{"id":286,"date":"2008-11-21T23:53:06","date_gmt":"2008-11-21T22:53:06","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=286"},"modified":"2008-11-21T23:53:06","modified_gmt":"2008-11-21T22:53:06","slug":"zu-gast-im-diamanti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=286","title":{"rendered":"Zu Gast im Diamanti"},"content":{"rendered":"<p>Vom Brot allein kann der Mensch nicht leben, es muss hin und wieder Pizza geben.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 15-j\u00e4hrigen Bestehens des Restaurants hat das &#8220;Diamanti&#8221;, gegen\u00fcber der Paulinskirche, ein Sonderangebot herausgegeben: F\u00fcr den gesamten November sollte <strong>&#8220;jede Pizza 5,50 E&#8221;<\/strong> kosten, so stand es auf dem Werbeflyer, den ich zuf\u00e4llig im Altpapier entdeckt hatte.<br \/>\nDas konnte ich mir unm\u00f6glich entgehen lassen, also leierte ich zwei Termine an, einen mit der Spielgruppe, einen mit der Freundin, wobei die Spielgruppe wegen der sich zuf\u00e4llig ergebenen Zeiten die Rolle der Tester \u00fcbernehemn musste.<\/p>\n<p>Ich will nur einen allgemeinen Kommentar abliefern, weswegen es nicht notwendig ist, zwischen dem einen und dem anderen Essen zu unterscheiden. Das einzig bemerkenswerte ist, dass ich mit den anderen Spielern am Abend und mit meiner Freundin am Mittag in dem Laden war, und dass zwischen den beiden Besuchen nur 17 Stunden lagen.<\/p>\n<p>Das &#8220;Diamanti&#8221; kenne ich als ein gutes Restaurant. Vor ein paar Jahren habe ich dort zum ersten Mal Vindalu gegessen, ein indisches Gericht mit Reis und Lammfleisch, und habe es sehr genossen. Zwischendurch war ich zweimal mit der Spielgruppe dort, um unerh\u00f6rte Mengen Schnitzel in mich hineinzustopfen, und wahrscheinlich lag es an Essern meines Kalibers, dass sich das <em>&#8220;Schnitzel All-you-can-eat&#8221;<\/em> nur wenige Monate hielt, bevor es einem Wochenplan wechselnder Sonderangebote Platz machte. Au\u00dferdem finde ich den Laden gem\u00fctlich und die Bedienung sehr nett. Dass die Tischdecke vom Gast zuvor auch mal einen Fettflecken hatte, macht mich nicht weiter traurig, dass auf der Toilette schonmal die Handt\u00fccher ausgehen, \u00fcberlebt man ebenfalls, vor allem, wenn man nach einem Jahr in Japan eine gewisse Gew\u00f6hnung entwickelt hat, und f\u00fcr m\u00e4nnlich markantes Stehpinkeln bei gleichzeitig herunter geklappter Klobrille und miesem Zielverm\u00f6gen kann das Management ja nichts.<\/p>\n<p>Aber: Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Origin\u00e4r handelt es sich beim &#8220;Diamanti&#8221; um ein indisches Restaurant, und die Familie, die den Laden gepachtet hat, scheint auch aus der entsprechenden Weltregion zu stammen. Okay, die Schnitzel waren in Ordnung. Da kann man prinzipiell auch nicht viel falsch machen. Das Pizzaangebot hat mich allerdings nicht vollends gl\u00fccklich gemacht.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal gilt das Angebot &#8211; entgegen dem Werbetext &#8211; nicht f\u00fcr alle Pizzen, sondern nur f\u00fcr die L-Gr\u00f6\u00dfe. Man beachte: &#8220;L&#8221; steht f\u00fcr (engl.) &#8220;Large&#8221;. Ich verstehe unter &#8220;Large&#8221; aber ein bisschen mehr als &#8220;26 cm Durchmesser&#8221;. Dar\u00fcber gibt es &#8220;XL&#8221; und &#8220;XXL&#8221;.<br \/>\n&#8220;XL&#8221; bedeutet 30 cm Durchmesser und kostet einen Aufpreis von 30 Cent gegen\u00fcber dem Angebotspreis. \u00dcber den Aufpreis von &#8220;XXL&#8221;, wie ich sie gerne gegessen h\u00e4tte, konnte ich erst gar nichts in Erfahrung bringen, weil &#8220;XXL&#8221; nicht im Restaurant serviert, sondern nur in der Pappschachtel zum Kunden nach Hause geliefert wird. Begr\u00fcndung: <em>&#8220;Unsere Teller sind nicht gro\u00df genug.&#8221;<\/em><br \/>\nPapperlapapp! Wenn ich in die Pizzeria &#8220;San Marco&#8221; in der Neustra\u00dfe gehe, dann kriege ich dort regul\u00e4r solche, die \u00fcber den Tellerrand hinausragen, und zwar ohne, dass ich extra drum bitten muss. Da ist ein Preis von um die acht Euro keineswegs zuviel verlangt, auch und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich im &#8220;San Marco&#8221; nach dem Essen grunds\u00e4tzlich noch einen Schnaps\u00a0 angeboten bekomme, auch, wenn ich nur eine popelige Pizza bestellt habe.<\/p>\n<p>Ferner kann man sich nat\u00fcrlich auch nicht jede Wunschpizza zusammenbasteln. Abgesehen von Tomatenso\u00dfe und K\u00e4se gibt es zu dem Preis noch drei Bel\u00e4ge. Jeder weitere kostet extra. Ich habe mir die M\u00fche dann erst gar nicht gemacht, sondern bestellt, wie es auf der Karte angegeben war, abgesehen davon, dass ich auf meiner Pizza idealerweise nicht viel Gr\u00fcn sehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ich habe im &#8220;Diamanti&#8221; also zwei &#8220;XL&#8221; Pizzen gegessen, wie gesagt: Mit 17 Stunden Zeitunterschied.<br \/>\nDie Pizzen dort sind auch gar nicht schlecht &#8211; aber sie sind auch nicht besonders gut. Kritisieren k\u00f6nnte man vor allem die \u00dcberdosis Knoblauch, der konzentriert auf einem begrenzten Abschnitt der Pizzaoberfl\u00e4che landet. Trotz Zahnpflege dampfte mir den Rest des Tages der Knoblauch aus dem Magen in den Mund, dass mir schon schlecht davon wurde, und auch am Tag danach war mir noch nicht ganz wohl dabei. Dabei mag ich Knoblauch. Sehr sogar. Aber alles hat Grenzen.<br \/>\nDamit kann man ein Charakteristikum der &#8220;Diamanti&#8221; Pizzen festhalten: Abgesehen von Tomatenso\u00dfe, K\u00e4se und Zutaten, die man in &#8220;St\u00fcck&#8221; z\u00e4hlen kann, scheinen alle Zutaten einen festen Platz zu haben. Das Zentrum scheint zum Beispiel ein beliebter Ablageplatz f\u00fcr Knoblauch und Sardellen zu sein, dem entsprechend salzig war der erste Bissen meiner Achtel auch immer. Warum nicht besser verteilen? Denn manche Stellen kamen mir arg leer vor.<\/p>\n<p>Was mir gar nicht gefallen hat, war die Intensit\u00e4t, mit der der Koch bei der Sache ist, wenn es um Kundenw\u00fcnsche geht: Sie strebt gegen Null. Die Bedienung schreibt sie pflichtschuldigst auf &#8211; ich wollte statt Broccoli lieber extra K\u00e4se &#8211; aber bekommen habe ich mein Essen dennoch nach Vorgabe, also mit Broccoli. Ich behaupte nicht, dass solche Sonderw\u00fcnsche absichtlich ignoriert w\u00fcrden. Ich glaube viel eher, dass der Koch nur die Namen der Bestellungen abliest und die Zusatznotiz schlicht \u00fcbersieht. Ich w\u00fcrde also empfehlen, eine Wunschpizza zusammenzustellen, damit erst gar keine Standardangabe auf dem Bestellzettel erscheint. Oder am besten im &#8220;Diamanti&#8221; nur indisch zu essen, und keine Pizza, und f\u00fcr italienische K\u00fcche ins &#8220;San Marco&#8221; zu gehen, wo meinem Wunsch, die &#8220;Spaghetti Diavolo&#8221; bitte so scharf zu machen, dass meine Oma sie nicht mehr essen kann, mit gr\u00f6\u00dfter Sorgfalt entsprochen wurde &#8211; was mir Wasser auf die Stirn und in die Augen trieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Brot allein kann der Mensch nicht leben, es muss hin und wieder Pizza geben. 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