Krankenhaus bedient hat. Er sagt, man trinke das am besten mit Orangensaft. Leider haben wir aber keinen. Und Jinro schmeckt pur absolut langweilig. Und davon, dass Alkohol drin ist, merke ich auch nichts, obwohl ich kein regelm\u00e4\u00dfiger Trinker bin. Alex schl\u00e4gt das Produkt aus Korea \u2013 mit einem selbst gebrannten Pflaumenschnaps aus Rum\u00e4nien, den er in seinem Handgep\u00e4ck ins Land geschmuggelt hat. Die H\u00e4lfte vom Inhalt sei Alkohol, sagt er. Ah ja, dann lass mal probieren, schlie\u00dflich ist alles besser als Jinro. Das rum\u00e4nische Produkt ist glasklar und schmeckt in der Tat nach Pflaume. Man sp\u00fcrt, dass Alkohol darin ist, es ist ein sanftes Brennen, dass den Hals hinunter in den Magen gleitet, wo sich anschlie\u00dfend eine wohlige W\u00e4rme ausbreitet. Sehr angenehm zu trinken, wirklich. Dabei mag ich eigentlich gar keinen Schnaps&#8230; aber ich vertilge zwischen 50 und 100 ml davon. Zumindest behaupte ich, dass es angenehm zu trinken sei. Die Mehrzahl der \u00fcbrigen Leute sagt, dass es ein scharfes Zeug sei, was Alex da produziert habe. Leider habe ich vergessen, wie das Getr\u00e4nk hei\u00dft&#8230; ich h\u00e4tte es aufschreiben sollen, als ich den Namen noch im Ohr hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nebenbei erfahre ich, dass wir einen VIP unter uns haben. Ich hatte mir irgendeinen Scherz erlaubt, worauf Misi mich angrinst und sagt: \u201eSei vorsichtig, wie Du mit dem redest \u2013 der fummelt an Gehirnen rum!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arpi, \u201eMr. Minority\u201c, ist ein Ungar mit einem slowakischen Pass, und eine Ber\u00fchmtheit, die uns mit ihrer Anwesenheit ehrt. Nat\u00fcrlich ist er nur in Fachkreisen ber\u00fchmt. Der Mann ist tats\u00e4chlich promovierter Mediziner \u2013 einer der f\u00fchrenden Gehirnchirurgen unserer Zeit, um genau zu sein. Er f\u00fchrt uns auch vor, wie gut seine H\u00e4nde zittern k\u00f6nnen \u2013 wenn er sich M\u00fche dabei gibt. Er ist ebenfalls zur Fortbildung hier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SangSu trinkt w\u00e4hrenddessen, als g\u00e4be es kein Morgen. Das hei\u00dft, er ist es, der den Gro\u00dfteil des Jinro und etwa die H\u00e4lfte des Pflaumenschnapses in sich hineinsch\u00fcttet. F\u00fcr einen schmal gebauten Koreaner reicht das aus. Er wird sehr lustig, nimmt Irena und Glen bei den H\u00e4nden und beginnt ein wenig zu singen und zu schunkeln. Um etwa 22:45 muss er wohl auf die Toilette, aber er biegt falsch ab und landet an der Haust\u00fcr. Misi will nicht, dass er an die Haustuer pinkelt, schon gar nicht an die Innenseite, also folgt er ihm sicherheitshalber. Knapp zehn Minuten sp\u00e4ter sind die beiden zur\u00fcck. SangSu hat sich, aus welchem Grund auch immer, auf sein Fahrrad gesetzt und ist einige Meter weit gefahren, bevor er das Gleichgewicht verlor und auf den kalten Boden fiel. Er hat Absch\u00fcrfungen am rechten Ellenbogen und sein linkes Hosenbein ist v\u00f6llig durchn\u00e4sst. Aber er sp\u00fcrt absolut nichts davon und trinkt in einem Zug den Rest von dem rum\u00e4nischen Schnaps aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 23:35 (ich habe auf die Uhr gesehen) ist dann Schluss. Er will nach Hause. Es ist auch nichts mehr zu trinken da, also ziehen wir ihm seine Jacke an, packen ihn an den Armen und st\u00fctzen ihn auf dem Weg nach Hause. Es ist also wirklich sein Vorteil, dass er mit uns im gleichen Haus wohnt. Die Fahrr\u00e4der lassen wir bei Misi stehen, es h\u00e4tte keinen Zweck, sie mitzunehmen. Erstens liegt Schnee und zweitens bringen wir einen sehr betrunkenen und nicht gehf\u00e4higen Koreaner ins Bett. Drei Fahrr\u00e4der kann man nicht gleichzeitig bef\u00f6rdern. Wir kommen morgen wieder und holen sie ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Endeffekt tragen wir ihn mehr, als wir ihn nur st\u00fctzen. Au\u00dferdem labert er die ganze Zeit vor sich hin. Auf Japanisch. Ich h\u00e4tte jetzt erwartet, dass er im Rauschzustand zu Koreanisch zur\u00fcckkehren w\u00fcrde, aber er redet Japanisch. Wenn auch nur eine Handvoll Vokabeln. <em>\u201eDemo&#8230; daij\u00f4bu!\u201c<\/em> (<em>\u201eAber&#8230; mir geht\u2019s gut!\u201c<\/em>) wird uns wohl noch lange im Ged\u00e4chtnis bleiben. Und er habe ein sch\u00f6nes Gesicht, behauptet er von sich, <em>\u201eWatashi wa&#8230; kirei kao!\u201c<\/em> Dann stellt er fest, dass auch wir sch\u00f6ne Gesichter haben und f\u00fcnf Minuten darauf ist die ganze Welt bev\u00f6lkert von Menschen mit sch\u00f6nen Gesichtern. Eine Dame, die ihren Hund spazieren f\u00fchrt, weicht uns vorsichtig aus. Ich kann sie auch ein wenig verstehen. Ich entschuldige mich im Vorbeigehen schnell f\u00fcr die Unh\u00f6flichkeit. Ja, SangSu, das Leben ist toll. Vor allem wenn man von dem Leiden der Welt befreit ist. Betrunken sein = Nirvana? Ach nein, das Trinken berauschender Getr\u00e4nke ist im Buddhismus ja untersagt. An der letzten Ampel nimmt er sich das Recht, Melanie auf die Wange zu k\u00fcssen. Ich nehme mir das Recht, ihm einen moderaten Schlag mit der Handfl\u00e4che an den Hinterkopf zu verpassen. Er wird sich eh nicht mehr daran erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir kommen schlie\u00dflich zuhause an und eigentlich sind wir auch ganz froh, dass sein Apartment im Erdgeschoss liegt. Mit der untr\u00fcglichen Intuition eines Betrunkenen sp\u00fcrt er, dass er daheim ist. Direkt vor seiner Haust\u00fcr, als Melanie gerade aufsperrt, schl\u00e4ft er ein. Er hat seinen Schl\u00fcssel in die Jackentasche gesteckt, und wir dachten einen Moment lang, er habe ihn verloren. Aber jetzt ist er weg vom Fenster. Ich \u00fcberlege, ihn einfach \u00fcber die Schulter zu werfen, um ihn in seine Wohnung zu bef\u00f6rdern, da er ja nicht viel wiegt. Nicht viel mehr als einen Zentner, w\u00fcrde ich sch\u00e4tzen. Aber wenn ich ihn auf meine Schulter lege, k\u00f6nnte er eventuell seinen Mageninhalt auf meinem R\u00fccken verlieren, und das m\u00f6chte ich vermeiden. Also nehme ich ihn am G\u00fcrtel und schleife ihn in seine K\u00fcche, wahrend Melanie das Bett vorbereitet. Sie l\u00e4sst es sich auch nicht nehmen, peinliche Bilder von ihm zu machen, wie er da praktisch bewusstlos (aber bekleidet) am Boden liegt. Und seine Wohnung muss sie auch festhalten. Eine Junggesellenbude \u2013 um es h\u00f6flich auszudr\u00fccken. Hausputz dringend erforderlich. Melanie nimmt daraufhin seine Beine und ich seine Arme, und wir hieven ihn in sein Bett. Wir ziehen ihn aus, soweit notwendig, weil er nasse F\u00fc\u00dfe hat und auch nicht in einer nassen Hose schlafen sollte, und decken ihn zu. Die Zimmert\u00fcr lassen wir einen Spalt offen und das Licht in der K\u00fcche an, damit er problemlos den Weg zur Toilette findet, sollte es im Laufe der Nacht notwendig werden. Hoffentlich kotzt er nicht in sein Bett&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem wir dann gegangen sind, wartet 20 Meter weiter bereits die n\u00e4chste Zufallsbegegnung. J\u00fb und SongMin stehen auf dem Gang rum, dick in Jacken eingepackt. Wir kl\u00e4ren sie schnell dar\u00fcber auf, was vorgefallen ist und bitten sie, am folgenden Morgen nach ihm da unten zu sehen. Seine Wohnungst\u00fcr sei offen, der Schl\u00fcssel liege auf der Ablage neben seinem Bett. Ja das sei in Ordnung, und sie bedanken sich, dass wir ihren Landsmann nach Hause gebracht haben. Und sie vergessen auch nicht, sich f\u00fcr die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Schon in Ordnung. Aber warum die n\u00e4chtlich Versammlung in dicken Winterjacken? Sie seien von dem pl\u00f6tzlichen K\u00e4lteeinbruch \u00fcberrascht worden und h\u00e4tten noch kein \u00d6l gekauft. SongMin habe zwar einen elektrisch heizbaren Futon, aber dennoch sei es unertr\u00e4glich kalt. Man kann m.E. dar\u00fcber streiten, was \u201eunertr\u00e4glich\u201c denn nun sei, aber ich biete den beiden an, von meinem \u00d6l etwas zu nehmen, damit sie \u00fcbers Wochenende heizen k\u00f6nnten. Nein, das sei schon in Ordnung. Aha, und am Montag ist Feiertag, so weit ich wei\u00df. Es w\u00fcrde ein kaltes und ungem\u00fctliches Wochenende werden. Er wolle es bei der Tankstelle versuchen. Nein, muss ich einwenden, die verkaufen kein Kerosin, sondern nur Diesel, und auf den \u00d6fen sei gro\u00df aufgedruckt, dass man eben keinen Dieseltreibstoff verwenden d\u00fcrfe. Die Diskussion wogt hin und her, bis ich schlie\u00dflich nicht mehr diskutieren will. Ich mache eine fordernde Geste mit der Hand und sage ihm <em>\u201eTanku wo dashite!\u201c<\/em> (\u201eLos, schieb den Tank r\u00fcber!\u201c). <em>\u201eEe, kowai!\u201c<\/em>, sagt J\u00fb und lacht, aber dann holen die zwei endlich ihre Kerosintanks aus den \u00d6fen. Ich gebe jedem von ihnen etwa zwei bis drei Liter \u00d6l, das reicht f\u00fcr knapp eine Woche. Was ich denn nun daf\u00fcr haben wolle? Nichts eigentlich \u2013 aber das ist keine akzeptierte Antwort. Also gut, sagen wir 200 Yen. Dabei dachte ich an 100 Yen pro Nase, aber jeder kommt mit zwei 100er M\u00fcnzen zu mir. Auch egal jetzt. Ich bin m\u00fcde und will in mein Bett und nicht um 200 Yen diskutieren. Obwohl ich mir ein bisschen schlecht dabei vorkomme, weil man f\u00fcr 400 Yen etwa 10 Liter \u00d6l bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also haben wir heute gleich alle Koreaner in unserem Haus auf einmal \u201egerettet\u201c. Ich setze mich an den Schreibtisch und halte meine Eindr\u00fccke vom heutigen Tag fest, bevor ich die H\u00e4lfte wieder vergesse. Das ist jetzt wichtiger, als mein Bed\u00fcrfnis nach Schlaf. Morgen ist sowieso ein freier Tag. Um 01:50 bin ich fertig damit \u2013 und ich freue mich darauf, diesen Newsletter zu schreiben. Es ist sp\u00e4t. Morgen kann (und sollte) ich wohl ausschlafen. Oh ja, der Montag ist ja ebenfalls frei&#8230; dann kann ich ja wirklich beruhigt unter meine Decke kriechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Osaka scheint \u2013 vertreten durch die Osaka Gakuin \u2013 eine gute Alternative zu Hirosaki zu sein. Osaka bietet n\u00e4mlich \u201eHomestay\u201c, i.e. Wohnen in der Gastfamilie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Ebenfalls eine Misskonzeption meinerseits. \u201e-kun\u201c wird in der Hierarchie von oben nach unten verwendet, nicht unter Gleichgestellten; und wenn doch, dann nur in der Dritten Person.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Die Realit\u00e4t zeigte mir jedoch einen gangbaren Mittelweg und alles kam besser, als bef\u00fcrchtet&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote4anc\" id=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> \u201eSchwarz\u201c ist ja nun mein Familienname. \u201eDominik\u201c wiederum ist Latein und bedeutet \u201eder seinem Herrn dient\u201c; \u201edienen\u201c auf Japanisch ist \u201ehaberu\u201c und es schreibt sich mit dem Schriftzeichen \u201eSamurai\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote5anc\" id=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> \u201ePuriKura\u201c ist die japanisierte Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201ePrint Club\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Morgen ist es zum Teil recht windig und einzelne Schneeflocken fallen vom Himmel. Es sind kleine Schneeflocken \u2013 aber es sind Schneeflocken. Es ist dem entsprechend k\u00fchl. Die heutige Episode SailorMoon verl\u00e4uft ohne gro\u00dfe \u00dcberraschungen. Makoto und Rei streiten sich, Rei wird von Mitarbeitern ihres Vaters (der ein reicher, m\u00e4chtiger, und vor allem obskurer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[8,13,7,4],"tags":[2169,2163,1898,2152,2162,2164],"class_list":["post-3381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-japan","category-musik","category-mylife","category-spiele","tag-auslandsaufenthalt","tag-auslandsstudium","tag-hirosaki","tag-japan","tag-reise","tag-tagebuch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3381"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3383,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3381\/revisions\/3383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}