{"id":3173,"date":"2023-10-11T09:56:59","date_gmt":"2023-10-11T07:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3173"},"modified":"2023-10-11T10:04:03","modified_gmt":"2023-10-11T08:04:03","slug":"samstag-11-10-2003-der-touristenberg-ruft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3173","title":{"rendered":"Samstag, 11.10.2003 \u2013 Der Touristenberg ruft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute haben wir also den Iwaki-san bestiegen. \u201eWir\u201c sind Angela, David \u201eDave\u201c Ryan (beide aus Neuseeland), Misi (aus Ungarn), Ramona, Luba und meine Wenigkeit (aus Deutschland, der Vollst\u00e4ndigkeit halber). Der Iwaki-san ist ein ca. 1600 Meter hoher ruhender Vulkan, der wegen des Shint\u00f4-Schreines an seinem Fu\u00df sehr bekannt ist. Zwei Ger\u00fcchte im Vorfeld haben sich <strong>nicht<\/strong> best\u00e4tigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Dave hatte wohl was von Schneefall am Berg geh\u00f6rt und deshalb gemeint, da sei es kalt. In der Tat herrschten sommerliche Temperaturen und wir haben uns die Seele aus dem Leib geschwitzt. Lediglich auf dem (v\u00f6llig schneefreien) Gipfel war es wegen des Windes relativ k\u00fchl, aber ich war auf alles vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Der Berg ist weiter als 10 km weit weg. Der Bus war 45 Minuten lang unterwegs und eingedenk der Fahrgeschwindigkeit m\u00f6chte ich die Entfernung auf ca. 30 km sch\u00e4tzen. Ich musste diese Aussage aber im Nachhinein relativieren, weil der Bus um den halben Berg herum gefahren ist, um an die Haltestelle an dem Onsen zu gelangen, an der wir schlie\u00dflich ausgestiegen sind.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber erst mal von vorn: Ich stehe um 07:00 auf und werfe mich in meine gr\u00fcn-braun-schwarze Kluft mit dem zeitlos modischen gr\u00fcnen T-Shirt der Nobelmarke \u201eKoch Textilien\u201c. Das Oberteil lasse ich noch im Rucksack. Ich mache mich gleich auf den Weg. Ich brauche noch Verpflegung, also mache ich einen Umweg durch die Apfelfelder. Und die sechs zus\u00e4tzlichen Kilometer sind doch eine sch\u00f6ne Strecke zum Aufw\u00e4rmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wider Erwarten von meiner Seite sind Alex, der Rum\u00e4ne, und Marc nicht mitgekommen. Alex gibt am Morgen eine Nachhilfestunde (in Englisch, glaube ich) und ob Marc jemals gesagt hat, dass er \u00fcberhaupt mitkommen will, wei\u00df ich gar nicht mehr. Ist auch egal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen Daves Ger\u00fcchten um die m\u00f6gliche K\u00e4lte hat Luba zwei dicke Pullover mitgebracht. Aber keinen eigenen Rucksack. Sie verteilt ihr Material auf Angela und Dave. Ansonsten hat sie zwei Onigiri (Reisb\u00e4llchen mit herzhafter F\u00fcllung) und einen halben Liter Wasser dabei. Einen <em>halben<\/em> Liter!? Ich frage mich, ob sie so was schon einmal gemacht hat? Wie will sie bei einer solchen Anstrengung mit einem halben Liter Wasser auskommen? Des weiteren tr\u00e4gt sie, wie Ramona auch, lediglich Turnschuhe. Ich ahne bereits, dass ihre Fu\u00dfgelenke am Abend quietschen werden. Aber auch ich habe eine S\u00fcnde begangen und als Weggetr\u00e4nk eine (Zweiliter-) Flasche \u201eBoco\u201c mitgenommen. Ich stelle sp\u00e4ter am Tag fest, dass das Zeug v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr Wandertouren ist, weil es einen widerlichen Geschmack und ein vergr\u00f6\u00dfertes Durstgef\u00fchl im Hals hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon w\u00e4hrend der Fahrt sorgt Dave f\u00fcr gute Laune, auch wenn sein Humor etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist. Er sagt, er k\u00f6nne gen\u00fcgend Deutsch, um in Deutschland kostenlos \u00fcbernachten zu k\u00f6nnen. Ach ja? Ja, sagt er, man m\u00fcsse nur zu einem Polizisten gehen und\u2026 den G\u00f6tz von Berlichingen zitieren. Er verwendete nat\u00fcrlich nicht diesen Euphemismus, sondern tat es tats\u00e4chlich, auf Deutsch, uns gegen\u00fcber. Aber das ginge auch anders. Und wie? Na, man m\u00fcsse sich eben an Frauen wenden. Er sieht Ramona fordernd an und sagt (ebenfalls auf Deutsch): <em>\u201eIch bin ein Mann und Du bist eine Frau &#8211; hast Du Zeit?\u201c<\/em> Nun ja. Vielleicht ist es nur witzig, wenn man ihn live h\u00f6rt, mit seinem lustigen Akzent und Redefluss.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3176\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-01-20031011-Bus.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Bus. Mit Holzplanken.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 45 Minuten steigen wir an einem Onsen (eine hei\u00dfe Quelle zum Baden mit Haus drumrum) aus. Der Aufstieg ab hier dauert angeblich drei Stunden. Meine alpinen Erfahrungen sagen mir allerdings, dass solcherlei Hinweisschilder meist von abgeh\u00e4rteten Einheimischen geschrieben werden. Ich rechne also mit einem Zeitraum von vier bis f\u00fcnf Stunden, inklusive Pausen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Haltestelle befindet sich ein Laden, wo man gekochte Maiskolben kaufen kann. Eine \u00e4ltere Dame bietet daumendicke St\u00fccke zum Probieren an. Ich denke mir noch <em>\u201eIst ja weich gekocht\u201c<\/em> und stecke das St\u00fcck ganz in den Mund. Die Frau lacht \u00fcberrascht und im selben Moment lerne ich, dass Maiskolben sich nicht ganz weichkochen lassen. Ich habe den Mund voll mit holzigen und wenig schmackhaften St\u00fccken eines Maiskolbens. Ich spiele die Kom\u00f6die allerdings nicht zu Ende, sondern entledige mich des Materials. F\u00fcr eben das, was man eigentlich nicht in den Mund nehmen soll, befindet sich an dem Laden ein M\u00fclleimer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach etwa der H\u00e4lfte des Weges beginnt unsere Gruppe sich in Leistungsklassen zu unterteilen. Dave zieht mit atemberaubender Geschwindigkeit davon. Ich sehe ihn hinter der n\u00e4chsten Biegung verschwinden und denke, wenn <strong>ich<\/strong> das Nebelgebirge<sup><a id=\"sdfootnote2anc\" href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup> vor der Haust\u00fcr h\u00e4tte, k\u00f6nnte ich das auch. Nach Dave kommt also eine Zeitlang niemand. Es folgen Angela, Misi und ich, in wechselnder Reihenfolge. Danach kommt wieder eine Zeitlang nichts und es folgen Ramona und Luba. Zwischen der Spitze und dem Schluss entsteht eine Zeitdifferenz von mehr als zehn Minuten. Der Pfad ist fordernd und meiner Meinung nach nicht wirklich ein Pfad, er macht mehr den Eindruck eines trockenen Baches. Der Weg ist stellenweise glitschig, hier muss man \u00fcber Baumwurzeln steigen, da m\u00fcssen gro\u00dfe Steine \u00fcberwunden werden. Lauter Hindernisse, die nur darauf warten, einem unachtsamen Wanderer die F\u00fc\u00dfe zu brechen. Diese Unregelm\u00e4\u00dfigkeit macht die Angelegenheit sehr anstrengend. Kraft raubend ist aber vor allem das, was diesen Pfad von denen unterscheidet, die ich aus den Alpen kenne: In den Alpen sind die Pfade in Form von Serpentinen angelegt. Dieser Pfad jedoch geht direkt und ohne gro\u00dfe Umschweife den Berg hoch, beinahe Luftlinie. Meine Herzschlagfrequenz ist entsprechend hoch. Zeitweise verdunkelt sich mein Sichtfeld und ich kann nicht lesen, was 1,5 Meter vor mir auf Angelas Rucksack geschrieben steht. Dann wieder verschwimmt das \u00e4u\u00dferst linke F\u00fcnftel meines Sichtfeldes, als ob jemand Terpentin auf ein \u00d6lgem\u00e4lde gespr\u00fcht h\u00e4tte. Schmerzen habe ich nicht, aber meine Beine sind schwer wie Blei und das Gehen erfordert ein gewisses Ma\u00df an Willenskraft. Ich wei\u00df, dass meine Beine irgendwann zu zittern beginnen werden, und wenn sie das tun, muss ich aufgeben, weil ich dann nicht mehr sicher gehen kann. So sch\u00f6n die Herbstfarben hier auch sind \u2013 ich m\u00f6chte sie nicht im Vorbeirollen bewundern m\u00fcssen, weil ich meinen Tritt irgendwo verfehlt habe. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3177\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-04-20031011-Aussicht-01.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herbstfarben<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber kurz bevor nichts mehr will, erreichen wir die H\u00f6he 1200 Meter. Und ich traue meinen Augen nicht. Hier befinden sich ein kleines Restaurant, ein gro\u00dfer Parkplatz und eine Busstation. Und daneben ein Sessellift. Man kann also bis hierher mit dem Auto fahren und anschlie\u00dfend den Lift nehmen, der bis zur Baumgrenze f\u00e4hrt. Ab dort sind es noch etwa 45 Minuten bis zum Gipfel. Allerdings muss ich nachher sagen: Die haben es in sich!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3178\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-06-20031011-Dominik.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schon ziemlich platt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir machen aber erst ein wenig Pause. Ich entdecke eine Toilette, vor derselben befindet sich ein \u00f6ffentlicher Wasserhahn. Leute gehen daran vorbei und nehmen einen Schluck Wasser. Das findet nat\u00fcrlich mein Gefallen und ich trenne mich von dem Rest Boco, den ich noch habe. Ich ersetze es durch das einzig wahre Marschgetr\u00e4nk: Wasser \u2013 ganz ordin\u00e4res, klares Wasser. Ich teile das auch den anderen mit, damit sie sich nicht an den Getr\u00e4nkeautomaten arm kaufen, die es nat\u00fcrlich auch hier oben gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind also noch 400 (H\u00f6hen-) Meter bis zum Gipfel und wir nehmen sie in Angriff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dave zieht schon wieder davon und ich sehe ihn erst kurz vor dem Gipfel wieder. An der Baumgrenze setze ich mich mit Angela auf Steine und warte auf Ramona, Luba und Misi, die ca. zehn Minuten hinter uns liegen. W\u00e4hrend dieser Wartezeit sehe ich seltsame Gesch\u00f6pfe: Da steigen Leute aus dem Lift, eine Handvoll Herren im Alter von etwa 30 bis 50 Jahren, in gesch\u00e4ftlich aussehenden, ordentlichen Anz\u00fcgen mit dazu passenden Schuhen. Sie kommen auch keine f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck, weil man 200 Meter weiter festes Schuhwerk braucht, um weiterzukommen. Was dachten die denn, wo sie sind? Der letzte Abschnitt besteht im Wesentlichen aus zwei steilen Anstiegen, die ich auf allen Vieren hinter mich bringe. Auf den F\u00fc\u00dfen allein w\u00e4re ich da nicht hochgekommen. Aber so geht es auch recht schnell. Dave sitzt irgendwo auf halbem Weg und wartet auf uns, aber das interessiert mich wenig \u2013 auf diese Art und Weise bin ich n\u00e4mlich der erste von uns, der auf dem Gipfel sein wird.  (Dave war aber schon ein paar Male hier.) Hier ist auch bedeutend mehr los als auf dem bisherigen Weg, weil die ganzen Leute hier dazukommen, die mit Auto und Lift hochgekommen sind, dem entsprechend bev\u00f6lkert ist der Gipfel. Da oben tummeln sich nach meiner Sch\u00e4tzung mehr als drei\u00dfig Leute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufstieg hat in der Tat etwas mehr als vier Stunden gedauert. Mir ist sehr warm und ich schwitze. Und hier oben weht ein k\u00fchler Wind. Also hole ich die Feldbluse raus und ziehe sie an. Bevor ich wei\u00df, wie mir geschieht, bin ich bereits in mehreren Fotoalben verschiedener Japaner verewigt. Aber wer hat auch schon jemals einen (****) H&amp;K-General auf einem japanischen Berg gesehen? Nur ein \u00e4lterer Herr fragt mich in englischer Sprache, wo ich denn herk\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3179\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-13-20031011-Schrein.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aussicht nach S\u00fcden mit Schrein<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Gipfel befindet sich au\u00dferdem eine Glocke und ein Schrein. Ich glaube, es befindet sich auf jedem Berg in Japan ein Schrein, wenn ich mich nicht irre? Und leider waren meine Sinne viel zu vernebelt von der Anstrengung und gleichzeitig eingefangen von der atemberaubenden Aussicht, als dass ich auf die Idee gekommen w\u00e4re, den Schrein zu fotografieren. Seine Existenz l\u00e4sst sich nur auf dem Bild erkennen, oder erahnen, das die Aussicht nach S\u00fcden zeigt. Im Norden kann man das Meer sehen, bzw. den Teil des Pazifiks, der den n\u00f6rdlichen Abschluss der Insel Honsh\u00fb bildet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3180\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Iwaki-12-20031011-Aussicht-7.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aussicht nach Norden<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Misi, Ramona, Luba und Dave werden von starken Kopfschmerzen heimgesucht. Au\u00dferdem mahnt uns die Uhr zur Umkehr. Und zu aller Schande m\u00fcssen wir den Berg tats\u00e4chlich hinunterfahren, weil wir sonst den letzten Bus nach Hirosaki verpassen w\u00fcrden. Also erst wieder die Klettertour, dann in den Lift und im Anschluss in den Bus zum Onsen. Dort m\u00fcssen wir dann 20 Minuten warten, bis wir in den Bus nach Hirosaki steigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bus fahren in Japan unterscheidet sich \u00fcbrigens in wesentlichen Punkten vom deutschen Procedere. In Deutschland steigt man ein, sagt dem Fahrer das Ziel und zahlt den Preis, den er nennt. In Japan (zumindest in Aomori-ken) steigt man ein und zieht einen Streifen Papier, auf dem die Nummer der Haltestelle vermerkt ist, an der man gerade eingestiegen ist. Wenn man aussteigt, zeigt man dem Fahrer die Karte, der dann die Nummer auf dem Streifen mit der der aktuellen Haltestelle vergleicht und aus einer Liste den Preis abliest. In Hirosaki befindet sich in den Bussen auch eine gro\u00dfe Anzeigetafel, die den derzeitigen Tarif in Relation zur Einsteigehaltestelle anzeigt, damit die Kunden jederzeit wissen, wie viel sie zahlen m\u00fcssen, wie ein Taxameter. So verk\u00fcrzt man die Zeit beim Aussteigen. Das Geld wirft man in einen Kasten, in dem ein kleines F\u00f6rderband das Geld in die Kasse bef\u00f6rdert. Man braucht daf\u00fcr M\u00fcnzen. Wenn man nicht genug M\u00fcnzen hat, kann man 1000- und 500-Yen-Scheine mittels eines Automaten wechseln, der sich im gleichen Ger\u00e4t befindet. Da ich noch nie einen 500er Schein gesehen habe, werde ich ihn allerdings behalten, wenn ich einen bekomme. Die scheinen selten zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg von Hirosaki zum Onsen am Fu\u00df des Berges hat 800 Yen gekostet. Die Tour vom Berg hinunter zum Onsen ebenfalls 800 Yen. Der Lift kostet 500 Yen. Und die Fahrt vom Onsen nach Hirosaki kostet 900 Yen. Aus irgendeinem Grund ist also die R\u00fcckfahrt teurer als die Hinfahrt. Die Busse von und nach Hirosaki kann man auch zum halben Preis benutzen, wenn man eine \u201e<em>Aomori Welcome Card<\/em>\u201c hat. Man bekommt sie, wenn man Austauschstudent in der Pr\u00e4fektur Aomori ist. Die Busse am Berg akzeptieren diese Karte allerdings nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich keine Zeit hatte, die Karte zu besorgen, habe ich auf dem Hinweg den vollen Preis zahlen m\u00fcssen. Allerdings nicht auf dem R\u00fcckweg. Da alle anderen solche Karten haben, ging der Fahrer ungesehen davon aus, dass ich ebenfalls eine habe. Ich schweige und genie\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir verabreden uns f\u00fcr 19:45 bei Ramona. Ich gehe also nach Hause zum Duschen. Dabei f\u00e4llt mir ein, dass ich nur wei\u00df, dass Ramona im Kaikan wohnt, aber nicht, in welchem Zimmer, und ihren Nachnamen kenne ich auch nicht. Sie erw\u00e4hnte nur einmal einen italienischen Vater. Au\u00dferdem war ich \u00fcberhaupt nur einmal in dem Wohnheim, als wir das Lied f\u00fcr die Welcome Party aussuchen wollten. Und jetzt ist es dunkel. Aber ich mache mir dar\u00fcber keine Sorgen, daf\u00fcr stimmt mich meine reine Anwesenheit hier in Japan viel zu optimistisch. Das werde ich schon finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich finde es tats\u00e4chlich, aber ich komme etwas zu sp\u00e4t, weil ich erst die richtige Zimmernummer finden muss. Ich durchsuche erst das falsche Geb\u00e4ude. Dann komme ich auf die Idee, die Briefk\u00e4sten anzusehen. Ramona geh\u00f6rt zu den Leuten, die ihren Namen an den Briefkasten geheftet haben, \u201eDelfino, R.\u201c steht da. Andere italienisch klingende Namen finde ich keine. Angela und Dave sind nicht gekommen. Dave hat noch einen Termin mit seiner Vermieterin und Angela ist zu m\u00fcde, um noch den Weg zum Kaikan zu machen. Ohnmachtsanfall nach der hei\u00dfen Dusche, k\u00f6nnte man sagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber der Abend wird dennoch angenehm. Misi spendet die Spaghetti und Ramona die So\u00dfe. Au\u00dferdem hat sie eine Art Butterk\u00e4se besorgt. Und der ist gar nicht schlecht. Und teuer sei der auch nicht, sagt sie. Der Tag endet f\u00fcr mich dann um 23:45, und mein letzter bewusster Gedanke geh\u00f6rt dem Muskelkater, den ich morgen wohl haben werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Es gibt keine Aufzeichnungen dar\u00fcber, wie die Haltestelle oder der Schrein hei\u00dft, von daher kann die gefahrene Entfernung nicht eindeutig bestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Ich erinnere daran, dass <em>\u201eDer Herr der Ringe\u201c<\/em> in Neuseeland gedreht wurde, und Dave stammt aus einem kleinen Ort unweit der Berge, die man als das \u201eNebelgebirge\u201c in den Filmen zu sehen bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute haben wir also den Iwaki-san bestiegen. \u201eWir\u201c sind Angela, David \u201eDave\u201c Ryan (beide aus Neuseeland), Misi (aus Ungarn), Ramona, Luba und meine Wenigkeit (aus Deutschland, der Vollst\u00e4ndigkeit halber). Der Iwaki-san ist ein ca. 1600 Meter hoher ruhender Vulkan, der wegen des Shint\u00f4-Schreines an seinem Fu\u00df sehr bekannt ist. Zwei Ger\u00fcchte im Vorfeld haben sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[8,7],"tags":[2169,2163,2152,2162,2164],"class_list":["post-3173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-japan","category-mylife","tag-auslandsaufenthalt","tag-auslandsstudium","tag-japan","tag-reise","tag-tagebuch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3173"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3181,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3173\/revisions\/3181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}