{"id":3269,"date":"2023-10-23T18:22:41","date_gmt":"2023-10-23T16:22:41","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3269"},"modified":"2023-10-23T18:22:41","modified_gmt":"2023-10-23T16:22:41","slug":"donnerstag-23-10-03-netzwerk-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3269","title":{"rendered":"Donnerstag, 23.10.03 \u2013 Netzwerk Japan"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute gab es Geld. Die ersten 80000 Yen meines Stipendiums. Ich bin gespannt, was am Ende des Monats \u00fcbrig bleibt. Wenn \u00fcberhaupt. Aber bislang bin ich guter Hoffnung. Ich habe Miete und Nebenkosten mit Melanie anteilig mit unserem jeweiligen \u201eEinkommen\u201c verrechnet. Ich bekomme 80.000 Yen pro Monat, sie knapp 140.000. Dementsprechend tr\u00e4gt sie ca. 60 % der anfallenden Kosten. Nat\u00fcrlich ist sie anf\u00e4nglich von dem Plan nicht begeistert, aber sie kann \u00fcberzeugt werden. Abz\u00fcglich ihrer Anteile hat sie pro Monat immer noch mehr Geld zur Verf\u00fcgung als ich \u00fcberhaupt bekomme&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Nachmittag machen wir eine Exkursion zum Schloss von Hirosaki. Vor einigen Tagen war ich ja schon einmal dort, scheute mich aber, den Bereich zu betreten, f\u00fcr den man bezahlen muss. Heute also sind wir in der Gruppe angereist, genie\u00dfen etwas Erm\u00e4\u00dfigung und sehen uns den inneren Teil des Schlosses an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich dabei um ein geradezu winziges Geb\u00e4ude von drei Stockwerken H\u00f6he, in einem Baustil, wie man ihn von japanischen Postkarten her kennt. Abgesehen davon, dass diese Postkarten meist das Schloss von Osaka zeigen, das ein wirklich beeindruckender Bau zu sein scheint. Aber in Hirosaki steht eben dieses\u2026 Schl\u00f6sschen, \u00fcber dessen mangelhafte Schutz- und Trutzfunktion ich bereits gesprochen habe \u2013 keines der Tore w\u00fcrde einem ernsthaften Versuch, es aufzubrechen oder einfach niederzubrennen, lange widerstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"585\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Hirosaki-castle_Aomori_JAPAN-800x585.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3271\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Hirosaki-castle_Aomori_JAPAN-800x585.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Hirosaki-castle_Aomori_JAPAN-300x219.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Hirosaki-castle_Aomori_JAPAN-768x562.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Hirosaki-castle_Aomori_JAPAN.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">OLYMPUS DIGITAL CAMERA<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erfahren auch, dass es sich bei dem momentan existenten Schloss eh nur um einen Nachbau aus dem 19. Jh. handelt, weil das Originalschloss schon vor l\u00e4ngerer Zeit durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt wurde und durch das Feuer das Munitionslager in die Luft geflogen ist. Das alte Schloss war auch f\u00fcnf Stockwerke hoch und stand an der gegen\u00fcberliegenden Ecke des inneren Parks.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Innere des Schlosses ist zun\u00e4chst recht dunkel, aber die Exponate sind gut beleuchtet und die Fotos sind auch was geworden. Blitzlicht ist verboten. Leider gab es nicht allzu viel zu fotografieren. Und von \u00fcberall her strahlt mich dieses Tempelkanji, das gespiegelte Hakenkreuz, mit seinem f\u00fcr mich \u00e4u\u00dferst unheilig anmutenden Glanz an. Der Bau ist zugig und k\u00fchl. So richtig dicht sind die Holzl\u00e4den an den Fensterl\u00f6chern nicht. Die Treppen sind aus Platzgr\u00fcnden sehr steil und nicht f\u00fcr Leute meiner Gr\u00f6\u00dfe gemacht. Einer der Chinesen, der nach mir nach oben geht, st\u00f6\u00dft sich den Kopf an. Die Aussicht aus den kleinen Fenstern verr\u00e4t mir, dass der Verteidigungswert des Geb\u00e4udes nicht sonderlich hoch ist. Man sieht hier seitlich eine Br\u00fccke, immerhin ein wichtiger Punkt. Aber ansonsten in erster Linie B\u00e4ume, die den Feind verbergen, bis er auf 50 Meter an das Geb\u00e4ude heran ist.<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Na egal, als das Geb\u00e4ude wieder aufgebaut wurde, war man sich wohl bereits bewusst, dass es darauf nicht mehr ankommen w\u00fcrde. Die primitive Artillerie der US-Amerikanischen B\u00fcrgerkriegszeit h\u00e4tte das Geb\u00e4ude bereits in einen Schutthaufen verwandelt \u2013 warum also sich die M\u00fche machen? Ich bin durchaus der Meinung, dass es sich um ein sch\u00f6nes Haus handelt, und das wird wohl die vordergr\u00fcndige Absicht des Erbauers gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach gehen wir ein St\u00fcck durch den Park. Leider herrscht gerade ein recht ungem\u00fctliches Wetter. Es regnet nicht, aber es sieht aus, als w\u00fcrde es bald anfangen. Daher macht auch der Park nicht so viel her. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, sobald mal an einem Wochenende die Sonne scheint und ich nicht gerade mit wichtigeren Dingen besch\u00e4ftigt bin. Alexej, ein Russe aus dem Gebiet Irkutsk\/Baikalsee, empfiehlt auch dringend, sich das Hanami, die Kirschbl\u00fctenschau, in Hirosaki anzusehen. In dem kleinen Park stehen 2000 Kirschb\u00e4ume, und es werden (zur gegebenen Zeit) mindestens ebenso viele Menschen pro Tag erwartet, die die Kirschbl\u00fcten bewundern, sich kr\u00e4ftig einen antrinken und m\u00f6glicherweise ihren Mageninhalt gleich als D\u00fcnger hinterlassen. So schlimm wird es wohl nicht werden, aber man sollte solche Events nicht romantisieren und nicht glauben, der durchschnittliche Besucher (Japaner oder nicht) werde im strengen Geiste der \u00c4sthetik unter den B\u00e4umen harren und mit vor R\u00fchrung tr\u00e4nennassen Augen Haiku dichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erfahren, dass an dieser Stelle, wo heute die vielen B\u00e4ume stehen, eigentlich die H\u00e4user der niederen Samurai und der anderen Angestellten gestanden haben. Als dann die gro\u00dfe Finanzknappheit \u00fcber den Hirosaki-Clan hereinbrach, wurden die alle hinausgeworfen und an Stelle ihrer H\u00e4user der Park angelegt. Die Angestellten, die nicht gleichzeitig ihre Anstellung verloren, wurden au\u00dferhalb des neuen Parks angesiedelt, und genau da gehen wir jetzt hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuerst besuchen wir das Haus des Familienarztes des hiesigen Daimy\u00f4 (des Lokalf\u00fcrsten). Ein sehr gem\u00fctliches Haus, mit niedriger Decke im Eingangsbereich. Zum ersten befindet sich oberhalb der Decke ein Versteck, falls das Haus in Gefahr geraten sollte, \u00fcberfallen zu werden und zum zweiten macht es die niedrige Decke recht schwer, ein Schwert von 120 cm L\u00e4nge zu ziehen. Im Inneren gibt es einen Arbeitsraum mit Kochstelle und einem kleinen Schrank, in dem wohl das Geschirr steht. Daneben befindet sich ein Raum mit nicht n\u00e4her definiertem Verwendungszweck und an diesen angeschlossen ist eine Art Wohnzimmer mit einem langen Tisch und mehreren Sitzkissen. An der Wand h\u00e4ngt eine Rolle mit Kalligrafieschrift (<em>Tokonoma<\/em>), davor ein Blumengesteck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcr das Haus zust\u00e4ndige Dame stellt die Frage, wo man sich als Gast wohl hinsetzt, wenn man keinen Platz zugewiesen bekommt. F\u00fcr mich ist das eigentlich eine Frage, die sich nicht stellt. Wenn man mir keinen Platz zuweist, bleibe ich stehen. Aber die Antwort ist recht simpel: Nicht zu nahe an die Schriftrolle und das Blumengesteck. Die Person, die direkt davor sitzt, ist die wichtigste Person im Raum. Und als Gast macht man sich nicht selbstherrlich zu derselben. Wir werden also gebeten, aufzupassen, wenn wir unsere Gastfamilien besuchen, ob im Wohnzimmer nicht vielleicht etwas solches vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Haus des Arztes besuchen wir das Haus eines Samurai. Ich w\u00fcrde sagen, es ist \u00e4rmlich. Man kann auch sagen, es sei spartanisch, wie man das von einem Krieger erwartet. Man geht hinein, und im Prinzip ist der gro\u00dfe Innenraum (der so gro\u00df nicht ist) durch W\u00e4nde in vier oder f\u00fcnf kleinere R\u00e4ume unterteilt. Das Dachgeb\u00e4lk wurde nicht verkleidet, was den rustikalen Charakter der Architektur noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Eingang des Hauses sitzt eine \u00e4ltere Dame. Um die 70 Jahre alt, w\u00fcrde ich sch\u00e4tzen. Sie kassiert den Eintrittspreis, den wir aber nicht zahlen m\u00fcssen, weil Sawada-sensei das mit der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde so ausgehandelt hat. Der Tag ist immer noch k\u00fchl, ohne Regen, aber ziemlich frisch und windig. Es zieht an allen Ecken in diesem Haus. Ich frage sie, ob ihr nicht langweilig oder kalt sei. Ja, nat\u00fcrlich sei es kalt, aber sie habe einen Kotatsu (eine dicke Decke mit einer kleinen Heizung f\u00fcr die Beine darunter) und ein Radio gegen die Langeweile. Und sie sei es schon gewohnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geb\u00e4ude machen sich sehr sch\u00f6n auf Postkarten, wirklich. Aber aller schlichten \u00c4sthetik zum Trotz w\u00fcrde ich mir keines davon bauen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fahren zur\u00fcck zur Universit\u00e4t und heute habe ich keinen Unterricht mehr. Da Marc die Okonomiyaki (Teigfladen, in den Meeresfr\u00fcchte oder Fleisch und Kraut gemischt werden) der Mensa empfohlen hat (im Prinzip scheint es sich dabei um ein Omelett mit F\u00fcllung zu handeln), gehe ich einfach mal hin, um sie zu probieren. Ich erinnere mich daran, dass Okonomiyaki in einem der <em>\u201eRanma\u201c<\/em> Filme (in der Synchro) als <em>\u201eJapanese Seafood Pizza\u201c<\/em> bezeichnet wurden, aber in dem Angebot der Mensa befindet sich nichts mit Meeresfr\u00fcchten. Nur Gem\u00fcsef\u00fcllung. Aber das muss ja nicht schlecht sein. Ich kaufe ein Exemplar (etwa 25 cm Durchmesser) f\u00fcr ca. 250 Yen und werde darauf hingewiesen, dass an dem Ei kein Salz sei, ich solle also die angebotene So\u00dfe verwenden. Okay, die So\u00dfe kenne ich schon, die ist nicht schlecht. Nur her damit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hm\u2026 ich wei\u00df nicht genau, was Marc hier in der Mensa gegessen hat, vielleicht etwas anderes als ich. Aber entgegen seiner Darstellung, wie toll die Dinger hier seien, habe ich den Eindruck, dass die Omeletts mit ihrer \u201egem\u00fcsigen\u201c F\u00fcllung nach Seife schmecken. Ganz eindeutige Ingwer-Vergiftung.<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup> Kein besonderer Genuss. Sehr viel anders h\u00e4tten sie in der Mensa der Uni Trier wohl auch nicht geschmeckt. Es muss doch eine M\u00f6glichkeit geben, irgendwo Okonomiyaki zu essen? Ich habe bereits Restaurants f\u00fcr alles M\u00f6gliche gesehen, aber noch nichts, wo mir Okonomiyaki auf dem Speiseplan aufgefallen w\u00e4ren. Ich werde jedenfalls versuchen, \u201edas Wahre\u201c zu finden. Ich wurde ja bisher nicht vom Essen in Japan entt\u00e4uscht und komme eher zu dem Schluss, dass Mensaessen \u00fcberall gleich mies ist. Was mich daran erinnert, dass die <em>\u201eAmino\u201c<\/em> Zahnpasta, die ich gekauft habe, nach rosa Plastik schmeckt. Jetzt frage man mich bitte nicht, warum ausgerechnet \u201erosa Plastik\u201c. Das war das erste, was mir in den Sinn kam. Aber sie ist nicht so furchtbar, dass man sich nicht daran gew\u00f6hnen k\u00f6nnte. In einer Woche wird sie mir wohl normal vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am fr\u00fchen Abend leitet Melanie den Life-Journal Eintrag von Ricci (derzeit in Tokyo) an mich weiter, in dem sie ihre Ankunft und die ersten Tage beschreibt. Ich bin nat\u00fcrlich sehr an den Eindr\u00fccken meiner Freunde in Japan interessiert, und sei es nur zum Vergleich. In erster Linie muss ich Ricci wegen der Klette (eine extrem anh\u00e4ngliche Person, wie es scheint) bedauern, die sie sich wohl eingefangen hat. Allein von dem, was ich lese, ist mir diese Person zutiefst unsympathisch. Wenn jemand meine Bewegungsfreiheit einschr\u00e4nken will, soll er\/sie sich zum Teufel scheren. Das sind n\u00e4mlich oft genug Heulsusen, die auf kurz oder lang anfangen, ihre Leidensgeschichte auszubreiten und hoffen, daf\u00fcr bemitleidet zu werden. Interessant ist auch, dass Ricci sich \u00fcber die Qualit\u00e4t des Kakaos und des Zuckers in Tokyo beklagt. In unserem Provinzst\u00e4dtchen hier gibt es beides in guter Qualit\u00e4t. Gut, dass sie bald Geburtstag hat, ich werde ihr ein CARE Paket schicken, damit sie nicht mehr elf L\u00f6ffel Zucker braucht, bis der Tee s\u00fc\u00df ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Melanie steigt sofort auf die Barrikaden. Das k\u00f6nne man nicht machen, Ricci k\u00f6nnte das v\u00f6llig missverstehen und so l\u00e4cherliche Geschenke mache man nicht, weil dadurch ein Gef\u00fchl der Abneigung entstehen k\u00f6nne und so weiter. Also, zun\u00e4chst einmal ist Ricci nicht bl\u00f6d, und des weiteren kennt sie mich seit knapp drei Jahren. Ich bin sicher, dass sie den inneliegenden Humor erkennen wird. Aber um Melanie zu beruhigen, verspreche ich, noch ein paar Zeilen dazu zu schreiben, die die Sache genauer erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich das Center wieder verlasse, gerate ich in eine kleine Diskussion mit Misi, Angela und Val\u00e9rie (letztere aus Neu-Kaledonien in bester S\u00fcdseelage). Val\u00e9rie beklagt sich \u00fcber die hohen Preise in Japan. Ja, das sei normal, versichere ich ihr. Aha, es geht konkret um Reiskocher, die seien so teuer. Ich weise sie darauf hin, dass man im Daiei und im Ito Y\u00f4kad\u00f4 Reiskocher von brauchbarer Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr bereits etwa 5000 Yen kaufen k\u00f6nne. Ja, genau das sei teuer, sagt sie. Wo sie herkomme, gebe es Reiskocher bereits f\u00fcr umgerechnet 3000 Yen. Ich reagiere mit am\u00fcsiertem Unverst\u00e4ndnis. Dann k\u00f6nne sie ja einen Reiskocher aus ihrer Heimat importieren, wenn ihr die Preise hier nicht zusagten. Ja, wenn da die Transportkosten nicht w\u00e4ren, nicht wahr? Wir versuchen zu dritt, sie davon zu \u00fcberzeugen, dass 5000 Yen (knapp 40 E) f\u00fcr einen (neuen) Reiskocher eigentlich ein Schn\u00e4ppchen sind. Zumindest in Japan. Ich habe auch welche gesehen f\u00fcr 65000 Yen und mehr, also etwa f\u00fcr mehr als umgerechnet 500 E! Was tun diese Dinger f\u00fcr diesen Preis? Vielleicht <em>\u201eSinging in the Rain\u201c<\/em> tr\u00e4llern und einen Steptanz auff\u00fchren, wenn sie fertig sind? Was hilft das Klagen? Misi wei\u00df Rat: Er hat keinen Reiskocher gekauft, sondern kocht den Reis in einem normalen Topf.<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\" id=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup> Aber auch das sagt ihr nicht zu. \u201e<em>Buy or die!<\/em>\u201c Oder iss Nudeln. Spaghetti gibt es im 100 Yen Laden \u2013 zu einem eigentlich unversch\u00e4mten Preis, beachtet man, dass ein Pfund Spaghetti in Deutschland f\u00fcr 29 Cent zu haben ist&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Die urspr\u00fcngliche Burganlage wurde 1611 fertiggestellt und brannte bereits 1627 wieder ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Das Areal wurde in den vergangenen 140 Jahren mehrfach ver\u00e4ndert, dazu geh\u00f6rt auch die Umwidmung in einen \u00f6ffentlichen Park, f\u00fcr den man eher B\u00e4ume pflanzt, anstatt Schusslinien zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> In diesen Okonomiyaki waren rosa St\u00fcckchen zu erkennen: eingelegter Ingwer. Frischer Ingwer schmeckt anders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote4sym\" href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a> Er hat sich in der Folgezeit noch einen elektrischen Reiskocher gekauft \u2013 mit dem er unzufrieden war, bis ich ihm zeigte, was es mit der Strichskala am Rand auf sich hat: Dass man n\u00e4mlich den Topf nicht mit Wasser voll macht, sondern nur bis dorthin auff\u00fcllt, wo die Zahl eingestanzt ist, die der Anzahl der eingef\u00fcllten Go (Becher) Reis entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gab es Geld. Die ersten 80000 Yen meines Stipendiums. Ich bin gespannt, was am Ende des Monats \u00fcbrig bleibt. Wenn \u00fcberhaupt. Aber bislang bin ich guter Hoffnung. Ich habe Miete und Nebenkosten mit Melanie anteilig mit unserem jeweiligen \u201eEinkommen\u201c verrechnet. Ich bekomme 80.000 Yen pro Monat, sie knapp 140.000. 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