{"id":2863,"date":"2016-01-30T18:19:19","date_gmt":"2016-01-30T17:19:19","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2863"},"modified":"2017-10-22T12:07:20","modified_gmt":"2017-10-22T10:07:20","slug":"die-fracht-am-rhein-teil-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2863","title":{"rendered":"Die Fracht am Rhein (Teil 11)"},"content":{"rendered":"<p>So kam also der Tag, an dem ich alleine ausr\u00fccken sollte, mit Gefahr und Strahlung im Auto. Es handelte sich um einen Samstagsdienst, und zu dem angedachten Zweck musste ich mit Magnus das Auto tauschen. Von dem wurde ich auch gleich begr\u00fc\u00dft und seine K\u00f6rperhaltung allein reichte aus, um mir mitzuteilen, dass er stinksauer war, was bedeutete, dass Peter ihm erst heute Morgen Bescheid gesagt hatte, dass er stattdessen normale Samstagszustellungen fahren w\u00fcrde. In einem eher schrottigen Kleintransporter. Es ist zwar meine Gewohnheit, die Fahrzeuge innen auszukehren und abzustauben, aber ich kam nat\u00fcrlich nicht an die Standards meines alten Kollegen heran und an dem generellen Zustand der Fahrzeuge kann ich ja nichts \u00e4ndern. Leider habe ich nicht festgehalten, welches Auto ich zu jener Zeit gefahren bin, aber bei JP-Transporte muss man immer mit dem \u00dcbelsten rechnen. Ich konnte Magnus nur versprechen, ihm sein angestammtes Fahrzeug im Originalzustand wieder zur\u00fcckzubringen. Magnus war auch taktvoll genug, seine schlechte Laune nicht \u00fcber mir auszugie\u00dfen, denn w\u00e4hrend ich diese T\u00e4tigkeit zwar gew\u00fcnscht hatte, war ich doch nicht der Entscheider. <\/p>\n<p>Und das bringt mich zu einem weiteren entscheidenden Punkt in der Kritik am Firmenmanagement: Magnus hatte \u00fcberhaupt nicht vor, seinen Job aufzugeben, denn wie ich bereits ausgef\u00fchrt habe, konnte er sich das wohl nicht recht leisten. Als Peter und Rama mich darauf angesprochen hatten, Gefahrgutfahrer zu werden, da hatte ich in dem Moment intuitiv angenommen, Karl wolle altersbedingt aussteigen. Dem war nicht so. Rauswerfen konnten sie ihn auch nicht, da er als selbst\u00e4ndiger Subsubunternehmer im Auftrag von JP-Transporte fuhr und nicht f\u00fcr P+R. Halten wir also fest: Es handelte sich bei allem, was die Br\u00fcder angedacht und mit mir besprochen hatten, um ein umfangreiches (und teures) Beruhigungsmittel f\u00fcr mich und in Eigenbezug um nichts anderes als nicht durchdachtes Wunschdenken.<\/p>\n<p>Die einzig gute Nachricht: Wir haben einen weiteren Gefahrgut- und Fr\u00fchdienstfahrer, den ich hier Marius nenne. Der geht auf die Mitte 60 zu und w\u00fcnscht sich nichts sehnlicher, als diesen Mist endlich hinter sich zu lassen. Sein Renteneintrittsalter w\u00fcrde er in 18 Monaten erreichen (also im M\u00e4rz 2015).<br \/>\nMarius war fr\u00fcher Lieferfahrer f\u00fcr &#8220;Harry&#8221; &#8211; die Brotfabrik. Das sei toll gewesen, aber der Fuhrunternehmer habe nach einigen Jahren pleite gemacht und da habe er den n\u00e4chsten Job genommen, den er kriegen konnte. Das klang an sich gut, aber w\u00fcrde ich diesen Horrortrip noch anderthalbe Jahre durchhalten?<\/p>\n<p>Das Frachtaufkommen sorgte jedenfalls auch weiterhin daf\u00fcr, dass meine Leistungsf\u00e4higkeit immer weiter abgetragen wurde. Ab f\u00fcnf Uhr mehr als eine Tonne Ware vom Band nehmen und aufstapeln, dann die knappe Tonne, die vor der Ladeluke abgelegt wurde, nochmal aufnehmen und ins Auto laden, und dann \u00fcber eine Tonne aus dem Auto zum Kunden tragen, mal hier und mal da fahren, arbeiten ab halb F\u00fcnf am Morgen und nach Hause kommen zwischen F\u00fcnf und Sieben abends. Essen, waschen, schlafen &#8211; und wieder arbeiten. Das ist eine Knochenm\u00fchle, die ich keinem empfehlen kann, der auch nur den Hauch einer Chance auf eine &#8220;normale&#8221; Arbeitsstelle hat.<br \/>\nTom und Hyper, Elmo, Bert, und Doc &#8211; die waren alle in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2013 gegangen. Tom war Ende Winter ausgeschieden, Hyper im Mai. Da wies er mich noch in die Trierer Nordtour ein und das war&#8217;s. Bert hatte einen Job gefunden, wo er von zuhause mit dem Fahrrad hinfahren konnte, und Docs Frau hatte eine Tochter geboren und er zog zu ihr und in die N\u00e4he der frischgebackenen Gro\u00dfmutter nach St. Wendel &#8211; wo er f\u00fcr&#8217;s erste ebenfalls f\u00fcr Transoflex arbeitete. Ich telefoniere hin und wieder mit ihm und er versicherte mir, dass er da unten tats\u00e4chlich Arbeitstage von acht bis neun Stunden habe, also kein Vergleich mit den 12 bis 14, die wir am Standort Koblenz &#8220;genossen&#8221;.<\/p>\n<p>Allein Elmo war gegangen worden, wie man so sagt. Ich hatte ja bereits beschrieben, was aus den vielen hoffnungsgebenden Versprechen geworden war, die man gegeben hatte. Elmo musste ewig fr\u00fch aufstehen, das hei\u00dft etwa um drei Uhr morgens, um rechtzeitig im Depot zu sein, da er mit dem LKW locker zwei Stunden brauchte, um nach Metternich zu kommen, und anstatt Nachladetouren, die wegen der hohen Entfernung zu den Kunden nicht in Frage kamen, hatte er eben einen Anh\u00e4nger aufgebrummt bekommen. Die Milchm\u00e4dchenrechnung bei P+R und JP lautete: Der zus\u00e4tzliche Stauraum f\u00fcr Paletten erlaubt die Zustellung von mehr Paletten, ohne daf\u00fcr zus\u00e4tzliche Fahrzeuge einzusetzen. Nat\u00fcrlich war das ein Trugschluss, denn abgesehen davon, dass der zus\u00e4tzlich belastete LKW auf der Autobahn nicht mit seinen vollen 80 km\/h voran kam, was die Fahrzeit sp\u00fcrbar verl\u00e4ngerte, hatte Elmo ja nicht nur Kunden in leicht zu befahrenden Industriegebieten mit ihrem Angebot an Stellpl\u00e4tzen, sondern auch in der Trierer Innenstadt. Im Klartext bedeutete dies, dass er sogar weniger Kunden schaffte, als in der Zeit ohne Anh\u00e4nger zu Beginn des Jahres. <\/p>\n<p>Warum? Weil man nicht bei allen Kunden mit einem Anh\u00e4nger vorfahren kann! Zum Beispiel, weil der Hof zu klein ist, um zu man\u00f6vrieren, und man kann aus der Heckklappe des LKWs nat\u00fcrlich nichts ausladen, solange der Anh\u00e4nger im Weg ist. Der Anh\u00e4nger musste also irgendwo an der ersten sich anbietenden Gelegenheit &#8211; idealerweise in der Innenstadt, oft aber auch weiter weg &#8211; abgekuppelt, dann der Kunde bedient, und dann der Anh\u00e4nger wieder angekuppelt werden. Man soll nicht glauben, wie zeitaufw\u00e4ndig das ist. Elmos Arbeitstag zog sich also bedenklich in die L\u00e4nge und die halbe Ladung kam wieder zur\u00fcck, weil Elmo erst nach Ende der Warenannahmezeiten ankam. <\/p>\n<p>An einem Tag im Mai kam es zu einem heftigen Ausbruch, sozusagen. Elmo hatte seine Ladeliste in Augenschein genommen und das Auffinden seiner Fracht war zu seinem Missfallen verlaufen &#8211; ich erinnere daran, dass auch Einzelpakete, die erst zu einer gro\u00dfen Palette zusammengeschn\u00fcrt werden mussten, zu seiner Fracht geh\u00f6rten. Einzelpakete k\u00f6nnen schnell mal vor\u00fcbergehend sonstwohin verschwinden, die mannigfaltigen M\u00f6glichkeiten habe ich in den letzten Jahren beschrieben. Da riss ihm wohl die Hutschnur und er geigte den Br\u00fcdern derma\u00dfen ungeschminkt die Meinung, dass die ihm von jetzt auf sofort k\u00fcndigten. Rama, der Ungez\u00fcgelte, sank sogar so weit, uns anzuweisen, Elmo auf keinen Fall mitzunehmen, der solle selber zusehen, wie er nach Hause k\u00e4me. War mir nat\u00fcrlich schei\u00dfegal &#8211; ich sammelte Elmo ein paar Hundert Meter die Stra\u00dfe runter auf, wo er mit seiner T\u00fcte Habseligkeiten ich wei\u00df nicht wohin unterwegs war und fuhr ihn zu einer Freundin in Ehrang, weil sein Wohnort nicht in meinem Tourgebiet lag.<\/p>\n<p>Sub75 folgte den Ausscheidern im Juli, allerdings ebenfalls nicht freiwillig. Ich hatte in Teil 2 dieser Serie geschildert, dass seine Mutter schwer erkrankt war, und dass er abends bis gegen 23 Uhr wachblieb, um von dem vom Krankenbesuch zur\u00fcckkehrenden Vater Neuigkeiten zu erfahren. Da Sub75 nat\u00fcrlich ebenfalls gegen drei Uhr morgens wieder aufstehen musste, war er wenig ausgeschlafen und machte Fehler. Da er relativ wenig Fracht fuhr, weil er auch unter g\u00fcnstigen Bedingungen nicht viel schaffte, kam er oft vor mir aus dem Depot raus, aber ich sah seinen Wagen mehrfach im Vorbeifahren auf einem Rastplatz an der A48 stehen, wobei er, den Kopf an die Scheibe gelehnt, fest zu schlafen schien.<\/p>\n<p>An einem Tag Mitte Juli, bereits nach meinem Geburtstag, denke ich, \u00fcberholte ich ihn bereits vor jenem Parkplatz, allein deswegen blieb mir das Ereignis wohl im Ged\u00e4chtnis. Im Laufe des Tages erfuhr ich dann, dass Sub75 einen Unfall gehabt habe, ein St\u00fcck hinter der Ausfahrt Kaisersesch. Und das bedeutete, dass der Unfall sich ereignete, nachdem ich erst weniger als zwei Minuten zuvor an ihm vorbeigefahren war.<br \/>\nEr war schwer verletzt, wenn auch nicht lebensgef\u00e4hrlich, und hatte angegeben, er sei zum \u00dcberholen ausgeschert, habe dann ein sich auf der \u00dcberholspur schnell n\u00e4herndes Fahrzeug entdeckt und sei wieder auf die rechte Fahrspur geschwenkt, wobei er mit dem LKW kollidiert sei, den er hatte \u00fcberholen wollen.<br \/>\nWir anderen waren nicht dabei gewesen, aber angesichts der Fahrzeugsch\u00e4den waren wir sicher, dass er am Steuer eingeschlafen und dem LKW, der an der Steigung nach Laubach hoch deutlich langsamer geworden sein musste, mit 120 km\/h (oder schneller) in einem leicht nach rechts versetzten Winkel ins Heck gefahren war. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist gerade der Fahrerbereich eingedr\u00fcckt. Es muss einige M\u00fche gekostet haben, ihn da rauszuschneiden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/20130823-Breit-Unfallauto-003-337x600.jpg\" alt=\"20130823 Breit Unfallauto 003\" width=\"337\" height=\"600\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2866\" \/><\/p>\n<p>Es dauerte bis 2015, bis ich noch einmal von ihm h\u00f6rte, nachdem ein anderer Fahrer ihm zuf\u00e4llig in Trier begegnet war. Sub75 war zu dem Zeitpunkt erst vor wenigen Wochen aus der Reha entlassen worden.<\/p>\n<p>Es schien im Allgemeinen ein Sommer zu sein, der Unf\u00e4lle anzog. F\u00fcr den Juni habe ich drei Zeit raubende Staus wegen Zusammenst\u00f6\u00dfen notiert, und einer davon, immerhin auf dem R\u00fcckweg von einem relativ kurzen Arbeitstag, blieb mir im Ged\u00e4chtnis, zum einen, weil ich mit einem der Kollegen (ich erinnere mich nicht, wer es war) gleichzeitig da stand, und zum anderen wegen des Bildes der Zerst\u00f6rung, das sich einem bot. Ob es zu Personensch\u00e4den gekommen war, lie\u00df sich zu dem Zeitpunkt, als ich vorbeifahren konnte, nicht mehr feststellen. Ich hatte keinen Krankenwagen und keinen Hubschrauber gesehen und eindeutige Spuren auf der Fahrbahn waren auch keine zu erkennen. Aber die Reste der Unfallmasse lagen noch unter der Aufsicht von Polizeibeamten weit verstreut auf der Autobahn herum. Es sah ein wenig danach aus, als sei ein Bulldozer durch ein Wohnhaus gefahren und mit ein bisschen Fantasie konnte man sich vorstellen, dass die Tr\u00fcmmer einmal ein Wohnwagen und das andere Zeug einmal Einrichtungsgegenst\u00e4nde und Bekleidung gewesen waren. <\/p>\n<p>Der Sommer verging weitgehend und ich hatte Anfang September eine Woche Urlaub. Das Handy wurde abgeschaltet, um Anrufen von Seiten meiner Chefs vorzubeugen, die sich bei Engp\u00e4ssen nicht scheuten, Mitarbeiter aus dem Urlaub zur\u00fcckzubitten. Ja, sie baten tats\u00e4chlich &#8211; auf Forderungen h\u00e4tte ich sehr gereizt reagiert.<\/p>\n<p>Ich wurde nach dem Urlaub wieder in die Eifel geschickt. Im September hatte ich bei drei Gelegenheiten Praktikanten im Auto, oder vielleicht waren es auch vier? Drei habe ich konkret notiert, am 6. September, am 9. September und am 15. September. Aber ich erinnere mich an einen \u00e4lteren Herrn kurz vor 60, der vor \u00fcber 20 Jahren aus Syrien ausgewandert war. Er war wohl eine Art Bekannter von Babylon Ben (erw\u00e4hnt im Teil 4 dieser Serie aus dem Juni 2014), aber ich gewann schnell die Gewissheit, dass sie sich nicht sonderlich mochten. <\/p>\n<p>Ich fange mal vorn an: Der Praktikant vom 6. September 2013 war ein st\u00e4mmiger Kerl \u00fcber 50, der wohl den gr\u00f6\u00dften Teil seines Lebens in Lastkraftwagen verbracht hatte. Sein letzter Arbeitgeber war scheinbar die Griesson Keksfabrik in Polch, deren Backarbeiten man bei g\u00fcnstigem Wind auch im ToF-Depot in Metternich noch riechen konnte. Nennen wir ihn doch &#8220;Gries&#8221;. Ist ein guter deutscher Name.<br \/>\nGries hatte zwei Finger bei einem Unfall verloren, als die Fahrert\u00fcr seines LKWs unerwartet zuschlug. Er beschrieb den Vorgang nicht konkret und ich fragte auch nicht. K\u00f6rperteile zu verlieren ist traumatisch, selbst, wenn es nur zwei halbe Finger sind, und ich wollte nicht in dunklen Tiefen herumstochern.<br \/>\nGries war ein netter Kerl, mit dem man sich gut unterhalten konnte, er qu\u00e4lte einen nicht mit Frauen, Autos, oder Fu\u00dfball, und konnte aus einer reflektierten Distanz von seinem Arbeitsleben erz\u00e4hlen, wobei mir nicht klar wurde, ob er jetzt tats\u00e4chlich einen Job suchte oder nur den Nachweis einer Bewerbung zur Vorlage beim Arbeitsamt brauchte. Ich erfuhr also zum Beispiel von der Gewohnheit der Keksfabrik, Lieferfahrern Kekse zu schenken und offensichtlich eingedr\u00fcckte Packungen kiloweise den eigenen Mitarbeitern mit nach Hause zu geben. Ich f\u00fchlte mich an die Lekt\u00fcre meiner sp\u00e4ten Kindheit erinnert, &#8220;Die Pizza-Bande&#8221;: Der allein erziehende Vater von Walther &#8220;mit TH&#8221; arbeitet in einer \u00f6rtlichen Schokoladenfabrik, sodass TH immer S\u00fc\u00dfigkeiten zu verschenken hat, und wenn es sich nur um Bruchware handelt. Um einen Job, wo man Essen geschenkt bekam, muss man doch jeden beneiden.<br \/>\nZuletzt erz\u00e4hlte er, dass er in den Besitz eines Olivenhains auf einer spanischen Insel gekommen sei, mit dem er seinen Lebensabend mit zu finanzieren gedenke. Er m\u00fcsse nur die Zeit bis zum Abschluss der notarischen Notwendigkeiten \u00fcberbr\u00fccken, so bis zum kommenden Jahr. Zum Abschied bot ich ihm halb scherzhaft an, ich w\u00fcrde sofort f\u00fcr ihn arbeiten, wenn er einen t\u00fcchtigen Mitarbeiter brauche.<br \/>\nGries kam nat\u00fcrlich nie wieder. Auf die letzten gesetzlichen Arbeitsjahre noch einen Job zu nehmen, der nur an den l\u00e4ngsten Tagen im Juni komplett bei Tageslicht zu bew\u00e4ltigen ist, w\u00fcrde ich mir auch nur ungern aufb\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am 9. September kam die n\u00e4chste solche Gelegenheit: Eine junge Albanerin, aus Tirana, wie sie sagte, die ein zwar akzentreiches, aber gutes Deutsch sprach. Sie suchte wirklich eine Arbeitsstelle und hatte in dieser Woche mehrere solcher Probetage mit verschiedenen potentiellen Arbeitgebern vereinbart. Nun, sie war f\u00fcr den Job ganz und gar nicht geeignet. Sie hatte eindeutig die geistigen Voraussetzungen und kam mir allgemein keineswegs dumm oder oberfl\u00e4chlich vor. Sie war eine kulturell informative und gut gelaunte Konversationspartnerin. Aber wie sollte eine zierliche Frau Anfang Zwanzig mit der k\u00f6rperlichen Belastung fertig werden? Der Test war einfach zu bewerkstelligen, da just an diesem Tag ein Paket eines Metallwarenherstellers f\u00fcr uns \u00fcber das Band lief. Es handelt sich dabei um Kartons etwa im Format 40 x 30 x 20, in denen sich nach meinem Wissen Profile, Verbindungsst\u00fccke oder Schrauben befinden und eines davon wiegt mehr als einen halben Zentner. Ich nahm es vom Band und gab es ihr in die H\u00e4nde, worauf sie sofort mit einem unartikulierten Laut vorn\u00fcber kippte. Ich riss das Packst\u00fcck schnell wieder an mich, damit sich sich am Band auffangen konnte. Am Ende des Tages war sie sich sicher, dass sie vermutlich die Stelle in dem Blumenladen nehmen w\u00fcrde, wo sie am Tag zuvor gewesen war. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So kam also der Tag, an dem ich alleine ausr\u00fccken sollte, mit Gefahr und Strahlung im Auto. Es handelte sich um einen Samstagsdienst, und zu dem angedachten Zweck musste ich mit Magnus das Auto tauschen. 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