{"id":3156,"date":"2023-10-05T08:52:01","date_gmt":"2023-10-05T06:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3156"},"modified":"2023-10-12T09:11:58","modified_gmt":"2023-10-12T07:11:58","slug":"sonntag-05-10-2003-ein-tag-fuers-fernsehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=3156","title":{"rendered":"Sonntag, 05.10.2003 \u2013 Ein Tag f\u00fcrs Fernsehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tag beginnt f\u00fcr mich um 06:00, weil die Sonne mich weckt. M\u00fcde bin ich auch nicht mehr, also beginne ich meinen Tag, was Melanie nicht gerade zu Begeisterungsst\u00fcrmen hinrei\u00dft. Ich ignoriere das. Als n\u00e4chstes stelle ich fest, dass es an sich eine gute Idee w\u00e4re, vielleicht Instant-Kaffee oder Tee im Haus zu haben, damit man am k\u00fchlen Morgen was Warmes in den Magen sch\u00fctten kann. Aber vielleicht sollten wir auch gleich dazu \u00fcbergehen, den Reiskocher einzustellen, dass wir nur noch den Reis in die Onigiri-Formen pressen m\u00fcssen. Das Gegurgel in meinem Magens bei gleichzeitig ausbleibendem Hungergef\u00fchl am Morgen st\u00f6rt mich n\u00e4mlich auch hin und wieder. Ich besch\u00e4ftige mich im Anschluss mit meinem Vogelweide-Text und h\u00f6re mir im Hintergrund das Lied an. Das hilft und der Text schreibt sich langsam und allm\u00e4hlich in meinem Kopf fest.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3210\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer-800x600.jpg 800w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer-300x225.jpg 300w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer-768x576.jpg 768w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/200310-Wohnzimmer.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wohnzimmer mit Fernseher<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 07:00 schalte ich die Nachrichten ein. Die Sportnachrichten zeigen kurze Berichte von japanischen Sportlern in ausl\u00e4ndischen Mannschaften. Ein Baseballspieler in den USA, ein Fu\u00dfballer jeweils in England und in Deutschland. Ich glaube, solche Berichte w\u00fcrden eben da, in der BRD, auf wenig Interesse sto\u00dfen. Gerade deutsche Fu\u00dfballer, die in einem Verein im Ausland spielen, werden (zumindest in gewissen Zeitungen) oftmals als \u201eLegion\u00e4re\u201c bel\u00e4chelt oder verspottet, und es haftet ihnen doch irgendwie der Hauch des Vaterlandsverr\u00e4ters an. Von ihnen wird doch nur berichtet, wenn es Probleme gibt, also Steuern, Aff\u00e4ren, etc. Von mir aus k\u00f6nnten die Jungs auch bei \u201eSilber Mond\u201c oder \u201eRot-Gr\u00fcn Mars\u201c spielen. Die japanische Berichterstattung ist also gewisserma\u00dfen patriotisch, aber man sagt auch, dass oft zu weit gegangen werde. Wie oft und wann wurde der Spieler in den letzten Spielen ausgewechselt, oder warum wurde er nicht aufgestellt, in der wievielten Minute hat er sich am Hintern gekratzt? Vor lauter Aufregung \u00fcber solch spannende Angelegenheiten wird angeblich auch dann und wann vergessen, das Endergebnis des Spiels anzuzeigen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber genug vom Sport. Der interessiert mich eh nicht. Ein wenig Edutainment ist jetzt angesagt. Ich stelle fest, dass die Medienbem\u00fchungen in Japan um das fr\u00fchestm\u00f6gliche Erlernen der englischen Sprache sp\u00fcrbar gegenw\u00e4rtig sind. Da w\u00e4re z.B. <em>\u201eSesame English\u201c<\/em>, was Frau Duplang besonders freuen wird. Die Sendung ist p\u00e4dagogisch wie immer, und heute geht es um <em>\u201ethe letter P\u201c<\/em>. Das ist besonders lustig vor allem deshalb, weil da Dutzende Kinder rumrennen (alle Kontinente, bzw. Ethnien vertreten), die (off context) die ganze Zeit \u00fcber sehr enthusiastisch und ungezwungen vom Wasserlassen sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>P!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Majest\u00e4t haben gelacht. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Des weiteren gibt es eine Show auf NHK (staatliches Fernsehen), die anhand praktischer Kommunikationsbeispiele (<em>\u201eArai Mika in New York\u201c<\/em>) den Kindern die Sprache in Form von festen Phrasen n\u00e4her bringen soll. Die Sendung wird moderiert von einer Japanerin und einem Amerikaner, beide um die 20 Jahre alt, in Kindershow-gerechter Kleidung. Und die Frisur von dem Kerl sieht aus wie eine schlechte Pumuckl-Imitation. Einfach zum Schie\u00dfen. Jede Show hat gewisserma\u00dfen ein \u201eKeyword\u201c. Wie z.B. \u201e<em>to have<\/em>\u201c, \u201e<em>to make<\/em>\u201c oder \u201e<em>to do<\/em>\u201c. Heute wird <em>\u201eto have a look at something\u201c<\/em> ausgewalzt. Arai Mika ist in New York angekommen und muss da eine Weile bleiben, also mietet sie ein Apartment. Sie geht zu einer Maklerin, mit der sie vorher telefoniert hat und wird von der gefragt <em>\u201eWould you like to have a look at it?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Videobeispiel wird der Ausdruck in etwa jeder m\u00f6glichen Art verwendet, als Aussage, als Frage, mit jeder m\u00f6glichen Betonung und in verschiedenen Kontexten. Eine Sendung dauert zehn Minuten. Aha. Es kommen mehrere in Folge. Ich sehe mir das Ganze drei\u00dfig Minuten lang an und \u00fcbe dann weiter am <em>\u201ePal\u00e4stinalied\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine n\u00e4chste Arbeitspause wird grauenerregend. Jetzt laufen Superheldenserien \u2013 und zwar Live-Action, also mit echten Schauspielern und Plastikrobotern in einem Sandkasten. Also diese den <em>\u201ePower Rangers\u201c<\/em> \u00e4hnlichen Sentai (\u201eKampfteams\u201c) mit Frauenquote und farbigen Anz\u00fcgen. Was zum Teufel kriecht da aus dem Fernseher in mein Gehirn? So einen Mist habe ich ja seit den <em>\u201eBeetle Borgs\u201c<\/em> nicht gesehen! Diese Serien sind reine Lachnummern&#8230; unfreiwillig. Das macht die Sache eigentlich noch schlimmer. Also, so eine gequirlte Kacke&#8230; wenn ich das mal so ausdr\u00fccken darf. Und so dramatisch! Ich schildere das mal kurz:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sendung hei\u00dft <em>\u201eAbare Senshi\u201c<\/em>. Man denke sich jetzt die ersten 15 actiongeladenen Minuten einfach mal, ich \u00fcberspringe sie. Aber das Ende: Alle Ranger (ich nenne sie mal so in Ermangelung eines besseren Wortes) sind verletzt und vorerst ausgeschaltet, nur der schwarze nicht. Also \u00fcbertragen sie ihre verbliebenen Kr\u00e4fte auf ihn, damit er eine Art Supertransformation machen kann. Mit einem Satz springt er in das Raumschiff der B\u00f6sen hinein und trifft auf den aktuellen \u201eEndboss\u201c. Doch, ach weh, es ist seine Geliebte, die von b\u00f6sen M\u00e4chten besessen ist! Es wird also gek\u00e4mpft (mit irren Spezialeffekten aus der Augsburger Puppenkiste) und gleichzeitig diskutiert, aber, welch Not!, auch seine Liebe (die er ihr bei dieser Gelegenheit erst gesteht, dramatisch unterbrochen von einer Werbepause!) kann sie nicht retten, also muss er sie t\u00f6ten, um die Welt vor der sicheren Vernichtung zu bewahren. Man hat es eben schwer als Held.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo ist der Oskar f\u00fcr dieses Bravourst\u00fcck? Ich will den Autor damit erschlagen, und den Produzenten mitsamt dem Regisseur gleich dazu! Die Darsteller tun mir beinahe leid, dass sie mit so was ihren Reis verdienen m\u00fcssen. Aber die Kinder scheinen diese Shows zu m\u00f6gen. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde ich sie auch m\u00f6gen, wenn ich sechs Jahre alt w\u00e4re. Vielleicht kommt ja noch was Brauchbares danach?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oh Gott! Wie konnte ich nur hoffen! Den <em>\u201eKamen Rider\u201c<\/em> (<em>\u201eDer Maskierte Motorradfahrer\u201c<\/em>) gibt es also immer noch!? <em>\u201eKamen Rider Phasor\u201c<\/em>!?! Ich schalte den Fernseher ab, bevor ich an einer Gehirnblutung elend zugrunde gehen muss. Da wird man ja bl\u00f6d von&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Mittagszeit h\u00f6re ich durchs Fenster, dass n\u00f6rdlich von hier ein Blasorchester probt. Direkt nebenan befindet sich in dieser Richtung eine Oberschule, und ich habe da bereits ein paar Sch\u00fcler mit Instrumenten in der Gegend gesehen. Ich nehme an, dass die das sind. Eine Viertelstunde lang h\u00f6re ich nur wildes Gedudel. Dann f\u00e4ngt die Musik an. Sie spielen einige Sachen, die ich nicht kenne, aber ich gewinne auch den Eindruck, dass Ghibli-Soundtracks sich gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen. Ich kann mich nur an den Film nicht mehr erinnern&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt drei Mal wird der <em>\u201eUS Marine Corps Marsch\u201c<\/em> gespielt. Ich habe Daffy Duck im Ohr, wie er in einem propagandistischen Cartoon von 1945 fr\u00f6hlich <em>\u201eFrom the Halls of Montezuma to the Shores of Tripoli\u201c<\/em> singt. Und als er dann eingezogen werden soll, geht er lieber stiften. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich h\u00e4tte jedenfalls nicht erwartet, gerade das Lied der Marines hier zu h\u00f6ren. Amerikaner scheint es hier nicht zu geben, jedenfalls nicht in einer Menge, die man erwarten w\u00fcrde, wenn es eine US Kaserne g\u00e4be. Aber es gibt angeblich nur eine Jieitai Luftwaffenbasis, wo es <strong>auch<\/strong> Amerikaner geben soll. Zehn Minuten von hier, hei\u00dft es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von was rede ich jetzt schon wieder? Mich kurz zu fassen, war noch nie meine St\u00e4rke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 13:40 schalte ich zuf\u00e4llig auf einen Sender, wo mir das Gesicht von Will Smith auff\u00e4llt. Und die f\u00fcnf Leute um ihn herum habe ich auch schon mal gesehen&#8230; vier davon tragen Kleider wie K\u00f6che. Einer fungiert als Moderator. Ja, verdammt, das sind die Jungs von SMAP. Ungeheuer bekannte Band hier und in Fankreisen im Dunstkreis des J-Pop all around the world. So weit so gut. Aber was machen die da? Will erz\u00e4hlt was von seinem Film <em>\u201eBad Boys II\u201c<\/em>, w\u00e4hrend links und rechts jeweils zwei Leute irgendwas kochen, braten oder frittieren. SMAP kocht, Will isst. Tempura, Sushi, Miso. Will gibt sich begeistert. Nennt das Essen perfekt (ich kann ihn verstehen) und ruft \u201e<em>Oishii!<\/em>\u201c (\u201e<em>Lecker!<\/em>\u201c). Ansonsten gibt er sich auf die ihm eigene Art und Weise cool und witzig gleichzeitig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEbiten-Sushi\u201c. Hui, das sieht gut aus. Die Jungs haben was drauf. \u201eMatsutake-gohan\u201c. Ich will das auch essen. Dass mir nicht der Sabber aus dem Mund gelaufen ist, war auch gerade alles, was zu dem Bild noch gefehlt h\u00e4tte. Offensichtlich eine Chaotenshow. Aber lustig. Hei\u00dft <em>\u201eBistro SMAP\u201c<\/em>. K\u00f6nnte man sich noch einmal ansehen. Und sei es nur, um das Essen zu bewundern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend laufen Anime. <em>\u201eGundam Seed\u201c<\/em> habe ich gesehen. Relativ neu, wie ich glaube. Aber es laufen auch alte Sachen, wie <em>\u201eDoraemon\u201c<\/em>, der in diesen Tagen sein 25j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert und daher mit ein paar Sondereinlagen aufwartet. Ich kann verstehen, warum die Sendung so beliebt ist. Um es nachzuvollziehen, muss man sie wohl selbst einmal sehen. Und da l\u00e4uft auch <em>\u201eSazae-san\u201c<\/em>. Die war bereits 1969 auf dem Cover einer TV-Zeitschrift zu sehen, also muss die gute Frau bereits ein gewisses Alter haben. Die Sendung ist auch gut. Auf gewisse Art und Weise lustig, obwohl es \u201enur\u201c darum geht, was eine Hausfrau (in den Sechzigern) in ihrem Haushalt und drum herum so erlebt, mit Ehemann, Kindern und Schwiegereltern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend weihen wir unseren Reiskocher ein, den wir vor kurzem gekauft, aber noch nicht benutzt haben. Wir essen die meiste Zeit ausw\u00e4rts, weil die Speisekarte in unserem Stammlokal noch einiges zu bieten hat, und wir haben uns eben die Aufgabe gestellt, alles einmal zu probieren. Der Reiskocher jedenfalls funktioniert einwandfrei. Und der Reis, den ich gekauft habe, ist ebenfalls sehr gut. Ich bin sicher, dass es noch besseren gibt (nichts schl\u00e4gt einen Basmati), aber er gen\u00fcgt meinen kulinarischen Anspr\u00fcchen. Was nat\u00fcrlich nichts hei\u00dfen muss, weil ich fast alles esse. Man sollte nur auf der Hut sein, wenn ich etwas <em>nicht<\/em> esse. Das k\u00f6nnte wirklich \u00fcbel sein. ? Ich habe eine Weile suchen m\u00fcssen, bis ich was gefunden habe, was man zwecks Geschmack an den Reis tun kann. Ich wollte nicht gleich eine Ladung Gem\u00fcse kaufen, sondern suche etwas, was man einfach nur dr\u00fcbersch\u00fctten kann, etwas in der Art einer Fertigso\u00dfe. Aber da wurde ich erst einmal entt\u00e4uscht. Es gibt zwar So\u00dfen zu kaufen, aber ich kann nicht feststellen, was es damit auf sich hat, f\u00fcr was f\u00fcr eine Art Essen sie zu gebrauchen sind, au\u00dferdem will Melanie nichts essen, was nach Fisch schmeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich treffe ich im Supermarkt auf ein Schild, das aussagt, wenn man eine gewisse Menge einer bestimmten Reissorte kaufe, gebe es zwei oder drei Gl\u00e4ser So\u00dfe umsonst. Die Gl\u00e4ser stehen direkt darunter, also muss das was sein, was man am Reis essen kann. Hm, allerdings sagen mir die Bezeichnungen der So\u00dfen nichts. Ich will keine So\u00dfe kaufen, die nichts wert ist, au\u00dferdem habe ich Hunger und daher keine Lust auf Experimente. Ich kaufe also das einzige Produkt, das mir vom Namen her bekannt ist: Kimchi. Dabei handelt es sich um eine koreanische So\u00dfe, die f\u00fcr ihre Sch\u00e4rfe bekannt ist.<sup><a id=\"sdfootnote1anc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup> Der Aufdruck auf dem Glas sagt, dass man den Inhalt 1:5 mit Wasser mischen soll. Ich mische es 1:2. Auf diese Art und Weise ist es angenehm scharf, ohne mir die Magenschleimhaut wegzu\u00e4tzen. Im Verh\u00e4ltnis 1:5 kann das ja sogar meine Oma noch essen. \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber weil Melanie ja auch was essen (k\u00f6nnen) m\u00f6chte, gehe ich noch in den 100 Yen Laden neben dem BeniMart und frage dort nach Reiszutaten. Die Verk\u00e4uferin zeigt mir ein Regal. Aber auch da kann ich leider nicht absch\u00e4tzen, was in der Packung drin ist. Ich entdecke eine mit der Aufschrift \u201e<em>Tamago<\/em>\u201c (\u201e<em>Ei<\/em>\u201c). Damit kann ich was assoziieren. Der Inhalt ist trocken. Offenbar gibt es doch Fertigso\u00dfen. Aber ich frage lieber die Verk\u00e4uferin, weil ich die Bedienungsanleitung nicht nachvollziehen kann. Nach f\u00fcnf Minuten (mein Dank und meine Bewunderung gelten der Geduld der Angestellten) ist mir dann endlich klar, dass da kein Wasser dran kommt. Man mischt es einfach unter und der gekochte Reis befeuchtet dann das Pulver und die Br\u00f6ckchen. Schmeckt sogar gar nicht schlecht und eine solche T\u00fcte reicht f\u00fcr zwei Portionen.<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Reiskocher ist eine sinnvolle Investition. Ich musste mich allerdings erst daran gew\u00f6hnen, dass das Weichkochen des Reises eine Stunde dauert. Schonungsvoll ist eben auch langsam. Es gibt auch einen Schnellkochgang, der dauert nur etwa drei\u00dfig Minuten. Aber wir haben ja Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> In Wahrheit handelt es sich bei Kimchi nicht um eine So\u00dfe, sondern um scharf eingelegtes Gem\u00fcse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Diese Reiszutat nennt man \u201eFurikake\u201c. Es handelt sich um gefriergetrocknete K\u00f6rnchen aus jeweils verschiedenen Zutaten, die man einfach unter den fertigen Reis mischt, dessen Feuchtigkeit die Streusel dann genie\u00dfbar macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag beginnt f\u00fcr mich um 06:00, weil die Sonne mich weckt. M\u00fcde bin ich auch nicht mehr, also beginne ich meinen Tag, was Melanie nicht gerade zu Begeisterungsst\u00fcrmen hinrei\u00dft. Ich ignoriere das. 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