{"id":3295,"date":"2023-11-01T09:50:00","date_gmt":"2023-11-01T08:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3295"},"modified":"2023-11-01T09:56:18","modified_gmt":"2023-11-01T08:56:18","slug":"samstag-01-11-2003-ein-feeest-wo-man-kruege-leert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3295","title":{"rendered":"Samstag, 01.11.2003 \u2013 Ein Feeest, wo man Kr\u00fcge leert\u2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Samstag \u2013 SailorMoon-Tag! Heute hat die liebe Ami Probleme, weil sie das Prinzip der Freundschaft noch nicht so recht verstanden hat. Daher kauft sie ein Buch mit dem Titel <em>\u201eWie man wirklich Freunde gewinnt\u201c<\/em>, in dem zu lesen ist, dass man sich in punkto Interessen und Aktivit\u00e4ten an seine Freunde anpassen soll (zumindest habe ich das so verstanden). In Folge dessen beteiligt sie sich an der Pyjama-Party bei Usagi, singt Karaoke und schminkt sich das Gesicht so zu, dass man die Haut nicht mehr sehen kann. (Machen M\u00e4dchen in dem Alter, um die 15, so was wirklich?) Das alles nimmt sie sehr mit, sie wird krank und deswegen von einem Y\u00f4ma in arge Bedr\u00e4ngnis gebracht. Nephlyte hat sich als Opfer irgendeine Frau ausgesucht, weil diese einen ganz tollen Edelstein um den Hals tr\u00e4gt. Der Ort des Geschehens ist ein Museum, bei dem man am Eingang ein Namensschild erh\u00e4lt. Ob das einen tieferen Sinn hat, als gleich darauf f\u00fcr einen Gag zu sorgen, wei\u00df ich nicht. Ich habe jedenfalls noch nie in einem Museum ein Namensschild bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es der \u201eZufall\u201c will, h\u00e4lt auch Mamoru sich in dem Geb\u00e4ude auf, und, wie sollte es anders sein, Usagi findet sein Namensschild auf dem Fu\u00dfboden. Offenbar hat er es verloren. Sie liest den Namen, der draufsteht halblaut vor, interpretiert aber die Kanji falsch. Ich habe leider nicht mehr im Kopf, was sie gesagt hat. Nat\u00fcrlich taucht er in diesem Moment auf, nimmt ihr das Schild aus der Hand und sagt: \u201e<em>Das hei\u00dft<\/em> <em>Chiba Mamoru<\/em>!\u201c Er nimmt ihr Schild, auf dem ihr Name, <em>\u201eTsukino Usagi\u201c<\/em>, geschrieben steht (\u201eUsagi\u201c = \u201eHase\u201c), und liest vor <em>\u201eTsukino Ko-Buta\u201c<\/em> (\u201eKo-Buta\u201c = \u201eSchweinchen\u201c). Ich fand das lustig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und F\u00fcr die n\u00e4chste Episode wird Kino Makoto aka SailorJupiter angek\u00fcndigt. Wai!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Charaktergestaltung von Aino Minako interessiert mich ebenfalls langsam immer mehr. Usagi, Rei und Ami singen ihr Lied <em>\u201eC\u2019est la Vie\u201c<\/em>, an der Wand von Usagis Zimmer h\u00e4ngt ein Poster von Minako. Wie wollen die es jemals fertig bringen, diese Figur <strong>hinter<\/strong> Usagi zu stellen, ohne gewaltige Einschnitte an den Charaktereigenschaften vorzunehmen? Minako m\u00fcsste sich sehr \u201eblond\u201c benehmen (man verzeihe mir den Ausdruck), damit das klappt. Der Unterschied zwischen ihrem B\u00fchnenimage, ihrem Alter Ego SailorVenus und der \u201eeigentlichen\u201c Minako m\u00fcsste dazu gar gewaltig ausfallen. Aber was soll das Mutma\u00dfen? In wenigen Wochen wei\u00df ich es ja doch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Anschluss individualisiere ich mein neues, gebrauchtes Fahrrad. Zu diesem Zweck hat Melanie Klebeband im 100-Yen-Laden gekauft. \u00c4hem&#8230; leider gab es diese Klebeb\u00e4nder nur als Dreierpack in den alten deutschen Reichsfarben Schwarz, Wei\u00df, Rot. Mein Fahrrad sieht f\u00fcr den mitteleurop\u00e4ischen Beobachter also reichlich nationalistisch aus. In Deutschland k\u00f6nnte ich mich damit nicht auf die Stra\u00dfe wagen, ohne in Gefahr zu laufen, von Antifa-Sympathisanten gesteinigt zu werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fernsehen l\u00e4uft eine Kochsendung, die ebenfalls etwas aus dem Rahmen f\u00e4llt: Es kochen vier Personen: Drei junge Models (<em>\u201eApron Girls\u201c<\/em> = <em>\u201eSch\u00fcrzenm\u00e4dchen\u201c<\/em>) und ein Profikoch. Die Jury besteht aus dem Moderator und der Komoderatorin, einem VIP und einem \u00e4lteren Herrn, offenbar ebenfalls ein professioneller Koch. Ich habe schnell das Gef\u00fchl, dass hier gezielt Damen eingeladen werden, die \u00fcberhaupt nicht kochen k\u00f6nnen.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutige Aufgabe: <em>\u201eRichten Sie innerhalb von drei\u00dfig Minuten ein Tanmen-Ramen an!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und am Ende erh\u00e4lt jeder der Juroren eine Sch\u00fcssel Nudelsuppe. Und die Kommentare sind brutal. Und man stelle sich das Ganze noch mit ausf\u00fchrlicherer Wortwahl und entsprechender Mimik vor, wenn man ein schlechtes Essen serviert bekommt.<br>Bewertung Bewerberin 1:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Das ist kein Tanmen!\u201c<\/em> (klingt wie <em>\u201eDas ist kein Jim Beam!\u201c<\/em> auf Japanisch.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Dieses Essen hat keine Sch\u00e4rfe, keinen Geschmack, kein gar nichts. Nicht gut.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewertung Bewerberin 2:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Das ist Tanmen. Aber viel zu scharf! Nicht gut.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewertung Bewerberin 3:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Es sieht lecker aus, aber&#8230; das ist auch kein Tanmen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(hustet, fasst sich an den Hals) <em>\u201eMeine G\u00fcte, ist das scharf! Das tut ja im Hals weh!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewertung des Kochs:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em><strong>Das<\/strong><\/em><em> ist Tanmen!\u201c<\/em> Es folgt eine Reihe von Belobigungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gaststar darf anschlie\u00dfend Bilder der K\u00f6chinnen auf eine Tafel kleben, um zu bewerten, wie hoch er ihre Kochkunst einsch\u00e4tzt. Das Bild der letzten Bewerberin tr\u00e4gt er nach drau\u00dfen und legt es auf das Gel\u00e4nder der Treppe an der Laderampe&#8230; unterhalb der anderen beiden war kein Platz mehr, und weit weg von der Skala.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittag beginnt, lange erwartet, endlich das Kulturfest der Uni und um 14:00 die \u201eInternational Festa\u201c des Ry\u00fbgakusei Centers. Zuvor, um 1300, treffen alle anderen Austauschstudenten ihre Gastfamilien, um sich ihnen vorzustellen. Ich habe das ja bereits hinter mir, also habe ich eine Stunde Zeit, mich umzusehen. Irgendwo h\u00f6re ich eine mittelm\u00e4\u00dfig gut singende <em>Metallica<\/em> Coverband. Aber spielen tun sie wie in der guten, alten <em>\u201eRide the Lightning\u201c<\/em> Zeit. Auf dem Hauptplatz spielt schon wieder eine Punkband. Vielleicht ist es auch die gleiche wie beim letzten Mal. Zumindest spielen sie eine Art Punkrock, der nicht ganz so \u201epunkig\u201c klingt wie das gestern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man findet vor allem viele St\u00e4nde, wo man alles m\u00f6gliche zu essen kaufen kann. Ich will jetzt im Einzelnen nicht darauf eingehen, und au\u00dferdem habe ich keinen Hunger. Ich gehe ins Mensageb\u00e4ude, aber nicht zum essen. Dort ist eine der \u201eAttraktionen\u201c aufgebaut \u2013 eine Art Gesundheitspr\u00fcfung. Die Studenten, die daf\u00fcr verantwortlich sind, versorgen ihr Forschungsprojekt auf diese \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstige Weise mit Testpersonen. Eigentlich interessiert mich nur der Apparat, mit dem man die Kraft der Unterarme messen kann. \u201e51 kg Druck\u201c quetschen meine H\u00e4nde also zusammen. Im Anschluss werden noch verschiedene andere Dinge getestet, z.B. die Reaktionszeit. Man muss eine Messlatte fangen und dann wird abgelesen, wie viele Zentimeter man verpasst hat. Dann soll ich mit geschlossenen Augen so lange wie m\u00f6glich auf einem Bein stehen. Dann auf den Stuhl klettern und mit gestreckten Knien meine Fingerspitzen so weit wie m\u00f6glich unter die Sitzfl\u00e4che dr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bekomme auch ein Pflaster auf den Arm gedr\u00fcckt, das den Alkoholgehalt meiner Ausd\u00fcnstungen messen soll, es stellt also fest, wie alkoholgewohnt ich bin. Nat\u00fcrlich gleich Null, weil ich in den vergangenen Wochen kaum Alkohol getrunken habe. Der n\u00e4chste Test beinhaltet einen Stoffstreifen, auf den man bei\u00dfen soll. Anhand der Verf\u00e4rbung kann man eine Aussage \u00fcber den allgemeinen Zustand der Zahnpflege machen. Auch im positiven Bereich. Den letzten Teststreifen soll man zwischen Zunge und Gaumen festklemmen, im Anschluss sagt die Verf\u00e4rbung etwas aus \u00fcber den Tabakkonsum der Testperson aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Sie rauchen durchschnittlich viel\u201c<\/em>, sagt der japanische Student.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht geraucht<\/em>\u201c, sage ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>A&#8230; Are!?!\u201c<\/em> (<em>\u201eW\u2026 Wie!?!\u201c<\/em>). Er versteht sein Testverfahren und die Welt nicht mehr.<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als letztes wird der K\u00f6rperfettgehalt gemessen. Ich liege bei 22,5 %. <em>\u201eSie haben\u2026 ein bisschen zu viel Fett\u201c<\/em>, sagt er diplomatisch. Ja, das wei\u00df ich auch so. Anschlie\u00dfend \u00fcberlasse ich meine Daten seiner Statistik. Eigentlich habe ich jetzt Anspruch auf ein Udon (Suppe mit dicken Nudeln) f\u00fcr 100 Yen, aber ich bin immer noch nicht hungrig und will auch vor meinem Auftritt nichts mehr essen. Ich verschiebe das Essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit ist perfekt gelaufen. Ich brauche nur die Treppe hoch zu gehen, und bin in dem Saal, wo die Vorf\u00fchrungen stattfinden sollen. Eine Menge Leute sind bereits anwesend, \u00fcber 100 Personen werden es wohl sein. Gleich zu Beginn ein altes Spiel: Die anwesenden Einheimischen erhalten Zettel und sollen sich auf Austauschstudenten st\u00fcrzen, um deren E-Mail-Adressen und Namen zu erfahren. Die Schlange um mich herum ist lang. Ein Pullover von Heckler &amp; Koch mag noch dezent sein (es wei\u00df auch in Deutschland kaum jemand was mit den beiden roten Buchstaben anzufangen), aber meine kriegerisch gesprenkelten Hosen fallen offenbar sehr auf. Ich gebe meine Daten an Personen im Alter von 8 bis 80 Jahren weiter, aber mir ist sonnenklar, dass es an ein Wunder grenzen d\u00fcrfte, wenn mir auch nur einer davon schreibt. Die Achtj\u00e4hrige salutiert. Ich bitte sie, das bitte nicht zu machen \u2013 diese Zeiten seien vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Koreaner beginnen die Show. SangSu dr\u00fcckt mir seine Kamera in die Hand und bittet mich, Fotos zu machen. Er f\u00e4llt auch selbst wieder am meisten auf \u2013 durch mangelnde Koordination mit dem Rest der Gruppe. Er kommt immer wieder mal aus dem Takt. Er scheint in dieser Hinsicht unverbesserlich, man muss ihn einfach m\u00f6gen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Koreaner stellen kurz ihr Land vor, ihre Flagge, SungYi tr\u00e4gt ein traditionelles Kost\u00fcm, f\u00fchrt eine f\u00f6rmliche Begr\u00fc\u00dfung und Verabschiedung und die f\u00f6rmliche Sitzweise vor. Alle gemeinsam erkl\u00e4ren dann kurz, wie die koreanische Schrift aussieht und wie diese aufgebaut ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach ist Slowenien dran, vertreten durch Irena. Sie ist so aufgeregt, dass sie die H\u00e4lfte von dem Text vergisst, den sie eigentlich sagen wollte, erfahre ich nachher von ihr. Dabei macht sie eigentlich einen sicheren Eindruck und ihr Japanisch ist gut. Aber dadurch wird der Vortrag auch wesentlich k\u00fcrzer als bei den Proben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3297\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000350.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Irena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kommt Marc an die Reihe, in seinem Yukata (eine Art \u201eKimono Light\u201c) und den viel zu kleinen Sandalen. Er redet kurz \u00fcber deutsches Essen. Auch er verwendet dazu eine Powerpoint-Pr\u00e4sentation, die mit einem Beamer auf eine Leinwand projiziert wird. Er zeigt Gerichte aus einem deutschen Kochbuch, die ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen habe. Auch ihm merkt man die Aufregung an. Er redet ein wenig schnell, und die Fragen, die er dem Publikum eigentlich stellen will, h\u00f6ren sich eher an, als ob er sie einfach in den Raum stellt, weil er niemanden direkt anspricht. Hm&#8230; ich h\u00e4tte keine Probleme damit gehabt, mir den erstbesten Japaner aus der ersten Reihe auf die B\u00fchne zu holen. Die Frage, warum es in Hirosaki kein Apfelmus gibt, ist n\u00e4mlich gar nicht uninteressant, denke ich, betrachtet man die gro\u00dfen Apfelplantagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dann bin ich endlich dran. Meine Knie jedenfalls f\u00fchlen sich wie Apfelmus an. Ich stelle mich vor und meine mit Blick auf meine Hosen und meine Stiefel, dass das doch sicherlich ein wenig zum F\u00fcrchten wirke. Murmeln im Zuschauerraum. Aber dem k\u00f6nne man ja abhelfen. Ich drehe mich um und ziehe meinen Pullover aus \u2013 <em>\u201eOre wa Otoko da wa&#8230;\u201c<\/em> steht auf meinem R\u00fccken. Es wird gelacht. Ich drehe mich wieder zu den Zuschauern hin. <em>\u201eOtokorashii&#8230;\u201c<\/em> steht auf der Vorderseite, mit Herzchen verziert. Das rosa Hemd mit dem seltsamen Aufdruck verfehlt seine Wirkung nie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann endlich sage ich, was ich eigentlich zu tun gedenke, n\u00e4mlich das \u201e<em>Pal\u00e4stinalied<\/em>\u201c von Walther von der Vogelweide zu singen. Leider mache ich dabei den Fehler, dass Vogelweide offenbar im 12. Deka-Millenium (im 1200. Jahrhundert) gelebt hat, anstatt im 12. Jahrhundert. Peinlich. Aber das passiert, wenn man schneller reden muss, als man denken kann. Ich rede noch ein bisschen mehr, aber ich kann mich nicht erinnern was, bis Sawada-sensei mir zuruft, ich solle (grob \u00fcbersetzt) <em>\u201emal in die G\u00e4nge kommen\u201c<\/em>, wie man bei der Bundeswehr so sch\u00f6n sagt. Nat\u00fcrlich hat sie sich h\u00f6flicher ausgedr\u00fcckt. Ich schalte das Mikrofon aus und dr\u00fccke es ihr in die Hand. <em>\u201eDas brauche ich nicht.\u201c<\/em> Sie schaut mich <strong>sehr<\/strong> ungl\u00e4ubig an. <em>\u201eDoch, wirklich\u201c<\/em>, bekr\u00e4ftige ich meine Absicht. Also gut, ich tr\u00e4llere los. Mit lauter Stimme. Ohne Fehler in Text und Ton. Auf Althochdeutsch.<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup> Ich verschwinde in einem Paralleluniversum ohne Bezug zu dem Ort, an dem mein K\u00f6rper gerade steht. Am Ende danke ich f\u00fcr das Zuh\u00f6ren und gehe ab. Nachdem ich aus der Parallelwelt wieder zur\u00fcckgekehrt bin, sagt Melanie, dass ich einen ganz tollen Applaus bekommen h\u00e4tte. Ich kann mich nur nicht selbst daran erinnern&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Stimme wird von verschiedenen anderen Leuten gelobt, und einige junge Damen attestieren mir anschlie\u00dfend, dass ich <em>\u201ekakkoii\u201c<\/em> sei. Ich mache also eine coole Figur &#8211; ist das nicht toll? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann stellt Misi Ungarn vor und singt ebenfalls ein Lied, \u00fcber den <em>\u201eungarischen Way of Life\u201c<\/em>, wie er sagt. Mein Gott, das klingt so melancholisch, dass man die Ungarn eigentlich bedauern m\u00fcsste. Es klingt irgendwie traurig, aber es h\u00f6rt sich gut an. Und ich h\u00e4tte auch nicht gedacht, dass Ungarisch eine Sprache ist, die sich mehr nach den rauen kasachischen Steppen (wo die Ungarn offenbar in grauer Vorzeit herkamen) als nach dem gem\u00fctlichen Balaton (Plattensee) anh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3298\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000357.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Misi mit Unterst\u00fctzung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach wiederholen die Neuseel\u00e4nder ihr Maori-Spiel. Es l\u00e4uft eine Musik, die jeden durchschnittlich gebildeten Menschen eher an Hawaii denken l\u00e4sst, und die Teilnehmer (in Zweiergruppen auf dem Boden sitzend) werfen sich im Takt gegenseitig Holzst\u00e4be zu, die so gro\u00df sind, wie etwa ein menschlicher Unterarm. Jeder hat zwei solche St\u00f6cke in der Hand, schl\u00e4gt sie mit dem oberen Ende zweimal links neben sich auf den Boden, zweimal rechts neben sich, wirft sie in die Luft, dass sie sich einmal \u00fcberschlagen, dann schl\u00e4gt man auf jeder K\u00f6rperseite einen der St\u00e4be mit dem unteren Ende auf die Erde und dann wirft man sie dem Gegen\u00fcber zu. Das alles ebenfalls im Takt der Musik. F\u00fcr mich eine Hochleistung an Koordination, denn die St\u00f6cke d\u00fcrfen nicht auf den Boden fallen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3300\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000355.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Digital Camera<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute tanzt auch FanFan wieder. Nicht mehr ganz so perfekt wie beim letzten Mal, aber dennoch sch\u00f6n anzusehen. Danach noch einmal vier Chinesinnen, die einen chinesischen Popsong singen. Wenn sie kein Mikrofon benutzt h\u00e4tten, h\u00e4tte man sie wahrscheinlich nicht geh\u00f6rt. Sie singen ein wenig unsicher, daher leise und anf\u00e4llig f\u00fcr Tonfehler. Das Lampenfieber nimmt sie zu sehr in Anspruch. <strong>Sing like you mean it<\/strong>! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kr\u00f6nung bilden die Thail\u00e4nder. Die Damen haben in der Tat interessante Namen. Nim, Nan, Nun, Yong, Ii. Das sind nat\u00fcrlich K\u00fcrzel. Thail\u00e4ndische Namen in voller L\u00e4nge tendieren dazu, wahre Monster zu sein, glaube ich. Auch sie stellen kurz ihr Land vor. Nun hat sich in ein traditionelles Kost\u00fcm geworfen und f\u00fchrt einen Tanz vor, mit jeweils einer Kerze (Teelicht) in jeder Hand. Sieht sehr \u00e4sthetisch aus.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3301\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000359.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Digital Camera<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Melanie l\u00e4sst von mir im Anschluss ein Bild machen, dass sie zusammen mit Nun zeigt (Nun und Nuhn auf einem Bild also), weil das Kost\u00fcm so sch\u00f6n aussieht. Zum Schluss tanzen dann alle Thais in der Gruppe, aber sie gehen runter ins Publikum und fordern Zuschauer dazu auf, mitzumachen. Ein wirklich interessanter Anblick. Ein kleiner Tanzkreis vor der B\u00fchne und ein gr\u00f6\u00dferer in der Mitte des Raumes. Leider kann man ohne diesen Kontext auf meinem eigenen Foto nicht gut erkennen, was da gerade gemacht wird und warum ich es fotografiere&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3302\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IM000360.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Digital Camera<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich unterhalte mich w\u00e4hrend der Zeit mit drei Obersch\u00fclerinnen, die aus reiner Neugier hergekommen sind und auch bereit waren, den Eintrittspreis von 500 Yen (also doch keine 1000) zu zahlen. Sie bleiben die ganze Zeit treu bei mir, w\u00e4hrend ich den Tisch vor mir von dem darauf aufgestellten Essen \u201es\u00e4ubere\u201c. Eine Kiste Windbeutel habe ich bei der Gelegenheit wohl alleine gegessen, bis auf einen, der in der Handtasche einer Obersch\u00fclerin verschwindet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich will ich ihre Meinung zum japanischen Schulwesen h\u00f6ren und erl\u00e4utere die g\u00e4ngige Meinung in Deutschland. Sie k\u00f6nnten diese Meinung nicht teilen, sagen alle drei und finden eher lustig, was ich ihnen \u00fcber die Meinung der Deutschen erz\u00e4hle. Die Schule sei nat\u00fcrlich anspruchsvoll, aber auch <em>\u201etanoshii\u201c<\/em> (also zumindest <em>\u201eunterhaltsam\u201c<\/em>, bis hin zu <em>\u201elustig\u201c<\/em>). Ihnen scheint die Sache Spa\u00df zu machen. Wer nicht gerade auf eine Eliteuniversit\u00e4t wolle, habe bei weitem nicht so viel Stress, dass man sich deswegen gleich umbringen m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Festa sehe ich mich noch ein wenig um, entdecke aber nichts spannendes mehr. Die Festa ist um 16:00 beendet \u2013 und der Rest vom Fest um 17:00. Dem entsprechend leer waren auch die St\u00e4nde, wo es vor kurzem noch was zu essen gab. Ich h\u00e4tte doch gerne mal das Takoyaki (gebratener Oktopus in Teigmantel) probiert. Obwohl ich eigentlich schon wieder gar keinen Hunger mehr habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Sie erhalten auch kein Rezept; es geht ausschlie\u00dflich um Unterhaltung durch die Darstellung (realer) Unf\u00e4higkeit. Die jungen Damen wissen nat\u00fcrlich, was sie erwartet, was das Publikum von ihnen erwartet, und dass ihr Konzern von ihnen erwartet, den eigenen Verkaufswert zu steigern. Wegen dieses Prinzips werden in Japan auch grunds\u00e4tzlich nur Stars und Sternchen in Fernsehsendungen eingeladen und nicht etwa Jens Jedermann oder Erika Mustermann, wie das u.a. in Deutschland \u00fcblich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Wegen meines empfindlichen Magens habe ich st\u00e4ndig Belag auf der Zunge, der sich nicht wegb\u00fcrsten l\u00e4sst; das mag die Ursache der Verwirrung gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> Grundlage f\u00fcr mein St\u00fcck war \u00fcbrigens die Version von <em>In Extremo<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag \u2013 SailorMoon-Tag! Heute hat die liebe Ami Probleme, weil sie das Prinzip der Freundschaft noch nicht so recht verstanden hat. Daher kauft sie ein Buch mit dem Titel \u201eWie man wirklich Freunde gewinnt\u201c, in dem zu lesen ist, dass man sich in punkto Interessen und Aktivit\u00e4ten an seine Freunde anpassen soll (zumindest habe ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[8,7,444],"tags":[2169,2163,462,1898,2152,811,2164],"class_list":["post-3295","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-japan","category-mylife","category-uni-mylife","tag-auslandsaufenthalt","tag-auslandsstudium","tag-fernsehen","tag-hirosaki","tag-japan","tag-kultur","tag-tagebuch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3295"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3295\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3303,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3295\/revisions\/3303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}